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==SPANIEN==
==SPANIEN==


Königreich Asturien'''
'''Königreich Asturien'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Fafila_(Asturien) König Fafila (737–739)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Fafila_(Asturien) König Fafila (737–739)] <br />
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Anastasius_of_Constantinople Patriarch Anastasios (Konstantinopel, 730-754)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Anastasius_of_Constantinople Patriarch Anastasios (Konstantinopel, 730-754)] <br />
*[[739#BYZANTINISCHES_REICH | Fortsetzung 739]] [[Kategorie:Byzantinisches Reich]]
*[[739#BYZANTINISCHES_REICH | Fortsetzung 739]] [[Kategorie:Byzantinisches Reich]]
==IBERIEN==
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Guaram_III_of_Iberia Fürst Guaram III. (693–748)] <br />
*'''693:''' Guaram: Guaram III folgt kurz vor 693 seinem Vater oder Großvater Guaram II. als herrschender Fürst von Iberien nach. Er erhält vom Byzantinischen Reich den Titel eines Curopalates und steht damit in einem Vasallenverhältnis zu Byzanz. Vor 693 übt das Byzantinische Reich noch Einfluss im Kaukasus aus, was sich in der Verleihung des Titels an Guaram III. widerspiegelt. Um 693 vertreibt das wiedererstarkte Umayyadenkalifat die Byzantiner aus dem Kaukasus, sodass Guaram fortan auch im Einflussbereich der Umayyaden als Vasall herrscht. Um die Zeit Guarams III, also bis etwa 748, berichtet die um 800 verfasste Chronik des sogenannten Pseudo-Juansher von den Fürsten Mihr und Archil. Deren Stellung unterscheidet sich jedoch von der Guarams: Mihr, Archil und später Archils Söhne Iovane und Juansher sind keine herrschenden Fürsten von Iberien, sondern regionale Herrscher im östlichen Teilgebiet Kakheti. Guaram III. hat einen Sohn gleichen Namens, Guaram (auch Gurgen genannt), der die dynastische Linie fortsetzt. Außerdem hat er zwei namentlich nicht überlieferte Töchter; eine heiratet den chosroidischen Prinzen Archil, die andere den bagratidischen Prinzen Vasak und verbindet so die Guaramiden mit zwei weiteren führenden georgischen Fürstenhäusern. Guarams Sohn Guaram/Gurgen heiratet eine Prinzessin aus dem Haus der Nersianiden, die Tochter von Adarnase III; aus dieser Ehe geht Stephan III hervor, der als Sohn von Guaram/Gurgen und Enkel von Guaram III die Nachfolge in der Herrscherlinie der Guaramiden antritt. [https://en.wikipedia.org/wiki/Guaram_II_of_Iberia Fürst Guaram II. (684/685-vor 693)]


