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Erscheinungsbild
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita DLXXXVI = 586)
- Konsul Lucius Aemilius Paullus Macedonicus
- Dritter Illyrischer Krieg (168)
Erst als Rom in Makedonien eindringt, verspricht der makedonische König Perseus dem illyrischen König Genthios eine Subvention von 300 Talenten für den Einsatz seiner Flotte, schließt in Meteon ein förmliches Bündnis mit Geiselstellung und zahlt einen Teilbetrag aus Pella aus. Genthios verfolgt parallel eine klar anti‑römische Politik, zentralisiert die Finanzen über eine einheitliche Steuer, zieht die Münzprägung in Lissus und Skodra an sich und gibt Bronzeprägungen mit eigenen Symbolen aus. Ein römisches Inventar beziffert den Staatschatz auf 27 Pfund Gold, 19 Pfund Silber, 120'000 illyrische Drachmen und 13'000 römische Denare kurz vor Kriegsbeginn. Gentius und Perseus werben sogar Rhodos für ihr Bündnis, während Genthios eine Flotte von 270 lembi und ein Heer von 15'000 Mann aufstellt und zwei römische Gesandte in Lychnidos in Haft nimmt, worauf Perseus die restliche Subvention zurückruft, da er nun fest mit illyrischer Loyalität rechnet. Anfang Jahr konzentriert Genthios seine 15'000 Mann und die Flotte bei Lissus und marschiert gegen die romfreundliche illyrische Stadt Bassania, die sich trotz Nähe zu Lissus weigert zu kapitulieren. Sein Halbbruder Karavantios unternimmt mit 1000 Infanteristen und 50 Reitern einen erfolglosen Angriff auf eine Stadt der Cavii und verwüstet die Felder von Karavandis, während eine kleine Flotte von acht lembi Epidamnos und Apollonia bedroht. Rom reagiert, indem Appius Claudius sein Heer aus den Winterquartieren bei Nymphaion herausführt, Truppen aus Byllis, Epidamnos und Apollonia aufnimmt und am Fluss Genesos mit dem neuen Oberkommandierenden Lucius Anicius Gallus zusammentrifft, der mit zwei Legionen, zahlreichen italischen Bundesgenossen, 5000 zusätzlichen Seeleuten und 2200 illyrischen Parthinern die illyrischen Kräfte deutlich übertrifft. Der anschließende Feldzug ist wegen einer Lücke in Livius’ Text nur bruchstückhaft überliefert, doch offenbar schlagen römische Flottenverbände die lembi des Genthios und nehmen mehrere Schiffe. Danach siegt die römische Armee an Land, gewinnt Städte im Inneren durch milde Behandlung und drängt Genthios in seine befestigte Hauptstadt Skodra zurück. Als Anicius im Schlachtaufmarsch vor Skodra erscheint, flieht Genthios in die Stadt, erbittet eine dreitägige Waffenruhe in der Hoffnung auf Entsatz durch Karavantios, der aber ausbleibt. Am dritten Tag schickt Genthios die Häuptlinge Teutikos und Bellos zur Unterhandlung, ergibt sich Anicius, wird ehrenvoll bewirtet und dann verhaftet, während Skodra und die übrigen Illyrer kapitulieren und die festgehaltenen römischen Gesandten freikommen. Die römische Armee zieht nördlich des Skutarisees weiter, nimmt bei Meteon Königin Etuta, Karavantios, die Söhne Skerdilaidas und Pleuratos sowie weitere führende Illyrer gefangen. In Rom feiert Anicius’ Triumph den in kaum 30 Tagen errungenen Sieg zu Land und zur See über ein Volk, das auf seine Kenntnis von Terrain und Befestigungen vertraut hat. Im Anschluss richtet Rom in Städten wie Issa, Rhizon, Olcinium und bei Stämmen wie Daorsen und Pirustae Garnisonen ein; einige schließen sich freiwillig an, andere – etwa Pharos – werden mit Gewalt unterworfen und geplündert. Die Beute umfasst königliche Insignien, Möbel und den angeführten Schatz; der Verkauf bringt Millionen Sesterzen zusätzlich zu Gold und Silber für den Staat. Gentius und seine Familie werden auf Beschluss des Senats zunächst nach Spoletium, dann nach Iguvium verbracht, nachdem Spoletium sich weigert, die Aufsicht zu übernehmen, während andere