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WELTALL

  • Sonnenfinsternis
    0512D: Am 12. Mai ereignet sich eine ringförmige Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonnenscheibe nicht vollständig bedeckt. Der zentrale Schattenbereich setzt im Pazifik ein, wandert dann über die Gebiete der heutigen Staaten Ecuador, Kolumbien und Venezuela und zieht weiter über den Atlantik. Anschließend erreicht der Kernschatten die Iberische Halbinsel, verläuft über die Balearen, Sardinien, Sizilien und Kreta und endet schließlich im Mittelmeer, wo die Zentrallinie der Finsternis ausläuft.
    Der Schriftsteller Plutarch berichtet, dass der aus Kyzikos stammende Gelehrte Helikon, ein Schüler des Astronomen Eudoxos, diese Sonnenfinsternis vor ihrem Eintreten vorhergesagt hat. Damit gilt dieses Ereignis – neben der berühmten von Thales von Milet prognostizierten Sonnenfinsternis vom 28. Mai 585 v. Chr. – als die zweite bekannte Sonnenfinsternis der Geschichte, deren Eintreffen nachweislich erfolgreich berechnet und angekündigt wird.
    In der modernen astronomischen Zählweise wird das Jahr der Finsternis als Jahr −360 geführt, weil dort – anders als in der historischen Zählung – ein Jahr 0 existiert. Da zwischen astronomischer und historischer Zählung ein Jahresversatz besteht, entspricht das astronomische Jahr −360 dem historischen Jahr 361 v. Chr., das in historischen und altertumswissenschaftlichen Darstellungen verwendet wird.
  • Fortsetzung 360

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCXCIII = 393)

  • Konsul Gaius Licinius Stolo (Römische Republik)
    Nach der Verabschiedung der Leges Liciniae Sextiae im Jahr 367 erreichte Lucius Sextius Lateranus bereits 366 als erster Plebejer das Konsulat. Gaius Licinius Stolo folgt einige Jahre später und bekleidet nun in diesem Jahr als Plebejer das Konsulat. Die wichtigste antike Quelle zu Gaius Licinius Stolo ist Titus Livius, der seine Aktivitäten mit großem Detailreichtum schildert. Moderne Forschung weist jedoch darauf hin, dass diese Darstellung möglicherweise durch den Historiker Gaius Licinius Macer, einen Angehörigen der gleichen gens, ausgeschmückt oder teilweise erfunden ist. Auffällig ist die starke Ähnlichkeit der geschilderten Ereignisse mit den Reformen der Gracchen rund zweihundert Jahre später, was den Verdacht nährt, dass Stolos Biographie nach dem Muster dieser späteren Reformbewegung gestaltet wird. So bleibt Stolo einerseits als wichtiger Symbolträger der plebejischen Emanzipation, andererseits als historisch schwer greifbare Figur, deren Lebenslauf nur mit Vorsicht zu rekonstruieren ist.
  • Konsul Gaius Sulpicius Peticus (2. Amtszeit)
    Gaius Sulpicius Peticus erreicht zum zweiten Mal das Konsulat, diesmal gemeinsam mit Gaius Licinius Stolo. Gemäss Livius werden die Kämpfe gegen die Herniker wieder aufgenommen; beide Konsuln rücken erfolgreich auf feindliches Gebiet vor und erobern die Stadt Ferentinum in Latium; wahrscheinlich schreiben die Triumphalakten Sulpicius für diese Erfolge einen, bei Livius nicht ausdrücklich erwähnten, Triumph zu.
  • Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus
    Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus gehört zur gens Quinctia und übernimmt das Amt des Diktators in Rom. Er führt ein erfolgreiches Gefecht gegen die Gallier und erhält dafür einen Triumphzug
    Titus Manlius Imperiosus Torquatus dient als Militärtribun im Heer des Diktators Titus Quinctius Poenus Capitolinus Crispinus gegen die Gallier am Anio. Ein riesenhafter Gallier fordert die Römer zum Zweikampf heraus, doch lange wagt niemand anzutreten, bis Titus mit Zustimmung des Konsuls hervortritt. Obwohl körperlich unterlegen, tötet er den Gallier mit Hieben in Bauch und Unterleib, nimmt dem Toten das Halsgeschmeide (torc) ab und legt es sich um den eigenen Hals, woraus sich sein Beiname Torquatus ableitet, der später an seine Nachkommen weitergegeben wird.
  • Fortsetzung 360

GRIECHEN

(3./4. Jahr der 104. Olympiade)

