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-354: Unterschied zwischen den Versionen

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==LEXIKON==
==WELTALL==
*beim nächsten Eintrag [[-353#WELTALL | Fortsetzung 353]]


[http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus '''Dion von Syrakus''']
==GERMANEN==
*Dion von Syrakus (* 409 v. Chr.; † 354 v. Chr. in Syrakus) war ein griechischer Politiker auf Sizilien und Freund des Philosophen Platon. Als Vertrauter, Schwager und Schwiegersohn des Tyrannen Dionysios I. gehörte Dion zu den maßgeblichen Persönlichkeiten seiner Heimatstadt Syrakus, die damals einen großen Teil Siziliens beherrschte. Unter Dionysios II., dem Sohn und Nachfolger des Tyrannen, versuchte er seinen Einfluss zu wahren und mit Platons Hilfe zu festigen, wurde aber vom Herrscher in die Verbannung geschickt. Es gelang ihm, mit einer in Griechenland angeworbenen Söldner­streitmacht Dionysios II. zu stürzen und selbst die Staatsführung zu übernehmen. In den folgenden Machtkämpfen verlor er aber an Rückhalt in der Bevölkerung, wurde tyrannischer Bestrebungen verdächtigt und büßte auch die Unterstützung der Oberschicht ein. Er geriet in zunehmende Isolation und wurde schließlich ermordet. Damit scheiterte sein Versuch, eine neue Verfassung einzuführen. Inwieweit er sich von Prinzipien der platonischen Staatstheorie leiten ließ, ist umstritten. Die Nachwelt hat ihn meist als Musterbeispiel eines an der Realpolitik tragisch gescheiterten Idealisten betrachtet. In der modernen Forschung machen sich aber kritischere Einschätzungen geltend. (Artikel des Tages)


[http://de.wikipedia.org/wiki/Kritias_(Platon) '''Kritias (Platon)''']
*beim nächsten Eintrag [[-350#GERMANEN | Fortsetzung 350]]
*um 354 v. Chr.: Platon bricht die Arbeit an seinem Dialog Kritias ab, der damit Fragment bleibt.


[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Guiling '''Schlacht von Guiling''']
==KELTEN==
*Die Schlacht von Guiling wird zwischen den Staaten Qi und Wei in der Zeit der Streitenden Reiche ausgetragen.
 
*Beim nächsten Eintrag: [[-280#KELTEN | Fortsetzung 280]]
 
==RÖMISCHE REPUBLIK==
(ab urbe condita CD = 400)
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus '''Konsul Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus (1. Amtszeit)'''] <br />Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus bekleidet erstmals das Konsulat.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Popillius_Laenas_(Konsul_359_v._Chr.) Konsul Marcus Popillius Laenas (3. Amtszeit?)] <br />Für das Jahr 354 berichtet Titus Livius, dass einige Annalisten einen Konsul mit dem Namen Marcus Popillius nennen, der meist mit Marcus Popillius Laenas identifiziert wird. Wäre diese Identifizierung richtig, ist zum dritten Mal Konsul, doch eine andere von Livius überlieferte Tradition und die sonstige Überlieferung nennen stattdessen Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus, während der andere Konsul jedenfalls Marcus Fabius Ambustus ist.
*Die Samniten im Süden Italiens schließen einen Vertrag mit der Römischen Republik, in dem der Fluss Liris als Grenze zwischen den beiden Völkern festgelegt wird. Das Zweckbündnis, um sich gegen die Kelten und gegen die umliegenden Völker behaupten zu können, hält allerdings nur bis ins Jahr 343 v. Chr., in dem der erste der Samnitenkriege ausbricht.
*[[-353#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 353]]
 
*'''355:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Konsul Gaius Sulpicius Peticus (3. Amtszeit)] 356 v. Chr. ist Sulpicius einer der Interreges, die die Wahlen für das folgende Jahr durchführen, und wirkt daran mit, dass entgegen den Licinisch‑Sextischen Gesetzen wieder zwei Patrizier zu Konsuln gewählt werden. Er gehört selbst zu den Gewählten und tritt 355 v. Chr. sein drittes Konsulat an, das er gemeinsam mit seinem früheren Magister equitum Marcus Valerius Poplicola ausübt. Beide Konsuln geraten in heftige Konflikte mit den Volkstribunen, weil sie für das nächste Jahr erneut die Wahl zweier patrizischer Konsuln durchsetzen wollen, und setzen ihren Plan trotz starken Widerstands durch. Für das Jahr 355 v. Chr. berichten einige römische Historiker nach Livius, beide Konsuln zögen gegen die Tiburtiner ins Feld und eroberten ohne größere Mühe die Stadt Empulum. Andere Quellen schreiben diese Unternehmung allein Valerius zu, während Sulpicius gleichzeitig gegen die Etrusker von Tarquinii kämpft. [[-354#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 354]]
*'''356:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Marcius_Rutilus '''Diktator Gaius Marcius Rutilus'''] 356 v. Chr. wird er zum Diktator ernannt, um eine Invasion der Etrusker abzuwehren, die in das römische Gebiet eindringt. Er greift das etruskische Heer in seinem Feldlager überraschend an, schlägt es, vertreibt die Etrusker aus dem römischen Territorium und erhält dafür auf Wunsch des Volkes, gegen den Willen des Senats, einen Triumphzug.
*'''356:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Popillius_Laenas_(Konsul_359_v._Chr.) Konsul Marcus Popillius Laenas (2. Amtszeit)] Im folgenden Jahr 356 v. Chr. ist Marcus Popillius Laenas zum zweiten Mal Konsul und hat Marcus Fabius Ambustus zum Amtskollegen. Er führt erneut Krieg gegen die Tiburtiner, treibt sie in ihre Städte zurück und verwüstet ihre Felder.
*'''357:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Marcius_Rutilus '''Konsul Gaius Marcius Rutilus (1. Amtszeit)'''] Vor 357 v. Chr. gehört Gaius Marcius Rutilus der plebejischen Familie der Marcier an und macht eine politische Karriere, die ihn für höhere Ämter qualifiziert. 357 v. Chr. wird er zum ersten Mal zum Konsul gewählt und tritt als römischer Konsul in das höchste ordentliche Staatsamt ein.
*'''357:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Popillius_Laenas_(Konsul_359_v._Chr.) Ädil Marcus Popillius Laenas] Vermutlich in seiner Eigenschaft als Ädil verurteilt Marcus Popillius Laenas 357 v. Chr. Gaius Licinius Stolo zu einer Geldbuße. Anlass ist der Vorwurf, Stolo habe sein eigenes Ackergesetz verletzt, das den Höchstbesitz an Staatsland auf 500 Iugera begrenzt und mit dem er sich stark für die Gleichberechtigung der Plebejer eingesetzt hat.
*'''358:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Diktator Gaius Sulpicius Peticus] In denselben Jahren nehmen nach einer etwa dreißigjährigen Pause die Angriffe der Gallier auf Mittelitalien wieder ihren Anfang. 358 v. Chr. wird Sulpicius nach Livius wegen eines Galliereinfalls zum Diktator ernannt und wählt Marcus Valerius Poplicola zu seinem Magister equitum, während Polybios demgegenüber berichtet, die Römer wagten nicht, sich den Galliern zu stellen. Sulpicius zögert den entscheidenden Kampf zunächst hinaus, was bei seinen Soldaten Unmut hervorruft, entschließt sich dann zur Schlacht und setzt dabei eine Kriegslist ein, die später auch andere römische Feldherren nachahmen; Appian überliefert dazu eine abweichende, historisch wohl ebenfalls wenig zuverlässige Darstellung und nennt die Boier als Gegner. Nachdem Sulpicius die Gallier deutlich besiegt hat, feiert er nach Livius einen Triumph über sie und stiftet einen bedeutenden Goldbetrag aus der Beute als Weihgabe auf dem Kapitol; nach den Acta Triumphalia handelt es sich dabei bereits um seinen zweiten Triumph.
*'''359:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Popillius_Laenas_(Konsul_359_v._Chr.) '''Konsul Marcus Popillius Laenas (1. Amtszeit)'''] 359 v. Chr. erreicht Marcus Popillius Laenas zum ersten Mal das Konsulat und teilt es mit Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus. Beide Konsuln wehren gemeinsam einen plötzlichen nächtlichen Angriff der Tiburtiner auf Rom erfolgreich ab. Er bekleidet außerdem das Priesteramt eines flamen Carmentalis. Während seines ersten Konsulats führt er in dieser priesterlichen Funktion gerade ein Staatsopfer durch, als er von einem Aufruhr der Volksmenge gegen den Senat erfährt. Noch in seinen priesterlichen Mantel, die laena, gehüllt, eilt er zur rebellischen Plebs und beruhigt sie durch seine Autorität und Redegabe. Cicero erklärt aus dieser Episode irrtümlich die Entstehung des Beinamens Laenas, während dieser Name in Wirklichkeit wohl ein ursprünglich etruskischer Gentilname ist, der sich im Laufe der Zeit zu einem Cognomen wandelt.
*'''360:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] Im Jahr 360 v. Chr. ist der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus magister equitum. Er setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
*'''361:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Konsul Gaius Sulpicius Peticus (2. Amtszeit)] 361 v. Chr. erreicht Sulpicius zum zweiten Mal das Konsulat, diesmal gemeinsam mit Gaius Licinius Stolo. Livius berichtet, dass die Kämpfe gegen die Herniker wiederaufgenommen werden, beide Konsuln erfolgreich auf feindliches Gebiet vorrücken und die Stadt Ferentinum in Latium erobern; wahrscheinlich schreiben die Triumphalakten Sulpicius für diese Erfolge einen, bei Livius nicht ausdrücklich erwähnten, Triumph zu.
*'''361:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus gehört zur gens Quinctia. Im Jahr 361 v. Chr. übernimmt er das Amt des Diktators in Rom. Er führt ein erfolgreiches Gefecht gegen die Gallier und erhält dafür einen Triumphzug.
*'''361:''' 361 v. Chr. dient Titus Manlius Imperiosus Torquatus als Militärtribun im Heer des Konsuls Titus Quinctius Poenus Capitolinus Crispinus gegen die Gallier am Anio. Ein riesenhafter Gallier fordert die Römer zum Zweikampf heraus, doch lange wagt niemand anzutreten, bis Titus mit Zustimmung des Konsuls hervortritt. Obwohl körperlich unterlegen, tötet er den Gallier mit Hieben in Bauch und Unterleib, nimmt dem Toten das Halsgeschmeide (torc) ab und legt es sich um den eigenen Hals, woraus sich sein Beiname Torquatus ableitet, der später an seine Nachkommen weitergegeben wird.
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Legat Gaius Sulpicius Peticus] 362 v. Chr. wirkt der ehemalige Konsul Sulpicius nach der wohl zutreffenden livianischen Überlieferung als Legat des plebejischen Konsuls Lucius Genucius Aventinensis im Krieg gegen die Herniker. Als der Konsul im Kampf fällt, schlägt Sulpicius einer Tradition zufolge einen Angriff der Herniker auf das römische Lager zurück, noch bevor der Diktator Appius Claudius Crassus Inregillensis mit seinen Truppen eintrifft.
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Appius_Claudius_Crassus_(Konsul_349_v._Chr.) Diktator Appius Claudius Crassus] Im Jahr 362 v. Chr., nach dem Tod des plebejischen Konsuls des Jahres, wird Claudius zum Diktator ernannt. Er führt Feldzüge gegen die Herniker, erzielt einige Erfolge, erleidet dabei aber selbst schwere Verluste; Oakley hält auch diese Diktatur für zweifelhaft, während Ferenczy sowohl das Amt als auch den Feldzug für historisch akzeptiert.
*'''363:''' Titus Manlius Imperiosus Torquatus wächst als Angehöriger der alten patrizischen gens Manlia in Rom auf und gilt später als einer der frühen Helden der Republik. Sein Vater, Lucius Manlius Capitolinus Imperiosus, wird 363 v. Chr. zum Diktator ernannt, angeblich um religiöse Pflichten zu erfüllen, beginnt aber stattdessen mit Kriegsrüstungen. Dies ruft starken Widerstand der Volkstribunen hervor, und nach dem Rücktritt des Vaters wird gegen ihn ein Prozess vorbereitet, in dem man ihm auch vorwirft, den stotternden Titus von Rom verbannt und zur Landarbeit gezwungen zu haben. Titus erfährt von der drohenden Anklage und geht noch im selben Jahr zum Haus des Tribunen Marcus Pomponius, wo man von ihm weitere Belastungen des Vaters erwartet. Als man ihn unter vier Augen einlässt, zieht er ein verborgenes Messer, droht dem Tribunen mit dem Tod und zwingt ihn, öffentlich zu schwören, keine Volksversammlung zur Anklage seines Vaters abzuhalten, was Pomponius dann auch tut. Durch diese als vorbildliche kindliche Pietät gedeutete Tat gewinnt Titus Ansehen und wird noch im selben Jahr zum Militärtribunen gewählt.
*'''364:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus '''Konsul Gaius Sulpicius Peticus (1. Amtszeit)'''] 364 v. Chr. bekleidet Sulpicius sein erstes Konsulat zusammen mit Gaius Licinius Calvus, wie die Fasti Capitolini bezeugen, während die Darstellung bei Livius, die Gaius Licinius Stolo als Kollegen nennt, als weniger zuverlässig gilt. In diesem Jahr herrscht in Rom eine schwere Pest, und zur Besänftigung der Götter werden erstmals etruskische Bühnenspiele aufgeführt.
*'''364:''' Marcus Popillius Laenas ist im 4. Jahrhundert v. Chr. ein zum plebejischen Geschlecht der Popillier gehöriger Politiker der Römischen Republik und wird vier- oder fünfmal Konsul (359, 356, möglicherweise 354, 350 und 348 v. Chr.). Sein Vater trägt nach den Triumphalfasten ebenfalls das Pränomen Marcus, sein Großvater heißt Gaius. Das erste sicher bezeugte Amt seines cursus honorum ist die kurulische Ädilität, die er 364 v. Chr. innehat, kurz nachdem dieses Amt zwei Jahre zuvor eingeführt worden ist. Als kurulischer Ädil veranstaltet er gemeinsam mit seinem Amtskollegen die ersten ludi scaenici (Theaterspiele) in Rom.
*'''366:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Zensor Gaius Sulpicius Peticus] Gaius Sulpicius Peticus ist in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. ein bedeutender Politiker der römischen Republik aus der patrizischen gens Sulpicia; sein Vater heißt Marcus, sein Großvater Quintus. Sein erstes sicher fassbares Auftreten in den Quellen ist 380 v. Chr., als er als Konsulartribun amtiert. 366 v. Chr., im Jahr, in dem mit Lucius Sextius Sextinus Lateranus erstmals ein Plebejer das Konsulat innehat, ist Sulpicius Zensor und legt sein Amt nieder, weil sein Amtskollege während der laufenden Zensur stirbt und die religiösen Vorschriften seinen Rücktritt verlangen.
*'''368:''' Appius Claudius Crassus Inregillensis ist vermutlich Sohn von Claudius Crassu und hält im Senat eine Rede, in der er sich erfolglos gegen den Vorschlag wendet, das Konsulat für Plebejer zu öffnen. Der Althistoriker Oakley verwirft jedoch die Historizität dieser Rede, da weder Livius noch seine Quellen über authentische Belege verfügen können und die plebeierfeindliche Haltung der Claudier ein wiederkehrendes Stereotyp der Überlieferung bildet.
 
==ILLYRER==
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pleuratus_I König Pleuratus I. (356–335)] <br />
 
*'''356:''' Pleuratus I. [[-344#ILLYRER | Fortsetzung 344]]
 
==GRIECHEN==
(2./3. Jahr der 106. Olympiade)
 
'''Tarent'''
 
*'''361:''' Archytas: Die Verbindung zu Platon gewinnt 361 entscheidende Bedeutung, als Platon beim Tyrannen Dionysios II. von Syrakus in Ungnade fällt, in Lebensgefahr gerät und [[http://de.wikipedia.org/wiki/Archytas_von_Tarent Archytas] um Hilfe bittet. Archytas reagiert auf Platons Hilferuf, veranlasst die Tarentiner, eine Gesandtschaft nach Syrakus zu entsenden, und bewirkt, dass Platon die Erlaubnis zur sicheren Abreise erhält, wodurch er dessen Leben rettet. Während dieser Zeit bleibt Archytas selbst politisch einflussreich, gerät aber in Syrakus in Konflikte mit Dionysios und fällt zeitweise in Ungnade, wobei die Details der Auseinandersetzungen in den Quellen nur angedeutet überliefert sind. Nach Platons Rettung setzt Archytas seine Tätigkeit als führender Staatsmann und Stratege Tarents sowie des Bundes fort und verteidigt die griechischen Siedlungen weiter gegen italische Gegner. [[-350#GRIECHEN | Fortsetzung 350]]
*'''388:''' Archytas: Während seiner politischen Karriere pflegt [[http://de.wikipedia.org/wiki/Archytas_von_Tarent Archytas] enge Beziehungen zu anderen führenden Griechen der Zeit. Um 388 v. Chr. begegnet er Platon auf dessen erster Italienreise, nimmt ihn als Gastfreund auf und begründet eine persönliche Freundschaft.
 
'''Syrakus'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion von Syrakus (55)] <br />Dions eigene Mittel sind erschöpft, er versucht durch Konfiskation von Gütern seiner Gegner und durch Beiträge seiner Anhänger den Sold aufzubringen. Rückstände in der Soldzahlung erzeugen Unmut in der Bevölkerung und schwächen sogar die Loyalität der Söldner, die die Aussichtslosigkeit der Lage erkennen. Der athenische Offizier Kallippos, einst Dions Gastfreund und Vertrauter, nutzt diese Situation und organisiert einen Staatsstreich. Seine Anhänger besetzen Schlüsselstellungen, dringen in Dions Haus ein und ermorden ihn in Syrakus, wobei keiner der anwesenden Freunde oder Leibwächter eingreift. Kallippos rechtfertigt die Tat als Tyrannenmord und setzt sich als führender Politiker durch, ohne jedoch eine neue Tyrannis zu errichten; die demokratischen Institutionen bleiben formal bestehen. Der Kampf gegen die verbliebenen Anhänger Dionysios’ II. auf Sizilien geht weiter. Dions Schwester Aristomache und seine Gattin Arete werden nach seinem Tod inhaftiert, wobei Arete wahrscheinlich noch im Gefängnis einen Sohn zur Welt bringt. Sie hat bereits einen Sohn namens Hipparinos; aus Furcht vor möglichen dynastischen Ansprüchen dionischer Parteigänger hält das Regime beide Frauen fest, lässt sie nach dem Sturz des Kallippos frei und nach Griechenland bringen, wo sie jedoch auf der Überfahrt umkommen. <br />In der Antike entsteht ein umfangreiches, zum größten Teil verlorenes Schrifttum über Dion, dessen Urteile zwischen Bewunderung und Kritik schwanken. Wegen Platons Autorität setzt sich langfristig eine sehr positive, idealisierende Sicht durch, in der Dion als patriotischer Philosoph erscheint. In der dionfreundlichen Tradition wird Dion in einem Platon zugeschriebenen Epigramm als ruhmreicher Sieger über die Tyrannis gefeiert, dessen Hoffnungen durch Daimonen zerstört werden. Der siebte Brief Platons schildert Dion als Mann, der Syrakus und ganz Sizilien von Knechtschaft befreien und mit den besten Gesetzen versehen will, um den platonischen Idealstaat soweit möglich zu verwirklichen. Der vierte platonische Brief mahnt Dion zur Mäßigung seiner Ruhmsucht und warnt vor der Isolation, die aus Selbstherrlichkeit folgt, was zeigt, dass selbst ihm wohlgesinnte Platoniker seine mangelnde Konzilianz problematisch finden. Aristoteles stellt Dion in der Politik als beispielhaften Kämpfer gegen die Tyrannis dar, der nicht Reichtum oder Macht, sondern Ruhm sucht und dafür sein Leben riskiert, und erwähnt beiläufig seine Verachtung gegenüber dem trunksüchtigen Dionysios II. Weitere platonische und spätere Autoren wie Aischines von Sphettos, Timonides von Leukas, Diodor, Cicero, Valerius Maximus, Plutarch und Arrian zeichnen überwiegend ein vorteilhaftes Bild, wobei Plutarch zugleich Dions Schroffheit und Strenge hervorhebt und als Feldzugsmotiv eine persönliche Kränkung annimmt. Timonides’ Bericht, auf dem Plutarch wohl weitgehend beruht, ist jedoch ausdrücklich parteiisch zugunsten Dions. Parallel dazu entsteht eine dionfeindliche Tradition, deren Werke – etwa von Philistos, Athanis von Syrakus und Kallippos – verloren sind. Philistos interpretiert Dion aus tyrannenfreundlicher und karthagerfeindlicher Perspektive als Verräter, Athanis und andere Gegner betonen seine Machtpolitik und die Sicht der Anhänger des Herakleides. Spuren dieser dionfeindlichen Sicht finden sich bei Cornelius Nepos, der Dions anfängliche Tugend lobt, ihm aber später willkürliche und harte Maßnahmen vorwirft und sein Scheitern als Folge tyrannischer Methoden deutet. Athenaios berichtet, Dion sei getötet worden, als er selbst nach der Tyrannenherrschaft strebt. <br />Artikel des Tages: Dion von Syrakus (* 409; † 354 in Syrakus) war ein griechischer Politiker auf Sizilien und Freund des Philosophen Platon. Als Vertrauter, Schwager und Schwiegersohn des Tyrannen Dionysios I. gehörte Dion zu den maßgeblichen Persönlichkeiten seiner Heimatstadt Syrakus, die damals einen großen Teil Siziliens beherrschte. Unter Dionysios II., dem Sohn und Nachfolger des Tyrannen, versuchte er seinen Einfluss zu wahren und mit Platons Hilfe zu festigen, wurde aber vom Herrscher in die Verbannung geschickt. Es gelang ihm, mit einer in Griechenland angeworbenen Söldner­streitmacht Dionysios II. zu stürzen und selbst die Staatsführung zu übernehmen. In den folgenden Machtkämpfen verlor er aber an Rückhalt in der Bevölkerung, wurde tyrannischer Bestrebungen verdächtigt und büßte auch die Unterstützung der Oberschicht ein. Er geriet in zunehmende Isolation und wurde schließlich ermordet. Damit scheiterte sein Versuch, eine neue Verfassung einzuführen. Inwieweit er sich von Prinzipien der platonischen Staatstheorie leiten ließ, ist umstritten. Die Nachwelt hat ihn meist als Musterbeispiel eines an der Realpolitik tragisch gescheiterten Idealisten betrachtet. In der modernen Forschung machen sich aber kritischere Einschätzungen geltend.
*[[-353#GRIECHEN | Fortsetzung 353]]
 
