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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Apulische_Bildervasen_f%C3%BCr_eine_Totenfeier_(Antikensammlung_Berlin) '''Apulische Bildervasen für eine Totenfeier'''] <br />''Die Vasen:'' <br />Um 340 produziert eine tarentinische Werkstatt in Apulien ein großes Ensemble rotfiguriger Gefäße im sogenannten spätapulischen Stil. Die Töpfer fertigen sehr große Volutenkrater, Amphoren, Skyphoi, eine Hydria, Teller verschiedener Formen sowie kleinere Schalen, von denen einige später nur durch Fragmente bekannt sind. Die Vasen sind technisch anspruchsvoll und zum Teil ungewöhnlich konstruiert: Mehrere Großgefäße haben keinen dichten Übergang zwischen Körper und Fuß oder sogar keinen Boden und können damit keine Flüssigkeit aufnehmen, während zwei Skyphoi ein Fassungsvermögen von über zehn Litern haben und so für den alltäglichen Trinkgebrauch praktisch untauglich sind. Diese Eigenschaften zeigen, dass die Gefäße nicht für den praktischen Alltag, sondern als repräsentative Schaustücke gedacht sind, die bei Ritualen, insbesondere im sepulkralen Bereich, Eindruck machen sollen. Die Werkstatt versieht die Gefäße mit figürlichen Szenen im "reichen Stil" der apulischen Vasenmalerei: Mythische Großbilder erscheinen vor allem auf den großen Volutenkrateren, während Grabdarstellungen mit Naiskoi, Grabpfeilern und festlich, aber nicht trauernd wirkenden jungen Männern und Frauen eine idealisierte Totenwelt zeigen. Viele Vasen – acht von zwanzig genauer beschriebenen Stücken – tragen auf einer Seite Grabmotive und verweisen damit eindeutig auf den funerären Kontext. Die Maler komponieren die Szenen so, dass sie eine eher ruhige, teils statische Bildsprache mit feinen Hinweisen auf Emotion und Handlung verbinden, was zeigt, dass sie ein mythologisch gebildetes Publikum ansprechen, das die Geschichten und Symbole versteht. Parallel zur Vasenproduktion etabliert sich in Apulien der Brauch einer betont symmetrischen, reichen Grabausstattung; Kammergräber kommen zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. auf und bieten Raum für umfangreiche Ensembles. Die Werkstatt liefert für ein besonders wohlhabendes Grab – möglicherweise ein Kammergrab – ein nahezu paarig zusammengestelltes Set: Viele Krater, Naiskosvasen, Amphoren und Teller lassen sich jeweils zu Gegenstücken ordnen, was auf eine bewusste, repräsentative Planung für eine Totenfeier deutet. Die großen, formal unpraktischen Gefäße fungieren in diesem Kontext als sichtbare Zeichen von Rang, Reichtum und religiöser Sorgfalt gegenüber dem Verstorbenen; die einfachere Keramik, die wahrscheinlich ebenfalls zur Grabausstattung gehört, bleibt in ihrer Funktion unklar. Insgesamt entsteht so um 340 v. Chr. ein in Umfang und Qualität außergewöhnlicher Grabkomplex apulischer Bildervasen, dessen Stücke später getrennt und ohne gesicherten Fundkontext in den Kunsthandel gelangen. <br />''Die beteiligten Maler:'' <br />In der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. gehört der ''Varrese‑Maler'' zu den bedeutendsten apulischen Vasenmalern; in der zeitlichen Abfolge bildet er in der für den Fund relevanten Werkstatt den frühesten nachweisbaren Meister. Er arbeitet in einer tarentinischen, manufakturähnlich organisierten Großwerkstatt mit hohen Produktionszahlen, in der mehrere Maler parallel tätig sind. Stilanalysen zeigen, dass ihm unmittelbar Maler folgen, die als Vorgänger des Dareios‑Malers gelten; unter ihnen steht der Maler von Kopenhagen 4223 dem Varrese‑Maler stilistisch am nächsten, wie insbesondere ein Volutenkrater mit Grabnaiskos belegt. Diese Künstler entwickeln den reichen spätapulischen Dekor weiter, bereiten aber noch nicht die volle Monumentalisierung vor, die der Dareios‑Maler später erreicht. <br />Auf