Tarent

  • Archytas' Verbindung zu Platon gewinnt 361 entscheidende Bedeutung, als Platon beim Tyrannen Dionysios II. von Syrakus in Ungnade fällt, in Lebensgefahr gerät und Archytas um Hilfe bittet. Archytas veranlasst die Tarentiner, eine Gesandtschaft nach Syrakus zu entsenden um für Platon einzustehen; dieser erhält die Erlaubnis zur sicheren Abreise. Archytas selbst gerät aber in Syrakus in Konflikte mit Dionysios und fällt zeitweise in Ungnade, wobei die Details der Auseinandersetzungen in den Quellen nur angedeutet überliefert sind.
  • Fortsetzung 350

Syrakus

  • Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit367-357)
  • Dion (48) hofft weiterhin auf Rückkehr und Rehabilitation. Platon reist auf Dionysios’ Drängen ein drittes Mal nach Sizilien, um einerseits dem Tyrannen zu gefallen, andererseits Dion zu helfen; er bringt mehrere Schüler mit, darunter Speusippos und Xenokrates. Speusippos erkundigt sich in Syrakus nach der Stimmung der Bürgerschaft und prüft die Chancen eines gewaltsamen Sturzes der Tyrannis, was Dionysios’ misstrauisch macht. Dionysios konfisziert daraufhin Dions in Syrakus verbliebenen Besitz und befiehlt seiner Halbschwester Arete, Dions Frau, die Ehe aufzulösen und seinen Günstling Timokrates zu heiraten; eine Versöhnung mit Dion ist faktisch ausgeschlossen ist.
  • Agathokles wird 361/360 in Thermai auf Sizilien geboren. Schon früh beginnt er eine militärische Laufbahn und dient zunächst als Soldat, später als Offizier in Syrakus.
  • Fortsetzung 360

Epirus

Makedonien

Pherai

Attischer Seebund

  • Athen entsendet eine Flotte unter Triarch Leosthenes zum Kampf gegen Alexander von Pherai. Diesem gelingt bei den Kykladen ein Überraschungsangriff, dem fünf attische Trieren und 600 Soldaten zum Opfer fallen. Der überlebende Leosthenes wird für seine Niederlage von den Athenern zum Tode verurteilt und hingerichtet.
  • Platon (67)
    Platon reist auf Bitte von Archytas und unter dem Druck Dionysios’ ein drittes Mal nach Sizilien, diesmal in Begleitung seiner Schüler Speusippos und Xenokrates. Das entscheidende Gespräch mit Dionysios II. enttäuscht Platon; der Tyrann überschätzt sein philosophisches Verständnis, verweigert eine echte Schülerschaft und hält seine Zusage gegenüber Dion nicht ein, sondern beschlagnahmt dessen Vermögen. Platon gerät durch die Oppositionstätigkeit seiner Freunde in Verdacht und in Lebensgefahr, wird aber durch die Intervention des Archytas gerettet und kann im Sommer nach Athen zurückkehren.
  • Aristoteles (26)
  • Fortsetzung 360

Sparta

Bosporanisches Reich

Bithynien

Salamis

  • König Nikokles (374/373–361)
    Nikokles stirbt eines gewaltsamen Todes, doch weder genaues Datum noch die Umstände sind überliefert. Theopompos und Anaximenes von Lampsakos berichten lediglich, dass sein Ende nicht natürlich ist, ohne nähere Details zu geben; Möglicherweise kommt Nikokles zusammen mit Straton von Sidon während dem sogenannten Satrapenaufstand um 362–360 ums Leben kommt. Diese Datierung bleibt jedoch eine Rekonstruktion, da zeitgenössische Quellen keine exakten Angaben liefern und nur der Zusammenhang mit den Unruhen im Perserreich hergestellt wird.
  • König Euagoras II. (361–351)
    Euagoras II. ist König des griechischen Stadtstaats Salamis auf Zypern und später Satrap für das Achämenidenreich in Phönizien. Euagoras ist möglicherweise der Sohn seines Vorgängers Nikokles und der Enkel von Evagoras I. Als König von Salamis verfolgt Evagoras einen ausgesprochen pro-persischen Kurs.
  • Fortsetzung 351