*'''355:''' Dionysios:  355 v. Chr. kapituliert diese Besatzung gegen freien Abzug. Apollokrates begibt sich zu seinem Vater aufs Festland. Dionysios II. zieht sich nach Lokroi, die Heimatstadt seiner Mutter Doris, zurück und versucht von dort, den Rest seines früheren Herrschaftsbereichs in Unteritalien und auf Sizilien zu behaupten. In Lokroi wird er zunächst bereitwillig aufgenommen, beginnt dann aber selbst als Tyrann zu herrschen. Feindlich gesinnte antike Quellen schreiben ihm in Lokroi brutale Gewalttaten zu. [[-353#GRIECHEN | Fortsetzung 353]]
*'''356:''' Dion: In Syrakus wachsen unterdessen die Spannungen zwischen Dions Anhängern und jenen Kreisen, die ihn verdächtigen, eine neue Tyrannis anstreben zu wollen. Dions aristokratische Herkunft, sein Reichtum, seine lange Nähe zur Tyrannenfamilie und seine Weigerung, das Grab des Dionysios I. zu zerstören, erregen demokratisch gesinnte Misstrauen. Diese Gegner finden in Herakleides, dem populären Flottenbefehlshaber, einen Wortführer, der sich zunehmend als Rivale Dions profiliert. 356 v. Chr. beschließt die Volksversammlung eine Neuverteilung des Grundbesitzes, die Einstellung der Soldzahlungen an Dions Söldner und die Wahl neuer Befehlshaber, unter denen Herakleides, nicht aber Dion ist. [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (63)] zieht sich mit seinen Söldnern nach Leontinoi zurück, dessen Bürger sich der syrakusanischen Kontrolle entziehen wollen. Die dort angesiedelten ehemaligen Söldner Dionysios’ I. und ihre Nachkommen nehmen Dion freundlich auf und verleihen seinen Söldnern das Bürgerrecht. Als Dionysios’ Feldherr Nypsios von Ortygia aus einen Überraschungsangriff startet, geraten die Syrakuser in große Bedrängnis. Vornehme Bürger („Ritter“) und Bundesgenossen drängen auf einen Hilferuf an Dion, da sie bei einem Sieg des Tyrannen ihre Unabhängigkeit gefährdet sehen. Eine Delegation erreicht Dion in Leontinoi, der sofort mit seinen Söldnern aufbricht. In Syrakus versuchen seine Gegner zunächst, seine Rückkehr durch Besetzung der Stadttore zu verhindern, doch nach einem noch verheerenderen Angriff des Nypsios mit Massakern und Bränden lässt die Bürgerschaft Dion einziehen. Dion schlägt die Truppen des Nypsios zurück, die sich wieder in die Festung Ortygia zurückziehen. Die Gegner Dions sind nun geschwächt, da sie die Krise militärisch nicht meistern konnten. Es kommt zu einer Machtteilung: Dion wird erneut zum Oberbefehlshaber zu Lande gewählt, Herakleides erhält das Kommando über die Flotte. Die Konflikte über Grundbesitzordnung und Verfassung bleiben jedoch ungelöst, und Dion setzt die Wiederherstellung der früheren Besitzverhältnisse durch. Nach weiteren wechselhaften Kämpfen zu Land und zur See wird die Lage für die Besatzung von Ortygia unhaltbar, man einigt sich auf freien Abzug, und Dions Familie wird freigelassen. Nun kontrolliert Dion ganz Syrakus. Dion beginnt, seine politischen Vorstellungen zu verwirklichen, lässt die syrakusanische Flotte als angeblich nicht mehr benötigte, demokratieanfällige Institution auflösen und beruft ein Synhedrion zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung ein. In diesem Kollegium sitzen neben Syrakusern auch Korinther aus der oligarchisch regierten Mutterstadt, was die Demokraten zusätzlich verstimmt. Dion versucht, Herakleides zu integrieren, indem er ihn in das Synhedrion beruft, doch Herakleides weigert sich, mitzuarbeiten, und setzt seine Agitation gegen Dion fort. Dions Weigerung, den Oberbefehl nach dem Sieg niederzulegen und die Festung zu zerstören, verstärkt den Verdacht, er wolle selbst Tyrann werden. Der Konflikt eskaliert, und Herakleides wird von Anhängern Dions ermordet, vermutlich mit dessen Billigung, wenn auch vielleicht ohne ausdrücklichen Befehl. Der Mord erzeugt ungeheures Aufsehen und bestärkt viele Syrakuser in der Überzeugung, dass Dion bereits faktisch eine Gewaltherrschaft ausübt. Das Synhedrion arbeitet zwar weiter und entwirft eine Verfassung mit überwiegend aristokratischen Elementen im Sinne Dions, doch der Rückhalt in der Bürgerschaft ist stark geschwunden. Die Finanzierung der Söldner, auf deren Loyalität seine Macht nun beruht, wird zum Hauptproblem, da sie nach dem Sieg über Dionysios militärisch nicht mehr benötigt werden und die Volksversammlung keine weiteren Soldzahlungen bewilligt.
*'''357:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_II._von_Syrakus Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit 367-357)] 357 v. Chr. fährt Dionysios II. mit seiner Flotte nach Unteritalien, weil er dort den Angriff Dions erwartet. Dion landet jedoch mit etwa 800 Mann auf fünf Schiffen im Westen Siziliens auf karthagischem Gebiet. Die Karthager unterstützen seinen Zug, und wie von Dion erhofft, bricht ein allgemeiner Aufstand aus. Dion nimmt Syrakus fast mühelos ein, nur die stark befestigte Stadtfestung auf der Insel Ortygia, das Machtzentrum des Tyrannen, bleibt in der Hand der Söldner Dionysios’. Dionysios II. kehrt nach Ortygia zurück und beginnt Verhandlungen mit Dion, die jedoch scheitern. Nach verschiedenen Kämpfen verliert Philistos, der Befehlshaber der Flotte des Tyrannen, eine Seeschlacht gegen die Syrakuser und kommt dabei ums Leben. Die Lage Dionysios’ wird aussichtslos, und er entkommt mit einigen Schiffen vom belagerten Ortygia. Ein Teil seiner Söldner bleibt unter dem Kommando seines ältesten Sohnes Apollokrates in der Festung Ortygia zurück.
*'''357:''' Dion: 357 v. Chr. sammelt [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (62)] auf Zakynthos etwa 800 Mann auf fünf Schiffen und setzt nach Sizilien über. Nach zwölf Tagen erreicht die kleine Flotte Kap Pachynos, wird durch einen Sturm abgetrieben, landet schließlich bei Herakleia Minoa im karthagischen Machtbereich, wo der Kommandant Synalos Dion verpflegt und logistisch unterstützt. Dionysios II. hält sich mit der Flotte in Süditalien auf, da er den Angriff von dort erwartet, und Dion nutzt seine Abwesenheit zum raschen Vormarsch. Mehrere Städte lösen sich von der Herrschaft Dionysios’ II., schließen sich Dion an, und sein Heer wächst auf einige tausend Mann, wobei die Bundesgenossen vor allem Autonomie anstreben. In Syrakus erhebt sich die Bevölkerung gegen den abwesenden Tyrannen, dessen Macht vor allem auf Söldnern beruht. Der Befehlshaber Timokrates flieht, die Syrakuser empfangen Dion begeistert und wählen ihn und seinen Bruder Megakles zu Heerführern mit unbeschränkter Vollmacht. Nur die Festung Ortygia auf der Insel vor der Stadt bleibt in den Händen der Söldner Dionysios’, zu der Dionysios II. zurückkehrt und Verhandlungen mit Dion aufnimmt. Eine Einigung scheitert, da Dions Forderungen und die Interessen des Tyrannen unvereinbar sind, obwohl Dionysios II. die in seiner Gewalt befindlichen Angehörigen Dions als Druckmittel benutzt. Ein überraschender Ausfall der Söldner des Tyrannen wird nach schweren Kämpfen zurückgeschlagen, doch bleibt Dionysios II. militärisch dank Philistos und seiner Flotte zunächst im Vorteil. Die Lage wendet sich, als aus Griechenland eine Flotte unter Herakleides eintrifft, der das Kommando über die syrakusanische Seemacht übernimmt. Herakleides schneidet Ortygia von der Seezufuhr ab, eine Seeschlacht endet mit dem Sieg der Syrakuser und dem Tod von Philistos. Dionysios II. versucht nun, durch Verhandlungen seinen freien Abzug und die Rettung eines Teils seiner Macht und seines Besitzes zu erreichen, scheitert aber am Selbstbewusstsein der siegreichen Syrakuser und entkommt schließlich mit einigen Schiffen und Schätzen aus Ortygia, ohne die Festung aufzugeben.
*'''357:''' Hiketas stammt aus Syrakus und ist enger Freund des Politikers Dion, der 357 mit einem Söldnerheer Syrakus erobert und die Herrschaft des Dionysios II. stürzt. Nach Dions Sieg entstehen schwere innenpolitische Konflikte; Dion gerät in den Verdacht, selbst nach der Tyrannis zu streben und verliert zunehmend Rückhalt.
*'''360:''' Dionysios: 360/359 v. Chr. reist Platon abermals ab, da jede Grundlage für eine Zusammenarbeit mit Dionysios fehlt und er selbst in den Verdacht gerät, mit der Opposition zu sympathisieren. Spätestens nach diesem Scheitern sieht Dion keine Möglichkeit zur Versöhnung mehr und beginnt, gegen Dionysios II. zu agitieren. In den folgenden Jahren wirbt Dion Söldner für einen Feldzug gegen Dionysios an. Er rechnet damit, dass Dionysios allgemein verhasst ist und deshalb ein Aufstand ausbrechen wird, weshalb er eine relativ kleine Streitmacht für ausreichend hält.
*'''360:''' Dion: Platon erreicht nichts und reist 360 v. Chr. wieder ab. Auf der Heimreise trifft er [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (49)] in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
*'''361/360:''' Agathokles wird in Thermai auf Sizilien geboren. Schon früh beginnt Agathokles eine militärische Laufbahn und dient zunächst als Soldat, später als Offizier in Syrakus
*'''361:''' Dionysios: 361 v. Chr. bewirkt Dionysios II. eine dritte Sizilienreise Platons, weil er den Philosophen für sich gewinnen will. Platon verfolgt nun vor allem das Ziel, für Dion eine Begnadigung und Rückkehr zu erreichen. Der Tyrann stellt eine Heimkehrerlaubnis für Dion in Aussicht, zieht sie aber spätestens dann zurück, als er Berichte erhält, Dion arbeite mit Platons Schülern an seinem Sturz. Statt Dion zu begnadigen, lässt Dionysios II. dessen Besitz in Syrakus konfiszieren.
*'''361:''' Dion: [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (48)] hofft weiterhin auf Rückkehr und Rehabilitation. 361 v. Chr. reist Platon auf Drängen Dionysios’ II. ein drittes Mal nach Sizilien, um einerseits dem Tyrannen zu gefallen, andererseits Dion zu helfen, und bringt mehrere Schüler mit, darunter Speusippos und Xenokrates. Speusippos erkundigt sich in Syrakus nach der Stimmung der Bürgerschaft und prüft die Chancen eines gewaltsamen Sturzes der Tyrannis, was das Misstrauen Dionysios’ II. weckt. Dionysios II. konfisziert daraufhin Dions in Syrakus verbliebenen Besitz und befiehlt seiner Halbschwester Arete, Dions Frau, die Ehe aufzulösen und seinen Günstling Timokrates zu heiraten, womit eine Versöhnung mit Dion faktisch ausgeschlossen ist.
*'''365:''' Dionysios:  365/364 v. Chr. reist Platon aus Syrakus ab, da er nach Dions Verbannung keine Möglichkeit mehr sieht, sein politisches Reformprojekt zu verwirklichen. Dionysios II. schließt in der Folge Frieden mit den Karthagern.
*'''365:''' Dion: 365 v. Chr. reist Platon wieder ab, nachdem Dionysios II. eine Begnadigung Dions in Aussicht gestellt hat. In Griechenland empfängt man [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (44)] freundlich; aus seinen syrakusanischen Einkünften verfügt er über erhebliche Mittel, tritt glänzend auf, gewinnt Sympathien in Korinth, erhält in Sparta das Bürgerrecht und tritt in Athen in Platons Akademie ein. In Athen wohnt er bei Kallippos, mit dem er sich in die eleusinischen Mysterien einweihen lässt und der später sein Mörder wird.
*'''366/365:''' Timoleon: Mitte der 360er Jahre nimmt Timophanes mit Gewalt die Akropolis von Korinth in Besitz und macht sich faktisch zum Tyrannen. Timoleon, sein Bruder und um 411 geboren, hat ihm zuvor in einer Schlacht das Leben gerettet und ihn wiederholt gebeten, auf die Tyrannis zu verzichten. Als Timophanes nicht einlenkt, beteiligt sich Timoleon an dessen Ermordung, um die Tyrannis zu beenden. Viele Korinther billigen dies als patriotische Tat, doch seine Mutter verflucht ihn, und ein Teil der Mitbürger reagiert empört. Unter dem Eindruck des Brudermords zieht sich Timoleon aus Politik und öffentlichem Leben zurück. Dieser selbst auferlegte Rückzug dauert etwa zwanzig Jahre. [Die französische Wikipedia datiert den Brudermord auf das Jahr 366/365]
*'''366:''' Dionysios:  366 v. Chr. kommt Platons zweite Sizilienreise zustande, Dionysios II. empfängt ihn ehrenvoll und zeigt Interesse an der platonischen Philosophie. Platon wird aber durch seine enge Freundschaft mit Dion in die Hofintrigen hineingezogen, da sich eine Partei bildet, die Dions Bestrebungen bekämpft und ihm sowie Platon feindlich gegenübersteht. Anführer dieser Gegenpartei ist der Feldherr und Geschichtsschreiber Philistos, der einst bei Dionysios I. in Ungnade gefallen, verbannt und aus Syrakus entfernt worden war. Dionysios II. holt Philistos zurück, vermutlich um ein Gegengewicht zu Dions Einfluss zu schaffen. Dion plant zu dieser Zeit wohl bereits, Dionysios mit Platons Hilfe unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen. Die Gegenpartei versucht, Dionysios zu überzeugen, Dions Plan sei eine Falle, die ihn durch die Philosophie von der Politik ablenken und dadurch aus der Macht drängen solle. Syrakus befindet sich noch immer in dem von Dionysios I. begonnenen Krieg gegen die Karthager, die angestammten Feinde der Stadt. Dion schreibt den Karthagern einen Brief und bietet sich als Vermittler für Friedensverhandlungen an. Dieser Brief wird abgefangen und Dionysios II. übergeben, der Dion auf Rat des Philistos des Landesverrats beschuldigt und ihn aus seinem Reich verbannt. Im Spätsommer 366 v. Chr. trifft Dion im griechischen Mutterland ein, wo er freundlich aufgenommen wird, während sein Vermögen in Sizilien unangetastet bleibt und er die Einkünfte daraus weiterhin bezieht.
*'''366:''' Dion: 366 v. Chr. kommt Platon daher zum zweiten Mal nach Sizilien. Dionysios II. beruft noch vor Platons Ankunft Philistos zurück, sodass sich in Syrakus zwei verfeindete Hofparteien um [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (43)] und Philistos bilden. Dion beabsichtigt offenbar, Dionysios entweder mit Hilfe Platons unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen, während Philistos und seine Anhänger den Herrscher vor Dions Plänen warnen. Während eines Waffenstillstands im Krieg gegen die Karthager schreibt Dion einen Brief an karthagische Bevollmächtigte, in dem er sich als Berater und Vermittler für die Friedensverhandlungen anbietet. Der Brief wird abgefangen, Dionysios II. sieht darin Landesverrat und schickt Dion in die Verbannung. Im Spätsommer 366 v. Chr. geht Dion nach Griechenland ins Exil, wobei Dionysios II. den Bruch als heilbar darstellt und Dions Vermögen zunächst unangetastet lässt.
*'''367:''' Dionysios: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich, und Dion versucht vergeblich, eine Beteiligung seiner Neffen Hipparinos und Nysaios an der Herrschaft zu erreichen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Dionysios II. als alleiniger Nachfolger scheinbar problemlos die Macht in Syrakus. Der etwa dreißigjährige, unerfahrene Dionysios II. herrscht nun, während der durch seine Verschwägerung mit der Tyrannenfamilie herausragend begünstigte, sehr reiche Dion zu den führenden Persönlichkeiten am Hof gehört. Um seine Stellung zu festigen, bewegt Dion Dionysios II. dazu, den Philosophen Platon aus Athen als Ratgeber einzuladen. Dion kennt Platon seit dessen erster Sizilienreise um 388 v. Chr. und stellt ihm nun die Aussicht in Aussicht, Dionysios für die platonische Staatsphilosophie zu gewinnen, um nach deren Prinzipien die politischen Verhältnisse zu reformieren.
*'''367:''' Dion: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich; [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (42)] versucht vergeblich, ihn zu einer Nachfolgeregelung zu bewegen, die seine Neffen einbezieht und ihm selbst eine starke Stellung verschafft. Nach dem Tod des Tyrannen übernimmt Dionysios II., der etwa 30 Jahre alt und nicht auf die Herrschaft vorbereitet ist, anscheinend problemlos die Macht. Dion gelingt es zunächst, am Hof des neuen Herrschers seinen Einfluss zu bewahren, auch weil sein Gegenspieler Philistos noch fern ist. Er überzeugt Dionysios II., Platon als Berater einzuladen und stellt diesem die Aussicht in Aussicht, Syrakus im Sinne der platonischen Staatsphilosophie zu reformieren.
*'''380:''' Dionysios II.: Um 380–375 v. Chr. verheiratet Dionysios I. seine Tochter Arete mit Dion, dem jüngeren Bruder der Aristomache, der so mütterlicherseits Onkel seiner Frau ist, und etwa fünf Jahre früher hat er bereits Sophrosyne mit Dionysios II. verheiratet, der damit seine Halbschwester und zugleich Dions Nichte zur Frau nimmt. Durch diese Verbindungen knüpft Dionysios I. die beiden Zweige seiner Nachkommenschaft eng aneinander und verbindet sie zugleich mit der Familie Dions. Dion gehört wie einst sein Vater Hipparinos zum engsten Kreis des misstrauischen Tyrannen Dionysios I. und sammelt politische Erfahrung, während Dionysios II. von den Staatsgeschäften ferngehalten und nicht auf eine künftige Herrscherrolle vorbereitet wird. Dionysios I. misstraut seinem ältesten Sohn so sehr, dass er ihn nicht einmal von der Vorschrift ausnimmt, Besucher erst nach einer Waffenprobe vorzulassen.
*'''380:''' Dionysios II.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
*'''385:''' Hipparinos wird um 385 v. Chr. in Syrakus geboren und ist Sohn des Tyrannen Dionysios I. und der Adligen Aristomache. Sein mütterlicher Großvater Hipparinos, nach dem er wahrscheinlich benannt ist, gehört zuvor als syrakusanischer Adliger zu den Mitkämpfern Dionysios’ I. Dionysios I. hat aus der Ehe mit Aristomache neben Hipparinos den jüngeren Sohn Nysaios sowie die älteren Töchter Sophrosyne und Arete. Aus einer anderen Ehe mit der Adligen Doris aus Lokroi stammen weitere Kinder, darunter der älteste Sohn Dionysios II., der später Sophrosyne heiratet und damit Schwager von Hipparinos und Nysaios wird. Zu den wichtigsten Vertrauten des Dynastiegründers Dionysios I. zählt Dions Bruder Aristomache, Hipparinos’ Onkel Dion, der durch die Ehe mit Arete zugleich Schwiegersohn von Dionysios I. ist. Dion steht in enger Freundschaft zum Philosophen Platon und wird von dessen Gedankengut geprägt.
*'''388:''' Dion: Dionysios I. führt unterdessen wechselhafte Kriege gegen die Karthager und bringt einen Großteil Siziliens unter seine Herrschaft, während [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (21)] in seiner Nähe aufwächst. Um 388 v. Chr. kommt Platon nach Syrakus, Dion verschafft ihm vermutlich eine Audienz beim Tyrannen, das Gespräch verläuft unerfreulich, und Platon reist bald wieder ab. Dion wird nach späterer Darstellung des siebten platonischen Briefes zu einem überzeugten Anhänger der platonischen Philosophie, missbilligt innerlich die Tyrannis und ist bei Hofleuten verhasst, steht aber faktisch in bestem Verhältnis zu Dionysios I. Der Tyrann betraut ihn mit wichtigen Gesandtschaften, darunter nach Karthago, gewährt ihm freien Zugriff auf seinen Schatz und ermöglicht ihm so den Erwerb eines außerordentlichen Vermögens, aus dem Dion später Söldner finanzieren kann.
*'''398:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus '''Dion von Syrakus (13)'''] wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist.
'''Epirus'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br />
 
*'''357:''' Arybbas arrangiert um 357 v. Chr. die Heirat seiner Nichte Olympias mit dem makedonischen König Philipp II., und Olympias zieht mit ihrem Bruder Alexander an den makedonischen Hof nach Pella.
*'''357:''' Arybbas: Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus [[-343#GRIECHEN | Fortsetzung 343]]
*'''360:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Neoptolemus_I_of_Epirus König Neoptolemos I. (370-360)]
*'''360:''' Alexander: Als sein Vater Neoptolemos I. um 360, ist Alexander noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.
*'''370:''' Arybbas ist Sohn des Molosserkönigs Alketas I. und gehört zum königlichen Haus der Aiakiden. Nach dem Tod seines Vaters um 370 teilt er sich die Herrschaft über Epirus mit seinem Bruder Neoptolemos I., jeder regiert einen Teil des Reichs. [https://de.wikipedia.org/wiki/Alketas_I. König Alketas I. (385–370)]
*'''370:''' Alexander I. (auch Alexander der Molosser) wird um 370 in Epirus geboren und gehört zur molossischen Dynastie der Aiakiden. Er ist der Bruder von Olympias, der späteren Mutter Alexanders des Großen.
 
'''Makedonien'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_II._(Makedonien) König Philipp II. (359–336)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe Prinz Alexander (3)] <br />
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Lyppeius Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)]
*Die Belagerung von Methone durch Philipp II. endet. Er gewährt den Einwohnern der Stadt nach deren Kapitulation freies Geleit und lässt die Stadt schleifen.
*[[-352#GRIECHEN | Fortsetzung 352]]
 
*'''356:''' Amyntas: Philipp II. eignet sich den makedonischen Thron vollständig an und verdrängt Amyntas faktisch aus der Herrscherposition.​ Trotz dieser Usurpation behandelt Philipp II. seinen Neffen weiterhin als vollwertiges Mitglied des Königshauses und hält ihn am Hof.​ Philipp II. lässt Amyntas mehrere adlige Söhne als Jugendgefährten, sogenannte syntrophoi, zur Seite stellen; einer dieser Gefährten ist Philotas.​ Amyntas führt offenbar den Königstitel, was eine inschriftlich erhaltene Ehrung durch die böotische Stadt Lebadeia nahelegt, wobei auch denkbar ist, dass die Einwohner ihm den Titel fälschlich beilegen.​ Die Stadt Oropos verleiht Amyntas die Ehrenbürgerwürde (Proxenie), was seine anerkannte Stellung im griechischen Raum widerspiegelt.​ [[-354#GRIECHEN | Fortsetzung 354]]
*'''Um 358:''' Seleukos wird als Sohn des makedonischen Generals Antiochos und der Laodike in Makedonien geboren. Seleukos wächst vermutlich am Hof von Philipp II. von Makedonien auf und dient als Page.
*'''359:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amyntas_IV. König Amyntas IV. (359–356)] Amyntas ist etwa drei Jahre alt, als sein Vater Perdikkas III. im Kampf gegen die Illyrer fällt.​ Daraufhin übernimmt sein Onkel Philipp II. als Vormund die Regentschaft über Makedonien und regiert zunächst formal für den unmündigen Amyntas.
*'''359:''' Lyppeios folgt um 359/8 auf König Agis und übernimmt das peionische Königtum.​ Kurz nach Philipps Machtübernahme in Makedonien wird Peionien militärisch geschlagen und teils unterworfen, Lyppeios bleibt aber als untergeordneter König im Amt.​ In den folgenden Jahren prägt Lyppeios Silbermünzen (z.B. Tetradrachmen) mit griechischen Legenden und Bildern von Zeus und Herakles, was eine starke makedonisch‑griechische Prägung des Reiches zeigt.​ Spätere antike und neuzeitliche Belege (Münzen, Inschriften, Nachschlagewerke) identifizieren die Namensvarianten Lyppeios/Lycceius/Lykkeios als dieselbe historische Person.
*'''um 360:''' Lysimachos wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht. Lysimachos begleitet mit seinen Brüdern Alexander den Großen auf dessen Feldzug durch Asien und gehört zur Königlichen Leibgarde (Somatophylakes). Während der Feierlichkeiten in Susa erhält Lysimachos das nysäische Pferd von Kalanos, bevor dieser sich verbrennt.
*'''360-324:''' Demetrios von Phaleron wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
*'''367:''' Aristoteles: Mit siebzehn Jahren zieht Aristoteles nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort beschäftigt er sich mit Mathematik und Dialektik und beginnt, eigene Werke zu verfassen, darunter erste Dialoge nach dem Vorbild Platons. Er verteidigt das platonische Erziehungsideal gegen Isokrates und übernimmt Lehrtätigkeiten in der Akademie, wobei seine ersten Lehrschriften entstehen, die später im Organon zusammengefasst werden.
*'''367:''' Ptolemaios wird um 367/366 in Makedonien geboren. Seine Mutter ist Arsinoë, sein Vater vermutlich Lagos, ein makedonischer Adeliger. Gerüchte über eine Abstammung von König Philipp II. machen die Runde, dienen aber wohl ptolemäischer Propaganda, um einen Anspruch auf das makedonische Königshaus zu rechtfertigen. Schon in jungen Jahren wächst er im Umfeld des makedonischen Hofes auf und entwickelt sich zu einem engen Freund Alexanders des Großen.
*'''373:''' Aristoteles:  Nach dem Tod seines Vaters im Alter von 11 Jahren wächst Aristoteles bei seinem Stiefbruder Proxenos von Atarneus in Mysien auf.​ Aristoteles freundet sich schon früh mit Hermias von Atarneus an, dem späteren Tyrannen der Stadt.​
*'''382-335:''' Antigonos wird um 382 als Sohn von Philippos geboren und wächst vermutlich im Haus seines Stiefvaters Periandros in Pella auf. Er hat mindestens zwei Brüder und einen Halbbruder (Marsyas). Er heiratet Stratonike, die möglicherweise aus dem makedonischen Königsgeschlecht der Argeaden stammt. Sie bringt ihm die Söhne Demetrios I. Poliorketes und Philippos. Antigonos gehört zur Altersgeneration von Philipp II., dem makedonischen König, und dient diesem als Feldherr und Gefährte (hetairos). Er verliert ein Auge, wodurch er den Beinamen „der Einäugige“ erhält. Laut Plutarch duldet Antigonos keine Respektlosigkeiten gegenüber seiner Sehbehinderung. Als der Sophist Theokritos von Chios ihn beleidigt, sperrt Antigonos ihn ein und verhängt das Todesurteil, das schließlich vollstreckt wird, da Theokritos die geforderte Bußhaltung verweigert.
*'''384:''' Aristoteles wird in Stageira, Chalkidike, östlich von Thessaloniki, geboren. Sein Vater, Nikomachos, ist Leibarzt von König Amyntas von Makedonien und gehört vermutlich der medizinischen Gilde der Asklepiaden an, was Aristoteles früh für Biologie und Medizin interessiert. Seine Mutter, Phéstias, stammt aus Chalkis auf der Insel Euböa und arbeitet als Hebamme.
 