den Varrese‑Maler und seine unmittelbaren Nachfolger folgt der ''Dareios‑Maler'', der als erster spätapulischer Maler gezielt die Möglichkeiten monumentaler Großgefäße ausschöpft. Er schafft Bildprogramme, die mehrere Bildzonen – göttliche und menschliche Ebenen – miteinander verknüpfen und umfangreiche Beschriftungen zur Identifizierung der Figuren einsetzen. Zwei der herausragenden Stücke des Grabensembles, der Phrixos‑Krater und der Rhesos‑Krater, werden ihm zugeschrieben und zeigen seine außerordentliche zeichnerische Eleganz, die präzise Linienführung und die Fähigkeit, komplexe Mythen narrativ klar zu strukturieren. Er oder ihm unmittelbar nahestehende Maler tragen mit drei Vasen die größte Anzahl von Zuschreibungen in dem Berliner Komplex. <br />Der wichtigste Nachfolger des Dareios‑Malers ist der ''Unterwelt‑Maler'', der gleichfalls monumentale Großkrater gestaltet und zu den Hauptmeistern der Werkstatt zählt. Ihm werden im Fund insbesondere der Persephone‑Krater, der Gigantomachie‑Krater und der Priamiden‑Krater zugeschrieben, die die Themen Unterwelt, Götter‑Giganten‑Kampf und das Schicksal der trojanischen Königsfamilie variieren. <br />Gegen Ende der stilistischen Entwicklung steht der ''Armidale‑Maler'', der als spätester im Ensemble vertretener Künstler gilt und möglicherweise mit dem Ganymed‑Maler identisch ist. Er spezialisiert sich eher auf kleinere Formen wie Frauenkopfteller und Skyphoi, von denen insgesamt bis zu 600 Werke erhalten sind, und setzt mit klaren, dekorativen Frauenköpfen und sorgfältiger Verwendung von Weißhöhungen einen eigenen Akzent. <br />''Artikel des Tages:'' <br />Der zusammengehörige Fundkomplex einer Gruppe antiker apulischer Bildervasen für eine Totenfeier besteht aus 29 Vasen, Tellern, Vasenfragmenten und Fragmentgruppen, die sich ehemals in der Antikensammlung Berlin befanden. Das Vasenensemble besteht aus zum Teil überdurchschnittlich großen und kostbaren Vasen, die reich mit Bildern des „reichen Stils“ der Apulischen Vasenmalerei verziert sind. Dazu kommen Vasen mittlerer und niederer Qualität. Neben gängigen Themen der griechischen Vasenmalerei wie Gigantomachie-Darstellungen, dem Tojanischen Sagenkreis oder den für Süditalien sehr typischen Bildern mit Jenseitsbezug finden sich auch Motive, die eher selten vorkommen. Dazu gehören Szenen aus den Sagen um Phrixos und Rhesos. Alle Stücke stammen wahrscheinlich aus einer Raubgrabung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gelangten über den Schweizer Kunsthandel zu Beginn der 1980er Jahre in die Berliner Sammlung. Zweifel an der rechtmäßigen Provenienzgeschichte kamen schon früh auf, wurden aber aufgrund grundsätzlich veränderter Haltungen in dieser Frage im Verlauf der letzten Jahre immer wichtiger. 2024 wurden sie an Italien zurückgegeben. | |||
'''Syrakus''' | '''Syrakus''' | ||
Aktuelle Version vom 6. Februar 2026, 09:14 Uhr
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CDXIV = 414)
- Konsul Titus Manlius Imperiosus Torquatus (3.Amtszeit)
Titus Manlius Torquatus bekleidet zum dritten Mal das Konsulat. - Konsul Publius Decius Mus
Publius Decius Mus wird zusammen mit Titus Manlius Torquatus zum Konsul gewählt, stirbt aber noch in diesem Jahr im Kampf (siehe Zweiter Latinerkrieg)
Decius Mus ist der Vater von Publius Decius P.f. Mus, der in den Jahren 312, 308, 297 und 295 das Konsulat bekleiden wird. Er ist außerdem der Großvater eines weiteren Publius Decius P.f. Mus, der 279 sein wird.
In der frühen Neuzeit lässt der genuesische Kaufmann Franco Cattaneo von Peter Paul Rubens eine Serie von acht Gemälden anfertigen, die als Vorlagen für Tapisserien das Leben und insbesondere das Selbstopfer des Decius Mus verherrlichen. Diese Gemälde dienen den Wirkern als modelli für gewebte Darstellungen seiner Taten.
