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*'''838:''' 838/839: Ob Ceadrag noch Inhaber der Samtherrscherwürde ist, als Ludwig der Fromme 838/839 fränkische Grafen mit einem Heer gegen die Abodriten entsendet, ist den Quellen nicht zu entnehmen. Diese Auseinandersetzung markiert jedenfalls das Ende des Bündnisses der Franken mit den Abodriten aus dem Jahr 780. Die Regierungszeiten der beiden nächsten Nachfolger sind dermassen unsicher, dass die Chronik der Abodriten an dieser Stelle enden muss. | *'''838:''' 838/839: Ob Ceadrag noch Inhaber der Samtherrscherwürde ist, als Ludwig der Fromme 838/839 fränkische Grafen mit einem Heer gegen die Abodriten entsendet, ist den Quellen nicht zu entnehmen. Diese Auseinandersetzung markiert jedenfalls das Ende des Bündnisses der Franken mit den Abodriten aus dem Jahr 780. Die Regierungszeiten der beiden nächsten Nachfolger sind dermassen unsicher, dass die Chronik der Abodriten an dieser Stelle enden muss. | ||
Version vom 18. September 2026, 20:37 Uhr
KORREKTURLAUF
- Neuer Grundstock
- Identischer Zeitstrahl unten
- Vorlage für Chronik-Verweis:
827 Chronik
WELTALL
- 993–994: Miyake-Ereignis In den Jahren 993–994 n. Chr. ereignet sich ein weiteres starkes Miyake‑Ereignis, das erneut zu einem klar erkennbaren Anstieg kosmogener Isotope führt. Energieträchtige Teilchen aus dem Weltraum verstärken die Bildung von C14 in der Erdatmosphäre und verursachen so einen charakteristischen Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen, der für diese Jahre deutlich hervortritt. Bei Untersuchungen japanischer Zedern identifizieren Forschende einen zweiten, vom Ereignis 774–775 n. Chr. unabhängigen Peak, der die Jahre 993–994 n. Chr. markiert und damit ein weiteres, zeitlich scharf begrenztes Strahlungssignal liefert. Dieses Ereignis ergänzt die wachsende Liste bekannter Miyake‑Ereignisse und bestätigt, dass solche Ausbrüche in der jüngeren Erdgeschichte wiederholt und mit erheblicher Intensität auftreten. Für die heutige Forschung bildet der Peak von 993–994 n. Chr. zusammen mit dem von 774–775 n. Chr. ein wichtiges Instrument der Feindatierung, da sich archäologische Hölzer an zwei verschiedenen, unabhängig überprüfbaren Radiokohlenstoff‑Signaturen ausrichten lassen.
- Fortsetzung 2012
- 2012: Miyake-Ereignis Im Jahr 2012 veröffentlicht die japanische Astronomin Fusa Miyake an der Universität Nagoya erste Ergebnisse über derartige Strahlungsausbrüche in der Fachzeitschrift Nature und etabliert damit den Begriff Miyake‑Ereignis. Sie analysiert den C14‑Gehalt in den Jahresringen japanischer Zedern und entdeckt dabei starke Anstiege für die Jahre 774–775 n. Chr. und 993–994 n. Chr., die sich deutlich von der Hintergrundvariation abheben. Mit Hilfe der Beschleuniger‑Massenspektrometrie weist sie die winzigen Mengen an Radiokohlenstoff nach und rekonstruiert den zeitlichen Verlauf der Peaks mit hoher Genauigkeit. In der Folge setzen sich die Bezeichnungen Miyake‑Ereignis und Miyake event als Fachtermini für solche kurzzeitigen, extremen Anstiege kosmogener Isotopproduktion durch, die in Baumringen und Eisbohrkernen erkennbar sind. Die Veröffentlichung löst eine Reihe weiterer Studien aus, in denen Forschende zusätzliche Ereignisse identifizieren und die Bedeutung dieser Strahlungsausbrüche für die Chronologie‑Forschung und das Verständnis der Sonnen‑ und Weltraumphysik untersuchen.
- 2022: Miyake-Ereignis Im Jahr 2022 legt Fusa Miyake mit ihrem Team eine weitere Studie vor, in der sie hochpräzise C14‑Daten aus Baumringen eines Alaskanischen Baumes für den Zeitraum 1844–1876 n. Chr. auswertet und darin keine Signatur eines extremen solaren Teilchenereignisses findet. Diese Ergebnisse erscheinen unter dem Titel „No signature of extreme solar energetic particle events in high‑precision 14C data from the Alaskan tree for 1844–1876 CE“ und dienen als wichtiger Referenzdatensatz für die Abgrenzung normaler solaren Aktivität von extremen Ausbrüchen. Parallel dazu untersucht die Arbeitsgruppe Eisbohrkerne aus Alaska und der Antarktis sowie weitere Baumring‑Serien und identifiziert zusätzliche Ausbrüche kosmischer Strahlung um 7176 v. Chr., 5410 v. Chr. und 5259 v. Chr. Diese Funde erweitern die bekannte Liste der Miyake‑Ereignisse deutlich in die ferne Vergangenheit und zeigen, dass solche Ereignisse im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten, auch wenn die tatsächlichen Abstände stark schwanken können.
- 2023: Miyake-Ereignis Im Jahr 2023 wird ein weiteres, besonders extremes Ereignis beschrieben, das um das Jahr 12 350 v. Chr. stattfindet und sich im Nachhinein als das stärkste bekannte Miyake‑Ereignis herausstellt. Neue hochauflösende Analysen von Baumringen und anderen natürlichen Archiven machen den außergewöhnlich hohen Peak in der C14‑Konzentration sichtbar und erlauben eine genauere Rekonstruktion von Dauer und Intensität des Ausbruchs. Forschende erkennen, dass dieses Ereignis alle zuvor dokumentierten Miyake‑Ereignisse an Stärke übertrifft und damit neue Fragen nach den zugrunde liegenden astrophysikalischen Mechanismen aufwirft. Die Veröffentlichung des Ergebnisses verankert 12 350 v. Chr. als neuen Extremfall in der Statistik solcher Strahlungsausbrüche und verdeutlicht, welches Potential Miyake‑Ereignisse als natürliche Experimente für das Verständnis kosmischer Strahlung besitzen.
- zuletzt 811
KLIMA
- zuletzt 764
MAYA
Tikal
- 849: Ajaw Jewel Kʼawiil (849)
- Fortsetzung 849
- zuletzt 810
Xunantunich
- 830: Die Stele 9 in Xunantunich aus dem Jahr 830 ist der Stele 8 überaus ähnlich. Sie lässt es wahrscheinlich erscheinen, dass derselbe Regent zu dieser Zeit noch Xunantunich regiert.
- Fortsetzung 849
- 849: Stele 1 und Altar 1 in Xunantunich sind auf das Jahr 849 datiert. Der zu dieser Zeit herrschende Regent ist nicht mehr identisch mit dem der Jahre 820 und 830. Möglicherweise werden die beiden Monumente als Widmung im Zuge einer Renovierung der Struktur A-1 in Anwesenheit eines weiteren Herrschers errichtet. Sie sind die letzten bekannten datierbaren Inschriften Xunantunichs. Zwischen 849 und 890 wird Katuutzwitz im Zuge des allmählichen Zusammenbruchs der Maya-Zivilisation endgültig verlassen. Damit endet die nachweisbare Nutzung des Ortes als besiedeltes Zentrum.
Copan
- 830: Im Jahr 830 liegt der Zeitraum, bis zu dem der plötzliche Zusammenbruch des Stadtstaates Copán erfolgt sein soll.
PRÄ-INKAS
- zuletzt 700
PIKTEN
- 832: Walter Bower überliefert in seiner Scotichronicon aus den 1440er Jahren eine Legende, nach der dem König Óengus II. 832 am Vorabend einer Schlacht gegen die Angeln der heilige Andreas erscheint. Der Heilige rät dem König, auf das „Zeichen des Kreuzes Christi in der Luft“ zu achten. Bowers Bericht hat Vorläufer bei den früheren Chronisten John of Fordun und Andrew of Wyntoun. Eine noch frühere Erwähnung aus dem 12. Jahrhundert sagt lediglich, dass „König Hungus“ mit Hilfe des heiligen Andreas einen Sieg erringt, wofür die Pikten sich verpflichten, den Heiligen zu verehren. Skene setzt in seinen Anmerkungen zu Fordun IV, xiii-xiv, die Episode ins 4. Jahrhundert, wodurch die gesamte Erzählung in höchstem Maß anachronistisch wird. Die drei Könige, mit denen die Legende verbunden wird, sind Athelstan von England und Athelstan von East Anglia sowie Guthrum der Alte, dessen Taufname Athelstan ist.
- Fortsetzung 834
- 834: Óengus stirbt 834, und dies ist das einzige Ereignis seiner Regierungszeit, das in den irischen Annalen berichtet wird; auf ihn folgt sein Neffe Drest mac Caustantín. Óengus’ Sohn Eogán wird später König und wird 839 zusammen mit seinem Bruder Bran in einer Schlacht gegen Wikinger getötet. König Drest IX. (834–837)
- zuletzt 820
KELTEN
- Reihenfolge der Irischen Königreiche:
Ailech (Northern Uí Néill)
Ulster (engl. Ulaid)
Oriel (engl. Argyll oder Airgialla)
Brefni
Connacht
Meath (Southern Uí Néill)
Dubh Linn
Leinster
Wexford
Waterford
Ossory
Munster
Limerick - Liste der Hochkönige
- Der König von Meath ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland.
Ailech
- König Niall Caille (823–846), Hochkönig (833–846)
Ein Konflikt innerhalb der bedeutenden Kirche von Armagh führt zum Krieg. Nach den späten Annalen der vier Meister vertreibt Cummascach mac Cathail von den Uí Cremthainn, König der Airgíalla, Nialls Beichtvater Éogan Mainistrech aus Armagh. Cummascach setzt seinen Halbbruder Artrí mac Conchobair als Abt von Armagh ein; Artrí kann ein Sohn des Hochkönigs Conchobar mac Donnchada sein. Niall stellt unter den Cenél nEógain und den Cenél Conaill ein Heer auf und zieht gegen Armagh. Ihm stehen Cummascach und die Airgíalla gegenüber, denen sich Muiredach mac Eochada, der König von Ulster, mit seinem Heer anschließt. Nach den Annalen der vier Meister dauert die Schlacht bei Leth Cam nahe dem heutigen Kilmore in der Grafschaft Armagh drei Tage. Niall und die nördlichen Uí Néill erringen einen entscheidenden Sieg. Cummascach und sein Bruder Congalach fallen; die Annalen von Ulster fügen hinzu, dass dort auch viele andere Könige der Airgíalla sterben. Die Niederlage bricht die Macht der Airgíalla, die danach den Königen der nördlichen Uí Néill unterstehen. Artrí wird als Abt von Armagh abgesetzt. Niall setzt möglicherweise Éogan Mainistrech in Armagh ein. - Fortsetzung 833
- 833: Conchobar mac Donnchada stirbt, und Niall wird Hochkönig. Seine Herrschaft beginnt mit einem Sieg über Wikinger, die Derry überfallen haben.
- Fortsetzung 834
- 834: Die Annalen von Ulster nennen Éogan Mainistrech im Todesvermerk als Abt von Armagh.
- 835: Niall unternimmt einen Zug nach Leinster. Die Annalen von Ulster berichten, dass Niall ein Heer nach Laigin führt und dort einen König einsetzt. Sein ausgewählter Kandidat für das Königtum von Leinster ist Bran mac Fáeláin von den Uí Dúnlainge. Im selben Jahr überfällt Niall die südlichen Uí Néill und verwüstet das Land bis in das Gebiet der heutigen Grafschaft Offaly.
- 836: Niall gerät mit Feidlimid mac Crimthainn, dem König von Munster, in Konflikt. Feidlimid ist sowohl Geistlicher als auch König, Abt von Clonfert und Unterstützer der strengen Reformbewegung der Céli Dé. Er greift Kildare an und nimmt Forindán, den Abt von Armagh, gefangen. Dies kann eine Herausforderung für Niall sein. Benjamin Hudson weist darauf hin, dass Forindán im Jahr zuvor Diarmait ua Tigernáin ersetzt hat und nicht bekannt ist, welchen der beiden Rivalen Niall unterstützt.
- 838: Niall und Feidlimid halten ein rígdal, eine königliche Zusammenkunft, entweder in Cloncurry oder in Clonfert, ab. Südliche Quellen wie die Annalen von Inisfallen berichten, dass Niall Feidlimid als Hochkönig anerkennt. Nördliche Quellen wie die Annalen von Ulster melden die Zusammenkunft ohne weitere Einzelheiten.
- 840: Die beim rígdal getroffenen Vereinbarungen beenden den Konflikt zwischen Feidlimid und Niall nicht. Feidlimid führt ein Heer zum Hügel von Tara, wo Hochkönige eingesetzt werden, und lagert dort. Niall zieht erneut plündernd nach Offaly, um dort die Unterstützung für Feidlimid zu untergraben.
- 841: Niall und Feidlimid treffen bei Mag nÓchtair nahe Cloncurry erstmals in einer Schlacht aufeinander. Niall siegt. Ein Gedicht in den Annalen von Ulster berichtet, dass der Krummstab des frommen Feidlimid in den Schlehen zurückgelassen wird und Niall ihn kraft seines Sieges in der Schwertschlacht an sich nimmt.
- 845: Niall besiegt Wikinger bei Mag nÍtha im Gebiet der heutigen Grafschaft Donegal. Während er in seinen nördlichen Gebieten gegen Wikingerüberfälle aktiv ist, zieht er offenbar nicht gegen Wikingertruppen in anderen Regionen. Während seiner Herrschaft verlagert sich der Schwerpunkt der Wikingeraktivitäten an die Ostküste und in die Midlands Irlands; am Lough Neagh und nahe Dublin entstehen dauerhafte Siedlungen.
- 846: Niall ertrinkt im Fluss Callan nahe Armagh; von diesem Ereignis leitet sich sein Beiname Caille ab. Er wird in Armagh bestattet. Ihm folgt Máel Sechnaill mac Máele Ruanaid von der Clann Cholmáin als Hochkönig; über Nialls Nachfolger als König von Ailech, Máel Dúin mac Áeda 846–867, ist kein Wikipedia-Artikel vorhanden.
- 855: König Áed Findliath (855–879), Hochkönig (862–879)
- Könige von Ailech
- zuletzt 827
Ulster
- König Muiredach mac Eochada (825–839)
Ein Konflikt innerhalb der bedeutenden Kirche von Armagh führt zu einem Krieg. Cummascach mac Cathail von den Uí Cremthainn, König der Airgíalla, vertreibt Éogan Mainistrech, den Beichtvater des Königs von Ailech, aus Armagh und setzt seinen Halbbruder Artrí mac Conchobair als Abt von Armagh ein. Niall Caille von den nördlichen Uí Néill, der König von Ailech, stellt ein Heer auf und zieht gegen Armagh. Muiredach unterstützt Cummascach und führt seine Truppen zur Hilfe der Airgíalla heran. Dies führt zur Schlacht bei Leth Cam nahe dem heutigen Kilmore im County Armagh. Niall und die nördlichen Uí Néill erringen einen entscheidenden Sieg. Cummascach und sein Bruder Congalach werden getötet, während Muiredach die Schlacht überlebt. Die Niederlage bricht die Macht der Airgíalla, die danach den Königen der nördlichen Uí Néill unterworfen sind. Artrí wird vom Sitz von Armagh abgesetzt, und Niall setzt Éogan Mainistrech ein. - Fortsetzung 833
- 833: Wikingerüberfälle umfassen einen Angriff auf Loch Bricrenn, das heutige Loughbrickland, im Gebiet der Uí Echach Cobo.
- Fortsetzung 835
- 835: Die Ulaid töten Cináed, einen Sohn Niall Cailles, infolge der Feindschaft gegenüber den Uí Néill. Die Annalen von Inisfallen vermerken außerdem den Tod Indrechtach mac Tommaltaigs aus dem Zweig Leth Cathail, dem heutigen Lecale, der Dál Fiatach als Mitregent von Ulaid. Dies wird jedoch nicht durch die anderen Annalen bestätigt.
839
- 839: Muiredach wird von seinen eigenen Verwandten getötet, die als seine Brüder Áed und Óengus genannt werden. In dieser Nachricht wird er König der Provinz Conchobars genannt, einer anderen Bezeichnung für Ulster. Sein Sohn Matudán mac Muiredaig folgt ihm nach. König Matudán mac Muiredaig (839–857)
- Liste der Könige
- zuletzt 827
Connacht
- 833: Im Jahr 833 endet die Regierungszeit von Diarmait mac Tommaltaig als König von Connacht, da sein Tod überliefert ist. Er bleibt rückblickend als König von Connacht aus dem Uí‑Briúin‑Zweig der Connachta und als Angehöriger der Síl‑Muiredaig‑Sippe in Erinnerung, wobei seine Abstammung von Indrechtach mac Muiredaig Muillethan und von Tommaltach mac Murgail weiterhin hervorgehoben wird. König Cathal mac Muirgiussa (833–839)
- Fortsetzung 839
- Liste der Könige
- zuletzt 815
Meath
- König Conchobar mac Donnchada (803–833), Hochkönig (819–833)
Feidlimid mac Crimthainn wird infolge von Conchobars Versuchen, Munster und seinen König zu unterwerfen, zu einer Quelle der Opposition. - Fortsetzung 833
- 833: Conchobar stirbt unter unbekannten Umständen vor dem Hintergrund erneuter Wikingerüberfälle und wird in der Abtei von Clonard beigesetzt. König Máel Ruanaid mac Donnchada Midi (833–843)
- Fortsetzung 843
- Könige von Meath
- zuletzt 822
Leinster
- 829: Im Jahr 829 stirbt Muiredach mac Ruadrach, der König von Leinster aus der Uí‑Fáeláin‑Sippe des Uí‑Dúnlainge‑Zweiges der Laigin, der zuerst gemeinsam mit Muiredach mac Brain regiert und nach dessen Tod allein herrscht.
- Fortsetzung 832
- 832: Im Jahr 832 gilt sein Bruder Diarmait, der als Herrscher der Uí‑Fáeláin‑Sippe nach Muiredach mac Ruadrach nachfolgt, in den Annalen als König von Airthir Liphe, also als König des östlichen Liffey‑Gebiets.
- Könige von Leinster
- zuletzt 819
Uí Mháine
- König Murchadh mac Aodha (936-960)
- zuletzt 780
Dalriada
- 835: König Áed mac Boanta (835–839)
- Fortsetzung 839
- Zuletzt 782
Gwynedd
- 830: Mercia kann sich von Ecgberhts Herrschaft lösen, wird danach jedoch von dynastischen Streitigkeiten belastet und erreicht seine frühere Vorherrschaft weder in Wales noch im östlichen England wieder. Thornton schlägt vor, dass Merfyn wahrscheinlich zu den walisischen Königen gehört, die Ecgberht von Wessex in diesem Jahr besiegt; wie sich dies auf Merfyns Herrschaft auswirkt, ist unbekannt.
- Fortsetzung 844
- 844: Merfyn Frych stirbt nach den Annales Cambriae ungefähr 844. Im selben Jahr findet eine Schlacht bei Cetyll statt. Es bleibt unklar, ob es sich um zwei voneinander unabhängige Ereignisse handelt oder ob Merfyn in der Schlacht fällt. König Rhodri Mawr (844-878)
- Zuletzt 826
Powys
- 844: König Rhodri Mawr (844-878)
- Fortsetzung 850
- 850: Säule des Eliseg als dynastisches Denkmal: Um das Jahr 850 lässt Cyngen ap Cadell, Sohn Cadells und damaliger König von Powys, die Säule des Eliseg errichten, die seinem Großvater Elisedd ap Gwylog gewidmet ist. Dieses Monument trägt eine Inschrift, in der auch Cadell unter der Namensform „Cattell“ erwähnt wird und die die Abstammungslinie der Herrscher von Powys bis zurück zu Vortigern und darüber hinaus zu Magnus Maximus nachzeichnet. Cyngen nutzt die Säule, um den dynastischen Anspruch seiner Familie zu betonen und die Kontinuität der Herrschaft von Powys trotz der andauernden Bedrohungen durch Mercia und interne walisische Konflikte sichtbar zu machen. Damit setzt er dem Wirken seines Vaters Cadell und dessen Vorfahren ein dauerhaftes Zeichen in der Landschaft, das zugleich politische Propaganda und Familiendenkmal ist.
- 854: Cyngen ap Cadell begibt sich nach einer langen Regierungszeit auf eine Pilgerreise nach Rom und stirbt dort. Er gilt als der erste walisische Herrscher, der nach der Beilegung des Streits zwischen dem walisischen Zweig der keltischen Kirche und Rom über das Osterdatum nach Rom reist. Mit seinem Tod endet die ursprüngliche Linie der Könige von Powys aus der Gwertherion-Dynastie. Obwohl er drei Söhne hat, wird Powys nach seinem Tod von Rhodri Mawr, dem Herrscher von Gwynedd, annektiert. Rhodri ist sein Neffe, da dessen Vater Merfyn Frych Cyngens Schwester Nest ferch Cadell geheiratet hat.
- 855: Ende der Cadelling‑Herrschaft über Powys: Im Jahr 855 stirbt Cyngen ap Cadell im Exil in Rom, und mit seinem Tod endet die direkte Herrschaft der Cadelling‑Dynastie über Powys. Das Königreich geht an Rhodri Mawr, den Sohn von Nest ferch Cadell und Merfyn Frych, über, der bereits König von Gwynedd ist und nun auch die Herrschaft über Powys übernimmt. Rhodri vereinigt damit zentrale walisische Herrschaftsgebiete in einer Hand und gilt als erster Herrscher in Wales, der den Beinamen „der Große“ erhält, was die langfristige Bedeutung der von Cadell ausgehenden Linie für die Geschichte des Landes unterstreicht. Die Ereignisse von 855 zeigen rückblickend, dass Cadells Politik der Bewahrung der Unabhängigkeit Powys’ und die dynastischen Verbindungen seiner Nachkommen die Grundlage für eine spätere größere Einheit innerhalb Wales bilden.
- zuletzt 808
NORDGERMANEN
Dänemark
- König Horik I. (813-854)
Harald kann sein Reich in Dänemark bereits im zweiten Jahr nach seiner Rückkehr nicht friedlich behaupten, denn die Söhne Gudfreds entziehen ihm seinen Anteil an der Königsherrschaft und zwingen ihn, Nordmannien zu verlassen. Die Annalen erwähnen in diesem Jahr zwei Reichsversammlungen Ludwigs, von denen eine in Nimwegen wegen des falschen Versprechens Hohreks, Sohn Gudfreds und König der Dänen, anberaumt wird. Die Gründe für Haralds erneute Entmachtung bleiben in den Quellen ungenannt, doch seine Einführung des Christentums kann dazu beitragen, dass er bei seinen Untertanen unbeliebt wird und so eher angreifbar wird. Harald zieht sich nach dieser Absetzung wahrscheinlich in seine friesische Grafschaft Rüstringen zurück, die ihm als sicherer Zufluchtsort dient. - Fortsetzung 828
- 828: Harald: Im Jahr 828 planen fränkische Grafen und Markgrafen an der Grenze Nordmanniens Verhandlungen zur Bestätigung des Friedens und zur Regelung von Haralds Angelegenheiten, doch Harald bricht aus Ungeduld die vereinbarte Ruhe und lässt kleine dänische Dörfer niederbrennen und plündern. Daraufhin sammeln die Söhne Gudfreds sofort Truppen, überschreiten die Eider, greifen die unvorbereiteten fränkischen Einheiten an, vertreiben sie aus ihrer Befestigung, nehmen ihnen alles und ziehen sich in ihr Lager zurück, bevor sie aus Furcht vor Vergeltung Gesandte zu den Friesen und zu Ludwig schicken, um die Tat als Notwehr darzustellen und Wiedergutmachung anzubieten. Die Vita Hludovici schildert denselben Vorgang und betont, dass Ludwig zwar Harald unterstützen will, aber aufgrund einer bestehenden Friedensvereinbarung mit den Söhnen Gudfreds zunächst zu Verhandlungen rät, während Harald eigenmächtig plündert und damit den dänischen Gegenangriff auslöst. Ludwig gewährt den Dänen schliesslich Frieden gemäss ihrem Wunsch, nachdem sie ihr Missverständnis erklärt und Satisfaktion angeboten haben, und die Kämpfe an der Nordgrenze ziehen sich mindestens bis 829 hin. Später im Jahr 829 kursiert das Gerücht eines dänischen Grossangriffs, für den Ludwig ein Heer zusammenzieht, bevor sich die Meldung als falsch erweist, eine Nachricht, die möglicherweise von Harald ausgeht.
- 838: Harald: Ab Ende der 820er Jahre wird Harald in den fränkischen Annalen nicht mehr ausdrücklich erwähnt, er gewinnt seinen Thron in Dänemark nicht zurück, bleibt aber wahrscheinlich weiterhin im fränkischen Raum und übt dort Einfluss aus. Sein Bruder Hemming, den die Annales Fuldenses als Sohn Halb dans nennen, verteidigt im Jahr 837 zusammen mit dem Grafen Eggihard die Insel Walcheren gegen nordische Angreifer, fällt am 17. Juni und erlebt, wie Walcheren und Dorestad verwüstet werden. Ludwig verzichtet in der Folge auf seine geplante Romreise, überwintert in Aachen und lässt in Nimwegen eine Reichsversammlung abhalten, um die Verantwortung der lokalen Magnaten für die Küstensicherung zu prüfen. Die Annales Bertiniani berichten ergänzend, dass Ludwig energische Äbte und Grafen zur Bestrafung widerspenstiger Friesen entsendet und den Bau einer Flotte anordnet, um künftigen Angriffen schneller begegnen zu können.
- Fortsetzung 845
- 845: Horik: Nach der Auflösung des fränkischen Reiches 843 beendet Horik vorübergehend seine bisher versöhnliche Haltung und beginnt offene Feindseligkeiten gegen die West- und Ostfranken. 845 segelt eine Flotte unter einem von Horiks Anführern namens Ragnar die Seine hinauf und greift Paris im westfränkischen Königreich an. Ragnar wird manchmal mit dem legendären Wikinger Ragnar Lodbrok identifiziert, was jedoch nicht nachweisbar ist. Paris wird geplündert, und König Karl der Kahle ist gezwungen zu fliehen; schließlich zahlt er Ragnar eine Summe von 7000 Pfund Silber als Lösegeld. Eine beträchtliche Beute gelangt zurück nach Dänemark, doch viele Wikinger, darunter Ragnar, sollen nach fränkischen Quellen an einer heftigen Krankheit sterben. Möglicherweise greift dieselbe Flotte auf dem Rückweg Hamburg an und zerstört dort die Marienkathedrale. Dies ist Horiks letzter großer Krieg in Ostfranken. Kurz darauf teilt er König Ludwig dem Deutschen mit, er habe erneut einige der berüchtigtsten Wikinger-Räuber töten lassen. Dennoch wird Friesland 846 abermals verwüstet, und im folgenden Jahr einigen sich die drei fränkischen Könige und Brüder Karl, Ludwig und Lothar I., Horik einzuschüchtern, um Frieden zu erlangen. Die Störungen enden jedoch erst um 850, als Horik durch innere Probleme bedrängt wird.
- 850: Horik: Um 850 schwächen die Wikingerüberfälle in Westeuropa Horiks Autorität eher, als dass sie sie stärken, da er die Kriegerführer zunehmend nicht mehr kontrollieren kann. 850 teilen Horik I und zwei ungenannte Neffen, die als „nepotes“ bezeichnet werden, das Königreich in drei Teile und beenden damit die einheitliche Königsherrschaft.