[http://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Heiliger_Krieg Dritter Heiliger Krieg (356–346)]
*Onomarchos drängt seine Landsleute zur Fortsetzung des Krieges, wird Nachfolger des Philomelos und ordnet Waffenproduktion und neue Söldneranwerbungen an. 354 führt er eine Offensive gegen die Lokrer, erobert Thronion und Amphissa, verwüstet Doris, besetzt in Boiotien Orchomenos, scheitert aber vor Chaironeia und zieht sich zurück. Etwa zur gleichen Zeit zieht König Philipp II. von Makedonien nach Thessalien, greift den Tyrannen Lykophron von Pherai an und provoziert dessen Hilferuf an die Phoker. Phayllos, der Bruder des Onomarchos, zieht mit 7000 Mann zu Lykophrons Unterstützung, wird aber von Philipp geschlagen, woraufhin Onomarchos selbst mit einem großen Heer nach Thessalien marschiert, Philipp in zwei Gefechten besiegt und ihn zum Rückzug zwingt.
*[[-353#GRIECHEN | Fortsetzung 353]]
 
*'''355:''' Philomelos fällt im Frühjahr 355 v. Chr. in Ostlokris ein und besiegt Lokrer und Thessaler, erleidet aber im Herbst 355 v. Chr. bei Neon eine Niederlage gegen die Boioter und stürzt sich anschließend in einen Abgrund. [[-354#GRIECHEN | Fortsetzung 354]]
*'''356:''' Der alte Stammeshass der Thessalier und der neu aufflammende Hass der Thebaner auf die Phoker bildet den Hintergrund, wobei Grenzstreitigkeiten an der Grenze zwischen Phokis und Boiotien entstehen. Die Amphiktyonen verhängen daraufhin eine sehr hohe Geldstrafe gegen die Phoker, weil diese nach thebanischen Anschuldigungen heiliges Land der früheren Stadt Kirrha landwirtschaftlich nutzen, obwohl die Bebauung dieser sakralen Fläche verboten ist. Philomelos, ein angesehener Phoker und Sohn des Theotimos, erklärt, dass die Strafe unmöglich zu bezahlen ist, und schlägt vor, die Schätze des delphischen Heiligtums zu nutzen, da das Heiligtum seiner Ansicht nach den Phokern zusteht. Die Phoker folgen diesem Rat, besetzen unter dem Oberbefehl des Philomelos Delphi, rauben den Tempelschatz und lassen Teile daraus sogar einschmelzen, um daraus Mittel zu gewinnen. - Wegen der Besetzung Delphis erklären die Amphiktyonen im Herbst 356 v. Chr. den Heiligen Krieg gegen die Phoker. Philomelos sichert sich die Unterstützung des spartanischen Königs Archidamos III., und auch Athen tritt als Alliierter Phokis auf, während Thebaner, Thessaler, Perrhaiber, Dorer und weitere Griechen auf der Gegenseite stehen. Mit dem Gold aus dem delphischen Tempelschatz bezahlt Phokis ein großes Söldnerheer, das die phokische Kriegsführung stärkt.
 
'''Athen'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (73)] <br />Dion versucht, die Verfassung umzugestalten und wird verdächtigt, eine neue Tyrannis errichten zu wollen; nach inneren Kämpfen wird er ermordet. Platon reagiert auf seinen Tod mit einem Epigramm zu Ehren Dions und richtet den Siebten Brief an dessen Verwandte und Anhänger, in dem er sein eigenes Verhalten erklärt. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Kritias_(Platon) '''Kritias (Dialog)'''] <br />Platon bricht die Arbeit an seinem Dialog Kritias um 354 ab, der damit Fragment bleibt. ''Kritias'' und ''Timaios'' sind als zusammengehörige Teile einer geplanten Trilogie mit einem weiteren, nie verfassten Dialog Hermokrates gedacht. Der Dialog bricht genau an der Stelle ab, an der Zeus in einer Götterversammlung nach dem sittlichen Verfall der Atlanter sprechen soll; der eigentliche Kriegsverlauf bleibt daher ungeschildert. Anders als sonst bei Platon stehen hier keine argumentativen Diskussionen, sondern ein fiktiver historischer Bericht im Vordergrund. Am Gespräch nehmen Sokrates, Kritias, Timaios von Lokroi und Hermokrates von Syrakus teil, wobei Kritias fast allein das Wort führt. Unklar ist, ob Timaios eine historische Persönlichkeit oder eine reine literarische Erfindung Platons ist, während Sokrates, Kritias und Hermokrates historisch sicher bezeugt sind. ''Kritias'' beschreibt ein idealisiertes Ur-Athen, dessen Territorium bis zum Isthmos von Korinth reicht, klimatisch begünstigt und außerordentlich fruchtbar ist. Die Gesellschaft ist streng in Stände gegliedert; ein kriegerischer Wächterstand ohne Privateigentum schützt Bauern und Handwerker und verwaltet ganz Griechenland, wobei Bescheidenheit, Tugend und konservative Stabilität betont werden. Der Text erklärt den Verfall des späteren Attika durch Naturkatastrophen, Erosion und den Verlust der alten Zivilisation und Aufzeichnungen. Atlantis erscheint als riesiges See- und Handelsreich im Atlantik, dessen Hauptinsel größer als "Libyen" und "Asien" zusammen ist und in zehn Königreiche unter der Oberherrschaft des Atlas geteilt wird. Der Artikel schildert ausführlich die Topographie, den Reichtum (etwa das Metall Oreichalkos), die monumentale Hauptstadt mit Ringkanälen, Poseidontempel und Königspalast sowie die gewaltige Militärmacht der Atlanter. Die Könige sind zunächst gesetzestreu und göttlich geprägt, verfallen aber im Laufe der Generationen der Habsucht; Zeus bereitet deshalb eine Bestrafung vor – an dieser Stelle endet der Dialog. Der Atlantis-Stoff gilt der Forschung überwiegend als freie Erfindung Platons, mit Anregungen aus Mythologie (etwa Phaiaken-Mythos, Goldenes Zeitalter) und historischen Mächten wie Perserreich, Karthago und Sparta. Ur-Athen trägt deutliche spartanische Züge (Landmacht, Askese, konservative Ordnung), während Atlantis Züge des imperialen Athen und seiner Seemachtspolitik spiegelt. Platon nutzt die Atlantis-Erzählung, um zentrale Thesen seiner politischen Philosophie anschaulich zu machen und die moralischen Ursachen des politischen Niedergangs Athens literarisch zu kritisieren.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles (32)] <br />
*Plutarch von Eretria ruft die Athener gegen seinen Rivalen, Kallias von Chalkis zu Hilfe, der mit Philipp II. von Makedonien verbündet ist. Eine Hilfsexpedition wird gegen den Willen Demosthenes’ bewilligt.
*[[-353#GRIECHEN | Fortsetzung 353]]
 
*'''357:''' Platon: Nach Platons gescheiterten Bemühungen entscheidet sich Dion 357 v. Chr. zu einem gewaltsamen Feldzug gegen Dionysios II., unterstützt von Mitgliedern der Akademie. Platon selbst hält sich zwar fern, lässt die Aktivitäten aber zu; Dions kleine Söldnertruppe stürzt den Tyrannen in Syrakus und Dion übernimmt die Macht in der Stadt. [[-354#GRIECHEN | Fortsetzung 354]]
*'''361:''' Platon: 361 v. Chr. reist Platon auf Bitte von Archytas und unter dem Druck Dionysios’ ein drittes Mal nach Sizilien, diesmal in Begleitung seiner Schüler Speusippos und Xenokrates.Das entscheidende Gespräch mit Dionysios II. enttäuscht Platon; der Tyrann überschätzt sein philosophisches Verständnis, verweigert eine echte Schülerschaft und hält seine Zusage gegenüber Dion nicht ein, sondern beschlagnahmt dessen Vermögen. Platon gerät durch die Oppositionstätigkeit seiner Freunde in Verdacht und in Lebensgefahr, wird aber durch die Intervention des Archytas gerettet und kann im Sommer 360 v. Chr. nach Athen zurückkehren.
*'''366:''' Platon: Nach dem Tod des Dionysios I. 367 v. Chr. folgt Platon 366 v. Chr. einer Einladung des neuen Tyrannen Dionysios II. nach Syrakus, die Dion veranlasst, um eine Rolle am Hof zu gewinnen. Platon hofft, gemeinsam mit Dion den jungen Herrscher philosophisch zu beeinflussen und einen Staat nach dem Ideal der Philosophenherrschaft zu gestalten, bleibt jedoch skeptisch. Dionysios II. zeigt sich zu tiefgreifenden Reformen unfähig oder unwillig, verbannt Dion und konzentriert sich auf Machtsicherung; Platon kehrt 365 v. Chr. nach Athen zurück, nachdem er mit Dionysios eine mögliche spätere Rückkehr vereinbart.
*'''367:''' Aristoteles: Aristoteles kommt 384 v. Chr. in Stageira zur Welt, einer kleinen ionischen Stadt an der Ostküste der Chalkidike, weshalb er später gelegentlich „der Stagirit“ heißt. Sein Vater Nikomachos dient als Leibarzt des makedonischen Königs Amyntas III., seine Mutter Phaestis entstammt ebenfalls einer Arztfamilie aus Chalkis auf Euboia. Nikomachos stirbt, bevor Aristoteles volljährig ist, und Proxenos aus Atarneus übernimmt als Vormund die Sorge für den Jungen. Aristoteles wächst damit in einem Umfeld auf, in dem medizinische und naturkundliche Beobachtung zum Alltag gehören, und erhält zugleich Beziehungen zum makedonischen Hof.Mit siebzehn Jahren reist Aristoteles 367 v. Chr. nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort befasst er sich zunächst mit den mathematischen und dialektischen Anfangsstudien und beginnt früh, eigene Werke zu verfassen, darunter Dialoge nach platonischem Vorbild. Er setzt sich mit der zeitgenössischen Rhetorik auseinander, vor allem mit der Schule des Isokrates, und verteidigt gegen dessen auf Nutzen zielende Erziehung das philosophische Bildungsideal Platons. In der Akademie übernimmt er Lehrtätigkeiten; dabei entstehen die frühesten überlieferten Lehrschriften, unter anderem die logischen Abhandlungen, die später unter dem Titel „Organon“ zusammengefasst werden.
*'''387:''' Platon: Nach seiner Rückkehr erwirbt Platon bei dem Hain des Heros Akademos nordwestlich von Athen ein Grundstück und beginnt dort Unterricht und Forschung. Aus dieser Tätigkeit entsteht die Akademie, die erste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, deren Mitglieder sich nun „Akademiker“ nennen und die sich am Vorbild der pythagoreischen Gemeinschaft orientiert. Platon lehrt und lebt auf dem Gelände der Akademie, arbeitet mit Gastphilosophen und fortgeschrittenen Schülern zusammen und steht in Konkurrenz zum Rhetoriklehrer Isokrates, dessen Bestrebungen er kritisch sieht. In dieser Phase verfasst er zahlreiche Dialoge, in denen er in der Form des sokratischen Dialogs seine frühe Ethik, später die Ideenlehre und seine Staatstheorie entfaltet.
*'''399:''' Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist.
*'''399:''' Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems.
*'''403:''' Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse
*'''404:''' Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt.
*'''410:''' Platon: Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.
*'''427:''' Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer.
'''Sparta'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_III. König der Eurypontiden: Archidamos III. (359/358–338)] <br />
 
*'''359:''' Um 359/358 folgt Archidamos seinem Vater Agesilaos II. als König von Sparta nach. Beim Ausbruch des Dritten Heiligen Krieges 356 v. Chr. unterstützt er den phokischen Führer Philomelos privat mit 15 Talenten bei dessen Widerstand gegen den Beschluss der Amphiktyonie, wobei Philomelos diese Hilfe angeblich durch Bestechungsgelder und die Übergabe eines Teils der in Delphi geraubten Schätze erkauft. [[-352#GRIECHEN | Fortsetzung 352]]
*'''362:''' Archidamos verteidigt Sparta mit großer Tapferkeit gegen einen Angriff des thebanischen Feldherrn Epaminondas. Der antike Autor Xenophon berichtet übertrieben, Archidamos halte mit nur 180 Mann der gesamten thebanischen Armee stand, bis Agesilaos rechtzeitig zurückkehrt und die bereits teilweise eroberte Stadt endgültig rettet.​ Die sechste Rede des Isokrates trägt den Namen „Archidamos“ und ist wohl im Zusammenhang mit in Sparta geführten Friedensverhandlungen 366/365 v. Chr. gedacht, wird aber vielleicht erst einige Jahre später verfasst. In dieser Rede begründet Archidamos den Anspruch Spartas auf Messene und ermutigt seine Mitbürger, in dieser Frage nicht nachzugeben, was auch der tatsächlichen Stimmung in den Verhandlungen entspricht.
*'''364:''' Als die Arkader in das mit Sparta verbündete Elis einfallen, marschiert Archidamos auf Bitte der Eleer erneut nach Südwest-Arkadien und nimmt die Stadt Kromnos ein, in der er eine spartanische Garnison zurücklässt. Nach seiner Rückkehr greifen die Arkader und ihre Verbündeten die Besatzung in Kromnos an und belagern sie; um sie abzuziehen, verwüstet Archidamos Teile Arkadiens, doch seine Versuche bleiben erfolglos, und als er versucht, die Feinde von einer Anhöhe zu vertreiben, gerät er in eine ungünstige Lage und wird zurückgedrängt.
*'''367:''' Archidamos führt im Auftrag seines Vaters ein Heer, zu dem Hilfstruppen des Tyrannen Dionysios I. von Syrakus gehören, gegen die in Lakonien aufständische Stadt Karyai, erobert sie vorübergehend und bestraft sie. Danach fällt er in Südwest-Arkadien ein, verwüstet die Landschaft Parrhasia und kommt seinen sizilischen Bundesgenossen zu Hilfe, als Arkader, Argiver und Messenier diesen auf dem Rückmarsch nach Lakonien den Weg versperren. Er hält eine anfeuernde Rede, erinnert die Spartaner an ihre nationale Ehre und schlägt daraufhin die feindlichen Truppen in der sogenannten „tränenlosen Schlacht“, in der nach lakonischem Bericht kein Spartaner fällt; dieser Sieg löst in Sparta große Freude aus.
*'''370:''' Kleomenes II. ist der zweite Sohn von König Kleombrotos I., der der Agiaden-Dynastie Spartas angehört. Nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht von Leuktra 371 ist zunächst sein älterer Bruder Agesipolis II. auf den Thron gefolgt. Dieser stirbt jedoch kurz darauf, sodass Kleomenes II. nun König von Sparta wird.​ Kleomenes II. regiert außerordentlich lange, nämlich nach Diodoros von Sizilien 60 Jahre und 10 Monate. Trotz der Länge seiner Herrschaft sind nur sehr wenige Details über sein Leben und Wirken bekannt. Er hat den Ruf, politisch unauffällig oder sogar bedeutungslos zu sein, was von einigen Historikern als "Nullität" beschrieben wird. Möglicherweise führt die scheinbare Schwäche Kleomenes’ dazu, dass Aristoteles in seiner Politik ein kritisches Bild des spartanischen Königshauses zeichnet. Während seiner Regentschaft konzentriert sich Kleomenes vermutlich auf die Innenpolitik Spartas, während die militärische Führung den Eurypontiden Agesilaos II., Archidamos III. und Agis III. überlassen wird. Die Spartaner hüten ihre Staatsangelegenheiten streng vor Ausländern, was das Schweigen der antiken Quellen über Cleomenes erklärt.
*'''371:''' Archidamos III. wird um 400 v. Chr. in das spartanische Königsgeschlecht der Eurypontiden geboren; er ist Sohn des Königs Agesilaos II. und Enkel des Archidamos II.. Schon als Prinz vertritt er mehrfach seinen alt gewordenen Vater und übernimmt bei Feldzügen den Oberbefehl über das spartanische Heer.​ Im Jahr 371 rückt Archidamos anstelle des erkrankten Agesilaos mit dem restlichen spartanischen Aufgebot aus, um die Überlebenden des bei Leuktra von den Thebanern geschlagenen spartanischen Heeres zu retten. Jason von Pherai vermittelt jedoch bereits zwischen den Thebanern und den geschlagenen Spartanern, sodass Archidamos die eigenen Truppen, die sich schon auf dem Heimweg befinden, bei Aigosthena an der Grenze von Megara und Böotien trifft und mit ihnen nach Sparta zurückkehrt.
 
'''Bosporanisches Reich'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br />
 
*'''356:''' Leukon: Im Jahr 356 v. Chr., als Athen wegen von Sparta auferlegter Beschränkungen im Nachklang des Peloponnesischen Krieges seine Zahlungen nicht leisten kann, schenkt Leukon der Stadt 400.000 Medimnoi Getreide, etwa 16.380 Tonnen. Für diese großzügige Gabe erhält er in Athen das Bürgerrecht, und es werden Statuen von ihm und seinen Söhnen errichtet. Athens Schiffe genießen in seinen Häfen zudem Abgabenfreiheit und besondere Privilegien. Die von Leukon begründete getreidepolitische Freundschaft mit Athen setzt sich unter seinen Nachkommen fort. So schenkt etwa Spartokos III Athen weitere 15.000 Medimnoi Getreide, rund 590 Tonnen, als symbolische Bekräftigung der Verbindung. Auf diese Weise bleibt das bosporanische Reich ein wichtiger Partner für die Versorgung der attischen Bevölkerung. [[-349#GRIECHEN | Fortsetzung 349]]
*'''360:''' Fünf Jahre später, um 360 v. Chr., greift er Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Im Anschluss daran setzt er die Ausweitung seines Einflusses auf andere Regionen am Schwarzen Meer fort. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
*'''365:''' Um etwa 365 v. Chr. beginnt Leukon eine neue Belagerung von Theodosia, diesmal in eigener Regie als König. Er belagert die Stadt zweimal, wobei die erste Phase mit der erwähnten Niederlage gegenüber Tynnichos endet.
*'''389:''' Leukon: Leukon I. wird um 410 v. Chr. oder früher als Sohn des bosporanischen Königs Satyrus I und Enkel von Spartokos I geboren, der die frühere griechische Archaianaktiden-Dynastie gewaltsam abgesetzt hat. Spartokos I ist thrakischer Herkunft und hat möglicherweise Verbindungen zur königlichen Dynastie der Odrysen. Leukon wächst in einem Reich auf, in dem sein Vater bereits Kriege gegen Nachbarn führt, insbesondere gegen die Ixomaten unter ihrer Königin Tirgatao. Leukon nimmt als junger Mann am Krieg seines Vaters gegen Tirgatao teil und erlebt, wie sein Bruder Metrodoros als Geisel getötet wird. Zu seinen griechischen Untertanen gilt Leukon formal nur als „Archon“, während ihn die einheimischen Stämme als König ansehen. Die Athener betrachten ihn trotz dieser Stellung als Tyrannen, sehen ihn aber zugleich als Freund Athens. Satyrus I führt einen Angriffskrieg gegen die griechische Stadt Theodosia, der mit einer erfolglosen Belagerung endet und bei dem er den Tod findet. Nach dem Tod des Vaters um 389 v. Chr. übernimmt Leukon gemeinsam mit seinem Bruder Gorgippos die Herrschaft über das Bosporanische Reich; Gorgippos richtet seinen Sitz auf der asiatischen Seite in der Stadt Gorgippia ein, die er nach sich benennt. Leukon führt zugleich die von seinem Vater begonnenen Kriege fort, unter anderem gegen Theodosia und Chersones mit dem Ziel, alle griechischen Kolonien am Bosporos einzugliedern. Kurz nach seinem Regierungsantritt greift Leukon Theodosia erneut an und beginnt eine erste eigene Belagerung, die jedoch scheitert, weil der von Herakleia Pontike entsandte Feldherr Tynnichos durch eine List mit zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Stadt entsetzt. Leukon erbt außerdem den Krieg gegen die Ixomaten, macht aber bald darauf mit seiner Bruder Gorgippos Frieden mit diesem Volk und richtet seine Aufmerksamkeit nun stärker nach Westen. In der Frühphase seiner Herrschaft hat er mit inneren Unruhen zu kämpfen, muss eine von Höflingen und sogar vertrauten Freunden angezettelte Verschwörung niederschlagen und stützt sich dabei auf die Unterstützung von Kaufleuten. Leukon heiratet irgendwann während seiner Regierungszeit eine Frau namens Theodosia, die vermutlich eine Tochter des einflussreichen Diplomaten Sopaios ist. Aus dieser Ehe gehen die Söhne Spartokos II, Apollonios und Paerisades I hervor, die später die Dynastie fortsetzen. Um seine Finanzpolitik zu stärken, führt Leukon eine halb-betrügerische Münzreform durch, bei der er alle Münzen einziehen lässt und zu neuen Stücken mit dem doppelten Nennwert umprägen lässt. In einem weiteren frühen Schritt zur inneren Sicherung entlässt Leukon gemäß dem Bericht des Aineas Taktikos alle Gardisten, die Spielschulden haben, da ihre Loyalität im Fall einer Belagerung fraglich erscheint. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass seine unmittelbare Leibwache nur aus unverschuldeten, verlässlichen Männern besteht. Parallel dazu setzt er seine Expansionspolitik gegen benachbarte griechische Städte fort.
*'''389:''' Georgippos: Gorgippos ist Sohn des Satyros I. und gehört zur spartokidischen Dynastie des Bosporanischen Reiches. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder Leukon die Herrschaft über das Bosporanische Reich und regiert von 389 bis 349 v. Chr. als Mitkönig. Er richtet seinen Herrschersitz auf der asiatischen Seite des Reiches ein, in der Stadt Sindia, der Hauptstadt des Sindike‑Königreichs, und benennt sie nach sich selbst in Gorgippia um. Im Rahmen der bosporanischen Expansionskriege tritt Gorgippos als wichtige Figur hervor, nachdem er Mitregent geworden ist. Er beendet offenbar den Krieg, den sein Vater Satyrus I zuvor erfolglos gegen die Königin Tirgatao der Maeotier begonnen hat, die Satyrus in früheren diplomatischen Beziehungen mit Hekataios verletzt hat. Während seiner Regierungszeit liefert Gorgippos dem athenischen Redner Demosthenes jährlich tausend Scheffel Getreide, wie eine gegen Demosthenes gerichtete Rede behauptet. In derselben Rede gilt Gorgippos, zusammen mit Paerisades I und Satyrus I, als einer der „verhassten Tyrannen“, denen Demosthenes wegen der Beziehung seines Großvaters zu den Spartokiden Statuen in Athen errichtet hat. Gorgippos hat eine Tochter namens Komosarye, die möglicherweise sindischer Herkunft ist. Komosarye heiratet ihren Cousin Paerisades, den Sohn Leukons, der später selbst Herrscher des Bosporanischen Reiches wird.
*'''389:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Satyrus_I König Satyros I. (432-389)]
 
'''Bithynien'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br />
 
*'''378:''' Bas, 397 oder 396 als Sohn des bithynischen Herrschers Boteiras geboren, übernimmt 378/377 die Herrschaft über Bithynien, vermutlich noch in lockerer Abhängigkeit vom Perserreich. [[-334#GRIECHEN | Fortsetzung 334]]
 
'''Salamis'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_II König Euagoras II. (361–351)] <br />
 
*'''361:''' Euagoras II. ist König des griechischen Stadtstaats Salamis auf Zypern und später Satrap für das Achämenidenreich in Phönizien. Euagoras ist möglicherweise der Sohn seines Vorgängers Nikokles und der Enkel von Evagoras I. Als König von Salamis verfolgt Evagoras  einen ausgesprochen pro-persischen Kurs. [https://en.wikipedia.org/wiki/Nicocles_of_Salamis König Nikokles (374/373–361)] [[-351#GRIECHEN | Fortsetzung 351]]
 
==ODRYSEN==
 
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Amadocus_II König Amadokos II. (360-351)] <br />
 
*'''360:''' Amadokos II. ist  ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch [https://shak.journals.ekb.eg/article_300194_a657de986d94fc25d89af85f958e24c3.pdf shak.journals.ekb)] [https://en.wikipedia.org/wiki/Cotys_I_(Odrysian) König Kotys I. (384–360)] [[-351#ODRYSEN | Fortsetzung 351]]
 
==ACHÄMENIDENREICH==
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_III. Großkönig Artaxerxes III. (358–338)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ariamnes Satrap Ariamnes (Nordkappadokien, 362-350)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br />
 