Im Präsidentschaftswahlkampf der Vereinigten Staaten 2016 schreibt Michael Anton unter dem Pseudonym "Publius Decius Mus", um die politische Position des damaligen Kandidaten Donald Trump zu verteidigen. Er richtet seine Schriften an Republikaner, die Trump nicht für konservativ genug halten, und argumentiert, dass ein Risiko der Selbstaufopferung notwendig sei, um eine von Progressiven angeblich an den Rand der Zerstörung gebrachte Nation zu retten; dabei verwendet er die Passagiere von United-Airlines-Flug 93 als Analogie. - Zweiter Latinerkrieg (340–338)
Livius berichtet zum unmittelbaren Kriegsanlass, dass Rom nach Bekanntwerden der geheimen Gespräche zwischen Latinern und Kampanern vom Vorjahr die zehn führenden Männer der Latiner nach Rom lädt, angeblich um ihnen wegen des Bündnisses mit den Samniten Weisungen zu erteilen, während die latinschen Prätoren Lucius Annius aus Setia und L. Numisius aus Circeii die Kolonien Signia und Velitrae sowie die Volsker dazu bewegen, zu den Waffen zu greifen. Die Latiner beraten sich, beklagen sich – in der Figur des Annius – über eine Behandlung als Untertanen statt als Verbündete und beschließen, von Rom zu verlangen, dass künftig ein Konsul und die Hälfte des Senats aus Latinern besteht, um eine gleichberechtigte Teilhabe an der Staatsleitung zu erzwingen. In einer feierlichen Sitzung im Jupiter-Tempel auf dem Kapitol tragen die Latiner ihre Forderung vor, werden von Konsul Manlius heftig zurückgewiesen, Annius äußert sich verächtlich über die Macht des römischen Jupiter, stürzt beim Verlassen des Tempels die Stufen hinunter und wird bewusstlos oder tot aufgefunden, worauf Manlius schwört, das latinische Heer zu vernichten, wie die Götter den Gesandten getroffen haben, und Rom daraufhin den Krieg erklärt. Die moderne Forschung betrachtet diese ganze Szene mit Reden und göttlicher Strafwundererzählung als unhistorische Fiktion, die im Stil der antiken Geschichtsschreibung Reden erfindet und Motive aus der Zeit des Bundesgenossenkrieges zurückprojiziert. Inhaltlich ähneln die in Livius’ Rede des Annius vorgebrachten Klagen und Forderungen denen der italienischen Bundesgenossen kurz vor 91 v. Chr., und auch die Ablehnung einer Gesandtschaft erinnert an das Vorgehen des römischen Senats gegen die Aufstandsbewegung 90 v. Chr., was nahelegt, dass spätere politische Erfahrungen das Bild des Latinischen Krieges formen. Historiker gehen daher davon aus, dass die Latiner 340 weder einen lateinischen Konsul noch die Hälfte des Senats fordern, sondern dass es sich um eine Verdopplung späterer oder anderswo bezeugter Forderungen handelt, während der eigentliche Hintergrund des Krieges in der Angst der Latiner und Volsker sowie der Kampaner, Sidiciner und Aurunker vor der wachsenden Macht Roms und der Samniten liegt.
Die militärische Auseinandersetzung beginnt damit, dass die Latiner nach Samnium vorrücken, während ein gemeinsames römisch-samnitisches Heer an den Fuciner See marschiert, Latium umgeht, in kampanisches Gebiet eindringt und die Latiner und Kampaner in der Nähe des Vesuvs angreift.
Titus Manlius und Decius Mus beschliessen, die alte, strenge Heereszucht wiederherzustellen: Niemand darf ohne Befehl seinen Posten verlassen, bei Todesstrafe. Der Sohn des Manlius ergreift jedoch eine Gelegenheit zu persönlichem Ruhm, verlässt mit Gefährten seinen Posten, besiegt eine Abteilung latinischer Plänkler und bringt die Beute dem Vater. Manlius tadelt ihn öffentlich wegen Ungehorsams und lässt ihn trotz des Sieges hinrichten; seitdem dient "manlische Zucht" als sprichwörtliche Bezeichnung unerbittlicher Disziplin.
