769
MAYA
Palenque
Tikal
Quiriguá
Copan
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
- Hochkönig Niall Frossach (763-765/778)
- Hochkönig Donnchad Midi (766/778-793/797)
Donnchad Midi zwingt Coirpre mac Fogartaig, den König von Lagore aus einem rivalisierenden Uí‑Néill‑Zweig, sein Königreich zu verlassen. - Fortsetzung 770
Ulaid
Connacht
Leinster
Uí Mháine
Dalriada
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Ealchred (765–774)
- Erzbischof Æthelbert (York, 766–780)
- Bischof Alchmund (767–780/781)
- Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
Mercia
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Ecgberht II. (Westkent, 764/765–779/784)
- König Heahberht (Ostkent, 764-772/776)
- Erzbischof Jænberht (Canterbury, 765–792)
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
Ein Aufständischer namens Hunoald (Hunold) tritt gegen die karolingische Herrschaft auf und versucht, die frühere Eigenständigkeit Aquitaniens wiederherzustellen. Karlmann, der selbst einen Teil Aquitaniens als Herrschaftsgebiet besitzt, verweigert Karl die militärische Unterstützung gegen diesen Aufstand und zeigt damit offen, dass er nicht bereit ist, den Bruder politisch zu stützen. Karl (21) schlägt den Aufstand allein nieder, lässt Hunoald gefangennehmen und zieht anschließend das gesamte aquitanische Herrschaftsgebiet an sich.
Karl heiratet eine Tochter des Königs der Langobarden, Desiderius.
Karl erhebt Aachen zur Pfalz. - König Karlmann I. (768-771)
- Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
Noch vor 769 gibt er der bereits bestehenden Priestergemeinschaft an der Remigius-Basilika eine monastische Regel und begründet so das Kloster Saint-Remi, dessen Abtwürde er sich vorbehält. Er richtet oder fördert auch Skriptorium und Bibliothek der Kathedrale von Reims. 769 nimmt Turpin als einer von zwölf fränkischen Bischöfen an einer Synode in Rom teil. - Bischof Angilram (Metz, 768–791)
- Bischof Gregor (Utrecht (754-775)
- Bischof Agilfried (Lüttich, 769–787)
Karl der Große ernennt Agilfrid zum Bischof von Lüttich und gewährt ihm mehrere Freiheiten und überträgt beträchtliche Besitzungen zugunsten seiner Kirche. Karl besucht das Bistum Lüttich mehrmals. - Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
- Abtei Hersfeld
Lullus gründet in Hairulfisfeld, dem späteren Hersfeld, ein Benediktinerkloster an der Stelle einer bestehenden Einsiedelei des Mönchs Sturmius, der hier zuvor eine Cella mit Kapelle angelegt hat. Lullus lässt die einfache Kapelle des Sturmius durch eine neue Kirche ersetzen und weiht Kloster und Kirche den Heiligen Simon dem Zeloten und Judas Thaddäus. Er richtet die Gründung als bewusste Alternative zu Fulda aus, weil er das Kloster Fulda, das Sturmius 744 gegründet hat, nicht in das Erzbistum Mainz einfügen kann, und folgt damit zugleich den Plänen König Karls, des späteren Kaisers Karl des Großen. Von Beginn an erhält das neue Kloster in Hersfeld eine missionspolitische Aufgabe: Lullus und Karl führen von hier aus gemeinsam die Unterwerfung und Christianisierung der Thüringer und Sachsen voran, sodass sich das junge Kloster rasch zu einem Missionszentrum mit wachsendem Einfluss entwickelt. Bis 786 steht Lullus dem Kloster selber als Abt vor.