==DABUYIDEN==
==DABUYIDEN==
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Hisch%C4%81m_ibn_%CA%BFAbd_al-Malik Kalif Hischām ibn ʿAbd al-Malik (724–743)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Hisch%C4%81m_ibn_%CA%BFAbd_al-Malik Kalif Hischām ibn ʿAbd al-Malik (724–743)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Asad_ibn_Abdallah_al-Qasri Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 2. Amtszeit 734–738)] <br />Asad erkrankt in Balch schwer und stirbt dort im Februar. Zunächst übernimmt Ǧaʿfar ibn Ḥanzala al‑Baḥrānī vorläufig die Statthalterschaft, bis im Juli Naṣr ibn Sayyār offiziell zum Gouverneur von Chorasan ernannt wird. Asads zweite Amtszeit als Gouverneur von Chorasan erweist sich als von entscheidender Bedeutung für die Zukunft Zentralasiens. Sein Sieg bei Ḫaristān verhindert einen möglichen Zusammenbruch der muslimischen Herrschaft und beendet die unmittelbare Türgesch‑Bedrohung für Chorasan und Transoxanien; Gibb bezeichnet die Schlacht als Wendepunkt in den arabischen Geschicken in Zentralasien und als Auslöser für den Niedergang der Türgesch‑Macht. Die Niederlage des ḫāqān schwächt dessen Ansehen schwer und ermutigt innenpolitische Rivalen, die ihn Anfang 738, mit stiller Unterstützung der Chinesen, ermorden; das Türgesch‑Reich zerfällt in einen Bürgerkrieg, wodurch die Muslime in der Region keinen ernstzunehmenden äußeren Gegner mehr haben. Gleichzeitig stärkt Asad durch seine ausgezeichneten Beziehungen zum einheimischen Adel die Bindung der lokalen Oberschicht an die arabische Regierung; er kann zahlreiche einflussreiche Kräfte in Unter‑Tucharistan und den hephtalischen Gebieten auf seine Seite ziehen, was maßgeblich zu seinem Erfolg gegen die Türken beiträgt. Sein Einfluss führt zur Bekehrung mehrerer lokaler Herrscher zum Islam, darunter Saman Ḫudā und möglicherweise auch der Barmak, der Stammvater der später berühmten Barmakiden. Zwar bleibt die Islamisierung zunächst nahezu auf die herrschenden Eliten und auf Gebiete direkter arabischer Kontrolle beschränkt, doch Gibb schreibt Asad zu, einen Prozess „echter Versöhnung“ einzuleiten. Für diese Leistung wird Asad von späteren Generationen hoch geehrt, was sich etwa in den Schriften des bukharischen Historikers Naršachī des 10. Jahrhunderts niederschlägt. Sein Nachfolger Naṣr ibn Sayyār kann auf Asads Aufbauarbeit aufbauen, die arabische Stellung in großen Teilen Transoxaniens wiederherstellen, und mit der Schlacht am Talas 751 und dem Rückzug der chinesischen Macht nach dem An‑Lushan‑Aufstand wird die muslimische Vorherrschaft in West‑Zentralasien gefestigt.
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar '''Statthalter Nasr ibn Saiyār (Chorasan, 738–748)'''] <br />Im Juli, im Alter von 74 Jahren, wird Nasr zum Statthalter von Chorasan ernannt. Zeitgenossen respektieren ihn für seine militärische Laufbahn, seine genaue Kenntnis der Verhältnisse in Chorasan und seine Fähigkeiten als Staatsmann. Seine Ernennung hängt jedoch stark mit seiner relativ unbedeutenden, mudaritischen Stammeszugehörigkeit zusammen, die ihn von der Gunst des Kalifen abhängig macht und als Kompromiss inmitten der Stammesrivalitäten erscheint. Zwischen dem Tod Asads 738 und Nasrs Ankunft verwaltet entweder der syrische General Jaʿfar ibn Hanzala al‑Bahrani oder Asads Leutnant Judayʿ al‑Kirmani die Provinz. Judayʿ ist damals der einflussreichste Mann in Chorasan und eigentlich der naheliegende Kandidat für das Amt, wird aber wegen seiner yamanitischen Wurzeln für den Kalifen untragbar. Nach seiner Ernennung verlegt Nasr die Hauptstadt der Provinz von Balkh zurück nach Merv. Zugleich führt er erstmals in Chorasan ein System von Unterstatthaltern ein, die er aus seinem eigenen Gefolgschaftskreis auswählt, um sie zu belohnen und seine Kontrolle über die Provinz zu stärken. Nasr führt Steuerreformen ein, die überfällige Missstände beheben und die soziale Spannung zwischen Arabern und einheimischer Bevölkerung mindern. Diese Reformen verringern vor allem die Belastung konvertierter Nichtaraber und tragen dazu bei, dass lokale Eliten und Fürsten ihre Loyalität zum umayyadischen Regime erneuern. Parallel nutzt Nasr die Schwäche des Türgesch‑Kaghanats nach der Ermordung Suluks und überquert mit seinen Truppen energisch den Oxus. Zunächst richtet er einen Feldzug gegen Chaghaniyan, danach erobert er 740 in einem weiteren Unternehmen mit relativ geringem Widerstand große Teile Sogdiens einschließlich Samarkand zurück. Damit stellt er die umayyadische Herrschaft in weiten Teilen Transoxaniens wieder her, die zuvor unter dem Druck der Türgesch stark zurückgedrängt worden ist. Anschließend zielt Nasr darauf, alle Gebiete zurückzugewinnen, die einst Qutayba ibn Muslim unterworfen hat, und zugleich die Aktivitäten des abtrünnigen al‑Harith ibn Surayj zu begrenzen, der sich im Raum al‑Shash (Taschkent) festgesetzt hat. Nasr startet einen Feldzug nach al‑Shash; das Fürstentum Usrushana ergibt sich kampflos, doch am Jaxartes stellt sich dem muslimischen Heer ein 15.000 Mann starkes Aufgebot aus Shash, unterstützt von Ibn Surayjs Leuten und Türgesch unter Führung von Suluks Nachfolger Kursul, entgegen. Nasr schlägt nach arabischer Überlieferung die Türgesch zurück und besiegt einen ihrer Verbände, dessen Anführer er töten lässt. Er kann Shash aber nicht dauerhaft unterwerfen und schließt daher ein Abkommen mit dessen Herrscher, der Ibn Surayj nach Farab ausweist, wo dieser ungestört seine Opposition gegen die Umayyaden fortsetzt. Nasr unternimmt zusätzlich zwei Beutezüge gegen Farghana, bei denen das Umland geplündert und zahlreiche Gefangene gemacht werden. Die muslimische Rückeroberung reicht in dieser Phase offenbar kaum über Samarkand hinaus.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Hanzala_ibn_Safwan_al-Kalbi Statthalter Hanzala ibn Safwan al-Kalbi (Ägypten, 2. Amtszeit 737–742)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Hanzala_ibn_Safwan_al-Kalbi Statthalter Hanzala ibn Safwan al-Kalbi (Ägypten, 2. Amtszeit 737–742)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ubayd_Allah_ibn_al-Habhab Statthalter Ubayd Allah ibn al-Habhab (Ifriqiya, 734–741)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ubayd_Allah_ibn_al-Habhab Statthalter Ubayd Allah ibn al-Habhab (Ifriqiya, 734–741)] <br />
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cosmas_I_of_Alexandria Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cosmas_I_of_Alexandria Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)] <br />
*[[739#ARABER | Fortsetzung 739]] [[Kategorie:Umayyaden]]
*[[739#ARABER | Fortsetzung 739]] [[Kategorie:Umayyaden]]
*'''737:''' Asad führt erneut seine Truppen nördlich des Oxus in einen Vergeltungsfeldzug gegen Chuttal, dessen Herrscher mit Ḥārith und den Türgesch kooperiert. Asad nimmt mehrere Festungen ein und verwüstet das Land, worauf der Regent von Chuttal, Ibn as‑Saʿīdschī, den Türgesch‑ḫāqān Suluk um Hilfe ruft. Das Eintreffen der Türgesch‑Armee überrascht die weit im Land verstreuten arabischen Truppen und löst einen panikartigen Rückzug über den Oxus aus. Die Türgesch verfolgen sie und greifen in der „Schlacht um den Tross“ den arabischen Gepäckzug an, den Asad vorausgeschickt hat, und vernichten ihn fast vollständig, bevor Asads Hauptheer rechtzeitig heranrückt und die Reste rettet; beide Seiten beziehen anschließend Winterquartiere. Der ḫāqān bleibt jedoch in Chorasan und zieht sich nicht nach Norden zurück, was für die Araber ein bedrohliches Signal ist. Ḥārith tritt nun wieder offen hervor und schließt sich ihm an, wobei er den ḫāqān drängt, die Zersplitterung des arabischen Heeres in den Winterquartieren zu nutzen und den Vormarsch fortzusetzen. Zu Beginn des Dezember führt der ḫāqān ein 30.000 Mann starkes Türgesch‑Heer, dem nahezu alle einheimischen Herrscher Transoxaniens und des Oberen Tucharistan Kontingente stellen, nach Süden. Die Türgesch umgehen Balch und marschieren nach Dschūzǧān in der Hoffnung, auch die hephtalischen Fürsten des Unteren Tucharistan zum Aufstand zu bewegen, was aber misslingt, da der König von Dschūzǧān sich Asad anschließt. Asad rückt mit den verfügbaren Kräften vor und trifft den ḫāqān und Ḥārith unvorbereitet in der Nähe von Ḫaristān, wo sie nur von etwa 4.000 Mann begleitet sind, während der Rest ihrer Truppen plündernd umherzieht. In der darauf folgenden Schlacht von Ḫaristān fügt Asad den Türgesch eine entscheidende Niederlage zu; Ḥārith und der ḫāqān können nur knapp entkommen und fliehen über den Oxus nach Norden, während die südlich des Oxus verstreuten Türgesch‑Abteilungen von Dschudayʿ al‑Kirmānī größtenteils einzeln aufgerieben werden. Nach diesem Sieg entsendet Asad ein weiteres Expeditionskorps gegen Badr Tarkhān, möglicherweise einen Fürsten von Bamiyān in Ghur, der die Wirren des vergangenen Jahres genutzt und Chuttal erobert hat. Der Feldzug ist erfolgreich, Chuttal wird wieder unter arabische Kontrolle gebracht.
*'''736:''' Asad: Im Jahr 736 säubert Asads Heer die Berge des Oberen Tucharistan von den verbliebenen Anhängern Ḥāriths. Viele von ihnen, darunter einige Verwandte Ḥāriths, werden von Asads Befehlshaber Dschudayʿ al‑Kirmānī mit 6.000 Mann in der Festung Ṭabuschḫān eingeschlossen, bis sie sich ergeben. Nach al‑Ṭabarī werden 400 Männer hingerichtet, während die übrigen Verteidiger, darunter Frauen und Kinder, in die Sklaverei verkauft werden. Im selben Jahr verlegt Asad die Hauptstadt Chorasans nach Balch, was mehreren Faktoren geschuldet ist: Balch ist die traditionelle vorislamische Hauptstadt der Region, liegt näher an Tucharistan, wo Asad seine militärischen Hauptoperationen führt, und ist von loyalen Syrern bewohnt, die von den innerarabischen Fraktionskämpfen in Marw ferngehalten sind. Zu dieser Zeit lässt Asad einen der Anführer der chorasanischen haschimitischen Bewegung, ʿAmmār ibn Yazīd mit dem Beinamen Ḫidāsch, gefangen nehmen und durch Kreuzigung hinrichten. Damit setzt er ein hartes Zeichen gegen abbasidisch‑haschimitische Agitation in der Provinz.