*'''355:''' Mausolos: Der Sozialkrieg endet rasch 355 v. Chr., begünstigt durch Athener Niederlagen zur See, den Verlust von Amphipolis an Philipp II. von Makedonien und die finanzielle Schwäche Athens. Artaxerxes III. setzt die Friedensbedingungen fest, und während oder kurz nach dem Krieg gelingt es den karischen Satrapen, die Inseln Rhodos, Kos und Chios politisch zu kontrollieren und Athener Autorität dort weitgehend zu verdrängen. Auf Rhodos wird die bisherige, Athen-treue Demokratie durch eine von karischer Macht gestützte Oligarchie ersetzt, die sich auf eine Garnison stützt. Gegen Ende von Mausolos’ Regierungszeit erobert und beeinflusst er weitere Städte an der kleinasiatischen Küste, darunter Teile von Ionien, und intensiviert die Kontrolle über karische Städte wie Iasos, Milet und Knidos. Der Astronom Eudoxos von Knidos hält sich am Hof des Mausolos auf und wirkt wahrscheinlich moderierend auf die Politik seiner Heimatstadt, sodass diplomatische und kulturelle Mittel die direkte Gewalt ergänzen. Zugleich greift Mausolos militärisch listig ein, indem er etwa seinem Bruder Idrieus die Einnahme der befestigten Stadt Latmos überträgt und später durch vorgetäuschte Geiselrückgabe einen nächtlichen Überfall auf die unbewachte Stadt organisiert, während Artemisia nach einer anderen Überlieferung Latmos durch eine als religiöse Prozession getarnte Truppenbewegung erobert. [[-353#ACHÄMENIDENREICH | Fortsetzung 353]]
*'''357:''' Mausolos führt seine Machtpolitik darüber hinaus auf See und an der kleinasiatischen Küste fort, insbesondere in der Zeit des sogenannten Bundesgenossenkriegs (Sozialkriegs) 357–355 v. Chr. Nach Gründung des Zweiten Attischen Seebunds 378 v. Chr. und der späteren Belastung der Bundesgenossen durch Athener Beiträge und eine Kleruchie auf Samos schließen sich Rhodos, Chios und Byzanz 357 v. Chr. zum Aufstand gegen Athen zusammen. Demosthenes schildert in der Rede „Über die Freiheit der Rhodier“, dass Mausolos in dieser Krise der Hauptanstifter und Anreger ist und zusammen mit Artemisia die Rebellen im Seekrieg gegen Athen unterstützt, vermutlich auch, um den eigenen Einfluss in der Dodekanesregion auszuweiten.
*'''358:''' Artaxerxes III. (Ochos) wird um 390 v. Chr. geboren und ist ein Sohn des Königs Artaxerxes II. aus der Dynastie der Achämeniden. Nach 46 Regierungsjahren seines Vaters folgt er diesem nach dessen Tod auf den Thron nach und lässt zuvor seine Brüder töten, um Thronansprüche aus dem Weg zu räumen. Er kann den Thron nach den babylonischen Tafeln frühestens im Dezember 359 v. Chr. und spätestens im April 358 v. Chr. besteigen, wobei sein erstes Regierungsjahr nicht vor Dezember 359 v. Chr. beginnen kann.​ Zu Beginn seiner Herrschaft führt Artaxerxes III. Krieg gegen die Kadusier am Kaspischen Meer. Die von Diodor überlieferte Chronologie zu diesen frühen Jahren ist jedoch problematisch, weil seine Angaben im 15. Buch ungenau und fließend sind.
*'''358:''' Nach der Ermordung von Datames um 362, wahrscheinlich nach dem Regierungsantritt von Artaxerxes III. (358–338) teilen die persischen Zentralbehörden die Satrapie Kappadokien in einen nördlichen und einen südlichen Verwaltungsbezirk auf, um Datames' angesammelte Macht zu entziehen und die Effizienz zu steigern. In den 340er Jahren (gemäss englischer Wikipedia eventuell bereits im Jahr 350) übernimmt Ariarathes von seinem Vater Ariamnes die Herrschaft über Nordkappadokien, das später zum Königreich Pontos wird. Aufgrund der stabilen Herrschaft kann er Artaxerxes III. Truppen für dessen Feldzug nach Ägypten zur Verfügung stellen.
*'''361:''' Nach dem Ende der Satrapenrevolte 362/361 behält Mausolos sein Amt, im Gegensatz zu offeneren Rebellen wie Datames oder Ariobarzanes, und wird sogar dadurch belohnt, dass ihm Lykien zur Verwaltung übertragen wird. Zwischen etwa 362 und 353 geht die Herrschaft über Lykien endgültig von Autophradates auf Mausolos über, sodass Karien und Lykien nun in seiner Person vereint sind. In dieser späten Regierungsphase prägen die Lykier keine eigenen Münzen mehr; stattdessen zirkulieren Münzen des Mausolos und seiner Nachfolger, während ein von Mausolos eingesetzter Stellvertreter (Hyparch) und später unter Pixodaros bezeugte Garnisonskommandanten die Kontrolle sichern. Ebenfalls in die 360er Jahre fällt der Ausbau der neuen Hauptstadt Halikarnassos zu einer stark hellenisch geprägten Stadt mit Theater, Agora, ausgedehnten Mauern und Hafenbefestigungen, die zum Hauptstützpunkt der hekatomnidischen Flotte werden. Mausolos und Artemisia lassen auf der Landzunge von Zephyrion einen Palast neben dem älteren Apollon-Tempel errichten; zugleich inspiriert wahrscheinlich das Vorbild der Synoikie von Rhodos (um 408) die großangelegte Umsiedlungspolitik in Halikarnassos. Kurz nach Halikarnassos erfährt auch die Insel Kos eine Synoikie, die möglicherweise politisch durch Mausolos und später Idrieus beeinflusst wird; außerdem werden Städte wie Latmos (später Herakleia am Latmos), Knidos und vielleicht Priene verlegt oder neu gegründet. Parallel dazu investieren Mausolos und seine Familie stark in ländliche Heiligtümer wie Amyzon, Labraunda und Sinuri in den karischen Bergen, wo jährliche Prozessionen zu neu errichteten monumentalen Tempeln stattfinden. Besonders Labraunda entwickelt sich durch die regelmäßige Prozession von Mylasa aus zu einem Zentrum des hekatomnidischen Königskults, in den auch der Bruder Idrieus eingebunden ist. In all diesen Bauten setzt sich der Stil der sogenannten Ionischen Renaissance durch, eine Mischform aus kleinasiatischen und griechischen Elementen, die später in der frühen hellenistischen Zeit etwa in Priene fortwirkt. In den 360er Jahren entsteht zugleich das Bild des Mausolos als despotischer und finanzhungriger Herrscher in griechischen Quellen. Die pseudo-aristotelische Schrift "Ökonomik" überliefert Anekdoten, nach denen Mausolos etwa die Eliten von Mylasa mit einer erfundenen Bedrohung durch Artaxerxes II. zur Finanzierung von Stadtmauern veranlasst, die er nie bauen lässt, und so ihr Geld einbehält. Der gleiche Text berichtet, Mausolos’ Stellvertreter Kondalos erfinde eine Forderung des Großkönigs nach Pferdehaar-Perücken und zwinge so die Lyker, entweder ihre Haare zu opfern oder sich freizukaufen, wobei das Geld bei den karischen Herrschern bleibt. Schon 367/366 kommt es in Mylasa zu einem vereitelten Anschlagsplan gegen Mausolos während einer Prozession, was seine umstrittene Herrschaft zeigt. 361/360 lässt Mausolos in Mylasa mehrere Brüder bestrafen, die planen, eine Statue seines Vaters Hekatomnos zu schänden, während dieselben Männer in Iasos durch die Stadt mit Ehren (Proxenie) bedacht werden, was auf Spannungen mit der lokalen Elite hindeutet. In den 360er Jahren verurteilt Iasos zugleich weitere Verschwörer gegen Mausolos und versteigert ihr Eigentum, womit Widerstand und Repression eng miteinander verflochten sind.
*'''362:''' Ariamnes I ist der Sohn des Satrapen Datames, der Kappadokien in den Jahren 385–362 v. Chr. regiert. Nach dem Ende der Herrschaft seines Vaters übernimmt Ariamnes im Jahr 362 v. Chr. das Amt des Satrapen von Kappadokien. Ariamnes regiert nun Kappadokien als Satrap unter persischer Oberherrschaft im Zeitraum von 362–350 v. Chr. Während dieser Zeit ist er der Vater von Ariarathes I und von dessen Bruder Orophernes (auch Holophernes genannt). [https://en.wikipedia.org/wiki/Datames Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)]
*'''366:''' Mausolos: In den 360er Jahren beteiligt sich Mausolos an der "Revolte der Satrapen", einer vielgestaltigen Serie von Aufständen westlicher Satrapen gegen Artaxerxes II., die nicht koordiniert verläuft. Diodor zählt Mausolos unter die Satrapen, die zeitweilig gegen Artaxerxes II. rebellieren, neben Tachos von Ägypten, Ariobarzanes von Hellespont-Phrygien, Orontes von Mysien, Autophradates von Lydien und weiteren Gruppen in Anatolien und Phönizien. Gleichzeitig tritt Mausolos aber überwiegend als Helfer des Großkönigs auf und führt 366 gemeinsam mit Autophradates auf Befehl des Artaxerxes die Belagerung von Adramyttion gegen den geflohenen Ariobarzanes, bricht diese Belagerung jedoch nach Einflussnahme des spartanischen Königs Agesilaos II. ab.
*'''377:'''Mausolos ist der älteste Sohn des Karers Hekatomnos, der kurz nach dem Tod des Tissaphernes um 395–392 zum Satrapen von Karien im Achämenidenreich aufsteigt und damit die Dynastie der Hekatomniden begründet. Zwischen den frühen 370er Jahren und 377 teilt Mausolos möglicherweise bereits faktisch die Herrschaft über Karien mit seinem Vater; beide erscheinen gemeinsam auf dem Sarkophag des Hekatomnos und in einer Statuengruppe aus Kaunos. Nach dem Tod des Hekatomnos 377/376  übernimmt Mausolos offiziell das Satrapenamt in Karien. Früh in seiner Regierungszeit heiratet Mausolos seine Schwester Artemisia II. und bildet mit ihr ein Herrscherpaar ohne Kinder, was als symbolische Geschwisterehe gedeutet wird. Obwohl nur Mausolos formell Satrap genannt wird, übt Artemisia zugleich politische Autorität als gemeinsame Dynastin aus. Etwa in dieselbe frühe Phase fällt der Entschluss, die Hauptstadt von Mylasa nach Halikarnassos zu verlegen, wo Mausolos die Stadt auf einem neuen Rasterplan wiedergründet und durch Zusammenlegung umliegender karischer Dörfer (Theangela, Sibde, Medmasa, Euralium, Pedasos, Telmissos) stark vergrößert. Nach dem Korinthischen Krieg und dem Königsfrieden von Antalkidas 387 der die kleinasiatischen Griechenstädte den persischen Satrapen zuweist und zugleich die Autonomie der griechischen Inseln garantiert, wächst der Einfluss der Satrapen im Westen des Reiches. In den 370er und frühen 360er Jahren dominiert der Dynast Perikles von Limyra zeitweise ein unabhängiges Lykien und stellt sich offen gegen persische Herrschaft, wodurch er Teil der später sogenannten Satrapenrevolte ist. Diese eigenständige lykische Herrschaft endet um 362, als Autophradates von Lydien Lykien wieder für den Großkönig unterwirft und sich dort kurzzeitig selbst als König und Satrap einsetzt.
*'''404:''' Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
*'''405:''' Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.
 
==ÄGYPTEN==
Spätzeit, 30. Dynastie
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_II. Pharao Nektanebos II. (359-341)] <br />
 
*'''359:''' Anschließend besteigt Nectanebo II den Thron und ist damit der dritte und letzte Herrscher der 30. Dynastie.​ - Zu Beginn seiner Regierungszeit leitet Nectanebo II in Memphis die Bestattungszeremonie eines Apis-Stieres und lässt an den östlichen und westlichen Apis-Tempeln neue Reliefdekorationen anbringen. Er errichtet unter anderem einen Tempel des Khnum auf der Insel Abu (Elephantine) und einen Amun-Tempel in Sekhtam und stiftet ein Diorit-Naos für Anhur-Schu, dessen Fragment in Tjebnutjer gefunden wird. Unter seiner Herrschaft gewinnt der Buchis-Kult stark an Popularität, und er erlässt ein Dekret, das Steinbrucharbeiten in den „Geheimnisvollen Bergen“ bei Abydos verbietet.​ - Nectanebo II entfaltet eine sehr umfangreiche Bautätigkeit im ganzen Land, die an das Niveau großer Könige des Neuen Reiches heranreicht. Sein Name erscheint an zahlreichen bedeutenden Kultorten wie Heliopolis, Athribis und Bubastis, während er in seinem Heimatgebiet Sebennytos und am heutigen Behbeit el-Hagar besonders intensiv baut. Die Reliefs der Tempel von Sebennytos prägen später deutlich den Stil der ptolemäischen Kunst. Seine starke religiöse Bautätigkeit dient neben persönlicher Frömmigkeit wahrscheinlich auch dazu, seine Stellung als Usurpator durch religiöse Legitimation zu festigen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Tachos Pharao Tachos (360-359)] [[-351#ÄGYPTEN | Fortsetzung 351]]
*'''360:''' Zu Beginn des Jahres 360 v. Chr. bereitet Teos, Vorgänger und Onkel Nectanebos, einen großen Angriffskrieg gegen äußere Feinde vor und sammelt Heer und Flotte entlang der Mittelmeerküste. Nectanebo II begleitet Teos auf diesem Feldzug und führt dabei die ägyptischen machimoi-Truppen. Teos finanziert den Krieg, indem er neue Steuern erhebt und Tempelbesitz beschlagnahmt, was besonders die Priesterschaft empört und Nectanebo ihre Unterstützung zuführt. Teos ruft Agesilaos von Sparta und Chabrias aus Athen zu Hilfe, doch Agesilaos weigert sich, gegen Ägypter zu kämpfen, und Chabrias kehrt mit seinen Söldnern nach Athen zurück. Teos flieht daraufhin an den persischen Hof und stirbt später dort eines natürlichen Todes.​ In Ägypten tritt nun ein Thronprätendent aus Mendes auf, der sich zum Pharao ausruft und vermutlich aus der Familie des früheren Königs Nepherites I. stammt. Der Usurpator versucht, Agesilaos auf seine Seite zu ziehen, doch dieser bleibt aus Furcht, als Verräter zu gelten, Nectanebo treu. Im Nildelta geraten Nectanebo und Agesilaos in einer Stadt in eine Belagerung durch die zahlenmäßig überlegenen Anhänger des Prätendenten, können aber im Herbst 360 v. Chr. den Aufstand militärisch niederschlagen.
 
==KUSCH==
 
*'''369:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Harsiotef König Harsiotef (404-369)]
 
==KARTHAGO==
 
*beim nächsten Eintrag [[-350#KARTHAGO | Fortsetzung 350]]
 
==INDIEN==
 
'''Anuradhapura'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mutasiva König Mutasiva (367–307)] <br />
 
*'''367:''' Mutasiva ist König des Königreichs Anuradhapura in Sri Lanka, dessen Hauptstadt Anuradhapura ist. Er ist der Sohn von König Pandukabhaya. Bis 307 regiert er sechzig Jahre lang. Seine Regierungszeit ist von einem ununterbrochenen Frieden im Land geprägt. Während seiner Herrschaft ist den Menschen die Existenz der Perlen vor der Küste von Ceylon bekannt. Sie kennen acht verschiedene Perlensorten und betreiben den Abbau von Edelsteinen. In dieser Zeit lässt Mutasiva den Mahamevnāwa-Park in Anuradhapura anlegen, der als der größte und schönste Park im alten Lanka gilt. Er ist auch der erste König, der einen Park errichten lässt. Mutasiva hat zehn Söhne, von denen einige – Devanampiya Tissa, Uttiya, Mahasiva, Suratissa und Asela – ihm als Könige nachfolgen. [[-307#INDIEN | Fortsetzung 307]]
*'''367:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pandukabhaya König Pandukabhaya (437–367)]
 
==CHINA==
Zeit der Streitenden Reiche <br />(39./40. Zyklus - Jahr des Feuer-Hasen; am Beginn des Jahres Feuer-Tiger)
 
'''Qin'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xiao_of_Qin Herzog Xiao (361-338)] <br />Der Staat Zhao greift den Verbündeten Wei an und erobert die Orte Qi und Fuqiu, worauf Wei Zhao‑Hauptstadt Handan belagert. Während Weis Hauptheer vor Handan steht, nutzt Herzog Xiao die Lage und schickt ein Qin‑Heer gegen die Weis Festung Yuanli; es tötet 7000 Soldaten von Wei und besetzt Shaoliang. Im gleichen Jahr befiehlt Herzog Xiao Gongsun Zhuang einen Angriff auf Han und die Belagerung von Jiaocheng; obwohl die Stadt nicht fällt, sichern sich die Qin‑Truppen Shangzhi, Anling und Shanshi und befestigen sie als Einflussbrücke in die Grenzregion von Han und Wei.
*[[-352#CHINA | Fortsetzung 352]]
 
*'''355:''' Die Reformen vom Vorjahr beginnen die Staatskraft Qins deutlich zu steigern. 358 v. Chr. schlägt Qin Han bei Xishan, 357 v. Chr. schickt der Chu‑König Xuan seinen rechten Hofminister Hei zur Heirat mit der Tochter Herzog Xiaos nach Qin, wodurch ein Bündnis entsteht, und 355 v. Chr. trifft Herzog Xiao König Hui von Wei zu einem Gipfel in Duping, was Qins Rückkehr in die Bündnispolitik der Großmächte markiert. Die innenpolitischen Veränderungen machen Qin zunehmend zu einem straff organisierten, militaristischen Staat, in dem strenge Gesetze, militärische und landwirtschaftliche Leistungen sowie Zwangsumsiedlungen zur Urbarmachung neuer Gebiete das gesellschaftliche Leben prägen. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]]
*'''356:''' 356 v. Chr. ernennt Herzog Xiao Shang Yang zum linken Hilfskanzler (zuo shuzhang) und startet damit die erste große Reformphase. Nun folgen Maßnahmen wie die Neuordnung der Haushaltsregistrierung, Einführung einer strengen Kollektivhaftung (Lianzuo‑System), drakonische Militärgesetze mit klaren Belohnungen für Kampferfolge, Abschaffung erblicher Adelsprivilegien und Aufbau eines Zwanzigrang‑Systems militärischer Adelstitel. Parallel werden Landwirtschaft und Weberei gefördert, Privatfehden hart bestraft, das Qin‑Recht kodifiziert und die Kernfamilie gegenüber Großsippen gestärkt.
*'''361:''' 361 v. Chr. stirbt Herzog Xian nach 24 Regierungsjahren, und sein 21‑jähriger Sohn Ying Quliang besteigt als Herzog Xiao von Qin den Thron. Zu dieser Zeit sind die sechs Großmächte der Streitenden Reiche bereits ausgebildet, das Zhou‑Königtum ist geschwächt, Wei hält weiterhin die frühere Hexi‑Region Qin, und Qin gilt, im fernen Westen isoliert, als „barbarischer“ Randstaat. Herzog Xiao will die Hegemonie seines Ahnherrn Herzog Mu wiederherstellen und erlässt einen berühmten öffentlichen Aufruf, in dem er fähige Männer auffordert, Strategien zur Stärkung Qins vorzulegen, und ihnen hohe Ämter sowie Land in Aussicht stellt. Im selben Jahr führt er zwei Feldzüge: nach Osten zur Belagerung der Stadt Shan (bei heutigem Hancheng) und nach Westen gegen die Westlichen Rong, wobei der Rong‑König Gua getötet wird; Zhao und Han nutzen den Herrscherwechsel und greifen Qin gemeinsam an. In diese Situation fällt der Aufruf auch in andere Staaten; der aus Wei stammende Rechtsgelehrte Wei Yang, später Shang Yang genannt, erfährt davon. Shang Yang dient zunächst als Mitarbeiter des Premierministers Gongshu Cuo in Wei und reist nach dessen Tod mit dem Gesetzeswerk „Kanon des Rechts“ nach Qin. Er wird durch den Günstling Jing Jian bei Herzog Xiao eingeführt und hält nacheinander mehrere Audienzen: zuerst vertritt er den „Weg des Kaisers“ (dao der Heiligen Könige), dann den „Weg des Königs“ (herrschen durch Wohlwollen), erreicht aber keine Zustimmung. In einer weiteren Audienz spricht er vom „Weg des Hegemons“ und erkennt zugleich, dass der Herzog schnelle, praktische Erfolge in seiner eigenen Lebenszeit anstrebt. In einer vierten, sehr langen Unterredung legt Shang Yang schließlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Staat und Finanzen vor, und Herzog Xiao ist so vertieft, dass er unbewusst näher zu ihm rückt; sie diskutieren tagelang ohne Ermüdung. Auf dieser Grundlage entwerfen sie Reformpläne, die trotz heftiger Opposition konservativer Adliger von Herzog Xiao voll unterstützt und schrittweise umgesetzt werden. Bereits 359 v. Chr. erlässt der Herzog auf Shang Yangs Drängen das „Landurbar‑Edikt“ (Ken-cao-Ling), das als Auftakt zur großen Reform gilt und vor allem die Landwirtschaft fördern, den Handel eindämmen, Adlige zur Feldarbeit heranziehen, Steuern vereinheitlichen und die Vorrangstellung der Landwirtschaft im Wertesystem verankern soll.
*'''366:''' Im Jahr 366 v. Chr. besiegt Qin unter dem künftigen Herzog Xian ein Bündnis aus Han und Wei in der Schlacht von Shimen; Soldaten werden nach der Zahl abgeschlagener Feindköpfe befördert, und Qin entreißt Wei weiteres Land.
*'''382:''' Herzog Xiao von Qin (persönlicher Name Ying Quliang) wird am 6. Dezember 382 v. Chr. im 4. Regierungsjahr seines Vaters Herzog Xian geboren.
 
'''Zhou'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xian_of_Zhou König Xian (368–321)] <br />
 
*'''368:''' Ji Bian übernimmt die Herrschaft und wird König Xian von Zhou.​ Während seiner Regierungszeit schickt er Geschenke an viele der feudalen Staaten, insbesondere an die Staaten Qin und Chu, die formell seine Vasallen sind.​ Spät in seiner Regierungszeit erklären sich die Herrscher dieser Staaten selbst zu Königen und erkennen den König von Zhou nicht mehr einmal nominell als ihren Oberherrn an. [[-321#CHINA | Fortsetzung 321]]
*'''369:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Lie_of_Zhou König Lie (375–369)]
 
'''Zhao'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br />
 
*'''372:''' Cheng: Im Jahr 372 v. Chr. lässt Marquess Cheng bei Xingdi, dem Gebiet des heutigen Xingtai in der Provinz Hebei, einen hölzernen Aussichtsturm errichten, der „Tantai“ heißt. Dieser Turm dient als erhöhter Beobachtungs‑ und Repräsentationspunkt, von dem aus er auf die übrigen Staaten der Streitenden Reiche blickt; der Ort erhält später nach diesem Bauwerk den Namen „Xingtai“. In den folgenden Jahren verschärft sich die Rivalität zwischen Zhao und dem mächtigen Nachbarn Wei unter König Hui, der seine militärische Überlegenheit auszuspielen versucht. Wei greift wiederholt in die Auseinandersetzungen unter den nordchinesischen Staaten ein und sieht im wachsenden Zhao einen wichtigen Gegner. [[-353#CHINA | Fortsetzung 353]]
*'''374:''' Cheng:  Marquess Cheng von Zhao, mit persönlichem Namen Zhao Zhong, ist Markgraf des Staates Zhao und Sohn des Markgrafen Jing, den er nach dessen Tod als Herrscher von Zhao ablöst. Seine Regierungszeit liegt in der mittleren Phase der Streitenden Reiche, etwa von der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 350 v. Chr. Zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt Zhao Zhong – nun Marquess Cheng – den Thron des Staates Zhao von seinem Vater Marquess Jing und stabilisiert zunächst die Nachfolge im Herrscherhaus. In dieser Zeit festigt er die Stellung Zhaos in der durch Rivalität zwischen Zhao, Wei, Han und anderen Staaten geprägten politischen Ordnung.
*'''375:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Jing_of_Zhao Markgraf Jing (386–375)''']
'''Wei'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei Markgraf Hui (369–344)] <br />Wei beginnt mit einer Belagerung von Handan, der Hauptstadt des Staates Zhao, die sich bis ins Folgejahr hinzieht und den Staat Qi auf den Plan rufen wird.
*[[-350#CHINA | Fortsetzung 350]]
 
*'''361:''' Hui verlegt die Hauptstadt von Anyi nach Daliang, um sie vor dem Zugriff des Qin-Staates zu schützen. Anyi liegt auf einem Plateau südlich des Fen-Flusses, nahe des Zusammenflusses von Fen-, Wei- und Gelbem Fluss. Daliang befindet sich im Südosten von Wei an der Grenze zum Staat Song. Von da an wird Wei kurzzeitig auch Liang genannt. In den Jahren 361–355 führt Hui mehrere persönliche Treffen mit Herrschern benachbarter Staaten durch. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]]
*'''362:''' Zwischen 362 und 359 tauscht Hui Gebiete mit Zhao im Norden und Han im Süden aus. Dadurch schafft er sinnvollere Staatsgrenzen, sichert die neue Hauptstadt und erhält mehr Kontrolle über wichtige Handelswege.
*'''369:''' Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Marquess Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn von Marquess Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
*'''370:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Wu_of_Wei Markgraf Wu (396–370)]
 
'''Qi'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Wei_of_Qi König Wei (356–320)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Guiling '''Schlacht von Guiling (354-353)'''] <br />Der Staat Wei führt ein großes Heer gegen den Staat Zhao und belagert dessen Hauptstadt Handan. Die Belagerung zieht sich hin, Zhao erleidet schwere Verluste und ist militärisch stark geschwächt; im Folgejahr wird Qi um Hilfe gebeten.
*[[-353#CHINA | Fortsetzung 353]]
 
*'''356:''' Wei übernimmt um 356 die Herrschaft in Qi nach dem Tod seines Vaters. Er nennt sich als Erster Herrscher von Qi "König".​ Er erweist sich als würdiger Herrscher mit großem Einfluss und Wohlstand im Staat. Die Bürger gelten als fähig, die Generäle als entschlossen und die Armee als stark. Er geht sehr besonnen mit seinen Untergebenen um. Als Spione berichten, dass der General Zhangzi zum Feind (Qin) übergelaufen ist, glaubt König Wei dies nicht und behält Vertrauen. Bald darauf gewinnt Qi einen entscheidenden Sieg; Zhangzi wird als treu erwiesen und der König von Qin bittet Qi um Entschuldigung.​ Darüber hinaus ermuntert König Wei Kritik an seiner Person und belohnt nach einem gestaffelten System: Wer ihn persönlich kritisiert, erhält die höchste Belohnung, schriftliche Kritik bringt die zweithöchste und weitergeleitete Kritik die geringste Belohnung. Dies führt zunächst zu reger Kritik ("wie ein Marktplatz" vor seinem Zimmer). Nach einem Jahr existieren keine Petitionen mehr, weil alle Probleme gelöst sind und die Staaten Yan, Zhao, Han und Wei seinem Hof ihre Referenz erweisen.​ - Wei setzt Sun Bin als militärischen Berater ein. Sun Bin ist zuvor von Pang Juan (Wei) bestraft und an den Knien verstümmelt worden. Tian Ji, ein Befehlshaber von Qi, bringt Sun Bin auf Weisung des Königs nach Qi. Da Sun Bin nicht reiten kann, lehnt er den Armeebefehl ab, aber entwickelt in der Folge die Strategien zum Sieg von Qi in der Schlacht von Maling 342, was den Rivalenstaat Wei schwächt und Pang Juan den Tod bringt. Später in der Herrschaft führt König Wei militärische Aktionen gegen Qin und Zhao.​ - Wei lässt ein bronzenes Ritualgefäß gießen, das die früheste bekannte Erwähnung des Gelben Kaisers trägt (Chen Hou Yinqi dui).​ - Wei ist verheiratet mit Königin Wei; zudem gibt es Wey Ji (Clan von Wey), Mutter des Prinzen Jiaoshi, sowie Yu Ji (Clan von Yu, mit Namen Juanzhi). Seine Söhne sind Kronprinz Pijiang (regiert später als König Xuan von Qi), Prinz Ying (Vater von Lord Mengchang), Lord Jingguo (Premierminister, erhält das Lehen Xue 322 v. Chr.) und Prinz Jiaoshi. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]]
*'''357:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huan_of_Tian_Qi Herzog Huan (374–357)]
*'''376:''' Wei wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Viscount Xiang, Viscount Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Consort Xiao.​
 
'''Chu'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />Während seiner Regierungszeit entsendet Chu Truppen, um den Staat Zhao gegen eine Invasion des Staates Wei zu unterstützen.
*[[-340#CHINA | Fortsetzung 340]]
 
*'''369:''' King Xuan von Chu wird als Sohn von König Dao des Staates Chu geboren.​ Sein älterer Bruder König Su regiert vor ihm und stirbt 370 v. Chr. ohne Nachkommen.​ Xiong Liangfu folgt daraufhin seinem Bruder nach und wird 369 v. Chr. als König Xuan König des Staates Chu.​ Er gehört zum Haus Mi und herrscht in der Zeit der Streitenden Reiche. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]]
==JAPAN==
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br />
 
*'''392:''' Nach dem Tod seines Vaters besteigt Kōan am 27. Tag des 1. Mondmonats des Folgejahrs den Thron. Er gilt nach den Chroniken Kojiki und Nihonshoki als 6. Tennō von Japan. Die historische Existenz Kōans bleibt zweifelhaft, da er zu den "acht undokumentierten Kaisern" gehört, über die es nur knappe Überlieferungen gibt. Sein Eigenname lautet nach dem Nihonshoki Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter ist Yoso-tarashi-hime; laut Kojiki heißt er Ō-yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter Yoso-taho-hime no mikoto. [[-342#JAPAN | Fortsetzung 342]]
*'''393:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Tennō Kōshō (475–393)]
*'''408:''' Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.


