484
KORREKTURLAUF
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WELTALL
- 14. Januar: Totale Sonnenfinsternis in Kleinasien
- Fortsetzung 512
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MAYA
Palenque
- 435: Casper II. besteigt am 9. August 435 im Alter von 13 Jahren den Thron der Stadt Palenque. Dieses Datum entspricht in der Langen Zählung 8.19.19.11.17 und in der Kalenderrunde 2 Kaban 10 Xul. Seine Regierungszeit beginnt damit unmittelbar nach dem Tod seines Vorgängers K’uk’ Bahlam I., der als erster historisch nachweisbarer Herrscher und Dynastiegründer von Palenque gilt. Ajaw K’uk’ Bahlam I. (431–435)
- Fortsetzung 487
- 422: Casper Casper wird am 8. August 422 in der Maya-Stadt Palenque geboren. Sein Geburtsdatum entspricht in der Langen Zählung dem Datum 8.19.6.8.8 und in der Kalenderrunde 11 Lamat 6 Xul.
Tikal
- Ajaw Kʼan Chitam (458-486)
Kʼan Chitam stirbt.
- 458: Am 8. August 458 besteigt K’an Chitam den Thron von Tikal und regiert von diesem Tag an als Ajaw, sein Vorgänger ist Sihyaj Chan K’awiil II und er folgt als König dieser Maya-Stadt in der Herrscherfolge.
wikipedia Während seiner Lebenszeit ist K’an Chitam auch unter den Namen Kan Boar und K’an Ak bekannt, er heiratet Lady Tzutz Nik aus Naranjo, die Tochter von Tzik’in Bahlam, dem Herrscher von Naranjo, und mit seinem Namen sind die Monumente Stelen 2?, 9, 13 und 40 verbunden.
- Fortsetzung 486
- 456: Ajaw Sihyaj Chan Kʼawiil II. (411-456)
- 415: Kʼan Chitam (458-486) K’an Chitam wird am 26. November in Tikal geboren und ist als Sohn von Sihyaj Chan K’awiil II und Lady Ahiin Teil der herrschenden Familie von Tikal.
Copan
- 476: Ruler 5 wird der fünfte Ajaw von Copan Ajaw Ku Ix (465-476)
- Fortsetzung 485
PIKTEN
- 480: Drest Gurthinmoch ist König der Pikten und regiert von 480 an. Der Pictish Chronicle zufolge beginnt seine Herrschaft als Nachfolger von Nechtan und steht damit am Anfang des im Text genannten Zeitraums. Der Name Gurthinmoch ist in seiner Bedeutung unbekannt; der erste Teil kann möglicherweise mit dem Walisischen gwrdd verbunden sein, das „groß“ bedeutet, und moch kann dabei mit dem gleichlautenden walisischen Wort für „Schwein“ zusammenhängen. König Nechtan Morbet (456–480)
- Fortsetzung 510
KELTEN
Ulster
- 465: Muiredach Muinderg ist ein König der Ulster aus der Sippe der Dál Fiatach, dem das Buch von Leinster eine Regierungszeit von 24 Jahren zuweist was zu einem möglichen Herrschaftsbeginn im Jahr 465 führt.
- Fortsetzung 489
- Liste der Könige
Connacht
Leinster
- 483: Fincath mac Garrchu (auch Findchad mac Garrchon) ist König von Leinster und gehört der Dál-Messin-Corb-Dynastie an, genauer dem Hauptunterzweig der Uí Garrchon. Er ist Sohn des Gründers dieses Unterzweiges, Garrchú mac Fothaid, und erscheint nicht als König im „Book of Leinster“, erhält diesen Titel jedoch in den „Annals of Innisfallen“. König Crimthann mac Énnai (446–483)
- Fortsetzung 485
- Liste der Könige
ANGELSACHSEN
Sussex
- 477: Im Jahr 477 kommt Ælle nach der Angelsächsischen Chronik mit seinen drei Söhnen Cymen, Wlencing und Cissa in drei Schiffen mit weiteren sächsischen Truppen an der Küste des nach ihnen benannten Sussex bei Cymenesora an und kämpft dort gegen die ansässigen Romano-Briten beziehungsweise „Waliser“. Er tötet dabei viele Gegner und zwingt andere zur Flucht in den Wald Andredesleage, womit das ausgedehnte Waldgebiet Weald gemeint ist.
- Fortsetzung 485
Kent
- 473: Im Jahr 473 kämpfen Hengest und Oeric wieder gegen die Walas und erlangen dabei „unermessliche Beute“. Die Gegner fliehen „von den Angeln, wie vom Feuer“. In der anderen Darstellung heißt es, dass Hengest und Esk mit den „Walisern“ kämpfen, unermessliche Beute nehmen und die Gegner davonlaufen.
- Fortsetzung 488
- 465: Im Jahr 465 sind Hengest und Oeric erneut gegen die Walas, also die Welschen bzw. Kelten, siegreich. In der anderen Fassung werden die Waliser am Wippedsfleot, dem „Rinn des Wipped“, geschlagen; dabei fallen 12 Eldormen und der Tēn Wipped.
- 457: Im Jahr 457 siegen Hengest und Oeric in der blutigen Schlacht von Crecganford, also bei Crayford östlich von London, über die Briten. Nach dieser Niederlage fliehen die Briten aus Kent nach London. In der anderen Darstellung besiegen Hengest und Esk in diesem Jahr die Briten bei „Brod / Creacanford“ und töten dabei 4.000 Krieger, worauf die Briten gezwungen sind, Kent zu verlassen.
- 455: Im Jahr 455 zerwerfen sich Hengest und Horsa mit Vortigern. Es kommt zur Schlacht bei Agælesþrep, also bei Aylesford, in der Horsa fällt. Darauf macht Hengest sich und Oeric zu Königen von Kent. In der anderen Überlieferung wird ebenfalls berichtet, dass 455 bei der Schlacht an der genannten Stelle Horsa getötet wird und Hengest mit seinem Sohn Esk die Herrschaft übernimmt.
- 449: Im Jahr 449 kommen Hengenst und Horsa auf Einladung von Vortigern nach Britannien. Sie werden als Söldner geholt, um mit ihren Männern gegen die aus dem Norden eindringenden Pikten zu kämpfen. Oeric begleitet seinen Vater Hengest und seinen Onkel Horsa, tritt aber zu dieser Zeit noch nicht weiter in Erscheinung. Als Sold erhalten Hengest und seine sächsischen Gefolgsleute Land bei Ypwinesfleot im Südosten des Landes, das spätere Königreich Kent.
WESTGERMANEN
Westgoten
- König Eurich (466-484)
Eurich stirbt eines natürlichen Todes, nachdem er seit 466 als König der Westgoten geherrscht hat, und hinterlässt ein Reich, das etwa ein Drittel des späteren Frankreichs und nahezu die gesamte Iberische Halbinsel umfasst, mit Ausnahme der damals von den Sueben beherrschten Region Galicien, die sich bis in das Douro-Becken des heutigen Portugal ausdehnt; zum Zeitpunkt seines Todes gilt Eurich als mächtigster germanischer Fürst auf dem Boden des Imperium Romanum, von dem nur noch der Ostteil unter kaiserlicher Herrschaft steht. - König Alarich II. (484–507)
Alarich II. folgt am 28. Dezember seinem Vater Eurich als König der Westgoten. Er ist beim Antritt seiner Herrschaft noch sehr jung und übernimmt ein Reich, das sich über den größten Teil der Iberischen Halbinsel, Aquitanien und den größten Teil der Provence erstreckt. Seine Herrschaft beginnt damit, dass er als arianischer König über ein Reich mit katholischer romanischer Bevölkerung regiert. In diesem Zusammenhang hält er an dem Frieden mit den Franken fest, den sein Vater geschlossen hat. - Bischof Sidonius Apollinaris (Clermont-Ferrand, um 470–486)
- Fortsetzung 486
- 484: Bischof Aprunculus (Langres, 456–484) Im Jahr 484 trachten die Einwohner von Dijon ihrem Bischof Aprunculus nach dem Leben, sodass Aprunculus gezwungen ist, in aller Heimlichkeit nachts aus der Stadt zu fliehen und nach Clermont zu entkommen, wobei nach einer anderen Quelle der Burgunderkönig Gundobad derjenige ist, der Aprunculus vertreibt.
- Fortsetzung 485
- 480: Sidonius: Zwischen 480 und 490 erlebt Sidonius seine späten Jahre in der Auvergne, er arbeitet weiter an der Zusammenstellung seiner Briefsammlung, kurz vor seinem Ableben wird er nach Gregor von Tours mit einer Intrige zweier neidischer Priester konfrontiert, diese Priester berauben ihn für kurze Zeit seines Bischofsamtes, Sidonius kann bald darauf ins Amt zurückkehren, sein Todesjahr liegt im Zeitraum zwischen 480 und 490, ohne genau datiert zu sein.
- 480: Agrunculus: Ab etwa 480 leben die Burgunden in zunehmender Furcht vor den Franken und in dieser angespannten Lage gerät Bischof Aprunculus in den Verdacht, landesverräterische Verbindungen zu den Franken zu unterhalten, was sein Verhältnis zu Teilen der Bevölkerung belastet.
- 477: Sidonius: Im Jahr 477 lobt Sidonius den von Eurich eingesetzten comes Victorius, einen Römer, in einem Brief überschwänglich als seinen Patron in weltlichen und seinen Sohn in kirchlichen Belangen, er schildert Victorius als frommen und mitfühlenden Mann, zugleich beginnt Sidonius in diesen Jahren seine Briefsammlung zusammenzustellen, um seinen literarischen Ruhm für die Nachwelt zu sichern.
- 476: Eurich: Um 476 lässt Eurich als einer der gelehrteren großen westgotischen Könige vermutlich den so genannten Codex Euricianus beziehungsweise Code of Euric erstellen, indem er die bis dahin mündlich überlieferten Stammesgesetze seines Volkes, die von eigens dafür bestimmten Spezialisten auswendig gelernt worden sind, in einem Gesetzbuch kodifizieren lässt; dieser Erlass gilt als erster formeller westgotischer Gesetzescodex, und Eurich beschäftigt an seinem Hof zahlreiche gallorömische Adlige, darunter Leo von Narbonne.
- 476: Sidonius: Nach ein oder zwei Jahren Verbannung kann Sidonius in sein Bistum zurückkehren, sein Freund Leo, ein Römer mit hohem Amt am Hof Eurichs in Toulouse, hilft ihm dabei, sein Landbesitz wird ihm zurückerstattet, 476 hält Sidonius in Bordeaux einen panegyricus auf Eurich, er fügt sich der pax Gothica, erkennt an, dass das Westgotenreich in Gallien an die Stelle des Imperium Romanum getreten ist und dass politisch und militärisch am Zerfall Westroms nicht mehr zu rütteln ist, er weiss, dass die gotischen Krieger auf die Mitarbeit der gallorömischen Elite angewiesen sind.
- 475: Eurich: 475 erkennt Kaiser Julius Nepos die von Eurich eroberten Gebiete vertraglich an und überlässt den Westgoten die Provence und die Region um Barcelona, Eurich zwingt den Kaiser, seine volle Unabhängigkeit anstelle des bisherigen foederati-Status anzuerkennen, die römischen Bürger in Hispanien leisten Eurich den Treueid und erkennen ihn als König an, Clermont-Ferrand ergibt sich ihm nach langer Belagerung, und der Bischof Sidonius Apollinaris bittet um Frieden; im selben Zeitraum setzt Eurich in der Auvergne nach dem Brechen des Widerstandes des Heermeisters Ecdicius Victorius als comes ein, und Arles wird westgotisch.
- 473: Eurich: 473 scheitert Eurichs Versuch, seine Macht auch auf Italien auszuweiten, am Widerstand des Kaisers Glycerius, zugleich festigt er seine Stellung in Hispanien und im westgotischen Reich, in dem er als einziger westgotischer König auch im Seekrieg Erfolge vorweisen kann und das er mit Härte nach innen befriedet, wobei er wiederholt gegen katholische Bischöfe aus der gallo-römischen Aristokratie vorgeht, die in ihm vor allem einen arianischen Barbaren und Vertragsbrecher sehen.
- 472: Eurich: 472 beginnt Eurich nach Erreichung der faktischen Unabhängigkeit einen neuen Krieg gegen die Römer und fällt erneut in Hispanien ein, wo er in den Jahren 472 bis 473 große Siege erringt und den größten Teil Hispaniens erobert; nur der Nordosten mit der Stadt Barcelona als Zentrum verbleibt in römischer Hand, während Pamplona und Zaragoza sowie die Mittelmeerküste um Tarragona westgotisch werden und Ravenna auch hier nicht mehr wirksam eingreifen kann.
- 469: Eurich: 469 versucht Eurich, seine Herrschaft auf Nordgallien auszudehnen, scheitert aber an dem starken Widerstand der Gallorömer und Franken unter Childerich I., er erleidet wie zuvor Theoderich II. eine schwere Niederlage bei Orléans, zieht sich danach wieder nach Süden zurück, kann jedoch dank des Verrats des gallischen Prätorianerpräfekten Arvandus ein von dem britischen Anführer Riothamus herangeführtes Entsatzheer schlagen, das den Römern zu Hilfe eilt, und erringt einen weiteren Sieg in einer Schlacht bei Arles, der es ihm ermöglicht, das Gebiet von Berry zu erobern und sich in der Provence eine starke Position zu verschaffen, während ihm in der Auvergne, dem Zentrum Galliens, zunächst der erbitterte Widerstand des Heermeisters Ecdicius entgegentritt.
- 471: Eurich: 471 schlägt Eurich eine weitere kaiserliche Armee in Südgallien, was die Aufgabe dieses Raumes durch die weströmische Regierung beschleunigt.
- 468: Eurich: 468 nutzt Eurich die Krise nach dem Scheitern einer großen römischen Offensive gegen den Vandalenkönig Geiserich und nach der Niederlage der vereinigten römischen Flotte, bricht das alte foedus mit Westrom, erklärt sich in Gallien gegenüber der weströmischen Regierung zum unabhängigen Monarchen und erobert alle noch verbliebenen römischen Gebiete zwischen Loire und Pyrenäen; in seinem Auftrag erheben sich gotische Truppen in Spanien, und die Städte Mérida, Braga, Zaragoza, Pamplona und eine Stadt namens Cluna werden besetzt oder bewaffnet, was die römische Herrschaft in Spanien ernsthaft bedroht, während der Versuch des Kaisers Anthemius, eine anti-gotische Koalition zu bilden, scheitert und Eurich eine kaiserliche Armee in Südgallien schlägt, woraufhin dieses Gebiet bald von der in Ravenna residierenden weströmischen Regierung aufgegeben werden muss.
