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==RÖMISCHE REPUBLIK==
==RÖMISCHE REPUBLIK==
(ab urbe condita DLXXXV = 585)
(ab urbe condita DLXXXV = 585)
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Marcius_Philippus_(Konsul_186_v._Chr.) '''Konsul Quintus Marcius Philippus (2. Amtszeit)''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Marcius_Philippus_(Konsul_186_v._Chr.) Konsul Quintus Marcius Philippus (2. Amtszeit)] <br />Wegen politischer Veränderungen in Rom kann Marcius sein zweites Konsulat antreten. Während der andere Konsul Gnaeus Servilius Caepio Italien zur Provinz erhält, bekommt Marcius die Leitung des Landkriegs; sein Vetter Gaius Marcius Figulus übernimmt als Prätor die Führung des Seekriegs gegen Makedonien. Die Römer bauen auf Marcius’ Fähigkeiten, nachdem sich der Dritte Makedonisch-Römische Krieg für sie bisher enttäuschend gestaltet hat. Der in den Osten gesandte Konsul erhält auch die Vollmacht, im Krieg zwischen den Ptolemäern und Seleukiden nach seinen Vorstellungen zu intervenieren. Möglichst früh zu Beginn des Jahres reist Marcius mit Verstärkungstruppen von Rom nach Brundisium, von wo er mit seinem Vetter Marcius Figulus in drei Tagen nach Actium in Akarnanien segelt. Von Ambrakia gelangt der Konsul in einem Landmarsch nach Thessalien, wo er in Palaipharsalos den Konsul des Vorjahrs, Aulus Hostilius Mancinus, trifft, um den Befehl über dessen Truppen und jene der römischen Verbündeten zu übernehmen. An seine Armee gewandt wirft er Perseus angebliche Untaten vor, zählt die Kriegsgründe auf und weist darauf hin, dass Roms Macht bedeutend größer als jene Makedoniens ist. In einem Kriegsrat wird beschlossen, nicht länger in Thessalien zu bleiben, sondern mit den Landstreitkräften nach Makedonien vorzurücken, das der ebenfalls bei der Beratung anwesende Flottenkommandant Marcius Figulus gleichzeitig zur See angreifen soll. Schon zehn Tage nach der Übernahme der Truppen seines Vorgängers setzt sich Marcius in Richtung Perrhaebien in Bewegung und errichtet zwischen Azoros und Doliche am oberen Europos ein Lager. Damals kommt der spätere Geschichtsschreiber Polybios als Leiter einer Delegation des Achaischen Bundes ins römische Lager, um Marcius die Bereitschaft des Bundes zu militärischer Unterstützung mitzuteilen. Doch beginnt der Konsul zuerst den Angriff auf Makedonien, ehe ihm Polybios das Angebot des Bundes unterbreiten darf. Zwar sagt Marcius, diese Militärhilfe nicht mehr zu benötigen, doch nimmt Polybios an seiner Seite an der römischen Attacke auf Perseus teil. Sein glaubwürdiger Augenzeugenbericht wird insbesondere von Livius und Appian verwendet und ermöglicht eine genaue Rekonstruktion des Kriegsverlaufs. Marcius nimmt mit unermüdlicher Energie die gleichen Anstrengungen wie seine Soldaten in Kauf, obwohl er schon gut 60 Jahre zählt und ziemlich schwergewichtig ist. Außerdem gibt der Konsul laut Polybios zu, dass nur wenige Angreifer ausgereicht hätten, um seine Armee beim beschwerlichen Abstieg vom Olymp vollständig zu besiegen. Die strategische Leistung des Konsuls ist zwar nicht überragend, aber er kann den Krieg nach Makedonien selbst hineintragen. Dies gelingt ihm, indem er von Perrhaebien über schwierige Gebirgspfade des Olymps ins südliche Makedonien vorstößt. 