==QUELLEN==
==QUELLEN==
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16.07.2023 Grundstock erstellt
16.07.2023 Grundstock erstellt
14.01.2026 Grundstock ergänzt


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Aktuelle Version vom 14. Januar 2026, 19:04 Uhr

-357 | -356 | -355 | -354 | -353 | -352 | -351

WELTALL

GERMANEN

KELTEN

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CD = 400)

  • Konsul Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus (1. Amtszeit)
    Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus bekleidet erstmals das Konsulat.
  • Konsul Marcus Popillius Laenas (3. Amtszeit?)
    Für das Jahr 354 berichtet Titus Livius, dass einige Annalisten einen Konsul mit dem Namen Marcus Popillius nennen, der meist mit Marcus Popillius Laenas identifiziert wird. Wäre diese Identifizierung richtig, ist zum dritten Mal Konsul, doch eine andere von Livius überlieferte Tradition und die sonstige Überlieferung nennen stattdessen Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus, während der andere Konsul jedenfalls Marcus Fabius Ambustus ist.
  • Die Samniten im Süden Italiens schließen einen Vertrag mit der Römischen Republik, in dem der Fluss Liris als Grenze zwischen den beiden Völkern festgelegt wird. Das Zweckbündnis, um sich gegen die Kelten und gegen die umliegenden Völker behaupten zu können, hält allerdings nur bis ins Jahr 343 v. Chr., in dem der erste der Samnitenkriege ausbricht.
  • Fortsetzung 353
  • 355: Konsul Gaius Sulpicius Peticus (3. Amtszeit) 356 v. Chr. ist Sulpicius einer der Interreges, die die Wahlen für das folgende Jahr durchführen, und wirkt daran mit, dass entgegen den Licinisch‑Sextischen Gesetzen wieder zwei Patrizier zu Konsuln gewählt werden. Er gehört selbst zu den Gewählten und tritt 355 v. Chr. sein drittes Konsulat an, das er gemeinsam mit seinem früheren Magister equitum Marcus Valerius Poplicola ausübt. Beide Konsuln geraten in heftige Konflikte mit den Volkstribunen, weil sie für das nächste Jahr erneut die Wahl zweier patrizischer Konsuln durchsetzen wollen, und setzen ihren Plan trotz starken Widerstands durch. Für das Jahr 355 v. Chr. berichten einige römische Historiker nach Livius, beide Konsuln zögen gegen die Tiburtiner ins Feld und eroberten ohne größere Mühe die Stadt Empulum. Andere Quellen schreiben diese Unternehmung allein Valerius zu, während Sulpicius gleichzeitig gegen die Etrusker von Tarquinii kämpft. Fortsetzung 354
  • 356: Diktator Gaius Marcius Rutilus 356 v. Chr. wird er zum Diktator ernannt, um eine Invasion der Etrusker abzuwehren, die in das römische Gebiet eindringt. Er greift das etruskische Heer in seinem Feldlager überraschend an, schlägt es, vertreibt die Etrusker aus dem römischen Territorium und erhält dafür auf Wunsch des Volkes, gegen den Willen des Senats, einen Triumphzug.
  • 356: Konsul Marcus Popillius Laenas (2. Amtszeit) Im folgenden Jahr 356 v. Chr. ist Marcus Popillius Laenas zum zweiten Mal Konsul und hat Marcus Fabius Ambustus zum Amtskollegen. Er führt erneut Krieg gegen die Tiburtiner, treibt sie in ihre Städte zurück und verwüstet ihre Felder.
  • 357: Konsul Gaius Marcius Rutilus (1. Amtszeit) Vor 357 v. Chr. gehört Gaius Marcius Rutilus der plebejischen Familie der Marcier an und macht eine politische Karriere, die ihn für höhere Ämter qualifiziert. 357 v. Chr. wird er zum ersten Mal zum Konsul gewählt und tritt als römischer Konsul in das höchste ordentliche Staatsamt ein.
  • 357: Ädil Marcus Popillius Laenas Vermutlich in seiner Eigenschaft als Ädil verurteilt Marcus Popillius Laenas 357 v. Chr. Gaius Licinius Stolo zu einer Geldbuße. Anlass ist der Vorwurf, Stolo habe sein eigenes Ackergesetz verletzt, das den Höchstbesitz an Staatsland auf 500 Iugera begrenzt und mit dem er sich stark für die Gleichberechtigung der Plebejer eingesetzt hat.
  • 358: Diktator Gaius Sulpicius Peticus In denselben Jahren nehmen nach einer etwa dreißigjährigen Pause die Angriffe der Gallier auf Mittelitalien wieder ihren Anfang. 358 v. Chr. wird Sulpicius nach Livius wegen eines Galliereinfalls zum Diktator ernannt und wählt Marcus Valerius Poplicola zu seinem Magister equitum, während Polybios demgegenüber berichtet, die Römer wagten nicht, sich den Galliern zu stellen. Sulpicius zögert den entscheidenden Kampf zunächst hinaus, was bei seinen Soldaten Unmut hervorruft, entschließt sich dann zur Schlacht und setzt dabei eine Kriegslist ein, die später auch andere römische Feldherren nachahmen; Appian überliefert dazu eine abweichende, historisch wohl ebenfalls wenig zuverlässige Darstellung und nennt die Boier als Gegner. Nachdem Sulpicius die Gallier deutlich besiegt hat, feiert er nach Livius einen Triumph über sie und stiftet einen bedeutenden Goldbetrag aus der Beute als Weihgabe auf dem Kapitol; nach den Acta Triumphalia handelt es sich dabei bereits um seinen zweiten Triumph.
  • 359: Konsul Marcus Popillius Laenas (1. Amtszeit) 359 v. Chr. erreicht Marcus Popillius Laenas zum ersten Mal das Konsulat und teilt es mit Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus. Beide Konsuln wehren gemeinsam einen plötzlichen nächtlichen Angriff der Tiburtiner auf Rom erfolgreich ab. Er bekleidet außerdem das Priesteramt eines flamen Carmentalis. Während seines ersten Konsulats führt er in dieser priesterlichen Funktion gerade ein Staatsopfer durch, als er von einem Aufruhr der Volksmenge gegen den Senat erfährt. Noch in seinen priesterlichen Mantel, die laena, gehüllt, eilt er zur rebellischen Plebs und beruhigt sie durch seine Autorität und Redegabe. Cicero erklärt aus dieser Episode irrtümlich die Entstehung des Beinamens Laenas, während dieser Name in Wirklichkeit wohl ein ursprünglich etruskischer Gentilname ist, der sich im Laufe der Zeit zu einem Cognomen wandelt.
  • 360: Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus Im Jahr 360 v. Chr. ist der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus magister equitum. Er setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
  • 361: Konsul Gaius Sulpicius Peticus (2. Amtszeit) 361 v. Chr. erreicht Sulpicius zum zweiten Mal das Konsulat, diesmal gemeinsam mit Gaius Licinius Stolo. Livius berichtet, dass die Kämpfe gegen die Herniker wiederaufgenommen werden, beide Konsuln erfolgreich auf feindliches Gebiet vorrücken und die Stadt Ferentinum in Latium erobern; wahrscheinlich schreiben die Triumphalakten Sulpicius für diese Erfolge einen, bei Livius nicht ausdrücklich erwähnten, Triumph zu.
  • 361: Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus gehört zur gens Quinctia. Im Jahr 361 v. Chr. übernimmt er das Amt des Diktators in Rom. Er führt ein erfolgreiches Gefecht gegen die Gallier und erhält dafür einen Triumphzug.
  • 361: 361 v. Chr. dient Titus Manlius Imperiosus Torquatus als Militärtribun im Heer des Konsuls Titus Quinctius Poenus Capitolinus Crispinus gegen die Gallier am Anio. Ein riesenhafter Gallier fordert die Römer zum Zweikampf heraus, doch lange wagt niemand anzutreten, bis Titus mit Zustimmung des Konsuls hervortritt. Obwohl körperlich unterlegen, tötet er den Gallier mit Hieben in Bauch und Unterleib, nimmt dem Toten das Halsgeschmeide (torc) ab und legt es sich um den eigenen Hals, woraus sich sein Beiname Torquatus ableitet, der später an seine Nachkommen weitergegeben wird.
  • 362: Legat Gaius Sulpicius Peticus 362 v. Chr. wirkt der ehemalige Konsul Sulpicius nach der wohl zutreffenden livianischen Überlieferung als Legat des plebejischen Konsuls Lucius Genucius Aventinensis im Krieg gegen die Herniker. Als der Konsul im Kampf fällt, schlägt Sulpicius einer Tradition zufolge einen Angriff der Herniker auf das römische Lager zurück, noch bevor der Diktator Appius Claudius Crassus Inregillensis mit seinen Truppen eintrifft.
  • 362: Diktator Appius Claudius Crassus Im Jahr 362 v. Chr., nach dem Tod des plebejischen Konsuls des Jahres, wird Claudius zum Diktator ernannt. Er führt Feldzüge gegen die Herniker, erzielt einige Erfolge, erleidet dabei aber selbst schwere Verluste; Oakley hält auch diese Diktatur für zweifelhaft, während Ferenczy sowohl das Amt als auch den Feldzug für historisch akzeptiert.
  • 363: Titus Manlius Imperiosus Torquatus wächst als Angehöriger der alten patrizischen gens Manlia in Rom auf und gilt später als einer der frühen Helden der Republik. Sein Vater, Lucius Manlius Capitolinus Imperiosus, wird 363 v. Chr. zum Diktator ernannt, angeblich um religiöse Pflichten zu erfüllen, beginnt aber stattdessen mit Kriegsrüstungen. Dies ruft starken Widerstand der Volkstribunen hervor, und nach dem Rücktritt des Vaters wird gegen ihn ein Prozess vorbereitet, in dem man ihm auch vorwirft, den stotternden Titus von Rom verbannt und zur Landarbeit gezwungen zu haben. Titus erfährt von der drohenden Anklage und geht noch im selben Jahr zum Haus des Tribunen Marcus Pomponius, wo man von ihm weitere Belastungen des Vaters erwartet. Als man ihn unter vier Augen einlässt, zieht er ein verborgenes Messer, droht dem Tribunen mit dem Tod und zwingt ihn, öffentlich zu schwören, keine Volksversammlung zur Anklage seines Vaters abzuhalten, was Pomponius dann auch tut. Durch diese als vorbildliche kindliche Pietät gedeutete Tat gewinnt Titus Ansehen und wird noch im selben Jahr zum Militärtribunen gewählt.
  • 364: Konsul Gaius Sulpicius Peticus (1. Amtszeit) 364 v. Chr. bekleidet Sulpicius sein erstes Konsulat zusammen mit Gaius Licinius Calvus, wie die Fasti Capitolini bezeugen, während die Darstellung bei Livius, die Gaius Licinius Stolo als Kollegen nennt, als weniger zuverlässig gilt. In diesem Jahr herrscht in Rom eine schwere Pest, und zur Besänftigung der Götter werden erstmals etruskische Bühnenspiele aufgeführt.
  • 364: Marcus Popillius Laenas ist im 4. Jahrhundert v. Chr. ein zum plebejischen Geschlecht der Popillier gehöriger Politiker der Römischen Republik und wird vier- oder fünfmal Konsul (359, 356, möglicherweise 354, 350 und 348 v. Chr.). Sein Vater trägt nach den Triumphalfasten ebenfalls das Pränomen Marcus, sein Großvater heißt Gaius. Das erste sicher bezeugte Amt seines cursus honorum ist die kurulische Ädilität, die er 364 v. Chr. innehat, kurz nachdem dieses Amt zwei Jahre zuvor eingeführt worden ist. Als kurulischer Ädil veranstaltet er gemeinsam mit seinem Amtskollegen die ersten ludi scaenici (Theaterspiele) in Rom.
  • 366: Zensor Gaius Sulpicius Peticus Gaius Sulpicius Peticus ist in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. ein bedeutender Politiker der römischen Republik aus der patrizischen gens Sulpicia; sein Vater heißt Marcus, sein Großvater Quintus. Sein erstes sicher fassbares Auftreten in den Quellen ist 380 v. Chr., als er als Konsulartribun amtiert. 366 v. Chr., im Jahr, in dem mit Lucius Sextius Sextinus Lateranus erstmals ein Plebejer das Konsulat innehat, ist Sulpicius Zensor und legt sein Amt nieder, weil sein Amtskollege während der laufenden Zensur stirbt und die religiösen Vorschriften seinen Rücktritt verlangen.
  • 368: Appius Claudius Crassus Inregillensis ist vermutlich Sohn von Claudius Crassu und hält im Senat eine Rede, in der er sich erfolglos gegen den Vorschlag wendet, das Konsulat für Plebejer zu öffnen. Der Althistoriker Oakley verwirft jedoch die Historizität dieser Rede, da weder Livius noch seine Quellen über authentische Belege verfügen können und die plebeierfeindliche Haltung der Claudier ein wiederkehrendes Stereotyp der Überlieferung bildet.

ILLYRER

GRIECHEN

(2./3. Jahr der 106. Olympiade)

Tarent

  • 361: Archytas: Die Verbindung zu Platon gewinnt 361 entscheidende Bedeutung, als Platon beim Tyrannen Dionysios II. von Syrakus in Ungnade fällt, in Lebensgefahr gerät und [Archytas um Hilfe bittet. Archytas reagiert auf Platons Hilferuf, veranlasst die Tarentiner, eine Gesandtschaft nach Syrakus zu entsenden, und bewirkt, dass Platon die Erlaubnis zur sicheren Abreise erhält, wodurch er dessen Leben rettet. Während dieser Zeit bleibt Archytas selbst politisch einflussreich, gerät aber in Syrakus in Konflikte mit Dionysios und fällt zeitweise in Ungnade, wobei die Details der Auseinandersetzungen in den Quellen nur angedeutet überliefert sind. Nach Platons Rettung setzt Archytas seine Tätigkeit als führender Staatsmann und Stratege Tarents sowie des Bundes fort und verteidigt die griechischen Siedlungen weiter gegen italische Gegner. Fortsetzung 350
  • 388: Archytas: Während seiner politischen Karriere pflegt [Archytas enge Beziehungen zu anderen führenden Griechen der Zeit. Um 388 v. Chr. begegnet er Platon auf dessen erster Italienreise, nimmt ihn als Gastfreund auf und begründet eine persönliche Freundschaft.