ODRYSEN

  • König Kotys I. (384–360)
    Der odrysische Feldherr Miltokythes hat sich im Vorjahr gegen seinen Dienstherrn Kotys erhoben und sucht Hilfe bei Ariobarzanes und Athen, während Kotys seinerseits sowohl Athen um Unterstützung gegen Miltokrytes ersucht als auch ein Bündnis mit Autophradates, dem persischen Satrapen von Lydien und Gegner des Ariobarzanes, eingeht. Athen entscheidet sich letztlich für Miltokythes und entsendet eine Flotte, die ihm beistehen soll. Diese Streitmacht erleidet jedoch eine Niederlage gegen Kotys, der dabei erneut von seinem Schwiegersohn Iphikrates unterstützt wird. Miltokythes muss Hieron Oros im Frühjahr aufgeben, und Kotys beginnt daraufhin die Belagerung von Sestos. Nun schließen sich Athen und Sparta gegen Kotys zusammen; Ariobarzanes übergibt Sestos und Krithote an den athenischen Feldherrn Timotheos, und Athen entsendet weitere Befehlshaber, um Miltokythes gegen Kotys zu unterstützen. Trotzdem behauptet Kotys sich mit Hilfe von Iphikrates und Charidemos; Demosthenes berichtet später, sie hätten athenische Feld- und Flottenkommandeure bestochen, von denen mehrere nach ihrer Rückberufung in Athen angeklagt und verurteilt werden. Ein Friedensversuch zwischen Athen und Kotys, der ihn als Verbündeten Athens ausruft, scheitert, denn Charidemos belagert 360 erneut die letzten athenischen Festungen im Süden der Chersones.
  • Fortsetzung 360

ACHÄMENIDENREICH

  • Großkönig Artaxerxes II. (404–358)
  • Satrap Ariobarzanes II. (Kios, 362-336)
  • Satrap Ariamnes (Kappadokien, 362-350)
  • Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
    Nach dem Ende der Satrapenrevolte 362/361 behält Mausolos sein Amt, im Gegensatz zu offeneren Rebellen wie Datames oder Ariobarzanes, und wird sogar dadurch belohnt, dass ihm Lykien zur Verwaltung übertragen wird. Zwischen etwa 362 und 353 geht die Herrschaft über Lykien endgültig von Autophradates auf Mausolos über, sodass Karien und Lykien nun in seiner Person vereint sind. In dieser späten Regierungsphase prägen die Lykier keine eigenen Münzen mehr; stattdessen zirkulieren Münzen des Mausolos und seiner Nachfolger, während ein von Mausolos eingesetzter Stellvertreter (Hyparch) und später unter Pixodaros bezeugte Garnisonskommandanten die Kontrolle sichern. Ebenfalls in die 360er Jahre fällt der Ausbau der neuen Hauptstadt Halikarnassos zu einer stark hellenisch geprägten Stadt mit Theater, Agora, ausgedehnten Mauern und Hafenbefestigungen, die zum Hauptstützpunkt der hekatomnidischen Flotte werden. Mausolos und Artemisia lassen auf der Landzunge von Zephyrion einen Palast neben dem älteren Apollon-Tempel errichten; zugleich inspiriert wahrscheinlich das Vorbild der Synoikie von Rhodos (um 408) die großangelegte Umsiedlungspolitik in Halikarnassos. Kurz nach Halikarnassos erfährt auch die Insel Kos eine Synoikie, die möglicherweise politisch durch Mausolos und später Idrieus beeinflusst wird; außerdem werden Städte wie Latmos (später Herakleia am Latmos), Knidos und vielleicht Priene verlegt oder neu gegründet. Parallel dazu investieren Mausolos und seine Familie stark in ländliche Heiligtümer wie Amyzon, Labraunda und Sinuri in den karischen Bergen, wo jährliche Prozessionen zu neu errichteten monumentalen Tempeln stattfinden. Besonders Labraunda entwickelt sich durch die regelmäßige Prozession von Mylasa aus zu einem Zentrum des hekatomnidischen Königskults, in den auch der Bruder Idrieus eingebunden ist. In all diesen Bauten setzt sich der Stil der sogenannten Ionischen Renaissance durch, eine Mischform aus kleinasiatischen und griechischen Elementen, die später in der frühen hellenistischen Zeit etwa in Priene fortwirkt. In den 360er Jahren entsteht zugleich das Bild des Mausolos als despotischer und finanzhungriger Herrscher in griechischen Quellen. Die pseudo-aristotelische Schrift "Ökonomik" überliefert Anekdoten, nach denen Mausolos etwa die Eliten von Mylasa mit einer erfundenen Bedrohung durch Artaxerxes II. zur Finanzierung von Stadtmauern veranlasst, die er nie bauen lässt, und so ihr Geld einbehält. Der gleiche Text berichtet, Mausolos’ Stellvertreter Kondalos erfinde eine Forderung des Großkönigs nach Pferdehaar-Perücken und zwinge so die Lyker, entweder ihre Haare zu opfern oder sich freizukaufen, wobei das Geld bei den karischen Herrschern bleibt. Schon 367/366 kommt es in Mylasa zu einem vereitelten Anschlagsplan gegen Mausolos während einer Prozession, was seine umstrittene Herrschaft zeigt. 361/360 lässt Mausolos in Mylasa mehrere Brüder bestrafen, die planen, eine Statue seines Vaters Hekatomnos zu schänden, während dieselben Männer in Iasos durch die Stadt mit Ehren (Proxenie) bedacht werden, was auf Spannungen mit der lokalen Elite hindeutet. In den 360er Jahren verurteilt Iasos zugleich weitere Verschwörer gegen Mausolos und versteigert ihr Eigentum, womit Widerstand und Repression eng miteinander verflochten sind.
  • Fortsetzung 360