- 852: Harald: Im Jahr 852 melden die Annales Fuldenses, dass ein Norweger beziehungsweise Nordmann namens Harald in früheren Jahren dem Zorn seines Herrn Hohrek, des dänischen Königs, entflohen ist, bei König Ludwig Zuflucht gefunden, die Taufe empfangen und über Jahre im Frankenreich geehrt worden ist. Die führenden Männer der nördlichen Gebiete und die Wächter der dänischen Mark halten ihn schliesslich für zweifelhaft loyal und potentiell verräterisch und töten ihn deshalb. Diese Nachricht passt zu Harald „Klak“ Halvdansson, der als getaufter dänischer König im fränkischen Raum lebt und gegen Ende seines Lebens ohne konkreten Verratsbeweis aus Misstrauen beseitigt wird. Harald bleibt bis zu seinem Tod eine einflussreiche Gestalt in der Grenzregion, kann jedoch keine weitere ernsthafte Unternehmung zur Rückeroberung des dänischen Throns einleiten, und auch die fränkischen Herrscher schicken keine neuen Heere mehr in seinen Dienst. Er stirbt zwei Jahre vor seinem langjährigen Rivalen König Horik dem Älteren. Die Annales Bertiniani erwähnen einen Gottfried Haraldsson, der in Mainz getauft wird und als Sohn Haralds „Klak“ gilt. Sigifrid, späterer König von Dänemark, und sein Bruder Halb dan erscheinen in den Annales Vedastini als „nepotes“ entweder Roriks von Dorestad oder Horiks II, und wenn ersteres zutrifft, tragen sie die Erbansprüche Haralds weiter. 891 melden die Annales Fuldenses den Tod Sigifrids und seines Mitregenten Gottafrid, eines Namens, der auf ihre Zugehörigkeit zu derselben Familie verweist. Spätere Könige wie Svend und sein Sohn Hardeknut sowie der kurz regierende Sigerich können zur gleichen Linie gehören, doch ihre genauen verwandtschaftlichen Beziehungen bleiben unklar. Gerlof Verwey führt einen weiteren Neffen Haralds ein, Hemming, Graf in Friesland, den er als Bruder Roriks von Dorestad und des jüngeren Harald ansieht. Die altnordische Erzählung „Ragnarssona þáttr“ nennt Klakk-Harald als Vater von Thyra und macht ihn dadurch zum Schwiegervater Gorms des Alten, während die Gesta Danorum Thyra stattdessen als Tochter eines angelsächsischen Königs Ethelred beschreibt. Dieselbe Erzählung nennt Ingibjörg als zweite Tochter Haralds und Ehefrau Sigurds Hart, deren Kinder Gudthorm und Ragnhild werden, wobei Ragnhild als Gattin Half dans des Schwarzen und Mutter Harald Schönhaars erscheint. Die Heimskringla übernimmt die Linie, ändert aber den Namen der Mutter, indem sie Ragnhilds Mutter Thorny, Tochter von Klakkharald und Schwester von Thrye Danebod, nennt, die mit Gorm dem Alten verheiratet ist.
- 854: Horik: 854 erscheint Horiks Brudersohn Guttorm, der von Horik ins Exil getrieben worden war, und beansprucht das Königreich. Es kommt zu einer gewaltigen Schlacht, die drei Tage dauert. König Horik I „und die anderen Könige“ werden getötet, ebenso Guttorm und viele Häuptlinge. Nach der Schlacht bleibt nur ein einziger geeigneter Kandidat für die Königswürde übrig, ein Kind namens Horik, das mit seinem älteren Namensvetter verwandt ist. Der junge Mann wird nun zum König erhoben. Über Söhne Horiks I ist nichts bekannt, und da ein Kind gewöhnlich nicht nach seinem Vater benannt wird, wird vermutet, dass Horik II ein Enkel Horiks I ist. Horik II verschwindet irgendwann zwischen 864 und 873 und ist der letzte bekannte Herrscher der sigfredianischen Dynastie. Dänemark scheint im späten 9. Jahrhundert seine politische Geschlossenheit zu verlieren, und erst im 10. Jahrhundert beginnt die Dynastie Gorms des Alten, das dänische Königreich wieder zusammenzuführen. König Horik II. (854-870)
- zuletzt 827
ANGELSACHSEN
Northumbria
- Lindisfarne (Grafschaft Northumberland) 55,67° N.
- Hexham (Northumberland) 54,97° N.
- König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)
- König Eanred (810-840/841 oder 830-854)
- Erzbischof Wulfsige (York, 808-837)
- Bischof Heathwred (Lindisfarne, 821–830)
- 829: Eanred: Egbert von Wessex führt im Jahr 829 ein Heer bis nach Dore an der Grenze Northumbrias. Dort legt er Eanred Bedingungen zur Unterwerfung vor, die dieser akzeptiert, woraufhin Egbert wieder abzieht. Eine andere Überlieferung berichtet, Egbert verwüste und plündere Northumbria, bevor Eanred tributpflichtig wird.
- Fortsetzung 830
- 830: Eardwulf: Für das Jahr 830 nennt der Text eine mögliche zweite zeitliche Grenze für Eardwulfs Tod. Nach einer neueren Deutung endet Eardwulfs zweite Herrschaft um 830. In derselben Deutung werden auch die Regierungszeiten der späteren Könige von Northumbria entsprechend verschoben. Eardwulf wird im Kloster von Breedon on the Hill beigesetzt, wo ihm die Church of St Mary and St Hardulph geweiht wird.
- 830: Eanred: Nach einer Forschungsmeinung herrscht Eardwulf bis etwa 830, wodurch sich die Regierungszeit Eanreds entsprechend nach hinten verschiebt.
- 837: Erzbischof Wigmund (837–854)
- 840: Eanred: Eanred stirbt um 840/841, woraufhin sein Sohn Æthelred II. ihm als König nachfolgt. König Æthelred II. (1. Amtszeit 840/841–844 oder 854–858)
- 844: König Æthelred II. (2. Amtszeit 844–848/849 oder 858–862)
- 845: Eanred: Münzfunde von Eanred werden aus stilistischen Gründen auf etwa 850 datiert und dienen als Grundlage für alternative Chronologien seiner Regierungszeit.
- 854: Eanred: Nach einer weiteren Datierung stirbt Eanred erst um 854; auch in diesem Fall folgt ihm sein Sohn Æthelred II. als König nach.
- 875: Mönche fliehen wegen Wikingerüberfällen aus Lindisfarne und nehmen Cuthberts Gebeine mit.
- 995: Nach einer langen Odyssee ruhen Cuthberts Gebeine in der Kathedrale von Durham.
- 998: Weihe einer steinernen Kirche in Durham als Ruhestätte der Heiligen
- 'Zuletzt 821
Mercia
Lichfield 52° 41′ N Leicester 52° 38′ N Hereford 52° 3′ N
- König Ludeca (826–827)
Ludeca stirbt in diesem Jahr.ie Angelsächsische Chronik berichtet lediglich, dass Ludeca erschlagen wird und fünf seiner Ealdormen mit ihm fallen. Florence von Worcester schildert den Vorgang ausführlicher: Ludeca, König der Mercier, sammelt seine Streitkräfte und führt ein Heer in das Gebiet der Ostangeln, um den Tod seines Vorgängers König Beornwulf zu rächen. Dort treffen die Einwohner und ihr König rasch auf ihn. In einer schweren Schlacht töten sie Ludeca, fünf seiner Ealdormen und sehr viele seiner Krieger; die Übrigen werden in die Flucht geschlagen. Wiglaf folgt ihm in seinem prächtigen Königreich nach. Das Fitzwilliam Museum besitzt zudem einen silbernen Penny aus Ludecas Regierungszeit, der vermutlich in Ipswich von einem Münzmeister namens Wærbeald geprägt wird. - König Wiglaf (1. Amtszeit 827–829)
Ludeca fällt zusammen mit fünf seiner Ealdormen, und Wiglaf übernimmt die Herrschaft. Ludeca ist wie sein Vorgänger Beornwulf während eines Feldzuges in Ostanglien ums Leben gekommen. Wiglafs erste Regierungszeit beginnt in einer Lage, in der die Macht des südlich gelegenen Wessex stark ist und weiter zunimmt. Aus dieser ersten Regierungszeit stammen Silberpfennige Wiglafs mit der Legende „+ VVIGLAF REX M“. König Æthelstan von Ostanglien prägt möglicherweise bereits in diesem Jahr Münzen; wahrscheinlicher beginnt seine Prägung jedoch um 830. Wiglafs Herkunft ist nicht mit Sicherheit bekannt. Eine Theorie besagt, dass Nachkommen verschiedener Linien der königlichen Familie um den Thron konkurrieren. Eine andere Theorie geht davon aus, dass mehrere Verwandtschaftsgruppen mit lokalen Machtbasen um die Nachfolge konkurrieren. Die Unterkönigreiche der Hwicce, der Tomsæte und der nicht näher bestimmten Gaini erscheinen als Beispiele solcher Machtbasen. Heiratsbündnisse können ebenfalls eine Rolle spielen. Konkurrierende Magnaten, die in Urkunden als dux oder princeps bezeichnet werden, bringen möglicherweise die Könige an die Macht. Nach diesem Modell sind die mercischen Könige kaum mehr als führende Adlige. Eine mittelalterliche, in Evesham überlieferte Tradition hält fest, dass Wiglafs Enkel Wigstan ein Nachkomme Cenreds ist, der ein Enkel Pendas ist. Wigstans Großväter sind Wiglaf und Ceolwulf I. Die Überlieferung kann bedeuten, dass Wiglaf von Penda abstammt; sie kann aber auch bedeuten, dass Wiglafs Ehefrau Cynethryth von Penda abstammt. Außer seinem Sohn Wigmund und seinem Enkel Wigstan kommen auch Ceolwulf II., der letzte König von Mercia, als möglicher Nachkomme Wiglafs in Betracht. Mehrere in mercischen Urkunden bezeugte duces oder praefecti tragen ähnliche Namen, darunter Wigbald, Wigberht, Wigcga, Wigferth und Wigheard; für eine Verwandtschaft über die Namensähnlichkeit hinaus gibt es jedoch keine Belege. Die Münzen aus Wiglafs Regierungszeit sind sehr selten. Sie lassen sich in Münzen mit und ohne Herrscherbild einteilen; nur die beiden bildlosen Münzen können aus seiner zweiten Regierungszeit stammen. Abgesehen davon gibt es bis zur Regierungszeit seines Nachfolgers Beorhtwulf keine Hinweise auf eine mercische Münzprägung. Die erhaltenen Urkunden aus Wiglafs Regierungszeit verleihen Land an Gefolgsleute oder Kirchenmänner und werden von Königen bezeugt, die zur Landvergabe befugt sind. Wiglaf wird in Repton in einer noch sichtbaren Krypta bestattet. Die damalige Klosterkirche wird wahrscheinlich von Æthelbald von Mercia als königliches Mausoleum errichtet. Auch Wigstan, Wiglafs Enkel, wird dort bestattet. Gewölbe und Säulen der Krypta sind nicht ursprünglich und können aus Wiglafs Zeit statt aus der Zeit Æthelbalds stammen. - Fortsetzung 829
- 829: Wiglaf: Im Jahr 829 fällt Egbert von Wessex in Mercia ein und vertreibt Wiglaf von seinem Thron. Egberts Sieg über Wiglaf vollendet seine Vorherrschaft über Südengland. Später im selben Jahr nimmt Egbert in Dore an der Nordgrenze Mercias die Unterwerfung Eanreds von Northumbria entgegen. Diese Ereignisse veranlassen den anonymen Schreiber der Angelsächsischen Chronik, Egbert als achten Bretwalda, als „Herrscher Britanniens“, zu bezeichnen. Eine Urkunde aus der Zeit zwischen 829 und 837 nennt Sigeric, den König der Ostsachsen, einen minister Wiglafs.
- Fortsetzung 830
- 830: Wiglaf: Im Jahr 830 erlangt Wiglaf nach dem Bericht der Chronik das Königreich Mercia erneut. Historiker deuten seine Rückkehr auf den Thron im Allgemeinen als Ende der Oberherrschaft Egberts über Mercia. Egbert behält Mercia bis zu einem Zeitpunkt im Jahr 830 unter seiner Kontrolle und ist dort lange genug an der Macht, um in London geprägte Münzen mit dem Titel „Rex M“, also „König der Mercier“, ausgeben zu lassen. Frank Stenton führt an, die Formulierung der Chronik mache es wahrscheinlich, dass Wiglaf das Königreich gewaltsam zurückgewinnt; hätte Egbert ihm das Königreich übertragen, wäre dies nach dieser Auffassung verzeichnet worden. Der Zusammenbruch der rheinischen und fränkischen Handelsnetze erfolgt irgendwann in den 820er oder 830er Jahren. Im Februar dieses Jahres bricht außerdem ein Aufstand gegen Ludwig den Frommen aus, der erste einer Reihe innerer Konflikte, die während der 830er Jahre und darüber hinaus andauern. Nach Wiglafs Rückkehr zur Macht in Mercia nimmt Egberts Einfluss ab, und König Æthelstan von Ostanglien prägt wahrscheinlich um diese Zeit Münzen.
- 830: König Wiglaf (2. Amtszeit 830–839)
- 831: Wiglaf: Im Jahr 831 wird in Wychbold bei Droitwich eine Urkunde ausgestellt, die Wiglaf als „das erste Jahr meiner zweiten Regierungszeit“ bezeichnet. In dieser Urkunde erwähnt Wiglaf keine Oberherrschaft Egberts und erkennt seine vorübergehende Absetzung an. Cynethryth, Wiglafs Ehefrau, ist durch diese Urkunde namentlich belegt.
- 835: Wiglaf: Ab dem Jahr 835 werden Wikingerüberfälle für die Könige von Wessex zu einem Anliegen.
- 836: Wiglaf: Im Jahr 836 wird eine Urkunde Wiglafs ausgestellt, die eine Versammlung in Croft in Leicestershire verzeichnet. Anwesend sind der Erzbischof von Canterbury und elf Bischöfe, darunter mehrere aus westsächsischen Bischofssitzen. Wiglaf bezeichnet die Versammlung als diejenige seiner Bischöfe, duces und Amtsträger. Die Urkunde wird als Hinweis darauf angeführt, dass Wiglaf zu diesem Zeitpunkt als unabhängiger Herrscher handelt. Sie zeigt seine Kontrolle über sein eigenes Gebiet sowie ein gewisses Maß an Autorität über die südliche Kirche. Cynethryth ist auch durch diese Urkunde namentlich belegt. Eine weitere Urkunde desselben Jahres verleiht dem Kloster Hanbury Privilegien, befreit die Mönche jedoch nicht von der Pflicht, Befestigungsanlagen zu errichten. Die Urkunde enthält außerdem einen frühen Hinweis auf die trimoda necessitas, die drei Verpflichtungen, welche die Könige dieser Zeit ihren Untertanen auferlegen: den Bau königlicher Residenzen, die Entrichtung von feorm oder Nahrungszins an den König und die Bewirtung der Diener des Königs. Die gewährten Privilegien haben einen Preis: Wiglaf und ein Ealdorman erhalten lebenslange Nutzungsrechte an Gütern, und ein weiterer Ealdorman erhält sechshundert Schillinge in Gold.
- 837: Wiglaf: Im Zeitraum zwischen 829 und 837 bezeugt Sigeric, König der Ostsachsen und als minister Wiglafs bezeichnet, eine Urkunde in Hertfordshire.
- 838: Wiglaf: Im Jahr 838 zeigt eine Urkunde, dass Egbert zustimmt, der Kirche in Canterbury Besitz zurückzugeben. Daraus geht hervor, dass er der Kirche zuvor Besitz genommen hat. Wulfred, der zur Zeit von Egberts Sieg Erzbischof von Canterbury ist, bleibt offenbar Mercia treu; seine Münzprägung endet, als Egberts kentische Prägung beginnt. Æthelwulf, Egberts Sohn, ist während der Herrschaft seines Vaters König von Kent.
- 839: Wiglaf: Im Jahr 839 endet Wiglafs Regierungszeit, und er stirbt ungefähr in diesem Jahr. Die Datierung ergibt sich aus der bekannten Chronologie seiner Nachfolger. Beorhtwulf folgt ihm nach.
- 1046: Bischof Ealdred (Hereford 1056–1060, Worcester 1046–1062), Erzbischof Ealdred (York, 1060–1069)
- 1053: Bischof Leofwin (Lichfield, 1053-1070)
- Zuletzt 827
East Anglia
- König Æthelstan (827-845)
Æthelstan ist etwa von 827 bis 845 König des angelsächsischen Königreichs Ostanglien. Zu seinem Leben sind keine zeitgenössischen Berichte überliefert; bekannt ist er ausschließlich durch ungefähr 60 Münzen, die seinen Namen tragen. Ostanglien wird seit Beginn des 9. Jahrhunderts von den Königen Mercias regiert. Æthelstan lässt bereits in den frühen 820er Jahren Münzen prägen, was auf einen zunächst erfolglosen Versuch hinweist, die Macht in Ostanglien zu erringen. Um das Jahr 845 folgt ihm Æthelweard auf den Thron. Ludeca, der Nachfolger Beornwulfs, findet 827 in den Kämpfen den Tod, und Ostanglien wird wieder unabhängig. Æthelstan ist um 827 König von Ostanglien. - Fortsetzung 845
- 845: Æthelstan ist bis um 845 König von Ostanglien. Um das Jahr 845 folgt ihm Æthelweard auf den Thron. König Æthelweard (845–855)
- Fortsetzung 855
- Zuletzt 827
Wessex
- König Ecgberht (802–839)
Beornwulfs Nachfolger Ludeca wird bei einem weiteren Einfall in East Anglia getötet. Im Jahr 827 erhebt der Ostangelnkönig Æthelstan Münzen; dies geschieht möglicherweise bereits 827, wahrscheinlicher aber um 830, nachdem Ecgberhts Einfluss mit Wiglafs Rückkehr nach Mercia zurückgeht. - Sigered: Der ehemalige Königvon Essex, Sigered, stirbt um 827. Der Text nennt außerdem die Ansicht einiger Historiker, dass Sigered und sein Nachfolger Sigerich II. dieselbe Person sein könnten.
- Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
- Fortsetzung 829
- 829: Egcberht (nun auch König von Mercia 802–839): Im Jahr 829 besiegt Ecgberht Wiglaf, den König von Mercia, und vertreibt ihn aus seinem Königreich. Im Jahr 829 erobert Ecgberht das Königreich Mercia und alle Gebiete südlich des Humber. Nach diesem Sieg erhält Ecgberht die Kontrolle über die Münzstätte von London und prägt Münzen als König von Mercia. Im Eintrag der Angelsächsischen Chronik für das Jahr 829 wird berichtet, dass Ecgberht alle Gebiete südlich des Humber beherrscht und nun als bretwalda fungiert. Die Chronik bezeichnet Ecgberht im Jahr 829 als achten König, der „Bretenanwealda“ ist. Später im Jahr 829 erhält Ecgberht bei Dore die Unterwerfung der Northumbrier; der Northumbria-König ist wahrscheinlich Eanred.
- Fortsetzung 830
- 830: Egcberht: Im Jahr 830 führt Ecgberht einen erfolgreichen Feldzug gegen Wales an, fast sicher mit der Absicht, den westsächsischen Einfluss in den zuvor mercischen walisischen Gebieten auszuweiten. Im Jahr 830 gewinnt Mercia unter Wiglaf seine Unabhängigkeit zurück; die Chronik vermerkt, Wiglaf „erlangt das Königreich Mercia wieder“. Um 830 prägt Æthelstan von East Anglia Münzen und demonstriert damit Unabhängigkeit, nachdem Ecgberhts Einfluss durch Wiglafs Rückkehr geschwächt ist. In den 830er Jahren bricht das rheinische und fränkische Handelsnetz zusammen. In den 830er Jahren beginnt eine Reihe innerfränkischer Konflikte, die die Unterstützung für Ecgberht beeinträchtigen können.
- 832: Wulfred: Im Jahr 832 stirbt Wulfred wahrscheinlich am 24. März; den größten Teil seines Vermögens hinterlässt er seinem Verwandten Werhard, der die Ländereien nach seinem eigenen Tod an Christ Church geben soll, und die Münzprägung in Wulfreds Namen, die zeitweise ausgesetzt gewesen ist, wird vor seinem Tod wieder aufgenommen, wobei Wulfred als erster Erzbischof sein Porträt auf die in seinem Namen geschlagenen Pfennige setzt, die im Unterschied zu denen früherer Erzbischöfe keinen Bezug auf den regierenden merzischen König nehmen.
- 836: Egcberht: Im Jahr 836 verwendet Wiglaf in einer Urkunde die Formulierung „meine Bischöfe, duces und magistri“ für eine Gruppe, die elf Bischöfe des Episkopats von Canterbury umfasst, darunter Bischöfe auf westsächsischem Gebiet. Im Jahr 836 wird Ecgberht bei Carhampton von den Dänen geschlagen.
- 838: Egcberht: Im Jahr 838 besiegt Ecgberht die Dänen und die mit ihnen verbündeten Westwaliser in einer Schlacht bei Hingston Down in Cornwall. Im Jahr 838 findet ein Konzil in Kingston upon Thames statt, bei dem Ecgberht und Æthelwulf den Bistümern Winchester und Canterbury Land im Austausch für die Zusicherung der Unterstützung für Æthelwulfs Thronanspruch gewähren. Im Jahr 838 akzeptiert Erzbischof Ceolnoth Ecgberht und Æthelwulf als Herren und Beschützer der Klöster unter seiner Kontrolle. Im Jahr 838 beschreiben Urkunden Ecgberht und Æthelwulf als „Könige der Westsachsen und auch des Volkes von Kent“.
- 839: Egcberht: Zu Ostern 839 steht Ecgberht mit Ludwig dem Frommen in Verbindung, um eine sichere Reise nach Rom zu arrangieren. Ecgberht stirbt im Jahr 839 und wird in Winchester bestattet. König Æthelwulf (839–858)
- 852: Bischof Swithun (852–862)
- 928: Bischof Koenwald (Worcester, 928/929–958/959)
- Zuletzt 827
Kent
- 839: König Æthelstan (839-851)
- 1058: Bischof Siward (Rochester, 1058–1075)
- zuletzt 823
FRÄNKISCHES REICH
Sortierung der Städte:
- Paris (Neustrien)
- Reims (49° 16′ N) (Neustrien)
- Utrecht, Niederlande (~52° 05′ N) (Friesland)
- Metz, Frankreich (~49° 07′ N) (Austrasien)
- Lüttich, Belgien (Liège, ~50° 38′ N) (Austrasien)
- Verden, Niedersachsen, verden (♁52° 55′ N)
- Köln, Nordrhein-Westfalen (~50° 56′ N) (Austrasien)
Kloster Werden - Bremen, ~53° 5′ N (Sachsen)
- Büraburg, Hessen (bei Fritzlar, ~51° 08′ N)
- Reichsabtei Lorsch, Hessen [~49° 39′ N)
- Erfurt, Thüringen (~50° 58′ N)
- Erzbistum Mainz:
Mainz, Rheinland-Pfalz (~50° 00′ N)
Kloster Hersfeld - Bistum Trier
Trier, Rheinland.Pfalz (~49° 45′ N)
Worms, Rheinland-Pfalz (49° 38′ N) - Bistum Würzburg
Würzburg, Bayern, Unterfranken damals noch Herrschaft der Hedenen (~49° 47′ N) mit Kloster Fulda - Reichskloster Lorsch
- Konstanz, Baden-Württemberg (47° 40′ N) mit Kloster Reichenau
- König, Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)
Harald Klak, seit 814 Vasall Ludwigs des Frommen, wird endgültig aus Dänemark vertrieben. - Römischer Kaiser Lothar I. (817/823–855 (bis 840 als Mitkaiser), (Unter-)König von Italien / König der Langobarden Lothar I. (822–855), König des fränkischen Lotharii Regnum Lothar I. (843–855)
- Erzbischof Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835; Bischof von Hildesheim 845–851)
Ebo gestaltet die Abtei Montier‑en‑Der im Sinne der von Benedikt von Aniane begonnenen Reform aus einem Stift von Kanonikern wieder zu einem Benediktinerkloster um, und im Verlauf der nordischen Mission zeigt sich, dass die Taufe Harald Klaks weder die Ausbreitung des Christentums sichert noch der Mission selbst nützt, Harald wird noch im selben Jahr endgültig aus Dänemark vertrieben und muss sich mit Hoheitsrechten in Friesland begnügen. - Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)
- Abt Wala (Corvey, 826–831)
- Bischof Friedrich I. (Utrecht, 826-838)
- Bischof Drogo (Metz, 823–855)
- Bischof Waltcaud (Lüttich, 810/811-831)
- Erzbischof Hadebald (Köln, 819–841)
- Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
- Erzbischof Otgar (Mainz, 826–847)
- Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
- Einhardsbasilika (Steinbach)
Die von Einhard errichtete Einhardsbasilika in Steinbach wird fertiggestellt. - Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
- Abt Hrabanus Maurus (Fulda, 822–842)
- Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39)
- Abt Gozbert (St. Gallen, 816–837)
- Bischof Udalricus (Basel, 823–835)
- Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)
- Bischof David (Lausanne, 827–850)
David von Lausanne ist von 827 bis 850 Bischof von Lausanne. Er steht im Dienst seines Herrschers Lothar I., nimmt an Konzilien teil und unterstützt die Befestigung Roms. - Fortsetzung 829
- 829: Ludwig der Fromme: Im Jahr 829 schickt Ludwig, vermutlich auf Drängen von Kaiserin Judith, seinen ältesten Sohn und Mitkaiser Lothar nach Italien und verweist Wala, den Abt von Corbie, vom Hof.
- 829: Lothar I.: Im August 829 bestimmt Ludwig der Fromme auf dem Reichstag zu Worms Alemannien für Karl den Kahlen. Daraufhin empören sich die drei Söhne aus erster Ehe, Lothar, Pippin und Ludwig, gegen den Vater und setzen ihn 830 ab.
- 829: Ebo: Nach der Pariser Synode von 829, die sich gegen den Wirrwarr der verschiedenen im Gebrauch befindlichen Bußbücher ausspricht, verfasst Ebo eine Zusammenstellung der Amtspflichten von Pröpsten, Archidiakonen, Chorbischöfen und Bischöfen, in der er Stellung, Rechte und Pflichten präzisiert und scharf umgrenzt, er beauftragt seinen Suffraganbischof Halitgar von Cambrai, ein neues Bußbuch zu erarbeiten, um der herrschenden Verwirrung ein Ende zu bereiten, und im selben Jahr stößt Ludwig der Fromme die „Ordinatio imperii“ von 817 zugunsten seines 823 geborenen Sohnes Karl des Kahlen um, wobei Ebo und andere Kirchenfürsten sich auf der Pariser Synode gegen diese neuen Erbteilungspläne aussprechen.
- 829: Wolfleoz: Im Jahr 829 nimmt Wolfleoz an der von Ludwig dem Frommen einberufenen Synode in Mainz teil, so dass er als Bischof von Konstanz in den überregionalen kirchenpolitischen Beratungen des Reiches präsent ist und an dieser Synode mitwirkt.
- 829: Hetti: Im Jahr 829 nimmt Hetto zusammen mit einer Anzahl von Bischöfen an der Synode von Mainz teil, um den Fall des Mönchs Gottschalk von Orbais aus dem Kloster Fulda gegen den Abt Rabanus Maurus zu verhandeln. Gottschalks Vater hat ihn als Kinderoblaten zusammen mit einem Landgeschenk in das Kloster gegeben. Das Zehnte Konzil von Toledo von 656 verbietet zuvor die Annahme solcher Oblaten vor dem Alter von zehn Jahren und gewährt ihnen mit Erreichen der Pubertät freie Erlaubnis, das Kloster zu verlassen, wenn sie es wünschen. Gottschalk behauptet, der Abt habe ihn anschließend gezwungen, die Tonsur zu empfangen und die monastischen Gelübde abzulegen, und er verlangt seine Freiheit sowie die Rückgabe seines Landes. Er argumentiert, seine Oblation sei nach sächsischem Recht ungültig, da keine sächsischen Zeugen zugegen sind, wobei mehrere der anwesenden Bischöfe sächsische Bistümer innehaben. Das Konzil entscheidet zugunsten des Mönchs.
- 829: Hadebald weiht die Stephanskirche in Werden (Ruhr) und nimmt an einer Mainzer Synode teil.
- 829: Udalricus: Im Juni 829 nimmt Udalricus an der im St.-Alban-Kloster in Mainz abgehaltenen Synode teil.
- 829: Friedrich von Utrecht: Während der Synode von Mainz im Jahr 829 wird Friedrich für sein Wissen und sein Verständnis gelobt. Er steht in Briefwechsel mit Rabanus Maurus. Die Hagiographie Vita S. Bonifacii wird Friedrich zugeschrieben.
- 829: David von Lausanne: Im Jahr 829 nimmt David am Konzil von Mainz teil.