- 466: Eurich: Eurich kommt ungefähr 420 bis 430 zur Welt, als dritter Sohn des Westgotenkönigs Theoderich I., der 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen Hunnen und Ostgoten fällt; Eurich wächst wahrscheinlich in der westgotischen Hauptstadt Toulouse auf und dient wie sein Bruder Frederich im römischen Heer, über seine Jugend ist sonst nichts bekannt, seine Brüder Thorismund und Theoderich II. sind seine Vorgänger als Könige, und die Westgoten siedeln seit 418 als formelle Bundesgenossen Westroms im Südwesten Galliens, wobei das Land offiziell weiterhin zum Imperium gehört, wenn es auch immer wieder zu Spannungen kommt. 466 bricht Eurich mit den bis dahin üblichen Bündnisverhältnissen innerhalb der Dynastie, indem er in Toledo seinen älteren Bruder Theoderich II. ermordet, der zuvor 453 den gemeinsamen Bruder Thorismund getötet hat, und auf diese Weise mit Unterstützung des Adels die Königsherrschaft über die Westgoten übernimmt; seine Einsetzung als König entspricht der für diese Zeit typischen gotischen Sukzession ohne feste Erbfolge, in der Macht durch Gewalt und den Rückhalt der Aristokratie gewonnen wird, und Sidonius Apollinaris schildert ihn als entschlossenen und intelligenten, aber auch tyrannischen Verfolger katholischer Bischöfe. Eurich rückt als erster westgotischer König vollständig von den römischen Kaiseransprüchen ab und herrscht nicht mehr lediglich als Beauftragter des Kaisers; frühere Westgotenkönige haben offiziell nur als kaiserliche Bevollmächtigte regiert, während Eurich seine völlige Unabhängigkeit von den schwachen weströmischen Kaisern betont, alle formellen Bindungen zu Rom löst, die Grenzen seines Reiches in Gallien und auf der Iberischen Halbinsel erweitern lässt, in mehreren Seeschlachten erfolgreich ist, den inneren Frieden im Reich mit Strenge durchsetzt, wiederholt gegen katholische Bischöfe vorgeht, vor allem, weil diese ihn als Arianer, Barbaren und Vertragsbrecher betrachten, und dass seine Person in den Briefen des Sidonius Apollinaris sowie in späteren Urteilen als maßvoll und klug beschrieben wird, wobei er zugleich als einer der gebildeteren unter den großen westgotischen Königen und als Herrscher erscheint, der seine Stellung im spätantiken Gallien durch die Einbindung gallorömischer Adliger an seinem Hof sichert. König Theoderich II. (453–466)
- 445: Agrunculus: Im Jahr 456 tritt Aprunculus erstmals als Bischof von Langres in die Geschichte ein und übernimmt das Bischofsamt in dieser Stadt, wobei Fraternus II. sein Vorgänger ist und Armentarius später sein Nachfolger wird.
Burgunden
- König Chilperich II. in Valence (480–493)
- Unterkönig in Genf Godegisel (463-480), König Godegisel in Genf (480–501)
- König Godomar I. in Vienne (480–486)
- König Gundobad in Lyon (480–516)
- 480: Chilperich: Chilperich II. ist ein Sohn des Königs Gundioch und Bruder von Godegisel, Godomar I. und Gundobad. Die ältere Forschung geht davon aus, dass nach dem Tod Gundiochs und dessen Bruders Chilperich I. die vier Söhne Gundiochs eine gemeinsame Samtherrschaft ausüben und in verschiedenen Städten ihre Residenz beziehen. Gregor von Tours berichtet, dass Chilperich (nachdem er mit dem Schwert getötet worden ist) zusammen mit seiner Frau auf Bestreben seines Bruders Gundobad, sich sein Reich einzuverleiben, in einen Brunnen geworfen wird. Seine Tochter Chrodechild habe danach aus Blutrache 523/24 ihren Sohn Chlodomer dazu angestiftet, Krieg gegen die Burgunden zu führen und auch Sigismund, den Sohn Gundobads, wie ihren Vater mitsamt seiner Familie in einem Brunnen zu ertränken. In der neueren Forschung wird dies stark bezweifelt, denn es fehlen belastbare Belege und die Todesdaten der Söhne Gundiochs sind nicht völlig klar. Außerdem will der dem Arianismus feindlich gegenüberstehende Bischof damit den Krieg gegen Burgund rechtfertigen. Es wird nun eher davon ausgegangen, dass sowohl Godomar als auch Chilperich II. 476/77 bereits verstorben sind und nur Godegisel und Gundobad sich die Herrschaft teilen. In der älteren Literatur wird zu Chilperich II. oft vermerkt, er komme 493 bei innerburgundischen Machtkämpfen um; das spätere Todesdatum gilt durch die neuere Forschung jedoch als überholt. Eine von Chilperichs Töchtern namens Crona geht ins Kloster, die andere, Chrodechild, heiratet später den Frankenkönig Chlodwig I., nachdem Chlodwig und Godegisel sich im Kampf gegen Gundobad verbünden.
- 480: Godegisel: Chilperich I. stirbt um 480 kinderlos, sodass fortan Gundobad, der älteste der Brüder, und Godegisel als Könige der Burgunden amtieren.
- 480: König Chilperich I. (um 473–480)
- Fortsetzung 486
- ca. 476/477: Die Brüder Chilperich II. und Godomar I. sterben früh – nach neuerer Forschung bereits um 476/477. Von da an üben vor allem Gundobad und Godegisel die Königsmacht aus.
- 475: Godegisel: Godomar und Chilperich II. sterben um 475/476.
- 473: Gundobad ist der älteste Sohn von König Gundioch und dient zunächst seinem Onkel Ricimer in Italien als magister militum und patricius. Nach Ricimers Tod wird er selbst zum „Patricius“ erhoben und nimmt an den politischen Wirren des Weströmischen Reichs teil. 473–480: Nach dem Tod von Gundioch und Chilperich I. wird Gundobad gemeinsam mit seinen Brüdern (Godegisel, Chilperich II., Godomar I.) König der Burgunden. Die Königsherrschaft wird unter den Brüdern geteilt. Gundobad residiert in Lyon und gewinnt allmählich die Oberherrschaft.
- 473: Godegisel: Nach dem Tod seines Vaters Gundioch um 473 teilen sich zunächst vor allem Gundobad und Chilperich I., ein Bruder Gundiochs und damit Onkel Godegisels, die Macht.
- 463: Godegisel: Godegisel ist ab 463 Unterkönig im Königreich der Burgunden; er hat seinen Herrschaftssitz in Genf.
Fränkisches Reich
- 481: Chlodwig: Chlodwig folgt wahrscheinlich 481/82 seinem Vater als „Kleinkönig“ des Kriegerverbandes der Salfranken nach. Zu dieser Zeit kontrolliert er ungefähr den Raum der ehemaligen weströmischen Provinz Belgica secunda in den heutigen südlichen Niederlanden und dem nördlichen Belgien, also Toxandrien um Tournai. Wie sein Vater ist er offiziell nur der „Verwalter“ der Provinz; als Heerführer bzw. „König“ tritt er zunächst vor allem gegenüber seinen Soldaten auf. In der neueren Forschung wird er als „Warlord“ gesehen, also als Heerführer, der eine eigene Herrschaft etabliert, die sich noch in den formal bestehenden Rahmen des Imperium Romanum einordnet. Sein Geschlecht, die Merowinger, gilt dabei nicht als alte Dynastie, sondern als Familie, die ihre herausragende Stellung wahrscheinlich erst um die Mitte des 5. Jahrhunderts erlangt.
- Fortsetzung 485
- 397: Bischof Severin von Köln (397)
Rheinfranken
- 469: Sigibert: Über das Jahr 469 nennt der Text nur, dass die Angabe von Sigeberts Herrschaftsbeginn wahrscheinlich später als 469 liegt. Außerdem steht dort, dass Sigemer 469 in Lyon eine burgundische Prinzessin heiratet, um gegen den alamannischen Druck zusammenzustehen. Danach folgt eine Phase der Spannung mit den salfränkischen Franken.
- Fortsetzung 486
Vandalen
- König Hunerich (477–484)
Hunerich hebt zunächst die Verfolgungspolitik gegen nicenische Christen auf und erlaubt ihnen, eine Synode abzuhalten, in der sie Eugenius von Karthago zum Bischof von Karthago wählen; kurz nach der Weihe von Eugenius kehrt Hunerich jedoch zur Verfolgung der Nicener zurück. Im gleichen Jahr ordnet er an, dass den nicenischen Christen in Tipasa die Zungen und die rechte Hand abgetrennt werden, weil sie die Liturgie feiern, und versucht, nicenisches Kirchengut dem Staat zufallen zu lassen, was auf Protest des oströmischen Kaisers stößt und dazu führt, dass Hunerich stattdessen zahlreiche nicenische Christen in eine weit entfernte Provinz verbannt. Am 1. Februar organisiert Hunerich ein Treffen nicenischer Bischöfe mit arianischen Bischöfen und entfernt dann am 24. Februar die nicenischen Bischöfe gewaltsam aus ihren Ämtern und verbannt einige von ihnen nach Korsika; einige werden zudem hingerichtet, darunter der ehemalige Prokonsul Victorian zusammen mit Frumentius und anderen wohlhabenden Kaufleuten, die in Hadrumetum getötet werden, nachdem sie sich weigern, Arianer zu werden. Am 23. Dezember stirbt Hunerich, und sein Neffe Gunthamund wird sein Nachfolger und erlaubt den Verbannten die Rückkehr; unter den Zurückkehrenden befindet sich Vigilius, Bischof von Thapsus, der eine theologische Schrift gegen den Arianismus veröffentlicht. - König Gunthamund (484–496)
Gunthamund wird nach dem Tod Hunerichs am 23. Dezember König der Vandalen.
um 484: Blossius Aemilius Dracontius dichtet in Karthago ein Lobgedicht auf einen nichtvandalischen Herrscher, wahrscheinlich den oströmischen Kaiser Zenon. Er wird dafür von Gunthamund ins Gefängnis geworfen und kommt vermutlich erst nach dem Tod des Vandalenherrschers unter seinem Nachfolger wieder frei. - Blossius Aemilius Dracontius
Blossius Aemilius Dracontius dichtet einen nicht erhaltenen Lobgesang auf einen nicht-vandalischen Herrscher, wahrscheinlich den oströmischen Kaiser Zeno, und wird dafür mitsamt seiner Familie unter dem in Afrika herrschenden Vandalenkönig Gunthamund, dessen Regierungszeit von 484 bis 496 reicht, verhaftet, wobei seine Dichtung in diesem Zusammenhang als Ursache für den Vorwurf des Hochverrats gegenüber Gunthamund gilt. - Fortsetzung 496
- 479: Hunerich: Im Jahr 479 führt Hunerich eine Säuberungsaktion durch; er lässt seinen älteren Bruder Theoderich zusammen mit dessen Töchtern und jüngerem Sohn sowie den ältesten Sohn seines Bruders Gento mit dessen Frau verbannen, während die Frau und der älteste Sohn Theoderichs zusammen mit Heldica, einem Beamten Geiserichs, und dessen Familie hingerichtet werden; gleichzeitig wird Jucundus, der arianische Patriarch von Karthago und Anhänger Theoderichs, öffentlich verbrannt.
- Fortsetzung 484
- 478: Hunerich: Im Jahr 478 verzichtet Hunerich auf seine Ansprüche auf das Erbe Eudocias.
- 477: Hunerich: Am 25. Januar 477 stirbt Geiserich, und Hunerich wird als sein Nachfolger König der Vandalen; seine Herrschaft beginnt damit, und sein Vorgehen gegen nicenische Christen bleibt ein prägendes Merkmal seiner Regierungszeit. - Hunerich ist König der Vandalen und Alanen und zugleich zweiter König des nordafrikanischen Vandalenreiches; er regiert von 477 bis 484 und ist der älteste Sohn seines Vorgängers Geiserich. Er verwirft die imperiale Politik seines Vaters und konzentriert sich hauptsächlich auf innere Angelegenheiten, trägt als erster Vandalenkönig den Titel „König der Vandalen und Alanen“ und verfügt trotz der Beibehaltung der Seeherrschaft und der Kontrolle über Inseln im westlichen Mittelmeer nicht über das Ansehen, das Geiserich bei anderen Staaten genießt. Hunerich ist mit Eudocia verheiratet, der Tochter des weströmischen Kaisers Valentinian III. und Licinia Eudoxia, und aus dieser Ehe geht Hilderich hervor; Hunerich ist Arianer, verfolgt in seiner Herrschaft vor allem die nicenischen Christen, lässt zahlreiche Angehörige der Dynastie der Hasdinger töten, verfolgt Manichäer und erlebt, dass die Mauren in den Aurès-Bergen in der heutigen algerischen Region am Ende seiner Herrschaft erfolgreich gegen die Vandalenherrschaft rebellieren. Nur drei Gesetzesstücke des Vandalenreiches existieren heute in teilweiser oder vollständiger Form, und alle drei stammen aus der Herrschaft Hunerichs. Hunerich benennt Hadrumetum in Hunerichopolis um, zu seinen Lebzeiten entsteht außerdem ein Bericht über seine Verfolgungspolitik in Afrika in der Schrift „Historia persecutionis Africanae Provinciae, temporibus Genserici et Hunirici regum Vandalorum“ des Zeitgenossen Victor von Vita, die einen Bericht über seinen Tod durch Verwesung und „eine Fülle von Würmern“ enthält, wobei der Text bemerkt, dass dieser Abschnitt wahrscheinlich später hinzugefügt wird.
wikipedia König Geiserich (428–477)
- 456: Hunerich: Zwischen den Jahren 456 und 471 wird Hilderich aus der Ehe zwischen Hunerich und Eudocia geboren; auch wird angegeben, dass Eudocia nach sechzehn Jahren Ehe stirbt, wobei diese Angabe aus einem Bericht des Chronisten Theophanes Confessor des 9. Jahrhunderts stammt.
- 455: Hunerich: Im Jahr 455 heiratet Hunerich Eudocia, nachdem sie nach der Plünderung Roms dorthin gebracht worden ist.
- 442: Hunerich: Im Jahr 442 schließt das Vandalenreich mit den Römern einen Friedensvertrag, in dem die Vandalen die fruchtbarsten Gebiete des römischen Africa erhalten; gleichzeitig wird eine Heiratsvereinbarung zwischen Hunerich und Eudocia, der Tochter des Kaisers Valentinian III., getroffen, als Eudocia vier Jahre alt ist.
- 435: Hunerich: Im Jahr 435 sendet Geiserich seinen Sohn Hunerich als Geisel nach Italien, als er einen Vertrag mit dem weströmischen Kaiser Valentinian III. schließt.
OSTGERMANEN
Rugier
- 482: Im Jahr 482 ist Feletheus anwesend am Totenbett des heiligen Severinus. Er lebt zu dieser Zeit in leidlichem Verhältnis zum heiligen Severinus. Trotz der Feindlichkeit seiner Gattin Giso gegenüber Römern und Katholiken verhält sich Feletheus selbst gegenüber Severinus nicht feindselig.
wikisource
- Fortsetzung 487
- 475: Feletheus ist der Sohn des Königs Flaccitheus und der Bruder des Ferderuchus. Er trägt verschiedene alternative Namen: Feva, Feba, Foeba, Fevva, Fevvanus und Theuvanus. Er ist König der Rugier und führt den Titel rugorum rex. Im Jahr 475 stirbt Flaccitheus, wobei der Tod „wohl“ in dieses Jahr fällt. Nach dem Tod seines Vaters nimmt Feletheus im Jahr 475 wahrscheinlich den Titel rugorum rex an und wird König der Rugier. Er bestiegt nach Flaccitheus’ Tod den rugischen Königsthron und beginnt damit seine Regierung über die Rugier. Feletheus residiert nach dem Tod seines Vaters etwa im Jahr 475 mit Giso im Rugiland, einem Gebiet um die heutige Stadt Krems an der Donau im heutigen Niederösterreich. Seine Frau Giso ist eine rugische Königin der Spätantike und die Frau des Königs Feletheus. Giso ist zugleich Mutter des Fredericus. Von 475 bis 487 ist Feletheus König der Rugier. Er regiert in dieser Zeit als rugorum rex und steht damit an der Spitze des Rugierreiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt im Rugiland, einem Bereich um Krems an der Donau im heutigen Niederösterreich. Während dieser Jahre lebt er mit seiner Frau Giso im Rugiland, und Giso übt die Rolle einer rugischen Königin der Spätantike aus. Sie ist in dieser Zeit die Mutter des Fredericus.
- 467: Flaccitheus ist seit dem Jahr 467 König der Rugier. Er herrscht bis zu seinem Tod über die Rugier und begründet damit die Position, aus der sein Sohn Feletheus später den rugischen Königsthron besteigt. In dieser Zeit bereitet Flaccitheus indirekt die spätere Herrschaft von Feletheus vor.