Schlacht am Vesuv
Ein Orakel lautete, dass ein Heer und zugleich der Feldherr des jeweils gegnerischen Heeres in den Tod gehen werden. Decius Mus beschließt, sich selbst und den Feind durch das Ritual der devotio den Göttern der Unterwelt und der Erde zu weihen, um seinem Heer den Sieg in der Schlacht am Vesuv zu sichern, in der er fällt und das feindliche Heer vernichtet wird. Als das römische Heer in der Nähe von Capua marschiert, haben beide Konsuln in der gleichen Nacht Träume, in denen ihnen mitgeteilt wird, dass jenes Heer siegen wird, dessen Feldherr sich selbst und das feindliche Heer den Dii Manes und der Tellus Mater weiht. Nachdem die Haruspizen diese Träume bestätigt haben, teilen die Konsuln ihren Plan den ranghöchsten Offizieren und dann dem Heer mit und fordern es auf, nicht den Mut zu verlieren, da derjenige von ihnen sein Leben weihen werde, dessen Flügel zuerst ins Wanken gerät. In der Schlacht beginnt der linke Flügel der Römer zu wanken, woraufhin Decius Mus den Pontifex Maximus Marcus Valerius ruft und ihn nach der genauen Durchführung des rettenden Rituals fragt. Der Pontifex legt ihm die vorgeschriebenen rituellen Handlungen und das dazugehörige Gebet dar, die Decius Mus daraufhin vollzieht. Voll gerüstet besteigt Decius Mus sein Pferd und stürzt sich mit übernatürlicher Kraft und Heftigkeit in die Reihen der Feinde. Die erschrockenen Latinergemeinden scheuen davor zurück, ihn im Nahkampf zu stellen, und bringen ihn schließlich nur aus der Entfernung mit Wurfspeeren zu Fall. Selbst nach seinem Tod meiden die Latinischen Krieger seinen Leichnam und lassen einen großen Raum um ihn frei. Der zuvor schwankende linke Flügel der Römer dringt nun in diese entstandene Lücke ein und gewinnt neue Kraft. Titus Manlius Torquatus hält währenddessen mit dem rechten Flügel stand und lässt die Latinischen Truppen ihre Reserven aufbrauchen, bevor er sie zwischen dem erneuerten linken Flügel und den samnitischen Bundesgenossen an ihrer Flanke zerschlagen lässt. Am Ende der Schlacht gelingt es nur einem Viertel des feindlichen Heeres zu fliehen.
Titus Manlius nutzt diesen Vorteil, zerschlägt das latinische Bundesheer und verfolgt die Verbündeten bis nach Kampanien. Er besiegt sie nochmals bei Trifanum, beendet damit für den Moment den Krieg und kehrt nach Rom zurück.
Diktator Lucius Papirius Crassus Da er schwer erkrankt und Mus gefallen ist, ernennt er Torquatus den Lucius Papirius Crassus zum Diktator. Lucius Papirius Crassus beruft seinerseits seinen Verwandten Lucius Papirius Cursor, um 365 geboren und Angehöriger der patrizischen gens Papiria, einer alten Adelsfamilie Roms, als Reiterführer (magister equitum). Kurz nach Einrichtung der Diktatur beginnen die Leute von Antium mit Raubzügen gegen die Felder der Städte Ostia, Ardea und Solonium. Lucius Papirius Crassus führt zwar Krieg gegen diese Gegner, erzielt aber nach der Überlieferung keine bedeutenden militärischen Vorteile gegen sie. - Fortsetzung 339
ILLYRER
GRIECHEN
(4. Jahr der 109. / 1. Jahr der 110. Olympiade)
Antipolis
- Antibes (Siedlung)
Griechische Kolonisten gründen Antipolis (das spätere Antibes) bei Nikaia (Nizza).