4000 Soldaten unter dem Kommando des Quintus Marcius Philippus, des Sohns des Konsuls, und des Legaten Marcus Claudius Marcellus bilden die Vorhut. Sie nehmen den Weg über einen Pass nahe dem Askuris-See, schlagen ihr Lager auf einem Berg östlich des Sees auf und stehen dem 12'000 Soldaten starken makedonischen Heer unter dem Befehlshaber Hippias gegenüber. Dann wird der Konsul verständigt und rückt mit der Hauptarmee nach. Weil der Kampf zwischen den steilen und zerklüfteten Bergen den Römern nicht die Ausnützung ihrer militärischen Überlegenheit erlaubt, können sie auch nach zwei Tagen das makedonische Heer nicht aus seiner Stellung vertreiben. Daher sucht der Konsul den Abstieg in einer anderen Richtung zu bewältigen, wobei er sich von Pionieren erst einen Weg bahnen lassen muss. Zur Absicherung des Abstiegs wird der Konsular und Militärtribun Marcus Popillius Laenas mit einem Kontingent am Bergkamm zurückgelassen. Der Weg in die Ebene hinab gestaltet sich sehr schwierig, weil die Römer steile und dichtbewachsene Hänge hinunterklettern müssen. Für die Elefanten werden sogar künstliche Brücken zur Erleichterung des Abstiegs in sehr steilem Gelände errichtet. Schließlich erreichen die Römer tiefer gelegene Regionen, und nach der Ankunft von Popillius setzt das wiedervereinte Heer seinen Weg fort und gelangt vier Tage nach dem Beginn seines Abstiegs in die Gegend zwischen Herakleion und Leibethron. Dort wird ein Lager errichtet. Die Information, dass es den Legionen tatsächlich gelungen ist, in die Ebenen Südmakedoniens abzusteigen, bestürzt Perseus dementsprechend. Dennoch kann Marcius das erfolgreiche Eindringen in Südmakedonien kaum weiter ausnützen. Er nimmt Dion kampflos ein, rückt dann ein Stück in Pieria vor und sucht bei den Makedonen durch deren schonende Behandlung einen günstigen Eindruck zu erwecken. Aufgrund von ernsten Versorgungsschwierigkeiten kehrt er aber bald wieder um, räumt auch Dion und bezieht wieder an der Mündung des Peneios Stellung. Dort kann er den Nachschub von Thessalien aus und auch am Seeweg sicherstellen. Er arbeitet mehr mit Diplomatie als mit militärischen Aktionen, um die angespannte Situation zu bewältigen. Sehr tückisch scheint sich Marcius gegenüber manchen griechischen Staaten zu verhalten. Einer Delegation aus Rhodos rät der Konsul, als neutraler Staat sowohl Rom als auch dessen Kriegsgegner Perseus eine Vermittlerrolle anzubieten. Außerdem gibt er Polybios bei dessen Abreise den Auftrag, dass die Achaier dem Appius Claudius Centho nicht die verlangten 5000 Soldaten zuführen sollen. Etwas später schickt er Briefe an die Achaier, um ihnen darin mitzuteilen, dass sie die in seine eigene Kompetenz fallende Schlichtung des Konfliktes zwischen Antiochos IV. und den Ptolemäern übernehmen sollen. Die Ausführung beider Aufforderungen hätte nur eine Entfremdung der Achaier von Rom bewirkt. Dennoch stellen die Achaier zu Olympia eine Statue von Marcius auf, um seine Verdienste zu würdigen. Ein goldener Lorbeerkranz ist andererseits ein Weihgeschenk des Konsuls für Delos.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Servilius_Caepio_(Konsul_169_v._Chr.) '''Konsul Gnaeus Servilius Caepio''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Servilius_Caepio_(Konsul_169_v._Chr.) '''Konsul Gnaeus Servilius Caepio''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Furia_testamentaria '''Lex Furia testamentaria''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Furia_testamentaria '''Lex Furia testamentaria''']