Ostgoten
- König Theoderich der Große (474–526)
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 489
Langobarden
- Um 470: Wacho Wacho wird als Sohn des Prinzen Zuchilo (auch Unichis oder Unigis), eines Bruders des späteren Langobardenkönigs Tato, geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt
- Fortsetzung 490
RÖMISCHES REICH
(ab urbe condita MCCXXXVII = 1237)
Reich des Syagrius
- 481: Die Beziehungen zwischen Syagrius und den Salfranken verschlechtern sich spätestens mit dem Tod Childerichs 481/82. Dessen Sohn Chlodwig I. kommt an die Macht und löst seinen Vater als rex der fränkischen foederati und als administrator der Provinz Belgica secunda ab. In der Forschung wird erwogen, dass zwischen Aegidius/Syagrius und den Salfranken bereits zuvor Spannungen bestehen. Beide Seiten konkurrieren möglicherweise jahrelang um das Kommando über die Reste des römischen Heeres in Gallien, das sich zunächst Aegidius anschließt. Unter dem Sammelbegriff „Franken“ verstehen die Quellen bisweilen die römischen Truppen an der Loire, die sich hauptsächlich aus föderierten Franken rekrutieren.
- Fortsetzung 487
- 476: Eine 476 bei Candidus erwähnte Gesandtschaft „der Gallier aus dem Westen, die gegen Odoaker rebellierten“ begibt sich zum Hof des oströmischen Kaisers Zenon. Ob diese Gesandtschaft von Syagrius entsandt wird, bleibt unklar.
- 475: Nach der Absetzung des Julius Nepos 475 deutet einiges auf ein Zerwürfnis mit dem oströmischen Kaiser hin. Dieser schließt offenbar ein Bündnis mit dem Rivalen des Syagrius, dem Salfrankenkönig Childerich.
- 470: Vom Krieg des weströmischen Kaisers Anthemius gegen die Westgoten, der 470 beginnt, kann Syagrius profitieren. Syagrius steht offenbar in einer Annäherung zu Anthemius. Mit salfränkischer Unterstützung werden die Goten zunächst bei Bourges geschlagen. Dieser Erfolg nutzt Anthemius wenig, da bald darauf die letzten regulären weströmischen Truppenverbände in Südgallien von gotischen Truppen vernichtet werden. Syagrius kann seinen Machtbereich vermutlich konsolidieren, doch bleibt die Entwicklung in seinem Bereich für die nächsten Jahre faktisch nicht greifbar.
- 464: Aegidius verstirbt 464 oder 465. In Gallien ist es seit Arbogast üblich, dass Soldaten ihre Kommandeure mitunter selbst wählen. Syagrius tritt die Nachfolge seines Vaters an und residiert gesichert in Soissons. In den Quellen erscheint der comes Paulus, der einige Jahre nach dem Tod des Aegidius gegen sächsische Plünderer vorgeht und bei Angers fällt. Gregor von Tours berichtet darüber und stützt sich offenbar auf die heute verlorenen Annalen von Angers. Paulus, der römische Befehlshaber, greift mit Römern und Franken die Goten an und macht reiche Beute. Danach kommt Adovacrius, ein Anführer sächsischer Plünderer, nach Angers. Am folgenden Tag erscheint König Childerich und gewinnt, nachdem Paulus getötet ist, die Stadt; dabei gerät das Kirchenhaus in Flammen. Die Forschung nimmt oft an, dass Paulus im Auftrag des Syagrius agiert oder an dessen Stelle als Statthalter in Soissons fungiert, doch bleibt dies Spekulation. Aus den Schilderungen geht nicht hervor, ob Paulus im Auftrag eines anderen handelt oder eher auf eigene Faust.
- 463: Aegidius schlägt 463 die Westgoten bei Orléans. Trotz dieses Erfolges muss er wegen des bestehenden Drucks ausweichen. Er errichtet im Gebiet nördlich der Loire bis zur Somme ein Sonderreich und handelt dort als unabhängiger gallorömischer Herrscher. Aegidius bezieht wahrscheinlich in Soissons Residenz, wo sich römische Waffenschmieden (fabricae) befinden, doch ist dies nicht gesichert. Die Annahme ergibt sich aus der Nachricht Gregors von Tours, dass Aegidius die Stadt beherrscht hat, in der Syagrius um 486 seinen Sitz hat.
- 461: Der mit Aegidius befreundete Kaiser Majorian wird 461 auf Befehl des einflussreichen magister militum Ricimer hingerichtet. Danach überwirft sich Aegidius mit der weströmischen Regierung in Ravenna. In der Folge mobilisiert Agrippinus als Rivale des Aegidius im Auftrag Ricimers die Westgoten gegen Aegidius. In den Jahren 461/62 mobilisiert Agrippinus die Westgoten gegen Aegidius. Aegidius kann diese Westgoten 463 bei Orléans schlagen, möglicherweise mit Hilfe der Salfranken unter Childerich I., was aber offenbleibt.
- 457: Aegidius ist seit 457 magister militum per Gallias und steht damit an der Spitze der Truppen in Gallien. Er übt diese Funktion im Rahmen des weströmischen Militärsystems aus.
Reich des Odoaker
- König Odoaker (476–493)
- Konsul Decius Marius Venantius Basilius
Decius Marius Venantius Basilius gehört der einflussreichen römischen Familie der Decii an, er trägt die Ehrentitel vir clarissimus und vir illustris sowie Patricius; er ist vermutlich der Sohn von Caecina Decius Basilius, der im Jahr 453 Konsul war, und der Bruder von Caecina Mavortius Basilius Decius und Caecina Decius Maximus Basilius, die ebenfalls Konsuln gewesen sind, und Basilius Venantius, im Jahr 508 ebenfalls Konsul, ist wahrscheinlich sein Sohn. In diesem Jahr ist Decius Marius Venantius Basilius zusammen mit dem späteren König Theoderich nun selber Konsul und ist zeitgleich Stadtpräfekt von Rom, er leitet während seiner Stadtpräfektur Restaurierungsarbeiten am Kolosseum, das durch ein Erdbeben schwer beschädigt worden ist, und drei Inschriften dokumentieren, dass er die Arena und das Podium des Kolosseums auf eigene Kosten, sumptu proprio, wiederherstellt. - Papst Felix II. (483–492)
Felix stellt sich an die Spitze des Widerstands gegen das Henotikon und verhängt den Kirchenbann über dessen Anhänger. Den Patriarchen Akakios von Konstantinopel erklärt er im Streit um die von ihm geforderte Absetzung des von Akakios tolerierten monophysitischen Patriarchen von Alexandrien, Petros III. Mongos, für abgesetzt, während dessen chalcedonensischer Konkurrent Johannes Talaia sich nach Rom geflüchtet hat. Akakios lässt Felix daraufhin aus dem Verzeichnis der Patriarchen streichen und erkennt ihm die Amtswürde ab. Damit entsteht das akakianische Schisma. - Bischof Epiphanius von Pavia (466-496)
- Fortsetzung 485
- 483: Felix: Am 13. März 483 wird Felix unter Einfluss König Odoakers zum Bischof von Rom gewählt. Er ist der erste römische Bischof nach dem Untergang des weströmischen Reiches. Als erster Bischof von Rom sendet er eine Anzeige seiner Wahl nach Konstantinopel und erkennt damit den oströmischen Kaiser von Byzanz an. Papst Felix III nimmt eine harte Haltung gegenüber der östlichen Kirche ein und exkommuniziert viele wichtige religiöse Persönlichkeiten, darunter den Patriarchen Akacius von Konstantinopel.
- Fortsetzung 484
- 481: Odoaker: Im Jahr 481 erobert Odoaker nach dem Tod des Julius Nepos Dalmatien. Daraufhin stachelt Kaiser Zenon den König der Rugier, Feletheus, zu einem Feldzug gegen Odoaker in Italien auf.
- 480: Odoaker: Nach dem Tod des Julius Nepos im Jahr 480 anerkennt Kaiser Zenon Odoaker als Herrscher Italiens unter oströmischer Ägide. Im selben Zusammenhang erobert Odoaker 481 nach dem Tod des Julius Nepos Dalmatien (siehe Jahresblock 481).
- 480: Manlius Boethius Zwischen 480 und 486 ist Boethius Prätorianerpräfekt Italiens. Vor dieser Zeit ist er zum ersten Mal Stadtpräfekt von Rom. In diesen Jahren trägt er hohe Ämter und bewegt sich in der Führungsschicht des spätantiken Römischen Reiches. Um 480/485 wird sein Sohn geboren, der Philosoph Boethius. Dieser Sohn wächst vaterlos auf. Daraus ergibt sich, dass Manlius Boethius im Kindesalter seines Sohnes nicht mehr lebt.
- 477: Odoaker: Im Jahr 477 pachtet Odoaker Sizilien von den Vandalen.
- 476: Odoaker: Odoaker, ums 433 geboren, ist ein Sohn des Edekon (Edika), der im Dienste der Hunnen unter Attila steht, und einer Frau vom Stamm der Skiren. Odoaker wächst wahrscheinlich am Hof Attilas auf. Er ist Arianer und soll Analphabet sein. Das mittelbyzantinische Lexikon Suda gibt indirekt Auskunft über seine Herkunft, indem es über seinen Bruder Hunulf berichtet, dieser stamme väterlicherseits von den Thüringern und mütterlicherseits von den Skiren. Laut Wolfram Brandes ist damit auch Odoakers Herkunft zur Hälfte thüringisch. Jordanes berichtet in den Getica, Odoaker sei Torcilingorum rex habens secum Sciros, Heruls diversarumque gentium auxiliarios, also der rex der Torcilingi, der zur Unterstützung auch über Skiren, Heruler und weitere gentes verfügt. Der Name Torcilingi, der nur bei Jordanes vorkommt, gilt in der Forschung oft als Verschreibung für Toringi (Thüringer). Über die frühen Jahre Odoakers ist sonst nur wenig bekannt. Die Annahme, er könne mit einem Heerführer namens Adovacrius gleichgesetzt werden, der in den 460er‑Jahren sächsische Plünderer in Gallien befehligt, erweist sich als wohl unzutreffend. Um 470 dient Odoaker in der Leibwache des weströmischen Kaisers Anthemius. Im Machtkampf zwischen Anthemius und dem General Ricimer stellt er sich auf die Seite Ricimers. - Bald nach der Erhebung des Romulus meutern die barbarischen Hilfstruppen (foederati) in Italien. Die Krieger sind mit ihrer Bezahlung unzufrieden und fordern von Orestes entweder Land in Italien oder eine finanzielle Gleichstellung mit den römischen Soldaten des stark geschrumpften exercitus Romanus, des weströmischen Restheeres. Orestes lehnt die Forderungen ab, und Odoaker stellt sich an die Spitze der Meuterer. Vermutlich spielen auch persönliche Differenzen eine Rolle, da Orestes ebenso wie einst Odoakers Vater am Hof Attilas gedient hat und es dort zu Rivalität zwischen ihnen gekommen sein soll. Da kaum noch reguläre weströmische Truppen vorhanden sind, bilden die barbarischen Föderaten unter Odoakers Kommando die stärkste militärische Macht in Italien und setzen ihre Forderungen nun mit Gewalt durch. Die Mehrheit dieser Soldaten wählt am 23. August 476 Odoaker zu ihrem Anführer (rex, ein „barbarischer“ Titel). Ende August 476 tötet Odoaker Orestes in einer Entscheidungsschlacht und kurz darauf auch dessen Bruder Paulus. Romulus wird nicht getötet; Odoaker setzt ihn ab, gewährt ihm jedoch ein Jahrgeld und einen luxuriösen Landsitz bei Neapel, wo Romulus noch Jahre später zu leben scheint. Odoaker greift nicht selbst nach dem Purpur und setzt auch keinen von ihm abhängigen Kaiser ein. Stattdessen sendet er den kaiserlichen Ornat nach Konstantinopel und erklärt, im Westen brauche man keinen eigenen Augustus mehr, sondern unterstelle sich direkt dem oströmischen Kaiser. Der oströmische Kaiser weist in seiner Antwort zwar darauf hin, es gebe in Gestalt von Julius Nepos noch einen legitimen Westkaiser, redet Odoaker jedoch als patricius an und erkennt ihn damit in Odoakers Augen faktisch als Regenten des Weströmischen Reiches an. Bereits seit Jahrzehnten halten Generäle (magistri militum) mit dem Titel patricius in Ravenna die tatsächliche Macht; in diese Tradition reiht sich nun Odoaker ein. Damit endet de facto das weströmische Kaisertum, auch wenn Julius Nepos noch bis 480 lebt und es später immer wieder Versuche gibt, einen Westkaiser zu installieren. - Die weströmische Verwaltung und auch der nun kaiserlose Hof in Ravenna bestehen weiter. Odoaker nennt sich nun rex Italiae („König von Italien“) und gilt spätestens nach dem Tod des Julius Nepos vom oströmischen Kaiser Zenon als faktisch unabhängiger Herrscher Italiens unter oströmischer Ägide anerkannt. Teilweise auftretender Widerstand rivalisierender germanischer Truppenführer wird rasch niedergeschlagen, so dass Italien als gesichert gelten kann. Mit dem mächtigen Reich der Vandalen in Nordafrika verständigt sich Odoaker; die Vandalen unterlassen es bis 491, ihre Angriffe auf Italien fortzusetzen, und verpachten das reiche Sizilien an den patricius. Odoakers Königtum bleibt jedoch wenig stabil, da er sich vor seiner Erhebung nicht als Heerkönig profilieren kann; deshalb ist ihm an einer Anerkennung durch den oströmischen Kaiser gelegen. Odoaker vergibt entweder Land oder, wahrscheinlicher, Anteile an den Steuereinkünften an seine Krieger, da eine Landenteignung nur gegen den heftigen Widerstand der senatorischen Oberschicht möglich wäre. Bei den Kriegern handelt es sich vor allem um Heruler, Skiren und Thüringer. Odoaker lässt das römische Rechts- und Steuersystem sowie den Senat intakt, zu dem er offenbar ein gutes Verhältnis pflegt. Die Senatoren sehen in der Absetzung des letzten Kaisers in Italien eine Möglichkeit, wieder mehr Einfluss zu gewinnen, und begrüßen offenbar das vorläufige Ende der Wirren. Wichtige Verwaltungsposten vergibt Odoaker an führende Senatoren, allerdings, wie zuvor üblich, zeitlich beschränkt. Zugleich steigen Germanen in militärische Führungspositionen auf, denn Odoakers Krieger treten an die Stelle der weströmischen Armee, sind jedoch auf die römischen staatlichen Strukturen angewiesen, um ihre annona militaris zu erhalten. Odoaker lässt Münzen prägen, auf denen er nicht als Kaiser erscheint, womit die Stellung des Ostkaisers ausdrücklich anerkannt bleibt. Obwohl er selbst arianischer Christ ist, verläuft das Verhältnis zur Kirche anscheinend problemlos. Die Kultur der Spätantike besteht in Italien fort. Die Absetzung des machtlosen weströmischen Kaisers beeindruckt die Zeitgenossen wohl kaum, da Italien formal unter die Herrschaft des Kaisers in Konstantinopel tritt und damit weiterhin zum Imperium Romanum gehört.
Weströmisches Reich
- 475: Weströmisches Reich, Sidonius: Im Jahr 475 dauert der durch Julius Nepos geschlossene Frieden mit Eurich an, die Abtretung der Auvergne bleibt wirksam, Sidonius befindet sich weiterhin im Zusammenhang dieser politischen Ordnung in der Verbannung in der Festung Livia bei Carcassonne.
- 474: Weströmisches Reich, Sidonius: Im Jahr 474 belagert Eurich mit den Westgoten weiterhin die Stadt Clermont, Sidonius zeichnet sich bei mehreren Belagerungen aus, er ermutigt die Bewohner mit seinen rhetorischen Fähigkeiten, der hartnäckige Widerstand der Region gegen germanische Krieger bleibt im zerfallenden weströmischen Reich eine Ausnahme, der Friedensschluss des römischen Kaisers Julius Nepos mit Eurich bringt 474 Eurich die Anerkennung seiner Souveränität und die Abtretung der Auvergne durch Rom, Sidonius lehnt sich bis zuletzt gegen diese Abtretung auf und wird von Eurich in die Festung Livia bei Carcassonne verbannt.