Gefangene in Rom inhaftiert bleiben. Rom verteilt 220 erbeutete Schiffe an Korkyra, Apollonia und Epidamnos und bestraft nur jene Herrschaften hart, die offen gegen die Republik gekämpft haben, indem deren Städte, Gebäude und Institutionen verbrannt und ausgeraubt werden. Loyal gebliebene Einheiten behalten ihre bisherigen Verwaltungsformen mit jährlich gewählten Amtsträgern, zahlen aber nur noch die Hälfte der früheren Abgaben an Gentius. Föderative Königreiche werden aufgelöst, die einzelnen Einheiten als autonome Gemeinwesen mit oft eigener Münzprägung anerkannt, während Rom in den folgenden etwa hundert Jahren noch versucht, die nördlichen und östlichen illyrischen Gebiete vollständig zu unterwerfen. - Fortsetzung 167
ILLYRER
- König Genthios (181-168)
Genthios unterliegt im Dritten Illyrischen Krieg (siehe oben) - Fortsetzung 167
GRIECHEN
(4. Jahr der 152. / 1. Jahr der 153. Olympiade)
Makedonien
- König Perseus 179–168)
- Dritter Makedonisch-Römischer Krieg (171-168)
Frühjahr: Lucius Aemilius Paullus wird römischer Oberbefehlshaber
Schlacht von Pydna
0622D: Dem römischen Heer unter Aemilius Paullus gelingt es nach dreijähriger Kriegführung im Dritten Makedonisch-Römischen Krieg, die makedonischen Streitkräfte in der Schlacht von Pydna entscheidend zu besiegen. Das Königreich der Antigoniden wird aufgelöst, der letzte König Perseus in Alba Fucens eingekerkert, wo er im Jahr 165 stirbt. - Fortsetzung: RÖMISCHE REPUBLIK
Bosporanisches Reich
Pergamon
Pontos
Bithynien
Kappadokien
Seleukidenreich
- König Antiochos IV. (175–164)
- Satrap Ptolemaios (Kommagene, 201-163)
- Satrap Timarchos (Medien 175-162)
- Sechster Syrischer Krieg (170–168)
Zweite Invasion Ägyptens durch Antiochos IV.; Eroberung von Zypern durch die Seleukiden, was gegen den Frieden von Apameia verstößt. Eine römische Gesandtschaft unter Gaius Popilius Laenas trifft Antiochos bei Eleusis nahe Alexandria und fordert ihn ultimativ zum Rückzug auf. Antiochos zieht sich zurück, was das Kriegsende markiert
Tag von Eleusis
Anfang Juli: Am Tag von Eleusis zwingen römische Gesandte den Seleukidenkönig Antiochos IV. zum Verzicht auf die Eroberungen in Ägypten. Damit ist der Sechste Syrische Krieg beendet. - Fortsetzung 167
Indo-Griechisches Reich
Griechisch-Baktrisches Königreich
- König Demetrios II. (175–168/167)
- König Antimachos I. (168/167–160)
Antimachos I. ist der erste hellenistische Herrscher, der sich auf seinen Münzen als „Theos“ („der Gott“) bezeichnete. Seine Münzen zeigen ihn mit der makedonischen Kausia und auf der Rückseite oft Poseidon mit Dreizack. Seine Regierungszeit wird unterschiedlich angegeben (alternativ: 195/180-170; häufig wird der Zeitraum 180–170 für seine Hauptregierungszeit angegeben) - Fortsetzung 160
Ägypten
- König Ptolemaios VI. (1. Amtszeit 180-164)
- Königin Kleopatra II. (1. Amtszeit 175-164)
- König Ptolemaios VIII. (1. Amtszeit 170–163)
- Eine Intervention Roms verhindert die Eroberung Ägyptens durch Antiochos IV., König der Seleukiden
- Fortsetzung 164
IBERIA
ARMENIEN
PARTHERREICH
(143/144)
- Großkönig Phraates I. (170–165)
168–165: Phraates I. führt Angriffe gegen das Seleukidenreich, nutzt dessen Schwäche aus. Rückeroberung von Hyrkanien und Expansion bis zum Kaspischen Meer. Eroberung der Mardianer im Alborz-Gebirge, Sicherung wichtiger Handelsrouten. Umsiedlung von Mardianern und Tapurern zur Sicherung strategischer Regionen - Fortsetzung 167
REICH VON KUSCH
MASSYLIER
INDIEN
Shunga
Anuradhapura
Ruhuna
VIETNAM
Triệu-Dynastie
XIONGNU
CHINA
(42/43. Zyklus - Jahr des Wasser-Hahns; am Beginn des Jahres Wasser-Affe)
Han-Dynastie
JAPAN
QUELLEN
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30.01.2024 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
17.04.2025 Grundstock ergänzt