Liste der Äbte und Administratoren der Abtei Hersfeld
Artikel des Tages: Die Liste der Äbte und Administratoren der Abtei Hersfeld umfasst alle 66 Äbte, die der Reichsabtei Hersfeld während ihrer Existenz als Benediktinerabtei von 769 bis 1606 vorgestanden haben, sowie alle von 1606 bis 1648 amtierenden Administratoren des Reichsstifts. Abteigründer und erster Abt war der Mainzer Bischof Lullus. Die Hersfelder Äbte waren als Berater und Gesandte der Herrscher tätig und standen ihnen in ihren Konflikten mit dem Papsttum zur Seite. Dem Ende der Staufer, denen die Äbte ebenfalls treu gedient hatten, folgte ein erheblicher Bedeutungs- und Machtverlust der Abtei. Die durch Luther ausgelöste Reformation fand in Hersfeld begeisterte Aufnahme. Schnell wurden weite Teile der Bevölkerung und des Konvents der Abtei evangelisch. Die Äbte konnten dem nur wenig entgegensetzen und neigten teils ebenfalls der evangelischen Lehre zu. Der letzte Abt setzte schließlich vor seinem Tod einen Sohn des Landgrafen als Koadjutor ein, der 1606 die Herrschaft im Stiftsgebiet als Administrator übernahm. Mit dem Westfälischen Frieden kam das Reichsstift als weltliches Fürstentum Hersfeld endgültig an das Haus Hessen. - Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
- Bischof Megingaud (Würzburg, 754–769)
769, möglicherweise schon 768, verzichtet Megingaud auf sein Bischofsamt und zieht sich mit einigen Mönchen nach Rorlach/Rorinlacha zurück. Nach dem Rückzug gründet er an der "neuen Statt", dem späteren Neustadt am Main, ein neues Benediktinerkloster und wird dort zweiter Abt. Sein Nachfolger in Würzburg, Berowelf, bedrängt Megingaud laut der Vita Burkardi noch jahrelang, schickt ihm aber später fünfzig Glaubensbrüder und Anhänger nach Neustadt. Wahrscheinlich spielt bei dieser Übersendung von Mönchen die geplante Sachsenmission Karls des Großen eine Rolle. - Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
Berowelf ist ein fränkischer Adliger aus dem Herzogtum Franken; er trat früh in das Andreaskloster in Würzburg ein. Möglicherweise hat Berowelf an der Abdankung seines Vorgängers mitgewirkt oder hat sie zumindest begünstigt. Zeitgenössische und spätere Darstellungen sind sich uneinig, ob Megingaud seinen Nachfolger wirklich selbst bestimmt hat; die jüngere Vita Burkardi behauptet zwar, Megingaud habe die Nachfolge angeordnet, doch die Forschung zweifelt diese Darstellung an. Berowelf wird im Februar oder März in Würzburg zum Bischof geweiht. Noch im selben Jahr bricht Bischof Berowelf nach Rom auf. Er reist über die alpenländischen Routen in die Ewige Stadt, um an einer bedeutenden Kirchenversammlung teilzunehmen. Vom 12. bis 14. April 769 nimmt er als "Berohelpos episcopus cuntate Wirsburgo" zusammen mit zwölf weiteren fränkischen Bischöfen an der Lateransynode teil (siehe KIRCHENSTAAT). In den Jahren nach seiner Rückkehr aus Rom wirkt Berowelf als Missionar bei den slawischen Gruppen der Main- und Regnitzwenden, indem er neue Gemeinden stiftet, Kirchen errichten lässt und Kleriker entsendet, die den Glauben festigen sollen. Für die Sachsenmission nutzt Berowelf das karolingische Missionskloster Neustadt am Main, das als geistliches Schulungszentrum dient. Dort werden nach der Darstellung von Lorenz Fries adlige Priester gezielt für den Einsatz in den Missionsgebieten ausgebildet. Unter den Adeligen, die mit Megingauds Sippe in Verbindung stehen, befindet sich sehr wahrscheinlich auch Megingoz, der um 804 Bischof von Osnabrück wird. Die Forschung, etwa Alfred Wendehorst, hält es für gut möglich, dass auch Megingoz seine Ausbildung in Neustadt am Main erhält und damit in die von Megingaud und Berowelf geprägte Missions- und