- 471: Weströmisches Reich, Sidonius: Von 471 bis 474 stellt Sidonius als Führer und Bischof der Auvergne zusammen mit seinem Schwager Ecdicius, den er zum militärischen Führer bestimmt, mit eigenen Mitteln und der Unterstützung anderer Aristokraten eine Truppe auf und verteidigt während vier Jahren die Auvergne gegen alljährliche Eroberungsversuche der arianischen Westgoten unter König Eurich II., der 469 das foedus von 418 gebrochen hat und sein Reich bis ans Mittelmeer und an die Rhône zu erweitern sucht, Sidonius hat zu Eurichs Bruder und Vorgänger Theoderich II. gute Beziehungen, begräbt nach den Ereignissen die Hoffnung, die römische Ordnung in Gallien mit Hilfe der föderierten Westgoten zu erhalten, wendet sich vom Prinzip des foedus ab und entwickelt römischen Patriotismus und Bindung an die katholische Kirche.
- 470: Weströmisches Reich, Sidonius: In den Jahren 469/470 oder 471 wendet sich Sidonius wieder dem Landleben auf seinem Gut Avitacum zu, unterbrochen von Aufenthalten in Lugdunum und Arverni, er baut Beziehungen zum einflussreichen Bischof Patiens von Lugdunum und anderen Klerikern auf und bekleidet möglicherweise eine kirchliche Würde, in dieser Phase wird er auserwählt, Bischof von Clermont zu werden, das Ansehen seiner Familie und seines Schwiegervaters sowie seine politischen Einflussmöglichkeiten tragen zu dieser Wahl bei, mit der Annahme der Wahl wird Sidonius zum politischen Führer der Auvergne, da das Bischofsamt in Gallien zugleich ein politisches Amt ist und die katholische Kirche zur Rückzugstellung des Römertums in Gallien wird. Ab etwa 470 entsteht die umfangreiche Briefsammlung von 147 Stücken in neun Büchern, in die weitere Gedichte aufgenommen sind, die ersten acht Gedichte sind Panegyrici im Stil Claudians und dokumentieren wichtige politische Ereignisse, Carmen 7 ist eine Lobrede auf Avitus zu seiner Erhebung zum Kaiser, Carmen 5 ist eine Lobrede auf Kaiser Majorian und zeigt, dass Sidonius Gefühle gegenüber dem für den Tod seines Schwiegervaters verantwortlichen Kaiser hintanstellen kann, Carmen 2 ist eine Lobrede auf Anthemius und Teil seiner Bemühungen, Stadtpräfekt von Rom zu werden.
- 469: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Sidonius übt die Stadtpräfektur von Rom möglicherweise bis ins Frühjahr 469 aus, besonders erfolgreich ist er im Amt nicht, doch erhält er nach Ablauf der Stadtpräfektur die Würde eines patricius, er zieht sich aus dem politischen Leben in Rom zurück, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Prozess gegen seinen Freund Arvandus, der sich einer Verschwörung mit den Westgoten schuldig gemacht hat, im selben Zeitraum haben die Westgoten 468 das foedus von 418 gebrochen und sich vom weströmischen Reich losgesagt.
- 468: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Am 1. Januar 468 verfasst Sidonius als Symbol der Versöhnung der gallischen mit den italischen Senatoren einen panegyricus auf Anthemius und trägt ihn vor, Anthemius belohnt ihn mit dem prestigeträchtigen Amt eines praefectus urbi Romae, die politische Karriere gipfelt in dieser Stadtpräfektur, Sidonius übt das Amt mindestens einige Monate aus.
- 467: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Im Jahr 467 wird Sidonius offiziell aufgefordert, sich in Rom einzufinden, er zieht als Vorsteher einer Delegation der Auvergne zum neuen Kaiser Anthemius, der nach einem zweijährigen Interregnum mit oströmischer Unterstützung an die Macht kommt.
- 461: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Im August 461 entmachtet und richtet Ricimer Kaiser Majorian hin, diese überraschende Entwicklung beendet für längere Zeit die politische Karriere des Sidonius, er zieht sich auf seine Domänen in der Auvergne und im Lyonnais zurück, widmet sich der Poesie, seinen Freunden und seinen Kindern und wendet sich in dieser Zeit dem Christentum zu, möglicherweise bekleidet er weiterhin öffentliche Ämter.
- 460: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Im Jahr 460 beschuldigt man Sidonius, ein anonymes Pamphlet gegen Majorian verfasst zu haben, Majorian schenkt diesem Vorwurf keinen Glauben und lässt Sidonius in seiner Stellung.
- 458: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Beim Einzug Majorians in Lugdunum 458 hält Sidonius erneut einen panegyricus, diese Geste leitet eine neue Phase seiner politischen Aktivitäten ein, er dient dem Kaiser in nicht genauer bekannter Funktion, möglicherweise als tribunus et notarius, erhält den Titel comes und wird an die Tafel des Kaisers zugelassen.
- 457: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Anfang 457 findet Avitus den Tod und wird wenig später durch Majorian abgelöst, der vom magister militum Ricimer unterstützt wird, viele gallische Aristokraten weigern sich zunächst, Majorian anzuerkennen, Sidonius schliesst sich letztlich dem neuen Kaiser an und plant einen weiteren panegyricus.
- 456: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Am 1. Januar 456 trägt Sidonius vor dem Senat in Rom einen panegyricus auf Avitus vor, Avitus belohnt ihn mit einem Bronzestandbild auf dem forum Traianum, Ende 456 wird Avitus durch einen Militärputsch gestürzt.
- 455: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Nachdem Petronius Maximus 455 gestürzt wird und Avitus mit Unterstützung der seit 418 in Aquitanien siedelnden Westgoten den Purpur nimmt, folgt Sidonius seinem Schwiegervater nach Rom und bereitet sich auf dessen öffentliche Ehrung vor.
- 452: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Um 452 heiratet Sidonius seine Cousine Papianilla, die Tochter des späteren weströmischen Kaisers Avitus, aus dieser Ehe gehen vier Kinder hervor, der Sohn Apollinaris und die drei Töchter Roscia, Severiana und Alcima, als Teil der Mitgift erhält Sidonius das Gut Avitacum, wahrscheinlich das heutige Aydat.
- 431: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Sidonius Apollinaris wird am 5. November 431 oder 432 in Lyon geboren, sein Vater und sein Großvater Apollinaris haben das Amt eines praefectus praetorio Galliarum inne, die Familie gehört zum gallischen Senatsadel und zählt zur weströmischen Reichselite, Sidonius erhält in Lugdunum und Arelate eine Ausbildung in Grammatik und Rhetorik nach dem seit Quintilian geltenden System.
Oströmisches Reich
- Kaiser Zenon (474–491)
18. Juli: Verina, die Schwiegermutter Zenons, verbündet sich mit dem Heerführer Illus gegen den Kaiser und bringt den Heerführer Leontius auf den Thron, doch kann auch diese Verschwörung, wie bereits die zwei vorherigen, die Verina bereits angezettelt hat, niedergeworfen werden. - Johannes Skytha
Illus erhebt sich gegen Kaiser Zenon und stellt den zivilen Beamten Leontius als Gegenkaiser auf. Johannes erhält den Auftrag, den Aufstand niederzuschlagen. Im September gelingt ihm ein entscheidender Sieg über die Rebellen in einer Schlacht nahe Antiochia. Illus und Leontius entkommen in die isaurische Festung Papyrios, die Johannes daraufhin belagert. Ende 484 nimmt er Trocundes, den Bruder des Illus, gefangen und lässt ihn hinrichten, als dieser versucht, Verstärkung zu holen. Die Belagerung zieht sich bis 488 hin, als die Festung durch Verrat fällt. Illus und Leontius werden gefasst und hingerichtet. - Flavius Longinus
Zenon reagiert auf die Geiselnahme seines Bruders Longinus, indem er Illus zum Staatsfeind erklärt und ihn damit offiziell aus der kaiserlichen Ordnung ausschließt. Illus antwortet auf diese Ächtung durch Zenon mit offener Rebellion, stellt sich gegen die bestehende Herrschaft und ruft Leontios zum Gegenkaiser aus, um einen alternativen Augustus zum regierenden Kaiser zu etablieren. Während dieser Rebellion bleibt Longinus zunächst in der Vorgeschichte als Geisel verhaftet, doch nach seiner Flucht oder Befreiung aus der Gewalt des Illus bereitet sich seine Rückkehr an den Hof vor. - Konsul Theoderich (der spätere König)
- Akakianisches Schisma (484–519)
Felix II. sendet zwei Bischöfe, Vitalis und Misenus, nach Konstantinopel und verlangt, dass Petros aus Alexandria vertrieben wird und Akakios nach Rom kommt, um sein Verhalten zu erklären. Durch Drohungen und Versprechen werden die Legaten dazu gebracht, in den Diptychen ausdrücklich den Namen Petros zu verlesen. Als das in Rom bekannt wird, beruft Felix eine Synode in der Lateranbasilika ein, auf der Akakios, Petros und die Legaten exkommuniziert werden. Unterstützt vom Kaiser ignoriert Akakios die Exkommunikation und entfernt seinerseits den Namen des Felix aus den Diptychen und bleibt mit Petros in Kommunion. Aus dem Verhalten von Akakios und Petros entsteht das Akakianische Schisma, das die Kirchen von Rom und Konstantinopel für die folgenden Jahrzehnte spaltet. Seine Amtsführung ist Mitauslöser für das Akakianische Schisma. - Patriarch Akakios von Konstantinopel (471–489)
- Patriarch Martyrios (Jerusalem, 478-486)
- Koptischer Papst Petros III. Mongos (477–489)
- Fortsetzung 485
- 483: Johannes Skytha Johannes wird zum magister militum per Orientem, dem Oberbefehlshaber des Ostens, ernannt und löst damit Illus ab.
- 483: Flavius Longinus Flavius Longinus wächst als jüngerer Bruder des späteren Kaisers Zenon auf, der vor seiner Thronbesteigung als oströmischer Offizier Karriere macht und schließlich Kaiser wird. Longinus gehört damit zum isaurischen Führungspersonal, das im Umfeld Zenons an Einfluss gewinnt, wobei die spätantiken Quellen ihn als inkompetent und charakterlich wenig geeignet für die Staatsgeschäfte schildern, obwohl Zenon ihm in der Spätphase seiner Herrschaft dennoch zunehmend mehr Verantwortung überträgt. Longinus etabliert sich in dieser Zeit als Heermeister des Oströmischen Reiches und bewegt sich am Hof in Konstantinopel in der Nähe der Macht, ohne jedoch selbst den Kaiserthron zu erreichen. Im Jahr 483 ist Longinus als Feldherr in Syrien tätig und übernimmt dort ein militärisches Kommando, das ihn in unmittelbare Nähe zu seinem Rivalen Illus bringt. In Syrien gerät Longinus mit Illus in einen Streit, der so eskaliert, dass Illus Longinus als Geisel nimmt und damit eine offene Feindschaft begründet, die weitreichende politische Folgen im Oströmischen Reich hat. Longinus verbleibt zunächst in der Gewalt des Illus, während die Nachricht von der Gefangennahme an den Hof nach Konstantinopel dringt und dort die Reaktion Zenons auslöst.
- Fortsetzung 484
- Um 482: Geburt Justinians, des späteren Kaisers, in Tauresium (nahe dem heutigen Skopje)
- 482: Akakios: Akakios verfasst eine Glaubensformel, das Henotikon, die 482 veröffentlicht wird. Darin werden der in den vorcalchedonischen Konzilien gefundene Konsens festgehalten, Nestorios und Eutyches verdammt und die sogenannten 12 Kapitel des Kyrill von Alexandria anerkannt, gerade die strittigen Fragen aber bewusst ausgeklammert. Diese Taktik führt jedoch nur zu weiterer Unzufriedenheit. Die Monophysiten bestehen auf der expliziten Erwähnung der für sie zentralen Glaubensvorstellungen, während man in Rom in der Formel ein zu großes Entgegenkommen und die Abkehr von erreichten Positionen sieht. Die Beziehungen zwischen dem römischen Papst und dem Patriarchen in Konstantinopel sind ohnehin bereits belastet dadurch, dass in Chalcedon für den Patriarchen von Konstantinopel eine Sonderstellung vereinbart wird und Akakios 482 bei der Besetzung des Patriarchats von Alexandria, das zwischen Petros III. Mongos und Talaia umstritten ist, Partei für Ersteren nimmt, womit Akakios in den Augen von Papst Felix II. seine Kompetenzen überschreitet. Die Auseinandersetzung eskaliert also und Papst Felix II. reagiert schließlich auf das Henotikon mit der Verhängung des Anathemas gegen Akakios, der sich gegen den Heiligen Geist und die apostolische Autorität versündigt. Dies erzeugt das erste große Schisma (so genanntes Akakianisches Schisma) zwischen der morgen- und der abendländischen Kirche. Das Anathema verbietet den Umgang mit dem gebannten Patriarchen, was aber im Osten ignoriert wird. In der Frage des alexandrinischen Patriarchats setzt sich Petros Mongos durch, während Joannes Talaia, der Favorit Roms, mit dem Bistum Nola Vorlieb nimmt. Im Oströmischen Reich setzen derweil Akakios und Kaiser Zeno alles daran, das Henotikon auch gegen den Widerstand der Monophysiten durchzusetzen.
- 482: Petros III.: Nach dem Tod des Timotheos 482 wird Joannes I. Talaia zum Patriarchen gewählt. Aufgrund der Unruhen ändert Kaiser Zenon seine Religionspolitik. In seinem Auftrag verfasst Patriarch Akakios von Konstantinopel das Henotikon, eine Kompromisformel, die den auf den vorcalchedonischen Konzilien gefundenen Konsens festhält, sich aber über die Glaubensformel von Chalcedon ausschwieg. Da Petros, im Gegensatz zu Joannes Talaia, das Henotikon akzeptiert, wird er vom Kaiser als Patriarch installiert. Petros versucht zuerst das Henotikon durchzusetzen, stößt dabei jedoch auf massiven Widerstand seitens einflussreicher Bischöfe und ägyptischer Mönche. Daraufhin stellt er sich offen gegen das Konzil von Chalcedon und ersetzt in den Diptychen die Namen seiner orthodoxen Amtsvorgänger Proterius und Timotheos III. Salophakiolos durch die anti-chalcedonensischen Patriartchen Dioskur I. und Timotheos II. Eluros. Akakios von Konstantinopel erhält auf eine Anfrage einen eher ausweichend formulierten Brief, aufgrund dessen er die Kommunion beibehält. Joannes Talaia ist nach Rom geflohen und der römische Patriarch Papst Simplicius nimmt für ihn Partei. In der folgenden in scharfem Ton geführten Korrespondenz erklärt sich Akakios in Kommunion mit Petros.
- 482: Johannes Skytha Johannes begegnet erstmals in den Quellen, als er mit Moschianus nach Illyrien entsandt wird, um gegen die Ostgoten unter König Theoderich zu kämpfen. Diese Mission ist Teil der Bemühungen Kaiser Zenons, die Kontrolle über die westlichen Provinzen des Reiches zu sichern.
- 478: Martyrios: Martyrios ist ein Asket vom Berg Nitria in Ägypten und lebt dort in asketischer Lebensweise in Ägypten, wobei seine Herkunft als Asket des Berges Nitria festgehalten wird, ohne dass weitere biografische Ereignisse mit Jahresangabe genannt werden. Im Jahr 478 wird Martyrios von Anastasios zum Presbyter der Kirche von Jerusalem ordiniert und übernimmt im selben Jahr als Nachfolger von Anastasio das Amt des Patriarchen von Jerusalem, wodurch er Patriarch von Jerusalem wird und in dieser Funktion die kirchliche Leitung in Jerusalem ausübt. Zwischen 478 und 486 kommen unter dem Patriarchat von Martyrios schismatische Gruppen durch seine Bemühungen wieder in seine Gemeinschaft von Gläubigen zurück, wobei diese Rückkehr der Schismatiker in die Gemeinschaft der Gläubigen ausdrücklich seinen Anstrengungen zugeschrieben wird und damit die Wirkung seines patriarchalen Wirkens in Jerusalem beschrieben wird.
