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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Perdikkas_III. König Perdikkas III. ( | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Perdikkas_III. König Perdikkas III. (368–359)] <br /> | ||
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Aktuelle Version vom 4. Februar 2026, 08:14 Uhr
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCXC = 390)
- Konsul Gaius Sulpicius Peticus (1. Amtszeit)
Gaius Sulpicius Peticus bekleidet sein erstes Konsulat zusammen mit Gaius Licinius Calvus, wie die Fasti Capitolini bezeugen, während die Darstellung bei Livius, die Gaius Licinius Stolo als Kollegen nennt, als weniger zuverlässig gilt. In diesem Jahr herrscht in Rom eine schwere Pest, und zur Besänftigung der Götter werden erstmals etruskische Bühnenspiele aufgeführt. - Ädil Marcus Popillius Laenas
Marcus Popillius Laenas gehört zum plebejischen Geschlecht der Popillier; sein Vater trägt gemäss den Triumphalfasten ebenfalls das Pränomen Marcus, sein Großvater heißt Gaius. Das erste sicher bezeugte Amt seines cursus honorum ist die kurulische Ädilität, die er 364 innehat, kurz nachdem dieses Amt zwei Jahre zuvor eingeführt worden ist. Als kurulischer Ädil veranstaltet er gemeinsam mit seinem Amtskollegen die ersten ludi scaenici (Theaterspiele) in Rom. - Fortsetzung 363
GRIECHEN
(4. Jahr der 103. / 1. Jahr der 104. Olympiade)
Syrakus
Epirus
Makedonien
Pherai
- Tyrann Alexander (369-358)
Während des dreijährigen Waffenstillstands versucht Alexander weiterhin, seinen Einfluss auszudehnen, vor allem auf die Regionen Magnesia und Phthiotis, indem er Druck auf die dortigen Städte ausübt. Nach Ablauf des Waffenstillstands im Jahr 364 wenden sich diese Städte erneut an Theben und bitten um Schutz vor Alexanders erneuten Angriffen. Theben reagiert mit einer weiteren Expedition, diesmal unter Pelopidas, der nun mit einem Heer gegen Alexander zieht. In der Schlacht bei Kynoskephalai wird Alexander militärisch geschlagen, doch Pelopidas fällt in der Schlacht, was dem Sieg einen hohen Preis verleiht. Nach der Niederlage Alexanders folgt eine weitere thebanische Offensive unter den Feldherren Malcites und Diogiton, die seine militärische Position endgültig brechen. Alexander muss die von ihm eroberten Städte an die Thessalier zurückgeben, seine Herrschaft auf Pherai beschränken, dem Böotischen Bund beitreten und sich in ein abhängiges Bündnisverhältnis zu Theben fügen. Obwohl Alexander nun formell auf Pherai beschränkt ist und als Verbündeter Thebens gilt, bleibt er innerlich dieselbe tyrannische Figur und hält seine Untertanen mit Angst und Gewalt nieder. Die antiken Autoren schildern ihn übereinstimmend als besonders grausamen und misstrauischen Tyrannen, der zu blutigen Strafen und willkürlicher Grausamkeit neigt. Alexander verlegt einen Teil seiner Aktivitäten auf das Meer und nutzt eine Flotte, um die Küstenregionen zu bedrohen und seinen Einfluss wirtschaftlich zu sichern. Er greift die Insel Peparethos an, belagert die Stadt und führt zugleich piratische Überfälle auf die Küsten Attikas aus. Im Zuge dieser Unternehmungen landet Alexander Truppen in Attika, besetzt den kleinen Hafen Panormos östlich von Kap Sounion und bedroht damit direkt den athenischen Raum. Athen reagiert mit der Entsendung eines Geschwaderverbandes unter dem Admiral Leosthenes, der Alexanders Flotte schlägt und die Belagerung von Peparethos aufhebt. Alexander entkommt jedoch einer völligen Einschließung im Hafen von Panormos, bricht aus der Blockade aus und erbeutet mehrere attische Trieren, bevor er sich mit Beute zurückzieht. Er setzt seine Politik der Einschüchterung und des Seeraubs fort, bleibt aber nach den Niederlagen in Thessalien politisch stark geschwächt und auf ein engeres Machtgebiet zurückgeworfen. - Fortsetzung 358
Böotischer Bund (seit 379)
- Schlacht am Kynoskephalai