Bildungslandschaft eingebunden ist. Während seiner Amtszeit betreibt Berowelf den Ausbau der materiellen und territorialen Grundlagen des Bistums Würzburg. Besonders hervorgehoben wird der Erwerb des Klosters Ansbach, den Berowelf gegen die Martinskirche in Brendlorenzen eintauscht. Berowelf stärkt auch die Position Würzburgs gegenüber anderen Bistümern. Die Lehen, die der König dem Würzburger Bischof in Worms überträgt, bilden nach heutigem Verständnis einen frühen Schritt zur Abgrenzung des Würzburger Sprengels gegenüber dem Bistum Worms. Damit trägt Berowelf dazu bei, die Diözesangrenzen klarer zu definieren und den Einflussbereich seiner Kirche gegenüber konkurrierenden kirchlichen Zentren zu behaupten. Berowelf wirkt nachhaltig an der baulichen und institutionellen Entwicklung Würzburgs mit. Auch wenn die Quellenlage lückenhaft ist, lässt sich aus späteren Nachrichten schließen, dass er eine zentrale Rolle bei der endgültigen Verlegung und Festigung des Bischofssitzes spielt. Er gilt als derjenige, der die Verlegung des Bischofssitzes abschließt und den neuen Dom an der Stelle des heutigen Neumünsters weiht. - Abt Sturmius (Fulda, 2. Amtszeit 765–779)
- Bischof Johannes II. (Konstanz, 760–782)
- Bischof Tello (Chur, 759–765)
- Fortsetzung 770
Herzogtum Gascogne
- Herzog Lupus II. (768-778)
Im Jahr 769 erhebt sich ein letztes Mal die Bevölkerung von Aquitanien gegen Karl den Großen und dessen Bruder Karlmann. Der Aufstand scheitert, und der aufständische Aquitanierfürst Hunold II. flieht an den Hof von Lupus II. in die Gascogne. Zuvor hat Lupo II. ihn unterstützt und ihm gascognische Truppen bereitgestellt. Nun liefert er Hunold II. und dessen Frau an Karl aus und erkennt im Gegenzug die Oberhoheit des Frankenkönigs an. Lupus II. leistet seinem Lehnsherrn den Treueid und erweist seinem Herrschaftsgebiet so formell den Gehorsam gegenüber Karl dem Großen. Sein Herrschaftsbereich bleibt im Kern gascognisch und umfasst die Gebiete bis an die Garonne, während Bordeaux unter einer eigenständigen, von den Karolingern eingesetzten Grafenlinie bleibt. Ob seine Macht über die Pyrenäen hinweg in die baskischen Gebiete im Süden reicht, ist nicht eindeutig, jedoch stehen auch diese baskischen Regionen unter der Oberhoheit der Karolinger, was in den fränkischen Quellen bei der Schilderung der Ereignisse von Roncesvalles anklingt. - Fortsetzung 778
Herzogtum Baiern
- Herzog Tassilo III. (748–788)
- Bischof Simpert (Regensburg, 768–791)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
Willibald reist mit Erzbischof Lullus nach Würzburg, als Megingaud auf sein Bischofsamt verzichtet, um zusammen mit Lullus den Nachfolger zu bestimmen. - Bischof Arbeo (Freising, 764–784)
- Stift Innichen
Tassilo III. gründet im Bistum Freising das Kloster zum heiligen Candidus als Stützpunkt für die Missionierung der Slawen. Er überträgt dem Abt Atto von St. Peter in Scharnitz den Ort India (Innichen), der auch Campo Gelau – das Toblacher Feld – genannt wird, zusammen mit dem dazugehörigen Landstreifen. Dieses Gebiet reicht im Westen vom Bach Tesido, also dem Taisten- oder Gsieser Bach, bis im Osten zur Slawengrenze am Bach vom Anraser Berg, der in der Urkunde als rivolus montis Anarasi bezeichnet ist. Durch diese Schenkung entsteht ein klar umgrenztes Stiftsgebiet, in dem das neue Kloster als religiöses und politisches Zentrum wirkt und als Basis für die christliche Mission unter den slawischen Bevölkerungsgruppen dient. - Bischof Anthelm (Passau, 763-764/770)
- Bischof Wikterp (Augsburg, 739-772)
- Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
- Fortsetzung 770
LANGOBARDENREICH
- König Desiderius (757–774)
- Erzbischof Tomaso (Mailand, 759-783)
