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==LEXIKON== | ==LEXIKON== | ||
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==GERMANEN== | |||
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==KELTEN== | |||
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==RÖMISCHE REPUBLIK== | |||
(ab urbe condita CCCXCV = 395) | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Manlius_Capitolinus_Imperiosus '''Konsul Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus (1. Amtszeit)'''] Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus stammt aus der patrizischen Familie der Manlier, einer der alteingesessenen römischen Adelsfamilien. Sein Vater trägt nach den Fasti Capitolini den Vornamen Lucius, sein Großvater heißt nach derselben Quelle Aulus. Im Jahr 359 v. Chr. erreicht Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus zusammen mit Marcus Popillius Laenas das Konsulat. In diesem Jahr wehren die beiden Konsuln nach der Überlieferung einen kleineren, als unbedeutend geschilderten Handstreich der Tiburtiner gegen Rom ab. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Popillius_Laenas_(Konsul_359_v._Chr.) '''Konsul Marcus Popillius Laenas (1. Amtszeit)'''] 359 v. Chr. erreicht Marcus Popillius Laenas zum ersten Mal das Konsulat und teilt es mit Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus. Beide Konsuln wehren gemeinsam einen plötzlichen nächtlichen Angriff der Tiburtiner auf Rom erfolgreich ab. Er bekleidet außerdem das Priesteramt eines flamen Carmentalis. Während seines ersten Konsulats führt er in dieser priesterlichen Funktion gerade ein Staatsopfer durch, als er von einem Aufruhr der Volksmenge gegen den Senat erfährt. Noch in seinen priesterlichen Mantel, die laena, gehüllt, eilt er zur rebellischen Plebs und beruhigt sie durch seine Autorität und Redegabe. Cicero erklärt aus dieser Episode irrtümlich die Entstehung des Beinamens Laenas, während dieser Name in Wirklichkeit wohl ein ursprünglich etruskischer Gentilname ist, der sich im Laufe der Zeit zu einem Cognomen wandelt. | |||
*[[-358#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 358]] | |||
*'''360:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Fabius_Ambustus_(Konsul_360_v._Chr.) '''Konsul Marcus Fabius Ambustus (1. Amtszeit)'''] stammt aus der patrizischen Familie der Fabier. Sein Vater ist Numerius Fabius Ambustus, der 406 als Konsulartribun amtierte. Im Jahr 360 v. Chr. bekleidet Marcus Fabius Ambustus zum ersten Mal das Konsulat, gemeinsam mit Gaius Poetelius Libo Visolus. Er führt einen Feldzug gegen die Herniker, in dem er mehrere kleine Gefechte und eine wichtigere Schlacht gewinnt. Für diesen Erfolg erhält er in Rom die Erlaubnis, eine Ovatio, also einen kleineren Triumphzug, abzuhalten. | |||
*'''360:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] Im Jahr 360 v. Chr. ist der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus magister equitum. Er setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben. | |||
*[[-359#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 359]] | |||
*'''361:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Konsul Gaius Sulpicius Peticus (2. Amtszeit)] 361 v. Chr. erreicht Sulpicius zum zweiten Mal das Konsulat, diesmal gemeinsam mit Gaius Licinius Stolo. Livius berichtet, dass die Kämpfe gegen die Herniker wiederaufgenommen werden, beide Konsuln erfolgreich auf feindliches Gebiet vorrücken und die Stadt Ferentinum in Latium erobern; wahrscheinlich schreiben die Triumphalakten Sulpicius für diese Erfolge einen, bei Livius nicht ausdrücklich erwähnten, Triumph zu. | |||
*'''361:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus gehört zur gens Quinctia. Im Jahr 361 v. Chr. übernimmt er das Amt des Diktators in Rom. Er führt ein erfolgreiches Gefecht gegen die Gallier und erhält dafür einen Triumphzug. | |||