Aktuelle Version vom 9. April 2026, 12:55 Uhr

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RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita DLXXXV = 585)

  • Konsul Quintus Marcius Philippus (2. Amtszeit)
    Wegen politischer Veränderungen in Rom kann Marcius sein zweites Konsulat antreten. Während der andere Konsul Gnaeus Servilius Caepio Italien zur Provinz erhält, bekommt Marcius die Leitung des Landkriegs; sein Vetter Gaius Marcius Figulus übernimmt als Prätor die Führung des Seekriegs gegen Makedonien. Die Römer bauen auf Marcius’ Fähigkeiten, nachdem sich der Dritte Makedonisch-Römische Krieg für sie bisher enttäuschend gestaltet hat. Der in den Osten gesandte Konsul erhält auch die Vollmacht, im Krieg zwischen den Ptolemäern und Seleukiden nach seinen Vorstellungen zu intervenieren. Möglichst früh zu Beginn des Jahres reist Marcius mit Verstärkungstruppen von Rom nach Brundisium, von wo er mit seinem Vetter Marcius Figulus in drei Tagen nach Actium in Akarnanien segelt. Von Ambrakia gelangt der Konsul in einem Landmarsch nach Thessalien, wo er in Palaipharsalos den Konsul des Vorjahrs, Aulus Hostilius Mancinus, trifft, um den Befehl über dessen Truppen und jene der römischen Verbündeten zu übernehmen. An seine Armee gewandt wirft er Perseus angebliche Untaten vor, zählt die Kriegsgründe auf und weist darauf hin, dass Roms Macht bedeutend größer als jene Makedoniens ist. In einem Kriegsrat wird beschlossen, nicht länger in Thessalien zu bleiben, sondern mit den Landstreitkräften nach Makedonien vorzurücken, das der ebenfalls bei der Beratung anwesende Flottenkommandant Marcius Figulus gleichzeitig zur See angreifen soll. Schon zehn Tage nach der Übernahme der Truppen seines Vorgängers setzt sich Marcius in Richtung Perrhaebien in Bewegung und errichtet zwischen Azoros und Doliche am oberen Europos ein Lager. Damals kommt der spätere Geschichtsschreiber Polybios als Leiter einer Delegation des Achaischen Bundes ins römische Lager, um Marcius die Bereitschaft des Bundes zu militärischer Unterstützung mitzuteilen. Doch beginnt der Konsul zuerst den Angriff auf Makedonien, ehe ihm Polybios das Angebot des Bundes unterbreiten darf. Zwar sagt Marcius, diese Militärhilfe nicht mehr zu benötigen, doch nimmt Polybios an seiner Seite an der römischen Attacke auf Perseus teil. Sein glaubwürdiger Augenzeugenbericht wird insbesondere von Livius und Appian verwendet und ermöglicht eine genaue Rekonstruktion des Kriegsverlaufs. Marcius nimmt mit unermüdlicher Energie die gleichen Anstrengungen wie seine Soldaten in Kauf, obwohl er schon gut 60 Jahre zählt und ziemlich schwergewichtig ist. Außerdem gibt der Konsul laut Polybios zu, dass nur wenige Angreifer ausgereicht hätten, um seine Armee beim beschwerlichen Abstieg vom Olymp vollständig zu besiegen. Die strategische Leistung des Konsuls ist zwar nicht überragend, aber er kann den Krieg nach Makedonien selbst hineintragen. Dies gelingt ihm, indem er von Perrhaebien über schwierige Gebirgspfade des Olymps ins südliche Makedonien vorstößt. 4000 Soldaten unter dem Kommando des Quintus Marcius Philippus, des Sohns des Konsuls, und des Legaten Marcus Claudius Marcellus bilden die Vorhut. Sie nehmen den Weg über einen Pass nahe dem Askuris-See, schlagen ihr Lager auf einem Berg östlich des Sees auf und stehen dem 12'000 Soldaten starken makedonischen Heer unter dem Befehlshaber Hippias gegenüber. Dann wird der Konsul verständigt und rückt mit der Hauptarmee nach. Weil der Kampf zwischen den steilen und zerklüfteten Bergen den Römern nicht die Ausnützung ihrer militärischen Überlegenheit erlaubt, können sie auch nach zwei Tagen das makedonische Heer nicht aus seiner Stellung vertreiben. Daher sucht der Konsul den Abstieg in einer anderen Richtung zu bewältigen, wobei er sich von Pionieren erst einen Weg bahnen lassen muss. Zur Absicherung des Abstiegs wird der Konsular und Militärtribun Marcus Popillius Laenas mit einem Kontingent am Bergkamm zurückgelassen. Der Weg in die Ebene hinab gestaltet sich sehr schwierig, weil die Römer steile und dichtbewachsene Hänge hinunterklettern müssen. Für die Elefanten werden sogar künstliche Brücken zur Erleichterung des Abstiegs in sehr steilem Gelände errichtet. Schließlich erreichen die Römer tiefer gelegene Regionen, und nach der Ankunft von Popillius setzt das wiedervereinte Heer seinen Weg fort und gelangt vier Tage nach dem Beginn seines Abstiegs in die Gegend zwischen Herakleion und Leibethron. Dort wird ein Lager errichtet. Die Information, dass es den Legionen tatsächlich gelungen ist, in die Ebenen Südmakedoniens abzusteigen, bestürzt Perseus dementsprechend. Dennoch kann Marcius das erfolgreiche Eindringen in Südmakedonien kaum weiter ausnützen. Er nimmt Dion kampflos ein, rückt dann ein Stück in Pieria vor und sucht bei den Makedonen durch deren schonende Behandlung einen günstigen Eindruck zu erwecken. Aufgrund von ernsten Versorgungsschwierigkeiten kehrt er aber bald wieder um, räumt auch Dion und bezieht wieder an der Mündung des Peneios Stellung. Dort kann er den Nachschub von Thessalien aus und auch am Seeweg sicherstellen. Er arbeitet mehr mit Diplomatie als mit militärischen Aktionen, um die angespannte Situation zu bewältigen. Sehr tückisch scheint sich Marcius gegenüber manchen griechischen Staaten zu verhalten. Einer Delegation aus Rhodos rät der Konsul, als neutraler Staat sowohl Rom als auch dessen Kriegsgegner Perseus eine Vermittlerrolle anzubieten. Außerdem gibt er Polybios bei dessen Abreise den Auftrag, dass die Achaier dem Appius Claudius Centho nicht die verlangten 5000 Soldaten zuführen sollen. Etwas später schickt er Briefe an die Achaier, um ihnen darin mitzuteilen, dass sie die in seine eigene Kompetenz fallende Schlichtung des Konfliktes zwischen Antiochos IV. und den Ptolemäern übernehmen sollen. Die Ausführung beider Aufforderungen hätte nur eine Entfremdung der Achaier von Rom bewirkt. Dennoch stellen die Achaier zu Olympia eine Statue von Marcius auf, um seine Verdienste zu würdigen. Ein goldener Lorbeerkranz ist andererseits ein Weihgeschenk des Konsuls für Delos.
  • Konsul Gnaeus Servilius Caepio
  • Lex Furia testamentaria
  • Lex Voconia
  • Fortsetzung 168