Vorfeld der Schlacht: Alexander von Pherai expandiert erneut und nimmt die Regionen Achaia Phthiotis und Magnesia in Thessalien unter seine Kontrolle. Seine thessalischen Gegner, die sich von ihm bedroht fühlen, überreden Theben abermals zu einem Eingreifen. Hinzu kommt, dass Timotheos von Herakleia seine Macht auf der Chalkidike ausweitet und damit die makedonischen Verbündeten Thebens sowie den thebanischen Einfluss im Norden Griechenlands gefährdet. Die thebanische Volksversammlung beschließt, Pelopidas mit einem Heer von rund 7000 Mann auszusenden, vermutlich etwa 5000 Hopliten, 1500 leichtbewaffnete Plänkler (psiloi) und 500 Reiter. Am 13. Juli kommt es zu einer Sonnenfinsternis, die als schweres Unheilszeichen gedeutet wird, woraufhin das bereits ausgehobene Heer wieder entlassen wird. Pelopidas setzt sich dennoch über die Warnungen der thebanischen Priester und die Missbilligung der Bürgerschaft hinweg. Er bricht mit einer kleineren Truppe aus freiwilligen Reitern und Söldnern in Richtung Thessalien auf. Dort gewinnt er Verbündete und stellt, wie der Historiker John Romm formuliert, eine "rauhe, unausgebildete Phalanx" zusammen, dazu etwa dreihundert thebanische Reiter und weitere thessalische Kavallerie. Das Heer sammelt sich in Pharsalos und marschiert dann nach Norden über den Fluss Enipeus und weiter ostwärts in seinem Tal, um Alexanders Truppen entgegenzutreten. Gleichzeitig rückt Alexander von Pherai von Osten her über das Hügelland der Kynoskephalai in Richtung Pharsalos vor. Sein Heer, zu dem auch Berufskrieger mit Speeren gehören, nimmt das Thetideion ein, einen Tempel der Göttin Thetis auf einem etwa 204 Meter hohen Bergrücken nördlich des Enipeus-Tals und östlich von Pherai. Die antiken Quellen nennen unterschiedliche Truppenstärken: Diodor von Sizilien spricht von etwa 20'000 Mann, während Plutarch berichtet, Alexanders Infanterie sei den Truppen des Pelopidas im Verhältnis zwei zu eins überlegen. Der moderne Historiker Fred Eugene Ray Jr. schätzt auf Grundlage von Xenophons Angaben zur thessalischen Reiterei, dass Alexander ungefähr 4000 Reiter und insgesamt rund 17'000 Soldaten haben könnte, während John Romm die Gesamtstärke etwa doppelt so hoch wie die des Pelopidas-Heeres ansetzt.
Verlauf der Schlacht bei Kynoskephalai: Pelopidas erhält durch Späher Nachricht von den Stellungen Alexanders und entscheidet sich für eine sofortige Schlachtentscheidung. Zu Beginn der Auseinandersetzung schicken beide Heere leichte Infanterie, vor allem Peltasten, auf die Höhen zwischen den beiden Armeen; aufseiten von Pelopidas kämpfen hier thessalische Kontingente. Alexanders Truppen erreichen die Anhöhen zuerst und setzen sich dort durch, vermutlich aufgrund ihrer größeren Kampferfahrung. Währenddessen liefern sich die Reiter beider Seiten ein Gefecht um die Flachebene südlich des Hügellandes, wobei Pelopidas das verbündete Reiteraufgebot persönlich führt. Thebaner und Thessalier gewinnen das Kavalleriegefecht, während Alexander zugleich die leichten Truppen des Pelopidas von den Höhen verdrängt. Ein Versuch, die Höhen mit schwerbewaffneten Hopliten zurückzuerobern, scheitert und führt zu erheblichen Verlusten. Pelopidas ruft daraufhin seine Reiterei zurück, reitet hinter seine Infanterie und rüstet sich selbst als Hoplit aus. Er ordnet seine Truppen neu: Die Thessalier stehen in tiefer Formation auf dem linken Flügel, die Thebaner bilden den rechten Flügel. Mehrere Angriffe dieser Phalanx bleiben zunächst ohne Erfolg, bis sich Alexander gezwungen sieht, seine Truppen von den Höhen zurückzunehmen, um einem möglichen Flankenangriff der Reiterei des Pelopidas zu entgehen, und sich hinter seinen Plänklern in der Ebene neu formiert. Der Althistoriker Roel Konijnendijk hebt die ungewöhnliche Art dieser thebanischen Umgruppierungen hervor, die Plutarch auf die begeisternde Führung des Pelopidas und den Hass seiner Soldaten auf Alexander zurückführt; normalerweise können fliehende Hopliten nicht mehr geordnet gesammelt werden, und es bleibt unklar, wie weit und in welchem Umfang Pelopidas diese Sammlung tatsächlich steuern kann. Pelopidas führt nun einen Angriff gegen Alexanders rechten Flügel, wo er den Tyrannen selbst erkennt. Beim Sturm bergab geraten die thebanischen und thessalischen Truppen in Unordnung, sodass Pelopidas vor seiner Front exponiert ist und von Wurfspeeren tödlich getroffen wird. Dennoch gelingt es den verbündeten Hopliten, sich erneut zu sammeln und gemeinsam mit der Reiterei Alexanders Heer zu zerschlagen. Plutarch berichtet, dass etwa 3000 Mann Alexanders fallen, teils in der Verfolgung nach dem Zusammenbruch der Front.
