-220
Erscheinungsbild
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita DXXXIV = 534)
- Konsul Marcus Valerius Laevinus (1. Amtszeit)
Wohl 220, bei unsicherer Datierung, bekleidet Marcus Valerius als Suffektkonsul zum ersten Mal das Konsulat. - Suffektkonsul Lucius Veturius Philo
Lucius Veturius Philo ist ein römischer Patrizier aus der Sippe der Veturier und ist ein Nachkomme des zweimaligen Konsuls Titus Veturius Calvinus, dessen politische Laufbahn nach der Niederlage gegen die Samniten 321 abrupt endete. Sein Vater heißt wahrscheinlich ebenfalls Lucius Veturius Philo, über ihn ist aber sonst nichts bekannt. Über hundert Jahre lang bekleidete kein Veturier ein hohes Amt des cursus honorum. Im Jahr 220 erreicht Lucius Veturius Philo dann als erster Veturier wieder das Konsulat. Er führt gemeinsam mit seinem Kollegen Gaius Lutatius Catulus einen Feldzug gegen die Kelten in Oberitalien im Rahmen der römisch-gallischen Kriege. - Zensor Lucius Aemilius Papus
Der frühere Konsul Lucius Aemilius Papus bekleidet das Amt des Zensors gemeinsam mit Gaius Flaminius. Während dieser Zensur entsteht auf Veranlassung des Kollegen Flaminius die Via Flaminia, ebenso wird der Circus Flaminius errichtet. Papus und Flaminius legen nach Plinius dem Älteren dem Volk eine lex Metilia de fullonibus vor, die das künstliche Weißen von Kleidung verbietet. - Zensor Gaius Flaminius
Gaius Flaminius bekleidet das Amt des Zensors. Er lässt die Via Flaminia von Rom nach Ariminum anlegen, ordnet die Eintragung von Freigelassenen in die Stadttribus und gründet die Kolonien Placentia und Cremona am Po. Ebenfalls um 220 lässt er in Rom den Circus Flaminius errichten, der für Spiele und Volksversammlungen dient und seinen Namen trägt. - Der ehemalige Konsul Lucius Cornelius Lentulus Caudinus wird princeps senatus in Rom.
- Via Flaminia (Straße)
Bau der Via Flaminia (benannt nach Gaius Flaminius) zwischen Rom und Ariminum - Barberinischer Faun (Skulptur)
um 220: Entstehung der Skulptur des Barberinischen Fauns; möglicherweise handelt es sich um eine Kopie einer hellenistischen Skulptur. - Zweiter Illyrischer Krieg (220-219)
Der illyrische Regent Demetrios und der künftige König Skerdilaidas segeln mit 90 lembi wieder südlich von Lissus, greifen Pylos an, wo Demetrios nach mehreren Versuchen 50 Schiffe erbeutet, während Skerdilaidas mit 40 Schiffen nach Norden zurückkehrt. Skerdilaidas schließt sich in Naupaktos, unterstützt von seinem Schwager Amynas von den Athamanen, einem aitolischen Einfall nach Achaia an, plündert Kynaitha und scheitert vor Kleitor, während Demetrios in den Kykladen Tribut erpresst und Inseln ausraubt. Von rhodischen Kriegsschiffen verfolgt, flieht Demetrios nach Kenchreai; sein makedonischer Verbündeter Taurion lässt die Schiffe über den Isthmus schleppen, sodass Demetrios noch einige Küstenraids im Golf von Korinth unternimmt, jedoch zu spät kommt, um den Rückzug der Aitoler zu stören. Zurück in Illyrien greift Demetrios im Winter weitere römische Bundesgenossen an, was Rom angesichts der bevorstehenden Auseinandersetzung mit Karthago nicht länger ignoriert und als Anlass für den Zweiten Illyrischen Krieg nimmt. - Fortsetzung 219
ILLYRER
- Regent Demetrios von Pharos (228-219)
Demetrios und der Feldherr Scerdilaidas unternehmen von Pharos einen Seezug südlich von Lissus mit 90 Schiffen; danach teilen sie ihre Streitmacht: Demetrios macht mit 50 Schiffen die Gewässer um den Peloponnes unsicher; von Nafpaktos aus unternimmt er sogar einen Feldzug, bei dem er den Norden Arkadiens verwüstet; damit bricht er das römische Verbot von Flottenoperationen südlich von Lissus. Scerdilaidas verbündet sich mit den Aitoliern für einen Feldzug gegen die Achaiische Liga - König Pinnes (231-117)