- 477: Petros III.: Petros III. Mongos war ein Parteigänger des in Chalcedon abgesetzten Patriarchen Dioskur von Alexandria, der ihn zum Diakon ordinierte. Petros ist als Monophysit ein Gegner der Glaubensformel von Chalcedon. Nach dem Tod des in Chalcedon abgesetzten Patriarchen Dioskur von Alexandria kämpfen zwei Parteien in der Kirche von Alexandria um die Führung: die koptische Bevölkerung unterstützt einen gemäßigten Monophysitismus, während die griechischsprachige Stadtbevölkerung die orthodoxe Lehre von Chalcedon unterstützt. Nach dem Tod des monophysitischen Patriarchen Timotheos II. Eluros anerkennen die Kopten Petros als Patriarchen an, während der orthodoxe Timotheos III. Salophakiolos sich in ein Kloster zurückzieht und es nicht wagt, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Petros ist einer der ersten koptischen Päpste nach der Abspaltung der koptischen Kirche von der römischen Reichskirche. Timotheus II. Eluros ist Koptischer Papst 477–489 und Petros III. Mongos ist sein Nachfolger. Petros ist Patriarch von Alexandria und erster koptischer Papst nach der Abspaltung der koptischen Kirche von der römischen Reichskirche. Kaiser Zenon lässt Petros aus Alexandria vertreiben und installiert wieder Timotheos. Koptischer Papst Timotheus II. Eluros (Alexandria, 454–477)
- 471: Akakios: Akakios ist ab 471 Patriarch von Konstantinopel. Zentrales Problem in der Amtszeit des Akakios ist die theologische Auseinandersetzung zwischen Orthodoxen und Monophysiten, die sich um die christologische Frage des Verhältnisses der göttlichen und menschlichen Natur Christi zueinander dreht. Da der Monophysitismus in Ägypten und im Orient stark verbreitet ist, droht im Oströmischen Reich eine staatsgefährdende Glaubensspaltung, der der Kaiser in Konstantinopel entgegenzuwirken sucht. Akakios unterstützt ihn dabei, indem er eine Glaubensformel, das Henotikon, verfasst. Die Beziehungen zwischen dem römischen Papst und dem Patriarchen in Konstantinopel sind ohnehin bereits belastet dadurch, dass in Chalcedon für den Patriarchen von Konstantinopel eine Sonderstellung vereinbart wird. Akakios nimmt 482 bei der Besetzung des Patriarchats von Alexandria, das zwischen Petros III. Mongos und Talaia umstritten ist, Partei für Ersteren. Im Oströmischen Reich setzen derweil Akakios und Kaiser Zeno alles daran, das Henotikon auch gegen den Widerstand der Monophysiten durchzusetzen.
- um 470: Justin (der spätere Kaiser): Militärkarriere in Konstantinopel; Teilnahme an den Isaurischen Kriegen
- 457: Elias Der Mönch Elias ist von Geburt Araber und wächst in einem ägyptischen Kloster auf. Im Jahre 457 wird er durch den monophysitischen Patriarchen von Alexandria Timotheos vertrieben und kommt nach Palästina, wo er in der Nähe von Jericho eine Laura gründet. Dort empfängt ihn Patriarch Anastasios von Jerusalem zur Priesterweihe.
- um 450: Geburt von Justin in der Nähe von Naissus (heute Niš, Serbien), Provinz Dacia mediterranea
- 437: Proklos
Als Syrianos um 437 stirbt, übernimmt der etwa fünfundzwanzigjährige Proklos die Leitung der neuplatonischen Schule von Athen, behält dieses Amt bis zu seinem Tod 485, erhält den Beinamen oder Titel diadochos („der Nachfolger“), weil er als Nachfolger Platons als Oberhaupt der platonischen Schule gilt, und zählt Isidor, Ammonios Hermeiou, Zenodotos und Marinos von Neapolis zu seinen namhaftesten Schülern. Proklos leitet die neuplatonische Schule von Athen fast ein halbes Jahrhundert, prägt sie durch intensive Lehrtätigkeit und zahlreiche Schriften, führt ein asketisches, arbeitsreiches und sehr diszipliniertes Leben, bleibt unverheiratet, widmet sich tagsüber unermüdlich Unterricht und schriftstellerischer Arbeit, widmet sich nachts dem Gebet und schläft nur wenige Stunden, hält morgens mindestens fünf Unterrichtseinheiten über Texte der philosophischen Schulautoren, arbeitet anschließend schriftlich und diskutiert mit Kollegen, erteilt abends erneut Unterricht, nutzt ein Privathaus, das Plutarch gehört hat und nach dessen Tod Sitz der Schule und Wohnstätte ihres Leiters bleibt, dieses Haus wird von manchen Archäologen mit dem „Gebäude Chi“ am Südhang der Akropolis identifiziert, das 1955 teilweise ausgegraben wird, und die These von Ioannis Meliades, der das Gebäude als Sitz der neuplatonischen Schule betrachtet, findet sowohl Zustimmung als auch Widerspruch. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit kommentiert Proklos im weiteren Verlauf seines Lebens verschiedene Werke des Aristoteles und Platons, verfasst umfangreiche Kommentare zu mehreren Dialogen Platons, darunter zu Erster Alkibiades, Kratylos, Parmenides und Timaios, sowie 17 Abhandlungen zur Politeia, und seine Kommentierungsweise, die allgemeine Erörterung und anschließende „Lesung“ einzelner Textstellen trennt, setzt Maßstäbe für spätere Ausleger; zahlreiche weitere Kommentare und Abhandlungen gehen im Laufe der Überlieferung teilweise oder ganz verloren. Im Bereich des öffentlichen Lebens setzt sich Proklos bei einer städtischen Behörde für die Bildungsförderung durch leistungsabhängige Besoldung qualifizierter Rhetoriklehrer ein, überprüft persönlich den Arbeitseifer und die Leistungen der von ihm empfohlenen Lehrkräfte, nimmt an Bürgerversammlungen teil, ergreift dort das Wort und bezieht Stellung zu aktuellen Fragen, vertritt eine heftige Opposition zum Christentum, wirft Christen Ignoranz, Unfrömmigkeit, innere Zwiespältigkeit und Zwietracht vor und betrachtet die Beteiligung am öffentlichen Leben als Aufgabe eines Philosophen. Im Laufe seines langen Gelehrtenlebens verfasst Proklos mehr als fünfzig Werke, darunter die Grundlagen der Theologie mit 211 Lehrsätzen und Beweisführungen, die Platonische Theologie in sechs Büchern, in der er die Götterhierarchie darstellt, mehrere religionsphilosophische Abhandlungen, die gemeinsam als tria opuscula überliefert werden, eine teilweise rekonstruierbare Entgegnung auf Aristoteles’ Kritik am Timaios, eine (nur durch Gegenschriften erschließbare) Abhandlung, in der er mit achtzehn Argumenten die Welt ohne Anfang und Ende begründen will, eine Abhandlung Über den Ort, einen Kommentar zum ersten Buch von Euklids Elementen mit zwei Vorreden zur Geschichte der Mathematik, die Grundlagen der Physik, eine Kurze Darstellung astronomischer Hypothesen über die Astronomie des Ptolemaios, eine Auslegung von Hesiods Werke und Tage, einen umfangreichen Kommentar zu den Chaldäischen Orakeln und mehrere Hymnen in hexametrischer Form, von denen sieben erhalten bleiben. - 432: Proklos
Etwa zwei Jahre nach der Ankunft von Proklos in Athen stirbt Plutarch von Athen, Syrianos übernimmt als Nachfolger die Schulleitung, Proklos schließt sich Syrianos als Schüler und Freund an, zieht in dessen Haus, wird wie ein Familienangehöriger behandelt und als Wunschnachfolger in der Schulleitung betrachtet, studiert in weniger als zwei Jahren – dem üblichen Lehrplan folgend – zunächst die Schriften des Aristoteles und danach die Philosophie Platons. - 430: Proklos
Um 430/431 geht Proklos als etwa Neunzehnjähriger nach Athen, lernt dort zunächst den Neuplatoniker Syrianos kennen, wird von Syrianos dem betagten Plutarch von Athen vorgestellt, dem Gründer und Leiter der neuplatonischen Schule von Athen, und wird Schüler Plutarchs, der ihn sehr schätzt und ihn in Aristoteles’ Schrift De anima sowie in Platons Phaidon einführt. - 412: Proklos
Die Familie von Proklos stammt aus Xanthos in Lykien, sein Vater Patrikios und seine Mutter Markella gehören der dortigen Oberschicht an, Patrikios ist ein wohlhabender Anwalt und gilt wahrscheinlich als Sohn des Flavius Eutolmius Tatianus, die Familie lebt zur Zeit der Geburt von Proklos in der Hauptstadt Konstantinopel, die Geburt lässt sich aufgrund eines Horoskops gewöhnlich auf den 7. oder 8. Februar 412 datieren, die Familie kehrt bald darauf nach Xanthos zurück, und Proklos erhält dort den üblichen Schulunterricht bei einem Grammatiklehrer. Nach Abschluss der Schulbildung begibt sich Proklos nach Alexandria, studiert dort Rhetorik, Latein und römisches Recht, da er den Beruf seines Vaters ergreifen soll, unternimmt eine Reise nach Konstantinopel, wendet sich unter dem Einfluss dortiger Gelehrter der Philosophie zu, kehrt nach Alexandria zurück, gibt Rhetorik, Latein und römisches Recht auf, beginnt bei Olympiodoros dem Älteren Philosophie zu studieren und eignet sich mathematische Kenntnisse an, wobei er durch ein außergewöhnlich leistungsfähiges Gedächtnis auffällt.
IBERIA
- nach 470: Nach Überlieferung nimmt Wachtang auch an persischen Feldzügen teil und kämpft vermutlich gegen Alanen und andere Nachbarn. Seine Teilnahme an den Kriegen Peroz‘ I. gegen die Hephthaliten wird von der späteren Tradition behauptet, ist aber historisch umstritten. Gründung von Tbilissi (Tiflis): Laut Legende entdeckt Wachtang beim Jagen heiße Quellen an der Kura und veranlasst dort die Gründung der heutigen Hauptstadt Georgiens. Die Gründung wird meist in die Regierungszeit (2. Hälfte 5. Jh.) gelegt. spätes 5. Jh.: Wachtang bemüht sich um eine größere kirchliche Selbständigkeit Georgiens (Autokephalie der georgisch-orthodoxen Kirche)
- Fortsetzung 502
- um 452: Wachtang wird König von Iberien (Kartlien) nach dem Tod seines Vaters (möglicherweise aber auch bereits 539 oder 443). In den frühen Jahren seiner Herrschaft erneuert und festigt Wachtang die Beziehungen zur Kirche in Konstantinopel und beginnt eine Kirchenausbau-Reform. Mitte/zweite Hälfte 5. Jh.: Kämpft wiederholt gegen das persische Sassanidenreich zur Wahrung der georgischen Unabhängigkeit
SASSANIDENREICH
- Großkönig Peroz I. (459–484)
Peroz gegen den Rat von Adel und Klerus einen dritten Feldzug gegen die Hephthaliten, bereitet ihn in Gurgan vor, überträgt seinem Bruder Balash die Verwaltung des Reiches und zieht mit einem großen Heer los, bevor Akhshunwar seine Truppen mit einem verdeckten Graben in eine Falle lockt, in die Peroz und sein Heer stürzen und bei der die iranischen Leichen, darunter mehrere Söhne oder Brüder des Königs, nicht geborgen werden können. Kurz vor seinem Tod findet im selben Jahr in Gundeschapur eine Synode statt, in der Nestorianismus als offizielle Lehre der iranischen Kirche verkündet wird, und unmittelbar nach dem Tod des Königs ziehen sich die iranischen Truppen aus Armenien zurück, sodass Balash mit Vahan Frieden schließt, ihn zum Minister und später zum Marzban von Armenien macht, während in Iberien ebenfalls Frieden hergestellt wird und Vakhtang seine Herrschaft wieder aufnehmen kann. - Großkönig Balasch (484–488)
Balasch ist der Bruder und Nachfolger von Peroz I., der in einer Schlacht gegen die Hephthaliten fällt, die vom Osten her in Iran einfallen, und Balasch wird 484 zum neunzehnten König (Schah) des Sasanidenreiches. Balasch besteigt den Thron inmitten einer schweren Krise, er verdankt seine Thronübernahme wohl einer Gruppe mächtiger Adliger, unter anderem aus den einflussreichen Familien Karen und Suren, die vermutlich auch die eigentlichen Machthaber sind, und er wird als milder und freigiebiger Monarch gepriesen, der Zugeständnisse an die Christen macht. Es kann in seiner Regierungszeit Frieden mit den Hephthaliten geschlossen werden, die für die vernichtende Niederlage und den Tod Peroz’ verantwortlich gewesen sind, wobei die Sasaniden allerdings jährliche Tribute zu entrichten haben, die dazu beitragen, die Finanzkrise des Reiches weiter zu verschärfen. - Vertrag von Nwarsak
Der Vertrag von Nwarsak wird in Nwarsak, später Pasak-e Sofla, zwischen dem armenischen Rebellenführer Wahan Mamikonian und den Vertretern des sasanidischen Großkönigs Balasch unterzeichnet. Der Vertrag sichert den Armeniern Religionsfreiheit und Autonomie, Wahan Mamikonian unterzeichnet ihn für Armenien und der Feldherr Nikhor unterzeichnet ihn für Persien. Es werden folgende Bedingungen vereinbart: Alle bestehenden Feueraltäre in Armenien sollen zerstört werden und es sollen keine neuen errichtet werden, Christen in Armenien sollen Religionsfreiheit genießen und Konversionen zum Zoroastrismus sollen gestoppt werden, Land soll nicht an Menschen vergeben werden, die zum Zoroastrismus konvertieren, der sasanidische König soll Armenien persönlich und nicht durch Stellvertreter regieren, und Mamikonian verpflichtet sich, ein Kavallerieregiment nach Persien gegen den Thronprätendenten Zareh zu entsenden. Mamikonian wird zum Hazarbed, hazarapet, und später zum Marzban ernannt, und die armenische Kavallerie spielt eine entscheidende Rolle im Kampf um den Thron und besiegt und tötet Zareh. - Synode von Beth Lapat
Im Jahr 484 findet das Konzil von Bet Lapat statt, auf dem die Kirche des Ostens unter der Leitung des Katholikos Barsauma von Nisibis in Bet Lapat, dem heutigen Gundischapur im Iran, zusammenkommt und als Konzil die Lehre des Nestorianismus annimmt, Entscheidungen zum Zölibat trifft, wobei die Ablehnung des Zölibats zum Erkennungsmerkmal des Klosterlebens in der Persischen Kirche wird und diese dadurch von der Kirche des Ostens unterscheidet, die Annahme der Lehren des Nestorius, die beim Konzil von Ephesos im Jahr 431 verworfen worden sind, die Kirche endgültig von der byzantinischen Kirche trennt, die Entscheidungen darauf abzielen, den zoroastrischen persischen König zu versöhnen, der sich ständig im Krieg mit den Byzantinern befindet, der frühere pro-byzantinische Katholikos Babaeus (Mar Babwahi) hingerichtet worden ist, die Perser den Nestorianern seit 462 Asyl gewähren, die Zoroastrier Familienleben heilig halten und die monastische Bewegung der Christen verabscheuen, die Beschlüsse jedoch keine Verbesserung der staatlichen Politik gegenüber der Kirche bringen und viele Christen ihre Kirche verlassen und sich myaphysitischen Kirchen anschließen.
- 483: Peroz: Im Jahr 483 treffen iranische Verstärkungen unter Zarmihr Hazarwuxt in Armenien ein, belagern Dvin, werden von Vahan Mamikonian in einer Überraschungsattacke bei Nerseapate nahe Maku besiegt, und Vahan zieht sich mit seinen Truppen erneut in die Berge nahe der byzantinischen Grenze zurück, während Zarmihr in einem Nachtmarsch das armenische Lager angreift und mehrere Prinzessinnen erbeutet.