Syrakus

  • Dion von Syrakus (55)
    Dions eigene Mittel sind erschöpft, er versucht durch Konfiskation von Gütern seiner Gegner und durch Beiträge seiner Anhänger den Sold aufzubringen. Rückstände in der Soldzahlung erzeugen Unmut in der Bevölkerung und schwächen sogar die Loyalität der Söldner, die die Aussichtslosigkeit der Lage erkennen. Der athenische Offizier Kallippos, einst Dions Gastfreund und Vertrauter, nutzt diese Situation und organisiert einen Staatsstreich. Seine Anhänger besetzen Schlüsselstellungen, dringen in Dions Haus ein und ermorden ihn in Syrakus, wobei keiner der anwesenden Freunde oder Leibwächter eingreift. Kallippos rechtfertigt die Tat als Tyrannenmord und setzt sich als führender Politiker durch, ohne jedoch eine neue Tyrannis zu errichten; die demokratischen Institutionen bleiben formal bestehen. Der Kampf gegen die verbliebenen Anhänger Dionysios’ II. auf Sizilien geht weiter. Dions Schwester Aristomache und seine Gattin Arete werden nach seinem Tod inhaftiert, wobei Arete wahrscheinlich noch im Gefängnis einen Sohn zur Welt bringt. Sie hat bereits einen Sohn namens Hipparinos; aus Furcht vor möglichen dynastischen Ansprüchen dionischer Parteigänger hält das Regime beide Frauen fest, lässt sie nach dem Sturz des Kallippos frei und nach Griechenland bringen, wo sie jedoch auf der Überfahrt umkommen.
    In der Antike entsteht ein umfangreiches, zum größten Teil verlorenes Schrifttum über Dion, dessen Urteile zwischen Bewunderung und Kritik schwanken. Wegen Platons Autorität setzt sich langfristig eine sehr positive, idealisierende Sicht durch, in der Dion als patriotischer Philosoph erscheint. In der dionfreundlichen Tradition wird Dion in einem Platon zugeschriebenen Epigramm als ruhmreicher Sieger über die Tyrannis gefeiert, dessen Hoffnungen durch Daimonen zerstört werden. Der siebte Brief Platons schildert Dion als Mann, der Syrakus und ganz Sizilien von Knechtschaft befreien und mit den besten Gesetzen versehen will, um den platonischen Idealstaat soweit möglich zu verwirklichen. Der vierte platonische Brief mahnt Dion zur Mäßigung seiner Ruhmsucht und warnt vor der Isolation, die aus Selbstherrlichkeit folgt, was zeigt, dass selbst ihm wohlgesinnte Platoniker seine mangelnde Konzilianz problematisch finden. Aristoteles stellt Dion in der Politik als beispielhaften Kämpfer gegen die Tyrannis dar, der nicht Reichtum oder Macht, sondern Ruhm sucht und dafür sein Leben riskiert, und erwähnt beiläufig seine Verachtung gegenüber dem trunksüchtigen Dionysios II. Weitere platonische und spätere Autoren wie Aischines von Sphettos, Timonides von Leukas, Diodor, Cicero, Valerius Maximus, Plutarch und Arrian zeichnen überwiegend ein vorteilhaftes Bild, wobei Plutarch zugleich Dions Schroffheit und Strenge hervorhebt und als Feldzugsmotiv eine persönliche Kränkung annimmt. Timonides’ Bericht, auf dem Plutarch wohl weitgehend beruht, ist jedoch ausdrücklich parteiisch zugunsten Dions. Parallel dazu entsteht eine dionfeindliche Tradition, deren Werke – etwa von Philistos, Athanis von Syrakus und Kallippos – verloren sind. Philistos interpretiert Dion aus tyrannenfreundlicher und karthagerfeindlicher Perspektive als Verräter, Athanis und andere Gegner betonen seine Machtpolitik und die Sicht der Anhänger des Herakleides. Spuren dieser dionfeindlichen Sicht finden sich bei Cornelius Nepos, der Dions anfängliche Tugend lobt, ihm aber später willkürliche und harte Maßnahmen vorwirft und sein Scheitern als Folge tyrannischer Methoden deutet. Athenaios berichtet, Dion sei getötet worden, als er selbst nach der Tyrannenherrschaft strebt.
    Artikel des Tages: Dion von Syrakus (* 409; † 354 in Syrakus) war ein griechischer Politiker auf Sizilien und Freund des Philosophen Platon. Als Vertrauter, Schwager und Schwiegersohn des Tyrannen Dionysios I. gehörte Dion zu den maßgeblichen Persönlichkeiten seiner Heimatstadt Syrakus, die damals einen großen Teil Siziliens beherrschte. Unter Dionysios II., dem Sohn und Nachfolger des Tyrannen, versuchte er seinen Einfluss zu wahren und mit Platons Hilfe zu festigen, wurde aber vom Herrscher in die Verbannung geschickt. Es gelang ihm, mit einer in Griechenland angeworbenen Söldner­streitmacht Dionysios II. zu stürzen und selbst die Staatsführung zu übernehmen. In den folgenden Machtkämpfen verlor er aber an Rückhalt in der Bevölkerung, wurde tyrannischer Bestrebungen verdächtigt und büßte auch die Unterstützung der Oberschicht ein. Er geriet in zunehmende Isolation und wurde schließlich ermordet. Damit scheiterte sein Versuch, eine neue Verfassung einzuführen. Inwieweit er sich von Prinzipien der platonischen Staatstheorie leiten ließ, ist umstritten. Die Nachwelt hat ihn meist als Musterbeispiel eines an der Realpolitik tragisch gescheiterten Idealisten betrachtet. In der modernen Forschung machen sich aber kritischere Einschätzungen geltend.
  • Fortsetzung 353
  • 355: Dionysios: 355 v. Chr. kapituliert diese Besatzung gegen freien Abzug. Apollokrates begibt sich zu seinem Vater aufs Festland. Dionysios II. zieht sich nach Lokroi, die Heimatstadt seiner Mutter Doris, zurück und versucht von dort, den Rest seines früheren Herrschaftsbereichs in Unteritalien und auf Sizilien zu behaupten. In Lokroi wird er zunächst bereitwillig aufgenommen, beginnt dann aber selbst als Tyrann zu herrschen. Feindlich gesinnte antike Quellen schreiben ihm in Lokroi brutale Gewalttaten zu. Fortsetzung 353
  • 356: Dion: In Syrakus wachsen unterdessen die Spannungen zwischen Dions Anhängern und jenen Kreisen, die ihn verdächtigen, eine neue Tyrannis anstreben zu wollen. Dions aristokratische Herkunft, sein Reichtum, seine lange Nähe zur Tyrannenfamilie und seine Weigerung, das Grab des Dionysios I. zu zerstören, erregen demokratisch gesinnte Misstrauen. Diese Gegner finden in Herakleides, dem populären Flottenbefehlshaber, einen Wortführer, der sich zunehmend als Rivale Dions profiliert. 356 v. Chr. beschließt die Volksversammlung eine Neuverteilung des Grundbesitzes, die Einstellung der Soldzahlungen an Dions Söldner und die Wahl neuer Befehlshaber, unter denen Herakleides, nicht aber Dion ist. Dion (63) zieht sich mit seinen Söldnern nach Leontinoi zurück, dessen Bürger sich der syrakusanischen Kontrolle entziehen wollen. Die dort angesiedelten ehemaligen Söldner Dionysios’ I. und ihre Nachkommen nehmen Dion freundlich auf und verleihen seinen Söldnern das Bürgerrecht. Als Dionysios’ Feldherr Nypsios von Ortygia aus einen Überraschungsangriff startet, geraten die Syrakuser in große Bedrängnis. Vornehme Bürger („Ritter“) und Bundesgenossen drängen auf einen Hilferuf an Dion, da sie bei einem Sieg des Tyrannen ihre Unabhängigkeit gefährdet sehen. Eine Delegation erreicht Dion in Leontinoi, der sofort mit seinen Söldnern aufbricht. In Syrakus versuchen seine Gegner zunächst, seine Rückkehr durch Besetzung der Stadttore zu verhindern, doch nach einem noch verheerenderen Angriff des Nypsios mit Massakern und Bränden lässt die Bürgerschaft Dion einziehen. Dion schlägt die Truppen des Nypsios zurück, die sich wieder in die Festung Ortygia zurückziehen. Die Gegner Dions sind nun geschwächt, da sie die Krise militärisch nicht meistern konnten. Es kommt zu einer Machtteilung: Dion wird erneut zum Oberbefehlshaber zu Lande gewählt, Herakleides erhält das Kommando über die Flotte. Die Konflikte über Grundbesitzordnung und Verfassung bleiben jedoch ungelöst, und Dion setzt die Wiederherstellung der früheren Besitzverhältnisse durch. Nach weiteren wechselhaften Kämpfen zu Land und zur See wird die Lage für die Besatzung von Ortygia unhaltbar, man einigt sich auf freien Abzug, und Dions Familie wird freigelassen. Nun kontrolliert Dion ganz Syrakus. Dion beginnt, seine politischen Vorstellungen zu verwirklichen, lässt die syrakusanische Flotte als angeblich nicht mehr benötigte, demokratieanfällige Institution auflösen und beruft ein Synhedrion zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung ein. In diesem Kollegium sitzen neben Syrakusern auch Korinther aus der oligarchisch regierten Mutterstadt, was die Demokraten zusätzlich verstimmt. Dion versucht, Herakleides zu integrieren, indem er ihn in das Synhedrion beruft, doch Herakleides weigert sich, mitzuarbeiten, und setzt seine Agitation gegen Dion fort. Dions Weigerung, den Oberbefehl nach dem Sieg niederzulegen und die Festung zu zerstören, verstärkt den Verdacht, er wolle selbst Tyrann werden. Der Konflikt eskaliert, und Herakleides wird von Anhängern Dions ermordet, vermutlich mit dessen Billigung, wenn auch vielleicht ohne ausdrücklichen Befehl. Der Mord erzeugt ungeheures Aufsehen und bestärkt viele Syrakuser in der Überzeugung, dass Dion bereits faktisch eine Gewaltherrschaft ausübt. Das Synhedrion arbeitet zwar weiter und entwirft eine Verfassung mit überwiegend aristokratischen Elementen im Sinne Dions, doch der Rückhalt in der Bürgerschaft ist stark geschwunden. Die Finanzierung der Söldner, auf deren Loyalität seine Macht nun beruht, wird zum Hauptproblem, da sie nach dem Sieg über Dionysios militärisch nicht mehr benötigt werden und die Volksversammlung keine weiteren Soldzahlungen bewilligt.
  • 357: Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit 367-357) 357 v. Chr. fährt Dionysios II. mit seiner Flotte nach Unteritalien, weil er dort den Angriff Dions erwartet. Dion landet jedoch mit etwa 800 Mann auf fünf Schiffen im Westen Siziliens auf karthagischem Gebiet. Die Karthager unterstützen seinen Zug, und wie von Dion erhofft, bricht ein allgemeiner Aufstand aus. Dion nimmt Syrakus fast mühelos ein, nur die stark befestigte Stadtfestung auf der Insel Ortygia, das Machtzentrum des Tyrannen, bleibt in der Hand der Söldner Dionysios’. Dionysios II. kehrt nach Ortygia zurück und beginnt Verhandlungen mit Dion, die jedoch scheitern. Nach verschiedenen Kämpfen verliert Philistos, der Befehlshaber der Flotte des Tyrannen, eine Seeschlacht gegen die Syrakuser und kommt dabei ums Leben. Die Lage Dionysios’ wird aussichtslos, und er entkommt mit einigen Schiffen vom belagerten Ortygia. Ein Teil seiner Söldner bleibt unter dem Kommando seines ältesten Sohnes Apollokrates in der Festung Ortygia zurück.
  • 357: Dion: 357 v. Chr. sammelt Dion (62) auf Zakynthos etwa 800 Mann auf fünf Schiffen und setzt nach Sizilien über. Nach zwölf Tagen erreicht die kleine Flotte Kap Pachynos, wird durch einen Sturm abgetrieben, landet schließlich bei Herakleia Minoa im karthagischen Machtbereich, wo der Kommandant Synalos Dion verpflegt und logistisch unterstützt. Dionysios II. hält sich mit der Flotte in Süditalien auf, da er den Angriff von dort erwartet, und Dion nutzt seine Abwesenheit zum raschen Vormarsch. Mehrere Städte lösen sich von der Herrschaft Dionysios’ II., schließen sich Dion an, und sein Heer wächst auf einige tausend Mann, wobei die Bundesgenossen vor allem Autonomie anstreben. In Syrakus erhebt sich die Bevölkerung gegen den abwesenden Tyrannen, dessen Macht vor allem auf Söldnern beruht. Der Befehlshaber Timokrates flieht, die Syrakuser empfangen Dion begeistert und wählen ihn und seinen Bruder Megakles zu Heerführern mit unbeschränkter Vollmacht. Nur die Festung Ortygia auf der Insel vor der Stadt bleibt in den Händen der Söldner Dionysios’, zu der Dionysios II. zurückkehrt und Verhandlungen mit Dion aufnimmt. Eine Einigung scheitert, da Dions Forderungen und die Interessen des Tyrannen unvereinbar sind, obwohl Dionysios II. die in seiner Gewalt befindlichen Angehörigen Dions als Druckmittel benutzt. Ein überraschender Ausfall der Söldner des Tyrannen wird nach schweren Kämpfen zurückgeschlagen, doch bleibt Dionysios II. militärisch dank Philistos und seiner Flotte zunächst im Vorteil. Die Lage wendet sich, als aus Griechenland eine Flotte unter Herakleides eintrifft, der das Kommando über die syrakusanische Seemacht übernimmt. Herakleides schneidet Ortygia von der Seezufuhr ab, eine Seeschlacht endet mit dem Sieg der Syrakuser und dem Tod von Philistos. Dionysios II. versucht nun, durch Verhandlungen seinen freien Abzug und die Rettung eines Teils seiner Macht und seines Besitzes zu erreichen, scheitert aber am Selbstbewusstsein der siegreichen Syrakuser und entkommt schließlich mit einigen Schiffen und Schätzen aus Ortygia, ohne die Festung aufzugeben.
  • 357: Hiketas stammt aus Syrakus und ist enger Freund des Politikers Dion, der 357 mit einem Söldnerheer Syrakus erobert und die Herrschaft des Dionysios II. stürzt. Nach Dions Sieg entstehen schwere innenpolitische Konflikte; Dion gerät in den Verdacht, selbst nach der Tyrannis zu streben und verliert zunehmend Rückhalt.
  • 360: Dionysios: 360/359 v. Chr. reist Platon abermals ab, da jede Grundlage für eine Zusammenarbeit mit Dionysios fehlt und er selbst in den Verdacht gerät, mit der Opposition zu sympathisieren. Spätestens nach diesem Scheitern sieht Dion keine Möglichkeit zur Versöhnung mehr und beginnt, gegen Dionysios II. zu agitieren. In den folgenden Jahren wirbt Dion Söldner für einen Feldzug gegen Dionysios an. Er rechnet damit, dass Dionysios allgemein verhasst ist und deshalb ein Aufstand ausbrechen wird, weshalb er eine relativ kleine Streitmacht für ausreichend hält.
  • 360: Dion: Platon erreicht nichts und reist 360 v. Chr. wieder ab. Auf der Heimreise trifft er Dion (49) in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
  • 361/360: Agathokles wird in Thermai auf Sizilien geboren. Schon früh beginnt Agathokles eine militärische Laufbahn und dient zunächst als Soldat, später als Offizier in Syrakus
  • 361: Dionysios: 361 v. Chr. bewirkt Dionysios II. eine dritte Sizilienreise Platons, weil er den Philosophen für sich gewinnen will. Platon verfolgt nun vor allem das Ziel, für Dion eine Begnadigung und Rückkehr zu erreichen. Der Tyrann stellt eine Heimkehrerlaubnis für Dion in Aussicht, zieht sie aber spätestens dann zurück, als er Berichte erhält, Dion arbeite mit Platons Schülern an seinem Sturz. Statt Dion zu begnadigen, lässt Dionysios II. dessen Besitz in Syrakus konfiszieren.
  • 361: Dion: Dion (48) hofft weiterhin auf Rückkehr und Rehabilitation. 361 v. Chr. reist Platon auf Drängen Dionysios’ II. ein drittes Mal nach Sizilien, um einerseits dem Tyrannen zu gefallen, andererseits Dion zu helfen, und bringt mehrere Schüler mit, darunter Speusippos und Xenokrates. Speusippos erkundigt sich in Syrakus nach der Stimmung der Bürgerschaft und prüft die Chancen eines gewaltsamen Sturzes der Tyrannis, was das Misstrauen Dionysios’ II. weckt. Dionysios II. konfisziert daraufhin Dions in Syrakus verbliebenen Besitz und befiehlt seiner Halbschwester Arete, Dions Frau, die Ehe aufzulösen und seinen Günstling Timokrates zu heiraten, womit eine Versöhnung mit Dion faktisch ausgeschlossen ist.
  • 365: Dionysios: 365/364 v. Chr. reist Platon aus Syrakus ab, da er nach Dions Verbannung keine Möglichkeit mehr sieht, sein politisches Reformprojekt zu verwirklichen. Dionysios II. schließt in der Folge Frieden mit den Karthagern.
  • 365: Dion: 365 v. Chr. reist Platon wieder ab, nachdem Dionysios II. eine Begnadigung Dions in Aussicht gestellt hat. In Griechenland empfängt man Dion (44) freundlich; aus seinen syrakusanischen Einkünften verfügt er über erhebliche Mittel, tritt glänzend auf, gewinnt Sympathien in Korinth, erhält in Sparta das Bürgerrecht und tritt in Athen in Platons Akademie ein. In Athen wohnt er bei Kallippos, mit dem er sich in die eleusinischen Mysterien einweihen lässt und der später sein Mörder wird.
  • 366/365: Timoleon: Mitte der 360er Jahre nimmt Timophanes mit Gewalt die Akropolis von Korinth in Besitz und macht sich faktisch zum Tyrannen. Timoleon, sein Bruder und um 411 geboren, hat ihm zuvor in einer Schlacht das Leben gerettet und ihn wiederholt gebeten, auf die Tyrannis zu verzichten. Als Timophanes nicht einlenkt, beteiligt sich Timoleon an dessen Ermordung, um die Tyrannis zu beenden. Viele Korinther billigen dies als patriotische Tat, doch seine Mutter verflucht ihn, und ein Teil der Mitbürger reagiert empört. Unter dem Eindruck des Brudermords zieht sich Timoleon aus Politik und öffentlichem Leben zurück. Dieser selbst auferlegte Rückzug dauert etwa zwanzig Jahre. [Die französische Wikipedia datiert den Brudermord auf das Jahr 366/365]
  • 366: Dionysios: 366 v. Chr. kommt Platons zweite Sizilienreise zustande, Dionysios II. empfängt ihn ehrenvoll und zeigt Interesse an der platonischen Philosophie. Platon wird aber durch seine enge Freundschaft mit Dion in die Hofintrigen hineingezogen, da sich eine Partei bildet, die Dions Bestrebungen bekämpft und ihm sowie Platon feindlich gegenübersteht. Anführer dieser Gegenpartei ist der Feldherr und Geschichtsschreiber Philistos, der einst bei Dionysios I. in Ungnade gefallen, verbannt und aus Syrakus entfernt worden war. Dionysios II. holt Philistos zurück, vermutlich um ein Gegengewicht zu Dions Einfluss zu schaffen. Dion plant zu dieser Zeit wohl bereits, Dionysios mit Platons Hilfe unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen. Die Gegenpartei versucht, Dionysios zu überzeugen, Dions Plan sei eine Falle, die ihn durch die Philosophie von der Politik ablenken und dadurch aus der Macht drängen solle. Syrakus befindet sich noch immer in dem von Dionysios I. begonnenen Krieg gegen die Karthager, die angestammten Feinde der Stadt. Dion schreibt den Karthagern einen Brief und bietet sich als Vermittler für Friedensverhandlungen an. Dieser Brief wird abgefangen und Dionysios II. übergeben, der Dion auf Rat des Philistos des Landesverrats beschuldigt und ihn aus seinem Reich verbannt. Im Spätsommer 366 v. Chr. trifft Dion im griechischen Mutterland ein, wo er freundlich aufgenommen wird, während sein Vermögen in Sizilien unangetastet bleibt und er die Einkünfte daraus weiterhin bezieht.
  • 366: Dion: 366 v. Chr. kommt Platon daher zum zweiten Mal nach Sizilien. Dionysios II. beruft noch vor Platons Ankunft Philistos zurück, sodass sich in Syrakus zwei verfeindete Hofparteien um Dion (43) und Philistos bilden. Dion beabsichtigt offenbar, Dionysios entweder mit Hilfe Platons unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen, während Philistos und seine Anhänger den Herrscher vor Dions Plänen warnen. Während eines Waffenstillstands im Krieg gegen die Karthager schreibt Dion einen Brief an karthagische Bevollmächtigte, in dem er sich als Berater und Vermittler für die Friedensverhandlungen anbietet. Der Brief wird abgefangen, Dionysios II. sieht darin Landesverrat und schickt Dion in die Verbannung. Im Spätsommer 366 v. Chr. geht Dion nach Griechenland ins Exil, wobei Dionysios II. den Bruch als heilbar darstellt und Dions Vermögen zunächst unangetastet lässt.
  • 367: Dionysios: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich, und Dion versucht vergeblich, eine Beteiligung seiner Neffen Hipparinos und Nysaios an der Herrschaft zu erreichen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Dionysios II. als alleiniger Nachfolger scheinbar problemlos die Macht in Syrakus. Der etwa dreißigjährige, unerfahrene Dionysios II. herrscht nun, während der durch seine Verschwägerung mit der Tyrannenfamilie herausragend begünstigte, sehr reiche Dion zu den führenden Persönlichkeiten am Hof gehört. Um seine Stellung zu festigen, bewegt Dion Dionysios II. dazu, den Philosophen Platon aus Athen als Ratgeber einzuladen. Dion kennt Platon seit dessen erster Sizilienreise um 388 v. Chr. und stellt ihm nun die Aussicht in Aussicht, Dionysios für die platonische Staatsphilosophie zu gewinnen, um nach deren Prinzipien die politischen Verhältnisse zu reformieren.
  • 367: Dion: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich; Dion (42) versucht vergeblich, ihn zu einer Nachfolgeregelung zu bewegen, die seine Neffen einbezieht und ihm selbst eine starke Stellung verschafft. Nach dem Tod des Tyrannen übernimmt Dionysios II., der etwa 30 Jahre alt und nicht auf die Herrschaft vorbereitet ist, anscheinend problemlos die Macht. Dion gelingt es zunächst, am Hof des neuen Herrschers seinen Einfluss zu bewahren, auch weil sein Gegenspieler Philistos noch fern ist. Er überzeugt Dionysios II., Platon als Berater einzuladen und stellt diesem die Aussicht in Aussicht, Syrakus im Sinne der platonischen Staatsphilosophie zu reformieren.
  • 380: Dionysios II.: Um 380–375 v. Chr. verheiratet Dionysios I. seine Tochter Arete mit Dion, dem jüngeren Bruder der Aristomache, der so mütterlicherseits Onkel seiner Frau ist, und etwa fünf Jahre früher hat er bereits Sophrosyne mit Dionysios II. verheiratet, der damit seine Halbschwester und zugleich Dions Nichte zur Frau nimmt. Durch diese Verbindungen knüpft Dionysios I. die beiden Zweige seiner Nachkommenschaft eng aneinander und verbindet sie zugleich mit der Familie Dions. Dion gehört wie einst sein Vater Hipparinos zum engsten Kreis des misstrauischen Tyrannen Dionysios I. und sammelt politische Erfahrung, während Dionysios II. von den Staatsgeschäften ferngehalten und nicht auf eine künftige Herrscherrolle vorbereitet wird. Dionysios I. misstraut seinem ältesten Sohn so sehr, dass er ihn nicht einmal von der Vorschrift ausnimmt, Besucher erst nach einer Waffenprobe vorzulassen.
  • 380: Dionysios II.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
  • 385: Hipparinos wird um 385 v. Chr. in Syrakus geboren und ist Sohn des Tyrannen Dionysios I. und der Adligen Aristomache. Sein mütterlicher Großvater Hipparinos, nach dem er wahrscheinlich benannt ist, gehört zuvor als syrakusanischer Adliger zu den Mitkämpfern Dionysios’ I. Dionysios I. hat aus der Ehe mit Aristomache neben Hipparinos den jüngeren Sohn Nysaios sowie die älteren Töchter Sophrosyne und Arete. Aus einer anderen Ehe mit der Adligen Doris aus Lokroi stammen weitere Kinder, darunter der älteste Sohn Dionysios II., der später Sophrosyne heiratet und damit Schwager von Hipparinos und Nysaios wird. Zu den wichtigsten Vertrauten des Dynastiegründers Dionysios I. zählt Dions Bruder Aristomache, Hipparinos’ Onkel Dion, der durch die Ehe mit Arete zugleich Schwiegersohn von Dionysios I. ist. Dion steht in enger Freundschaft zum Philosophen Platon und wird von dessen Gedankengut geprägt.
  • 388: Dion: Dionysios I. führt unterdessen wechselhafte Kriege gegen die Karthager und bringt einen Großteil Siziliens unter seine Herrschaft, während Dion (21) in seiner Nähe aufwächst. Um 388 v. Chr. kommt Platon nach Syrakus, Dion verschafft ihm vermutlich eine Audienz beim Tyrannen, das Gespräch verläuft unerfreulich, und Platon reist bald wieder ab. Dion wird nach späterer Darstellung des siebten platonischen Briefes zu einem überzeugten Anhänger der platonischen Philosophie, missbilligt innerlich die Tyrannis und ist bei Hofleuten verhasst, steht aber faktisch in bestem Verhältnis zu Dionysios I. Der Tyrann betraut ihn mit wichtigen Gesandtschaften, darunter nach Karthago, gewährt ihm freien Zugriff auf seinen Schatz und ermöglicht ihm so den Erwerb eines außerordentlichen Vermögens, aus dem Dion später Söldner finanzieren kann.
  • 398: Dion von Syrakus (13) wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist.

Epirus

  • 357: Arybbas arrangiert um 357 v. Chr. die Heirat seiner Nichte Olympias mit dem makedonischen König Philipp II., und Olympias zieht mit ihrem Bruder Alexander an den makedonischen Hof nach Pella.
  • 357: Arybbas: Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus Fortsetzung 343
  • 360: König Neoptolemos I. (370-360)
  • 360: Alexander: Als sein Vater Neoptolemos I. um 360, ist Alexander noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.
  • 370: Arybbas ist Sohn des Molosserkönigs Alketas I. und gehört zum königlichen Haus der Aiakiden. Nach dem Tod seines Vaters um 370 teilt er sich die Herrschaft über Epirus mit seinem Bruder Neoptolemos I., jeder regiert einen Teil des Reichs. König Alketas I. (385–370)
  • 370: Alexander I. (auch Alexander der Molosser) wird um 370 in Epirus geboren und gehört zur molossischen Dynastie der Aiakiden. Er ist der Bruder von Olympias, der späteren Mutter Alexanders des Großen.

Makedonien

  • 356: Amyntas: Philipp II. eignet sich den makedonischen Thron vollständig an und verdrängt Amyntas faktisch aus der Herrscherposition.​ Trotz dieser Usurpation behandelt Philipp II. seinen Neffen weiterhin als vollwertiges Mitglied des Königshauses und hält ihn am Hof.​ Philipp II. lässt Amyntas mehrere adlige Söhne als Jugendgefährten, sogenannte syntrophoi, zur Seite stellen; einer dieser Gefährten ist Philotas.​ Amyntas führt offenbar den Königstitel, was eine inschriftlich erhaltene Ehrung durch die böotische Stadt Lebadeia nahelegt, wobei auch denkbar ist, dass die Einwohner ihm den Titel fälschlich beilegen.​ Die Stadt Oropos verleiht Amyntas die Ehrenbürgerwürde (Proxenie), was seine anerkannte Stellung im griechischen Raum widerspiegelt.​ Fortsetzung 354
  • Um 358: Seleukos wird als Sohn des makedonischen Generals Antiochos und der Laodike in Makedonien geboren. Seleukos wächst vermutlich am Hof von Philipp II. von Makedonien auf und dient als Page.
  • 359: König Amyntas IV. (359–356) Amyntas ist etwa drei Jahre alt, als sein Vater Perdikkas III. im Kampf gegen die Illyrer fällt.​ Daraufhin übernimmt sein Onkel Philipp II. als Vormund die Regentschaft über Makedonien und regiert zunächst formal für den unmündigen Amyntas.
  • 359: Lyppeios folgt um 359/8 auf König Agis und übernimmt das peionische Königtum.​ Kurz nach Philipps Machtübernahme in Makedonien wird Peionien militärisch geschlagen und teils unterworfen, Lyppeios bleibt aber als untergeordneter König im Amt.​ In den folgenden Jahren prägt Lyppeios Silbermünzen (z.B. Tetradrachmen) mit griechischen Legenden und Bildern von Zeus und Herakles, was eine starke makedonisch‑griechische Prägung des Reiches zeigt.​ Spätere antike und neuzeitliche Belege (Münzen, Inschriften, Nachschlagewerke) identifizieren die Namensvarianten Lyppeios/Lycceius/Lykkeios als dieselbe historische Person.
  • um 360: Lysimachos wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht. Lysimachos begleitet mit seinen Brüdern Alexander den Großen auf dessen Feldzug durch Asien und gehört zur Königlichen Leibgarde (Somatophylakes). Während der Feierlichkeiten in Susa erhält Lysimachos das nysäische Pferd von Kalanos, bevor dieser sich verbrennt.
  • 360-324: Demetrios von Phaleron wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
  • 367: Aristoteles: Mit siebzehn Jahren zieht Aristoteles nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort beschäftigt er sich mit Mathematik und Dialektik und beginnt, eigene Werke zu verfassen, darunter erste Dialoge nach dem Vorbild Platons. Er verteidigt das platonische Erziehungsideal gegen Isokrates und übernimmt Lehrtätigkeiten in der Akademie, wobei seine ersten Lehrschriften entstehen, die später im Organon zusammengefasst werden.
  • 367: Ptolemaios wird um 367/366 in Makedonien geboren. Seine Mutter ist Arsinoë, sein Vater vermutlich Lagos, ein makedonischer Adeliger. Gerüchte über eine Abstammung von König Philipp II. machen die Runde, dienen aber wohl ptolemäischer Propaganda, um einen Anspruch auf das makedonische Königshaus zu rechtfertigen. Schon in jungen Jahren wächst er im Umfeld des makedonischen Hofes auf und entwickelt sich zu einem engen Freund Alexanders des Großen.
  • 373: Aristoteles: Nach dem Tod seines Vaters im Alter von 11 Jahren wächst Aristoteles bei seinem Stiefbruder Proxenos von Atarneus in Mysien auf.​ Aristoteles freundet sich schon früh mit Hermias von Atarneus an, dem späteren Tyrannen der Stadt.​
  • 382-335: Antigonos wird um 382 als Sohn von Philippos geboren und wächst vermutlich im Haus seines Stiefvaters Periandros in Pella auf. Er hat mindestens zwei Brüder und einen Halbbruder (Marsyas). Er heiratet Stratonike, die möglicherweise aus dem makedonischen Königsgeschlecht der Argeaden stammt. Sie bringt ihm die Söhne Demetrios I. Poliorketes und Philippos. Antigonos gehört zur Altersgeneration von Philipp II., dem makedonischen König, und dient diesem als Feldherr und Gefährte (hetairos). Er verliert ein Auge, wodurch er den Beinamen „der Einäugige“ erhält. Laut Plutarch duldet Antigonos keine Respektlosigkeiten gegenüber seiner Sehbehinderung. Als der Sophist Theokritos von Chios ihn beleidigt, sperrt Antigonos ihn ein und verhängt das Todesurteil, das schließlich vollstreckt wird, da Theokritos die geforderte Bußhaltung verweigert.
  • 384: Aristoteles wird in Stageira, Chalkidike, östlich von Thessaloniki, geboren. Sein Vater, Nikomachos, ist Leibarzt von König Amyntas von Makedonien und gehört vermutlich der medizinischen Gilde der Asklepiaden an, was Aristoteles früh für Biologie und Medizin interessiert. Seine Mutter, Phéstias, stammt aus Chalkis auf der Insel Euböa und arbeitet als Hebamme.