ÄGYPTEN

Spätzeit, 30. Dynastie

INDIEN

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr des Metall-Affen; am Beginn des Jahres Erde-Schaf)

Qin

  • Herzog Xiao (361-338)
    Herzog Xian stirbt nach 24 Regierungsjahren, und sein 21‑jähriger Sohn Ying Quliang besteigt als Herzog Xiao von Qin den Thron. Zu dieser Zeit sind die sechs Großmächte der Streitenden Reiche bereits ausgebildet, das Zhou‑Königtum ist geschwächt, Wei hält weiterhin die frühere Hexi‑Region Qin, und Qin gilt, im fernen Westen isoliert, als "barbarischer" Randstaat. Herzog Xiao will die Hegemonie seines Ahnherrn Herzog Mu wiederherstellen und erlässt einen berühmten öffentlichen Aufruf, in dem er fähige Männer auffordert, Strategien zur Stärkung Qins vorzulegen, und ihnen hohe Ämter sowie Land in Aussicht stellt. Im selben Jahr führt er zwei Feldzüge: nach Osten zur Belagerung der Stadt Shan (bei heutigem Hancheng) und nach Westen gegen die Westlichen Rong, wobei der Rong‑König Gua getötet wird; Zhao und Han nutzen den Herrscherwechsel und greifen Qin gemeinsam an. In diese Situation fällt der Aufruf auch in andere Staaten; der aus Wei stammende Rechtsgelehrte Wei Yang, später Shang Yang genannt, erfährt davon. Shang Yang dient zunächst als Mitarbeiter des Premierministers Gongshu Cuo in Wei und reist nach dessen Tod mit dem Gesetzeswerk "Kanon des Rechts" nach Qin. Er wird durch den Günstling Jing Jian bei Herzog Xiao eingeführt und hält nacheinander mehrere Audienzen: zuerst vertritt er den "Weg des Kaisers" (dao der Heiligen Könige), dann den "Weg des Königs" (herrschen durch Wohlwollen), erreicht aber keine Zustimmung. In einer weiteren Audienz spricht er vom "Weg des Hegemons" und erkennt zugleich, dass der Herzog schnelle, praktische Erfolge in seiner eigenen Lebenszeit anstrebt. In einer vierten, sehr langen Unterredung legt Shang Yang schließlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Staat und Finanzen vor, und Herzog Xiao ist so vertieft, dass er unbewusst näher zu ihm rückt; sie diskutieren tagelang ohne Ermüdung. Auf dieser Grundlage entwerfen sie Reformpläne, die trotz heftiger Opposition konservativer Adliger von Herzog Xiao voll unterstützt und schrittweise umgesetzt werden. Bereits 359 erlässt der Herzog auf Shang Yangs Drängen das "Landurbar‑Edikt" (Ken-cao-Ling), das als Auftakt zur großen Reform gilt und vor allem die Landwirtschaft fördern, den Handel eindämmen, Adlige zur Feldarbeit heranziehen, Steuern vereinheitlichen und die Vorrangstellung der Landwirtschaft im Wertesystem verankern soll.
  • Fortsetzung 358

Zhou

Zhao

Wei

  • Markgraf Hui (369–344)
    Hui verlegt die Hauptstadt von Anyi nach Daliang, um sie vor dem Zugriff des Qin-Staates zu schützen. Anyi liegt auf einem Plateau südlich des Fen-Flusses, nahe des Zusammenflusses von Fen-, Wei- und Gelbem Fluss. Daliang befindet sich im Südosten von Wei an der Grenze zum Staat Song. Von da an wird Wei kurzzeitig auch Liang genannt. In den Jahren 361–355 trifft sich Hui mehrmals mit Herrschern benachbarter Staaten.
  • Fortsetzung 354

Qi

Chu

JAPAN

QUELLEN

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10.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

23.01.2026 Grundstock ergänzt

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