*'''735:''' Asad: Anfang 735 erneuert Ḥārith den Aufstand. Unter dem Druck lokaler Sympathisanten in Marw oder um Zeit für Asads Ankunft zu gewinnen, schließt ʿĀṣim einen Waffenstillstand mit Ḥārith und verspricht, dessen Forderungen gegenüber dem Kalifen zu unterstützen. Zu Beginn des Jahres 735 trifft Asad zum zweiten Mal als Gouverneur in Chorasan ein, diesmal mit etwa 20.000 syrischen Soldaten, wie der Historiker Gardīzī berichtet. Er lässt ʿĀṣim wegen Unterschlagung und wegen dessen Untätigkeit gegen die Rebellen inhaftieren und übernimmt persönlich den Feldbefehl. Asad erlangt in einer Reihe siegreicher, aber verlustreicher Schlachten gegen Ḥāriths Anhänger schrittweise die Oberhand. Dabei hilft ihm seine langjährige persönliche Beziehung zu arabischen Stammesführern vor Ort sowie die anhaltenden Stammesrivalitäten: Als Jemenī, der gegen den Muḍarī Ḥārith kämpft, kann er mit der Unterstützung der ihm verwandten jemenitischen Gruppen rechnen, und große Teile der Rabīʿa, traditionelle Gegner des Tamīm‑Stammes von Ḥārith, laufen zu ihm über. Asad teilt seine Streitkräfte: Die Kūfīer und Syrer unter ʿAbd ar‑Raḥmān ibn Naʿyūm sendet er nach Marw Rudh, wo sich das Hauptheer Ḥāriths befindet, während er selbst mit den Basrern und den übrigen Chorasani auf die Festungen Āmul und Zamm marschiert. Die Rebellen in Āmul ergeben sich und werden begnadigt; kurz darauf kapituliert auch die Garnison von Balch. Ḥārith gibt Marw Rudh auf und weicht vor ʿAbd ar‑Raḥmān über den Oxus zurück, wo er bei den Fürsten Tucharistans Zuflucht findet. Mit ihrer Hilfe belagert er den wichtigen Oxus‑Übergang bei Tirmidh; Asads Truppen können angesichts der Rebellen dort nicht den Fluss überschreiten und ziehen sich nach Balch zurück, doch die Besatzung von Tirmidh schlägt Ḥārith, der sich in die Berge von Badachschan zurückzieht. Asad nutzt diesen Erfolg und bewegt die Besatzung von Zamm zur Kapitulation, indem er Amnestie und doppelten Sold zusichert. Anschließend führt er einen Feldzug zur Rückeroberung von Samarqand, das nach der Schlacht der Engstelle verloren gegangen ist; den Sturm auf die Stadt schafft er nicht, zerstört aber bei seinem Rückzug die Schleusen des Bewässerungssystems.
*'''734:''' Asad: Diese militärischen Niederlagen, lang gehegte Groll gegen die umayyadische Regierung und die Zwangsbeschlagnahme von Nahrungsmitteln durch Dschunaid während der Hungersnot von 733 lösen Anfang 734 einen Aufstand unter Führung von al‑Ḥārith ibn Surayǧ aus. Der Aufstand umfasst sowohl arabische Gruppen als auch einheimische Fürsten, insbesondere aus bislang loyalen Fürstentümern Tucharistans, und breitet sich rasch aus, wobei die Rebellen Balch einnehmen. Der neue Gouverneur ʿĀṣim ibn ʿAbdallāh al‑Hilālī kann Ḥāriths Vormarsch auf die Hauptstadt Marw zunächst aufhalten und zwingt ihn zu Verhandlungen. Da seine Lage fragil bleibt, verlangt ʿĀṣim beim Kalifen, Chorasan wieder der Oberaufsicht des Irak zu unterstellen, einen neuen Gouverneur zu ernennen und die Provinz mit syrischen Truppen zu verstärken; Hišām stimmt dem zu und beauftragt Chālid al‑Qasrī, Asad erneut als Gouverneur nach Chorasan zu entsenden.
*'''734:''' [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] verhaftet den amtierenden Statthalter von Balkh und übernimmt selbst das Gouverneursamt in der Stadt. Dort begegnet er der Rebellion des lokalen Heeres unter al‑Harith ibn Surayj, der Steuerreformen und die Gleichbehandlung der nichtarabischen Neubekehrten (mawālī) fordert.
*'''731:''' Nasr: Im Juli 731 unterscheidet sich [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] in der verlustreichen „Schlacht in der Engstelle“ hervorgehend als einer der wenigen erfolgreichen muslimischen Befehlshaber.
*'''727:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Asad_ibn_Abdallah_al-Qasri '''Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 1. Amtszeit 724–727)'''] 727/728 (Ramadan 109 AH) endet seine erste Amtszeit abrupt, als er in einem Wutausbruch die führenden Vertreter der vier größten arabischen Stämme Chorasan – Ahl al‑ʿAlīya, Azd, Tamīm und Bakr – öffentlich auspeitschen lässt. Kalif Hišām verlangt daraufhin seine Absetzung. Asad wird durch al‑Ḥakam ibn ʿAwāna al‑Kalbī vertreten und kehrt zu seinem Bruder nach Irak zurück. Nach Asads Entlassung übernimmt zunächst Aschras ibn ʿAbdallāh as‑Sulamī (727–730) die Statthalterschaft und setzt anfangs die versöhnliche Linie Asads fort. Später nimmt er diese Politik jedoch zurück, was in Transoxanien zu einem umfassenden Aufstand führt, der zusammen mit erneuten Türgesch‑Angriffen die arabische Präsenz fast vollständig auf das Gebiet um Samarqand reduziert. Aschras gelingt es, Buchara vorübergehend zurückzugewinnen, doch sein Nachfolger Dschunaid ibn ʿAbd ar‑Raḥmān al‑Murrī führt die Armee 731 in das Desaster der „Schlacht der Engstelle“, das die chorasanische Streitmacht schwer trifft. Bis zu Dschunaids Tod 734 schrumpfen die muslimischen Besitzungen in Transoxanien auf Buchara und Teile Tucharistans.
*'''726:''' Asad: Im lokalen Adel spielt Asad auch als Bekehrer eine Rolle: Saman Ḫudā, der Ahnherr der späteren Samaniden‑Dynastie, soll unter seinem Einfluss zum Islam übertreten; Samans ältester Sohn erhält zu Ehren des Gouverneurs den Namen Asad. 726 lässt Asad die Stadt Balch, die Qutayba ibn Muslim nach einem Aufstand zerstört hat, wiederaufbauen und verlegt die arabische Garnison von Barukhan dorthin. Etwa zur gleichen Zeit nimmt Asad nach fast einem Jahrzehnt wieder regelmäßige Gesandtschaften an den chinesischen Hof auf. Dieser Schritt ist deutlich mit der Türgesch‑Bedrohung verknüpft, da die Türgesch als chinesische Vasallen gelten und von den Transoxaniern als Werkzeuge des chinesischen Kaisers gesehen werden, die sie von der arabischen Herrschaft befreien sollen. Asad gründet zudem das Dorf Asadābād nahe Nischapur, das in der Hand seiner Nachkommen bis in die Zeit der Tahiriden bleibt.
*'''725:''' Asad: In den Jahren 725/726 (107 AH) führt Asad einen Feldzug gegen Namrūn, den König von al‑Gharšistān nordöstlich von Herat, zwingt ihn zur Unterwerfung und zum Übertritt zum Islam und unterwirft anschließend das Gebiet von Ghur im heutigen Zentralafghanistan. Im folgenden Jahr zieht er nach Chuttal in Tucharistan; dort erscheint auf Bitte des lokalen Herrschers al‑Sabāl der Türgesch‑ḫāqān, der Oberherr der Türgesch. Die Überlieferung ist uneinheitlich: Nach einer Version zieht sich Asad über den Oxus zurück und setzt im nächsten Jahr seine erfolgreichen Operationen in Ghur fort, nach einer anderen Version erleidet er eine schwere Niederlage gegen die Türgesch. Insgesamt bleiben seine Feldzüge dieser ersten Amtszeit militärisch nur mäßig erfolgreich und beseitigen vor allem nicht die zunehmende Türgesch‑Gefahr. Parallel versucht Asad, die einheimische Bevölkerung für die muslimische Herrschaft zu gewinnen. Er setzt, in der Nachfolge seines Vorgängers, als Steuerbeamte Männer ein, die für ihre Ehrlichkeit bekannt sind, und bemüht sich, die Diskriminierung der mawālī, der einheimischen Konvertiten, zu beenden, indem er die Erhebung der ǧizya von ihnen einstellen lässt. Diese Steuerpolitik stößt auf heftigen Widerstand der arabischen Siedler in Chorasan. Gleichwohl kann die Maßnahme nach Einschätzung von Khalid Yahya Blankinship dazu beitragen, die Türken einige Jahre lang abzuschrecken, weil sie die Bevölkerung Transoxaniens eher auf die Seite der Muslime zieht. Trotz Asads Bemühungen und seiner guten Beziehungen zur iranischen Grundbesitzerschicht der dihqāne bleibt die Steuerlast für die Untertanen sehr hoch. Die Habgier und Grausamkeit arabischer wie iranischer Steuereintreiber macht Chorasan zu einem fruchtbaren Feld für die Propaganda schiitischer und abbasidischer Missionare der haschimitischen Bewegung.
*'''724:''' Asad ibn ʿAbdallāh al-Qasrī gehört zum Qasr‑Clan, einer Untergruppe des Stammes der Badschila. Sein Urgroßvater Asad ibn Kurz al‑Qasrī gilt nach einem Teil der Überlieferungen als Stammesführer der Badschila zur Zeit des Propheten Mohammed und als einer seiner Gefährten. Andere, familienfeindliche Traditionen behaupten dagegen, dieser Ahnherr sei ein jüdischer entflohener Sklave. Asads Großvater Yazīd unterstützt früh und prominent die Umayyaden im Ersten Fitna, während Asads Vater ʿAbdallāh im Zweiten Fitna auf die Seite Ibn az‑Zubairs tritt, später aber von Kalif ʿAbd al‑Malik begnadigt wird. Als Hišām ibn ʿAbd al‑Malik 724 den Thron besteigt, ernennt er Asads Bruder Chālid al‑Qasrī zum Statthalter des Irak mit Verantwortung für den gesamten islamischen Osten. Chālid setzt seinen Bruder Asad als Gouverneur von Chorasan ein; die beiden Brüder gelten damit nach Patricia Crone als zwei der hervorstechendsten Persönlichkeiten der marwanidischen Umayyadenzeit. Asad übernimmt 724 das Amt des Gouverneurs von Chorasan und verfolgt zunächst eine Politik der Konsolidierung mit begrenzter militärischer Aktivität. Er konzentriert sich darauf, die Oberhoheit über kleinere lokale Machthaber durchzusetzen und eine direkte Konfrontation mit den Türgesch zu vermeiden, die mit lokalen Fürsten zusammenarbeiten und die Araber über den Oxus zurückzudrängen drohen.
*'''724:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Muslim_ibn_Sa%27id_al-Kilabi Statthalter Muslim ibn Sa'id al-Kilabi (Chorasan, 723–724)]
*'''724:''' [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] führt ein mudaritisches Heer gegen Balkh, weil dort yamanitische Truppen den Dienst im Feldzug gegen Farghana verweigern. Seine Truppen, verstärkt durch Kontingente aus dem hephthalitischen Fürstentum Chaghaniyan, treffen die Yaman in Baruqan und schlagen sie.
*'''705:''' [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] ibn Sayyār wird um 663 geboren und gehört zum arabischen Stamm der Kināna. Schon früh wächst er in einem Milieu auf, in dem militärische Dienste im Osten des Kalifats wichtig sind. Um 705 nimmt Nasr an einem Feldzug entlang des oberen Oxus unter Salih, dem Bruder Qutayba ibn Muslims, teil. Für seine Leistungen erhält er ein ganzes Dorf in dieser Region als persönliche Zuteilung.