Dritter Heiliger Krieg (356–346)

  • Onomarchos drängt seine Landsleute zur Fortsetzung des Krieges, wird Nachfolger des Philomelos und ordnet Waffenproduktion und neue Söldneranwerbungen an. 354 führt er eine Offensive gegen die Lokrer, erobert Thronion und Amphissa, verwüstet Doris, besetzt in Boiotien Orchomenos, scheitert aber vor Chaironeia und zieht sich zurück. Etwa zur gleichen Zeit zieht König Philipp II. von Makedonien nach Thessalien, greift den Tyrannen Lykophron von Pherai an und provoziert dessen Hilferuf an die Phoker. Phayllos, der Bruder des Onomarchos, zieht mit 7000 Mann zu Lykophrons Unterstützung, wird aber von Philipp geschlagen, woraufhin Onomarchos selbst mit einem großen Heer nach Thessalien marschiert, Philipp in zwei Gefechten besiegt und ihn zum Rückzug zwingt.
  • Fortsetzung 353
  • 355: Philomelos fällt im Frühjahr 355 v. Chr. in Ostlokris ein und besiegt Lokrer und Thessaler, erleidet aber im Herbst 355 v. Chr. bei Neon eine Niederlage gegen die Boioter und stürzt sich anschließend in einen Abgrund. Fortsetzung 354
  • 356: Der alte Stammeshass der Thessalier und der neu aufflammende Hass der Thebaner auf die Phoker bildet den Hintergrund, wobei Grenzstreitigkeiten an der Grenze zwischen Phokis und Boiotien entstehen. Die Amphiktyonen verhängen daraufhin eine sehr hohe Geldstrafe gegen die Phoker, weil diese nach thebanischen Anschuldigungen heiliges Land der früheren Stadt Kirrha landwirtschaftlich nutzen, obwohl die Bebauung dieser sakralen Fläche verboten ist. Philomelos, ein angesehener Phoker und Sohn des Theotimos, erklärt, dass die Strafe unmöglich zu bezahlen ist, und schlägt vor, die Schätze des delphischen Heiligtums zu nutzen, da das Heiligtum seiner Ansicht nach den Phokern zusteht. Die Phoker folgen diesem Rat, besetzen unter dem Oberbefehl des Philomelos Delphi, rauben den Tempelschatz und lassen Teile daraus sogar einschmelzen, um daraus Mittel zu gewinnen. - Wegen der Besetzung Delphis erklären die Amphiktyonen im Herbst 356 v. Chr. den Heiligen Krieg gegen die Phoker. Philomelos sichert sich die Unterstützung des spartanischen Königs Archidamos III., und auch Athen tritt als Alliierter Phokis auf, während Thebaner, Thessaler, Perrhaiber, Dorer und weitere Griechen auf der Gegenseite stehen. Mit dem Gold aus dem delphischen Tempelschatz bezahlt Phokis ein großes Söldnerheer, das die phokische Kriegsführung stärkt.

Athen

  • Platon (73)
    Dion versucht, die Verfassung umzugestalten und wird verdächtigt, eine neue Tyrannis errichten zu wollen; nach inneren Kämpfen wird er ermordet. Platon reagiert auf seinen Tod mit einem Epigramm zu Ehren Dions und richtet den Siebten Brief an dessen Verwandte und Anhänger, in dem er sein eigenes Verhalten erklärt.
    Kritias (Dialog)
    Platon bricht die Arbeit an seinem Dialog Kritias um 354 ab, der damit Fragment bleibt. Kritias und Timaios sind als zusammengehörige Teile einer geplanten Trilogie mit einem weiteren, nie verfassten Dialog Hermokrates gedacht. Der Dialog bricht genau an der Stelle ab, an der Zeus in einer Götterversammlung nach dem sittlichen Verfall der Atlanter sprechen soll; der eigentliche Kriegsverlauf bleibt daher ungeschildert. Anders als sonst bei Platon stehen hier keine argumentativen Diskussionen, sondern ein fiktiver historischer Bericht im Vordergrund. Am Gespräch nehmen Sokrates, Kritias, Timaios von Lokroi und Hermokrates von Syrakus teil, wobei Kritias fast allein das Wort führt. Unklar ist, ob Timaios eine historische Persönlichkeit oder eine reine literarische Erfindung Platons ist, während Sokrates, Kritias und Hermokrates historisch sicher bezeugt sind. Kritias beschreibt ein idealisiertes Ur-Athen, dessen Territorium bis zum Isthmos von Korinth reicht, klimatisch begünstigt und außerordentlich fruchtbar ist. Die Gesellschaft ist streng in Stände gegliedert; ein kriegerischer Wächterstand ohne Privateigentum schützt Bauern und Handwerker und verwaltet ganz Griechenland, wobei Bescheidenheit, Tugend und konservative Stabilität betont werden. Der Text erklärt den Verfall des späteren Attika durch Naturkatastrophen, Erosion und den Verlust der alten Zivilisation und Aufzeichnungen. Atlantis erscheint als riesiges See- und Handelsreich im Atlantik, dessen Hauptinsel größer als "Libyen" und "Asien" zusammen ist und in zehn Königreiche unter der Oberherrschaft des Atlas geteilt wird. Der Artikel schildert ausführlich die Topographie, den Reichtum (etwa das Metall Oreichalkos), die monumentale Hauptstadt mit Ringkanälen, Poseidontempel und Königspalast sowie die gewaltige Militärmacht der Atlanter. Die Könige sind zunächst gesetzestreu und göttlich geprägt, verfallen aber im Laufe der Generationen der Habsucht; Zeus bereitet deshalb eine Bestrafung vor – an dieser Stelle endet der Dialog. Der Atlantis-Stoff gilt der Forschung überwiegend als freie Erfindung Platons, mit Anregungen aus Mythologie (etwa Phaiaken-Mythos, Goldenes Zeitalter) und historischen Mächten wie Perserreich, Karthago und Sparta. Ur-Athen trägt deutliche spartanische Züge (Landmacht, Askese, konservative Ordnung), während Atlantis Züge des imperialen Athen und seiner Seemachtspolitik spiegelt. Platon nutzt die Atlantis-Erzählung, um zentrale Thesen seiner politischen Philosophie anschaulich zu machen und die moralischen Ursachen des politischen Niedergangs Athens literarisch zu kritisieren.
  • Aristoteles (32)
  • Plutarch von Eretria ruft die Athener gegen seinen Rivalen, Kallias von Chalkis zu Hilfe, der mit Philipp II. von Makedonien verbündet ist. Eine Hilfsexpedition wird gegen den Willen Demosthenes’ bewilligt.
  • Fortsetzung 353
  • 357: Platon: Nach Platons gescheiterten Bemühungen entscheidet sich Dion 357 v. Chr. zu einem gewaltsamen Feldzug gegen Dionysios II., unterstützt von Mitgliedern der Akademie. Platon selbst hält sich zwar fern, lässt die Aktivitäten aber zu; Dions kleine Söldnertruppe stürzt den Tyrannen in Syrakus und Dion übernimmt die Macht in der Stadt. Fortsetzung 354
  • 361: Platon: 361 v. Chr. reist Platon auf Bitte von Archytas und unter dem Druck Dionysios’ ein drittes Mal nach Sizilien, diesmal in Begleitung seiner Schüler Speusippos und Xenokrates.Das entscheidende Gespräch mit Dionysios II. enttäuscht Platon; der Tyrann überschätzt sein philosophisches Verständnis, verweigert eine echte Schülerschaft und hält seine Zusage gegenüber Dion nicht ein, sondern beschlagnahmt dessen Vermögen. Platon gerät durch die Oppositionstätigkeit seiner Freunde in Verdacht und in Lebensgefahr, wird aber durch die Intervention des Archytas gerettet und kann im Sommer 360 v. Chr. nach Athen zurückkehren.
  • 366: Platon: Nach dem Tod des Dionysios I. 367 v. Chr. folgt Platon 366 v. Chr. einer Einladung des neuen Tyrannen Dionysios II. nach Syrakus, die Dion veranlasst, um eine Rolle am Hof zu gewinnen. Platon hofft, gemeinsam mit Dion den jungen Herrscher philosophisch zu beeinflussen und einen Staat nach dem Ideal der Philosophenherrschaft zu gestalten, bleibt jedoch skeptisch. Dionysios II. zeigt sich zu tiefgreifenden Reformen unfähig oder unwillig, verbannt Dion und konzentriert sich auf Machtsicherung; Platon kehrt 365 v. Chr. nach Athen zurück, nachdem er mit Dionysios eine mögliche spätere Rückkehr vereinbart.
  • 367: Aristoteles: Aristoteles kommt 384 v. Chr. in Stageira zur Welt, einer kleinen ionischen Stadt an der Ostküste der Chalkidike, weshalb er später gelegentlich „der Stagirit“ heißt. Sein Vater Nikomachos dient als Leibarzt des makedonischen Königs Amyntas III., seine Mutter Phaestis entstammt ebenfalls einer Arztfamilie aus Chalkis auf Euboia. Nikomachos stirbt, bevor Aristoteles volljährig ist, und Proxenos aus Atarneus übernimmt als Vormund die Sorge für den Jungen. Aristoteles wächst damit in einem Umfeld auf, in dem medizinische und naturkundliche Beobachtung zum Alltag gehören, und erhält zugleich Beziehungen zum makedonischen Hof.Mit siebzehn Jahren reist Aristoteles 367 v. Chr. nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort befasst er sich zunächst mit den mathematischen und dialektischen Anfangsstudien und beginnt früh, eigene Werke zu verfassen, darunter Dialoge nach platonischem Vorbild. Er setzt sich mit der zeitgenössischen Rhetorik auseinander, vor allem mit der Schule des Isokrates, und verteidigt gegen dessen auf Nutzen zielende Erziehung das philosophische Bildungsideal Platons. In der Akademie übernimmt er Lehrtätigkeiten; dabei entstehen die frühesten überlieferten Lehrschriften, unter anderem die logischen Abhandlungen, die später unter dem Titel „Organon“ zusammengefasst werden.
  • 387: Platon: Nach seiner Rückkehr erwirbt Platon bei dem Hain des Heros Akademos nordwestlich von Athen ein Grundstück und beginnt dort Unterricht und Forschung. Aus dieser Tätigkeit entsteht die Akademie, die erste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, deren Mitglieder sich nun „Akademiker“ nennen und die sich am Vorbild der pythagoreischen Gemeinschaft orientiert. Platon lehrt und lebt auf dem Gelände der Akademie, arbeitet mit Gastphilosophen und fortgeschrittenen Schülern zusammen und steht in Konkurrenz zum Rhetoriklehrer Isokrates, dessen Bestrebungen er kritisch sieht. In dieser Phase verfasst er zahlreiche Dialoge, in denen er in der Form des sokratischen Dialogs seine frühe Ethik, später die Ideenlehre und seine Staatstheorie entfaltet.
  • 399: Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist.
  • 399: Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems.
  • 403: Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse
  • 404: Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt.
  • 410: Platon: Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.
  • 427: Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer.

Sparta

  • 359: Um 359/358 folgt Archidamos seinem Vater Agesilaos II. als König von Sparta nach. Beim Ausbruch des Dritten Heiligen Krieges 356 v. Chr. unterstützt er den phokischen Führer Philomelos privat mit 15 Talenten bei dessen Widerstand gegen den Beschluss der Amphiktyonie, wobei Philomelos diese Hilfe angeblich durch Bestechungsgelder und die Übergabe eines Teils der in Delphi geraubten Schätze erkauft. Fortsetzung 352
  • 362: Archidamos verteidigt Sparta mit großer Tapferkeit gegen einen Angriff des thebanischen Feldherrn Epaminondas. Der antike Autor Xenophon berichtet übertrieben, Archidamos halte mit nur 180 Mann der gesamten thebanischen Armee stand, bis Agesilaos rechtzeitig zurückkehrt und die bereits teilweise eroberte Stadt endgültig rettet.​ Die sechste Rede des Isokrates trägt den Namen „Archidamos“ und ist wohl im Zusammenhang mit in Sparta geführten Friedensverhandlungen 366/365 v. Chr. gedacht, wird aber vielleicht erst einige Jahre später verfasst. In dieser Rede begründet Archidamos den Anspruch Spartas auf Messene und ermutigt seine Mitbürger, in dieser Frage nicht nachzugeben, was auch der tatsächlichen Stimmung in den Verhandlungen entspricht.
  • 364: Als die Arkader in das mit Sparta verbündete Elis einfallen, marschiert Archidamos auf Bitte der Eleer erneut nach Südwest-Arkadien und nimmt die Stadt Kromnos ein, in der er eine spartanische Garnison zurücklässt. Nach seiner Rückkehr greifen die Arkader und ihre Verbündeten die Besatzung in Kromnos an und belagern sie; um sie abzuziehen, verwüstet Archidamos Teile Arkadiens, doch seine Versuche bleiben erfolglos, und als er versucht, die Feinde von einer Anhöhe zu vertreiben, gerät er in eine ungünstige Lage und wird zurückgedrängt.
  • 367: Archidamos führt im Auftrag seines Vaters ein Heer, zu dem Hilfstruppen des Tyrannen Dionysios I. von Syrakus gehören, gegen die in Lakonien aufständische Stadt Karyai, erobert sie vorübergehend und bestraft sie. Danach fällt er in Südwest-Arkadien ein, verwüstet die Landschaft Parrhasia und kommt seinen sizilischen Bundesgenossen zu Hilfe, als Arkader, Argiver und Messenier diesen auf dem Rückmarsch nach Lakonien den Weg versperren. Er hält eine anfeuernde Rede, erinnert die Spartaner an ihre nationale Ehre und schlägt daraufhin die feindlichen Truppen in der sogenannten „tränenlosen Schlacht“, in der nach lakonischem Bericht kein Spartaner fällt; dieser Sieg löst in Sparta große Freude aus.
  • 370: Kleomenes II. ist der zweite Sohn von König Kleombrotos I., der der Agiaden-Dynastie Spartas angehört. Nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht von Leuktra 371 ist zunächst sein älterer Bruder Agesipolis II. auf den Thron gefolgt. Dieser stirbt jedoch kurz darauf, sodass Kleomenes II. nun König von Sparta wird.​ Kleomenes II. regiert außerordentlich lange, nämlich nach Diodoros von Sizilien 60 Jahre und 10 Monate. Trotz der Länge seiner Herrschaft sind nur sehr wenige Details über sein Leben und Wirken bekannt. Er hat den Ruf, politisch unauffällig oder sogar bedeutungslos zu sein, was von einigen Historikern als "Nullität" beschrieben wird. Möglicherweise führt die scheinbare Schwäche Kleomenes’ dazu, dass Aristoteles in seiner Politik ein kritisches Bild des spartanischen Königshauses zeichnet. Während seiner Regentschaft konzentriert sich Kleomenes vermutlich auf die Innenpolitik Spartas, während die militärische Führung den Eurypontiden Agesilaos II., Archidamos III. und Agis III. überlassen wird. Die Spartaner hüten ihre Staatsangelegenheiten streng vor Ausländern, was das Schweigen der antiken Quellen über Cleomenes erklärt.
  • 371: Archidamos III. wird um 400 v. Chr. in das spartanische Königsgeschlecht der Eurypontiden geboren; er ist Sohn des Königs Agesilaos II. und Enkel des Archidamos II.. Schon als Prinz vertritt er mehrfach seinen alt gewordenen Vater und übernimmt bei Feldzügen den Oberbefehl über das spartanische Heer.​ Im Jahr 371 rückt Archidamos anstelle des erkrankten Agesilaos mit dem restlichen spartanischen Aufgebot aus, um die Überlebenden des bei Leuktra von den Thebanern geschlagenen spartanischen Heeres zu retten. Jason von Pherai vermittelt jedoch bereits zwischen den Thebanern und den geschlagenen Spartanern, sodass Archidamos die eigenen Truppen, die sich schon auf dem Heimweg befinden, bei Aigosthena an der Grenze von Megara und Böotien trifft und mit ihnen nach Sparta zurückkehrt.

Bosporanisches Reich

  • 356: Leukon: Im Jahr 356 v. Chr., als Athen wegen von Sparta auferlegter Beschränkungen im Nachklang des Peloponnesischen Krieges seine Zahlungen nicht leisten kann, schenkt Leukon der Stadt 400.000 Medimnoi Getreide, etwa 16.380 Tonnen. Für diese großzügige Gabe erhält er in Athen das Bürgerrecht, und es werden Statuen von ihm und seinen Söhnen errichtet. Athens Schiffe genießen in seinen Häfen zudem Abgabenfreiheit und besondere Privilegien. Die von Leukon begründete getreidepolitische Freundschaft mit Athen setzt sich unter seinen Nachkommen fort. So schenkt etwa Spartokos III Athen weitere 15.000 Medimnoi Getreide, rund 590 Tonnen, als symbolische Bekräftigung der Verbindung. Auf diese Weise bleibt das bosporanische Reich ein wichtiger Partner für die Versorgung der attischen Bevölkerung. Fortsetzung 349
  • 360: Fünf Jahre später, um 360 v. Chr., greift er Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Im Anschluss daran setzt er die Ausweitung seines Einflusses auf andere Regionen am Schwarzen Meer fort. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
  • 365: Um etwa 365 v. Chr. beginnt Leukon eine neue Belagerung von Theodosia, diesmal in eigener Regie als König. Er belagert die Stadt zweimal, wobei die erste Phase mit der erwähnten Niederlage gegenüber Tynnichos endet.
  • 389: Leukon: Leukon I. wird um 410 v. Chr. oder früher als Sohn des bosporanischen Königs Satyrus I und Enkel von Spartokos I geboren, der die frühere griechische Archaianaktiden-Dynastie gewaltsam abgesetzt hat. Spartokos I ist thrakischer Herkunft und hat möglicherweise Verbindungen zur königlichen Dynastie der Odrysen. Leukon wächst in einem Reich auf, in dem sein Vater bereits Kriege gegen Nachbarn führt, insbesondere gegen die Ixomaten unter ihrer Königin Tirgatao. Leukon nimmt als junger Mann am Krieg seines Vaters gegen Tirgatao teil und erlebt, wie sein Bruder Metrodoros als Geisel getötet wird. Zu seinen griechischen Untertanen gilt Leukon formal nur als „Archon“, während ihn die einheimischen Stämme als König ansehen. Die Athener betrachten ihn trotz dieser Stellung als Tyrannen, sehen ihn aber zugleich als Freund Athens. Satyrus I führt einen Angriffskrieg gegen die griechische Stadt Theodosia, der mit einer erfolglosen Belagerung endet und bei dem er den Tod findet. Nach dem Tod des Vaters um 389 v. Chr. übernimmt Leukon gemeinsam mit seinem Bruder Gorgippos die Herrschaft über das Bosporanische Reich; Gorgippos richtet seinen Sitz auf der asiatischen Seite in der Stadt Gorgippia ein, die er nach sich benennt. Leukon führt zugleich die von seinem Vater begonnenen Kriege fort, unter anderem gegen Theodosia und Chersones mit dem Ziel, alle griechischen Kolonien am Bosporos einzugliedern. Kurz nach seinem Regierungsantritt greift Leukon Theodosia erneut an und beginnt eine erste eigene Belagerung, die jedoch scheitert, weil der von Herakleia Pontike entsandte Feldherr Tynnichos durch eine List mit zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Stadt entsetzt. Leukon erbt außerdem den Krieg gegen die Ixomaten, macht aber bald darauf mit seiner Bruder Gorgippos Frieden mit diesem Volk und richtet seine Aufmerksamkeit nun stärker nach Westen. In der Frühphase seiner Herrschaft hat er mit inneren Unruhen zu kämpfen, muss eine von Höflingen und sogar vertrauten Freunden angezettelte Verschwörung niederschlagen und stützt sich dabei auf die Unterstützung von Kaufleuten. Leukon heiratet irgendwann während seiner Regierungszeit eine Frau namens Theodosia, die vermutlich eine Tochter des einflussreichen Diplomaten Sopaios ist. Aus dieser Ehe gehen die Söhne Spartokos II, Apollonios und Paerisades I hervor, die später die Dynastie fortsetzen. Um seine Finanzpolitik zu stärken, führt Leukon eine halb-betrügerische Münzreform durch, bei der er alle Münzen einziehen lässt und zu neuen Stücken mit dem doppelten Nennwert umprägen lässt. In einem weiteren frühen Schritt zur inneren Sicherung entlässt Leukon gemäß dem Bericht des Aineas Taktikos alle Gardisten, die Spielschulden haben, da ihre Loyalität im Fall einer Belagerung fraglich erscheint. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass seine unmittelbare Leibwache nur aus unverschuldeten, verlässlichen Männern besteht. Parallel dazu setzt er seine Expansionspolitik gegen benachbarte griechische Städte fort.
  • 389: Georgippos: Gorgippos ist Sohn des Satyros I. und gehört zur spartokidischen Dynastie des Bosporanischen Reiches. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder Leukon die Herrschaft über das Bosporanische Reich und regiert von 389 bis 349 v. Chr. als Mitkönig. Er richtet seinen Herrschersitz auf der asiatischen Seite des Reiches ein, in der Stadt Sindia, der Hauptstadt des Sindike‑Königreichs, und benennt sie nach sich selbst in Gorgippia um. Im Rahmen der bosporanischen Expansionskriege tritt Gorgippos als wichtige Figur hervor, nachdem er Mitregent geworden ist. Er beendet offenbar den Krieg, den sein Vater Satyrus I zuvor erfolglos gegen die Königin Tirgatao der Maeotier begonnen hat, die Satyrus in früheren diplomatischen Beziehungen mit Hekataios verletzt hat. Während seiner Regierungszeit liefert Gorgippos dem athenischen Redner Demosthenes jährlich tausend Scheffel Getreide, wie eine gegen Demosthenes gerichtete Rede behauptet. In derselben Rede gilt Gorgippos, zusammen mit Paerisades I und Satyrus I, als einer der „verhassten Tyrannen“, denen Demosthenes wegen der Beziehung seines Großvaters zu den Spartokiden Statuen in Athen errichtet hat. Gorgippos hat eine Tochter namens Komosarye, die möglicherweise sindischer Herkunft ist. Komosarye heiratet ihren Cousin Paerisades, den Sohn Leukons, der später selbst Herrscher des Bosporanischen Reiches wird.
  • 389: König Satyros I. (432-389)

Bithynien

  • 378: Bas, 397 oder 396 als Sohn des bithynischen Herrschers Boteiras geboren, übernimmt 378/377 die Herrschaft über Bithynien, vermutlich noch in lockerer Abhängigkeit vom Perserreich. Fortsetzung 334

Salamis

  • 361: Euagoras II. ist König des griechischen Stadtstaats Salamis auf Zypern und später Satrap für das Achämenidenreich in Phönizien. Euagoras ist möglicherweise der Sohn seines Vorgängers Nikokles und der Enkel von Evagoras I. Als König von Salamis verfolgt Evagoras einen ausgesprochen pro-persischen Kurs. König Nikokles (374/373–361) Fortsetzung 351

ODRYSEN

  • 360: Amadokos II. ist ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch shak.journals.ekb) König Kotys I. (384–360) Fortsetzung 351