*'''361:''' 361 v. Chr. dient Titus Manlius Imperiosus Torquatus als Militärtribun im Heer des Konsuls Titus Quinctius Poenus Capitolinus Crispinus gegen die Gallier am Anio. Ein riesenhafter Gallier fordert die Römer zum Zweikampf heraus, doch lange wagt niemand anzutreten, bis Titus mit Zustimmung des Konsuls hervortritt. Obwohl körperlich unterlegen, tötet er den Gallier mit Hieben in Bauch und Unterleib, nimmt dem Toten das Halsgeschmeide (torc) ab und legt es sich um den eigenen Hals, woraus sich sein Beiname Torquatus ableitet, der später an seine Nachkommen weitergegeben wird. | |||
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Legat Gaius Sulpicius Peticus] 362 v. Chr. wirkt der ehemalige Konsul Sulpicius nach der wohl zutreffenden livianischen Überlieferung als Legat des plebejischen Konsuls Lucius Genucius Aventinensis im Krieg gegen die Herniker. Als der Konsul im Kampf fällt, schlägt Sulpicius einer Tradition zufolge einen Angriff der Herniker auf das römische Lager zurück, noch bevor der Diktator Appius Claudius Crassus Inregillensis mit seinen Truppen eintrifft. | |||
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Appius_Claudius_Crassus_(Konsul_349_v._Chr.) Diktator Appius Claudius Crassus] Im Jahr 362 v. Chr., nach dem Tod des plebejischen Konsuls des Jahres, wird Claudius zum Diktator ernannt. Er führt Feldzüge gegen die Herniker, erzielt einige Erfolge, erleidet dabei aber selbst schwere Verluste; Oakley hält auch diese Diktatur für zweifelhaft, während Ferenczy sowohl das Amt als auch den Feldzug für historisch akzeptiert. | |||
*'''363:''' Titus Manlius Imperiosus Torquatus wächst als Angehöriger der alten patrizischen gens Manlia in Rom auf und gilt später als einer der frühen Helden der Republik. Sein Vater, Lucius Manlius Capitolinus Imperiosus, wird 363 v. Chr. zum Diktator ernannt, angeblich um religiöse Pflichten zu erfüllen, beginnt aber stattdessen mit Kriegsrüstungen. Dies ruft starken Widerstand der Volkstribunen hervor, und nach dem Rücktritt des Vaters wird gegen ihn ein Prozess vorbereitet, in dem man ihm auch vorwirft, den stotternden Titus von Rom verbannt und zur Landarbeit gezwungen zu haben. Titus erfährt von der drohenden Anklage und geht noch im selben Jahr zum Haus des Tribunen Marcus Pomponius, wo man von ihm weitere Belastungen des Vaters erwartet. Als man ihn unter vier Augen einlässt, zieht er ein verborgenes Messer, droht dem Tribunen mit dem Tod und zwingt ihn, öffentlich zu schwören, keine Volksversammlung zur Anklage seines Vaters abzuhalten, was Pomponius dann auch tut. Durch diese als vorbildliche kindliche Pietät gedeutete Tat gewinnt Titus Ansehen und wird noch im selben Jahr zum Militärtribunen gewählt. | |||
*'''364:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus '''Konsul Gaius Sulpicius Peticus (1. Amtszeit)'''] 364 v. Chr. bekleidet Sulpicius sein erstes Konsulat zusammen mit Gaius Licinius Calvus, wie die Fasti Capitolini bezeugen, während die Darstellung bei Livius, die Gaius Licinius Stolo als Kollegen nennt, als weniger zuverlässig gilt. In diesem Jahr herrscht in Rom eine schwere Pest, und zur Besänftigung der Götter werden erstmals etruskische Bühnenspiele aufgeführt. | |||
*'''364:''' Marcus Popillius Laenas ist im 4. Jahrhundert v. Chr. ein zum plebejischen Geschlecht der Popillier gehöriger Politiker der Römischen Republik und wird vier- oder fünfmal Konsul (359, 356, möglicherweise 354, 350 und 348 v. Chr.). Sein Vater trägt nach den Triumphalfasten ebenfalls das Pränomen Marcus, sein Großvater heißt Gaius. Das erste sicher bezeugte Amt seines cursus honorum ist die kurulische Ädilität, die er 364 v. Chr. innehat, kurz nachdem dieses Amt zwei Jahre zuvor eingeführt worden ist. Als kurulischer Ädil veranstaltet er gemeinsam mit seinem Amtskollegen die ersten ludi scaenici (Theaterspiele) in Rom. | |||