- Fortsetzung 830
- 830: Ludwig der Fromme: Im Jahr 830 ruft Ludwig während der Fastenzeit zu einem nicht akut notwendigen Feldzug gegen die Bretonen auf, was im April zu einem offenen Aufstand führt, den Mühlbacher, Theodor Schieffer und Boshof als loyale Revolution deuten, bei der Lothar aus Italien zurückgeholt und wieder Mitregent wird, Ludwig in leichte Haft gerät, Judith der Ehebruchs mit Bernhard von Septimanien beschuldigt und in ein Kloster bei Poitiers verbannt wird, bevor im Oktober 830 auf der Reichsversammlung von Nimwegen ein Umschwung erfolgt, Ludwig wieder in seine Herrschaft eingesetzt, die Verschworenen verhaftet oder verbannt, Judith nach Aachen zurückgeholt und Lothar 831 erneut nach Italien geschickt wird.
- 830: Lothar I.: Im Jahr 830 setzen Lothar, Pippin und Ludwig ihren Vater Ludwig den Frommen ab. Um das Jahr 830 wird Bertha geboren, die vor 847 Äbtissin von Avenay wird und vielleicht Äbtissin von Faremoutiers ist. Um 830 wird Gisla geboren, die später von 851 bis 860 Äbtissin von San Salvatore in Brescia ist.
- 830: Ebo: 830 unterstützt Ebo die erste Empörung der drei älteren Kaisersöhne gegen ihren Vater noch nicht, er bleibt vorerst außerhalb dieser ersten Erhebung, die sich gegen Ludwigs neue Erbteilungspläne richtet, und seine Parteistellung wechselt erst im Verlauf der Folgejahre.
- 830: Hilduin: Im Jahr 830 gibt es eine kurze Unterbrechung in Hilduins Amtsführung als Abt von Saint-Denis. Er ist seit 814 Abt von Saint-Denis, mit dieser kurzen Unterbrechung im Jahr 830, und führt sein Amt bis zu seiner Amtsenthebung 840.
- 830: Erkanbert Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni 830 in Minden. Sein Gedenktag ist sein Todestag, der 7. Juni, und er wird als Heiliger verehrt.
- 830: Erlebald: Abt Erlebald erhält von Ratold Reliquien des heiligen Evangelisten Markus. Diese Reliquien werden zunächst als Reliquien des heiligen Valens ausgegeben.
- 831: Ludwig der Fromme: Im Jahr 831 gründet Ludwig das Erzbistum Hamburg, von dem aus ganz Skandinavien missioniert werden soll, und beauftragt Ebo von Reims sowie Ansgar, Bischof von Bremen-Hamburg, mit der nordischen Mission, während Lothar nach Italien zurückgeschickt wird.
- 831: Lothar I.: Im Jahr 831 wird Ludwig der Fromme befreit, und Lothar verliert die Regentschaft.
- 831: Ebo: Vermutlich im November 831 ist Ebo bei der Weihe Ansgars zum Erzbischof von Hamburg anwesend, die dänische Mission wird nach 831 durch Ansgar wieder aufgenommen, Papst Gregor IV. bestimmt bei der Überreichung des Palliums an Ansgar, dass die Schwedenmission in Ebos Händen bleiben soll, Ebo und Ansgar verständigen sich darauf, dass Ebos Neffe Gauzbert unter Ebos Aufsicht die Missionstätigkeit in Schweden leitet, während Ansgar die Dänenmission übernimmt, und im selben Jahr wird Ebo Parteigänger Lothars und seiner Brüder im Kampf gegen ihren Vater Ludwig, nachdem er 830 die Empörung noch nicht unterstützt hat.
- 831: Hilduin: Im Jahr 831 endet Hilduins Amtszeit als Erzkaplan Ludwigs des Frommen. Bis dahin hat er als Erzkaplan von 819 bis 831 am Hof Ludwigs des Frommen gewirkt.
- 831: Waltcaud: Waltcaud wird am 19. April 831 in einer Urkunde Ludwigs des Frommen letztmals urkundlich genannt. Sein Sterbedatum ist nicht bekannt. Er wird in Serinchamps begraben. Bischof Pirard (Lüttich, 831-838)
- 831: Willerich: Die dänische Mission wird nach diesem Jahr von Ansgar von Bremen wieder aufgenommen.
- 831: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius reist nach Rom, um von Papst Gregor IV. ein römisches Antiphonar zu erhalten. Aus diesen Texten stellt er eine neue Liturgie für das Fränkische Reich zusammen.
- 831: Hetti: Im Jahr 831 ist Hetto Mitkonsekrator bei der Weihe des heiligen Ansgar zum Bischof für die nördlichen Missionen. Im selben Zusammenhang assistiert Hetti bei der Weihe des heiligen Ansgar zum Erzbischof von Hamburg durch Drogo von Metz.
- 831: Drogo: Drogo weiht Ansgar zum ersten (Erz-)Bischof von Hammaburg, Hamburg.
- 831: Wala: Im Jahr 831 endet Walas Amtszeit als Abt von Corbie und Corvey, die von 826 bis 831 dauert. Als Abt von Corvey folgt ihm Warin I. nach. Abt Warin I. (831–856)
- 832: Ludwig der Fromme: Im Jahr 832 zwingt Ludwig der Fromme seine aufständischen Söhne Ludwig den Deutschen und Pippin zur Unterwerfung.
- 832: Ebo: 832 stellt Ebo im Auftrag Ludwigs die Ordnung im Kloster St. Denis her, er schreitet damit reformerisch ein und sorgt für eine Wiederherstellung der klösterlichen Ordnung, während seine Rolle im Reichspolitischen Konflikt zwischen Ludwig und dessen Söhnen sich weiter zuspitzt.
- 832: Wolfgar: 831 oder 832: Wolfgar beendet seine Amtszeit als Bischof von Würzburg; sein Tod fällt möglicherweise in den November 831. Bischof Hunbert (Würzburg, 832–842)
- 833: Ludwig der Fromme: Ende Juni 833 stehen sich Ludwig und seine Söhne aus erster Ehe auf dem Rotfeld bei Colmar gegenüber, wo durch Druck und Versprechungen Ludwigs Getreue und Soldaten abfallen, sodass Ludwig am 30. Juni zur Ergebung und faktischen Abdankung gezwungen wird, das Feld als Lügenfeld bekannt wird, Ludwig in das Kloster Saint-Médard bei Soissons verbannt wird, dort eine demütigende öffentliche Buße mit Übergabe eines Sündenregisters, Waffenabgabe und Büßergewand leisten muss, während Judith nach Tortona verbannt und Karl der Kahle in strenge Haft in das Kloster Prüm gebracht wird.
- 833: Lothar I.: Bei einer neuen Empörung im Jahr 833 stehen sich die Parteien Ende Juni auf dem Rotfeld bei Colmar gegenüber, bis Ludwig alle Unterstützung verliert und sich am 30. Juni ergeben und faktisch abdanken muss. Es folgt ein öffentliches Schuldbekenntnis Ludwigs des Frommen und die Verbannung Judiths und ihres Sohnes Karl in ein Kloster. Das Colmarer Rotfeld wird aufgrund gebrochener Eide bald als Lügenfeld bezeichnet.
- 833: Ebo: Am 13. November 833 leitet Ebo im Kloster Saint‑Médard bei Soissons die kirchliche Versammlung, die die kirchliche Sanktionierung des Absetzungsurteils über Kaiser Ludwig bringt, er hält zusammen mit Erzbischof Agobard von Lyon als Abgesandter der von Lothar im Oktober in Compiègne abgehaltenen Reichsversammlung dem Kaiser seine angeblichen Vergehungen vor, überreicht ihm ein „Sündenregister“, zwingt ihn, ein vorher aufgesetztes Schuldbekenntnis zu verlesen, seine Waffen abzulegen, ein Büßergewand anzuziehen, der Welt zu entsagen und sich des Throns unwürdig zu erklären, die Kaiserin Judith wird nach Tortona in Italien verbannt, ihr Sohn Karl der Kahle in strenge Haft ins Kloster Prüm überführt, und zur Belohnung erhält Ebo von Lothar die reiche Abtei Saint‑Vaast.
- 833: Hadebald ist seit 833 krank. Im selben Jahr taucht sein Name in der Ausleihbibliothek des Domkapitels auf, als er ein Evangeliar, ein Lektionar und die Sprüche Salomonis entleiht. Für seine Schwester entleiht er ein Sakramentar mit Lektionar sowie ein einbändiges Antiphonar, und für deren Sohn entleiht er einen Band mit Psalmen. Familienmitglieder leben seit 833 im Bischofshof.
- 833: Drogo: Drogo hält beim sogenannten „Verrat auf dem Lügenfelde“ bei Colmar als einer von wenigen zu Ludwig dem Frommen.
- 833: Otgar: 833 findet die zweite Verschwörung gegen Ludwig den Frommen statt, die zu dessen Absetzung und Inhaftierung führt. Otgar wird genötigt, die Bewachung Ludwigs des Frommen zu übernehmen.
- 834: Ludwig der Fromme: Anfang 834 wenden sich Pippin und Ludwig der Deutsche von Westen und Osten gegen Lothar, der keine Unterstützung mehr findet und nach Italien flieht, und am 1. März 834 wird Ludwig der Fromme in der Abteikirche von Saint-Denis mit Waffen und Krone geschmückt und erneut als Kaiser anerkannt, während Lothars Macht auf Italien beschränkt und Judith aus Italien nach Aachen zurückgeholt wird.
- 834: Lothar I.: Lothar hält seine Herrschaft über das Gesamtreich für gesichert, doch nun verbünden sich seine Brüder mit Ludwig, ihrem abgesetzten Vater, und holen ihn auf den Thron zurück. Ludwig der Fromme wird am 1. März 834 in Saint-Denis wieder eingesetzt. Lothar, der nach Burgund geflohen ist, muss sich im Juni 834 in Blois unterwerfen. Lothar behält nur Italien als Unterkönigreich, das er ohne Zustimmung Ludwigs nicht mehr verlassen darf.
- 834: Ebo: Der nach der Entmachtung des Kaisers einsetzende Kampf der Söhne um das Reich bringt 834 einen erneuten Umschwung, Ludwig der Deutsche und Pippin von Aquitanien verbünden sich gegen ihren Bruder Lothar und erzwingen die Freilassung ihres Vaters, der am 1. März 834 in St. Denis wieder als Kaiser eingesetzt wird, Ebo ist nicht unter denen, die in St. Denis um Verzeihung für ihren Abfall bitten, er ist, schwer an Gicht leidend, in das Kloster Saint‑Basle bei Reims geflüchtet, von dort per Schiff auf der Marne nach Paris geflohen und hat sich in der Klause eines Mönches versteckt, Kaiser Ludwig lässt ihn durch die Bischöfe Rothad II. von Soissons und Erchanrad von Paris gefangen nehmen und in das Kloster Fulda bringen.
- 834: Wala Ab dem Jahr 834 bekleidet Wala das Amt des Abtes von Bobbio, nachdem er von 826 bis 831 Abt von Corvey gewesen ist.
- 834: Otgar: 834 unternimmt Otgar eine Wallfahrt nach Rom und bringt von dort die Reliquien des heiligen Justin des Bekenners mit.
- 835: Lothar I.: 835–840 (Kinder, ohne genaues Jahr) Um 835 wird Lothar II. geboren, der später König von Lothringen wird und 855 Theutberga heiratet, die Tochter des Grafen Boso von Arles. Zwischen 835 und 840 wird Rotrud geboren, die in Pavia getauft wird und um 850/851 Lambert heiratet, den Markgrafen der Bretagne und Grafen von Nantes.
- 835: Ebo: Auf dem Reichstag in Diedenhofen am 2. Februar 835 bekundet Ebo in Gegenwart des Kaisers und von 43 Bischöfen in feierlicher Form die Ungesetzlichkeit der Geschehnisse von 833, am 28. Februar 835 beteiligt er sich an der erneuten Krönung Ludwigs in der Kathedrale von Metz und bezichtigt sich selbst öffentlich und von der Kanzel herab des Irrtums, am 4. März 835 tritt Ludwig vor der von Erzbischof Drogo von Metz geleiteten Synode in Diedenhofen als Ankläger Ebos auf, Ebo habe ihm Verbrechen zur Last gelegt, die er niemals zugestanden habe, er habe ihn vom Thron gestoßen und aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen und in Metz selbst gestanden, dass seine Handlungsweise in Soissons kirchlichem Recht widerspreche, Ebo verteidigt sich erfolglos, verweist auf andere Bischöfe, die ebenso schuldig seien, erreicht nur, dass über ihn Geistliche urteilen, auf Grund der Entscheidung dreier von ihm erwählter Richter – Erzbischof Aiulf von Bourges und die Bischöfe Modoin von Autun und Badurad von Paderborn – bekennt er sich in einem von ihm unterzeichneten Schriftstück seines Amtes für unwürdig und einverstanden mit der Wahl seines Nachfolgers, nach mündlicher Wiederholung vor Erzbischof Nothon von Arles und den Bischöfen Theoderich von Cambrai und Fichard von Tournai und Noyon verkündet die Synode einstimmig seine Absetzung, die Administration des Erzstifts Reims wird dem Abt Fulko von St. Rémi übertragen, und Ebo wird dem Kloster Fulda zu strenger Haft übergeben, während Abt Hraban von Fulda vergeblich bei Karl dem Kahlen, Kaiserin Judith und Erzbischof Drogo von Metz um seine Freilassung interveniert.
- 835: Ratgar: Der ehemalige Abt Ratgar stirbt, nachdem er auf Initiative seines Nachfolgers Eigil begnadigt worden ist, auf den Frauenberg zurückkehrt und dort lebt; er wird ehrenvoll im äbtlichen Ornat bestattet.
- 835: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird nach der Synode von Diedenhofen für den abgesetzten Erzbischof von Lyon, Agobard, eingesetzt und setzt in Lyon liturgische Reformen durch.
- 835: Wolfleoz: Im Jahr 835 tritt Wolfleoz als Mitkonsekrator der unter Abt Gozbert errichteten St. Galler Klosterbasilika auf, so dass er trotz der früheren Konflikte mit dem Kloster St. Gallen an der Weihe dieser neuen Klosterbasilika mitwirkt und in feierlicher Weise bei der Konsekration beteiligt ist.
- 835: Drogo: Nach der Wiedereinsetzung Ludwigs des Frommen wird Drogo Erzkaplan des Kaisers. Am 4. März sitzt er der Synode von Diedenhofen vor, die unter anderem den Erzbischof Ebo von Reims wegen seines Verrats an Ludwig absetzt.
- 835: Udalricus: Im Jahr 835 nimmt Udalricus an der Weihe der von Abt Gozbert von St. Gallen neu erbauten Klosterbasilika teil. bis 999 sind die Amtszeiten der Bischöfe so ungenau und unsicher überliefert, dass sie in dieser Chronik nicht berücksichtigt werden; erst bei Adalbero II. setzen gefestigte Informationen wieder ein.
- 835: Otgar: 835 findet Otgar nach der Befreiung Ludwigs des Frommen offenbar bald wieder dessen Huld und wird mit einer Gesandtschaft nach Italien zu Lothar beauftragt.
- 836: Haito: Der ehemalige Bischof von Basel, Haito, stirbt am 17. März.
- 836: Hetti: Um 836 gründet Hetti die Kirche St. Kastor in Koblenz. Im Jahr 836 gründet er zudem die Kirche St. Marzellinus und Petrus in Vallendar. Ebenfalls gehört die St. Georgskirche in Limburg zu den von Hetti errichteten Kirchen. In dieser Zeit legt Hetto mit Unterstützung Ludwigs des Frommen den Grundstein für die Kirche St. Kastor unmittelbar außerhalb von Confluentes. Die Grundsteinlegung der Koblenzer Kastorkirche mit den Gebeinen des heiligen Castor von Karden stellt eines der bedeutendsten Ereignisse in der Amtszeit Hettis dar. Im Jahr 836 überführt Hetto die Reliquien des heiligen Castor von der Paulinuskirche in Karden in diese Kirche.
- 836: Hrabanus Maurus lässt unter den etwa 30 Kirchen und Kapellen, die er errichten lässt, auch die Grabeskirche der Lioba, St. Peter auf dem Petersberg bei Fulda, bauen.
- 836: Wala Im Jahr 836 stirbt Wala, ehealiger Abt von Corvey, am 31. August in Bobbio. Bis zu seinem Tod hat er das Amt des Abtes von Bobbio bekleidet.
- 836: Otgar: 836 lässt Otgar die Gebeine des heiligen Severus von Ravenna zunächst nach Mainz und anschließend nach Erfurt in das Benediktinerinnenkloster St. Paul überführen. Zwischen 836 und 847 veranlasst Otgar in Höchst für die Reliquien des heiligen Justin des Bekenners den Bau der Justinuskirche und gründet dort vermutlich ein Kloster. Teile der Reliquien gelangen nach Freising, ein weiterer Teil gelangt in das Kloster Seligenstadt.
- 837: Ludwig der Fromme: Im Jahr 837 plant Ludwig einen neuen Reichsteilungsplan zugunsten Karls des Kahlen, der diesem die Herrschaft über Friesland und das Gebiet zwischen Maas und Seine zuspricht und neue Unruhen auslöst, die später erst mit der Teilung durch den Vertrag von Verdun beendet werden.
- 837: Gozbert: Im Jahr 837 endet die Amtszeit Gozberts als Abt des Klosters St. Gallen, sodass er von 816 bis 837 Abt des Klosters St. Gallen ist und nach 837 kein Abt dieses Klosters mehr ist. Abt Bernwig (St. Gallen, 837–840/41)
- 837: Willerich: Willerich stirbt am 4. Mai und wird im Bremer Dom beigesetzt. Sein Nachfolger wird Leuderich (Lüder).
- 838: Ludwig der Fromme: Im Jahr 838 stirbt Ludwigs Sohn Pippin plötzlich, wodurch der Weg zu einer einigermaßen ausgewogenen Dreiteilung des Reiches unter Lothar, Ludwig den Deutschen und Karl den Kahlen geebnet wird.
- 838: Friedrich von Utrecht: Quellen nennen für Friedrichs Tod verschiedene Zeitpunkte zwischen 834 und 838. Sicher ist, dass er ermordet wird. Wer ihn ermorden lässt und aus welchem Grund, bleibt unklar. Kirchenaufzeichnungen geben den 18. Juli 838 als Friedrichs Todestag an. Einer Legende zufolge wird er nach der Darbringung der Messe am 18. Juli von zwei Männern erstochen. Die Schriftsteller Otbert von Lüttich aus dem 11. Jahrhundert und Wilhelm von Malmesbury aus dem 12. Jahrhundert berichten, die Täter seien von Kaiserin Judith angeworben worden, weil Friedrich ihr ausschweifendes Leben regelmässig kritisiert habe. Spätere Schriftsteller wie Cesare Baronio und Jean Mabillon schreiben dagegen, die dem Christentum feindlich gesinnten Bewohner Walcherens hätten die Täter als Reaktion auf Friedrichs Predigten auf Walcheren entsandt. Im Text wird festgehalten, dass es keine zeitgenössischen Quellen gebe, welche die Kaiserin als unkeusch oder unmoralisch beschrieben oder berichteten, Friedrich habe einen solchen Vorwurf erhoben. Walcheren gilt zugleich als den Missionaren aus Utrecht gegenüber sehr feindlich eingestellt.
- 838: Bischof Leuderich (838–845)
- 838: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird von dem Diakon Florus von Lyon der Ketzerei angeklagt. Auf der Synode von Quierzy werden einige seiner Texte als Irrlehre verurteilt, und Amalarius wird als Bischofsvertreter abgesetzt. Agobard erhält seinen Bischofsstuhl zurück.
- 838: Wolfleoz: Im Jahr 838 oder 839 ist Wolfleoz weiterhin Bischof des Bistums Konstanz und übt dieses Amt seit 811 aus, bis seine Amtszeit 838/39 endet, wobei sein Sterbedatum auf den 15. März 838 oder 839 in Konstanz fällt, so dass er in Konstanz stirbt und sein Bischofsamt mit seinem Tod endet. Bischof Salomo I. (Konstanz, 838/39–871)
- 838: Hadebald erscheint noch auf einem Hoftag in Aachen.
- 838: Erlebald: Erlebald tritt von seinem Amt zurück. Was ihn zu diesem Rücktritt veranlasst, bleibt unklar. Vermutlich will er der Entscheidung Ludwigs des Frommen, Walahfrid Strabo als Abt einzusetzen, zuvorkommen. Durch seinen Rücktritt ermöglicht er dem Konvent, von seinem Recht der freien Abtswahl Gebrauch zu machen. Seine Mitbrüder bestimmen daraufhin Ruadhelm, einen Anhänger Ludwigs des Deutschen, zu Erlebalds Nachfolger. Ludwig der Fromme setzt zur gleichen Zeit Walahfrid als Abt auf der Reichenau ein; Walahfrid kann sich jedoch zunächst nicht gegen Ruadhelm durchsetzen. Erlebald stirbt am 13. Februar 847. Abt Ruadhelm (Reichenau, 838–842)
- 839: Lothar I.: Bei der neuen Teilung des Reichs nach Pippins Tod wird Lothar im Juni 839 wieder zu Gnaden angenommen. Er erhält außer Italien Austrasien ohne Bayern.
- 839: Otgar: 839 ernennt Ludwig der Fromme Otgar zum Abt des Klosters Weißenburg, nachdem dessen Abt Grimald von Weißenburg sich auf die Seite Ludwigs des Deutschen geschlagen hat. Beim Tod des alten Kaisers auf der Rheininsel bei Ingelheim gehört Otgar zu den am Sterbebett Anwesenden.
- 840: Ludwig der Fromme: Im Jahr 840 versucht Ludwig der Fromme, seinem Sohn Ludwig dem Deutschen nur noch Bayern als Herrschaftsgebiet zuzuweisen, provoziert dessen Widerstand, unternimmt eine Strafexpedition und stirbt schließlich am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim vermutlich an Magen- oder Speiseröhrenkrebs in Verbindung mit Bronchitis, nachdem er laut Astronomus’ Vita Hludowici mit den Worten „Huz, huz“ einen bösen Geist zu sehen glaubt, dann heiter zum Himmel blickt und lächelnd stirbt.
- 840: Lothar I.: Nach dem Tod des Vaters Ludwig des Frommen im Juni 840 beansprucht Lothar die volle Anerkennung als Kaiser.
- 840: Ebo: Am 20. Juni 840 stirbt Ludwig der Fromme, erst nach seinem Tod erlangt Ebo wieder die Freiheit aus Fulda, er stellt sich sofort dem aus Italien herbeieilenden Lothar I. zur Verfügung und trifft mit ihm in Worms zusammen, er wird mit der Wiedereinsetzung in die erzbischöfliche Würde belohnt, eine Versammlung von Lothar ergebenen Bischöfen in Ingelheim Ende August 840 verkündet seine Restitution, am 6. Dezember 840 zieht Ebo in Gegenwart Lothars in Reims ein und betont mit der Weihe mehrerer Geistlicher, dass er nur seine Restitution, nicht aber seine Absetzung von 835 als nach kanonischem Recht gültigen Akt betrachtet, drei während seiner Abwesenheit geweihte Suffraganbischöfe ersuchen nachträglich bei ihm um ihre Bestätigung.
- 840: Hilduin: Im Jahr 840 wird Hilduin als Abt von Saint-Denis seines Amtes enthoben.
- 840: David von Lausanne: Im Jahr 840 nimmt David am Konzil von Ingelheim teil.
- 841: Lothar I.: Ludwig und Karl schlagen Lothar bei Fontenoy in Burgund am 25. Juni 841.
- 841: Ebo: 841 kann Ebo sich kaum ein Jahr in Reims behaupten, bald nach Lothars Niederlage in der Schlacht von Fontenoy am 25. Juni 841 vertreibt ihn Karl der Kahle aus Reims, die Verwaltung des Erzstifts wird zunächst wieder an den Abt Fulko von St. Rémi und dann an Bischof Nothon von Arles übertragen, und im gleichen Zeitraum wird Ansgar in der nordischen Mission tätig, während Ebo seine Stellung im westfränkischen Raum verliert.
- 841: Nach Hadebalds Tod soll mit Liutbert, dem Sohn von Hadebalds Bruder Hasbald, ein weiteres Sippenmitglied als erwählter Bischof auf den Bischofssitz gebracht werden.
- 842: Erzbischof Liutbert (Köln, 842)
- 842: Ebo: Wahrscheinlich 842 oder 843 veröffentlicht Ebo die zweite Ausgabe seiner Verteidigungsschrift, des sogenannten „Apologeticum Ebonis“, seine schriftstellerische Tätigkeit dient der Rechtfertigung und Selbstverherrlichung, beide Ausgaben des Apologeticum suchen seine Absetzung 835 als ungesetzlich und die Restitution von 840 als rechtmäßig hinzustellen, er erklärt, sein Schuldbekenntnis von Diedenhofen habe er nur abgegeben, um äußerem Druck zu entgehen, nicht um seine eigene Rettung zu erwirken, kein Vergehen sei im Schuldbekenntnis ausdrücklich genannt, um dessentwillen er hätte abgesetzt werden dürfen, die zweite Ausgabe verbindet den Ton gekränkter Unschuld mit dem der demütigen Ergebung in ein angeblich unverdientes Schicksal, Ebo scheut sich nicht, offensichtliche Fälschungen zu verbreiten, in Lothars Wiedereinsetzungsurkunde von 840 schaltet er eigene Zutaten ein, das Dokument über die Freude der Reimser Suffraganbischöfe über seine Rückkehr ist sein Machwerk, ebenso eine angebliche Urkunde Gregors IV., die die Absetzung von 835 für unzulänglich erklärt und seine erzbischöfliche Würde wiederherstellt, zugleich aber bezeugen soll, dass der Papst seine Rückkehr nach Reims für wünschenswert, aber momentan für gefahrvoll hält und deshalb sein Wirken in einem anderen Sprengel gestattet, damit soll seine Versetzung nach Hildesheim nachträglich gerechtfertigt werden.
- 842: Hrabanus Maurus stellt seine Enzyklopädie *De rerum naturis* in 22 Büchern ungefähr um 842 fertig. Das Werk behandelt unter anderem den Menschen mit Anatomie und Krankheiten, die Gestirne und das Pflanzenreich in einem kosmischen Zusammenhang. Das 19. Buch enthält 23 Heilpflanzenbeschreibungen, die beinahe wörtlich von Isidor von Sevilla übernommen sind. Die handschriftliche Überlieferung erstreckt sich vom 9. bis zum 15. Jahrhundert und umfasst mehrere illustrierte Exemplare. Nachdem Hrabanus in die Auseinandersetzungen zwischen Ludwig dem Frommen und dessen Söhnen hineingezogen wird, tritt er von seinem Amt als Abt zurück und zieht sich als Gelehrter in die Propstei St. Peter auf dem Petersberg zurück.
- 843: Lothar I.: Im Vertrag von Verdun vom 10. August 843 behält Lothar außer der Kaiserwürde und Italien Burgund und die Länder zwischen Rhein, Maas und Schelde bis an die Nordsee mit den beiden Hauptstädten Rom und Aachen. Dieses Reich wird als Mittelreich bezeichnet. Der kleinere Teil Burgunds, die später Burgund genannte Region Frankreichs, ist seit 843 Teil des Westfrankenreiches.
- 843: Ebo: Beim Friedensschluss der Brüder im Vertrag von Verdun 843 erhält Ebo keine nennenswerte Unterstützung durch Lothar, er muss sich mit den Abteien Stablo in Belgien und Bobbio in Italien begnügen, mit denen ihn Lothar ausstattet, und seine frühere Machtposition als Erzbischof von Reims bleibt ihm verwehrt.
- 843: Otgar: 843 verliert Lothar nach seiner Niederlage in der Schlacht bei Fontenoy und nach der Reichsteilung im Vertrag von Verdun. Otgar gerät dadurch in eine schwierige Lage, weil das Bistum Mainz mit seinen linksrheinischen Gebietsteilen nun dem ostfränkischen Reich Ludwigs des Deutschen zugeschlagen wird, den Otgar an der Seite Lothars bekämpft hat. Otgar büßt seine bisherige Stellung bei Hofe ein; Ludwig der Deutsche entzieht ihm jedoch weder die Abtei Weißenburg noch das Bischofsamt.