ACHÄMENIDENREICH

  • 355: Mausolos: Der Sozialkrieg endet rasch 355 v. Chr., begünstigt durch Athener Niederlagen zur See, den Verlust von Amphipolis an Philipp II. von Makedonien und die finanzielle Schwäche Athens. Artaxerxes III. setzt die Friedensbedingungen fest, und während oder kurz nach dem Krieg gelingt es den karischen Satrapen, die Inseln Rhodos, Kos und Chios politisch zu kontrollieren und Athener Autorität dort weitgehend zu verdrängen. Auf Rhodos wird die bisherige, Athen-treue Demokratie durch eine von karischer Macht gestützte Oligarchie ersetzt, die sich auf eine Garnison stützt. Gegen Ende von Mausolos’ Regierungszeit erobert und beeinflusst er weitere Städte an der kleinasiatischen Küste, darunter Teile von Ionien, und intensiviert die Kontrolle über karische Städte wie Iasos, Milet und Knidos. Der Astronom Eudoxos von Knidos hält sich am Hof des Mausolos auf und wirkt wahrscheinlich moderierend auf die Politik seiner Heimatstadt, sodass diplomatische und kulturelle Mittel die direkte Gewalt ergänzen. Zugleich greift Mausolos militärisch listig ein, indem er etwa seinem Bruder Idrieus die Einnahme der befestigten Stadt Latmos überträgt und später durch vorgetäuschte Geiselrückgabe einen nächtlichen Überfall auf die unbewachte Stadt organisiert, während Artemisia nach einer anderen Überlieferung Latmos durch eine als religiöse Prozession getarnte Truppenbewegung erobert. Fortsetzung 353
  • 357: Mausolos führt seine Machtpolitik darüber hinaus auf See und an der kleinasiatischen Küste fort, insbesondere in der Zeit des sogenannten Bundesgenossenkriegs (Sozialkriegs) 357–355 v. Chr. Nach Gründung des Zweiten Attischen Seebunds 378 v. Chr. und der späteren Belastung der Bundesgenossen durch Athener Beiträge und eine Kleruchie auf Samos schließen sich Rhodos, Chios und Byzanz 357 v. Chr. zum Aufstand gegen Athen zusammen. Demosthenes schildert in der Rede „Über die Freiheit der Rhodier“, dass Mausolos in dieser Krise der Hauptanstifter und Anreger ist und zusammen mit Artemisia die Rebellen im Seekrieg gegen Athen unterstützt, vermutlich auch, um den eigenen Einfluss in der Dodekanesregion auszuweiten.
  • 358: Artaxerxes III. (Ochos) wird um 390 v. Chr. geboren und ist ein Sohn des Königs Artaxerxes II. aus der Dynastie der Achämeniden. Nach 46 Regierungsjahren seines Vaters folgt er diesem nach dessen Tod auf den Thron nach und lässt zuvor seine Brüder töten, um Thronansprüche aus dem Weg zu räumen. Er kann den Thron nach den babylonischen Tafeln frühestens im Dezember 359 v. Chr. und spätestens im April 358 v. Chr. besteigen, wobei sein erstes Regierungsjahr nicht vor Dezember 359 v. Chr. beginnen kann.​ Zu Beginn seiner Herrschaft führt Artaxerxes III. Krieg gegen die Kadusier am Kaspischen Meer. Die von Diodor überlieferte Chronologie zu diesen frühen Jahren ist jedoch problematisch, weil seine Angaben im 15. Buch ungenau und fließend sind.
  • 358: Nach der Ermordung von Datames um 362, wahrscheinlich nach dem Regierungsantritt von Artaxerxes III. (358–338) teilen die persischen Zentralbehörden die Satrapie Kappadokien in einen nördlichen und einen südlichen Verwaltungsbezirk auf, um Datames' angesammelte Macht zu entziehen und die Effizienz zu steigern. In den 340er Jahren (gemäss englischer Wikipedia eventuell bereits im Jahr 350) übernimmt Ariarathes von seinem Vater Ariamnes die Herrschaft über Nordkappadokien, das später zum Königreich Pontos wird. Aufgrund der stabilen Herrschaft kann er Artaxerxes III. Truppen für dessen Feldzug nach Ägypten zur Verfügung stellen.
  • 361: Nach dem Ende der Satrapenrevolte 362/361 behält Mausolos sein Amt, im Gegensatz zu offeneren Rebellen wie Datames oder Ariobarzanes, und wird sogar dadurch belohnt, dass ihm Lykien zur Verwaltung übertragen wird. Zwischen etwa 362 und 353 geht die Herrschaft über Lykien endgültig von Autophradates auf Mausolos über, sodass Karien und Lykien nun in seiner Person vereint sind. In dieser späten Regierungsphase prägen die Lykier keine eigenen Münzen mehr; stattdessen zirkulieren Münzen des Mausolos und seiner Nachfolger, während ein von Mausolos eingesetzter Stellvertreter (Hyparch) und später unter Pixodaros bezeugte Garnisonskommandanten die Kontrolle sichern. Ebenfalls in die 360er Jahre fällt der Ausbau der neuen Hauptstadt Halikarnassos zu einer stark hellenisch geprägten Stadt mit Theater, Agora, ausgedehnten Mauern und Hafenbefestigungen, die zum Hauptstützpunkt der hekatomnidischen Flotte werden. Mausolos und Artemisia lassen auf der Landzunge von Zephyrion einen Palast neben dem älteren Apollon-Tempel errichten; zugleich inspiriert wahrscheinlich das Vorbild der Synoikie von Rhodos (um 408) die großangelegte Umsiedlungspolitik in Halikarnassos. Kurz nach Halikarnassos erfährt auch die Insel Kos eine Synoikie, die möglicherweise politisch durch Mausolos und später Idrieus beeinflusst wird; außerdem werden Städte wie Latmos (später Herakleia am Latmos), Knidos und vielleicht Priene verlegt oder neu gegründet. Parallel dazu investieren Mausolos und seine Familie stark in ländliche Heiligtümer wie Amyzon, Labraunda und Sinuri in den karischen Bergen, wo jährliche Prozessionen zu neu errichteten monumentalen Tempeln stattfinden. Besonders Labraunda entwickelt sich durch die regelmäßige Prozession von Mylasa aus zu einem Zentrum des hekatomnidischen Königskults, in den auch der Bruder Idrieus eingebunden ist. In all diesen Bauten setzt sich der Stil der sogenannten Ionischen Renaissance durch, eine Mischform aus kleinasiatischen und griechischen Elementen, die später in der frühen hellenistischen Zeit etwa in Priene fortwirkt. In den 360er Jahren entsteht zugleich das Bild des Mausolos als despotischer und finanzhungriger Herrscher in griechischen Quellen. Die pseudo-aristotelische Schrift "Ökonomik" überliefert Anekdoten, nach denen Mausolos etwa die Eliten von Mylasa mit einer erfundenen Bedrohung durch Artaxerxes II. zur Finanzierung von Stadtmauern veranlasst, die er nie bauen lässt, und so ihr Geld einbehält. Der gleiche Text berichtet, Mausolos’ Stellvertreter Kondalos erfinde eine Forderung des Großkönigs nach Pferdehaar-Perücken und zwinge so die Lyker, entweder ihre Haare zu opfern oder sich freizukaufen, wobei das Geld bei den karischen Herrschern bleibt. Schon 367/366 kommt es in Mylasa zu einem vereitelten Anschlagsplan gegen Mausolos während einer Prozession, was seine umstrittene Herrschaft zeigt. 361/360 lässt Mausolos in Mylasa mehrere Brüder bestrafen, die planen, eine Statue seines Vaters Hekatomnos zu schänden, während dieselben Männer in Iasos durch die Stadt mit Ehren (Proxenie) bedacht werden, was auf Spannungen mit der lokalen Elite hindeutet. In den 360er Jahren verurteilt Iasos zugleich weitere Verschwörer gegen Mausolos und versteigert ihr Eigentum, womit Widerstand und Repression eng miteinander verflochten sind.
  • 362: Ariamnes I ist der Sohn des Satrapen Datames, der Kappadokien in den Jahren 385–362 v. Chr. regiert. Nach dem Ende der Herrschaft seines Vaters übernimmt Ariamnes im Jahr 362 v. Chr. das Amt des Satrapen von Kappadokien. Ariamnes regiert nun Kappadokien als Satrap unter persischer Oberherrschaft im Zeitraum von 362–350 v. Chr. Während dieser Zeit ist er der Vater von Ariarathes I und von dessen Bruder Orophernes (auch Holophernes genannt). Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)
  • 366: Mausolos: In den 360er Jahren beteiligt sich Mausolos an der "Revolte der Satrapen", einer vielgestaltigen Serie von Aufständen westlicher Satrapen gegen Artaxerxes II., die nicht koordiniert verläuft. Diodor zählt Mausolos unter die Satrapen, die zeitweilig gegen Artaxerxes II. rebellieren, neben Tachos von Ägypten, Ariobarzanes von Hellespont-Phrygien, Orontes von Mysien, Autophradates von Lydien und weiteren Gruppen in Anatolien und Phönizien. Gleichzeitig tritt Mausolos aber überwiegend als Helfer des Großkönigs auf und führt 366 gemeinsam mit Autophradates auf Befehl des Artaxerxes die Belagerung von Adramyttion gegen den geflohenen Ariobarzanes, bricht diese Belagerung jedoch nach Einflussnahme des spartanischen Königs Agesilaos II. ab.
  • 377:Mausolos ist der älteste Sohn des Karers Hekatomnos, der kurz nach dem Tod des Tissaphernes um 395–392 zum Satrapen von Karien im Achämenidenreich aufsteigt und damit die Dynastie der Hekatomniden begründet. Zwischen den frühen 370er Jahren und 377 teilt Mausolos möglicherweise bereits faktisch die Herrschaft über Karien mit seinem Vater; beide erscheinen gemeinsam auf dem Sarkophag des Hekatomnos und in einer Statuengruppe aus Kaunos. Nach dem Tod des Hekatomnos 377/376 übernimmt Mausolos offiziell das Satrapenamt in Karien. Früh in seiner Regierungszeit heiratet Mausolos seine Schwester Artemisia II. und bildet mit ihr ein Herrscherpaar ohne Kinder, was als symbolische Geschwisterehe gedeutet wird. Obwohl nur Mausolos formell Satrap genannt wird, übt Artemisia zugleich politische Autorität als gemeinsame Dynastin aus. Etwa in dieselbe frühe Phase fällt der Entschluss, die Hauptstadt von Mylasa nach Halikarnassos zu verlegen, wo Mausolos die Stadt auf einem neuen Rasterplan wiedergründet und durch Zusammenlegung umliegender karischer Dörfer (Theangela, Sibde, Medmasa, Euralium, Pedasos, Telmissos) stark vergrößert. Nach dem Korinthischen Krieg und dem Königsfrieden von Antalkidas 387 der die kleinasiatischen Griechenstädte den persischen Satrapen zuweist und zugleich die Autonomie der griechischen Inseln garantiert, wächst der Einfluss der Satrapen im Westen des Reiches. In den 370er und frühen 360er Jahren dominiert der Dynast Perikles von Limyra zeitweise ein unabhängiges Lykien und stellt sich offen gegen persische Herrschaft, wodurch er Teil der später sogenannten Satrapenrevolte ist. Diese eigenständige lykische Herrschaft endet um 362, als Autophradates von Lydien Lykien wieder für den Großkönig unterwirft und sich dort kurzzeitig selbst als König und Satrap einsetzt.
  • 404: Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
  • 405: Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.

ÄGYPTEN

Spätzeit, 30. Dynastie

  • 359: Anschließend besteigt Nectanebo II den Thron und ist damit der dritte und letzte Herrscher der 30. Dynastie.​ - Zu Beginn seiner Regierungszeit leitet Nectanebo II in Memphis die Bestattungszeremonie eines Apis-Stieres und lässt an den östlichen und westlichen Apis-Tempeln neue Reliefdekorationen anbringen. Er errichtet unter anderem einen Tempel des Khnum auf der Insel Abu (Elephantine) und einen Amun-Tempel in Sekhtam und stiftet ein Diorit-Naos für Anhur-Schu, dessen Fragment in Tjebnutjer gefunden wird. Unter seiner Herrschaft gewinnt der Buchis-Kult stark an Popularität, und er erlässt ein Dekret, das Steinbrucharbeiten in den „Geheimnisvollen Bergen“ bei Abydos verbietet.​ - Nectanebo II entfaltet eine sehr umfangreiche Bautätigkeit im ganzen Land, die an das Niveau großer Könige des Neuen Reiches heranreicht. Sein Name erscheint an zahlreichen bedeutenden Kultorten wie Heliopolis, Athribis und Bubastis, während er in seinem Heimatgebiet Sebennytos und am heutigen Behbeit el-Hagar besonders intensiv baut. Die Reliefs der Tempel von Sebennytos prägen später deutlich den Stil der ptolemäischen Kunst. Seine starke religiöse Bautätigkeit dient neben persönlicher Frömmigkeit wahrscheinlich auch dazu, seine Stellung als Usurpator durch religiöse Legitimation zu festigen. Pharao Tachos (360-359) Fortsetzung 351
  • 360: Zu Beginn des Jahres 360 v. Chr. bereitet Teos, Vorgänger und Onkel Nectanebos, einen großen Angriffskrieg gegen äußere Feinde vor und sammelt Heer und Flotte entlang der Mittelmeerküste. Nectanebo II begleitet Teos auf diesem Feldzug und führt dabei die ägyptischen machimoi-Truppen. Teos finanziert den Krieg, indem er neue Steuern erhebt und Tempelbesitz beschlagnahmt, was besonders die Priesterschaft empört und Nectanebo ihre Unterstützung zuführt. Teos ruft Agesilaos von Sparta und Chabrias aus Athen zu Hilfe, doch Agesilaos weigert sich, gegen Ägypter zu kämpfen, und Chabrias kehrt mit seinen Söldnern nach Athen zurück. Teos flieht daraufhin an den persischen Hof und stirbt später dort eines natürlichen Todes.​ In Ägypten tritt nun ein Thronprätendent aus Mendes auf, der sich zum Pharao ausruft und vermutlich aus der Familie des früheren Königs Nepherites I. stammt. Der Usurpator versucht, Agesilaos auf seine Seite zu ziehen, doch dieser bleibt aus Furcht, als Verräter zu gelten, Nectanebo treu. Im Nildelta geraten Nectanebo und Agesilaos in einer Stadt in eine Belagerung durch die zahlenmäßig überlegenen Anhänger des Prätendenten, können aber im Herbst 360 v. Chr. den Aufstand militärisch niederschlagen.

KUSCH

KARTHAGO

INDIEN

Anuradhapura

  • 367: Mutasiva ist König des Königreichs Anuradhapura in Sri Lanka, dessen Hauptstadt Anuradhapura ist. Er ist der Sohn von König Pandukabhaya. Bis 307 regiert er sechzig Jahre lang. Seine Regierungszeit ist von einem ununterbrochenen Frieden im Land geprägt. Während seiner Herrschaft ist den Menschen die Existenz der Perlen vor der Küste von Ceylon bekannt. Sie kennen acht verschiedene Perlensorten und betreiben den Abbau von Edelsteinen. In dieser Zeit lässt Mutasiva den Mahamevnāwa-Park in Anuradhapura anlegen, der als der größte und schönste Park im alten Lanka gilt. Er ist auch der erste König, der einen Park errichten lässt. Mutasiva hat zehn Söhne, von denen einige – Devanampiya Tissa, Uttiya, Mahasiva, Suratissa und Asela – ihm als Könige nachfolgen. Fortsetzung 307
  • 367: König Pandukabhaya (437–367)

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(39./40. Zyklus - Jahr des Feuer-Hasen; am Beginn des Jahres Feuer-Tiger)

Qin

  • Herzog Xiao (361-338)
    Der Staat Zhao greift den Verbündeten Wei an und erobert die Orte Qi und Fuqiu, worauf Wei Zhao‑Hauptstadt Handan belagert. Während Weis Hauptheer vor Handan steht, nutzt Herzog Xiao die Lage und schickt ein Qin‑Heer gegen die Weis Festung Yuanli; es tötet 7000 Soldaten von Wei und besetzt Shaoliang. Im gleichen Jahr befiehlt Herzog Xiao Gongsun Zhuang einen Angriff auf Han und die Belagerung von Jiaocheng; obwohl die Stadt nicht fällt, sichern sich die Qin‑Truppen Shangzhi, Anling und Shanshi und befestigen sie als Einflussbrücke in die Grenzregion von Han und Wei.
  • Fortsetzung 352
  • 355: Die Reformen vom Vorjahr beginnen die Staatskraft Qins deutlich zu steigern. 358 v. Chr. schlägt Qin Han bei Xishan, 357 v. Chr. schickt der Chu‑König Xuan seinen rechten Hofminister Hei zur Heirat mit der Tochter Herzog Xiaos nach Qin, wodurch ein Bündnis entsteht, und 355 v. Chr. trifft Herzog Xiao König Hui von Wei zu einem Gipfel in Duping, was Qins Rückkehr in die Bündnispolitik der Großmächte markiert. Die innenpolitischen Veränderungen machen Qin zunehmend zu einem straff organisierten, militaristischen Staat, in dem strenge Gesetze, militärische und landwirtschaftliche Leistungen sowie Zwangsumsiedlungen zur Urbarmachung neuer Gebiete das gesellschaftliche Leben prägen. Fortsetzung 354
  • 356: 356 v. Chr. ernennt Herzog Xiao Shang Yang zum linken Hilfskanzler (zuo shuzhang) und startet damit die erste große Reformphase. Nun folgen Maßnahmen wie die Neuordnung der Haushaltsregistrierung, Einführung einer strengen Kollektivhaftung (Lianzuo‑System), drakonische Militärgesetze mit klaren Belohnungen für Kampferfolge, Abschaffung erblicher Adelsprivilegien und Aufbau eines Zwanzigrang‑Systems militärischer Adelstitel. Parallel werden Landwirtschaft und Weberei gefördert, Privatfehden hart bestraft, das Qin‑Recht kodifiziert und die Kernfamilie gegenüber Großsippen gestärkt.
  • 361: 361 v. Chr. stirbt Herzog Xian nach 24 Regierungsjahren, und sein 21‑jähriger Sohn Ying Quliang besteigt als Herzog Xiao von Qin den Thron. Zu dieser Zeit sind die sechs Großmächte der Streitenden Reiche bereits ausgebildet, das Zhou‑Königtum ist geschwächt, Wei hält weiterhin die frühere Hexi‑Region Qin, und Qin gilt, im fernen Westen isoliert, als „barbarischer“ Randstaat. Herzog Xiao will die Hegemonie seines Ahnherrn Herzog Mu wiederherstellen und erlässt einen berühmten öffentlichen Aufruf, in dem er fähige Männer auffordert, Strategien zur Stärkung Qins vorzulegen, und ihnen hohe Ämter sowie Land in Aussicht stellt. Im selben Jahr führt er zwei Feldzüge: nach Osten zur Belagerung der Stadt Shan (bei heutigem Hancheng) und nach Westen gegen die Westlichen Rong, wobei der Rong‑König Gua getötet wird; Zhao und Han nutzen den Herrscherwechsel und greifen Qin gemeinsam an. In diese Situation fällt der Aufruf auch in andere Staaten; der aus Wei stammende Rechtsgelehrte Wei Yang, später Shang Yang genannt, erfährt davon. Shang Yang dient zunächst als Mitarbeiter des Premierministers Gongshu Cuo in Wei und reist nach dessen Tod mit dem Gesetzeswerk „Kanon des Rechts“ nach Qin. Er wird durch den Günstling Jing Jian bei Herzog Xiao eingeführt und hält nacheinander mehrere Audienzen: zuerst vertritt er den „Weg des Kaisers“ (dao der Heiligen Könige), dann den „Weg des Königs“ (herrschen durch Wohlwollen), erreicht aber keine Zustimmung. In einer weiteren Audienz spricht er vom „Weg des Hegemons“ und erkennt zugleich, dass der Herzog schnelle, praktische Erfolge in seiner eigenen Lebenszeit anstrebt. In einer vierten, sehr langen Unterredung legt Shang Yang schließlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Staat und Finanzen vor, und Herzog Xiao ist so vertieft, dass er unbewusst näher zu ihm rückt; sie diskutieren tagelang ohne Ermüdung. Auf dieser Grundlage entwerfen sie Reformpläne, die trotz heftiger Opposition konservativer Adliger von Herzog Xiao voll unterstützt und schrittweise umgesetzt werden. Bereits 359 v. Chr. erlässt der Herzog auf Shang Yangs Drängen das „Landurbar‑Edikt“ (Ken-cao-Ling), das als Auftakt zur großen Reform gilt und vor allem die Landwirtschaft fördern, den Handel eindämmen, Adlige zur Feldarbeit heranziehen, Steuern vereinheitlichen und die Vorrangstellung der Landwirtschaft im Wertesystem verankern soll.
  • 366: Im Jahr 366 v. Chr. besiegt Qin unter dem künftigen Herzog Xian ein Bündnis aus Han und Wei in der Schlacht von Shimen; Soldaten werden nach der Zahl abgeschlagener Feindköpfe befördert, und Qin entreißt Wei weiteres Land.
  • 382: Herzog Xiao von Qin (persönlicher Name Ying Quliang) wird am 6. Dezember 382 v. Chr. im 4. Regierungsjahr seines Vaters Herzog Xian geboren.

Zhou

  • 368: Ji Bian übernimmt die Herrschaft und wird König Xian von Zhou.​ Während seiner Regierungszeit schickt er Geschenke an viele der feudalen Staaten, insbesondere an die Staaten Qin und Chu, die formell seine Vasallen sind.​ Spät in seiner Regierungszeit erklären sich die Herrscher dieser Staaten selbst zu Königen und erkennen den König von Zhou nicht mehr einmal nominell als ihren Oberherrn an. Fortsetzung 321
  • 369: König Lie (375–369)

Zhao

  • 372: Cheng: Im Jahr 372 v. Chr. lässt Marquess Cheng bei Xingdi, dem Gebiet des heutigen Xingtai in der Provinz Hebei, einen hölzernen Aussichtsturm errichten, der „Tantai“ heißt. Dieser Turm dient als erhöhter Beobachtungs‑ und Repräsentationspunkt, von dem aus er auf die übrigen Staaten der Streitenden Reiche blickt; der Ort erhält später nach diesem Bauwerk den Namen „Xingtai“. In den folgenden Jahren verschärft sich die Rivalität zwischen Zhao und dem mächtigen Nachbarn Wei unter König Hui, der seine militärische Überlegenheit auszuspielen versucht. Wei greift wiederholt in die Auseinandersetzungen unter den nordchinesischen Staaten ein und sieht im wachsenden Zhao einen wichtigen Gegner. Fortsetzung 353
  • 374: Cheng: Marquess Cheng von Zhao, mit persönlichem Namen Zhao Zhong, ist Markgraf des Staates Zhao und Sohn des Markgrafen Jing, den er nach dessen Tod als Herrscher von Zhao ablöst. Seine Regierungszeit liegt in der mittleren Phase der Streitenden Reiche, etwa von der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 350 v. Chr. Zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt Zhao Zhong – nun Marquess Cheng – den Thron des Staates Zhao von seinem Vater Marquess Jing und stabilisiert zunächst die Nachfolge im Herrscherhaus. In dieser Zeit festigt er die Stellung Zhaos in der durch Rivalität zwischen Zhao, Wei, Han und anderen Staaten geprägten politischen Ordnung.
  • 375: Markgraf Jing (386–375)

Wei

  • 361: Hui verlegt die Hauptstadt von Anyi nach Daliang, um sie vor dem Zugriff des Qin-Staates zu schützen. Anyi liegt auf einem Plateau südlich des Fen-Flusses, nahe des Zusammenflusses von Fen-, Wei- und Gelbem Fluss. Daliang befindet sich im Südosten von Wei an der Grenze zum Staat Song. Von da an wird Wei kurzzeitig auch Liang genannt. In den Jahren 361–355 führt Hui mehrere persönliche Treffen mit Herrschern benachbarter Staaten durch. Fortsetzung 354
  • 362: Zwischen 362 und 359 tauscht Hui Gebiete mit Zhao im Norden und Han im Süden aus. Dadurch schafft er sinnvollere Staatsgrenzen, sichert die neue Hauptstadt und erhält mehr Kontrolle über wichtige Handelswege.
  • 369: Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Marquess Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn von Marquess Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
  • 370: Markgraf Wu (396–370)

Qi

  • 356: Wei übernimmt um 356 die Herrschaft in Qi nach dem Tod seines Vaters. Er nennt sich als Erster Herrscher von Qi "König".​ Er erweist sich als würdiger Herrscher mit großem Einfluss und Wohlstand im Staat. Die Bürger gelten als fähig, die Generäle als entschlossen und die Armee als stark. Er geht sehr besonnen mit seinen Untergebenen um. Als Spione berichten, dass der General Zhangzi zum Feind (Qin) übergelaufen ist, glaubt König Wei dies nicht und behält Vertrauen. Bald darauf gewinnt Qi einen entscheidenden Sieg; Zhangzi wird als treu erwiesen und der König von Qin bittet Qi um Entschuldigung.​ Darüber hinaus ermuntert König Wei Kritik an seiner Person und belohnt nach einem gestaffelten System: Wer ihn persönlich kritisiert, erhält die höchste Belohnung, schriftliche Kritik bringt die zweithöchste und weitergeleitete Kritik die geringste Belohnung. Dies führt zunächst zu reger Kritik ("wie ein Marktplatz" vor seinem Zimmer). Nach einem Jahr existieren keine Petitionen mehr, weil alle Probleme gelöst sind und die Staaten Yan, Zhao, Han und Wei seinem Hof ihre Referenz erweisen.​ - Wei setzt Sun Bin als militärischen Berater ein. Sun Bin ist zuvor von Pang Juan (Wei) bestraft und an den Knien verstümmelt worden. Tian Ji, ein Befehlshaber von Qi, bringt Sun Bin auf Weisung des Königs nach Qi. Da Sun Bin nicht reiten kann, lehnt er den Armeebefehl ab, aber entwickelt in der Folge die Strategien zum Sieg von Qi in der Schlacht von Maling 342, was den Rivalenstaat Wei schwächt und Pang Juan den Tod bringt. Später in der Herrschaft führt König Wei militärische Aktionen gegen Qin und Zhao.​ - Wei lässt ein bronzenes Ritualgefäß gießen, das die früheste bekannte Erwähnung des Gelben Kaisers trägt (Chen Hou Yinqi dui).​ - Wei ist verheiratet mit Königin Wei; zudem gibt es Wey Ji (Clan von Wey), Mutter des Prinzen Jiaoshi, sowie Yu Ji (Clan von Yu, mit Namen Juanzhi). Seine Söhne sind Kronprinz Pijiang (regiert später als König Xuan von Qi), Prinz Ying (Vater von Lord Mengchang), Lord Jingguo (Premierminister, erhält das Lehen Xue 322 v. Chr.) und Prinz Jiaoshi. Fortsetzung 354
  • 357: Herzog Huan (374–357)
  • 376: Wei wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Viscount Xiang, Viscount Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Consort Xiao.​

Chu

  • 369: King Xuan von Chu wird als Sohn von König Dao des Staates Chu geboren.​ Sein älterer Bruder König Su regiert vor ihm und stirbt 370 v. Chr. ohne Nachkommen.​ Xiong Liangfu folgt daraufhin seinem Bruder nach und wird 369 v. Chr. als König Xuan König des Staates Chu.​ Er gehört zum Haus Mi und herrscht in der Zeit der Streitenden Reiche. Fortsetzung 354

JAPAN

  • 392: Nach dem Tod seines Vaters besteigt Kōan am 27. Tag des 1. Mondmonats des Folgejahrs den Thron. Er gilt nach den Chroniken Kojiki und Nihonshoki als 6. Tennō von Japan. Die historische Existenz Kōans bleibt zweifelhaft, da er zu den "acht undokumentierten Kaisern" gehört, über die es nur knappe Überlieferungen gibt. Sein Eigenname lautet nach dem Nihonshoki Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter ist Yoso-tarashi-hime; laut Kojiki heißt er Ō-yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter Yoso-taho-hime no mikoto. Fortsetzung 342
  • 393: Tennō Kōshō (475–393)
  • 408: Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.

QUELLEN

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02.04.2014 Artikel eröffnet

16.07.2023 Grundstock erstellt

14.01.2026 Grundstock ergänzt

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