- 482: Peroz: Im Jahr 482 schicken die Hephthaliten Kavad, den jüngsten Sohn von Peroz, als Geisel an ihren Hof, nachdem Peroz das Lösegeld für seinen zweiten Feldzug gegen die Hephthaliten nicht vollständig zahlen kann, während in Armenien Adhur Gushnasp als Marzban besiegt und getötet wird, Vahan Mamikonian Sahak II. Bagratuni als neuen Marzban einsetzt und Vakhtang I. von Iberien gegen Iran rebelliert, Varsken töten lässt und eine gleichzeitige armenisch-iberische Erhebung auslöst.
- 474: Peroz: Zwischen 474 und 491 regiert Zenon als byzantinischer Kaiser, er nimmt die Goldzahlungen an Iran wieder auf, löst Peroz aus der Gefangenschaft bei den Hephthaliten und trägt zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Sasaniden und Hephthaliten bei. Im Jahr 474 greift Peroz die Hephthaliten an, um ihren Vormarsch zu stoppen, wird jedoch in der Nähe der Grenze von Gurgan in einen Hinterhalt gelockt, besiegt und gefangen genommen, worauf Zenon seine Auslösung finanziert und damit die Beziehungen zwischen Iran und Hephthaliten vorübergehend verbessert. In den späten 470er oder frühen 480er Jahren unternimmt Peroz einen zweiten Feldzug gegen die Hephthaliten, wird erneut besiegt und gefangen genommen, verspricht als Lösegeld drei Maultierladungen Silberdrachmen, kann aber nur zwei leisten, schickt dann seinen jüngsten Sohn Kavad im Jahr 482 als Geisel an den Hephthalitenhof, bis der Rest bezahlt ist.
- 473: Geburt von Kavadh I., Sohn des Großkönigs Peroz I.
- 471: Peroz: 471–479 (ungefähre Datierung des Baus Bolnissi Sioni – 478/479) In den Jahren 478/479 wird in Iberien die Basilika von Bolnissi Sioni im Süden des Landes errichtet, wo die Mihraniden von Gugark lokal die Kontrolle besitzen, und ihre Ikonographie zeigt iranische Merkmale, während eine altgeorgische Inschrift die Gründung im zwanzigsten Jahr der Herrschaft von Peroz und die Fertigstellung fünfzehn Jahre später bezeugt.
- 470: Peroz: Im Jahr 470 reist Varsken, der Vizekönig der Grenzregion Gugark, an den iranischen Hof, konvertiert dort vom Christentum zum Zoroastrismus, wechselt seine Loyalität von der christlichen iberischen Monarchie zum sasanidischen Reich, erhält als Belohnung die Vizekönigswürde über Albanien und eine Tochter von Peroz zur Frau und beginnt, seine Familie zwangsweise zur Konversion zu zwingen, wobei er seine erste Frau Shushanik, die Tochter Vardans, tötet und sie dadurch zur Märtyrerin macht.
- 468: Peroz: Im Jahr 468 entsendet Iran eine Gesandtschaft an die chinesische Nordwei-Dynastie, die möglicherweise ebenfalls den Sieg über die Kidariten meldet und damit die iranische Position im Osten demonstriert.
- 467: Peroz: Im Jahr 467 reist eine iranische Gesandtschaft nach Konstantinopel, um den Sieg über die Kidariten offiziell zu verkünden, während im selben Jahr die Hungersnot endet, die seit der Dürre von 461 das Reich belastet hat.
- 466: Peroz: Im Jahr 466 gelingt Peroz mit Hilfe der Hephthaliten und anderer Hunnengruppen, darunter Mehama von Kadag, der endgültige Sieg über die Kidariten, er bringt Tokharistan vorübergehend unter sasanidische Kontrolle und prägt in Balkh Goldmünzen, deren Stil an Kidaritenmünzen angelehnt ist und ihn mit seiner zweiten Krone sowie einer baktrischen Legende mit seinem Namen und Titel zeigt.
- 464: Peroz: Um das Jahr 464 erklären die Kidariten Peroz den Krieg, wobei sie die Verweigerung der Tributzahlung durch Yazdegerd II. als Begründung heranziehen, und Peroz ist zunächst nicht in der Lage, genügend Truppen zu stellen, sucht vergeblich Finanzhilfe in Byzanz, versucht den Kidaritenkönig Kunkhas mit einem Heiratsangebot seiner Schwester zu täuschen, sendet jedoch eine Frau niedrigen Standes.
- 462: Peroz: Im Jahr 462 dankt Vache II. als König von Kaukasisch-Albanien ab, nachdem er zuvor die Unabhängigkeit erklärt, die Hunnen nach Derbent eingelassen und mit ihrer Hilfe iranische Truppen angegriffen hat, und lässt das Land bis 485 ohne König zurück, ehe Vachagan III. durch Balash auf den Thron gesetzt wird.
- 461: Peroz: Im Jahr 461 leidet Iran unter einer schweren Dürre, die eine großflächige Hungersnot auslöst, die bis 467 anhält und das Reich während dieser Zeit deutlich schwächt.
- 459: Peroz: Im Jahr 459 erfasst und exekutiert nach Elishe der Mihraniden Raham Mihran Hormizd III. und krönt Peroz zum Großkönig, während Ghazar Parpetsi diese Handlung Ashtad Mihran zuschreibt, den er als Pflegevater von Peroz bezeichnet. - Peroz I. ist Sohn von Yazdegerd II. und lehnt die Herrschaft seines älteren Bruders Hormizd III. ab, der als amtierender König regiert. Er flieht in den Nordosten des Reiches und beginnt dort ein Heer zu sammeln, um den Thron zu beanspruchen. Die Mutter der beiden, Königin Denag, regiert während des Bruderstreits vorübergehend als Regentin des Reiches von der Hauptstadt Ktesiphon aus. In den zeitgenössischen östlichen Quellen gilt Peroz als würdiger für den Thron, während Hormizd als „unfair“ bezeichnet wird; im Codex Sprenger 30 erscheint dagegen Hormizd als „braver und besser“ und Peroz als „in religiösen Dingen gebildeter“. Beide Brüder versuchen, in Tokharistan/Baktrien die Unterstützung der dortigen Mächte zu gewinnen, wo die Kidariten und ihre lokalen Vasallen, darunter die Hephthaliten, herrschen. Der lokale Herrscher von Rob, Kirdir-Warahran, erhält in drei zeitgenössischen baktrischen Briefen Ehrentitel, die seine wechselnde Loyalität zwischen Hormizd und Peroz erkennen lassen. Die armenischen Historiker Elishe und Ghazar Parpetsi berichten, dass Peroz besonders von der Mihranidenfamilie unterstützt wird, während spätere persische Quellen sagen, er fliehe zu den Hephthaliten und gewinne ihre Hilfe. Nach Elishe wird Peroz von seinem Mihranidenlehrer Raham Mihran unterstützt, der Hormizd erfasst und hinrichten lässt und Peroz zum Großkönig krönt, während Ghazar denselben Vorgang mit Ashtad Mihran als Pflegevater schildert. Während des Bruderkriegs erklärt der arsakidische König Vache II. von Kaukasisch-Albanien die Unabhängigkeit, lässt die Hunnen in die Stadt Derbent und greift mit ihrer Hilfe das iranische Heer an; Peroz gestattet daraufhin den Hunnen den Durchzug durch die Darial-Schlucht, worauf sie Albanien verwüsten, bevor Peroz und Vache II. ein Abkommen schließen. Vache II. gibt seine Mutter und Tochter zurück, erhält dafür die ursprünglich von seinem Vater zugewiesenen 1000 Familien und dankt schließlich ab, sodass Albanien zunächst ohne König bleibt. Peroz befreit einige der armenischen Aristokraten, die sein Vater nach dem Aufstand von 451 hatte in Haft nehmen lassen. Früh in seiner Herrschaft verschärfen sich die Spannungen mit dem Oströmischen Reich, als die Byzantiner entdecken, dass ihr General Ardabur heimlich mit dem iranischen Hof korrespondiert und Peroz zum Angriff auf Byzanz mit dem Versprechen militärischer Unterstützung und wohl auch von Informationen aufruft, worauf Ardaburs Briefe abgefangen werden und Kaiser Leo I. ihn absetzt und nach Konstantinopel zitieren lässt. Seit dem Frieden von 387 sehen die Byzantiner die unregelmäßig geleisteten Zahlungen von etwa 500 Pfund Gold als Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung der Kaukasusfront gegen Nomadenangriffe, während die Iraner sie als Tribut auffassen, der Byzanz in eine untergeordnete Stellung bringt. Leo I. stellt die Zahlungen als Reaktion auf das iranische Intrigenspiel ein, es folgen vergebliche Verhandlungen und byzantinische Forderungen nach Rückgabe der Stadt Nisibis, bis unter Kaiser Zenon die Zahlungen wieder aufgenommen werden und Zenon Peroz später aus einer Gefangenschaft bei den Hephthaliten auslöst. Im Osten kämpft Iran seit der Regierung Schapur II. gegen die sogenannten „iranischen Hunnen“ – Hephthaliten, Kidariten, Chioniten und Alkhans –, die Tokharistan und Gandhara, später Kabul, erobern, ein eigenes, kultiviertes Reich mit iranischer Symbolik und sasanidisch inspiriertem Münzwesen errichten und damit die sasanidische Position erheblich schwächen. Die Kidariten zwingen Yazdegerd I., Bahram V. und/oder Yazdegerd II. zur Tributzahlung, was die iranische Seite als demütigend empfindet, bis Yazdegerd II. die Zahlungen verweigert und dies später als Begründung für den Kidaritenkrieg gegen Peroz dient. Nachdem Peroz mit Hilfe der Hephthaliten und anderer Hunnengruppen, darunter Mehama von Kadag, die Kidariten besiegt und Tokharistan kurzzeitig unter sasanidische Kontrolle gebracht hat, entsteht dort ein Machtvakuum, das Mehama nutzt, um eine autonome oder unabhängige Stellung zu gewinnen. Die Hephthaliten mit einem Herrscher, der in den Quellen meist Akhshunwar heißt, wachsen in den östlichen Gebieten zur dominierenden Macht heran. Neben Kaukasisch-Albanien sind auch Armenien und Iberien mit der zoroastrischen sasanidischen Herrschaft unzufrieden, da Yazdegerd II. in Armenien eine große Rebellion durch seine Zwangskonversionspolitik ausgelöst hat und in Iberien Varsken als pro-iranischer Vizekönig agiert, der seine Familie zur Konversion zwingt und Shushanik, die Tochter Vardans, tötet. Vakhtang I. von Iberien lässt Varsken töten und erhebt sich gegen Iran, während Vahan Mamikonian in Armenien einen Aufstand anführt. Peroz entsendet Heere unter Zarmihr Hazarwuxt und Mihran, deren Sohn Schapur Mihran im Sommer ein vereintes armenisch-iberisches Heer bei Akesga besiegt, Sahak II. Bagratuni und Vahans Bruder Vasak töten lässt und Vakhtang zur Flucht nach Lazika zwingt, während Vahan in die Berge von Tayk ausweicht und von dort Guerillakrieg führt. Zarmihr Hazarwuxt belagert Dvin, Vahan gelingt ein überraschender Angriff bei Nerseapate; anschließend zieht sich Vahan mit seinen Leuten noch tiefer in die Gebirge nahe der byzantinischen Grenze zurück, in der Hoffnung, dass die Iraner aus Rücksicht auf Byzanz nicht nachsetzen. Peroz bereitet gegen den Rat von Adel und Klerus in Gurgan einen dritten Feldzug gegen die Hephthaliten vor, lässt seinen Bruder Balash als Regenten zurück und zieht an der Spitze eines großen Heeres los. Akhshunwar erinnert Peroz an einen schriftlich und besiegelt vereinbarten Frieden, der gemeinsame Grenzen und das Verbot feindlicher Grenzübertritte festlegt, während Peroz einen von Bahram V. errichteten Grenzturm am Oxus zerstört, indem er ihn an Elefanten und Männerketten befestigen lässt und ihn vor seinen Reihen herziehen lässt, um den Vertragsbruch zu verschleiern. Akhshunwar lässt daraufhin einen großen, mit Sträuchern und Holz verdeckten Graben anlegen; als Peroz angreift, gerät sein Heer in diese Falle, fällt in den Graben und wird dort vernichtet. Viele vornehme Aristokraten und vier Söhne oder Brüder von Peroz sterben dabei, die Leichen bleiben den Iranern unauffindbar. Pseudo-Joshua schildert Peroz in feindseligem Ton und behauptet, er entkomme aus dem Graben, sterbe dann jedoch in einer Bergkluft an Hunger oder werde in einem Wald von wilden Tieren getötet. Nach dem Tod des Königs geraten die wichtigsten sasanidischen Städte des Ostens, Nishapur, Herat und Marw, unter Hephthalitenherrschaft, seine Gefolge, darunter seine Tochter Perozdukht und seine Priester, werden von Akhshunwar gefangen genommen, und Perozdukht wird Akhshunwar zur Frau gegeben und bringt eine Tochter zur Welt, die später Kavad I. heiratet. Eine angebliche Gesetzesänderung untersagt künftig die Verfolgung eines sich zurückziehenden Heeres, und die Kriege von Peroz gegen die Hephthaliten gelten in zeitgenössischer und moderner Historiographie als „tollkühn“, da seine Niederlage und sein Tod eine Phase politischer, sozialer und religiöser Turbulenz einleiten. Das Reich erreicht einen Tiefpunkt, der Großkönig wird zum Klient der Hephthaliten und muss Tribut zahlen, während Adel und Geistlichkeit erheblichen Einfluss gewinnen und als Königsmacher auftreten, worauf die Großen, besonders Sukhra und Schapur Mihran, Balash als neuen Großkönig wählen. Unter Kavad I. wird die Ordnung wiederhergestellt, das Reich reformiert, die Hephthaliten besiegt und Chorasan zurückerobert, und unter Chosrau I. werden die Hephthaliten schließlich zusammen mit dem ersten türkischen Kaganat vernichtet. Seit Bahram I. residieren die sasanidischen Könige vor allem in Gundeschapur, nach Peroz wird der Hauptsitz der Großkönige wegen der wachsenden Bedeutung der Zweistromebene nach Ktesiphon verlegt. Peroz ist ein zoroastrischer König, von at-Tabari als gerecht, lobenswert und fromm beschrieben, er lehnt offenbar die zoroastrische Richtung des Zurvanismus ab, behält aber den zurvanitischen Minister Mihr-Narseh im Amt und verlegt Neujahr und Schalttage im iranischen Kalender. Er versucht im Gegensatz zu seinem Vater nicht, die Kaukasischen Albaner und Armenier zur Zoroastrischen Religion zu bekehren, dennoch berichten Quellen von Verfolgungen von Christen und Juden, wobei jüdische Berichte iranischen Fanatismus betonen und iranische Texte den Juden Misshandlungen der Priester vorwerfen. Peroz unterstützt die neue christliche Richtung des Nestorianismus und lässt in Gundeschapur kurz vor seinem Tod auf einer Synode Nestorianismus als offizielle Lehre der iranischen Kirche proklamieren. Peroz gründet mehrere Städte, darunter Perozapat in Kaukasisch-Albanien, vermutlich selbst nach der Aufhebung des dortigen Königreichs, sowie Shahram Peroz in Adurbadagan, Ram Peroz bei Rey und Rowshan Peroz zwischen Gurgan und Derbent, und macht aufgrund ihrer Lage Perozapat zum neuen Sitz der iranischen Marzbane. Die Basilika von Bolnissi Sioni in Iberien, 478/479 errichtet, weist iranische Ikonographie auf, ihre georgische Inschrift nennt Peroz und betont, dass der Kirchenbau im zwanzigsten Jahr seiner Herrschaft beginnt und fünfzehn Jahre später vollendet wird. Der Große Wall von Gurgan erreicht unter Peroz seine späteste mögliche Fertigstellungszeit, später werden zusätzliche Befestigungen hinzugefügt; der Wall vom Kaspischen Meer bis Pishkamar ist der größte seiner Zeit und die bedeutendste iranische Militärinvestition der Spätantike und des Mittelalters. Auf den Münzen von Peroz erscheint das traditionelle sasanidische „König der Könige“ nicht, sondern nur „kay Peroz“, wobei Siegel belegen, dass die volle Titulatur weiterhin in Gebrauch ist; die Verwendung des mythischen Kayaniden-Titels „kay“, eingeführt durch Yazdegerd II., spiegelt eine nach Osten gerichtete Perspektive und knüpft an mythische Rivalitäten zwischen iranischen Kayaniden und ihren turanischen Gegnern an. Peroz prägt sich mit drei verschiedenen Kronen: einer Diademkrone mit Zinnen und Halbmond, einer Variante mit verlängerten Zinnen und einer dritten mit Flügeln als Verweis auf den Siegesgott Verethragna, und gehört neben Schapur II. zu den einzigen sasanidischen Herrschern, die regelmäßig Goldmünzen schlagen, die mutmaßlich als Schenkungen an hochrangige Magnaten bei Festen dienen. In der persischen Literatur erscheint Peroz in einer romantischen Erzählung bei Ibn Isfandiyar, in der er von einer schönen Frau träumt, Mihrfiruz aus der Mihranidenfamilie aussendet, die Frau als Tochter des Generals Ashtad Mihran findet, sie heiratet und auf ihren Wunsch die Stadt Amol in Tabaristan gründet.