- 844: Ebo: Im Juni 844 fordert Ebo in Rom von Papst Sergius II., der von 844 bis 847 regiert, die Rekonziliation und als äußeres Zeichen das Pallium, Sergius lehnt ab und gesteht ihm nur die Laienkommunion zu, kurz darauf fällt Ebo auch bei Lothar in Ungnade, weil er sich mit Verweis auf sein Alter weigert, als kaiserlicher Gesandter nach Konstantinopel zu gehen, er verliert seine beiden Abteien und eine von ihm gekaufte Besitzung in Italien, er findet diesmal Zuflucht bei König Ludwig dem Deutschen, und 844 oder 845 wird er zum Bischof von Hildesheim ernannt, vielleicht auf Fürsprache Ansgars von Bremen und Hrabans von Fulda und wohl mit stillschweigendem Einverständnis des Papstes.
- 844: Hrabanus Maurus Nach einer Aussöhnung und Aussprache des ehemaligen Abts Hrabanus Maurus mit Ludwig dem Deutschen in Rasdorf, einer Außenstelle des Klosters Fulda, kommt es um 844 zu einer Verständigung zwischen beiden.
- 844: Drogo: Kaiser Lothar I., dessen Onkel und Berater Drogo ist, sendet ihn nach Rom, um die Wahl von Papst Sergius II. zu überwachen. Postwendend ernennt ihn der Papst zum apostolischen Vikar für Gallien und Germanien. Als solcher präsidiert Drogo im Oktober auf der Synode von Yutz bei Diedenhofen.
- 845: Lothar I.: Um das Jahr 845 wird Karl geboren, der später König in Burgund ist und im Kloster St-Pierre-les-Nonnains, dem heutigen Lyon, stirbt.
- 845: Ebo: Am 18. April 845 wird Hinkmar, ein Parteigänger und enger Berater Karls des Kahlen, auf der Synode von Beauvais zum Erzbischof von Reims ernannt, die Sedisvakanz des Erzbistums ist damit beendet, im selben Zeitraum wird Ebo Bischof von Hildesheim und sucht weiterhin Anschluss dort, wo sich Aussicht auf persönlichen Vorteil bietet, er gibt die Hoffnung, nach Reims zurückzukehren, nicht auf, im Einvernehmen mit Ludwig dem Deutschen nimmt Lothar Ebos Ansprüche wieder auf, um Karl den Kahlen in Verlegenheit zu bringen, Papst Sergius II. genehmigt die Einberufung einer Synode nach Trier im Sommer 846, die die Rechtmäßigkeit der Wahl Hinkmars untersuchen soll. Erzebischof Hinkmar (Reims, 845–882)
- 846: Ebo: Im Sommer 846 tritt die Synode von Trier zusammen, die Rechtmäßigkeit der Wahl Hinkmars als Erzbischof von Reims soll untersucht werden, sie bleibt ohne Ergebnis, da Ebo sich dem unter westfränkischem Einfluss stehenden Gericht und der Aufforderung, persönlich zu erscheinen oder bevollmächtigte Vertreter zu entsenden, nicht fügt, ebenso verweigert er ein Erscheinen auf der Synode in Paris gegen Ende 846, diese untersagt ihm das Betreten des Reimser Sprengels und jegliche Verbindung mit dessen Angehörigen, bis er sich rechtsförmlich gestellt und sein endgültiges Urteil empfangen hat, spätere Gesuche an den Papst finden kein Gehör mehr, und eine Reise ins Westfrankenreich ist vergeblich. Nach 846 bleibt Ebo in Hildesheim Bischof, seine Rolle als „Schachfigur“ im Spiel der brüderlichen Rivalen Karl, Lothar und Ludwig dem Deutschen setzt sich fort, die wiederholten Versuche, seine Ansprüche auf Reims durchzusetzen, bleiben erfolglos, und die von ihm erteilten Weihen werden später von seinem Nachfolger in Hildesheim in Frage gestellt.
- 846: Hetti: Im Jahr 846 schenkt Hetto den Weiler Scindalasheim dem Abt Marcuardus der Abtei Prüm.
- 847: Hetti: Hetti stirbt am 27. Mai 847 in Trier. Hetto stirbt im Jahr 847 als Erzbischof von Trier, nachdem er das Amt seit 814 bekleidet. Nach seinem Tod folgt ihm sein Neffe Theutgaud als Erzbischof von Trier nach. Hetti wird in der Johanniskapelle der Euchariuskirche bei Trier bestattet. Erzbischof Theutgaud (847–868)
- 847: Otgar: 847 endet Otagrs Zeit als Erzbischof von Mainz. Zwischen 836 und 847 veranlasst Otgar in Höchst den Bau der Justinuskirche für die von Rom mitgebrachten Reliquien des heiligen Justin des Bekenners und gründet dort vermutlich ein Kloster. Am 21. April 847 stirbt Otgar von Mainz. Erzbischof Hrabanus Maurus (Mainz 847–856)
- 847: Erzbischof Hrabanus Maurus (Mainz, 847-856) Ludwig der Deutsche erhebt Hrabanus Maurus, der bereits 67 Jahre alt ist, zum Erzbischof von Mainz. Am 16. Juni tritt er das Amt als Oberhirte der größten Kirchenprovinz im ostfränkischen Reich an. Kurz nach seiner Amtsübernahme beruft er eine erste Synode in der Mainzer Abtei St. Alban ein. Bischöfe, Chorbischöfe und Äbte beraten dort über die Stärkung des Glaubens und der Disziplin. Die Prediger werden angehalten, dem einfachen Volk verständliche Predigten zu halten.
- 848: Lothar I.: Während Lothar zur Festigung seiner Macht in Aachen bleibt, verwüsten die Araber 848 seine italienischen Provinzen. Im selben Zeitraum plündern die Normannen die Küsten der Nordsee. Der hohe Klerus erringt eine selbstständige Stellung, und die großen Vasallen üben nach Lothars Vorbild Willkür und Gewaltherrschaft aus.
- 848: David von Lausanne: Im Jahr 848 unterstützt David Lothar bei der Befestigung Roms und nimmt im gleichen Jahr an einem Feldzug gegen Benevent teil.
- 849: Bischof Liutbert (Münster, 849–870) Liutbert setzt sich in Köln offenbar nicht durch und wird schließlich Bischof von Münster.
- 850: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius stirbt um 850 (nach anderen Quellen 841) wahrscheinlich in Metz.
- 850: Hrabanus Maurus lässt in Zell im Zellertal die Gebeine des Eremiten Philipp von Zell erheben und in der neu errichteten Salvatorkirche beisetzen. Er verfasst die überlieferten Altarinschriften; damit ist St. Philipp offiziell als Heiliger anerkannt.
- 850: David von Lausanne: Im Jahr 850 stirbt David; laut seiner Grabinschrift fällt er im Kampf gegen einen seiner Vasallen, den Herrn von Tegerfelden.; Hartmann ist sein Nachfolger.
- 851: Bischof Hartmannus (Lausanne, 851–878)
- 851: Lothar I.: Von 851 bis 860 ist Gisla Äbtissin von San Salvatore in Brescia.
- 851: Ebo: Am 20. März 851 stirbt Ebo in Hildesheim, sein Nachfolger in Hildesheim, der später heiliggesprochene Altfrid, hebt die von Ebo erteilten Weihen als ungültig auf, in Reims behauptet sich sein Feind Hinkmar in dem langwierigen Streit über die Rechtmäßigkeit der durch Ebo 840 und 841 vollzogenen Ordinationen, dieser Streit wird erst 867 endgültig beigelegt, und die Person Ebos bleibt in der kirchlichen und politischen Erinnerung als Erzbischof von Reims und Bischof von Hildesheim präsent. Bischof Altfrid (Hildesheim, 851–874)
- 853: Lothar I.: Im Jahr 853 wird Karlmann geboren.
- 854: Bischof Hungerus Frisus (Utrecht 854–866)
- 855: Lothar I.: Bereits schwer erkrankt teilt Lothar I. am 19. September 855 in der Teilung von Prüm sein Reich unter seine Söhne auf. Ludwig II., geboren um 825, erhält die Kaiserwürde und Italien. Karl von der Provence erhält die Provence und den zum Mittelreich gehörenden größeren Teil Burgunds. Lothar II. erhält den nach ihm benannten Nordteil des Reiches, Lotharingien. Nach seiner Abdankung zieht sich Lothar I. in die Abtei Prüm in der Eifel zurück. Wenige Tage später, am 29. September 855, stirbt er dort und wird in der Abtei Prüm bestattet.
- 855: Drogo: Drogo verunglückt am 8. Dezember, möglicherweise im November, tödlich und wird in der Abtei Sankt Arnulf in Metz beigesetzt.
- 856: Hrabanus Maurus stirbt am 4. Februar der Überlieferung nach in Winkel im Rheingau. Er wird im Stift St. Alban vor Mainz beigesetzt. Seine Amtszeit als Erzbischof von Mainz endet.
- 856: Drogo: Drogo verunglückt möglicherweise in diesem Jahr am 8. Dezember, möglicherweise im November, tödlich und wird in der Abtei Sankt Arnulf in Metz beigesetzt. Bischof Adventius (Metz, 858–875)
- 864: Überführung der Gebeine Rigoberts nach Reims.
- 872: Beisetzung der Gebeine Rigoberts in der Kirche Saint-Thierry zu Reims; Teile der Reliquien gelangen später nach Paris. Gedenktag: 4. Januar.
- 999: [https://de.wikipedia.org/wiki/Adalbero_II._(Basel) Bischof Adalbero II. (Basel, 999–1025)
- zuletzt 827
Grafschaft Aragón und Conflent
- 833: Je nach Quelle stirbt García Galíndez im Jahr 833 oder er zieht sich aus der Regierung zurück; in beiden Fällen folgt ihm sein Sohn Galindo Garcés. Graf Galindo Garcés (833?) * Fortsetzung 833
- 840: Graf Galindo Aznárez I. (nur Aragón 844–867)
- zuletzt 824
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
- 833: Galindo bringt 833 die Grafschaften Pallars und Ribagorza an sich.
- Fortsetzung 834
- 834: Ludwig der Fromme entzieht Galindo 834 wegen seiner Aneignung von Pallars und Ribagorza Urgell und Cerdanya. Graf Sunifred (Urgell und Cerdaña 834–848, Barcelona 844–848)
- 844: Nach dem kinderlosen Tod des Grafen Galindo Garcés, des Sohnes des Rivalen seines Vaters, darf Galindo 844 die Grafschaft Aragón übernehmen. Als Gegenleistung erkennt er die Oberherrschaft Pamplonas über die zuvor französische Grafschaft an. Galindo ist ab 844 Graf von Aragón.
- 867: Nach dem kinderlosen Tod des Grafen Galindo Garcés, des Sohnes des Rivalen seines Vaters, darf Galindo 844 die Grafschaft Aragón übernehmen. Als Gegenleistung erkennt er die Oberherrschaft Pamplonas über die zuvor französische Grafschaft an. Galindo ist ab 844 Graf von Aragón.Galindo Aznárez I. stirbt 867; seine Amtszeit als Graf von Aragón endet in diesem Jahr. Eine Urkunde von 867 erwähnt einen Schwiegersohn Galindos, „König Sancho“. Mehrere Gelehrte identifizieren diesen mit Sancho Garcés, dem jüngeren Sohn García Íñiguez’ von Pamplona. Sancho Garcés ist der Vater Aznar Sánchez’ von Larraun und Großvater der Königin Toda von Pamplona. Graf Aznar Galíndez II. (867–893)
- zuletzt 824
Grafschaft Nantes
- 831: Lamberts Zeit als Graf von Nantes endet. Graf Ricuin (831-841)
- Fortsetzung 841
Herzogtum Gascogne
- 831: Als sich bereits die Frage nach der künftigen Nachfolge Ludwigs des Frommen stellt, der 840 stirbt, revoltiert Aznar Sánchez gegen Pippin I. von Aquitanien und wechselt in das Gascogne südlich der Pyrenäen. Pippin, mit dem Erbfolgekrieg beschäftigt, reagiert nicht.
- Fortsetzung 836
- 836: Nach den Annales de Saint-Bertin stirbt Aznar Sánchez unter schrecklichen Umständen, ohne dass diese näher beschrieben werden. Ihm folgt sein Bruder Sanche. Herzog Sancho II. Sánchez (836-852)
- zuletzt 823
Grafschaft Toulouse
- 831: Im Jahr 831 ist Berengar von Toulouse Berater Pippins I. von Aquitanien und rät diesem davon ab, sich mit seinem Bruder Lothar gegen ihren Vater, Kaiser Ludwig den Frommen, zu erheben, während Pippin I. dennoch auf Bernhard von Septimanien hört, der ihn zu dem Aufstand ermuntert.
- Fortsetzung 832
- 832: Im Jahr 832 zwingen fortwährende Siege der kaiserlichen Truppen Pippin I. von Aquitanien und Bernhard von Septimanien, vor Kaiser Ludwig den Frommen zu erscheinen; Pippin wird abgesetzt und nach Trier verbannt, sein Land wird Karl II. dem Kahlen übertragen, Bernhard wird der Untreue beschuldigt und verliert seine gesamten Besitzungen in Septimanien an Berengar von Toulouse, der nun den alten Grafentitel von Toulouse mit dem von Septimanien beziehungsweise Narbonne verbindet und zugleich als Herzog und Markgraf von Septimanien sowie Graf von Barcelona von 832 bis 835 fungiert.
- 833: Im Jahr 833 verliert Berengar von Toulouse seine Grafschaften Pallars und Ribagorça an Aznar I. Galíndez, Graf von Urgell und Cerdanya, sodass diese Gebiete aus seinem Herrschaftsbereich ausscheiden und an Aznar I. übergehen.
- 834: Im Jahr 834 versöhnt sich Pippin I. von Aquitanien mit Kaiser Ludwig dem Frommen und besiegt seinen Bruder Lothar, und Bernhard von Septimanien, der Pippin in diesem Zusammenhang unterstützt, beansprucht nun seine ehemaligen Titel als Belohnung für diese Unterstützung.
- 835: Im Jahr 835 lädt Kaiser Ludwig der Fromme Berengar von Toulouse und Bernhard von Septimanien ein, um eine Entscheidung über die Besitzungen in Septimanien und Gothien zu treffen; auf der Reise verstirbt Berengar unerwartet, sodass die dortigen Grafschaften an Bernhard fallen, und zugleich endet im Jahr 835 seine Amtszeit als Graf oder Herzog von Toulouse sowie als Herzog und Markgraf von Septimanien und Graf von Barcelona, während Berengar in diesem Jahr stirbt. Graf Bernhard (Toulouse 835–844)
- Grafen von Toulouse
- Zuletzt 816
Sachsen
Bremen (53° 04′ N) Verden (Aller) (52° 55′ N) Minden (52° 17′ N) Osnabrück (52° 16′ N) Hildesheim (52° 9′ N) Münster (51° 57′ N) Halberstadt (51° 54′ N) Paderborn (51° 43′ N mit Kloster Corvey
- Bischof Hardward (Minden, 813–853)
- Bischof Meginhard (Osnabrück, 805–829)
- Bischof Gunthar (Hildesheim, um 815-835)
- Bischof Gerfried (Münster, 809–839)
Gerfried übernimmt nach dem Tod seines Vorgängers Hildegrim I. die Leitung des Klosters Werden. - Bischof Thiatgrim (Halberstadt)
Thiatgrim, auch Dietgrim, ist der erste Bischof von Halberstadt. Er ist ein Neffe Liudgers - Bischof Badurad (Paderborn, 815–862)
- Fortsetzung 829
- 829: Meginhard: Am 7. September 829 findet Meginhard seine erste Erwähnung in einer gefälschten Urkunde (sogenannte Zehntbestätigung), die angeblich von Ludwig dem Frommen ausgestellt worden ist. Bischof Goswin (Osnabrück, 829–845)
- 829: Thiatgrim: Im Jahr 829 wird Thiatgrim in den Akten der Synode von Mainz ohne Zusatz des Diözesannamens als Bischof erwähnt. Datierungen weisen auf eine gemeinsame Leitung des Werdener Klosters mit Bischof Gerfried hin.
- Fortsetzung 830
- 830: Erkanbert Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni in Minden.
- 834: Gunthar: In den Jahren 834/835 nimmt man an, dass Rembert als Nachfolger Gunthars auf den Bischofsstuhl von Hildesheim kommt, was im Text als Annahme formuliert wird und damit die ungefähre Begrenzung der Amtszeit Gunthars als Bischof von Hildesheim auf die Zeit vor 834/835 stützt, ohne jedoch eine exakte Jahresangabe zu seinem Ausscheiden aus dem Amt zu machen. Bischor Rembert (Hildesheim, 834/835–844)
- 836: Gerfried: Im Jahr 836 nimmt Gerfried zusammen mit 36 anderen Bischöfen an einem von Kaiser Ludwig dem Frommen in Aachen einberufenen Reformkonzil teil.
- 839: Gerfried: Am 12. September 839 stirbt Gerfried in Münster. Nach seinem Tod werden seine sterblichen Überreste in der Krypta des Klosters Werden beigesetzt. Bischof Altfried (Münster, 839–849)
- 839: Thiatgrim: Im Jahr 839 ist Thiatgrim Abt von Werden und Helmstedt. Er ist der vierte Abt der Klöster Werden und Helmstedt. Gerfried ist sein Vorgänger in diesem Amt gewesen.
- 848: Thiatgrim: Im Jahr 840 stirbt Thiatgrim am 8. Februar und wird in der Liudgeridenkrypta im Kloster Werden beigesetzt. Nach dem deutschen Caritaskalender wird sein Namenstag am 8. Februar gefeiert. Haimo folgt ihm als Bischof von Halberstadt nach, Altfried folgt ihm als Abt von Werden und Helmstedt nach. Bischof Haymo (Halberstadt, 840–853)
- 853: Hardward stirbt am 16. September 853 in Minden; später wird er – ebenso wie sein Gehilfe, Diakon Meimelph, – als Heiliger verehrt. Der Gedenktag des Bischofs ist der 13. April.
- zuletzt 827
Baiern
Reihenfolge der Städte: Regensburg, Bayern, Oberpfalz (49° 01′ N) Eichstätt, Bayern, Oberbayern (48° 53′ N) Freising, Bayern, Oberbayern (48° 24′ N) Passau, Bayern, Niederbayern (48° 34′ N) Augsburg, Bayern, Schwaben (48° 22′ N)
- Erzbischof Adalram (Salzburg, 821–836)
- Bischof Baturich (Regensburg, 817–847)
- Bischof Adalung (Eichstätt, 822–837)
- Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
- Bischof Reginhar (Passau, 817–838)
- 828: Hitto: Im Jahr 828 ist Kloster Schäftlarn erneut im Zusammenhang mit der bischöflichen Oberherrschaft Hittos über Eigenklöster bezeugt. Hitto festigt damit seine Stellung gegenüber den adligen Eigenklöstern weiter.
- 828: Adalram: Unter Adalram kann in Neutra 828 die erste Kirche der heutigen Slowakei geweiht werden.
- 828: Adalung: Am 20. August 828 ist Adalung in einem fragmentarisch erhaltenen Diplom nachweisbar, das Kaiser Ludwig der Fromme ausstellt. Er ist außerdem auf einzelnen Synoden im Reich nachweisbar.
- Fortsetzung 829
- 829: Reginhar: Im Jahr 829 wird unter Reginhar die Grenze zum Erzbistum Salzburg an Raab und Spratzbach neu festgelegt.
- 830: Hitto: Um das Jahr 830 gründet Hitto das Kloster Weihenstephan. Diese Gründung erfolgt in seiner Funktion als Bischof von Freising und steht im Kontext seiner Tätigkeit im Bistum.
- 832: Baturich: Am 6. Oktober 832 erhält Baturich von König Ludwig dem Deutschen den Ort Herilungoburc, vermutlich Pöchlarn, samt dem umliegenden Gebiet in der Awarenmark zum Geschenk, Pöchlarn gehört in der Folge bis 1803 dem Bistum Regensburg.
- 833: Baturich: Im Jahr 833 wird Baturich von König Ludwig dem Deutschen zu seinem ersten Erzkaplan bestellt, der König residiert häufig in Regensburg.
- 833: Reginhar: Im Jahr 833 erhält das Bistum unter Reginhar Schenkungen im „Awarenland“ (Bayerische Ostmark) durch König Ludwig den Deutschen.
- 833: Adalram: Als Pribina vom Mährerfürst Mojmir I. verbannt wird, kann Adalram den Geflüchteten 833 in Traismauer taufen.
- 834: Hitto: Im Jahr 834 unternimmt Hitto eine Romwallfahrt. Nach einer alten Tradition erhält er bei dieser Romwallfahrt von Papst Gregor IV. die Reliquien des heiligen Justin. Er bringt diese Reliquien nach Freising.
- 834: Baturich: Im Jahr 834 erhält Baturich vom Traungauer Grafen Wilhelm und dessen Gattin Engilrada deren Besitzungen bei Perschling im Tausch gegen seine Besitzungen zu Eskinuta und Vuesin.
- 835: Hitto: Im Jahr 835 endet seine Amtszeit als Bischof von Freising. Hitto stirbt 835 und wird in Freising in der Domkrypta begraben. Sein Sarkophag ist erhalten. Nach seinem Tod folgt ihm sein Neffe Erchanbert im Amt des Bischofs von Freising nach. Bischof Erchanbert (Freising, 835/836–854)
- 836: Reginhar: Im Jahr 836 erhält das Bistum unter Reginhar weitere Schenkungen im „Awarenland“ (Bayerische Ostmark) durch König Ludwig den Deutschen.
- 836: Adalram: Adalram stirbt am 4. Januar 836 in Salzburg. Erzbischof Liupram (Salzburg, 836–859)
- 837: Baturich: Im Jahr 837 geht das Kloster Mondsee in den Besitz von Baturich über, dazu trägt die Gattin des Königs Hemma bei, sie veranlasst König Ludwig den Deutschen, das Frauenkloster Obermünster, dessen Äbtissin die Königin wird, im Gegenzug zu Mondsee zu erwerben.
- 837: Adalung: Adalungs Amtszeit als Bischof von Eichstätt endet nach der Angabe mit Unsicherheitszeichen im Jahr 837. Er stirbt unsicher am 25. Juli 837. Bischof Altwin (Eichstätt, 837–847)
- 838: Reginhar: Im Jahr 838 stirbt Reginhar, der 9. Bischof von Passau; erst nach zwei Jahren wird der Nachfolger ernannt
- 840: Bischof Hartwig (Passau, 840–866)
- 844: Baturich: Im Jahr 844 tauft Baturich vierzehn böhmische Fürsten, diese kommen eigens nach Regensburg, er erhält den Auftrag, die Bewohner Böhmens in der christlichen Religion zu unterweisen, ebenfalls im Jahr 844 setzt er sich für seinen ehemaligen Schreiber Dominicus ein, worauf dieser von König Ludwig dem Deutschen Güter zu Brunnaron in der Grafschaft Steinamanger zur Kolonisation überlassen bekommt und als christlicher Missionar im Plattensee-Fürstentum wirkt.
- 847: Baturich: Im Jahr 847 endet die Amtszeit Baturichs als Bischof von Regensburg mit seinem Tod am 12. Januar, er ist von 817 bis zu diesem Datum Bischof von Regensburg und gilt von 739 ab gerechnet als fünfter Bischof von Regensburg. Bischof Erchanfried (Regensburg, 847–864)
- 861: Bischof Witgar (Augsburg, 861–887)
- 862: Badurad: Im Jahr 862 stirbt Badurad am 17. September in Paderborn im 48. Jahr seines Pontifikats und beendet damit seine lange Amtszeit als Bischof. Nach seinem Tod wird Badurad vermutlich im Paderborner Dom beerdigt, der als Kathedralkirche des Bistums Paderborn im Zentrum der Stadt liegt. Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts wird Badurad als Heiliger verehrt und erhält damit eine kultische Bedeutung über seine historische Bischofstätigkeit hinaus. Diese Verehrung als Heiliger setzt sich innerhalb des kirchlichen Rahmens des Erzbistums Paderborn fort und knüpft an seine frühere Rolle als Bischof an. Bischof Luithard (Paderborn, 862–887)
- zuletzt 825
Herzogtum Mailand
- 833: Angilbert rät dem König von Italien, Lothar I., zur Rebellion gegen die kaiserliche Regierung.
- 837: Angilbert vermittelt zwischen Lothar I. und Ludwig dem Frommen.
- 842: Angilbert hilft Rampert, dem Bischof von Brescia, bei der Gründung des Klosters der Heiligen Faustinus und Jovita. Er lässt den Abt Leudgar und den Mönch Ildemar aus Frankreich kommen und schickt sie Rampert. Anschliessend bestätigt er die Gründung auf einer Provinzsynode.
- 844: Nachdem Lothar den Kaisertitel erlangt hat, wird Angilbert für seine Kirchenprovinz zum missus dominicus ernannt. Er beruft fränkische Geistliche nach Mailand, die sich mit der Reform von Klöstern und mit kultureller Förderung befassen.
- 850: Angilbert kehrt im April zur Kaiserkrönung Ludwigs II. nach Rom zurück. Im selben Jahr nimmt er an einer reformierenden Synode in Pavia teil. Dort wird eine von Ludwig II. angeregte Untersuchung über die Lage des Klerus und der Bevölkerung sowie über das Verhältnis zwischen kirchlichen und königlichen Institutionen bekannt gemacht.
- 857: Angilbert unterstützt die Sache Ansperts beim Kaiser, als Anspert noch ein einfacher Diakon ist. Anspert wird später sein Nachfolger.
- 859: Im Mai wird Angilbert erneut für seine Kirchenprovinz zum missus dominicus ernannt. Er stirbt am 13. Dezember in Mailand und wird in der Basilika San Nazaro in Brolo beigesetzt.
- Liste der Erzbischöfe für deutsche Schreibweise
- zuletzt 824
Markgrafschaft Friaul
- Markgraf Balderich (819–828)
Im Sommer wird Balderich vom Einfall der Bulgaren in Pannonien überrascht, als Omurtags Truppen die Donau hinauf segeln und Südost-Pannonien wieder unter bulgarische Kontrolle bringen. - Fortsetzung 828
- 828: Auf einer Reichsversammlung in Aachen im Februar verfügt Ludwig der Fromme daraufhin Balderichs Absetzung und den Entzug seiner Lehen. Ebenso ergeht es den Grafen Matfried von Orleans und Hugo von Tours, denen Versagen in Spanien vorgeworfen wird. Balderichs große Mark wird in vier Grafschaften aufgeteilt: Friaul mit Istrien, Karantanien, Krain mit Liburnien (fränkisches Kroatien) und Savien. Von ihm selbst ist danach nichts mehr zu hören. Markgraf Unroch II. (828/829-846)
- Fortsetzung 830
- 830: Hunfrid
Um 830 stirbt der ehemalige Herzog von Friaul, Hunfried. - zuletzt 827
Markgrafschaft Toskana
- 828: Markgraf Bonifatius II. von Lucca (828–834)
- Fortsetzung 834
- Liste der Markgrafen für deutsche Namen
- zuletzt 823
SPANIEN
Asturien
- 830: Alfons: Um 830 wird in Compostela der Fund der Grabstätte des Apostels Santiago überliefert. Dieser Vorgang macht den Ort zu einem wichtigen Zentrum der Wallfahrt.
- Fortsetzung 842
- 842: Alfons: Alfons stirbt 842. Nach seinem Tod wird sein Leichnam im Pantheon der Könige der Kirche Nuestra Señora del Rey Casto in Oviedo beigesetzt. König Ramiro I. (842–850)
- zuletzt 816
Navarra
- 840: Die Ländereien Íñigos werden von Abd Allah ibn Kulayb, dem Statthalter von Saragossa, angegriffen. Íñigos Halbbruder Musa ibn Musa beginnt daraufhin einen Aufstand. Íñigos Sohn García handelt gemeinsam mit Íñigos kriegerischem Bruder Fortún Íñiguez als Regent; Fortún ist ebenfalls ein Halbbruder Musas. Sie schließen sich Musa im Aufstand gegen das Emirat von Córdoba an. Abd ar-Rahman II., der Emir von Córdoba, beginnt in den folgenden Jahren Vergeltungsfeldzüge.
- Fortsetzung 842
- 842: Ein Dokument im Archiv des Klosters Leyre besagt, dass Íñigo der Abtei Leyre die Stadt und Ländereien von Yesa schenkt. Die Echtheit des Dokuments, das diese Schenkung festhält, wird angezweifelt.