==TURK-SCHAHI==
==TURK-SCHAHI==

Version vom 16. Januar 2026, 18:21 Uhr

735 | 736 | 737 | 738 | 739 | 740 | 741

MAYA

Tikal

Naranjo

Quiriguá

  • Ajaw K’ak’ Tiliw Chan Yopaat (725-785)
    Kʼakʼ Tiliw Chan Yopaat rebelliert gegen Copán. Er besiegt seinen ehemaligen Oberherrn Waxaklajuun Ubah Kʼawiil und lässt ihn in Quiriguá gefangen nehmen und öffentlich enthaupten. Mit diesem Sieg macht er Quiriguá unabhängig und beginnt eine neue Ära. Nach dem Sieg blüht Quiriguá wirtschaftlich und kulturell auf. Kʼakʼ Tiliw Chan Yopaat lässt zahlreiche Stelen und Monumente errichten. Er beginnt große Bauprojekte, Ornamente und Inschriften werden geschaffen. Der Stadtstaat wächst und hat diplomatische Kontakte zu anderen Maya-Stätten. Er fördert die Kunst und Architektur in Quiriguá.

Copan

  • Ajaw Uaxaclajuun Ubʼaah Kʼawiil (695-738)
    Uaxaclajuun Ubʼaah Kʼawiil weiht den Ballspielplatz A‑III ein, der erst kurz vor seinem Tod fertiggestellt worden ist. Der Ballspielplatz ist einer der bedeutendsten der Region, besitzt schräge Spielflächen und sechs Macaw‑Marker, die symbolisch Sonne und Unterwelt verbinden und den Ballspielern die Rolle ritueller Kämpfer zwischen Licht und Dunkel zuschreiben. Die Weiheinschrift auf den geneigten Bänken nennt ein Datum im Jahr 738, nur 113 Tage vor seinem Ende.
    In der gleichen Zeit herrscht Uaxaclajuun Ubʼaah Kʼawiil formal noch über Quiriguá, das ursprünglich als Vasallenstadt Copáns an einer wichtigen Handelsroute am Motagua‑Fluss gegründet ist. Quiriguá kontrolliert als viel kleinere Stadt ein zentrales Stück des Verkehrsnetzes, das für Copáns wirtschaftliche und politische Macht von großer Bedeutung ist. Schon im Jahr 734 hat der Herrscher von Quiriguá, Kʼakʼ Tiliw Chan Yopaat, sich jedoch in Inschriften als unabhängiger heiliger Herrscher bezeichnet und damit faktisch die Unterordnung unter Copán aufgekündigt; nun nimmt er Uaxaclajuun Ubʼaah Kʼawiil gefangen, ohne dass es Hinweise auf eine große Schlacht in oder bei Copán gibt. Am 3. Mai lässt Tiliw Chan Yopaat Uaxaclajuun Ubʼaah Kʼawiil rituell enthaupten. Quiriguá beschreibt dieses Geschehen in seinen Inschriften als "Axt‑Ereignis", das ausdrücklich die Enthauptung des Copán‑Herrschers bezeichnet. In Copán selbst verweist nur die Hieroglyphentreppe auf seinen Tod, indem sie ihn knapp als Tod „durch Feuerstein und Schild“ festhält.
  • Ajaw Kʼakʼ Joplaj Chan Kʼawiil (738-749)
    am 7. Juni wird Kʼakʼ Joplaj Chan Kʼawiil als 14. Herrscher von Copán eingesetzt. Nach dem überraschenden Sieg von Quiriguá werden in Copán nur wenige Monumente errichtet, sodass über die eigentliche Regierungszeit von Kʼakʼ Joplaj Chan Kʼawiil kaum direkte Zeugnisse vorliegen. Die Niederlage führt zur Zersplitterung des Herrschaftsgebietes von Copán und zum Verlust der wichtigen Handelsroute am Motagua-Fluss an Quiriguá.​ Durch den Verlust der Kontrolle über die Handelsroute sinken die Einkünfte Copáns deutlich, während die Einnahmen von Quiriguá stark steigen. Dies zeigt sich daran, dass in Quiriguá in großem Umfang neue Monumente und Architekturprojekte in Auftrag gegeben werden, während Copán geschwächt bleibt und möglicherweise sogar zeitweise seinem ehemaligen Vasallen Quiriguá untergeordnet ist.​
  • Fortsetzung 749

PIKTEN

KELTEN

Uí Néill

  • Hochkönig Áed Allán (722-743)
    Cathal mac Finguine von Munster versucht weiterhin, seinen Einfluss über den südlichen Reichsteil Leth Moga und insbesondere über Leinster auszuweiten, wobei er erneut in die inneren Angelegenheiten Leinsters eingreift und dort Geiseln nimmt. Áed Allán reagiert darauf mit Krieg: Im Spätsommer sammeln sich die Heere der Uí Néill und der Laigin bei Áth Senaig, das oft mit Ballyshannon nahe Kilcullen im späteren County Kildare identifiziert wird. Die Annalen datieren die Schlacht auf den 14. Tag vor den Kalenden des September, einen Dienstag, was einem Tag Mitte August entspricht.​ Auf der einen Seite stehen Áed Allán und das Aufgebot der nördlichen Uí Néill, auf der anderen Seite die Leinstermänner unter König Áed mac Colggen von Uí Cheinnselaig, unterstützt von zahlreichen Unterkönigen und Adligen aus Leinster und dem weiteren Umfeld. Beide Lager sind durch eine lange Geschichte gegenseitiger Überfälle und Schlachten geprägt, besonders durch die Tötung von Áeds Vater Fergal mac Máele Dúin in der Schlacht von Allen im Jahr 722 durch ein Leinsterheer; die Quellen schildern die Schlacht als außergewöhnlich heftig und verlustreich ("Schlacht der Seufzer"). Im Zentrum des Kampfes liefern sich Áed Allán und der Leinsterkönig Áed mac Colggen einen Zweikampf, in dem Áed Allán seinen Gegner erschlägt und so den Tod seines Vaters Fergal rächt. Parallel dazu kommt es zu schweren Verlusten unter den Gefolgsleuten Leinsters, da zahlreiche Unterkönige und Angehörige führender Familien fallen oder in der Flucht umkommen.​ Áed mac Colggen, der König von Leinster aus dem Haus der Uí Cheinnselaig, fällt in der Schlacht, zusammen mit vielen weiteren Adligen seiner Dynastie. Ebenfalls kommt Bran Bec von Uí Dúnlainge ums Leben, ein Sohn jenes Murchad mac Brain Mut, der Jahre zuvor den Vater Áed Alláns bei Allen besiegt hatte.​ Áed Allán selbst erleidet in der Schlacht Wunden, bleibt jedoch am Leben und behält die Befehlsgewalt über das siegreiche Heer. Nach der Niederlage bei Áth Senaig ist die Macht der Uí Cheinnselaig in Leinster schwer erschüttert und bleibt für etwa drei Jahrhunderte lang gebrochen. In der Folge dominieren die Uí Dúnlainge die Königswürde von Leinster fast ununterbrochen, da ihre Rivalen in der Schlacht den Großteil ihrer führenden Männer verloren haben.​
  • Fortsetzung 739

Ulaid

Connacht

Leinster

  • König Fáelán mac Murchada (728-738)
    Cathal mac Finguine, der König von Munster, rückt mit einem Heer nach Leinster und nimmt Geiseln und Schätze an sich. In einigen Überlieferungen ist umstritten, ob die Geiseln von Fáelán selbst oder von seinem Bruder Bran Becc stammen, doch die Darstellung, in der Fáelán als der eigentliche Machtträger betroffen ist, setzt sich in der historischen Einordnung eher durch.​ Fáelán stirb in einem so jungen Alter, dass er als "unreif" bezeichnet wird.
  • König Bran Becc mac Murchada (738)
  • König Áed mac Colggen (738)
    Nach Fáeláns Tod versucht Cathal mac Finguine, König von Munster, seine Ansprüche auf Leinster durchzusetzen, wird aber von Áed mac Colggen und den südlichen Laigin (Laigin Desgabair) zurückgeschlagen.​
    In der Schlacht von Áth Senaig kämpft Áed mac Colggen gegen Áed Allán, den Sohn Fergals, wo zahlreiche Könige fallen. In dieser „Schlacht der Seufzer“, wie sie in den irischen Annalen genannt wird, trifft Áed im Zweikampf auf Áed Allán und wird getötet; auch sein mutmaßlicher Mitkönig Bran Bec stirbt dort, und die Annalen von Ulster betonen das beispiellose Ausmaß des Blutvergießens.​
  • König Muiredach mac Murchada (738–760)
    Muiredach mac Murchada wird König von Leinster aus dem Zweig der Uí Dúnlainge innerhalb der Laigin und Sohn des früheren Königs Murchad mac Brain Mut; er pflegtgute Beziehungen zum Hochkönig von Irland, Domnall Midi von Clann Cholmáin.
  • Fortsetzung 744

Uí Mháine

Dalriada

Königreich Strathclyde

Gwynedd

Königreich Powys

ANGELSACHSEN

Northumbria

Mercia

East Anglia

Königreich Wessex

Königreich Essex

  • König Swæfberht (um 709–738)
    Swæfberht stirbt, wie der Geschichtsschreiber Symeon von Durham in seiner Chronik De Gestis Regum Anglorum berichtet: "Swebriht, König der Ostsachsen, stirbt." Nach seinem Tod folgt ihm Saelred auf den Thron.
  • König Saelred (738–746)
    Wie seine Vorgänger steht Saelred nicht als völlig unabhängiger Herrscher über Essex, sondern ist von der Vormacht Mercia abhängig.
  • Fortsetzung 746