ILLYRER

  • König Genthios (181-168)
    Genthios lässt seinen Bruder Plator töten, um dessen dynastisch und politisch gefährliche Heirat mit Etuta, der Tochter des dardanischen Königs Monunios II., zu verhindern und nimmt Etuta selbst zur Frau. Perseus, der mehrere römische Posten in Illyrien zurückerobert hat, sendet Gesandtschaften – darunter den illyrischen Exilanten Pleuratos – zu Gentius nach Lissus und später von Stuberra; er verspricht Genthios 300 Talente, aber nur 10 werden gezahlt.
  • Fortsetzung 168

GRIECHEN

(3./4. Jahr der 152. Olympiade)

Makedonien

Bosporanisches Reich

Pergamon

Pontos

Bithynien

Kappadokien

Seleukidenreich

Indo-Griechisches Reich

Griechisch-Baktrisches Königreich

Ägypten

IBERIA

ARMENIEN

PARTHERREICH

(142/143)

REICH VON KUSCH

MASSYLIER

INDIEN

Shunga

Anuradhapura

Ruhuna

VIETNAM

Triệu-Dynastie

XIONGNU

CHINA

(42/43. Zyklus - Jahr des Wasser-Affen; am Beginn des Jahres Metall-Schaf)

Han-Dynastie

JAPAN

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29.01.2024 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

18.04.2025 Grundstock ergänzt

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