- 843: In einer Schlacht wird Fortún Íñiguez getötet. Musa wird aus dem Sattel gehoben und zur Flucht zu Fuß gezwungen. Íñigo und sein Sohn Galindo entkommen verwundet. Mehrere Adlige, besonders Velasco Garcés, laufen zu Abd ar-Rahman über.
- 845: Nach einem kurzen Feldzug wird ein allgemeiner Frieden mit den Mauren erreicht.
- 848: Der cordobesische Priester Eulogius muss sich in Navarra aufhalten. In einem Brief an Wiliesind bezeichnet er den baskischen Anführer als christicola princeps und nennt drei unweit von Pamplona gelegene Klöster: Siresa, Sankt Zacharias und Leyre.
- 850: Musa erhebt sich erneut offen gegen das Emirat und erhält Unterstützung aus Pamplona. Gesandte von Induo, der für Íñigo gehalten wird, und Mitio, die als „Herzöge der Navarresen“ bezeichnet werden, werden am fränkischen Hof empfangen.
- 851: Íñigo stirbt im muslimischen Jahr 237 nach der Hidschra, das in das späte Jahr 851 oder frühe Jahr 852 fällt. Sein Sohn García Íñiguez folgt ihm nach; García regiert das Königreich bereits während der langen Krankheit seines Vaters. Íñigo wird nach seinem Tod im Kloster Leyre begraben. König García Íñiguez (851/852–882)
- zuletzt 824
Grafschaft Barcelona
- Graf Bernhard von Septimanien (1. Amtszeit 626-832)
Die Truppen Abd ar-Rahmans II. unter dessen General Ubayd Allah, auch Abu Marwan genannt, besetzen das gesamte Gebiet der Grafschaft Barcelona. Zuvor wendet sich Aysun an den Emir von Córdoba und schickt seinen Bruder mit einem Hilfeersuchen zu Abd ar-Rahman II. Die Truppen belagern Barcelona und plündern das Umland. Da sie Barcelona nicht einnehmen können, belagern sie danach ebenfalls erfolglos Girona. Theoderich, Bernhards Bruder und Graf von Autun, stirbt um 827. Ludwig der Fromme erfährt von der maurischen Besetzung und beauftragt seinen Sohn Pippin I., König von Aquitanien, sowie die Grafen Hugo von Tours und Matfried von Orléans, Truppen aufzustellen. Die Rekrutierung erfolgt zögerlich, sodass sich die maurischen Truppen bereits auf dem Rückzug befinden, als die Armee aufgestellt ist. Die Rebellen verlassen das Land mit den maurischen Truppen. Es wird angenommen, dass Aysun und Guillemó in Córdoba zu Tode kommen. - Fortsetzung 828
- 828: Im Jahr 828 verlieren Hugo von Tours und Matfried von Orléans ihre Grafschaften, weil ihnen wegen ihres verspäteten Eingreifens die Tatsache angelastet wird, dass die von Barcelona abhängige Grafschaft Osona für ein halbes Jahrhundert entvölkert bleibt. Bernhards Bruder Gauzhelm erhält die Grafschaften Rasès und Conflent. Im Frühjahr stirbt Graf Leibulf von Narbonne. Seine ausgedehnten Ländereien Narbonne, Béziers, Agde, Melguelh, Nîmes und möglicherweise auch Uzès werden Bernhard übertragen. Bernhard ist seither als Herzog von Septimanien oder einfach als Bernhard von Septimanien bekannt. Von 828 bis 832 ist er Herzog von Septimanien und Gothien sowie Graf von Narbonne, Béziers, Agde, Melguelh, Nîmes und möglicherweise von Uzès und Lodève.
- Fortsetzung 829
- 829: Im August 829 beabsichtigt Kaiser Ludwig der Fromme, seinen Sohn Lothar als König von Italien nach Pavia zu schicken. Um ihn zu ersetzen, beruft er auf Betreiben der Kaiserin Judith Bernhard als Kämmerer an den Hof und überträgt ihm die Erziehung seines Sohnes Karl, der später als Karl der Kahle bekannt ist. Bernhard vertraut die Verwaltung seiner Grafschaften seinem Bruder Gauzelm an, der deshalb auch Markgraf genannt wird. Bernhard schafft sich nach kurzer Zeit am Hof viele Feinde. Diese verbreiten das Gerücht einer Beziehung Bernhards mit Kaiserin Judith. Die drei älteren Söhne des Kaisers stehen in offener Gegnerschaft zu Bernhard und benutzen den Vorwurf des Ehebruchs, um die Legitimität ihres Halbbruders Karl anzuzweifeln. Bernhard reinigt sich durch Eid vom Vorwurf des Ehebruchs, sieht jedoch seine Sicherheit ernsthaft gefährdet, verlässt den Hof Ludwigs und kehrt zu seinen Besitzungen in Septimanien und Gothien zurück. Sein Bruder Heribert von Vivarais, der am Hof bleibt, wird geblendet und nach Italien verbannt.
- 830: Im Oktober 830 kann Kaiser Ludwig der Fromme seine Macht wieder festigen, nachdem Lothar in den Auseinandersetzungen unter den karolingischen Erben zunächst über seinen Vater triumphiert hat. Bernhard ist bis 830 Graf von Autun.
- 831: Im Februar 831 stimmt Kaiser Ludwig der Fromme auf der Reichsversammlung von Nimwegen einer Teilung des Reiches zu. Gothien soll nach Ludwigs Tod an Karl den Kahlen fallen. Bernhard versucht daraufhin eine Aussöhnung mit Judith und Karl dem Kahlen. Angesichts der früheren Ereignisse sind Judith und Karl jedoch nicht bereit, die Beziehungen mit dem Grafen zu erneuern. Auch in einem persönlichen Gespräch mit dem Kaiser kann Bernhard seine frühere Stellung bei Hof nicht wiedererlangen. Bernhard beschließt, die Seiten zu wechseln. Im November 831 rebelliert Pippin I. von Aquitanien gegen seinen Vater, Kaiser Ludwig den Frommen. Berengar von Toulouse, Pippins Berater, rät ihm davon ab, während Bernhard Pippin in seiner Entscheidung zur Rebellion bestärkt.
- 832: Anfang 832 beginnt Kaiser Ludwig der Fromme einen Feldzug gegen seinen aufständischen Sohn Pippin I. von Aquitanien. Berengar von Toulouse, der dem Kaiser loyal bleibt, dringt in die Besitzungen Bernhards ein. Im Oktober zwingen fortwährende Siege der kaiserlichen Truppen Pippin und Bernhard, vor dem Kaiser zu erscheinen. Pippin wird abgesetzt und nach Trier verbannt; sein Reich wird Karl dem Kahlen übertragen. Bernhard wird der Untreue beschuldigt und verliert seine gesamten Besitzungen in Septimanien und Gothien an Berengar. Berengar verbindet nun den alten Grafentitel von Toulouse mit demjenigen von Septimanien und Narbonne. Bernhards erste Herrschaft als Graf von Barcelona und Girona, die 826 begonnen hat, endet 832. Seine erste Herrschaft als Herzog von Septimanien und Gothien sowie als Graf von Narbonne, Béziers, Agde, Melguelh, Nîmes und möglicherweise von Uzès und Lodève endet ebenfalls 832. Graf Berengar von Toulouse (832–835)
- 833: Im Jahr 833 verzichtet Gauzhelm auf Vermittlung des Abtes Angenis von Fontanelle auch auf die Grafschaft Ampurias. Er zieht sich gemeinsam mit seinem Hauptmann Sanila auf seine Familienbesitzungen in Burgund zurück.
- 834: Im Jahr 834 werden Gauzhelm und sein Hauptmann Sanila nach einem Angriff Lothars auf das von ihnen verteidigte Chalon-sur-Saône hingerichtet. Dabei wird auch Gerberga, die Nonne und Schwester Bernhards und Gauzhelms, ermordet. In der Schlacht, in der Lothar geschlagen wird, kämpfen Bernhard und Gauzhelm erneut auf der Seite Pippins I. Unter Hinweis auf den geleisteten hohen Blutzoll fordert Bernhard die Rückgabe seiner Ländereien. Berengar besitzt diese jedoch rechtmäßig und hat ebenfalls einen hohen Blutzoll geleistet. Kaiser Ludwig der Fromme zögert daher zunächst. Gauzhelm und Gerberga sterben 834.
- 835: Graf Bernhard von Septimanien (Barcelona, Girona und Toulouse 2. Amstzeit 835–844)Im Juni 835 ruft Kaiser Ludwig der Fromme Bernhard und Berengar zu einem Treffen in Crémieu bei Lyon, um ihnen seine Entscheidung mitzuteilen. Auf der Anreise stirbt Berengar jedoch unerwartet. Nachdem keine Hindernisse mehr vorliegen, gibt der Kaiser Septimanien, Gothien und Toulouse an Bernhard zurück. Vom gesamten Gebiet, das Berengar beherrscht hat, fehlen lediglich Ampurias und Roussillon, die bereits an die Grafen Sunyer I. von Ampurias und Alarich übertragen worden sind, sowie Pallars und Ribagorça. Diese beiden Gebiete sind zwei Jahre zuvor durch den Usurpator Aznar I. Galíndez, Graf von Urgell und Cerdanya, von der Grafschaft Toulouse abgetrennt worden. Nach dessen Vertreibung werden sie Sunifred I., dem Bruder des Grafen Oliba I. von Carcassonne, übertragen. Von 835 bis 843 ist Bernhard Graf von Roussillon. Von 835 bis 844 ist er erneut Graf von Barcelona und Girona, Herzog von Septimanien und Gothien, Graf von Narbonne, Béziers, Agde, Melgueil, Nîmes sowie möglicherweise von Uzès und Lodève und Graf von Toulouse. Bernhard herrscht in seinen wiedergewonnenen Besitzungen erneut despotisch und missachtet die Wünsche der ursprünglich gotischen Bevölkerung, die zuvor Berà und später Berengar unterstützt hat.
- 837: Von 837 bis 844 ist Bernhard von Septimanien Graf von Carcassonne.
- 838: Im Jahr 838 herrscht Bernhard in seinen wiedergewonnenen Besitzungen erneut despotisch und missachtet die Wünsche der ursprünglich gotischen Bevölkerung, die zuvor Berà und später Berengar unterstützt hat. In der Reichsversammlung von Quierzy im September 838 werden Dutzende Beschwerden gegen Bernhard vorgebracht.
- 841: Ab dem Jahr 841 ist Bernhard wegen der verschiedenen Kriege im Kaiserreich überwiegend unterwegs. Die Grafschaften werden durch Stellvertreter verwaltet. Am 25. Juni 841 schlagen Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche in der Schlacht von Fontenoy ihren Bruder Lothar, dem es jedoch noch gelingt, sich mit seiner Armee in den Süden zurückzuziehen. Bernhard hält sich im Umfeld des Schlachtfeldes auf und wartet das Ergebnis ab. Danach schickt er seinen Sohn Wilhelm von Septimanien zu Karl dem Kahlen, um ihm seine Ehrerbietung zu zeigen und das Versprechen seines Vaters zu übermitteln, dass dieser Pippin II. von Aquitanien zum Rücktritt drängen werde. Dieses Versprechen hat Bernhard nie vor zu erfüllen. Pippin II. hat die Nachfolge seines im Jahr 838 verstorbenen Vaters Pippin I. angetreten.
- 842: Während eines Feldzuges in Aquitanien im Juli 842 beschließt Karl der Kahle, Bernhard zu bestrafen und die Grafschaft Toulouse an den Grafen Acfred zu übertragen. Bernhard weigert sich, diese Entscheidung zu akzeptieren, und rebelliert offen. Er verbündet sich mit Pippin II. Außerdem führt Graf Warin von Burgund im Jahr 842 den Feldzug in Aquitanien an und kämpft danach in Septimanien.
- 843: Im Jahr 843 vertreibt Bernhard gemeinsam mit Pippin II. Acfred aus Toulouse. Verschiedene äußere Umstände, darunter die Invasion der Normannen und der Aufstand der Bretonen, erzwingen die Einstellung der innerfränkischen Bürgerkriege. Im August 843 wird das Reich, wie von Kaiserin Judith angestrebt, aufgeteilt. Nach dem Vertrag von Verdun behält Karl der Kahle Gothien und Septimanien mit Ausnahme der Grafschaft Uzès, in der Bernhard Familiengüter besitzt. Uzès fällt an Lothar. Die Grafschaft Autun, die Bernhards Sohn Wilhelm beansprucht, wird Graf Warin von Burgund übertragen, einem Rivalen Bernhards.
- 844: Im Jahr 844 kehrt Karl der Kahle nach Aquitanien zurück, um Pippin II. zum Rücktritt zu zwingen und Toulouse zu erobern. Bernhard von Septimanien wird offenbar durch Zufall von den kaiserlichen Truppen gefangen genommen, möglicherweise beim Angriff auf Toulouse. Im Mai 844 wird Bernhard Karl dem Kahlen vorgeführt, der ihn daraufhin enthaupten lässt. Einen Monat später, am 14. Juni 844, bringen Bernhards Sohn Wilhelm und Pippin II. Karl dem Kahlen in Angoumois eine schwere Niederlage bei. Die Anhänger Bernhards von Septimanien sind damit noch nicht endgültig besiegt.
- 844: Bera Der ehemalige Graf Bera stirbt in Rouen.
- zuletzt 827
ITALIEN
Republik Venedig
- Doge Agnello Particiaco (810–827)
Um 827 stirbt Agnello. Er wird in S. Ilario bei Fusina beigesetzt. Im gleichen Jahr beginnt die Invasion der muslimischen Aghlabiden auf Sizilien. Nach seinem Tod bleibt Iustinianus als einziger amtierender Doge. - Doge Giustiniano Particiaco (827–829)
Giustiniano Particiaco, in zeitnahen Quellen Iustinianus und später auch Çustinian genannt, heißt in der frühen Neuzeit auch Partecipazio oder Participazio. Nach der historiographischen Tradition Venedigs gilt er als elfter Doge. Zunächst regiert er als Mitherrscher seines Vaters Agnellus, anschließend allein. Er ist ein sehr wohlhabender Kaufmann und unterhält, wie sein Testament belegt, eine Flotte von Handelsgaleeren. Zugleich besitzt er umfangreiche Güter wie die Grundherren des Festlands. Auf diesen Gütern werden Vieh gezüchtet, Getreide angebaut und Gartenwirtschaft betrieben; zahlreiche Knechte und Mägde, wohl Hörige, stehen ihm dabei zur Verfügung. Er ist bereits in vorgerücktem Alter, als er seinem Vater Agnellus im Dogenamt folgt. Seine Ehefrau Felicitas setzt er in seinem Testament als Nachlassverwalterin und Erbin ein; sie soll außerdem für eine geeignete Stätte für die Reliquien des heiligen Markus sorgen. Die Familie Particiaco, in der Historiographie vielfach Partecipazio genannt, gehört in der Frühzeit der Republik Venedig zu den tribunizischen Familien der Stadt. Diese Familien bekleiden hohe politische oder militärische Ämter im Osten Venetiens und machen das Amt des Tribunen erblich. Zusammen mit den Candiano und den Orseolo stellt die Familie Particiaco die meisten Dogen Venedigs. Der Dogensitz wird von Metamaucum nach Rivo Alto, der Insel Rialto und Keimzelle der späteren Stadt Venedig, verlegt; Giustiniano bestätigt ihn nach seinem Amtsantritt. Vom Dogenkastell an der Stelle des heutigen Dogenpalastes sind keine Spuren erhalten. Unter Agnellus werden durch den Friedensvertrag von Aachen zwischen Byzanz, wie man später das Oströmische Reich nennt, und dem Frankenreich die Grenzen Venedigs festgelegt. Benachbarte Gebiete werden als privilegierte Absatzgebiete für den venezianischen Handel bestimmt. Venedig bleibt pro forma von Byzanz abhängig, während der Vertrag de facto den Prozess einer Loslösung verstärkt. Die Abgrenzung zum Frankenreich bleibt jedoch mit Blick auf die Kirchenprovinzen unklar. Eine Synode der Bischöfe des Regnum Italicum erkennt in Mantua die Suprematie des Patriarchen von Aquileia über den Patriarchen von Grado an. Die Residenz des Patriarchen von Grado liegt inzwischen in der Lagune von Grado und damit auf venezianischem Gebiet. Dadurch wird die gesamte kirchliche Organisation in den Lagunen von Venedig und Grado Maxentius von Aquileia unterstellt. Grado besitzt praktisch nur noch Suffraganbistümer im Bereich des Dukats Venedig und wird beinahe mit diesem identisch, nachdem die Bistümer auf Istrien wieder Aquileia unterstellt werden. Marco Pozza nimmt an, dass diese für Venedig bedrohliche Konstruktion der Auslöser dafür ist, dass Venezianer die Reliquien eines bedeutenden Heiligen rauben und nach Venedig bringen. Nach der Überlieferung stehlen zwei venezianische Kaufleute oder Tribunen, Buono di Malamocco und Rustico di Torcello, möglicherweise auf Initiative des Dogen, die Gebeine des heiligen Markus im ägyptischen Alexandria. Sie verstecken sie unter gepökeltem Schweinefleisch, schmuggeln sie außer Landes und bringen sie mit dem Schiff nach Venedig. Der Doge beschließt den Bau einer angemessenen Ruhestätte für den Evangelisten, damit die Reliquien dort verehrt werden können. Die Überlieferung berichtet von einer Vision des Evangelisten, der bei einer Reise nach Venedig von einem Engel mit dem Spruch „Pax tibi, Marce, Evangelista meus“ begrüßt worden ist und dem prophezeit worden ist, dass er einst in Venedig begraben und besonders verehrt wird. Ab dieser Zeit nennt sich Venedig Republik des Heiligen Markus. Markus löst den heiligen Theodor als Schutzheiligen ab, ohne ihn vollständig zu verdrängen. Der Markuslöwe mit aufgeschlagenem Buch und dem Zitat aus der Markusvision wird zum Wappentier der Republik. Der Doge setzt sich im Kampf mit dem Patriarchen von Grado um weltliche und geistliche Vorherrschaft mit dem Apostelgrab in seiner Dogenkapelle, der Basilica di San Marco, durch. Dies betrifft auch den Patriarchen von Aquileia, denn die Vorherrschaft des Bischofs von Rom ist zu dieser Zeit noch keineswegs durchgesetzt. Marcus hat der Legende nach in Aquileia gewirkt, ist nun aber physisch in Venedig anwesend. Die Familie besitzt Güter im Dukat Venedig, auf Rialto, in Iesolo, Torcello und Cittanova, auf den Lidi und auf zahlreichen Inseln. Sie besitzt außerdem Ländereien im karolingischen Treviso und um Pola auf Istrien. Ein bedeutender Teil des Vermögens liegt im Handel sowie in kirchlichen Stiftungen, darunter Sant’Ilario, San Zaccaria und San Marco, das sich noch im Bau befindet. Der erbenlose Doge versucht am Ende seines Lebens, das Einvernehmen mit seinem Bruder Iohannes wiederherzustellen. Er ruft ihn aus Konstantinopel zurück, erhebt ihn nach dessen Rückkehr zum Mitdogen und macht ihn auf diese Weise zu seinem Nachfolger. Die Machtübergabe verläuft gewalttätig. Im Chronicon Altinate oder Chronicon Venetum erscheint der Doge unter dem Namen „Iustinianus Particiacus dux ducavit ann. 2 et mens. 2“; er ist demnach zwei Jahre und zwei Monate im Amt. Für das Venedig zur Zeit des Dogen Andrea Dandolo besitzt die Deutung der Herrschaft des Agnellus Particiacus, seiner Söhne Iustinianus und Iohannes sowie seines Enkels Agnellus hohe symbolische Bedeutung. Die politischen Führungsgremien richten ihr Augenmerk auf die Entwicklung der Verfassung, die inneren Auseinandersetzungen zwischen den Besitzenden, die Machtverschiebungen innerhalb der Lagune, der Adria, des östlichen Mittelmeerraums und Italiens sowie auf Fragen der Souveränität zwischen den Kaiserreichen und der Legitimation territorialer Ansprüche. Bei Iustinianus kommt die Überführung wichtiger Reliquien nach Venedig hinzu, insbesondere nach San Zaccaria und zum Markusdom. Diese Reliquien bilden im Kampf um Rang und Ansehen in der Hierarchie der Bistümer und Patriarchate sowie in den Auseinandersetzungen mit Aquileia und Rom ein wirkmächtiges Argument. Eine Synode der Bischöfe des Regnum Italicum tritt 827 in Mantua zusammen und erkennt die Suprematie des Patriarchen von Aquileia über den Patriarchen von Grado an. Samuele Romanin nennt für diese Synode den 6. Juni 827. Romanin schreibt, Aquileia habe später versucht, die auf der Synode zugesprochenen Rechte mit Waffengewalt durchzusetzen. August Friedrich Gfrörer schreibt, der profränkische Papst Eugen II. berufe die Synode von Mantua im Juli 827 ein. Nach Gfrörer werde Grado dort wieder zum Suffraganbistum Aquileias degradiert. Der Nachfolger auf dem Bischofsstuhl von Grado, Venerius, lege vergeblich Beschwerde bei Eugens Nachfolger ein; Eugen II. sterbe noch 827. Romanin berichtet, als die Sarazenen 827 Sizilien angreifen, ersuche der neue Kaiser um venezianische Flottenhilfe. Nach Romanin schweigen die byzantinischen Quellen aus Hochmut über die beiden folgenden venezianischen Flotteneinsätze, die erfolglos bleiben. Die älteste volkssprachliche Chronik, die Cronica di Venexia detta di Enrico Dandolo, berichtet, dass Iustinianus zuvor von seinem Vater nach Konstantinopel gesandt wird, um Abmachungen auszuhandeln. Während seiner Abwesenheit wird sein jüngerer Bruder Giovanni zum Mitdogen erhoben. - Patriarch Venerius Trasmondo (Grado, 825-852)
Maxentius erreicht bei Kaiser Lothar die Einberufung einer Synode in Mantua am 6. Juni. In dieser Synode wird Trasmondo die Metropolitangewalt über Istrien zuerkannt. - Fortsetzung 828
- 828: Venerius Trasmondo: Am 31. Januar trifft der Leichnam des heiligen Markus des Evangelisten in Venedig ein. Markus gilt traditionell als erster Verbreiter des Christentums in Nordostitalien. Dieses Ereignis hebt das Ansehen der Kirche von Grado, deren Suffraganbistum die Diözese Olivolo ist.
- Fortsetzung 829
- 829: Im Jahr 829 setzt Giustiniano Particiaco sein Testament auf. Dieses Testament belegt, dass er eine Flotte von Handelsgaleeren unterhält. Er besitzt außerdem umfangreiche Güter, auf denen Vieh gezüchtet, Getreide angebaut und Gartenwirtschaft betrieben wird. Dabei stehen ihm zahlreiche Knechte und Mägde zur Verfügung, wohl Hörige. Das Testament weist Besitz im Dukat Venedig aus, nämlich auf Rialto, in Iesolo, Torcello und Cittanova, auf den Lidi sowie auf zahlreichen Inseln. Die Familie besitzt außerdem Ländereien im karolingischen Treviso und um Pola auf Istrien. Ein Teil des Vermögens ist im Handel angelegt; weitere Vermögensteile bestehen in kirchlichen Stiftungen für Sant’Ilario, San Zaccaria und für das noch im Bau befindliche San Marco. Giustiniano setzt seine Ehefrau Felicitas als Nachlassverwalterin und Erbin ein. Sie soll zudem für eine geeignete Stätte für die Reliquien des heiligen Markus Sorge tragen. Testamentarisch hinterlässt Giustiniano den Klöstern von Sant’Ilario und San Zaccaria umfangreiche Besitzungen und verfügt über den Ausbau der Markuskirche. Im Jahr 829 versucht Giustiniano am Ende seines Lebens, das Einvernehmen mit seinem Bruder Iohannes wiederherzustellen. Er ruft Iohannes aus Konstantinopel zurück, erhebt ihn nach dessen Rückkehr zum Mitdogen und bestimmt ihn damit zu seinem Nachfolger. Giustiniano stirbt im selben Jahr. Nach der historiographischen Tradition regiert er zunächst als Mitherrscher seines Vaters Agnellus und danach von 827 bis 829 allein. Das Chronicon Altinate beziehungsweise Chronicon Venetum gibt für Iustinianus Particiacus eine Amtsdauer von zwei Jahren und zwei Monaten an. Nach Giustinianos Tod folgt ihm sein Bruder Iohannes als Doge. Im Jahr 829 versucht Obelerius, der um 810 vom Vater der beiden Brüder aus dem Dogenamt verdrängt worden ist, nach fast zwei Jahrzehnten im Exil nach Malamocco zurückzukehren, genauer nach Metamaucum. Dort reaktiviert er seine Machtbasis. Iohannes besiegt die Rebellen und lässt die Stadt zerstören. Er lässt den Kopf seines Gegners aufspießen und demonstrativ an der Grenze zum fränkischen Regnum Italicum aufstellen. Anschließend rebelliert der Tribun Caroso, dessen Name unter den Zeugen von Giustinianos Testament erscheint. Iohannes muss daraufhin an den fränkischen Hof fliehen. Caroso wird nach wenigen Monaten von den Anhängern des Iohannes besiegt und geblendet; seine Anhänger werden vertrieben. Vor der Rückkehr des exilierten Iohannes regiert für eine gewisse Zeit der Bischof Ursus, auch Orso genannt, möglicherweise ein Angehöriger des Particiaco-Clans, gemeinsam mit zwei Tribunen. Doge Giovanni I. Particiaco (829–836)
- 829: Obelerio Antenoreo Der ehemalige Doge Obelerius kehrt aus dem Exil zurück, landet bei Metamaucum und sammelt seine Anhänger. Die Truppen aus Metamaucum desertieren, woraufhin der regierende Doge Metamaucum zerstört. Obelerius wird hingerichtet, sein Haupt zur Abschreckung bei Mestre aufgestellt.
- 852: Venerio Trasmondo bekleidet das Amt des Patriarchen von Grado bis 852. Über den Nachfolger Viktor I. ist kein Wikipedia-Artikel vorhanden
- Patriarch Vitalis I. Particiaco (um 856-874)
- Liste der Patriarchen von Grado für deutsche Schreibweise der Namen
- zuletzt 827
Kirchenstaat
- Papst Eugen II. (824–827)
Eugen II. stirbt am 27. August. Es wird angenommen, dass er gemäß dem damaligen Brauch im Petersdom beigesetzt wird, obwohl es keinen urkundlichen Nachweis dafür gibt. Valentin folgt ihm nach. Eugen steht Valentin so nahe, dass Gerüchte verbreitet werden, Eugen sei Valentins Vater oder Liebhaber. - Papst Valentin (827)
Nach Eugens Tod wird Valentin vermutlich am darauffolgenden Sonntag einstimmig zum neuen Papst gewählt. Valentin gehört selbst dem römischen Adel an; an seiner Wahl nimmt auch der römische Adel teil. Von seiner kurzen Amtszeit ist nichts bekannt, auch nicht ihre genaue Dauer; sie beträgt wohl ungefähr einen Monat. Valentin stirbt am 16. September 827. - Papst Gregor IV. (827-844.)