Königreich Kent

FRÄNKISCHES REICH

  • Interregnum (737-743)
  • Hausmeier Karl Martell (717-741)
    Karl Martell zieht gegen die Sachsen, die im Norden des Frankenreiches immer wieder gegen fränkische Oberhoheit aufbegehren. Er sammelt Truppen aus Austrasien und führt sie über den Rhein, vermutlich von der Lippemündung aus nach Westfalen, wo er in sächsisches Gebiet eindringt.​ Dort bekämpft er aufständische sächsische Gruppen; im Raum Wesel richtet er ein Blutbad an gefangenen oder aufständischen Sachsen an. Nach den militärischen Erfolgen zwingt Karl Teile der sächsischen Führungsschicht, Geiseln zu stellen und Tribute zu zahlen. Wahrscheinlich fällt ein Teil des Gebietes südlich der Lippe erneut unter fränkische Kontrolle.​ Karl schützt die Christianisierung als ideologische Rechtfertigung seines Vorgehens gegen die heidnischen Sachsen vor, auch wenn Sicherheitsinteressen und Beuteerwartung eine entscheidende Rolle spielen.
    Während Karl mit dem Feldzug in Sachsen beschäftigt ist, greifen arabische und berberische Truppen erneut die Provence im Südosten Galliens an. Sie versuchen, nach früheren Vorstößen ihre Position in Südgallien und besonders in der Provence sowie in den angrenzenden Gebieten zu stärken.​ Da Karl nicht persönlich in der Provence eingreifen kann, rückt an seiner Stelle der Langobardenkönig Liutprand mit einem langobardischen Kontingent vor, unterstützt die Franken und hilft, den Einfall der Araber und Berber in der Provence zurückzuschlagen.​ Im Verlauf des Jahres richten sich Karls politische und militärische Ziele weiterhin auf die Einbindung von Burgund und der Provence in den fränkischen Reichsverband. In harten Kämpfen, teils unter seiner eigenen Führung, teils unter der Führung seines Bruders Childebrand, werden aufständische Magnaten und lokale Gewalten niedergekämpft; Septimanien mit Narbonne bleiben hingegen weiterhin unter arabischer Herrschaft.
  • Nach dem erfolgreichen Feldzug Karls in Sachsen nutzt der angelsächsische Missionar Bonifatius, der zum päpstlichen Legaten für das gesamte Frankenreich ernannt wird, die militärisch erzwungene Unterwerfung für einen ersten größeren Missionierungsversuch unter den Sachsen. In einem verlorenen Schreiben, dessen Inhalt sich aus der päpstlichen Antwort rekonstruieren lässt, berichtet Bonifatius Papst Gregor III., dass seine und Karls Maßnahmen der Kirche eine sehr große Zahl neuer Gläubiger zuführen – in den Überlieferungen von etwa hunderttausend Seelen ist die Rede.
  • Bischof Sigebald (Metz, 716–741)
  • Bischof Willibrord (Utrecht, 695–739)
  • Bischof Floribert I. (Lüttich, 727–746)
  • Megingaud (Megingoz), um 710 im Frankenreich geboren, entstammt der wohlhabenden ostfränkischen Familie der Mattonen; nach Lorenz Fries ist er Graf von Rothenburg ob der Tauber. Um 738 lebt Megingaud als Mönch und Diakon im von Bonifatius gegründeten Kloster Fritzlar in Hessen, wo er die geistliche Betreuung der Gemeinschaft übernimmt und in der Klosterschule unterrichtet. In Fritzlar lernt er Lullus kennen, den späteren ersten Erzbischof von Mainz, sowie Sturmius, den Gründer der Abtei Fulda.
  • Lullus tritt in das von Bonifatius 732 gegründete Benediktinerkloster Fritzlar ein und wird Schüler des Abtes Wigbert.
  • Bischof Reginfrid (Köln, 737–743/745)
  • Bischof Geroldus (Mainz, 724-743)
  • Bischof Milo von Trier (Trier 715–753, Reims 717-744)
  • Um 738: Megingaud, geboren im Jahr 710, ist als Mönch und Diakon im hessischen Kloster Frideslar tätig, das von Bonifatius gegründet worden ist; er betreut die Klosterinsassen und unterrichtet in der Klosterschule.
  • Fortsetzung 739

Herzogtum Aquitanien

Herzogtum Elsass

Herzogtum Alemannien

Herzogtum Baiern

  • Herzog Odilo (736–748)
  • Bistum Augsburg
    um 738: (Wieder-)Errichtung des Bistums Augsburg unter dem Bischof Wikterp, der in der Folge auch die Orte Kempten, Wessobrunn und Ellwangen mitbegründet haben soll
    Bischof Wikterp (Augsburg, 738-772)
    Wikterp ist der erste historisch gesicherte Bischof von Augsburg und übt dieses Amt ungefähr von 738 bis 772 aus. Wikterp wirkt als Mitbegründer der Klöster Fultenbach, Kempten, Wessobrunn und Ellwangen und fördert so das klösterliche Leben und die Mission. Er weiht die Kirchen in Füssen sowie das Marienmünster in Kempten, wodurch diese Orte zu wichtigen religiösen Zentren werden.
  • Fortsetzung 739

LANGOBARDENREICH

Herzogtum Friaul

Herzogtum Spoleto

  • Herzog Transamund II. (1. Amtszeit 719/720–739)
    In den Jahren 737 oder 738 erobert Transamund das Kastell Gallese und unterbricht damit die Verbindung zwischen dem byzantinischen Exarchat und Rom. Papst Gregor III., der in Transamund sowohl einen möglichen Verbündeten als auch einen gefährlichen Gegner sieht, schließt mit ihm ein Bündnis. Gegen ein hohes Lösegeld übergibt Transamund Gallese an den Papst und verspricht, nicht mehr gegen Rom zu kämpfen. Damit gerät er in Konflikt mit König Liutprand, dessen Ziel die Eroberung Roms bleibt. Auch der dux Godescalc von Benevent, der ohne Einwilligung des Königs seinem verstorbenen Neffen Gregorius nachfolgt, schließt sich dem Bündnis an.

Herzogtum Benevent

Fortsetzung 739

SPANIEN

Königreich Asturien

REPUBLIK VENEDIG

  • Magister Millitum Domenico Leoni (738)
    Domenico Leoni, mit lateinischem Namen Dominicus Leo Abrogatis, dient als byzantinischer Magister militum per Venetiae und steht damit an der Spitze der Verwaltung Venedigs. Er ist der erste dieser neuen Amtsträger, die den Dogen vorübergehend ersetzen.
  • Fortsetzung 739

ERSTES BULGARISCHES REICH

  • Knjas Kormesij (721–738)
  • Knjas Sewar (738–753/754)
    Sewar (auch Sevar) ist der vierte Knjas von Bulgarien und gehört dem Clan Dulo an, aus dem bereits die Gründungsherrscher des Ersten Bulgarischen Reiches stammen.​ Die Nominalia schreibt Sewar eine Regierungsdauer von 15 Jahren zu. Die moderne Forschung datiert diese 15 Jahre unterschiedlich; häufig genannte Ansätze liegen etwa zwischen 721–737, 724–739 oder 738–753.​
  • Fortsetzung 753

BYZANTINISCHES REICH

IBERIEN

  • 693: Guaram: Guaram III folgt kurz vor 693 seinem Vater oder Großvater Guaram II. als herrschender Fürst von Iberien nach. Er erhält vom Byzantinischen Reich den Titel eines Curopalates und steht damit in einem Vasallenverhältnis zu Byzanz. Vor 693 übt das Byzantinische Reich noch Einfluss im Kaukasus aus, was sich in der Verleihung des Titels an Guaram III. widerspiegelt. Um 693 vertreibt das wiedererstarkte Umayyadenkalifat die Byzantiner aus dem Kaukasus, sodass Guaram fortan auch im Einflussbereich der Umayyaden als Vasall herrscht. Um die Zeit Guarams III, also bis etwa 748, berichtet die um 800 verfasste Chronik des sogenannten Pseudo-Juansher von den Fürsten Mihr und Archil. Deren Stellung unterscheidet sich jedoch von der Guarams: Mihr, Archil und später Archils Söhne Iovane und Juansher sind keine herrschenden Fürsten von Iberien, sondern regionale Herrscher im östlichen Teilgebiet Kakheti. Guaram III. hat einen Sohn gleichen Namens, Guaram (auch Gurgen genannt), der die dynastische Linie fortsetzt. Außerdem hat er zwei namentlich nicht überlieferte Töchter; eine heiratet den chosroidischen Prinzen Archil, die andere den bagratidischen Prinzen Vasak und verbindet so die Guaramiden mit zwei weiteren führenden georgischen Fürstenhäusern. Guarams Sohn Guaram/Gurgen heiratet eine Prinzessin aus dem Haus der Nersianiden, die Tochter von Adarnase III; aus dieser Ehe geht Stephan III hervor, der als Sohn von Guaram/Gurgen und Enkel von Guaram III die Nachfolge in der Herrscherlinie der Guaramiden antritt. Fürst Guaram II. (684/685-vor 693)