Tarent
- Apulische Bildervasen für eine Totenfeier
Die Vasen:
Um 340 produziert eine tarentinische Werkstatt in Apulien ein großes Ensemble rotfiguriger Gefäße im sogenannten spätapulischen Stil. Die Töpfer fertigen sehr große Volutenkrater, Amphoren, Skyphoi, eine Hydria, Teller verschiedener Formen sowie kleinere Schalen, von denen einige später nur durch Fragmente bekannt sind. Die Vasen sind technisch anspruchsvoll und zum Teil ungewöhnlich konstruiert: Mehrere Großgefäße haben keinen dichten Übergang zwischen Körper und Fuß oder sogar keinen Boden und können damit keine Flüssigkeit aufnehmen, während zwei Skyphoi ein Fassungsvermögen von über zehn Litern haben und so für den alltäglichen Trinkgebrauch praktisch untauglich sind. Diese Eigenschaften zeigen, dass die Gefäße nicht für den praktischen Alltag, sondern als repräsentative Schaustücke gedacht sind, die bei Ritualen, insbesondere im sepulkralen Bereich, Eindruck machen sollen. Die Werkstatt versieht die Gefäße mit figürlichen Szenen im "reichen Stil" der apulischen Vasenmalerei: Mythische Großbilder erscheinen vor allem auf den großen Volutenkrateren, während Grabdarstellungen mit Naiskoi, Grabpfeilern und festlich, aber nicht trauernd wirkenden jungen Männern und Frauen eine idealisierte Totenwelt zeigen. Viele Vasen – acht von zwanzig genauer beschriebenen Stücken – tragen auf einer Seite Grabmotive und verweisen damit eindeutig auf den funerären Kontext. Die Maler komponieren die Szenen so, dass sie eine eher ruhige, teils statische Bildsprache mit feinen Hinweisen auf Emotion und Handlung verbinden, was zeigt, dass sie ein mythologisch gebildetes Publikum ansprechen, das die Geschichten und Symbole versteht. Parallel zur Vasenproduktion etabliert sich in Apulien der Brauch einer betont symmetrischen, reichen Grabausstattung; Kammergräber kommen zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. auf und bieten Raum für umfangreiche Ensembles. Die Werkstatt liefert für ein besonders wohlhabendes Grab – möglicherweise ein Kammergrab – ein nahezu paarig zusammengestelltes Set: Viele Krater, Naiskosvasen, Amphoren und Teller lassen sich jeweils zu Gegenstücken ordnen, was auf eine bewusste, repräsentative Planung für eine Totenfeier deutet. Die großen, formal unpraktischen Gefäße fungieren in diesem Kontext als sichtbare Zeichen von Rang, Reichtum und religiöser Sorgfalt gegenüber dem Verstorbenen; die einfachere Keramik, die wahrscheinlich ebenfalls zur Grabausstattung gehört, bleibt in ihrer Funktion unklar. Insgesamt entsteht so um 340 v. Chr. ein in Umfang und Qualität außergewöhnlicher Grabkomplex apulischer Bildervasen, dessen Stücke später getrennt und ohne gesicherten Fundkontext in den Kunsthandel gelangen.
Die beteiligten Maler:
In der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. gehört der Varrese‑Maler zu den bedeutendsten apulischen Vasenmalern; in der zeitlichen Abfolge bildet er in der für den Fund relevanten Werkstatt den frühesten nachweisbaren Meister. Er arbeitet in einer tarentinischen, manufakturähnlich organisierten Großwerkstatt mit hohen Produktionszahlen, in der mehrere Maler parallel tätig sind. Stilanalysen zeigen, dass ihm unmittelbar Maler folgen, die als Vorgänger des Dareios‑Malers gelten; unter ihnen steht der Maler von Kopenhagen 4223 dem Varrese‑Maler stilistisch am nächsten, wie insbesondere ein Volutenkrater mit Grabnaiskos belegt. Diese Künstler entwickeln den reichen spätapulischen Dekor weiter, bereiten aber noch nicht die volle Monumentalisierung vor, die der Dareios‑Maler später erreicht.
Auf den Varrese‑Maler und seine unmittelbaren Nachfolger folgt der Dareios‑Maler, der als erster spätapulischer Maler gezielt die Möglichkeiten monumentaler Großgefäße ausschöpft. Er schafft Bildprogramme, die mehrere Bildzonen – göttliche und menschliche Ebenen – miteinander verknüpfen und umfangreiche Beschriftungen zur Identifizierung der Figuren einsetzen. Zwei der herausragenden Stücke des Grabensembles, der Phrixos‑Krater und der Rhesos‑Krater, werden ihm zugeschrieben und zeigen seine außerordentliche zeichnerische Eleganz, die präzise Linienführung und die Fähigkeit, komplexe Mythen narrativ klar zu strukturieren. Er oder ihm unmittelbar nahestehende Maler tragen mit drei Vasen die größte Anzahl von Zuschreibungen in dem Berliner Komplex.