Thomaso nimmt am Laterankonzil in Rom teil (siehe KIRCHENSTAAT)
Herzogtum Friaul
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
KIRCHENSTAAT
- Papst Stephan III. (768–772)
Nach seiner Absetzung kommt es unter den Anhängern Konstantins zu einer Revolte gegen Stephan III; Konstantin wird geblendet und in die Straßen Roms geworfen, wobei niemand ihm Hilfe leisten darf. Am folgenden Tag wird er erneut in ein Kloster gebracht und dort wieder inhaftiert. - Lateransynode
Angesichts der vorangegangenen Wirren schickt Stephan eine Gesandtschaft zu König Pippin mit der Bitte, Bischöfe nach Rom zu entsenden, die in Schrift und Kirchenrecht bewandert sind und an einer römischen Synode teilnehmen sollen, um künftige Missbräuche bei der Papstwahl zu verhindern. Als die Gesandten Rom verlassen, gehört Rom formal noch zum Byzantinischen Reich. Im Jahr 769 erreichen die römischen Gesandten das Frankenreich und erfahren, dass König Pippin inzwischen verstorben ist. Sie wenden sich nun an seine Söhne Karl und Karlmann, die die Herrschaft teilen. Beide stimmen zu, Rom zu helfen, und lassen zwölf Bischöfe nach Rom ziehen, um die geplante Synode zu unterstützen und die kirchenrechtliche Ordnung wiederherzustellen.
Am 12. April eröffnet Papst Stephan III. die Synode in der Lateranbasilika, der Basilika des Heiligen Johannes im Lateran, die als Bischofskirche des Papstes gilt. Anwesend sind etwa zweiundfünfzig Bischöfe oder bischöfliche Gesandte, darunter Vertreter aus der Toskana und aus Kampanien, sowie eine große Zahl von Priestern, Diakonen und Laien. Nach dem Papst nimmt der Vertreter des Erzbischofs von Ravenna den ranghöchsten Platz ein. Unter den italienischen Bischöfen befinden sich unter anderem Georg von Ostia, Joseph von Dertona, Lanfried von Castrum, Aurinand von Tuscania sowie zahlreiche weitere Bischöfe aus Städten wie Populonium, Luna, Pavia, Caere, Albano und Portus. Darüber hinaus sind auch Bischöfe anwesend, deren namentliche Bezeichnung im Protokoll nicht überliefert ist, etwa die Bischöfe von Bagnoregio, Centumcellae und Alatri.
Das Konzil tagt in vier Sitzungen an vier aufeinanderfolgenden Tagen und dauert bis zum 15. April. In den ersten beiden Sitzungen konzentriert sich die Synode auf die Person und das Vorgehen des Gegenpapstes Konstantin II. Der fränkische Bischof Wilichar von Sens spielt eine führende Rolle in den Verhandlungen und tritt entschieden gegen Konstantins Anspruch auf. Konstantin wird vor den Rat geführt und muss erklären, wie er seine Erhebung als Laie auf den apostolischen Stuhl rechtfertigen will. Er gibt an, er sei von den Römern gezwungen worden, das Amt anzunehmen, weil das Volk jemanden gesucht habe, der die Probleme löst, die Papst Paul I. hinterlassen habe. Er gesteht die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein und wirft sich der Synode demütig um Barmherzigkeit anheim. Am folgenden Tag nimmt er sein Geständnis jedoch zurück, behauptet, sein Vorgehen unterscheide sich nicht von früheren Papstwahlen, und verweist auf zwei Bischofserhebungen, bei denen Laien zu Bischöfen gemacht worden seien: Sergius, Erzbischof von Ravenna, und Stephanus, Bischof von Neapel. Diese Argumentation empört die Synodenväter, die daraufhin beschließen, Konstantin zu schlagen und ihn aus der Kirche auszuschließen, also zu exkommunizieren. Im Anschluss werden seine Urkunden und Beschlüsse vor der versammelten Synode öffentlich verbrannt, während Papst Stephan III., die anwesenden Bischöfe und der römische Laienstand sich zu Boden werfen, das "Kyrie eleison" anstimmen und bekennen, dass sie gesündigt haben, indem sie die Kommunion aus den Händen Konstantins empfangen haben.