- Fortsetzung 219
GRIECHEN
(4. Jahr der 139. / 1. Jahr der 140. Olympiade)
Syrakus
Makedonien
- König Philipp V. (221–179)
- Bundesgenossenkrieg (220-217)
Der Aitolische Bund beginnt mit Plünderungszügen gegen Messenien, den Achaiischen Bund, Akarnanien und Epiros. Die Aitolier besiegen die Achaier bei Kaphyai nahe Orchomenos in Arkadien und erobern Kynaitha, einen Stützpunkt der Achaier. Philipp V., König von Makedonien schließt sich dem Achaiischen Bund an und erklärt den Aitoliern den Krieg. - Fortsetzung 219
Gortyn
- Kreta besteht aus einer Vielzahl unabhängiger Stadtstaaten (Poleis), die häufig miteinander im Konflikt stehen. Knossos und Gortyn sind die beiden mächtigsten Städte und rivalisieren um die Vorherrschaft auf Kreta. Um 220 löst Gortyn die Stadt Knossos als wichtigsten Machtfaktor und Hauptort Kretas ab
Bosporanisches Reich
- König Leukon II. (um 240–220)
Leukon II. stirbt oder wird abgesetzt. Nachfolger wird Hygiainon - König Hygiaenon (um 220-200)
- Fortsetzung 200
Pergamon
Pontos
- König Mithridates II. (258–220)
- König Mithridates III. (220–185)
Mithridates III. ist der vierte König von Pontos. Seine Existenz und Regierungszeit sind in den klassischen literarischen Quellen nicht direkt belegt, sondern werden erst aus numismatischen Funden und Hinweisen bei Plutarch und Appian erschlossen. Er ist der erste König von Pontos, der Münzen mit seinem eigenen Bildnis prägen lässt. Es ist unklar, ob er oder bereits sein Vorgänger einen erfolglosen Versuch zur Einnahme der Stadt Sinope unterommen hat (um 220). Die genaue Datierung seiner Herrschaft schwankt in der Forschung zwischen 220–185 und 210–190. - Fortsetzung 185
Bithynien
- König Prusias I. (228–182)
- Prusias I. führt einen erfolgreichen Feldzug gegen Byzantion und besiegt anschließend die Galater im eigenen Land. Zeitgleich kommt es zu Auseinandersetzungen Byzantions mit dem Handelsrivalen Rhodos. Achaios der Jüngere verbündet sich mit Byzantion. Der Konflikt wird schließlich dadurch beigelegt, dass Byzanz auf die Erhebung von Zöllen für Schiffe, die den Bosporus benutzen, verzichtet.
- Fortsetzung 216
Kappadokien
- König Ariarathes III. (255-220)
- König Ariarathes IV. (220-163)
Regierungsantritt von Ariarathes IV. nach dem Tod seines Vaters Ariarathes III. - Fortsetzung 192
Seleukidenreich
- König Antiochos III. (223–187)
- König (Usurpator) Molon (222-220)
Frühling: Antiochos III. beginnt persönlich gegen den Usurpator Molon vorzugehen. Erst im Frühjahr kann Molon endgültig geschlagen werden. Nach seiner Niederlage nimmt er sich das Leben, um der Gefangennahme zu entgehen - König (Usurpator) Achaios (220-214/213)
Achaios ruft sich in offener Rebellion gegen Antiochos III. selbst zum Herrscher (König von Asien) aus, nachdem er große Macht erlangt hat. Ein Versuch, das seleukidische Kernland (Syrien) zu erobern, scheitert noch im selben Jahr. Sein Machtbereich bleibt auf Kleinasien beschränkt - Hermeias, oberster Minister unter Antiochos III., wird wegen einer angeblichen Verschwörung hingerichtet.
- Fortsetzung 219
Griechisch-Baktrisches Königreich
Ägypten
- König Ptolemaios IV. (221-204)
Heirat von Ptolemaios IV. mit seiner Schwester Arsinoë III. - Königin Arsinoë III. (220–204)
- Fortsetzung 217
IBERIA
PARTHERREICH
QATABAN
- Yada'ib Dhubyan Yuhan'im
um 220: Yada'ib Dhubyan Yuhan'im wird Herrscher von Qataban in Südarabien.
KARTHAGO
- Feldzug Hannibals auf die Iberische Halbinsel: Er stößt bis Helmántica (Salamanca) und Arbucala (Zamora) vor und siegt über Vakkäer und Carpetaner.