Der wichtigste Nachfolger des Dareios‑Malers ist der Unterwelt‑Maler, der gleichfalls monumentale Großkrater gestaltet und zu den Hauptmeistern der Werkstatt zählt. Ihm werden im Fund insbesondere der Persephone‑Krater, der Gigantomachie‑Krater und der Priamiden‑Krater zugeschrieben, die die Themen Unterwelt, Götter‑Giganten‑Kampf und das Schicksal der trojanischen Königsfamilie variieren.
Gegen Ende der stilistischen Entwicklung steht der Armidale‑Maler, der als spätester im Ensemble vertretener Künstler gilt und möglicherweise mit dem Ganymed‑Maler identisch ist. Er spezialisiert sich eher auf kleinere Formen wie Frauenkopfteller und Skyphoi, von denen insgesamt bis zu 600 Werke erhalten sind, und setzt mit klaren, dekorativen Frauenköpfen und sorgfältiger Verwendung von Weißhöhungen einen eigenen Akzent.
Artikel des Tages:
Der zusammengehörige Fundkomplex einer Gruppe antiker apulischer Bildervasen für eine Totenfeier besteht aus 29 Vasen, Tellern, Vasenfragmenten und Fragmentgruppen, die sich ehemals in der Antikensammlung Berlin befanden. Das Vasenensemble besteht aus zum Teil überdurchschnittlich großen und kostbaren Vasen, die reich mit Bildern des „reichen Stils“ der Apulischen Vasenmalerei verziert sind. Dazu kommen Vasen mittlerer und niederer Qualität. Neben gängigen Themen der griechischen Vasenmalerei wie Gigantomachie-Darstellungen, dem Tojanischen Sagenkreis oder den für Süditalien sehr typischen Bildern mit Jenseitsbezug finden sich auch Motive, die eher selten vorkommen. Dazu gehören Szenen aus den Sagen um Phrixos und Rhesos. Alle Stücke stammen wahrscheinlich aus einer Raubgrabung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gelangten über den Schweizer Kunsthandel zu Beginn der 1980er Jahre in die Berliner Sammlung. Zweifel an der rechtmäßigen Provenienzgeschichte kamen schon früh auf, wurden aber aufgrund grundsätzlich veränderter Haltungen in dieser Frage im Verlauf der letzten Jahre immer wichtiger. 2024 wurden sie an Italien zurückgegeben.
Syrakus
- Tyrann Timoleon (345–337)
Hiketas, der Tyrann von Leontinoi, veranlasst Karthago erneut, eine große Armee nach Sizilien zu schicken, diesmal etwa 70'000 Mann, die um 340/339 in Lilybaion (dem späteren Marsala) landen. Timoleon wirbt rasch etwa 12'000 Mann, überwiegend Söldner, und marschiert mit ihnen nach Westen bis in die Nähe von Selinus.
Schlacht am Krimisos
In der Schlacht am Krimisos führt Timoleon persönlich die Infanterie und erringt einen entscheidenden Sieg. Ein heftiger Hagelsturm verstärkt die Niederlage der Karthager und trägt wesentlich zum Ausgang der Schlacht bei. Dieser Sieg verschafft den griechischen Städten Siziliens für viele Jahre relative Sicherheit und Frieden gegenüber Karthago. Die Machtbalance in der westlichen Mittelmeerregion verschiebt sich zu ihren Gunsten. - Fortsetzung 338
Leontinoi
Epirus
Makedonien
- König Philipp II. (359–336)
Im Frühjahr beginnt Philipp II. (42) mit einem Feldzug gegen die Stadt Perinthos an der thrakischen Küste. Er rückt mit seinem Heer vor, schließt die Stadt ein und richtet eine Belagerung ein, um einen wichtigen Stützpunkt an der europäischen Seite des Hellesponts unter seine Kontrolle zu bringen. Während die Belagerung von Perinthos andauert, richtet Philipp II. seine militärische Aufmerksamkeit auch auf Byzantion, eine weitere strategische Polis am Zugang zum Schwarzen Meer. Er versucht, durch die gleichzeitige Bedrohung beider Städte seine Position an den Meerengen so zu stärken, dass er den Seehandel und besonders die Getreidezufuhr nach Griechenland entscheidend beeinflussen kann.