- 457: Peroz: Im Jahr 457 stirbt Yazdegerd II., ohne nach einem Bericht von at-Thaʿalibi einen Nachfolger bestimmt zu haben, und vertraut die Entscheidung stattdessen der Elite und den führenden Marzbanen an, worauf Hormizd III. sich in Rey zum König erklärt und Peroz in den nordöstlichen Teil des Reiches flieht, um dort ein Heer für seinen eigenen Thronanspruch zu sammeln.
Lachmiden
- 462: Über diesen Herrscher ist kein Wikipedia-Artikel aus Europa vorhanden, sodass ich auf die russische Wikipedia verlinke; ich gebe hier die Übersetzung wider, die dem Datengerüst der englischen Wikipedia widerspricht, welche die Regierungszeit auf 462–490 ansetzt; siehe hierzu Lakhmid Kingdom: Um das Jahr 472/473 wird al-Asuad ibn al-Munzir nach dem Tod seines Vaters al-Munzir I. König des Lachemidenstaates, und damit tritt er als Sohn und Thronfolger in die Herrschaft ein, während der Artikel festhält, dass er nicht der einzige Sohn des Vorgängerkönigs ist und dass zuvor an-Numan als wahrscheinlicher Nachfolger gilt, der jedoch zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht mehr lebt, sodass sich die Nachfolge nun zugunsten von al-Asuad entscheidet, wobei at-Tabari sich dabei auf die Angaben von Hischam ibn al-Kalbi stützt und berichtet, dass nach al-Munzir dessen Sohn al-Asuad ibn al-Munzir, dessen Mutter die Tochter von an-Numan aus dem Stamm der Banu al-Chaidschuman ist, den Thron einnimmt und zudem derjenige ist, von dem gesagt wird, er werde zwanzig Jahre lang von den Persern in Gewahrsam gehalten, ohne dass aus dem Text eindeutig hervorgeht, ob sich diese Bemerkung auf al-Asuad oder auf den im gleichen Abschnitt genannten Amr ibn Abi Rabia bezieht, sodass die Frage offen bleibt, ob al-Asuad bereits vor oder erst nach seinem Herrschaftsantritt in persische Gefangenschaft gerät. At-Tabari, der sich auf die Angaben von Hischam ibn al-Kalbi stützt, schreibt, dass al-Asuad nach dieser Tradition zwanzig Jahre regiert und zwar zehn Jahre unter Großkönig Piroz, vier Jahre unter Walsch und sechs Jahre unter Kawadh I, und aus dieser Aufstellung ergibt sich nach der Interpretation des Artikels, dass die Herrschaft von al-Asuad zehn Jahre vor dem Tod des Großkönig Piroz beginnt, sodass das Jahr des Herrschaftsantritts nach dieser Berechnung 472 oder 433 ist und das Ende seiner Herrschaft ungefähr sechs Jahre nach dem ersten Regierungsantritt von Kawadh I. liegt, etwa also um das Jahr 493, wobei der Artikel ausdrücklich darauf hinweist, dass diese Datierung aus den Berichten von at-Tabari und Hischam ibn al-Kalbi abgeleitet ist und sich damit eine gewisse Diskrepanz gegenüber der eingangs genannten Datierung um 472/473 ergibt, sodass die Rekonstruktion der Chronologie von al-Asuads Regierungszeit in der Forschung als problematisch erscheint, während gleichzeitig mehrere mittelalterliche Autoren wie al-Biruni, al-Isfahani, Ibn Saida, Ibn Habib und Ibn Chaldun darin übereinstimmen, dass al-Asuad insgesamt zwanzig Jahre lang den Thron des Lachemidenstaates innehat. Während seiner zwanzigjährigen Herrschaft, die nach den verschiedenen, teilweise widersprüchlichen Überlieferungen in die Regierungszeiten von Piroz, Walsch und Kawad I fällt, sitzt al-Asuad als König des Lachemidenstaates auf dem Thron, und die Quellen, auf die sich der Artikel stützt, betonen in erster Linie die Dauer dieser Herrschaft und ihre Einbindung in den politischen Rahmen der Sasanidenherrscher, ohne jedoch konkrete Ereignisse im Inneren des Reiches oder genaue Daten einzelner Vorgänge zu nennen, sodass sich das Bild seiner Regierungszeit vor allem über die Angabe der Herrschaftsdauer und die gleichzeitig genannte, teils unklare Nachricht über eine zwanzigjährige Haftperiode in persischer Gefangenschaft erschliesst, deren zeitliche Einordnung entweder vor oder nach dieser Regierungszeit ansetzt und damit zur Verwirrung in der Überlieferung beiträgt. Der mittelalterliche Autor Abu-l-Baka al-Hilli berichtet, dass al-Asuad zwanzig Jahre regiert und dass seine Herrschaft in die Zeit von Piroz, dem Sohn des Jazdegerd, und von Walsch, dem Sohn von Piroz, fällt, und fügt hinzu, dass Walsch ihn schliesslich bestraft und in ein Gefängnis wirft, in dem al-Asuad nach dieser Darstellung weitere zwanzig Jahre in den Kerkern der Sasanidenkönige verbringt, sodass daraus eine doppelte Abfolge von jeweils zwanzig Jahren entsteht, einmal als Regierungszeit und einmal als Haftzeit, während der Artikel darauf hinweist, dass dieser zwanzigjährige Haftzeitraum wahrscheinlich aus einer eigenständigen Interpretation al-Hillis des bei at-Tabari überlieferten Abschnitts hervorgeht, in dem nicht eindeutig ist, ob die dort genannte Dauer von zwanzig Jahren auf die Herrschaft oder auf die Gefangenschaft bezogen ist, sodass al-Hilli offenbar zwei getrennte Zeiträume konstruiert, obwohl Hischam ibn al-Kalbi, auf den sich at-Tabari stützt, nur einen zwanzigjährigen Herrschaftszeitraum erwähnt und keinen zweiten Zeitraum nennt, und zudem widerspricht die Angabe, wonach Walsch al-Asuad inhaftiert, den von at-Tabari überlieferten Angaben, was die innere Widersprüchlichkeit dieser Überlieferung zusätzlich unterstreicht.
- 461: Klientelkönig Al-Mundhir I ibn al-Nu'man (418–461)
beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 484
AKSUMITISCHES REICH
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 500
HIMYAR
- 480: Marthad'ilan Yu'nim beginnt im Jahr 480 seine Herrschaft. Nach der Inschrift YM 1200 errichtet er eine Synagoge und repariert einen unbekannten monotheistischen Kultort, der als Kenesit bezeichnet wird. Marthad'ilan Yu'nim, auch Marthad al-Khayr genannt, ist ein himyaritischer König und wird vor allem für seine Beteiligung am Basus-Krieg genannt. 480-504: In den Inschriften lautet sein Name Marthad'ilan Yu'nim; sein vollständiger Name ist Marthad ibn Lakhni'ah Yanuf al-Himyari. In den Büchern des arabischen Erbes heißt er Marthad al-Khayr ibn Dhi Jadan. Das Wort Yun'im bedeutet im Himyaritischen „gesegnet“, was im Arabischen al-Khayr entspricht. Marthad'ilan Yu'nim sendet eine Streitmacht von fünfhundert Soldaten, um Imru' al-Qais bei seinem Vorhaben zu unterstützen, die Stämme der Taghlib und der Banu Bakr im Basus-Krieg wieder zu vereinen, um die Banu Asad zu besiegen. Nach den arabischen Überlieferungen wird Marthad'ilan Yu'nim von einem König namens Qarmal abgelöst.
- Fortsetzung 485
ROURAN
- Kagan Yujiulü Yucheng (464–485)
Die von Yucheng verwendete chinesische Ärenbezeichnung Yongkang endet. - Fortsetzung 485
- 479: Im Jahr 479 zerschlagen die verbündeten Rouran-Koguryo-Armeen unter Beteiligung Yuchengs die Didouyu-Kitan.
- Fortsetzung 484
- 478: Im Jahr 478 nutzt Yucheng den Fall des Reiches Liu Song, um die Nördliche Wei anzugreifen, er trifft Wang Hongfan, den Gesandten von Xiao Daocheng, schließt mit ihm einen gemeinsamen Pakt und entsendet 300000 Soldaten, um die Nördliche Wei anzugreifen.
- 477: Im Jahr 477 setzt Yucheng seine Tributzahlungen an die Nördliche Wei fort.
- 476: Im Jahr 476 setzt Yucheng seine Tributzahlungen an die Nördliche Wei fort.
- 475: Im Jahr 475 versucht Yucheng, sich mit der Nördlichen Wei zu versöhnen, indem er um die Hand einer Prinzessin bittet, der Hof der Wei lehnt dies jedoch ab und begründet die Ablehnung mit den häufigen Überfällen der Rouran in ihr Territorium.
- 473: Im Jahr 473 greift Yucheng erneut die Nördliche Wei über die Westgrenze an und richtet seine Angriffe wiederum auf Dunhuang, außerdem schließt er ein Bündnis mit Jangsu von Goguryeo, mit dem Ziel, die Nördliche Wei unter Kontrolle zu halten.
- 472: Im Jahr 472 greift Yucheng die Nördliche Wei über die Westgrenze an und richtet seine Angriffe auf Dunhuang.
- 471: Im Jahr 471 sendet Yucheng einen weiteren Tribut an das Reich Liu Song.
- 470: Im Jahr 470 setzt Yucheng die Kampagne seines Vaters gegen die Tarim-Becken-Staaten fort, während eines Feldzuges gegen Khotan schreibt der König von Khotan in einem Bittbrief an Kaiser Xianwen, dass alle Kleinstaaten im Westen sich den Rouran unterworfen haben, und bittet um Unterstützung, wodurch die Rouran in Gegensatz zur Nördlichen Wei geraten.
- 469: Im Jahr 469 sendet Yucheng einen weiteren Tribut an die Nördliche Wei, dieser Tribut besteht aus Kumo-Xi- und Kitan-Sklaven und wird im Februar und im Juli überbracht.
- 468: Im Jahr 468 sucht Yucheng zunächst friedliche Beziehungen zu chinesischen Staaten und sendet einen Tribut an das Reich Liu Song.
- 464: Im Jahr 464 regiert Yucheng das Rouran-Khaganat und führt den Titel Shouluobuzhen Khagan, die chinesische Ärenbezeichnung Yongkang beginnt und er ist der ältere Sohn von Yujiulü Tuhezhen. Kagan Yujiulü Tuhezhen (444–464)
INDIEN
Alchon-Hunnen
- 466:Mehama verbündet sich mit dem sasanidischen König Peroz I. (459–484) bei dessen Sieg über die Kidariten im Jahr 466 n. Chr. und hilft ihm möglicherweise auch, den Thron gegen seinen Bruder Hormizd III. zu erlangen.
- Fortsetzung 492
- 461: Mehama ist der König der Alchon-Hunnen von 461 bis zu seinem Tod im Jahr 493. Er ist wenig bekannt, aber die Talagan-Kupferrolle erwähnt ihn als einen aktiven Herrscher. Mehama erscheint in einem Brief in baktrischer Sprache, den er in den Jahren 461–462 n. Chr. schreibt. Der Brief stammt aus den Archiven des Königreichs Rob, das im südlichen Baktrien liegt. In diesem Brief stellt er sich vor als: Meyam, König des Volkes von Kadag, der Statthalter des berühmten und wohlhabenden Königs der Könige Peroz Kadag ist Kadagstan, ein Gebiet im südlichen Baktrien in der Region Baghlan. Bemerkenswert ist, dass er sich als Vasall des sasanidischen Reiches unter König Peroz I. darstellt.
Gupta-Reich
- König Budhagupta (476-495)
Die Inschrift auf der Eran-Säule datiert in die Jahre 484–485. Sie erwähnt Budhaguptas Herrschaft über das Gebiet „zwischen den Flüssen Kālindi und Narmadā“ und hält die Errichtung einer Säule (Dhvajastambha) zu Ehren des Gottes Vishnu fest. Zudem nennt eine weitere Inschrift aus Eran die Brüder Mātṛviṣṇu und Dhanyaviṣṇu, die Budhagupta als ihren Kaiser bezeichnen, während Maharaja Surashmichandra das Gebiet zwischen Yamuna und Narmada verwaltet. - Fortsetzung 495
- 480: um 480: Ein Sockel einer Buddha-Statue aus Govindnagar bei Mathura trägt eine Inschrift „in der Herrschaft des Budhagupta im Jahr 161“, was etwa dem Jahr 480 entspricht. Diese Inschrift belegt, dass sich Budhaguptas Herrschaft bis nach Mathura im Norden erstreckt.
- Fortsetzung 484
- 477: Zwei stehende Buddha-Bilder aus Sarnath tragen datierte Inschriften mit der Angabe „Gabe des Abhayamitra im Jahr 157 in der Herrschaft des Budhagupta“, was dem Jahr 477 entspricht.
- 476: Budhagupta tritt die Nachfolge von Kumaragupta II. an und wird Kaiser des Gupta-Reiches. Er ist der Sohn von Purugupta. König Kumaragupta II. (473-476)
Vakataka
Westliche Ganga-Dynastie
- 469: Avinita besteigt den Thron der Ganga-Dynastie Fortsetzung 529
Kamarupa
- 470: Mahendravarman herrscht ab 470 über Kamarupa aus der Varman-Dynastie. Er ist der Sohn von König Ganapativarman und Königin Yajnavati. König Ganapativarman (446-470)
- Fortsetzung 494
Anuradhapura
- 479:Kashyapa I wird König von Sri Lanka und ist der zweite König der Moriya-Dynastie. Er erlangt den Thron, indem er seinen Vater Dhatusena in einem Palastputsch mit Unterstützung des Heerführers Migara stürzt. Dhatusena wird gefangen genommen, während Moggallana, der rechtmäßige Thronerbe und Sohn der königlichen Gemahlin, aus Furcht vor einem Mord nach Südindien flieht. Kashyapa lässt sich von Migara überzeugen, dass Dhatusena verborgene Schätze besitzt, fordert diese von ihm und wird, nachdem Dhatusena ihn zum Kala Wewa führt und diesen als einzigen Schatz bezeichnet, zornig. Daraufhin lässt Kashyapa seinen Vater durch Einmauern töten und erhält später den Namen Pithru Ghathaka Kashyapa. König Dhatusena (463–479 bzw. 455–473)
- Fortsetzung 497
KHMER
Funan
- König Jayavarman Kaundinya (484–514)
Nach dem Jahr 484 (möglicherweise bereits ab ca. 480, je nach Quelle) wird Jayavarman Kaundinya König des funan-Reichs. Während seiner Herrschaft ist der Shaivismus (Hinduismus) einflussreich; daneben sind auch der Buddhismus und der Vishnuismus vertreten. Seine Frau Kulaprabhavati soll die Grundlagen des Vishnuismus gelegt haben, gleichzeitig ist der Buddhismus durch mehrere Missionen und Mönchsgesandtschaften präsent. Jayavarman Kaundinya bittet in China um militärische Unterstützung gegen das Königreich Lam Ap in Zentralvietnam. Die Bitte wird durch den buddhistischen Mönch Nāgasena übermittelt. - Fortsetzung 502
Chenla
- 435: Srutavarman ist der erste König von Chenla.