Ehrungen für Pelopidas und Folgen für Thessalien: Nach der Schlacht erweisen die Thessalier Pelopidas besondere Ehren, indem sie erbeutete Waffen der Gegner um seinen Leichnam aufschichten. Amtsträger aus den umliegenden Städten bringen wertvolle Gaben, die mit ihm zusammen beigesetzt werden. Die thessalischen Städte statten seine Kinder mit Landbesitz aus und lassen eine Bronzestatue zu seinem Gedenken errichten, die vom Bildhauer Lysippos gefertigt wird. In den anschließenden Verhandlungen, möglicherweise nach einem weiteren Gefecht, muss Alexander die von ihm eroberten Städte zurückgeben und ein Bündnis mit Theben akzeptieren. Theben übernimmt die Kontrolle über Magnesia und Achaia Phthiotis, während Alexander sich laut Diodor verpflichtet, "künftig nur über Pherai allein" zu herrschen. Damit etabliert sich Theben als Hegemon in Thessalien, und Alexander ist gezwungen, Truppen für die Feldzüge der Thebaner zu stellen. Einige Jahre später, 358 oder 357, wird Alexander von seiner Ehefrau Thebe und deren Brüdern ermordet, womit seine Tyrannis ein gewaltsames Ende findet. - Mit Hilfe seiner neu errichteten Kriegsflotte gelingt es Epaminondas aus Theben, die Inseln Chios und Rhodos sowie die Stadt Byzantion zum Abfall von Athen zu veranlassen.
- Die Stadt Orchomenos wird durch den Böotischen Bund zerstört.
Attischer Seebund
- Athen erobert die Stadt Potidaia.
- Platon (64)
- Aristoteles (23)
- Athen erobert die makedonische Hafenstadt Pydna.
- Fortsetzung 361
Olimpia
- Während des Pentathlon in Olympia kommt es zu einem bewaffneten Überfall eliatischer Truppen.
Sparta
- König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)
Angesichts der schweren Belastung der spartanischen Staatskasse greift Agesilaos in seinen letzten Lebensjahren zu ungewöhnlichen Mitteln. 364 lässt er sich zusammen mit seinem Heer als militärischer Unternehmer für den aufständischen persischen Satrapen Ariobarzanes anwerben, um gegen den Großkönig zu kämpfen, und führt damit faktisch einen Söldnerkrieg, dessen Lohn den spartanischen Finanzen zugutekommen soll. - König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)
- Als die Arkader in das mit Sparta verbündete Elis einfallen, marschiert Archidamos (später Archidamos III.) auf Bitte der Eleer erneut nach Südwest-Arkadien und nimmt die Stadt Kromnos ein, in der er eine spartanische Garnison zurücklässt. Nach seiner Rückkehr greifen die Arkader und ihre Verbündeten die Besatzung in Kromnos an und belagern sie; um sie abzuziehen, verwüstet Archidamos Teile Arkadiens, doch seine Versuche bleiben erfolglos, und als er versucht, die Feinde von einer Anhöhe zu vertreiben, gerät er in eine ungünstige Lage und wird zurückgedrängt.
- Fortsetzung 362
Bosporanisches Reich
Bithynien
Salamis
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes II. (404–358)
- Satrap Mithridates I. (Kios, 401-362)
- Satrap Ariobarzanes (Phrygien, 388-362)
Ariobarzanes erlangt die Unterstützung eines spartanischen Söldnerheeres unter König Agesilaos II. gegen Artaxerxes. - Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)
- Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
- Fortsetzung 362
ÄGYPTEN
Spätzeit, 30. Dynastie
INDIEN
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr der Feuer-Schlange; am Beginn des Jahres Feuer-Drachen)
Qin
- Herzog Xian (384–362)
Qin führt Krieg gegen den Staat Wei bei Shimen, im Gebiet des späteren Yuncheng in der Provinz Shanxi. In dieser Schlacht fügt das Heer von Qin dem bis dahin stärksten Machtfaktor der Zeit der Streitenden Reiche, dem Staat Wei, erstmals eine große Niederlage zu. Überliefert ist, dass dabei 60'000 Soldaten Weis getötet werden. König Xian von Zhou, der nominelle Herrscher des gesamten Reiches, gratuliert Herzog Xian von Qin zu diesem Sieg. Daraufhin erklärt sich Herzog Xian selbst zum Hegemon Chinas. - Fortsetzung 362
Zhou
Zhao
Wei
Qi
Chu
JAPAN
QUELLEN
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10.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
01.02.2026 Grundstock ergänzt