Gregor ist der Sohn eines römischen Patriziers namens Johannes. Er gilt als tatkräftiger, aber milder Geistlicher und ist für seine Gelehrsamkeit bekannt. Während des Pontifikats von Papst Paschalis I. wird er zum Priester geweiht. Zum Zeitpunkt des Todes Papst Valentins ist er Kardinalpriester der Basilika San Marco in Rom. Wie sein Vorgänger wird Gregor vom Adel vorgeschlagen; die Wähler stimmen einstimmig zu, dass er der Würdigste für das Amt des Bischofs von Rom ist. Sie finden ihn in der Basilika der Heiligen Kosmas und Damian, nehmen ihn trotz seiner Einwände mit, bringen ihn im Lateranpalast unter und setzen ihn dort als Papst-Elekt ein. Seine Erhebung auf den päpstlichen Stuhl gilt als Fortsetzung der Bemühungen, die örtliche politische Lage in Rom zu kontrollieren, die während des Pontifikats Papst Eugens II. begonnen haben. Gregor repariert die Aqua Traiana, die während des Pontifikats Leos III. beschädigt worden ist. Sein Pontifikat erlebt das Ende des Bilderstreits im Byzantinischen Reich. Gregor fördert außerdem die Feier des Allerheiligenfestes im Fränkischen Reich auf beiden Seiten des Rheins. Als Gesandter Kaiser Ludwigs bittet Amalarius von Metz Gregor um ein Antiphonale für Gottesdienste in Metz; Gregor muss erklären, dass er kein für den Kaiser geeignetes Exemplar besitzt, weil er bereits mehrere Exemplare an Wala von Corbie gegeben hat, der sie nach Franken gebracht hat. - Fortsetzung 828
- 828: Am 29. März erhält Gregor die Nachricht, dass Kaiser Ludwig der Fromme seine Wahl gebilligt hat; daraufhin wird Gregor geweiht. In diesem und im folgenden Jahr entsendet er Gesandtschaften zu Ludwig dem Frommen, wobei die Gesprächsthemen nicht genannt werden. Gregor sendet außerdem Venerius, dem Patriarchen von Grado, ein Pallium und unterstützt damit dessen Anspruch auf Gerichtsbarkeit über die Bischöfe Istriens. Als eine Synode die Gerichtsbarkeit Maxentius, dem Patriarchen von Aquileia, zuspricht, appelliert Venerius an Gregor, der ihn unterstützt. König Lothar unterstützt dagegen Maxentius; dieser zwingt die Bischöfe Istriens zum Gehorsam und missachtet zugleich Gregors Anweisungen, dies zu beenden.
- Fortsetzung 829
- 829: Im Januar gerät Gregor mit der Abtei Farfa in einen Streit über den Besitz örtlicher Klosterländereien durch die römische Kirche. In einem Gericht, dem ein Bischof und ein Vertreter des Kaisers vorsitzen und in dessen Gegenwart Gregor erscheint, erklärt Abt Ingoald von Farfa, die fränkischen Kaiser hätten der Abtei die Ländereien verliehen, während die Päpste Hadrian I. und Leo III. sie unrechtmäßig in Besitz genommen hätten. Der kaiserliche Vertreter entscheidet zugunsten der Abtei und bestimmt, dass die Ländereien dem Kloster zurückgegeben werden sollen. Gregor akzeptiert das Urteil nicht; es gibt jedoch keinen Beleg dafür, dass er die Entscheidung aufheben kann. Ludwig der Fromme verwirft zudem die Vereinbarung von 817 über die Reichsteilung, indem er seinem jüngsten Sohn Karl dem Kahlen ein Königreich zuweist. Gregor kritisiert diesen Schritt in einem Brief an die fränkischen Bischöfe.
- 830: Im Oktober kommt es nach einer kurzen Rebellion und einer Aussöhnung zwischen Ludwig dem Frommen und seinen Söhnen dazu, dass Gregor erklärt, Ludwigs zweite Ehefrau Judith müsse aus dem Kloster entlassen werden, in dem sie gezwungen worden ist, den Schleier zu nehmen. Judith soll zu Ludwig zurückkehren.
- 832: Gregor ernennt Ansgar zum Erzbischof von Hamburg-Bremen und zum apostolischen Legaten für die nördlichen und östlichen Teile Europas.
- 833: Zu Ostern nimmt Lothar Kontakt mit Gregor auf und ersucht ihn, zwischen ihm und seinem Vater Ludwig dem Frommen zu vermitteln. Gregor lässt sich überzeugen, Rom zu verlassen und zu Lothar zu reisen, da er hofft, seine Vermittlung werde den Frieden fördern. Die fränkischen Bischöfe, die Ludwig folgen, verärgert dieses Vorgehen, weil sie glauben, Gregor unterstütze aktiv Lothar. Sie misstrauen Gregors Absichten, verweigern ihm den Gehorsam und drohen damit, ihn zu exkommunizieren, falls er sie exkommuniziere; außerdem drohen sie, ihn als Papst abzusetzen. Gregor besteht daraufhin auf dem Vorrang des Papsttums gegenüber dem Kaiser. Er erklärt, die Leitung der Seelen, die den Bischöfen zukomme, sei wichtiger als die kaiserliche Gewalt, die sich nur mit weltlichen Dingen befasse. Die große Mehrheit der fränkischen Bischöfe hält jedoch daran fest, dass der Papst sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Reiches einmischen solle und nicht erwarten könne, dass der fränkische Klerus ihm in solchen Angelegenheiten folge; nach ihrer Auffassung überragt die Gleichheit aller Bischöfe die Führung des Papstes. Am 24. Juni treffen die Heere Ludwigs und zweier seiner Söhne bei Rotfeld nahe Colmar aufeinander. Die Söhne überreden Gregor, in Ludwigs Lager zu gehen und zu verhandeln. Ludwig verweigert Gregor zunächst jede ehrenvolle Behandlung. Gregor überzeugt Ludwig jedoch von seiner guten Absicht und kehrt zu Lothar zurück, um einen Frieden zu vermitteln. Bald erfährt Gregor, dass Lothar ihn getäuscht hat. Gregor wird daran gehindert, zum Kaiser zurückzukehren. Ludwig wird von seinen Anhängern verlassen und zur bedingungslosen Unterwerfung gezwungen. Er wird auf dem Feld der Lüge abgesetzt und gedemütigt, während Lothar zum Kaiser ausgerufen wird. Nach diesen Ereignissen kehrt Gregor nach Rom zurück. Gregor baut in Rom die Basilika San Marco vollständig neu auf und schmückt ihre Wände mit Mosaiken byzantinischen Stils; außerdem repariert oder baut er mehrere weitere Kirchen neu. Er erneuert das Atrium des Petersdoms. In einer neu geschmückten Kapelle im Petersdom überführt er den Leichnam des heiligen Gregor. Aus den Katakomben Roms überführt er die heiligen Sebastian, Tiburtius und Gorgonius. Er erhöht den Altar der Kirche Santa Maria in Trastevere und gründet nahe dieser Kirche ein Kloster. Während seiner Reise nach Franken wird Gregor auch gebeten, im Fall Aldrichs von Le Mans zu vermitteln, der von Anhängern Lothars aus seinem Bischofssitz verdrängt werden soll. Am 8. Juli schreibt Gregor an die Bischöfe von „Gallien, Europa und Germanien“, Aldrich habe jedes Recht, an den Papst zu appellieren; bis zu einem päpstlichen Urteil dürfe niemand ein Urteil gegen ihn fällen. Dieses Gebot müsse befolgt werden, um in Gemeinschaft mit der römischen Kirche zu bleiben. Der Brief und die Wiederherstellung Ludwigs ermöglichen es Aldrich, für einige Zeit auf seinem Sitz zu bleiben.
- 834: Ein zweiter Bruderzwist führt zur Wiedereinsetzung Ludwigs des Frommen. Seine Stellung ist jedoch so geschwächt, dass Lothar das Königreich Italien behält. Kaiser Ludwig entsendet anschließend eine Gesandtschaft unter Leitung des Erzbischofs Ansgar von Hamburg-Bremen zu Gregor. Die Gesandten sollen Gregor zu den Ereignissen befragen, die zu Ludwigs Absetzung durch Lothar geführt haben. Gregor schwört, seine Absichten seien ehrenhaft gewesen und er habe immer eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen Ludwig und dessen Söhnen angestrebt. Die Gesandten akzeptieren Gregors Wort und kehren zu Ludwig zurück. Nach diesem gescheiterten Eingreifen in die kaiserliche Politik richtet Gregor seine Aufmerksamkeit während des übrigen Pontifikats weitgehend auf innere kirchliche Angelegenheiten.
- 836: Lothar beginnt als König der Langobarden, Besitzungen der römischen Kirche einzuziehen. Gregor appelliert an Kaiser Ludwig, der daraufhin einen kaiserlichen Gesandten zur Untersuchung der Angelegenheit entsendet. Obwohl Gregor krank ist, schildert er dem Gesandten die Lage und bittet ihn, dem Kaiser einen Brief über Lothars Angriffe auf die Kirche zu überbringen. Der Brief gelangt an Lothars Truppen bei Bologna vorbei.
- 837: Am 31. März sendet Gregor dem Erzbischof von Salzburg das Pallium.
- 840: Ludwig der Fromme stirbt, und Lothar tritt die Herrschaft als Kaiser an. Zwischen den Söhnen Ludwigs bricht erneut Krieg aus. Gregor versucht erfolglos, in diesem Konflikt zwischen den Brüdern zu vermitteln, und entsendet Erzbischof Georg von Ravenna als seinen Vertreter. Nach Prudentius von Troyes bemüht sich Georg gewissenhaft um sein Ziel, scheitert aber daran, dass Lothar ihm nicht erlaubt, Lothars Brüder zu sehen. Nach Andreas Agnellus versucht Georg dagegen, Lothar zu bestechen, damit dessen Erzbistum von Rom unabhängig werde; Georg wird daraufhin in der Schlacht von Fontenoy gefangen genommen.
- 841: Nach diesem Jahr baut und befestigt Gregor Teile des Hafens von Ostia gegen Angriffe von Sarazenen und benennt den Ort in Gregoriopolis um. Etwa zur gleichen Zeit stellt er die Siedlung Galeria an der Via Portuensis wieder her. Er gründet außerdem am linken Ufer des Tiber, ungefähr elf Meilen von Rom entfernt an der Via Ostiensis, eine neue Kolonie namens Draco. Dies ist das erste deutliche Beispiel einer Landerschließung, die ein Papst innerhalb seines eigenen Herrschaftsgebiets vornimmt.
- 844: Am 25. Januar stirbt Gregor IV. in Rom. Er wird im Petersdom beigesetzt. Sergius II. folgt ihm als Papst nach.
- zuletzt 827
Herzogtum Spoleto
- 834: Herzog Lambert I. (834–836) Während der Rebellion Lothars I., des ältesten Sohnes Kaiser Ludwigs des Frommen, stellt sich Lambert auf die Seite Lothars I. Lambert wird entehrt und gemeinsam mit Lothar nach Italien verbannt. Dort wird er Herzog von Spoleto. Seine Zeit als Markgraf der Bretonischen Mark endet in diesem Jahr.
- Fortsetzung 836
- 836: Lambert stirbt während der Epidemie von 836/837, die im fränkischen Adel wütet. Seine Herrschaft als Herzog von Spoleto umfasst die Jahre 834 bis 836. Er hinterlässt mehrere Kinder: Guido I. von Spoleto, Lambert II. von Nantes, Garnier, Dove und Itta. Dove ist Äbtissin von Craon und Nantes. Itta ist mit Siconolf von Salerno verheiratet. Herzog Berengar (836–843)
- 861: Adelchis Der ehemalige Herzog Adelchis I. stirbt um das Jahr 861.
- zuletzt 824
Herzogtum Benevent
- 831: Um 831 belagert Sico Neapel zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt, vielleicht um 831, kann die Stadt nicht einnehmen, entfernt jedoch den Leichnam des neapolitanischen Schutzheiligen, des aus Benevent stammenden Heiligen Januarius.
- Fortsetzung 832
- 832: Im Jahr 832 endet mit dem Tod Sicos seine Herrschaft als Fürst von Benevent, die von 817 bis zu seinem Tod reicht. Als Sico stirbt, folgt ihm sein Sohn Sicard nach. Herzog Sicard (832–839)
- Zuletzt 817
WESTSLAWEN
Abodriten
- 838: 838/839: Ob Ceadrag noch Inhaber der Samtherrscherwürde ist, als Ludwig der Fromme 838/839 fränkische Grafen mit einem Heer gegen die Abodriten entsendet, ist den Quellen nicht zu entnehmen. Diese Auseinandersetzung markiert jedenfalls das Ende des Bündnisses der Franken mit den Abodriten aus dem Jahr 780. Die Regierungszeiten der beiden nächsten Nachfolger sind dermassen unsicher, dass die Chronik der Abodriten an dieser Stelle enden muss.
- Zuletzt 827
SÜDSLAWEN
Kroatien
- 835: Herzog Mislav (835–845)
- Fortsetzung 845
- zuletzt 821
Serbien
- 830: Fürst Vlastimir (um 830- 851) Vlastimir ist ein serbischer Fürst und gehört zur Dynastie der Vlastimirović. Er folgt seinem Vater Prosigoj als Archont von Serbien nach, vereinigt die serbischen Stämme in seiner Umgebung und herrscht in einer Zeit, in der das Erste Bulgarische Reich eine wachsende Bedrohung darstellt. Die Serben leben in Župen, einer Verbindung von Dorfgemeinschaften, an deren Spitze jeweils ein Župan steht. Die Župane berichten dem serbischen Fürsten und sind verpflichtet, ihn im Krieg zu unterstützen. Der serbische Thron geht nach der Darstellung Konstantins VII. Porphyrogennetos auf den Sohn, also den Erstgeborenen, über; in einer Aufzählung erscheint jedoch auch ein Triumvirat. Serbien umfasst ungefähr das spätere Raszien einschließlich Bosnien und eines Teils von Zagorje. Zu den anderen erwähnten späteren Fürstentümern gehören Paganien, Zachlumien, Travunien einschließlich der Kanaliten und Duklja. Vlastimir ist ein Nachkomme des namenlosen serbischen Herrschers des 7. Jahrhunderts, der die Serben auf den Balkan führt und den Schutz des Kaisers Herakleios erhält. Višeslav, Vlastimirs Urgroßvater, ist der erste namentlich bekannte serbische Herrscher und besitzt Tara, Piva und Lim als Erblande. Auf Višeslav folgen Radoslav und danach Prosigoj. Das Bulgarische Reich verfolgt eine Politik der Ausdehnung. Es fordert zunächst von benachbarten Völkern Tribut und militärische Hilfe im Rahmen eines Bündnisses, während diese ihre innere Selbstverwaltung und ihre örtlichen Herrscher behalten. Sobald diese Form der Beziehung endet, hebt Bulgarien die Selbstverwaltung auf, errichtet direkte und uneingeschränkte Herrschaft und gliedert das Nachbarvolk vollständig in sein politisches und kulturelles System ein. Nach dem Sieg über Bulgarien erweitert Vlastimir sein Herrschaftsgebiet nach Westen, nimmt Bosnien und die Herzegowina beziehungsweise Hum ein und verheiratet seine Tochter mit Krajina, dem Sohn des örtlichen Župan von Trebinje, Beloje. Krajina trägt danach den Titel eines Archonten und die Familie Belojević erhält die Herrschaft über Travunien. Krajina und Vlastimirs Tochter haben einen Sohn namens Hvalimir, der später Župan von Travunien wird. Vlastimir hat drei Söhne, Mutimir, Strojimir und Gojnik, sowie eine namentlich nicht genannte Tochter.
- 836: 836–852: Presian I. herrscht über Bulgarien. Er fällt 839 in serbisches Gebiet ein. Der daraus entstehende Krieg dauert drei Jahre und endet mit einem serbischen Sieg.
- 839: Presian I. beginnt einen Einfall in serbisches Gebiet. Die Serben und Bulgaren haben bis zu diesem Einfall als Nachbarn friedlich gelebt. Der Krieg dauert drei Jahre. Die Bulgaren wollen ihre Eroberungen nach Westen fortsetzen und die Serben zur Unterwerfung zwingen. Die Bulgaren werden geschlagen, verlieren eine große Zahl von Männern, gewinnen kein Gebiet und werden von Vlastimirs Heer vertrieben. Die Serben verteidigen sich in ihren leicht zu verteidigenden Wäldern und Schluchten und kennen den Kampf im Hügelland.
- 842: Theophilos stirbt. Mit seinem Tod endet der dreijährige Krieg zwischen Serbien und Bulgarien, und Vlastimir wird von seinen Verpflichtungen gegenüber dem Byzantinischen Reich entbunden. Theodora herrscht als Kaiserinregentin und ist die Ehefrau des Theophilos.
- 844: Ein anonymer bayerischer Geograph erwähnt die Merehanen als jenes Volk, das am weitesten von den Franken entfernt an sie grenzt. Die Merehanen leben in den Tälern des heutigen Morawa-Flussbeckens und sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht von Bulgarien unterworfen.
- 845: Bulgarien nimmt die Merehanen in sein Bündnis auf. Sie werden zuletzt im Jahr 853 erwähnt.
- 846: Nach dem Ende des dreißigjährigen Friedens dringen Malamir oder Presian in die Gebiete an Struma und Nestos ein. Kaiserinregentin Theodora antwortet mit einem Angriff auf Nordthrakien. Es wird ein kurzer Frieden geschlossen, danach dringt Malamir in Makedonien ein. Die Byzantiner sind im dalmatinischen Hinterland westlich von Serbien tätig. Der Stratege der dalmatinischen Städte gerät mit dem fränkischen Vasallen, Herzog Trpimir I. von Kroatien, in Konflikt. Nach Živković kann der bulgarische Angriff auf Serbien nach einem misslungenen Einfall in das Gebiet von Struma und Nestos erfolgen. Presian kann sein Heer gesammelt und gegen Serbien geführt haben, während Vlastimir möglicherweise an den byzantinisch-bulgarischen Kriegen beteiligt ist. 846–848: Der Stratege der dalmatinischen Städte gerät mit Herzog Trpimir I. von Kroatien in Konflikt. Trpimir I. besiegt den Strategen.
- 847: 847–848: Vlastimir verheiratet seine Tochter ungefähr in diesem Zeitraum mit Krajina, dem Sohn des Župan Beloje von Trebinje. Krajina erhält durch die Heirat den Titel eines Archonten.
- 851: Vlastimir stirbt ungefähr in diesem Jahr. Seine drei Söhne Mutimir, Strojimir und Gojnik folgen ihm nach.
ERSTES BULGARISCHES REICH
- Khan Omurtag (814–831)
Omurtag erobert das Gebiet entlang der Save bis Sirmium. Er gliedert dieses Gebiet seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahr 827 berichten Quellen von bulgarischen Überfällen im Drautal. - Fortsetzung 829
- 829: Im Jahr 829 gliedert Omurtag das zuvor eroberte Gebiet endgültig seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahr 829 berichten Quellen erneut von bulgarischen Überfällen im Drautal.
- Fortsetzung 831
- 831: Im Jahr 831 erreicht eine bulgarische Gesandtschaft Aachen. Sie überbringt Geschenke. Wahrscheinlich noch zu Lebzeiten Omurtags kommt es in Anschluss daran zu einer vertraglichen Grenzregelung zwischen Franken und Bulgaren. Omurtags Nachfolge tritt sein jüngster Sohn Malamir an. Malamir betreibt eine harte anti-christliche Politik. Omurtag stirbt nach 831. Khan Malamir (831–836)
- Zuletzt 827
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Michael II. (820–829)
- Belagerung von Syrakus (827-828)
Nachdem der aufständische byzantinische Admiral Euphemios die in Nordafrika herrschenden Aghlabiden um Waffenhilfe ersucht hat, entsendet der Emir von Tunis, Ziyādat Allāh I., eine Invasionsarmee nach Sizilien. Die Sarazenen unter dem Befehl von Asad ibn al-Furāt al-Harrānī erobern mit Marsala die erste Stadt für den Islam in Italien, danach auch Mazara. Euphemios fällt zwar im Sommer während der erfolglosen Belagerung von Enna, doch die Araber führen ihren Feldzug fort. Die Belagerung von Syrakus beginnt im Herbst und dauert ein Jahr. Während dieser Zeit leiden die Belagerer unter Nahrungsmangel; außerdem bricht eine Epidemie aus, die Asad ibn al-Furat, einem der beiden Generäle, das Leben kostet. Angesichts byzantinischer Entsatztruppen entschließt sich Muhammad ibn Abi'l-Jawari, die Belagerung abzubrechen und sich mit den Truppen nach Südwesten zurückzuziehen, das sie besetzt halten. Von dort verfolgen sie das Ziel der arabischen Unterwerfung der Insel weiter. - Fortsetzung 828
- 828: Belagerung von Syrakus: Im Jahr 828 dauert die Belagerung von Syrakus weiterhin an und endet.
- 828: Patriarch Nikephoros: Nikephoros stirbt am 5. April im Kloster des Heiligen Theodor (Hagiou Theodorou) und wird als Bekenner verehrt. Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)
- Fortsetzung 836
- 836: Antonios: Ende 836 oder Anfang 837 stirbt er nach einer schweren Krankheit.
- 837: Patriarch Johannes VII. Grammatikos (837–843)
- 844: Kaiser Michael I. (811–813) Im Jahr 844 stirbt der ehemalige Kaiser Michael I. Rhangabe in dem Kloster auf der Insel Proti, in das er sich nach seiner Abdankung zurückgezogen hat, und beendet damit ein langes Leben, das vom Aufstieg aus der aristokratischen Elite über eine kurze Herrschaft in Krisenzeiten bis zu einem Jahrzehnte währenden monastischen Rückzug reicht.
- Zuletzt 826
IBERIEN
- Fürst Aschot I. (813–830)
Um 827/828 unternimmt Kahlid bin Yazid, der Vizekönig des Kalifen in Armenien, einen Feldzug in den Kaukasus, um die Autorität des Kalifen wiederherzustellen. Aschot muss zu dieser Zeit noch am Leben sein, und die Information des georgischen Chronisten Sumbat, wonach er 826 ermordet worden sei, ist zweifelhaft. - Fortsetzung 829
- 829: In den Jahren 829/830 wird Aschot ermordet. Er wird von den Arabern aus Zentraliberien vertrieben und zieht sich ins Nigali-Tal zurück, wo er in einer Kirche von Abtrünnigen ermordet wird. Da er ein Patron der christlichen Kultur und ein Freund der Kirche ist, wird er von der georgisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
- Fortsetzung 830
- 830: Am 29. Januar 830 stirbt Aschot. Nach Aschots Tod wird sein Besitz unter seinen drei Söhnen Bagrat I., Adarnase II. und Guaram Mampali aufgeteilt. Seine Tochter heiratet Teodosi II. von Abchasien.
- Zuletzt 818
KACHETIEN
- Fürst Grigol (786-827)
- Fürst Vatsche (827-839)
Vatsche stammt aus dem Geschlecht Kwabulidse. Nach dem Tod seines Vorgängers Grigol setzt ihn die Gemeinschaft von Gardabani als Fürsten und Chorepiskopos von Kachetien im östlichen Georgien ein. Er gehört der Ostkirche an. - Fortsetzung 839
- 839: Vatsche stirbt im Jahr 839. Seine Herrschaft als Fürst und Chorepiskopos von Kachetien endet in diesem Jahr. Fürst Samuel (839–861)
- Fortsetzung 861
- Fürsten von Kachetien
ARABER
(211/212 (1./2. April)
Abbasiden
- Kalif al-Ma'mūn (813–833)
Im Juni erklärt al-Ma'mūn ʿAlī ibn Abī Tālib offiziell zum „vorzüglichsten aller Menschen nach dem Gottesgesandten“ und lädt nach einem Bericht Ibn ʿAbd Rabbihs 40 Rechtsgelehrte am frühen Morgen zu einem Streitgespräch ein, bei dem er persönlich ʿAlīs Vorrang verteidigt. Im gleichen Jahr erklärt er ʿAlī ibn Abī Tālib im Rahmen seiner imamitischen Gedächtnispolitik zum bevorzugten Menschen nach dem Propheten. Im Juni unternimmt er zugleich einen Schritt in der Religionspolitik, indem er weiter Kalām-Diskussionen fördert, und in seiner Herrschaftszeit setzt er die Mihna ein, bei der Amtsträger auf das Bekenntnis zur Erschaffenheit des Korans verpflichtet werden. - Statthalter Talha ibn Tahir (Chorasan, 822–828)
- Imam der Zwölferschiiten Muhammad al-Dschawād (819–835)
- Imam der Ismailiten: Ahmad al-Wafi (813–828)
- Patriarch Basileios (821–839)
- Papst und Patriarch Yakub (Alexandria, 819-830)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Christophoros I. (Alexandria, 817–841)
- Fortsetzung 828
- 828: al-Ma'mūn: Im Jahr 828 verliert der charidschitische Aufstand Hamzas an Schärfe, weil Hamza eines natürlichen Todes stirbt. 828 beginnt zugleich die Regierungszeit ʿAbdallāh ibn Tāhirs als Statthalter von Chorasan, die bis 845 andauert.
- Fortsetzung 830
- 830: al-Ma'mūn: Im Jahr 830 kann sich al-Ma'mūn erstmals gegen Ende seiner Herrschaft dem Ghazw gegen die Byzantiner widmen und bricht im März zu einem ersten Feldzug auf. Er zieht von Bagdad über Tikrit, Mossul, Manbidsch, Dābiq nach Antiochia und weiter über al-Massīsa nach Tarsus, von wo er im Juli 830 auf byzantinisches Gebiet vordringt und verschiedene Festungen einnimmt. Auf dem Weg nach Syrien im Jahr 830 plant er nach einem Bericht al-Chatīb al-Baghdādīs auch, die Mutʿa‑Ehe als erlaubt zu erklären, wird aber von Qādī Yahyā ibn Aktham mit juristischen Argumenten davon abgehalten. Er lässt geodätische Vermessungen zur Bestimmung des Erdumfangs nach dem Prinzip der Gradmessung durchführen, die in der Ebene von Sindschar einen Wert von 111,814 Kilometern zwischen zwei Breitengraden ergeben und eine Weltkarte anfertigen. In diesem Zeitraum stellt er den Philosophen al-Kindī ein, um ältere Übersetzungen griechischer Werke zu überprüfen, und lässt zahlreiche Werke zur Logik, Mathematik, Medizin und Astronomie ins Arabische übersetzen, wozu er eine Delegation mit al-Haddschādsch ibn Matar, Yahyā ibn al-Bitrīq und Salmā nach Byzanz schickt und weitere griechische Bücher aus einem Haus auf Zypern nach Bagdad bringen lässt, die er in der „Bibliothek der Weisheit“ unter dem Bibliothekar Sahl ibn Hārūn sammelt.
- 830: Muhammad al-Dschawād: Die Ehe Muhammad al-Dschawāds mit der Tochter des Kalifen wird vollzogen, als al-Ma'mun ihn von Medina nach Bagdad einlädt. Das Paar bleibt dort bis zur Haddsch-Zeit.
- 830: Papst und Patriarch Simeon II. (830)
- 831: Im Jahr 831 stirbt Zubaida, Haruns erste Frau und Mutter des Kalifen al-Amin, die in ihrer Lebenszeit eine bedeutende Rolle im dynastischen Gefüge spielt und sowohl Maradschils Sohn al-Maʾmun adoptiert als auch dem Kalifen Harun Konkubinen und Dienerinnen zuführt. In den Jahren nach Haruns Tod setzen die Kinder und Nachkommen seiner zahlreichen Frauen und Konkubinen die innerdynastischen Verflechtungen fort, indem sie etwa die Söhne al-Hadis heiraten und so die verschiedenen Linien der Abbasidenfamilie eng miteinander verbinden.
- 831: Muhammad al-Dschawād: Januar: Muhammad al-Dschawād und seine Frau kehren nach der Vollendung der Haddsch nach Medina zurück.
- 832: al-Ma'mūn: Ende Januar 832 bricht al-Ma'mūn zu einem Feldzug nach Ägypten auf, kommt Mitte Februar an und hat den jakobitischen Patriarchen Dionysius von Tell Mahre zur Unterstützung bei Verhandlungen mit den Kopten an seiner Seite. Afschīn ist zuvor von Abu Ishāq nach Ägypten geschickt worden, um den Aufstand der Kopten Oberägyptens zu bekämpfen, hat aber keinen Erfolg, sodass der Kalif selbst eingreift. Trotz der Argumente Dionysius' und eines muslimischen Juristen, die die Legitimität der Forderungen der Rebellen betonen, schlagen al-Ma'mūn und Afschīn den Aufstand mit großer Brutalität nieder, und am 25. April 832 kehrt der Kalif aus Ägypten nach Damaskus zurück. Im Jahr 832 lässt er nach Berichten al-Idrīsīs die Cheops-Pyramide durchbohren und ihr Inneres erkunden, beauftragt Mineure, die Große Pyramide zu öffnen, interessiert sich für exotische Wissenschaften und okkulte Philosophien, und es entsteht der später so genannte „al-Ma'mūn-Eingang“, den al-Maqrīzī als von ihm geöffnetes Spalt bezeichnet, auch wenn moderne Annahmen von einer früheren Räuberöffnung ausgehen. In dieser Zeit interessiert er sich für Inschriften ägyptischer Baudenkmäler und lässt Hieroglyphen durch Aiyūb ibn Maslama übersetzen, dessen Übersetzungen im Buch aṭ-Ṭilasmat al-Kāhinīya gesammelt werden.