Philipp lässt eine große athenische Getreideflotte mit etwa 180 Schiffen aufbringen, die für die Versorgung Athens bestimmt ist. Im Herbst erklärt Athen Philipp deshalb den Krieg, womit der offene Konflikt zwischen Makedonien und einem neuen hellenischen Bund unter athenischer Führung beginnt. Trotz seines militärischen Drucks gelingt es Philipp nicht, Perinthos einzunehmen; die Verteidiger halten stand, auch mit Unterstützung von außen. Die gleichzeitig betriebene Strategie gegen Byzantion bleibt ebenfalls ohne entscheidenden Erfolg. - Prinz Alexander (16)
Alexander ist 16 Jahre alt und schliesst seine Ausbildungszeit bei Aristoteles in Mieza ab, die von etwa 343 bis 340 gedauert hat (die Angaben sind aber nicht eindeutig, möglicherweise endet der Unterricht auch erst im Folgejahr). Philipp II. ernennt ihn zum Stellvertreter (Regenten) in Makedonien, weil der König selbst Feldzüge im Osten führt. Alexander übt somit königliche Gewalt im Kernland aus, überwacht Verwaltung und Sicherheit und sammelt erste praktische Regierungserfahrung. Noch in diesem Jahr führt er einen eigenständigen Feldzug gegen den thrakischen Stamm der Maidoi im Norden und besiegt die Maidoi; gründet gründet er auf ihrem Gebiet eine neue Stadt mit dem Namen Alexandropolis (auch Alexandroupolis), die als makedonischer Stützpunkt und Symbol seiner Herrschaft fungiert. Die Stadtgründung zeigt, dass Alexander bereits vor seiner Königsherrschaft die Politik seines Vaters fortsetzt, nämlich eroberte Regionen durch makedonische Garnisonen und Neugründungen dauerhaft zu kontrollieren. - Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)
- Aristoteles (46)
Spätestens 340/339 endet die unmittelbare Unterrichtstätigkeit, weil Alexander für den abwesenden Philipp II. die Regentschaft übernimmt. Aristoteles bleibt mit dem makedonischen Hof verbunden, bewegt sich im Umfeld der königlichen Politik und pflegt weiterhin Kontakte, die später etwa den (wahrscheinlich) von ihm bewirkten Wiederaufbau seiner Heimatstadt Stageira ermöglichen sollen, auch wenn diese Nachricht in der Überlieferung unsicher bleibt. - Fortsetzung 339
Athen
- Die zunehmend anti-makedonische Stimmung in Griechenland angesichts der Übergriffe Philipps II. nutzt Athen zur Gründung eines gegen diesen gerichteten Hellenenbundes.
- Fortsetzung 339
Sparta
Bosporanisches Reich
Bithynien
Salamis
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes III. (358–338)
Rhodos wird von Artaxerxes III. erobert und dadurch persisch. - Satrap Ariobarzanes II. (Kios, 362-336)
- Satrapin Ada (Karien, 344-340)
- Satrap Pixodaros (Karien, 340-334)
Pixodaros ist der jüngste von drei Söhnen des karischen Dynasten Hekatomnos; seine Brüder sind Maussolos und Idrieus, seine Schwestern Artemisia und Ada. Er gehört damit der in Karien herrschenden hekatomidischen Dynastie an und wirkt als persischer Provinzstatthalter (Satrap) in Karien an der Südwestküste des heutigen türkischen Festlands. Um 340 stürzt Pixodaros seine regierende Schwester Ada und übernimmt selbst die Herrschaft in Karien. Ada verliert dadurch die Machtstellung in Halikarnassos, bleibt aber als Exilfigur politisch bedeutsam und mit Ansprüchen auf Karien verbunden. - Satrap Ariarathes I. (Nordkappadokien, 350?-322)
- Satrap Mazaios (Kilikien, 351-333?)
- Fortsetzung 338
KUSCH
INDIEN
Magadha
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(39./40. Zyklus - Jahr der Metall-Schlange; am Beginn des Jahres Metall-Drache)
Qin
- Herzog Xiao (361-338)
Der Staat Qin siegt über das durch vorherige Kriege geschwächte Wei, das weite Gebiete seines Territoriums abtreten muss. - Fortsetzung 338
Zhou
Zhao
Wei
Qi
Chu
- König Xuan (369–340)
Xuan stirbt und sein Sohn König Wei folgt ihm im Folgejahr auf den Thron - Fortsetzung 339
JAPAN
30.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
18.12.2025 Grundstock ergänzt