DABUYIDEN

ARABER

(120/121 - 17./18. Dezember)

Umayyaden

  • Kalif Hischām ibn ʿAbd al-Malik (724–743)
  • Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 2. Amtszeit 734–738)
    Asad erkrankt in Balch schwer und stirbt dort im Februar. Zunächst übernimmt Ǧaʿfar ibn Ḥanzala al‑Baḥrānī vorläufig die Statthalterschaft, bis im Juli Naṣr ibn Sayyār offiziell zum Gouverneur von Chorasan ernannt wird. Asads zweite Amtszeit als Gouverneur von Chorasan erweist sich als von entscheidender Bedeutung für die Zukunft Zentralasiens. Sein Sieg bei Ḫaristān verhindert einen möglichen Zusammenbruch der muslimischen Herrschaft und beendet die unmittelbare Türgesch‑Bedrohung für Chorasan und Transoxanien; Gibb bezeichnet die Schlacht als Wendepunkt in den arabischen Geschicken in Zentralasien und als Auslöser für den Niedergang der Türgesch‑Macht. Die Niederlage des ḫāqān schwächt dessen Ansehen schwer und ermutigt innenpolitische Rivalen, die ihn Anfang 738, mit stiller Unterstützung der Chinesen, ermorden; das Türgesch‑Reich zerfällt in einen Bürgerkrieg, wodurch die Muslime in der Region keinen ernstzunehmenden äußeren Gegner mehr haben. Gleichzeitig stärkt Asad durch seine ausgezeichneten Beziehungen zum einheimischen Adel die Bindung der lokalen Oberschicht an die arabische Regierung; er kann zahlreiche einflussreiche Kräfte in Unter‑Tucharistan und den hephtalischen Gebieten auf seine Seite ziehen, was maßgeblich zu seinem Erfolg gegen die Türken beiträgt. Sein Einfluss führt zur Bekehrung mehrerer lokaler Herrscher zum Islam, darunter Saman Ḫudā und möglicherweise auch der Barmak, der Stammvater der später berühmten Barmakiden. Zwar bleibt die Islamisierung zunächst nahezu auf die herrschenden Eliten und auf Gebiete direkter arabischer Kontrolle beschränkt, doch Gibb schreibt Asad zu, einen Prozess „echter Versöhnung“ einzuleiten. Für diese Leistung wird Asad von späteren Generationen hoch geehrt, was sich etwa in den Schriften des bukharischen Historikers Naršachī des 10. Jahrhunderts niederschlägt. Sein Nachfolger Naṣr ibn Sayyār kann auf Asads Aufbauarbeit aufbauen, die arabische Stellung in großen Teilen Transoxaniens wiederherstellen, und mit der Schlacht am Talas 751 und dem Rückzug der chinesischen Macht nach dem An‑Lushan‑Aufstand wird die muslimische Vorherrschaft in West‑Zentralasien gefestigt.
  • Statthalter Nasr ibn Saiyār (Chorasan, 738–748)
    Im Juli, im Alter von 74 Jahren, wird Nasr zum Statthalter von Chorasan ernannt. Zeitgenossen respektieren ihn für seine militärische Laufbahn, seine genaue Kenntnis der Verhältnisse in Chorasan und seine Fähigkeiten als Staatsmann. Seine Ernennung hängt jedoch stark mit seiner relativ unbedeutenden, mudaritischen Stammeszugehörigkeit zusammen, die ihn von der Gunst des Kalifen abhängig macht und als Kompromiss inmitten der Stammesrivalitäten erscheint. Zwischen dem Tod Asads 738 und Nasrs Ankunft verwaltet entweder der syrische General Jaʿfar ibn Hanzala al‑Bahrani oder Asads Leutnant Judayʿ al‑Kirmani die Provinz. Judayʿ ist damals der einflussreichste Mann in Chorasan und eigentlich der naheliegende Kandidat für das Amt, wird aber wegen seiner yamanitischen Wurzeln für den Kalifen untragbar. Nach seiner Ernennung verlegt Nasr die Hauptstadt der Provinz von Balkh zurück nach Merv. Zugleich führt er erstmals in Chorasan ein System von Unterstatthaltern ein, die er aus seinem eigenen Gefolgschaftskreis auswählt, um sie zu belohnen und seine Kontrolle über die Provinz zu stärken. Nasr führt Steuerreformen ein, die überfällige Missstände beheben und die soziale Spannung zwischen Arabern und einheimischer Bevölkerung mindern. Diese Reformen verringern vor allem die Belastung konvertierter Nichtaraber und tragen dazu bei, dass lokale Eliten und Fürsten ihre Loyalität zum umayyadischen Regime erneuern. Parallel nutzt Nasr die Schwäche des Türgesch‑Kaghanats nach der Ermordung Suluks und überquert mit seinen Truppen energisch den Oxus. Zunächst richtet er einen Feldzug gegen Chaghaniyan, danach erobert er 740 in einem weiteren Unternehmen mit relativ geringem Widerstand große Teile Sogdiens einschließlich Samarkand zurück. Damit stellt er die umayyadische Herrschaft in weiten Teilen Transoxaniens wieder her, die zuvor unter dem Druck der Türgesch stark zurückgedrängt worden ist. Anschließend zielt Nasr darauf, alle Gebiete zurückzugewinnen, die einst Qutayba ibn Muslim unterworfen hat, und zugleich die Aktivitäten des abtrünnigen al‑Harith ibn Surayj zu begrenzen, der sich im Raum al‑Shash (Taschkent) festgesetzt hat. Nasr startet einen Feldzug nach al‑Shash; das Fürstentum Usrushana ergibt sich kampflos, doch am Jaxartes stellt sich dem muslimischen Heer ein 15.000 Mann starkes Aufgebot aus Shash, unterstützt von Ibn Surayjs Leuten und Türgesch unter Führung von Suluks Nachfolger Kursul, entgegen. Nasr schlägt nach arabischer Überlieferung die Türgesch zurück und besiegt einen ihrer Verbände, dessen Anführer er töten lässt. Er kann Shash aber nicht dauerhaft unterwerfen und schließt daher ein Abkommen mit dessen Herrscher, der Ibn Surayj nach Farab ausweist, wo dieser ungestört seine Opposition gegen die Umayyaden fortsetzt. Nasr unternimmt zusätzlich zwei Beutezüge gegen Farghana, bei denen das Umland geplündert und zahlreiche Gefangene gemacht werden. Die muslimische Rückeroberung reicht in dieser Phase offenbar kaum über Samarkand hinaus.
  • Statthalter Hanzala ibn Safwan al-Kalbi (Ägypten, 2. Amtszeit 737–742)
  • Statthalter Ubayd Allah ibn al-Habhab (Ifriqiya, 734–741)
  • Statthalter Uqba ibn al-Hajjaj (al-Andalus, 734-740)
  • 1224D: Der ehemalige Statthalter Maslama, der seit 732 zurückgezogen lebt und die Nachfolgepläne von Hisham zu Gunsten seines Sohnes Abu Shakir Maslama unterstützt hat, stirbt.
  • Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
  • Papst und Patriarch Theodoros I. (Alexandria, 730–742)
  • Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
  • Fortsetzung 739
  • 737: Asad führt erneut seine Truppen nördlich des Oxus in einen Vergeltungsfeldzug gegen Chuttal, dessen Herrscher mit Ḥārith und den Türgesch kooperiert. Asad nimmt mehrere Festungen ein und verwüstet das Land, worauf der Regent von Chuttal, Ibn as‑Saʿīdschī, den Türgesch‑ḫāqān Suluk um Hilfe ruft. Das Eintreffen der Türgesch‑Armee überrascht die weit im Land verstreuten arabischen Truppen und löst einen panikartigen Rückzug über den Oxus aus. Die Türgesch verfolgen sie und greifen in der „Schlacht um den Tross“ den arabischen Gepäckzug an, den Asad vorausgeschickt hat, und vernichten ihn fast vollständig, bevor Asads Hauptheer rechtzeitig heranrückt und die Reste rettet; beide Seiten beziehen anschließend Winterquartiere. Der ḫāqān bleibt jedoch in Chorasan und zieht sich nicht nach Norden zurück, was für die Araber ein bedrohliches Signal ist. Ḥārith tritt nun wieder offen hervor und schließt sich ihm an, wobei er den ḫāqān drängt, die Zersplitterung des arabischen Heeres in den Winterquartieren zu nutzen und den Vormarsch fortzusetzen. Zu Beginn des Dezember führt der ḫāqān ein 30.000 Mann starkes Türgesch‑Heer, dem nahezu alle einheimischen Herrscher Transoxaniens und des Oberen Tucharistan Kontingente stellen, nach Süden. Die Türgesch umgehen Balch und marschieren nach Dschūzǧān in der Hoffnung, auch die hephtalischen Fürsten des Unteren Tucharistan zum Aufstand zu bewegen, was aber misslingt, da der König von Dschūzǧān sich Asad anschließt. Asad rückt mit den verfügbaren Kräften vor und trifft den ḫāqān und Ḥārith unvorbereitet in der Nähe von Ḫaristān, wo sie nur von etwa 4.000 Mann begleitet sind, während der Rest ihrer Truppen plündernd umherzieht. In der darauf folgenden Schlacht von Ḫaristān fügt Asad den Türgesch eine entscheidende Niederlage zu; Ḥārith und der ḫāqān können nur knapp entkommen und fliehen über den Oxus nach Norden, während die südlich des Oxus verstreuten Türgesch‑Abteilungen von Dschudayʿ al‑Kirmānī größtenteils einzeln aufgerieben werden. Nach diesem Sieg entsendet Asad ein weiteres Expeditionskorps gegen Badr Tarkhān, möglicherweise einen Fürsten von Bamiyān in Ghur, der die Wirren des vergangenen Jahres genutzt und Chuttal erobert hat. Der Feldzug ist erfolgreich, Chuttal wird wieder unter arabische Kontrolle gebracht.
  • 736: Asad: Im Jahr 736 säubert Asads Heer die Berge des Oberen Tucharistan von den verbliebenen Anhängern Ḥāriths. Viele von ihnen, darunter einige Verwandte Ḥāriths, werden von Asads Befehlshaber Dschudayʿ al‑Kirmānī mit 6.000 Mann in der Festung Ṭabuschḫān eingeschlossen, bis sie sich ergeben. Nach al‑Ṭabarī werden 400 Männer hingerichtet, während die übrigen Verteidiger, darunter Frauen und Kinder, in die Sklaverei verkauft werden. Im selben Jahr verlegt Asad die Hauptstadt Chorasans nach Balch, was mehreren Faktoren geschuldet ist: Balch ist die traditionelle vorislamische Hauptstadt der Region, liegt näher an Tucharistan, wo Asad seine militärischen Hauptoperationen führt, und ist von loyalen Syrern bewohnt, die von den innerarabischen Fraktionskämpfen in Marw ferngehalten sind. Zu dieser Zeit lässt Asad einen der Anführer der chorasanischen haschimitischen Bewegung, ʿAmmār ibn Yazīd mit dem Beinamen Ḫidāsch, gefangen nehmen und durch Kreuzigung hinrichten. Damit setzt er ein hartes Zeichen gegen abbasidisch‑haschimitische Agitation in der Provinz.