- 833: al-Ma'mūn: Anfang Juli 833 dringt al-Ma'mūn erneut von Tarsus auf byzantinisches Gebiet vor, woraufhin Kaiser Theophilos einen Friedensbrief sendet, den der Kalif unbeantwortet lässt. Am 9. August 833 stirbt al-Ma'mūn in al-Budandūn während eines Feldzugs gegen Byzanz. Sein Leichnam wird nach Tarsus gebracht und dort bestattet, und als Nachfolger tritt sein Bruder al-Muʿtasim die Kalifaherrschaft an. Kalif al-Muʿtasim (833–842)
- 835: Muhammad al-Dschawād: Al-Mu'tasim ruft Muhammad al-Dschawād nach Bagdad und beherbergt ihn und seine Frau. Muhammad al-Dschawād stirbt dort im selben Jahr nach etwa zehn Monaten, im Alter von ungefähr fünfundzwanzig Jahren; schiitische Quellen schreiben seinen Tod meist einer Vergiftung zu. Nach seinem Tod erkennen die meisten seiner Anhänger die Imamat-Würde seines Sohnes Ali an, der später al-Hadi und al-Naqi genannt wird. 30. November: Muhammad al-Dschawād stirbt in Bagdad am 6. Dhū l-Hiddscha 220 AH. Imam der Zwölferschiiten ʿAlī al-Hādī an-Naqī (835–868)
- 836: Christophoros: Im Jahr 836 nimmt Christophoros I. an einer Synode in Jerusalem teil, diese Synode vertritt die Verehrung von Ikonen und stellt sich gegen die bilderfeindliche Haltung des byzantinischen Kaisers Theophilos, Christophoros I. unterstützt dabei die Position der Ikonenverehrung.
- 836: Basileios tritt für die Verehrung von Ikonen in der Kirche ein. Im April findet unter seinem Vorsitz eine Synode in Jerusalem statt, die diese Position erklärt, zusammen mit den Patriarchen Christophoros von Alexandria und Job von Antiochia. Sie steht gegen die Position des byzantinischen Kaisers Theophilos, der sich entschieden gegen die Verehrung von Bildern aussprricht.
- 838: Patriarch Johannes VI. (Jerusalem, 838-842)
- 840: Imam der Ismailiten Hussein ibn Ahmad (840–881)
- 841: Christophoros: Im Jahr 841 endet die Amtszeit von Christophoros I. als orthodoxer Patriarch von Alexandria, sein Amt als Patriarch von Alexandria reicht von 817 bis 841 und nach 841 liegt sein Sterbedatum, als Nachfolger im Amt des Patriarchen von Alexandria folgt Sophronios auf Christophoros I. Griechisch-orthodoxer Patriarch Sophronios I. (841–860)
- 843: Patriarch Sergios I. (Jerusalem, 843–850)]
- Liste der koptischen Päpste für deutsche Schreibweise der Namen
- Zuletzt 827
Emirat von Kreta
- Emir Abu Hafs Umar al-Iqritishi (827-855)
Umar ibn Hafs ibn Schu'aib ibn Isa al-Balluti, bekannt als Abu Hafs Umar al-Iqritischi, ist der Anführer einer Gruppe andalusischer Flüchtlinge. Diese erobern Alexandria und nehmen nach ihrer Vertreibung durch die Abbasiden die byzantinische Insel Kreta ein. Abu Hafs wird dadurch der erste Emir von Kreta. Byzantinische und arabische Quellen stimmen darin überein, dass Abu Hafs eine Gruppe von Flüchtlingen aus al-Andalus anführt, die auf Kreta landet und die Insel erobert. Die Andalusier werden traditionell als Überlebende eines gescheiterten Aufstands gegen den Emir al-Hakam I. von Córdoba beschrieben. Nach dessen Niederschlagung werden die Bewohner des Córdobaner Vororts ar-Rabad massenweise ins Exil geschickt. Einige lassen sich in Fès in Marokko nieder, während andere, deren Zahl mehr als 10'000 beträgt, zur Piraterie übergehen und sich wahrscheinlich mit weiteren Andalusiern zusammenschließen. Abu Hafs stammt aus Fahs al-Ballut, dem heutigen Los Pedroches, einem Ort weit entfernt von Córdoba. Ibn Hayyan berichtet, dass nicht Abu Hafs, sondern Muhadschir ibn al-Qatil der anfängliche Anführer der Flüchtlinge ist. Ibn Sa'id bestätigt dies und fügt hinzu, dass ein gewisser Yahya, Anführer der Faqihs von Córdoba, die sich den Exilierten von ar-Rabad anschließen, ein weiterer Anführer ist. Abu Hafs wird möglicherweise erst in Alexandria zum Anführer der Andalusier, da er nur dort von Ibn Chaldun und al-Maqqari ausdrücklich als Anführer der Rabadiyyun, der „Rebellen von ar-Rabad“, bezeichnet wird. Die genaue Chronologie der Landung der Andalusier auf Kreta bleibt unsicher. Nach den Bedingungen ihrer Vereinbarung mit Ibn Tahir verlassen die Andalusier und ihre Familien Alexandria auf vierzig Schiffen. Der Historiker Warren Treadgold schätzt ihre Zahl auf etwa 12.000 Menschen, darunter ungefähr 3.000 Kämpfer. Nach byzantinischen Historikern kennen die Andalusier Kreta bereits, weil sie die Insel früher überfallen haben. Dieselben Quellen behaupten, die muslimische Landung sei zunächst als Überfall geplant und erst zu einem Eroberungsversuch geworden, als Abu Hafs selbst ihre Schiffe in Brand setzt. Da die andalusischen Exilierten ihre Familien mitbringen, wird dies wahrscheinlich als spätere Erfindung bezeichnet. Der Ort der Landung der Andalusier bleibt unbekannt. Einige Gelehrte vermuten ihn an der Nordküste, in der Sudabucht oder in der Nähe des späteren Hauptortes und der Festung Chandax, dem heutigen Iraklio; andere nehmen an, dass die Andalusier eher an der Südküste landen und anschließend in das dichter besiedelte Inselinnere und an die Nordküste ziehen. Abu Hafs ist für den Bau von Chandax verantwortlich. Dorthin verlegen die Andalusier die Hauptstadt vom Binnenort Gortyn. Er festigt damit die muslimische Herrschaft über die Insel und schlägt die ersten hastig zusammengestellten byzantinischen Versuche zurück, Kreta unter den Feldherren Photeinos und Krateros zurückzuerobern. Er erkennt die Oberherrschaft des abbasidischen Kalifats an, regiert jedoch als faktisch unabhängiger Fürst. In den frühen Jahren besetzen die Andalusier zudem mehrere Kykladeninseln. Der Admiral Ooryphas von Kaiser Michael II. vertreibt die Araber von den ägäischen Inseln, kann Kreta jedoch nicht zurückerobern. Nach dem Tod des Theophilos wird unter der persönlichen Führung des mächtigen Logotheten und Regenten Theoktistos ein weiterer Feldzug zur Rückeroberung Kretas unternommen. Obwohl dieser große Teile der Insel besetzt, muss Theoktistos das Heer wegen politischer Intrigen in Konstantinopel verlassen; die zurückgelassenen Truppen werden von den Arabern niedergemetzelt. - Fortsetzung 829
- 829: Theophilos beginnt seine Herrschaft als byzantinischer Kaiser. Im Oktober zerstören die Andalusier vor Thasos eine kaiserliche Flotte. Damit machen sie einen großen Teil der vorherigen Erfolge des Admirals Ooryphas rückgängig und öffnen die Ägäis sowie ihre Küsten für Plünderungen. 829–842: Theophilos herrscht als byzantinischer Kaiser. Er richtet an Abd ar-Rahman II. von Córdoba das Angebot zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die andalusischen Exilierten, doch dieses Angebot bleibt folgenlos.
- Fortsetzung 835
- 835: Um 835–840: Die Andalusier greifen Euböa an.
- 837: Die Andalusier greifen Lesbos sowie die Küsten des thrakesischen Themas an. Dort zerstören sie das klösterliche Zentrum auf dem Berg Latros. Anschließend erleiden sie durch den örtlichen Strategos Konstantin Kontomytes eine schwere Niederlage.
- 842: Theophilos stirbt. Danach wird ein weiterer Feldzug zur Rückeroberung Kretas unter der persönlichen Führung des Logotheten und Regenten Theoktistos unternommen. Der Feldzug besetzt große Teile der Insel, doch Theoktistos verlässt das Heer wegen politischer Intrigen in Konstantinopel. Die zurückgelassenen Soldaten werden von den Arabern niedergeschlachtet.
- 855: Abu Hafs stirbt nach numismatischen Befunden ungefähr in diesem Jahr. Ihm folgt sein Sohn Schu'aib nach. Emir Shu'ayb ibn Umar (855-880)
- zuletzt 827
Samaniden
- Emir Nuh ibn Asad (Samarkand, 819–841/842)
- Emir Yahya ibn Asad (Schasch, 819–855, Samarkand, 851/2–855)
- Emir Ahmad ibn Asad (Ferghana, 819–864/5, Schasch, 850s–864/5, Samarkand 851/2–864/5)
- Emir Ilyas ibn Asad (Herat, 819–856)
Ilyas dient unter Abdallah ibn Tahir als Statthalter von Alexandria. - Fortsetzung 831
- 831: c. 831: Als Abdallah ibn Tahir Statthalter von Chorasan ist, wird Ilyas zusammen mit einigen jüngeren Mitgliedern der Samaniden-Dynastie erneut nach Sistan entsandt.
- Fortsetzung 837
- 837: 837–840: Als Abdallah ibn Tahir Statthalter von Chorasan ist, wird Ilyas zusammen mit einigen jüngeren Mitgliedern der Samaniden-Dynastie erneut nach Sistan entsandt.
- 839: 839/840: Nuh ibn Asad erobert im Jahr 839/840 Isfidschab und lässt eine Mauer um die Stadt errichten, um sie vor den nomadischen heidnischen Türken zu schützen, die nahe den Grenzen des Samanidenstaates leben.
- 841: 841/842: Nuh ibn Asad bleibt bis zu seinem Tod im Jahr 841 oder 842 Herrscher über Samarkand. Danach setzt Abdallah, der Statthalter von Chorasan, zwei von Nuhs Brüdern, Yahya und Ahmad, als gemeinsame Herrscher von Samarkand ein.
- 851: Im Jahr 851/852 erhält Yahya ibn Asad nach dem Tod seines Bruders Nuh, der in Samarkand herrscht, gemeinsam mit einem weiteren Bruder, Ahmad, die Herrschaft über Samarkand durch Abdallah, den Statthalter von Chorasan.
- 851: 851/852 wird Ahmad ibn Asad Herrscher von Samarkand.
- 855: Im Jahr 855 stirbt Yahya ibn Asad. Seine Macht ist zuvor durch Ahmad deutlich eingeschränkt worden, und er herrscht möglicherweise bis zu seinem Tod nur noch als bloße Marionette. Danach wird seine Linie von Ahmads Linie abgelöst
- 855: Ilyas stirbt in Herat, und danach wird die Kontrolle über die Stadt seinem Sohn Ibrahim übertragen.
- 856: Ilyas ibn Asad ist tot; die Angabe nennt ihn als 856 gestorben und als Herrscher von Herat bis 856. Emir Ibrahim ibn Ilyas (Herat, 856–867)
- 862: 862/865 erscheint Ahmad ibn Asad als Herrscher von Ferghana und Samarkand; bei seinem Tod regiert er über den größten Teil von Transoxanien, Buchara und Choresmien.<
- 864: Emir Nasr I. (864/5–892)
- zuletzt 827
Rustamiden
- 836: Die Spaltung im Dschebel Nefussa endet mit einer entscheidenden Niederlage, die Chalaf zugefügt wird. Die Bewegung verliert daraufhin einen großen Teil ihres Ansehens.
- 853: Nach seiner Thronbesteigung sendet Emir Muhammad I. Imam Aflah ein prächtiges Geschenk. Kadi Sahnun weist die Charidschiten aus seiner Moschee in Kairouan aus, während Imam Aflah die Verbrennung und Schleifung einer ganzen, von den Aghlabiden errichteten Stadt namens al-Abbasiyya anordnet.
- 872: Aflahs Herrschaft endet. Nach seinem Tod folgt ihm sein jüngerer Sohn Abu Bakr nach, nachdem die Abbasiden den vorgesehenen Erben Abu al-Yaqzan gefangen genommen haben; dies führt rasch zu einer politischen Krise. Imam Abū Bakr (872-874)
- zuletzt 8223
Aghlabiden
- 838: Emir Abu Iqal al-Aghlab ibn Ibrahim (838–841)
- Fortsetzung 841
- Liste der Emire (für deutsche Namen)
- zuletzt 824
Idrisiden
- 828: Idris II.: Im Jahr 828 stirbt Idris II. in Fès beziehungsweise in Walila. Nach seinem Tod wird das Idrisidenreich in neun Fürstentümer geteilt, die von seinen Söhnen regiert werden; der älteste Sohn Muhammad ibn Idris herrscht von Fès aus als Emir. Sein Grab befindet sich in der Zawiyya Mulai Idris II in Fès; es wird 1437 unter Abdalhaqq II. wiederentdeckt und entwickelt sich im 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Emir Muhammad ibn Idris (828 – 836)
- Fortsetzung 836
- Zuletzt 824
Emirat von Córdoba
- 835: Abd ar-Rahman II. begegnet aufständischen Einwohnern von Mérida, indem er eine grosse innere Festung errichten lässt.
- Fortsetzung 837
- 837: Abd ar-Rahman II. unterdrückt einen Aufstand von Christen und Juden in Toledo mit ähnlichen Massnahmen. Er erlässt ein Dekret, das Christen die Suche nach dem Märtyrertod verbietet, und lässt eine christliche Synode abhalten, welche den Märtyrertod untersagt.
- 839: 839 oder 840: Abd ar-Rahman II. entsendet unter al-Ghazal eine Gesandtschaft nach Konstantinopel, um mit dem Byzantinischen Reich einen Pakt gegen die Abbasiden zu schliessen. Eine weitere Gesandtschaft wird ausgesandt, die möglicherweise nach Irland oder Dänemark reist und vermutlich den Handel mit Pelzen und Sklaven fördert.
- 844: Abd ar-Rahman II. schlägt einen Angriff von Wikingern zurück, die bei Cádiz an Land gehen, Sevilla mit Ausnahme seiner Zitadelle erobern und Córdoba selbst angreifen. Danach lässt er in Sevilla eine Flotte und ein Marinearsenal errichten, um künftige Überfälle abzuwehren.
- 852: Abd ar-Rahman II. stirbt in Córdoba im Emirat Córdoba. Ihm folgt Muhammad I. von Córdoba als Emir nach. Emir Muhammad I. (852–886)
- zuletzt 825
CHASAREN
- 840: uvan Dyggvi stirbt. Kagan Tarkha (840-850)
- Fortsetzung 850
- Zuletzt 809
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Zhaoli (824–833)
Zhaoli Qaghan erhält zusätzlich einen Tribut von 200'000 Stück Seide. - Fortsetzung 829
- 829: Im Jahr 829 wird ein weiterer Tribut für Zhaoli Qaghan verzeichnet.
- Fortsetzung 833
- 833: Zu Beginn des Jahres 833 wird Zhaoli Qaghan von seinen Ministern ermordet. Diese lassen seinen Neffen Hu Tegin als Zhangxin Qaghan auf ihn folgen. Am 20. April 833 findet in Chang’an eine Trauerzeremonie statt.
- 843: Wujie Qaghan startet einen Angriff auf Zhenwu. Die Tang-Truppen unter dem General Shi Xiong bereiten einen Überraschungsgegenangriff vor. Am 4. April trifft Prinzessin Taihe in Chang'an ein. Kaiser Wuzong befiehlt den Kanzlern und den anderen Beamten, sie zu empfangen und zu ehren. Sie legt ihre prächtigen Kleider und ihren Schmuck ab und tritt vor den Palast, wobei sie sich für das Scheitern ihrer Mission entschuldigt. Der Kaiser schickt Eunuchen, um sie zu trösten und ihr Gewand sowie ihren Schmuck wieder anzulegen; danach heißt er sie im Palast willkommen. Am nächsten Tag sieht sie ihre Mutter, die Grosskaiserinwitwe Guo, wieder, und sie wird zur Grossprinzessin Ding'an beziehungsweise nach dem Zizhi Tongjian zur Grossprinzessin Anding ernannt.
- zuletzt 827
INDIEN
Pratihara
- 832: Nach jainistischen Berichten stirbt Āma, mit dem Nagabhata II von einigen früheren Historikern identifiziert wird.
- Fortsetzung 833
- 833: Nagabhata II stirbt, seine Herrschaft endet, und er wird von Ramabhadra abgelöst. König Ramabhadra (833-836)
- zuletzt 814
Malla
- 994: König Jagat Malla (994–1007)
- Fortsetzung 1007
- zuletzt 757
Chauhan-Dynastie
- 836: Um 836 endet die Regierungszeit Govinda-rajas, der bis zu diesem Zeitpunkt als König der Shakambhari-Chahamana über Teile des heutigen Rajasthan unter der Oberhoheit Nagabhatas II. geherrscht hat. Nach seinem Tod oder seinem Ausscheiden aus der Herrschaft folgt ihm sein Sohn Chandraraja II nach, der die Nachfolge innerhalb der Chahamana-Dynastie fortführt und damit die königliche Linie weiterführt. König Chandraraja II. (836–863)
- Fortsetzung 836
- zuletzt 809
Östliche Chalukya
- 848: König Vijayaditya III. (848–892)
- Fortsetzung 848
- Zuletzt 808
Rashtrakuta
- 835: Im Jahr 835 liegen die Baroda-Tafeln vor, die zusammen mit den Surat-Aufzeichnungen Auskunft darüber geben, wie Amoghavarsha I. nach den Revolten durch die Unterstützung seines Vetters Karka, auch Patamalla genannt, seine Stellung bis 821 wiederherstellt und erneut als Kaiser der Rashtrakutas herrscht.
- Fortsetzung 846
- 846: Im Jahr 846 tötet Amoghavarsha I. den östlichen Chalukya-Herrscher Vishnuvardhana V., nachdem dieser den nördlichen Kalachuri-Lehnsfürsten der Rashtrakutas in Tripuri in Zentralindien angegriffen und Elichpur bei Nasik erobert hat, und Amoghavarsha pflegt danach ein freundschaftliches Verhältnis zum nächsten östlichen Chalukya-Herrscher Gunaga Vijayaditya III., während er seine Beziehungen im Süden durch militärische und diplomatische Massnahmen stabil hält.
- 870: Im Jahr 870 unterdrückt Amoghavarsha I. den aufrührerischen Alupa-Herrscher von Süd-Canara unter dem Prinzen Vimaladitya und sichert damit seine Oberhoheit in dieser Region, während er zugleich weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu den Pallavas pflegt, die mit ihm über Heiratsverbindungen verbunden sind und sich vor allem mit der Abwehr der Pandyas befassen.
- 871: Im Jahr 871 liegen die Sanjan-Tafeln vor, die zusammen mit der Manne-Inschrift von 803 wichtige biographische Informationen über Amoghavarsha I. liefern, darunter die Angabe über seine Geburt im Jahr 800 in Sribhavan am Narmada-Ufer während der Rückkehr Govindas III. von dessen Feldzügen in Nordindien.
- 876: Im Jahr 876 existiert eine altkannadische Inschrift des Rashtrakuta-Kaisers Amoghavarsha I. im Veerabhadra-Tempel in Kumsi, die ihn als Herrscher dokumentiert und in der seine Titulaturen und sein kaiserlicher Status im Rashtrakuta-Reich sichtbar werden.
- 877: Im Jahr 877 dauert die Regierungszeit Amoghavarshas I. noch an, wobei überliefert ist, dass seine Herrschaft bis zu diesem Jahr reicht und er danach freiwillig von seinem kaiserlichen Thron zurücktritt, während eine Angabe auch festhält, dass er von 815 bis 877 als Kaiser herrscht und somit eine 64-jährige Herrschaft ausübt.
- 878: Im Jahr 878 stirbt Amoghavarsha I., der auch als Amoghavarsha Nrupatunga bekannt ist, im Alter von etwa 77 bis 78 Jahren möglicherweise in Manyakheta im Rashtrakuta-Reich, wobei seine Gesamtlebensspanne von etwa 800 bis 878 reicht und seine Herrschaft von 814 bis zu seinem Tod dauert; seine Regierungszeit umfasst 64 Jahre und gehört zu den am genauesten datierten längsten monarchischen Regierungszeiten, und es wird berichtet, dass er die Hauptstadt des Rashtrakuta-Reiches von Mayurkhandi im heutigen Distrikt Bidar nach Manyakheta im heutigen Distrikt Kalaburagi im heutigen Bundesstaat Karnataka verlegt und dort eine kaiserliche Hauptstadt errichtet, die der Stadt des Gottes Indra entsprechen soll, mit aufwendig gestalteten Gebäuden für das Herrscherhaus aus bester handwerklicher Arbeit. König Krishna II. (878–914)
- zuletzt 821
Westliche Ganga-Dynastie
- 938: König Butuga II. (938-961)
- Fortsetzung 961
- zuletzt 816
Pallava
- 845: Im 49. Regierungsjahr Dantivarmans endet das durch die Telugu-Chola verursachte Interregnum. Dantivarman wird dabei von seinem Kronprinzen Nandivarman III. unterstützt, der durch die Kadamba-Prinzessin Aggalanimmadi geboren ist, und er gewinnt sein verlorenes Gebiet zurück. Die südlichen Regionen des Pallava-Reiches bleiben jedoch weiterhin unter pandyanischer Kontrolle.
- Fortsetzung 846
- 846: Dantivarman herrscht insgesamt 51 Jahre lang über das Pallava-Reich und regiert bis 846 n. Chr.. König Nandivarman III. (846–869)
- Fortsetzung 796
- Zuletzt 818
Pandya
- 830: Im Jahr 830 findet die Schlacht von Tellaru statt, in der Srimara Srivallabha mit den Pandya-Truppen gegen ein Bündnis unter Führung des Pallava-Herrschers Nandivarman III kämpft. Die Verbündeten der Pallava sind die Gangas, die Cholas und die Rashtrakutas, und die Pandya-Truppen unterliegen den Pallavas in dieser Schlacht. Die Pandya ziehen sich nach Süden in ihr Kernland zurück, und die Pallava-Armee rückt bis an den Fluss Vaigai vor.
- Fortsetzung 850
- 850: Vor etwa 850 erobert der Chola Vijayalaya die Stadt Tanjore, wodurch er die dortigen Muttarayars besiegt, die vermutlich zu dieser Zeit den Pandyas unterstehen. Durch den Kampf gegen die Muttarayars schwächt Vijayalaya den Einfluss der Pandyas nördlich des Flusses Kaveri und stärkt zugleich die Stellung der Pallavas in dieser Region.
- 859: Im Jahr 859 kann Srimara Srivallabha das zuvor erfolgreiche Bündnis der Pallavas und ihrer Verbündeten in der Schlacht von Kudamukku (Kumbakonam) besiegen. Er behauptet sich gegen die Gangas, Pallavas, Cholas, Kalingas und Magadhas, deren Allianz in dieser Schlacht bei Kudamukku zurückgeschlagen wird. Die Sinnamanur-Kupferplatten führen diesen Sieg in Kudamukku als Teil seiner militärischen Erfolge an und stellen diese als Steigerung seines militärischen Rufes dar.
- 862: Um 862 setzt Srimara Srivallabha seine militärischen Unternehmungen fort und gerät in die Ereignisse um den Angriff des sri-lankischen Königs Sena II auf Madurai, während er seine Aufmerksamkeit im Norden gegen die Pallavas richtet. Nach den sri-lankischen Quellen verbündet sich Sena II mit einem rebellischen Pandya-Prinzen Varaguna II, dessen Einsetzung auf den Pandya-Thron durch Heeresführer des sri-lankischen Königs geschildert wird. Die Pandya-Seite beschreibt dagegen, dass Srimara Srivallabha einen Maya-Pandya (Varaguna II) und die von Sena II geführten singhalesischen Truppen erfolgreich abwehrt und dadurch seine eigene Herrschaft am Ende des Kampfes behauptet. Die sri-lankischen und die Pandya-Quellen widersprechen einander, und K. A. Nilakanta Sastri bewertet in seiner Darstellung „Pandyan Kingdom“ die Pandya-Überlieferung als zuverlässig und folgert, dass Srimara Srivallabha einen erfolgreichen Einfall nach Ceylon durchführt und den Versuch einer Gegeninvasion abwehrt. König Varaguna II. (862–879)
Anuradhapura
- König Aggabodhi VIII. (816–827)
- König Dappula III. (827–843)
Dappula III. folgt seinem Bruder Aggabodhi VIII. auf den Thron. - Fortsetzung 843
- 843: König Aggabodhi IX. (843-846)
- Zuletzt 827
TIBET
- 838: Im Jahr 838 endet sowohl das Leben als auch die Regierungszeit von Ralpachen, indem der Artikel angibt, dass er im Jahr 838 stirbt und seine Herrschaft von ungefähr 815 bis 838 dauert. Der Text berichtet, dass Ralpachen im Jahr 838 von seinem jüngeren Bruder Langdarma ermordet wird, und nennt diese Ermordung ausdrücklich als Grund für sein Lebensende und das Ende seiner Regierungszeit. Der Artikel erwähnt weiter, dass Ralpachen in der alten tibetischen Chronik „Testament von Ba“ als „Sohn Gottes“ bezeichnet wird und als einer der „drei Dharma-Könige von Tibet“ gilt, zu denen neben ihm der dreiunddreißigste König Songtsen Gampo und der achtunddreißigste König Trisong Detsen gehören, wobei diese Einordnung retrospektiv auf seine gesamte Lebenszeit, einschließlich seines Todesjahrs 838, bezogen ist.