- Fortsetzung 495
CHINA
(52./53. / 53./54. Zyklus - Jahr der Holz-Ratte; am Beginn des Jahres Wasser-Schwein)
Nördliche Wei-Dynastie
- 483: Xiaowen: Kaiser Xiaowen übernimmt zunehmend die Kontrolle über die Regierung, während Großkaiserinwitwe Feng weiterhin erheblichen Einfluss behält. Nach der Geburt seines Sohnes Tuoba Xun wird dessen Mutter Konkubine Lin zur Selbsttötung gezwungen, und Großkaiserinwitwe Feng zieht das Kind auf.
- Fortsetzung 495
- 481: Xiaowen: Der buddhistische Mönch Faxiu versucht einen Aufstand in Pingcheng, wird jedoch entdeckt und hingerichtet. Großkaiserinwitwe Feng beginnt mit dem Bau ihres Grabes am Fang-Berg und lässt einen neuen Strafkodex mit 832 Abschnitten fertigstellen. Im selben Jahr scheitert der Feldzug zur Wiederherstellung von Liu Song endgültig.
- 479: Xiaowen: Nach der Usurpation des Liu-Song-Throns durch Xiao Daocheng unterstützt die Nördliche Wei Liu Chang militärisch bei dem Versuch, Liu Song wiederherzustellen; der Versuch bleibt erfolglos.
- 478: Xiaowen: Großkaiserinwitwe Feng beschuldigt Li Hui, den Großvater Kaiser Xiaowens, des Verrats und lässt ihn sowie seinen gesamten Clan töten. Im selben Jahr erlässt sie ein Edikt, das Eheschließungen innerhalb der jeweiligen sozialen Schichten vorschreibt.
- 477: Xiaowen: Großkaiserinwitwe Feng lässt Li Xin hinrichten, der am Tod ihres früheren Liebhabers beteiligt war.
- 472: Xiaowen: Kaiser Xiaowen verleiht Kong Sheng, einem Nachfahren von Konfuzius in der 28. Generation, ein Lehen von zehn Haushalten sowie den Rang eines „Großwürdenträgers, der den Weisen verehrt“. Kaiserinwitwe Feng lässt Kaiser Xianwen ermorden, aus Rache für die Hinrichtung ihres Liebhabers Li Yi im Jahr 470. Sie übernimmt erneut die Regentschaft über Kaiser Xiaowen und nimmt den Titel Großkaiserinwitwe an.
- 471: Xiaowen: Kaiser Xianwen überträgt den Thron an Kronprinz Hong, der als Kaiser Xiaowen den Thron besteigt. Kaiser Xianwen nimmt den Titel Taishang Huang an, behält jedoch aufgrund des jungen Alters seines Sohnes die tatsächliche Kontrolle über wichtige Angelegenheiten und führt bei Bedarf selbst militärische Kampagnen. Kaiser Xianwen (465-471)
- 470: Tuoba Hong Kaiser Xianwen lässt Li Yi, den Liebhaber von Kaiserinwitwe Feng, hinrichten.
- 469: Tuoba Hong Tuoba Hong wird im Alter von zwei Jahren zum Kronprinzen ernannt. Im selben Jahr stirbt seine Mutter Konkubine Li; es wird berichtet, dass sie möglicherweise entsprechend der Tradition zur Selbsttötung gezwungen wird.
- 467: Tuoba Hong Tuoba Hong wird am 13. Oktober 467 geboren, als sein Vater Kaiser Xianwen selbst noch jung ist und unter der Regentschaft seiner Stiefmutter Kaiserinwitwe Feng steht. Er ist der älteste Sohn von Kaiser Xianwen, seine Mutter ist die Konkubine Li, Tochter von Li Hui. Nach seiner Geburt beendet Kaiserinwitwe Feng ihre Regentschaft, gibt die Macht an Kaiser Xianwen zurück und zieht Tuoba Hong auf.
Südliche Qi-Dynastie
- Kaiser Xiao Zhaoye (493-494)
- Xiao Zhaowen
- Xiao Zhaoye Xiao Zhaoye heiratet im Alter von elf Jahren He Jingying, die seine Prinzessin wird.
- Fortsetzung 486
- 483: Kaiser Xiao Baojuan (498-501) Xiao Baojuan wird 483 geboren, als sein Vater Xiao Luan ein Beamter mittleren bis höheren Ranges und Marquess of Xichang ist und als Cousin von Kaiser Wu gilt. Sein ursprünglicher Name ist Xiao Mingxian. Er ist der zweite Sohn von Xiao Luan, und seine Mutter Liu Huiduan ist Xiao Luans Ehefrau. Sein älterer Bruder Xiao Baoyi wird von Xiao Luans Konkubine Lady Yin geboren. Seine Mutter Marchioness Liu hat außerdem die drei weiteren Söhne Xiao Baoxuan, Xiao Baoyin und Xiao Baorong, bevor sie 489 stirbt.
- Fortsetzung 484
- 482: Xiao Zhaoye Nach dem Tod von Kaiser Gao im Jahr 482 folgt Xiao Ze als Kaiser Wu. Xiao Zhangmao wird Kronprinz, und Xiao Zhaoye erhält als dessen ältester Sohn den Titel Prinz von Nan-Kommandantur.
- 482: Xiao Zhaowen Nach dem Tod seines Urgroßvaters Kaiser Gao im Jahr 482 wird sein Großvater Xiao Ze Kaiser (als Kaiser Wu), und sein Vater Xiao Zhangmao wird Kronprinz.
- 480: Xiao Zhaowen Xiao Zhaowen wird im Jahr 480 als zweiter Sohn des damaligen Prinzen von Nan-Kommandantur, Xiao Zhangmao, geboren. Sein Vater ist der älteste Sohn des Kronprinzen Xiao Ze. Seine Mutter ist die Konkubine Dame Xu.
- 479: Xiao Zhaoye Im Jahr 479 besteigt Xiao Daocheng den Thron, beendet die Liu-Song-Dynastie und gründet die Südliche Qi-Dynastie als Kaiser Gao. Xiao Zhaoyes Vater Xiao Zhangmao wird als ältester Sohn des Kronprinzen Xiao Ze zum Prinzen von Nan-Kommandantur ernannt. Seine Mutter Wang Baoming wird Prinzessin von Nan-Kommandantur. Xiao Zhaoye selbst erhält zu diesem Zeitpunkt keinen Titel.
- 479: Xiao Luan Xiao Daocheng übernimmt den Thron von Kaiser Shun von Liu Song, beendet Liu Song und gründet die Südliche Qi. Xiao Luan wird zum Markgrafen von Xichang ernannt.
- 478: Xiao Luan Xiao Luan wird zum General befördert.
- 473: Xiao Zhaoye Xiao Zhaoye wird im Jahr 473 geboren, als sein Urgroßvater Xiao Daocheng noch General der Liu-Song-Dynastie ist.
- 464: Xiao Yan Geburt von Xiao Yan (später Kaiser Wu von Liang)
- 452: Xiao Luan Xiao Luan wird geboren. Seine Mutter ist unbekannt, sein Vater ist Xiao Daosheng, ein Beamter mittleren bis niedrigen Ranges während Liu Song. Nach dem frühen Tod seines Vaters wird Xiao Luan von dessen jüngerem Bruder Xiao Daocheng aufgezogen.
KOREA
Goguryeo
- 412: Im Jahr 412 stirbt sein Vater Gwanggaeto, und Jangsu wird im Alter von 18 Jahren Herrscher von Goguryeo. König Gwanggaeto der Große (391-412)
- Fortsetzung 491
- 409: Jangsu Im Jahr 409 wird Jangsu, Gwanggaetos ältester Sohn, zum Kronprinzen ernannt.
- 394: Jangsu Jangsu wird im Jahr 394 als ältester Sohn von Gwanggaeto geboren.
Baekje
- König Dongseong (479–501)
Dongseong sendet eine Tributmission an das Südliche Qi. Damit nimmt Baekje die Beziehungen zum südlichen China nach einer langen Unterbrechung wieder auf. - Fortsetzung 493
- 479: Dongseong: Dongseong ist der 24. König von Baekje und regiert von 479 bis 501. Er folgt nach dem Tod von Samgeun ohne Kinder auf den Thron. Er stärkt die Macht des Hofes nach der Verlegung der Hauptstadt aus dem Gebiet des heutigen Seoul nach Ungjin. Er baut mehrere Festungen und Burgen, um die neue Hauptstadt auszubauen. Er nimmt die lokalen Sa-, Yeon- und Baek-Clans in den Hof auf, um die fest verankerte Aristokratie der früheren Hauptstadt auszugleichen.
- Fortsetzung 484
- 472: Xiao Luan Im Alter von 20 Jahren wird Xiao Luan zum Kreisverwalter ernannt.
Geumgwan Gaya
- 451: Jilji wird Herrscher von Geumgwan Gaya und regiert als achter König dieses Gaya-Staates im alten Korea. Er ist der Sohn von König Chwihui und Königin Indeok. - 451–492: Jilji lässt laut einer Passage im Samguk yusa an dem Ort, an dem Heo Hwang-ok und König Suro heiraten, einen buddhistischen Tempel für die Ahnenkönigin Heo Hwang-ok errichten. Er nennt den Tempel Wanghusa („Tempel der Königin“, 王后寺) und stattet ihn mit zehn gyeol Land als Unterhalt aus. Ein gyeol variiert je nach Bodenfruchtbarkeit zwischen 2,2 und 9 Acres (8.903–36.422 m²). Der Tempel besteht angeblich fünfhundert Jahre.
- Fortsetzung 492
Silla
- 479: Jabi Maripgan herrscht über Silla in den Jahren 458 bis 479 und ist damit der unmittelbare Vorgänger von Soji als Herrscher von Silla.
- Fortsetzung 500
JAPAN
- Tennō Seinei (480–484)
Seineis stirbt möglicherweise im Januar; seine beiden adoptierten Söhne sind einander gegenüber sehr höflich: obwohl Prinz Oke als Erbe eingesetzt ist, überlässt er den Thron seinem Bruder Prinz Woke, der ihn wiederum zurückgibt, die beiden diskutieren etwa ein Jahr lang über die Frage, während Prinzessin Iitoyo, eine Tochter des Tennō Richū, angeblich als Regentin eingesetzt wird, ihr Tod Ende des Jahres löst die Debatte, und Prinz Woke besteigt im folgenden Jahr den Thron als Tennō Kenzō. - Fortsetzung 485
- 482: Seinei: Seinei hat Glück, als im Jahr 482 zufällig zwei Enkel des Tennō Richū, Woke und Oke, entdeckt werden, während der Statthalter von Harima auf einer Inspektion unterwegs ist, die beiden Prinzen sind aufs Land geflohen, nachdem ihr Vater Ichinobe no Oshiwa von Tennō Yūryaku getötet worden ist, diese Ereignisse zur Nachfolge werden später ebenfalls im Kojiki aufgezeichnet, als der Tennō von den beiden Prinzen erfährt, ist er erfreut und adoptiert sie formell als seine Erben, irgendwann im Jahr 482 wird Prinz Oke als Kronprinz eingesetzt.
- Fortsetzung 484
- 481: Seinei: Seinei ist im zweiten Jahr seiner Regierungszeit, also 481, beunruhigt, weil er keine Kinder hat, die ihm nachfolgen können, sein Vater Tennō Yūryaku hat in seinem obsessiven Streben nach dem Thron alle männlichen Verwandten beseitigt, sein älterer Bruder Prinz Hoshikawa ist verbrannt worden und Prinz Iwaki stirbt irgendwann im Jahr 481.
Jahr 480
- 480: Seinei: Während der Übergangszeit nach dem Tod des Tennō Yūryaku überzeugt dessen weitere Gemahlin Kibi no Wakahime ihren jüngeren Sohn Prinz Hoshikawa, seinen Anspruch auf den Thron geltend zu machen, Prinz Hoshikawa ist älter als Prinz Shiraka, der älteste Bruder im Haushalt, Prinz Iwaki, rät jedoch davon ab, in der folgenden Rebellion besetzen Hoshikawa und seine Anhänger die kaiserliche Schatzkammer, sie werden daraufhin von Hoftruppen eingeschlossen, die das Gebäude niederbrennen und alle Anwesenden bis auf einen überlebenden niederen Beamten zu Tode rösten, dieser erhält Gnade, nachdem der Aufstand niedergeschlagen ist, besteigt Prinz Shiraka im Jahr 480 als Tennō Seinei den Thron, Seinei ernennt eine Frau namens Katsuragi Kara‑hime zur „Großen Gemahlin“, sie wird jedoch nie zur Kaiserin erhoben. - Die Japaner akzeptieren traditionell die historische Existenz des Tennō Seinei, und ein Mausoleum, ein Misasagi, für Seinei wird gegenwärtig unterhalten, die verfügbaren Informationen stammen aus den pseudohistorischen Chroniken Kojiki und Nihon Shoki, die gemeinsam als Kiki oder japanische Chroniken bezeichnet werden und Legenden und Mythen sowie mögliche historische Fakten enthalten, die im Lauf der Zeit übersteigert und verzerrt sind, moderne Historiker kommen zu dem Schluss, dass der Titel Tennō und der Name Seinei von späteren Generationen verwendet werden, es gibt keine Belege dafür, dass der Titel Tennō während der Zeit, in die Seineis Regierungszeit fällt, verwendet wird, stattdessen könnte sein Titel Sumeramikoto oder Amenoshita Shiroshimesu Ōkimi, also „der große König, der über alles unter dem Himmel herrscht“, oder Yamato Ōkimi/Ōkimi „Großer König von Yamato“ sein, der Name Seinei Tennō wird sehr wahrscheinlich postum von späteren Generationen zugewiesen, sein Name kann Jahrhunderte nach der Lebenszeit, die Seinei zugeschrieben wird, reguliert werden, möglicherweise in der Zeit, in der Legenden über die Anfänge der kaiserlichen Dynastie als die heute als Kojiki bekannten Chroniken zusammengestellt werden, außerhalb der Kiki ist die Regierungszeit des Tennō Kinmei, circa 509 bis 571, die erste, für die die moderne Historiographie verifizierbare Daten zuweisen kann, die konventionell akzeptierten Namen und Daten der frühen Tennō werden jedoch erst in der Regierungszeit des Tennō Kanmu zwischen 737 und 806 als „traditionell“ bestätigt, der tatsächliche Standort von Seineis Grab ist nicht bekannt, dieser Regenten wird traditionell an einem Kofun‑Typ Kaisergrab in Habikino, Osaka, verehrt, die Behörde des Kaiserlichen Haushalts bezeichnet diesen Ort als Seineis Mausoleum und benennt ihn formell Kawachi no Sakado no hara no misasagi, Seinei wird zudem im Kaiserpalast in Tokio in den Drei Palastheiligtümern verehrt.
- 449: Ninken Ninken wird geboren.
- 444: Seinei Im Nihon Shoki wird aufgezeichnet, dass Seinei im Jahr 444 als Sohn von Katsuragi no Karahime geboren wird und den Namen Shiraka erhält, Prinz Shiraka ist der dritte und Lieblingssohn des Tennō Yūryaku und wird ein Jahr vor dem Tod seines Vaters zum Thronfolger bestimmt, Yūryaku nimmt die Tatsache, dass Shiraka mit weißem Haar geboren wird, als bedeutungsvoll wahr.
QUELLEN
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02.08.2024 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
30.11.2024 Grundstock ergänzt
13.07.2026 Grundstock weiter ergänzt