  • 735: Asad: Anfang 735 erneuert Ḥārith den Aufstand. Unter dem Druck lokaler Sympathisanten in Marw oder um Zeit für Asads Ankunft zu gewinnen, schließt ʿĀṣim einen Waffenstillstand mit Ḥārith und verspricht, dessen Forderungen gegenüber dem Kalifen zu unterstützen. Zu Beginn des Jahres 735 trifft Asad zum zweiten Mal als Gouverneur in Chorasan ein, diesmal mit etwa 20.000 syrischen Soldaten, wie der Historiker Gardīzī berichtet. Er lässt ʿĀṣim wegen Unterschlagung und wegen dessen Untätigkeit gegen die Rebellen inhaftieren und übernimmt persönlich den Feldbefehl. Asad erlangt in einer Reihe siegreicher, aber verlustreicher Schlachten gegen Ḥāriths Anhänger schrittweise die Oberhand. Dabei hilft ihm seine langjährige persönliche Beziehung zu arabischen Stammesführern vor Ort sowie die anhaltenden Stammesrivalitäten: Als Jemenī, der gegen den Muḍarī Ḥārith kämpft, kann er mit der Unterstützung der ihm verwandten jemenitischen Gruppen rechnen, und große Teile der Rabīʿa, traditionelle Gegner des Tamīm‑Stammes von Ḥārith, laufen zu ihm über. Asad teilt seine Streitkräfte: Die Kūfīer und Syrer unter ʿAbd ar‑Raḥmān ibn Naʿyūm sendet er nach Marw Rudh, wo sich das Hauptheer Ḥāriths befindet, während er selbst mit den Basrern und den übrigen Chorasani auf die Festungen Āmul und Zamm marschiert. Die Rebellen in Āmul ergeben sich und werden begnadigt; kurz darauf kapituliert auch die Garnison von Balch. Ḥārith gibt Marw Rudh auf und weicht vor ʿAbd ar‑Raḥmān über den Oxus zurück, wo er bei den Fürsten Tucharistans Zuflucht findet. Mit ihrer Hilfe belagert er den wichtigen Oxus‑Übergang bei Tirmidh; Asads Truppen können angesichts der Rebellen dort nicht den Fluss überschreiten und ziehen sich nach Balch zurück, doch die Besatzung von Tirmidh schlägt Ḥārith, der sich in die Berge von Badachschan zurückzieht. Asad nutzt diesen Erfolg und bewegt die Besatzung von Zamm zur Kapitulation, indem er Amnestie und doppelten Sold zusichert. Anschließend führt er einen Feldzug zur Rückeroberung von Samarqand, das nach der Schlacht der Engstelle verloren gegangen ist; den Sturm auf die Stadt schafft er nicht, zerstört aber bei seinem Rückzug die Schleusen des Bewässerungssystems.
  • 734: Asad: Diese militärischen Niederlagen, lang gehegte Groll gegen die umayyadische Regierung und die Zwangsbeschlagnahme von Nahrungsmitteln durch Dschunaid während der Hungersnot von 733 lösen Anfang 734 einen Aufstand unter Führung von al‑Ḥārith ibn Surayǧ aus. Der Aufstand umfasst sowohl arabische Gruppen als auch einheimische Fürsten, insbesondere aus bislang loyalen Fürstentümern Tucharistans, und breitet sich rasch aus, wobei die Rebellen Balch einnehmen. Der neue Gouverneur ʿĀṣim ibn ʿAbdallāh al‑Hilālī kann Ḥāriths Vormarsch auf die Hauptstadt Marw zunächst aufhalten und zwingt ihn zu Verhandlungen. Da seine Lage fragil bleibt, verlangt ʿĀṣim beim Kalifen, Chorasan wieder der Oberaufsicht des Irak zu unterstellen, einen neuen Gouverneur zu ernennen und die Provinz mit syrischen Truppen zu verstärken; Hišām stimmt dem zu und beauftragt Chālid al‑Qasrī, Asad erneut als Gouverneur nach Chorasan zu entsenden.
  • 734: Nasr verhaftet den amtierenden Statthalter von Balkh und übernimmt selbst das Gouverneursamt in der Stadt. Dort begegnet er der Rebellion des lokalen Heeres unter al‑Harith ibn Surayj, der Steuerreformen und die Gleichbehandlung der nichtarabischen Neubekehrten (mawālī) fordert.
  • 731: Nasr: Im Juli 731 unterscheidet sich Nasr in der verlustreichen „Schlacht in der Engstelle“ hervorgehend als einer der wenigen erfolgreichen muslimischen Befehlshaber.
  • 727: Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 1. Amtszeit 724–727) 727/728 (Ramadan 109 AH) endet seine erste Amtszeit abrupt, als er in einem Wutausbruch die führenden Vertreter der vier größten arabischen Stämme Chorasan – Ahl al‑ʿAlīya, Azd, Tamīm und Bakr – öffentlich auspeitschen lässt. Kalif Hišām verlangt daraufhin seine Absetzung. Asad wird durch al‑Ḥakam ibn ʿAwāna al‑Kalbī vertreten und kehrt zu seinem Bruder nach Irak zurück. Nach Asads Entlassung übernimmt zunächst Aschras ibn ʿAbdallāh as‑Sulamī (727–730) die Statthalterschaft und setzt anfangs die versöhnliche Linie Asads fort. Später nimmt er diese Politik jedoch zurück, was in Transoxanien zu einem umfassenden Aufstand führt, der zusammen mit erneuten Türgesch‑Angriffen die arabische Präsenz fast vollständig auf das Gebiet um Samarqand reduziert. Aschras gelingt es, Buchara vorübergehend zurückzugewinnen, doch sein Nachfolger Dschunaid ibn ʿAbd ar‑Raḥmān al‑Murrī führt die Armee 731 in das Desaster der „Schlacht der Engstelle“, das die chorasanische Streitmacht schwer trifft. Bis zu Dschunaids Tod 734 schrumpfen die muslimischen Besitzungen in Transoxanien auf Buchara und Teile Tucharistans.
  • 726: Asad: Im lokalen Adel spielt Asad auch als Bekehrer eine Rolle: Saman Ḫudā, der Ahnherr der späteren Samaniden‑Dynastie, soll unter seinem Einfluss zum Islam übertreten; Samans ältester Sohn erhält zu Ehren des Gouverneurs den Namen Asad. 726 lässt Asad die Stadt Balch, die Qutayba ibn Muslim nach einem Aufstand zerstört hat, wiederaufbauen und verlegt die arabische Garnison von Barukhan dorthin. Etwa zur gleichen Zeit nimmt Asad nach fast einem Jahrzehnt wieder regelmäßige Gesandtschaften an den chinesischen Hof auf. Dieser Schritt ist deutlich mit der Türgesch‑Bedrohung verknüpft, da die Türgesch als chinesische Vasallen gelten und von den Transoxaniern als Werkzeuge des chinesischen Kaisers gesehen werden, die sie von der arabischen Herrschaft befreien sollen. Asad gründet zudem das Dorf Asadābād nahe Nischapur, das in der Hand seiner Nachkommen bis in die Zeit der Tahiriden bleibt.
  • 725: Asad: In den Jahren 725/726 (107 AH) führt Asad einen Feldzug gegen Namrūn, den König von al‑Gharšistān nordöstlich von Herat, zwingt ihn zur Unterwerfung und zum Übertritt zum Islam und unterwirft anschließend das Gebiet von Ghur im heutigen Zentralafghanistan. Im folgenden Jahr zieht er nach Chuttal in Tucharistan; dort erscheint auf Bitte des lokalen Herrschers al‑Sabāl der Türgesch‑ḫāqān, der Oberherr der Türgesch. Die Überlieferung ist uneinheitlich: Nach einer Version zieht sich Asad über den Oxus zurück und setzt im nächsten Jahr seine erfolgreichen Operationen in Ghur fort, nach einer anderen Version erleidet er eine schwere Niederlage gegen die Türgesch. Insgesamt bleiben seine Feldzüge dieser ersten Amtszeit militärisch nur mäßig erfolgreich und beseitigen vor allem nicht die zunehmende Türgesch‑Gefahr. Parallel versucht Asad, die einheimische Bevölkerung für die muslimische Herrschaft zu gewinnen. Er setzt, in der Nachfolge seines Vorgängers, als Steuerbeamte Männer ein, die für ihre Ehrlichkeit bekannt sind, und bemüht sich, die Diskriminierung der mawālī, der einheimischen Konvertiten, zu beenden, indem er die Erhebung der ǧizya von ihnen einstellen lässt. Diese Steuerpolitik stößt auf heftigen Widerstand der arabischen Siedler in Chorasan. Gleichwohl kann die Maßnahme nach Einschätzung von Khalid Yahya Blankinship dazu beitragen, die Türken einige Jahre lang abzuschrecken, weil sie die Bevölkerung Transoxaniens eher auf die Seite der Muslime zieht. Trotz Asads Bemühungen und seiner guten Beziehungen zur iranischen Grundbesitzerschicht der dihqāne bleibt die Steuerlast für die Untertanen sehr hoch. Die Habgier und Grausamkeit arabischer wie iranischer Steuereintreiber macht Chorasan zu einem fruchtbaren Feld für die Propaganda schiitischer und abbasidischer Missionare der haschimitischen Bewegung.
  • 724: Asad ibn ʿAbdallāh al-Qasrī gehört zum Qasr‑Clan, einer Untergruppe des Stammes der Badschila. Sein Urgroßvater Asad ibn Kurz al‑Qasrī gilt nach einem Teil der Überlieferungen als Stammesführer der Badschila zur Zeit des Propheten Mohammed und als einer seiner Gefährten. Andere, familienfeindliche Traditionen behaupten dagegen, dieser Ahnherr sei ein jüdischer entflohener Sklave. Asads Großvater Yazīd unterstützt früh und prominent die Umayyaden im Ersten Fitna, während Asads Vater ʿAbdallāh im Zweiten Fitna auf die Seite Ibn az‑Zubairs tritt, später aber von Kalif ʿAbd al‑Malik begnadigt wird. Als Hišām ibn ʿAbd al‑Malik 724 den Thron besteigt, ernennt er Asads Bruder Chālid al‑Qasrī zum Statthalter des Irak mit Verantwortung für den gesamten islamischen Osten. Chālid setzt seinen Bruder Asad als Gouverneur von Chorasan ein; die beiden Brüder gelten damit nach Patricia Crone als zwei der hervorstechendsten Persönlichkeiten der marwanidischen Umayyadenzeit. Asad übernimmt 724 das Amt des Gouverneurs von Chorasan und verfolgt zunächst eine Politik der Konsolidierung mit begrenzter militärischer Aktivität. Er konzentriert sich darauf, die Oberhoheit über kleinere lokale Machthaber durchzusetzen und eine direkte Konfrontation mit den Türgesch zu vermeiden, die mit lokalen Fürsten zusammenarbeiten und die Araber über den Oxus zurückzudrängen drohen.
  • 724: Statthalter Muslim ibn Sa'id al-Kilabi (Chorasan, 723–724)
  • 724: Nasr führt ein mudaritisches Heer gegen Balkh, weil dort yamanitische Truppen den Dienst im Feldzug gegen Farghana verweigern. Seine Truppen, verstärkt durch Kontingente aus dem hephthalitischen Fürstentum Chaghaniyan, treffen die Yaman in Baruqan und schlagen sie.
  • 705: Nasr ibn Sayyār wird um 663 geboren und gehört zum arabischen Stamm der Kināna. Schon früh wächst er in einem Milieu auf, in dem militärische Dienste im Osten des Kalifats wichtig sind. Um 705 nimmt Nasr an einem Feldzug entlang des oberen Oxus unter Salih, dem Bruder Qutayba ibn Muslims, teil. Für seine Leistungen erhält er ein ganzes Dorf in dieser Region als persönliche Zuteilung.