Am 14. April widmet sich die dritte Sitzung der Neuordnung der Regeln für Papstwahlen. Nach Prüfung der kirchenrechtlichen Kanones und der jüngsten Papstwahlen beschließt das Konzil, dass künftig kein Laie mehr Papst werden darf. Nur Kardinaldiakone oder Kardinalpriester, die in den niederen Weihen herangereift und ordnungsgemäß geweiht sind, können zum Papst gewählt werden. Außerdem bestimmt der Rat, dass die Laien an der eigentlichen Wahlhandlung nicht teilnehmen dürfen. Bewaffnete Männer und Soldaten aus der Toskana oder aus Kampanien dürfen während der Papstwahl nicht in der Nähe sein, um Gewalt und Zwang zu vermeiden. Nachdem jedoch die Geistlichkeit den Papst gewählt hat, sollen das römische Heer und das Volk den gewählten Papst begrüßen und anerkennen, bevor er in den Lateranpalast geleitet wird. In derselben dritten Sitzung erlässt die Synode auch Beschlüsse über die von Konstantin vorgenommenen Weihen. Die Bischöfe, Priester und Diakone, die der Gegenpapst geweiht hat, müssen in den Stand zurückkehren, den sie vor seiner Erhebung innehatten. Die Synodenväter halten aber eine Tür zur Versöhnung offen und erklären, dass Bischöfe, die von Konstantin geweiht wurden, im Falle einer erneuten, kanonisch einwandfreien Wahl durch den Papst wieder mit dem Bischofsamt versöhnt und eingesetzt werden können. Der Papst kann in ähnlicher Weise rechtmäßig geweihten Priestern und Diakonen ihre Ämter zurückgeben. Wer jedoch als Laie von Konstantin zum Priester oder Diakon gemacht wurde, soll sein restliches Leben in einem Kloster verbringen und darf niemals in ein höheres kirchliches Amt aufsteigen.
Am 15. April findet die vierte und letzte Sitzung statt, die sich der Bilderfrage widmet, also der sogenannten Bilderstürmer- oder Ikonoklastenstreitigkeit. Die Synode untersucht Schriften der Kirchenväter und kommt zu dem Schluss, dass es erlaubt und wünschenswert ist, heilige Bilder zu verehren. Sie bestätigt die Beschlüsse der römischen Synode von 731, die den rechtmäßigen Gebrauch von Bildern in der Kirche bejaht. Zugleich verwirft sie das Konzil von Hiera und belegt dessen bilderfeindliche Beschlüsse mit einem Anathema, also einer feierlichen Verfluchung. Abschließend sammelt der Rat weitere Texte zugunsten der Bilderverehrung, darunter Auszüge aus einem Schreiben der drei östlichen Patriarchen an Papst Paul I. Nach Abschluss der Sitzungen schließt das Konzil mit einer öffentlichen Buß- und Bekenntnisgeste. Klerus und Volk ziehen barfuß in Prozession zur Petersbasilika. Dort werden die Konzilsbeschlüsse verkündet und feierliche Anathemas über all jene ausgesprochen, die die Dekrete missachten. Die Beschlüsse werden schriftlich niedergelegt, um sie dem Volk zugänglich zu machen und ihre Verbindlichkeit zu betonen.