- Zuletzt 823
KHMER
- 850: Jayavarman stirbt im Jahr 850 und erhält den posthumen Namen Parameshwara; nach ihm besteigt sein Sohn Jayavarman III den Thron. [https://de.wikipedia.org/wiki/Jayavarman_III. König Jayavarman III. (um 850-877)
- Fortsetzung 850
CHINA
(58. (59.) Zyklus - Jahr des Feuer-Schafes; am Beginn des Jahres Feuer-Pferd)
Tang-Dynastie
- Kaiser Jingzong (824–827)
Am 9. Januar befindet sich Jingzong auf der Jagd. Nach deren Ende kehrt er in den Palast zurück und trinkt mit 28 Personen, darunter den Eunuchen Liu Keming, Tian Wucheng und Xu Wenduan sowie den Polospielern Su Zuoming, Wang Jiaxian, Shi Congkuan und Yan Weizhi. Als er sich von seinem Platz erhebt, um zur Latrine zu gehen, erlöschen plötzlich die Kerzen. Su Zuoming und seine Gefährten nutzen dies, um ihn zu töten. Kaiser Jingzong stirbt im Alter von 17 Jahren. Nach der Tötung Kaiser Jingzongs ruft Liu Keming den kaiserlichen Gelehrten Lu Sui herbei, damit dieser ein Testament im Namen Kaiser Jingzongs verfasst. Dieses setzt Li Wu, den Prinzen von Jiang und jüngeren Bruder Kaiser Muzongs, an die Spitze des Staates. Am nächsten Morgen wird das Testament verkündet. Li Wu hat den Thron noch nicht bestiegen, empfängt aber die Kanzler und die übrigen Beamten und verhält sich, als sei er Kaiser. Liu Keming beabsichtigt, die mächtigsten Eunuchen auszuschalten. Wang Shoucheng und Yang Chenghe, die Leiter der Palastkommunikation, sowie Wei Congjian und Liang Shouqian, die Befehlshaber der Shence-Armeen, sammeln daraufhin die Shence-Armeen und die Soldaten des Fliegenden Drachen, um Liu Kemings Gruppe anzugreifen und Li Han, den Prinzen von Jiang und jüngeren Bruder Kaiser Jingzongs, in den Palast zu geleiten. Die Shence-Armeen und die Soldaten des Fliegenden Drachen greifen Liu Kemings Partei an und töten die meisten ihrer Angehörigen, darunter Li Wu. Liu Keming versucht, durch einen Sprung in einen Brunnen Selbstmord zu begehen, wird jedoch herausgezogen und enthauptet. Auf Rat Wei Chuhous erklärt Wang Shoucheng öffentlich, was geschehen ist, und lässt Großkaiserinwitwe Guo Li Han zum neuen Kaiser ernennen. Li Han besteigt als Kaiser Wenzong den Thron. - Kaiser Wenzong (826–840)
Zu Beginn seiner Herrschaft beobachtet Wenzong die Verschwendungssucht, welche sein Vater Kaiser Muzong und sein Bruder Kaiser Jingzong während ihrer Regierungszeiten gezeigt haben. Er bemüht sich daher um Sparsamkeit, gewissenhafte Regierungstätigkeit und häufige Zusammenkünfte mit den Beamten. Die Bevölkerung erwartet eine friedliche Zeit. gilt jedoch als bescheiden und für Vorschläge empfänglich, zugleich aber als unentschlossen, weil er seine Meinung oft ändert, nachdem er zunächst den Vorschlägen der Kanzler zugestimmt hat. Als der Kanzler Wei Chuhou Einwände erhebt und seinen Rücktritt anbietet, nimmt Kaiser Wenzong diesen nicht an. Kaiser Wenzong ehrt seine Mutter Gemahlin Xiao als Kaiserinwitwe und ehrt weiterhin seine Großmutter, die Großkaiserinwitwe Guo, sowie die Mutter Kaiser Jingzongs, Kaiserinwitwe Wang. Damit befinden sich drei Kaiserinwitwen im Palast. Er dient ihnen mit kindlicher Pietät und bietet ihnen stets zuerst die besten Tribute an. Dou Yizhi und Wei Chuhou bekleiden von 827 bis 828 das Kanzleramt. Pei Du und Wang Bo wirken von 827 bis 830 als Kanzler. Li Zongmin wird von 827 bis 833 sowie erneut von 834 bis 835 Kanzler. Prinzessin Langning, die vierte Tochter Kaiser Wenzongs, wird geboren. - Fortsetzung 828
- 828: Wenzong: Li Pu, der älteste Sohn Kaiser Jingzongs und Fürst von Jin, stirbt. Kaiser Wenzong hat zuvor vorgehabt, ihn zum Kronprinzen zu ernennen, und ist über dessen Tod so betrübt, dass er mehrere Jahre wartet, bevor er seinen eigenen Sohn Li Yong zum Kronprinzen macht. Lu Sui bekleidet von 828 bis 835 das Kanzleramt.
- Fortsetzung 829
- 829: Wenzong: Li Tongjie, der Sohn des verstorbenen Li Quanlüe, hat nach dem Tod seines Vaters die Kontrolle über den Bezirk Henghai mit Sitz im heutigen Cangzhou in Hebei ohne kaiserliche Genehmigung an sich gerissen und erhofft sich die Nachfolge seines Vaters. Nach der Thronbesteigung Kaiser Wenzongs entsendet Li Tongjie seinen Sekretär Cui Congzhang sowie seine Brüder Li Tongzhi und Li Tongsun in die Hauptstadt Chang’an, um Kaiser Wenzong zu huldigen und dessen Zustimmung zu seiner Nachfolge zu erlangen. Kaiser Wenzong ernennt Li Tongjie stattdessen zum Militärgouverneur des Bezirks Yanhai mit Sitz im heutigen Jining in Shandong und versetzt Wu Chongyin, einen früheren Militärgouverneur von Henghai, nach Henghai. Li Tongjie beschließt, militärischen Widerstand zu leisten. Der Kriegsherr Wang Tingcou, Militärgouverneur des benachbarten Bezirks Chengde mit Sitz im heutigen Shijiazhuang in Hebei, unterstützt ihn. Kaiser Wenzong mobilisiert mehrere Bezirke in der Umgebung Henghais zum Angriff, erzielt jedoch zunächst keinen Erfolg. Erst im Jahr 829 wird Li Tongjie durch den kaiserlichen General Li You besiegt. Ende des Jahres 829 greift Nanzhao den Bezirk Xichuan mit Sitz im heutigen Chengdu in Sichuan in großem Umfang an. Nanzhao ist über Einfälle von Truppen Xichuans verärgert. Diese Truppen sind infolge der Gehaltskürzungen ihres Militärgouverneurs, des ehemaligen Kanzlers Du Yuanying, gezwungen, die Grenzgebiete Nanzhaos zu plündern. Die Truppen Nanzhaos dringen bis nach Chengdu vor und nehmen die Stadt beinahe ein. Nanzhao fordert Kaiser Wenzong auf, gegen Du Yuanying vorzugehen. Kaiser Wenzong verbannt Du Yuanying und schließt anschließend einen Friedensvertrag mit Nanzhao. Die Truppen Nanzhaos nehmen dennoch Zehntausende Menschen aus Xichuan gefangen und bringen sie nach Nanzhao. Li Zongmin wirkt von 829 bis 833 als Kanzler.
- 830: Wenzong: Im Jahr 830 beginnt innerhalb der Verwaltung Kaiser Wenzongs der später als Niu-Li-Fraktionskämpfe bezeichnete Parteienstreit. Wei Chuhou ist inzwischen gestorben, und der betagte Kanzler Pei Du übernimmt weniger Einfluss auf Regierungsentscheidungen; schließlich wird er aus der Hauptstadt versetzt, um als Militärgouverneur zu dienen. Die nachfolgenden Kanzler Li Zongmin und Niu Sengru gelten als Fraktionsvertreter der später nach Niu Sengru benannten Niu-Fraktion. Sie entfernen gemeinsam die Verbündeten ihres politischen Gegners Li Deyu aus der Regierung. Li Deyu gilt später als Namensgeber der Li-Fraktion. Pei Du hat Li Deyu für das Kanzleramt empfohlen, doch Li Zongmin setzt sich mit Unterstützung der Eunuchen gegen Li Deyu durch. Kaiser Wenzong ist des Einflusses der Eunuchen auf seine Regierungstätigkeit und ihrer Kontrolle über den Palast überdrüssig. Er plant deshalb heimlich mit dem Beamten Song Shenxi, die Eunuchen, insbesondere Wang Shoucheng, zu entmachten. Um die Planung voranzutreiben, ernennt Kaiser Wenzong Song Shenxi ebenfalls zum Kanzler. Niu Sengru bekleidet von 830 bis 832 und Song Shenxi von 830 bis 831 das Kanzleramt. Pei Du und Wang Bo scheiden im Jahr 830 aus dem Kreis der Kanzler aus.
- 831: Wenzong: Wang Shoucheng und sein Stratege Zheng Zhu erfahren von dem Plan Kaiser Wenzongs und des Beamten Song Shenxi, die Eunuchen, insbesondere Wang Shoucheng, zu entmachten. Sie reagieren, indem sie Song Shenxi fälschlich beschuldigen, Kaiser Wenzong stürzen und dessen Bruder Li Cou, den Prinzen von Zhang, auf den Thron setzen zu wollen. Li Cou und Song Shenxi werden daraufhin verbannt. Li Deyu ist Militärgouverneur des Xichuan-Kreises, dessen Sitz sich im heutigen Chengdu in Sichuan befindet. Xidamou, der tibetische Verteidiger der Präfektur Wei im heutigen Autonomen Bezirk Ngawa der Tibeter und Qiang in Sichuan, ergibt sich Li Deyu und übergibt ihm die Präfektur Wei. Li Deyu befürwortet, Xidamous Unterwerfung anzunehmen und die Präfektur Wei als Ausgangspunkt für einen großen Angriff auf Tibet zu benutzen. Niu Sengru rät unter Hinweis auf den Friedensvertrag zwischen dem Tang-Reich und Tibet davon ab, die Unterwerfung anzunehmen, da ein tibetischer Angriff auf die Region Chang’an verheerend wäre. Kaiser Wenzong folgt Niu Sengrus Rat und befiehlt Li Deyu, die Präfektur Wei an Tibet zurückzugeben. Tibet tötet anschließend Xidamou und dessen Untergebene, was öffentliche Empörung hervorruft. Historiker sind über Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart uneinig darüber, ob Li Deyu oder Niu Sengru recht hat. Song Shenxi ist in diesem Jahr Kanzler.
- 832: Wenzong: Kaiser Wenzong ernennt seinen Sohn Li Yong zum Kronprinzen. Zuvor hat er geplant, Li Pu, den ältesten Sohn Kaiser Jingzongs und Prinzen von Jin, zum Kronprinzen zu ernennen. Li Pu stirbt jedoch 828, und Kaiser Wenzong ist darüber so betrübt, dass er mehrere Jahre wartet, bevor er Li Yong zum Kronprinzen macht. Nach dem Xidamou-Vorfall und angesichts einer gegen Niu Sengru gerichteten öffentlichen Stimmung gibt Niu Sengru sein Kanzleramt auf und wird Militärgouverneur des Wuchang-Kreises mit Sitz im heutigen Wuhan in Hubei. Li Deyu wird nach Chang’an zurückgerufen und wird 833 Kanzler.
- 833: Wenzong: 833: Li Deyu wird in Chang’an Kanzler und nutzt die Gelegenheit, um die Anhänger Li Zongmins wegen Fraktionsbildung anzugreifen; viele von ihnen werden degradiert. Li Zongmin selbst wird bald aus Chang’an entsandt, um als Militärgouverneur des westlichen Shannan-Kreises mit Sitz im heutigen Hanzhong in Shaanxi zu dienen. Um das neue Jahr 833 erleidet Kaiser Wenzong einen Schlaganfall. Da Zheng Zhu ein begabter Arzt ist, empfiehlt Wang Shoucheng ihn dem Kaiser. Zheng Zhu behandelt Kaiser Wenzong erfolgreich, woraufhin der Kaiser ihm nahesteht. Von diesem Zeitpunkt an ist Kaiser Wenzongs Geist geschwächt, und er kann nicht mehr dieselbe Stärke wie zuvor zeigen. Ein weiterer Vertrauter Wang Shouchengs, Li Zhongyan, wird ebenfalls ein enger Vertrauter Kaiser Wenzongs, obwohl Li Deyu wegen Li Zhongyans früherer Verbrechen versucht, dies zu verhindern. Um Li Deyu entgegenzuwirken, setzen sich Zheng Zhu und Li Zhongyan für die Rückkehr Li Zongmins aus dem westlichen Shannan-Kreis ein, damit dieser erneut Kanzler wird; Li Deyu wird zum Zhenhai-Kreis mit Sitz im heutigen Zhenjiang in Jiangsu entsandt. Kaiser Wenzong äußert, durch die Fraktionskämpfe zwischen der Niu- und der Li-Fraktion erschöpft, es sei leicht, die Räuber nördlich des Gelben Flusses zu vernichten, aber schwierig, die Fraktionsbildung unter den Beamten zu vernichten. Li Deyu wird beschuldigt, eng mit Du Zhongyang, der Amme Li Cous, verbunden zu sein, weiter degradiert und verbannt. Als Kanzler Lu Sui versucht, für Li Deyu einzutreten, wird auch er aus der Hauptstadt fortgeschickt, um Militärgouverneur von Zhenghai zu werden. Li Zongmin bleibt nicht lange Kanzler, weil er Zheng Zhu beleidigt, indem er ihm ein hohes Amt verweigert. Familienangehörige von Li Zongmins engem Vertrauten Yang Yuqing, dem Bürgermeister der Hauptstadtgemeinde Jingzhao, also der Region Chang’an, werden beschuldigt, das Gerücht verbreitet zu haben, Zheng Zhu stelle für Kaiser Wenzong Unsterblichkeitspillen aus den Herzen und Lebern von Säuglingen her. Yang Yuqing wird verhaftet und verbannt. Als Li Zongmin für Yang Yuqing eintritt, wird auch Li Zongmin verbannt. Li Zhongyan, dessen Name inzwischen in Li Xun geändert ist, und Zheng Zhu beschuldigen daraufhin jeden Beamten, den sie nicht mögen, ein Fraktionsanhänger Li Deyus oder Li Zongmins zu sein, und lassen diese Personen aus der kaiserlichen Regierung entfernen. Zu diesem Zeitpunkt sind Li Xun, dessen Vertraute Jia Su und Shu Yuanyu sowie der ranghohe Beamte Wang Ya Kanzler. Li Deyu ist in diesem Jahr Kanzler, ebenso Wang Ya.
- 834: Wenzong: Li Zongmin ist Kanzler
- 835: Wenzong: Kaiser Wenzong, Li Xun und Zheng Zhu planen die Tötung der mächtigen Eunuchen. Die Eunuchen verdächtigen Li Xun und Zheng Zhu nicht, weil beide von Wang Shoucheng empfohlen worden sind. Mehrere wichtige Eunuchen werden einzeln durch Attentate und Verbannungen, denen Hinrichtungen folgen, ausgeschaltet. Im Winter wird Zheng Zhu zum Fengxiang-Kreis mit Sitz im heutigen Baoji in Shaanxi entsandt, um ein Heer gegen die Eunuchen aufzustellen. Wang Shoucheng wird auf Befehl Kaiser Wenzongs gezwungen, Selbstmord zu begehen. Kaiser Wenzong, Li Xun und Zheng Zhu planen, Wang Shouchengs Begräbnis als Vorwand zu benutzen, um die Eunuchen zusammenzurufen und sie anschließend durch Zheng Zhus Truppen töten zu lassen. Li Xun ist heimlich eifersüchtig auf Zheng Zhu und verfolgt einen Plan, von dem selbst Kaiser Wenzong nichts weiß: Er will die Eunuchen mehrere Tage vor Wang Shouchengs Beerdigung angreifen und anschließend auch Zheng Zhu beseitigen. Am 14. Dezember lässt Li Xun seinen Vertrauten, den General Han Yue, fälschlich verkünden, bei Hans Hauptquartier befinde sich an einem Baum süßer Tau. Li Xun beabsichtigt, die führenden Eunuchen Qiu Shiliang und Yu Hongzhi, die Befehlshaber der Shence-Armeen, in Hans Hauptquartier zu locken und sie dort töten zu lassen. Qiu Shiliang und Yu Hongzhi erkennen nach ihrer Ankunft bei Han Yue, dass etwas nicht stimmt, kehren rasch in die kaiserliche Halle zurück, nehmen Kaiser Wenzong an sich und bringen ihn in den Palast zurück. Sie setzen anschließend die Soldaten der Shence-Armee ein und lassen eine große Zahl von Beamten töten oder verhaften, darunter Li Xun. Jia Su, Shu Yuanyu und Wang Ya werden später ebenfalls hingerichtet, zusammen mit einer großen Zahl von Li Xuns Anhängern. Sie werden beschuldigt, Kaiser Wenzong stürzen und Zheng Zhu als neuen Kaiser einsetzen zu wollen. Zheng Zhu wird in Fengxiang ebenfalls ermordet. Weil die Behauptung vom süßen Tau dazu dient, die Eunuchen in eine Falle zu locken, wird dieses Ereignis später als Ganlu-Zwischenfall bezeichnet. Nach dem Zwischenfall befindet sich Kaiser Wenzong körperlich in der Gewalt der Eunuchen, und seine Befugnisse, jene der neuen Kanzler Li Shi und Zheng Tan sowie jene der übrigen kaiserlichen Beamten werden stark eingeschränkt. Li Zongmin ist in diesem Jahr weiterhin Kanzler. Jia Su, Li Guyan, Shu Yuanyu, Li Xun, Zheng Tan und Li Shi sind ebenfalls Kanzler.
- 836: Wenzong: Im Frühling reicht der Kriegsherr Liu Congjian, Militärgouverneur des Zhaoyi-Kreises mit Sitz im heutigen Changzhi in Shanxi, scharf formulierte Eingaben ein, in denen er Qiu Shiliang und die anderen Eunuchen verschiedener Verbrechen beschuldigt. Erst nach Liu Congjians Eingaben werden Qiu Shiliang und die anderen Eunuchen besorgt und erlauben Kaiser Wenzong, Li Shi und Zheng Tan, in gewissem Umfang nach ihrem eigenen Willen zu regieren. Kaiser Wenzong befiehlt, Wang Ya und zehn weitere Beamte, die beim Ganlu-Zwischenfall getötet worden sind, zu bestatten. Qiu Shiliang lässt die Leichname dieser Beamten jedoch aus den Gräbern ausgraben und in den Wei-Fluss werfen. Nach dem Ganlu-Zwischenfall ist Kaiser Wenzong niedergeschlagen, lächelt nie mehr und wird selbst bei großen Festen häufig murmelnd gesehen. In einem Gespräch mit dem kaiserlichen Gelehrten Zhou Chi fragt er, mit welchen Herrschern des Altertums er verglichen werden könne. Zhou Chi antwortet schmeichelnd, Kaiser Wenzong könne mit den mythischen wohlwollenden Herrschern Kaiser Yao und Kaiser Shun verglichen werden. Kaiser Wenzong vergleicht sich stattdessen mit den letzten Herrschern der Zhou- und Han-Dynastie, König Nan von Zhou und Kaiser Xian von Han. Als Zhou Chi überrascht feststellt, beide seien Herrscher am Ende ihrer Dynastien gewesen, erklärt Kaiser Wenzong, König Nan und Kaiser Xian seien von stark bewaffneten Vasallen beherrscht worden, während er von Haussklaven beherrscht werde und ihnen deshalb sogar unterlegen sei. Li Guyan ist in diesem Jahr Kanzler.
- 837: Wenzong: Li Shi tritt nach einem von Qiu Shiliang gegen ihn unternommenen Attentatsversuch als Kanzler zurück. An seiner Stelle werden Chen Yixing, Yang Sifu und Li Jue nacheinander Kanzler, neben Zheng Tan. Bald flammt die Parteinahme unter den Kanzlern erneut auf: Zheng Tan und Chen Yixing, die als Führer der Li-Fraktion gelten, stehen Yang Sifu und Li Jue gegenüber, die als Führer der Niu-Fraktion gelten. Die Ratschläge der Kanzler sind von parteilichen Erwägungen bestimmt, was es Kaiser Wenzong erschwert, über sie zu entscheiden; Zheng Tan und Chen Yixing werden erst 839 abgesetzt. Li Zongjian, Kaiser Wenzongs zweiter Sohn, wird zum Prinzen von Jiang ernannt. Ein von Kaiser Wenzong in Auftrag gegebenes Projekt wird abgeschlossen: Die Texte und Kommentare der konfuzianischen Klassiker werden auf Steintafeln eingraviert und an der kaiserlichen Hochschule für Adlige, dem Guozi Jian, öffentlich ausgestellt. Li Guyan, Zheng Tan, Li Shi und Chen Yixing sind in diesem Jahr Kanzler.
- 838: Wenzong: Kaiser Wenzongs bevorzugte Konkubine, die Gemahlin Yang, erhebt falsche Anschuldigungen gegen die Gemahlin Wang, die Mutter Li Yongs. Die Gemahlin Wang stirbt infolgedessen. Anschließend gibt es weitere Anschuldigungen, Li Yong lebe ausschweifend. Kaiser Wenzong lässt Li Yong kurzzeitig festnehmen und erwägt, ihn abzusetzen. Erst auf Drängen der kaiserlichen Beamten und Offiziere der Shence-Armee lässt Kaiser Wenzong davon ab. Li Yong stirbt jedoch kurz darauf. Einige Historiker glauben, Li Yong sei mit stillschweigender Zustimmung Kaiser Wenzongs ermordet worden. Li Zongjian stirbt vermutlich spätestens in diesem Jahr. Li Shi und Yang Sifu sind in diesem Jahr Kanzler, ebenso Li Jue.
- 839: Wenzong: Zheng Tan und Chen Yixing werden aus ihren Ämtern entfernt. Nach Li Yongs Tod und nachdem Li Zongjian, der Prinz von Jiang, vermutlich bereits gestorben ist, bleibt Li Zongjian nicht als weiterer Sohn Kaiser Wenzongs. Die Gemahlin Yang empfiehlt Kaiser Wenzongs jüngerem Bruder Li Rong, dem Prinzen von An, zum neuen Kronprinzen zu machen. Als Kaiser Wenzong die Kanzler befragt, widerspricht Li Jue. Kaiser Wenzong ernennt deshalb Ende des Jahres Li Chengmei, den jüngsten Sohn Kaiser Jingzongs und Prinzen von Chen, zum neuen Kronprinzen. Japanische Gesandte, die im Rahmen einer diplomatischen Mission aus Heian-kyō an den Tang-Hof gereist sind, bringen auf ihrer Rückkehr nach Japan dem Kaiser Ninmyō ein Schreiben Kaiser Wenzongs. Pei Du ist in diesem Jahr wieder Kanzler, ebenso Zheng Tan, Chen Yixing, Cui Dan, Yang Sifu und Li Jue.
- 840: Wenzong: Im Frühling ist Kaiser Wenzong schwer krank. Er lässt seine vertrauten Eunuchen Liu Hongyi und Xue Jileng die Kanzler Li Jue und Yang Sifu in den Palast rufen, weil er beabsichtigt, ihnen Li Chengmei anzuvertrauen. Qiu Shiliang und Yu Hongzhi, die den Palast kontrollieren, widersetzen sich Li Chengmei, weil sie nicht konsultiert worden sind, bevor Kaiser Wenzong Li Chengmei zum Kronprinzen ernennt. Trotz Li Jues Widerspruchs erlassen sie im Namen Kaiser Wenzongs ein Edikt, das Li Chengmei unter dem Vorwand, er sei zu jung, wieder zum Prinzen von Chen herabsetzt und Li Chan, einen weiteren Bruder Kaiser Wenzongs und Prinzen von Ying, zum Kronprinzen macht. Kaiser Wenzong stirbt kurz darauf. Nach seinem Tod überzeugt Qiu Shiliang Li Chan, Li Chengmei sowie die Gemahlin Yang und Li Rong zum Selbstmord zu befehlen. Li Chan besteigt daraufhin als Kaiser Wuzong den Thron. Die Gemahlin Yang stirbt in diesem Jahr. Yang Sifu, Li Jue und Cui Dan sind Kanzler. Kaiser Wuzong (840-846)
- Zuletzt 827
KOREA
Balhae
- 830: Im Jahr 830 stirbt König Sŏn, und sein Enkel Tae Ijin tritt die Nachfolge auf dem Thron von Balhae an. König Tae Ijin (830–857)
- Liste der Könige von Balhae
- Fortsetzung 857
- zuletzt 818
Silla
- 834: König Heungdeok überarbeitet die Farben der Amtskleidung. Im selben Jahr verbietet er bestimmte Kleidungsstile, darunter prunkvolle Kleidung am Hof von Silla. Diese Hofkleidung ist unter dem Einfluss und durch die Übernahme der Kleidung der Tang-Dynastie prunkvoll geworden. Verboten wird auch das Banbi, ein kurzärmeliges Kleidungsstück, das zur Zeit Kim Chunchus aus der Tang-Dynastie eingeführt worden ist. Heungdeok regelt die Kleidung streng nach dem jeweiligen Golpum-Stand einer Person. Die Regelungen betreffen 21 Kleidungsgegenstände, darunter die Beamtenkopfbedeckung Bokdu. Auch die Verwendung von Textilien wird nach dem Golpum-Stand geregelt. Heungdeok erlässt außerdem ein Edikt, das dem einfachen Volk „übermäßigen Luxus“ verbietet. Ferner erlässt er Verbotsedikte gegen Gold- und Silberwaren, auch für Personen mit dem Status Jingol; ihnen wird nur die Verwendung von versilberten Gegenständen erlaubt. Damit beabsichtigt er eine Rückkehr zu der Zeit der mittleren Silla-Periode, als das Königshaus von Silla das Monopol auf Gold- und Silberwaren besitzt.
- Fortsetzung 836
- 836: Heungdeok stirbt ohne Erben. Sein Tod löst einen blutigen Machtkampf zwischen rivalisierenden Mitgliedern der königlichen Familie von Silla aus. Sein Grab befindet sich nördlich von Angang-hyeon, dem heutigen Angang-eup in Gyeongju, Südkorea.
- Zuletzt 826
JAPAN
- Tennõ Junna (823–833)
Die kaiserliche Prinzessin Ujiko endet ihr Amt als 16. Saiō des Ise-Schreins. Prinz Motosada, der dritte Sohn Junnas und der Kaiserin Prinzessin Shōshi beziehungsweise Masako, wird geboren. - Fortsetzung 828
- 828: Junna: Yoshimine no Yasuyo, ein Halbbruder Kaiser Junnas, wird Dainagon und bleibt es bis 830. Kiyohara no Natsuno wird Dainagon und bekleidet dieses Amt bis 832.
- Fortsetzung 829
- 829: Junna: Prinz Tsunefusa, der vierte Sohn Junnas und der Kaiserin Prinzessin Shōshi beziehungsweise Masako, wird geboren. Fujiwara no Mimori wird Dainagon und bleibt es bis 838.
- 830: Junna: Yoshimine no Yasuyo endet sein Amt als Dainagon.
- 832: Junna: Fujiwara no Otsugu wird Sadaijin und bleibt dies bis 843. Kiyohara no Natsuno wird Udaijin und bekleidet dieses Amt bis 837. Fujiwara no Otsugu endet sein Amt als Udaijin. Kiyohara no Natsuno endet sein Amt als Dainagon.
- 833: Junna: Am 22. März dankt Junna im zehnten Jahr seiner Herrschaft zugunsten seines Adoptivsohns ab; Kaiser Ninmyō erhält kurz darauf den Thron. Junna wird zurückgetretener Kaiser und zieht nach Junna-in, einer Villa im Bezirk Ukyo in Kyōto. Nach seiner Abdankung leben zwei ehemalige Kaiser: Saga wird als älterer zurückgetretener Kaiser bezeichnet, Junna als jüngerer zurückgetretener Kaiser. Später wirkt das Oberhaupt des Minamoto-Klans als Verwalter von Junna-in; die Villa wird zur Shōgakuin-Akademie, die auch Saiin genannt wird. Tennō Nimmyō (833–850)
- 833: Saga 833 lässt der ehemalige Kaiser Saga einen neuen Palast in Saga‑in, dem späteren Daikaku‑ji, erbauen, einem außerhalb Kyōtos gelegenen Nebenpalast, der bereits während seiner Regierungszeit angelegt wird, und zieht gemeinsam mit der Kaiserinwitwe Kachiko dorthin. Der Garten des Palastes enthält den Ōsawa‑Teich, einen der ältesten erhaltenen Teiche eines japanischen Gartens aus der Heian‑Zeit, der nach dem chinesischen Dongting‑See gestaltet ist.
- 834: Die kaiserliche Prinzessin Sadako stirbt. Die Ära Tenchō endet.
- 837: Kiyohara no Natsuno endet sein Amt als Udaijin.
- 838: Fujiwara no Mimori endet sein Amt als Dainagon.
- 840: Junna Am 8. Mai beziehungsweise 11. Juni stirbt der ehemalige Kaiser Junna im Alter von 55 Jahren. Er hinterlässt den Wunsch nach einer einfachen Bestattung; seine Asche wird auf dem Berg Oshio in Oharano verstreut. Nach seinem Tod sorgt Fujiwara no Yoshifusa dafür, dass Montoku statt Kronprinz Tsunesada auf den Thron kommt.
- 842: Saga Am 24. August 842 stirbt der ehemalige Kaiser Saga im Alter von 57 Jahren. Er hinterlässt ein Testament mit Zitaten aus chinesischen Klassikern, in dem er seinen Wunsch nach einem schlichten Begräbnis äußert, anders als frühere Kaiser und abgedankte Kaiser. Gemäß seinen wiederholten Bitten soll sein Grab in einem abgelegenen, kargen Gebiet nördlich der Berge liegen, ohne Siegel oder Erdaufschüttung, lediglich eingeebnet, mit einer Grube, die groß genug ist, um den Sarg aufzunehmen, ohne gepflanzte Bäume, der natürlichen Bewachsung überlassen und ohne längere Zeit dort abgehaltene Rituale. Dementsprechend wird die Bestattung am selben Tag seines Todes vollzogen, und seine sterblichen Überreste werden in einem abgelegenen Berggebiet nordwestlich von Daikaku‑ji beigesetzt, so dass das Grab nicht in den Engishiki verzeichnet ist und der genaue Ort ab der Kamakura‑Zeit unbekannt ist.
- Zuletzt 826
QUELLEN
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19.07.2023 Artikel eröffnet
13.08.2023 Grundstock erstellt
18.09.2026 Grundstock ergänzt