TURK-SCHAHI

ZWEITES TÜRK-KAGANAT

TÜRGESCH

  • Kagan Suluk (715–738)
    Nach der Niederlage von Kharistan im Vorjahr zieht sich Suluk nach Suyab beziehungsweise in das Kernland der Türgesch zurück. 737 oder 738 wird er dort von seinem Verwandten und General Baga Tarkhan ermordet, der sich gegen seine Herrschaft stellt.
  • Kagan Kut Chor (738–739)
    Nach dem Tod bzw. Sturz seines Vaters wird Kut Chor von Tumodu in Suyab auf den Thron gesetzt. Dabei stützen ihn die "Schwarzen Türgesch" und sein Bruder Ton Apa Yabgu.​ Als Hauptgegner im Türgesh-Reich treten Baga Tarkhan und Erwei (Erbey) Tegin in Taraz auf. Zwischen den von Kut Chor geführten Gruppen und diesen Rivalen besteht ein Machtkampf um die Vorherrschaft.​
  • Fortsetzung 739

INDIEN

Kaschmir

Pratihara

Malla

Chauhan-Dynastie

Chalukya

Westliche Ganga-Dynastie

Pallava

Anuradhapura

  • König Kassapa III. (732-738)
  • König Mahinda I. (738–741)
    Mahinda I., genannt Midel, folgt seinem Bruder Kassapa III. auf den Thron. Mahinda I gilt als bescheidener und gefühlvoller Mensch, der wegen seiner Trauer über den Tod seines Freundes und möglichen Geliebten Nīla die Krone nicht tragen will, mit dem er eine sehr enge Beziehung hat. Trotz dieser Trauer erfüllt er seine königlichen Pflichten weiterhin gewissenhaft, verzichtet aber bewusst auf die üblichen Freuden und Genüsse des Königsamtes, denn er regiert das Land unter dem Titel Adipada, also als eine Art Gouverneur, statt alle Insignien des Königtums zu nutzen. Er erhebt seinen Neffen Prinz Aggabodhi, den Sohn seines Bruders Kassapa III., zum Yuva Raja (Sub-König) und überträgt ihm die Verwaltung des östlichen Landesteils. Seinen eigenen Sohn betraut er mit der Verwaltung von Ruhuna (Rohana-Distrikt) im Süden des Reiches. Während seiner Herrschaft lässt Mahinda I. im Mahapali Dana Sala (Almosenhalle) zehn Wagenladungen Almosen verteilen. Außerdem errichtet er ein Vihara (Tempel) und ein Meheni Aramaya (Kloster für Bhikkunis) und stattet diese Einrichtungen mit den Einkünften aus zwei Dörfern aus.
  • Fortsetzung 741

TIBET

CHINA

(57./58. Zyklus - Jahr des Erde-Tigers; am Beginn des Jahres Feuer-Büffel)

Tang-Dynastie

  • Kaiser Xuanzong (712–756)
    Der Kronprinz Li Heng hat aufgrund von politischen Machtkämpfen, insbesondere mit dem Kanzler Li Linfu, schwere Zeiten. Mehrere seiner Verbündeten werden verbannt oder zum Selbstmord gezwungen, und auch seine Beziehungen zu einigen seiner Ehefrauen und deren Familien werden durch Intrigen belastet. Der berühmte General An Lushan weigert sich zunächst, ihm Respekt zu zollen und sorgt für weitere Spannungen.
  • Fortsetzung 742

KOREA

Silla

Balhae

JAPAN

  • Tennō Shōmu (724–749)
    Shōmu bestimmt Abe als erste Kronprinzessin Japans, was im Hof für Kontroversen sorgt. Abe erhält Unterricht in chinesischen Klassikern vom Gelehrten Kibi no Makibi und tritt 743 mit dem Gosechi-Tanz vor ihren Eltern auf.​
  • Fortsetzung 740

QUELLEN

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07.10.2023 Artikel eröffnet

11.11.2023 Grundstock erstellt

12.12.2025 Grunstock ergänzt

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