In den Jahren nach dem Konzil bemüht sich Papst Stephan III., die praktischen Folgen der von Konstantin vorgenommenen Handlungen zu ordnen. Die von Konstantin geweihten Bischöfe scheinen im Allgemeinen mit dem Papst versöhnt worden zu sein. Priester und Diakone dagegen kehren nicht in die höheren Ämter zurück, in die sie der Gegenpapst eingesetzt hatte. Im Großen und Ganzen werden die von Konstantin gespendeten Sakramente, mit Ausnahme von Taufe und Firmung, unter Stephan wiederholt, um jede Unsicherheit über ihre Gültigkeit zu vermeiden. Die beschlossenen Regelungen zur Bilderverehrung dienen zudem dazu, Rom eindeutig an die Seite des Frankenreiches zu stellen und den Franken zu signalisieren, dass man die Byzantiner wegen ihres Bildersturms als Häretiker ansieht. Auffällig ist, dass die römische Datierung des Konzils nicht mehr nach den Regierungsjahren der byzantinischen Kaiser erfolgt, was erkennen lässt, dass der Rat die kaiserliche Oberhoheit in einer Zeit der Kirchenspaltung faktisch nicht anerkennt. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten werden die Bestimmungen des Laterankonzils von 769 zur Papstwahl zunehmend ausgehöhlt. Bereits im Jahr 827 zeigt die Wahl Papst Valentins, dass Adel und Volk wieder aktiver an der Papstwahl teilnehmen. Dieser Trend setzt sich fort, die im Konzil festgelegten Einschränkungen werden missachtet, und der römische Adel gewinnt immer mehr Einfluss auf die Papsterhebungen. Im 10. Jahrhundert erreicht diese Entwicklung einen Tiefpunkt, als das Papsttum zeitweise zum Spielball der römischen Aristokratie wird und die im Jahr 769 beschworene Ordnung weitgehend in Vergessenheit gerät. - Fortsetzung 770
REPUBLIK VENEDIG
KARANTANIEN
- Fürst Cheitumar (751-769)
Fürst Cheitumar stirbt, wodurch die christlich-fränkische Herrschaftstradition in Karantanien in eine Krise gerät. Nach Cheitumars Tod versucht Valhun, sich in dieser Herrschaftstradition als Nachfolger durchzusetzen und die Kontrolle über Karantanien zu übernehmen. Die heidnischen Slawen organisieren jedoch mehrere Aufstände gegen die neue Ordnung, was die Lage destabilisiert und die fränkisch-bairische Position schwächt. - Fortsetzung 772
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin V. (741–775)
- Irene, um 752 in Athen geboren als Waise in einer vornehmen Familie aus Athen aufgewachsen, wird von Konstantin als Braut für seinen Sohn Leo gewählt; am 17. Dezember heiratet Irene den Thronfolger und Mitkaiser Leo in Konstantinopel und wird gleichzeitig zur Mitkaiserin gekrönt.
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
- Patriarch Niketas I. (Konstantinopel, 766–780)
- Fortsetzung 771
IBERIEN
ARABER
(151/152 - 13./14. Januar)
Abbasiden
- Kalif al-Mansūr (754–775)
- Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Chorasan 768-776)
- Der ehemalige Statthalter Salih ibn Ali stirbt in Syrien.
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
- Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
- Papst und Patriarch Mina I. (767-776)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
- Fortsetzung 770
Emirat Noukour
Kalifat von Tlemcen
Emirat von Córdoba
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Bögü (759–780)
Um das Bündnis mit den Uiguren aufrechtzuerhalten, ernennt Kaiser Daizong am 2. Juni eine weitere Tochter Pugu Huaiens zur Prinzessin Conghui und schickt sie im Rahmen eines erneuerten Heqin‑Heiratsbündnisses zu den Uiguren. Sie erhält als Aussteuer 20'000 Stück Seide, was den materiellen Wert der Allianz aus Sicht der Tang‑Regierung unterstreicht. - Fortsetzung 778
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Rashtrakuta
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Erde-Hahns; am Beginn des Jahres Erde-Affe)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
QUELLEN
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03.06.2022 Artikel eröffnet
10.10.2023 Grundstock erstellt
14.02.2026 Grundstock ergänzt