- Die weitere Geschichte Karthagos hängt eng mit der römischen Geschichte zusammen (Punische Kriege), Fortsetzung unter RÖMISCHE REPUBLIK
MASSÄSYLIER
- König Syphax (220-203)
Syphax wird König der Massäsylier (Westnumidien) mit Sitz in Cirta - Fortsetzung 218
INDIEN
Maurya-Reich
Anuradhapura
XIONGNU
- Chanyu Touman (220–209)
um 220: Touman wird Chanyu der Xiongnu – Beginn seiner Herrschaft als erster namentlich bekannter Anführer der Xiongnu - Fortsetzung 215
CHINA
(41/42. Zyklus - Jahr der Metall-Schlange; am Beginn des Jahres Metall-Drache)
Qin-Dynastie
- Kaiser Qin Shihuangdi (221-210)
Das Reich ist formal zentralisiert; der Kaiser beginnt, alle militärischen und zivilen Strukturen vollständig seiner Person und der Hauptstadt Xianyang zu unterstellen. Das Reich ist in 36 Kommandanturen und rund 1000 Landkreise gegliedert, die Beamte im Detail überwachen: Sie protokollieren Regenmengen, Naturkatastrophen und die Einhaltung landwirtschaftlicher Vorschriften und berichten jährlich nach Xianyang. Die bestehende legalistische Ordnung wird verschärft: Ein komplexes System von Belohnungen und harten Strafen zwingt alle Bewohner, Fehlverhalten zu melden; kollektive Bestrafungen betreffen ganze Familien und Fünfergruppen von Haushalten. Qin Shihuangdi sieht den einzelnen Bürger nicht als wichtig an, sondern ordnet ihn dem Nutzen des Staates unter; mit Hilfe engmaschiger Kontrolle durch Soldaten und Beamte reicht seine Macht bis in die kleinsten Dörfer. Bereits vor und bis 220 hat der Kaiser die Vereinheitlichung von Längen- und Hohlmaßen, Gewichten und Wagenachsen durchgesetzt; falsches Messen führt zu Geldstrafen, schwere Verstöße bis hin zu Verstümmelung oder Tod. Die Währungsreform ist umgesetzt: Im ganzen Reich gelten runde Bronzemünzen mit quadratischem Loch, die man auf Schnüre ziehen kann und die sich an Qin-Vorbildern orientieren. Die Schrift ist nach dem Vorbild der Qin-Schrift vereinheitlicht; etwa ein Viertel der alten Zeichen ist gestrichen, die verbleibenden Zeichen sind vereinfacht und dienen als gemeinsames schriftliches Fundament des Reiches. Nebst der Großen Mauer laufen Großprojekte in Xianyang, die in den Jahren 220–210 etwa 270 Paläste, Parks und Pavillons entstehen lassen. Um 220 erlässt der Kaiser ein Gesetz, nach dem alle männlichen Bauern zwischen 17 und 60 Jahren jährlich für mindestens einen Monat zu Arbeiten an der Mauer, am Mausoleum oder anderen Staatsprojekten herangezogen werden; bei Bedarf wird der Zeitraum verlängert. Da diese Regelung nicht genug Arbeitskräfte bringt, beginnen Beamte und Soldaten verstärkt, auch Männer anderer Stände unter vorgeschobenen Vorwürfen zu Zwangsarbeit zu schicken. In vielen Landstrichen sind infolge dieser massenhaften Rekrutierungen fast nur noch Frauen und Kinder zurückgeblieben; der Handel stockt und die Wirtschaft kommt regional nahezu zum Erliegen. Qin Shihuangdi lässt ein Reichsstraßennetz von etwa 6.800 Kilometern Länge anlegen, insbesondere die "Gerade Straße" nach Norden und die Ost-West-Verbindung zwischen Zhifu und Xianyang. Die mittlere Spur der Hauptstraßen ist ausschließlich dem Kaiser und seiner Familie vorbehalten. Neben Bewässerungssystemen wie Zhengguo- und Dujiangyan-Kanal wird der Lingqu-Kanal geschaffen, der nördliche und südliche Flusssysteme verbindet und den Gütertransport bis ins Gebiet des heutigen Guangzhou ermöglicht. Der Kaiser versteht sich im Rahmen der Fünf-Elemente-Lehre als dem Element Wasser zugehörig, das das Feuer der Kriege löscht; die Zahl sechs als Wasserelementzahl prägt viele Normen (Hut-Höhe, Karrenlänge, Pflanzabstand von Bäumen). Er regelt sogar Haarknoten, Schnurrbartform und Kleidung seiner Untertanen, um äußerlich eine einheitliche, geordnete Gesellschaft zu erzwingen. Qin Shihuangdi ist religiös geprägt; er verehrt Himmel und Erde, richtet auf heiligen Bergen Altäre auf und führt Rituale wie das Feng-Opfer auf dem Tai Shan und das Shan-Ritual auf dem Liang-fu durch. Zwischen 220 und 210 unternimmt der Kaiser fünf große Inspektionsreisen durch das Reich, um die Umsetzung seiner Anordnungen persönlich überwachen zu lassen. Aus Angst vor dem Tod vertraut er zunehmend Schamanen und Alchemisten und beginnt, quecksilberhaltige Mittel zu nehmen, was ab den folgenden Jahren zu einer schleichenden Vergiftung und wachsender Paranoia führt. - Fortsetzung 219
JAPAN
QUELLEN
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02.12.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
14.07.2025 Grundstock ergänzt