*'''366:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Zensor Gaius Sulpicius Peticus] Gaius Sulpicius Peticus ist in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. ein bedeutender Politiker der römischen Republik aus der patrizischen gens Sulpicia; sein Vater heißt Marcus, sein Großvater Quintus. Sein erstes sicher fassbares Auftreten in den Quellen ist 380 v. Chr., als er als Konsulartribun amtiert. 366 v. Chr., im Jahr, in dem mit Lucius Sextius Sextinus Lateranus erstmals ein Plebejer das Konsulat innehat, ist Sulpicius Zensor und legt sein Amt nieder, weil sein Amtskollege während der laufenden Zensur stirbt und die religiösen Vorschriften seinen Rücktritt verlangen. | |||
*'''368:''' Appius Claudius Crassus Inregillensis ist vermutlich Sohn von Claudius Crassu und hält im Senat eine Rede, in der er sich erfolglos gegen den Vorschlag wendet, das Konsulat für Plebejer zu öffnen. Der Althistoriker Oakley verwirft jedoch die Historizität dieser Rede, da weder Livius noch seine Quellen über authentische Belege verfügen können und die plebeierfeindliche Haltung der Claudier ein wiederkehrendes Stereotyp der Überlieferung bildet. | |||
==GRIECHEN== | |||
(1./2. Jahr der 105. Olympiade) | |||
'''Tarent''' | |||
*'''361:''' Archytas: Die Verbindung zu Platon gewinnt 361 entscheidende Bedeutung, als Platon beim Tyrannen Dionysios II. von Syrakus in Ungnade fällt, in Lebensgefahr gerät und [[http://de.wikipedia.org/wiki/Archytas_von_Tarent Archytas] um Hilfe bittet. Archytas reagiert auf Platons Hilferuf, veranlasst die Tarentiner, eine Gesandtschaft nach Syrakus zu entsenden, und bewirkt, dass Platon die Erlaubnis zur sicheren Abreise erhält, wodurch er dessen Leben rettet. Während dieser Zeit bleibt Archytas selbst politisch einflussreich, gerät aber in Syrakus in Konflikte mit Dionysios und fällt zeitweise in Ungnade, wobei die Details der Auseinandersetzungen in den Quellen nur angedeutet überliefert sind. Nach Platons Rettung setzt Archytas seine Tätigkeit als führender Staatsmann und Stratege Tarents sowie des Bundes fort und verteidigt die griechischen Siedlungen weiter gegen italische Gegner. [[-350#GRIECHEN | Fortsetzung 350]] | |||
*'''388:''' Archytas: Während seiner politischen Karriere pflegt [[http://de.wikipedia.org/wiki/Archytas_von_Tarent Archytas] enge Beziehungen zu anderen führenden Griechen der Zeit. Um 388 v. Chr. begegnet er Platon auf dessen erster Italienreise, nimmt ihn als Gastfreund auf und begründet eine persönliche Freundschaft. | |||
'''Syrakus''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Tyrann Dion von Syrakus (357-354)] <br /> | |||
*'''360:''' Dionysios: 360/359 v. Chr. reist Platon abermals ab, da jede Grundlage für eine Zusammenarbeit mit Dionysios fehlt und er selbst in den Verdacht gerät, mit der Opposition zu sympathisieren. Spätestens nach diesem Scheitern sieht Dion keine Möglichkeit zur Versöhnung mehr und beginnt, gegen Dionysios II. zu agitieren. In den folgenden Jahren wirbt Dion Söldner für einen Feldzug gegen Dionysios an. Er rechnet damit, dass Dionysios allgemein verhasst ist und deshalb ein Aufstand ausbrechen wird, weshalb er eine relativ kleine Streitmacht für ausreichend hält. | |||
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] | |||
*'''360:''' Dion: Platon erreicht nichts und reist 360 v. Chr. wieder ab. Auf der Heimreise trifft er [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (49)] in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann. | |||
*'''361/360:''' Agathokles wird in Thermai auf Sizilien geboren. Schon früh beginnt Agathokles eine militärische Laufbahn und dient zunächst als Soldat, später als Offizier in Syrakus | |||
*'''361:''' Dionysios: 361 v. Chr. bewirkt Dionysios II. eine dritte Sizilienreise Platons, weil er den Philosophen für sich gewinnen will. Platon verfolgt nun vor allem das Ziel, für Dion eine Begnadigung und Rückkehr zu erreichen. Der Tyrann stellt eine Heimkehrerlaubnis für Dion in Aussicht, zieht sie aber spätestens dann zurück, als er Berichte erhält, Dion arbeite mit Platons Schülern an seinem Sturz. Statt Dion zu begnadigen, lässt Dionysios II. dessen Besitz in Syrakus konfiszieren. | |||
*'''361:''' Dion: [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (48)] hofft weiterhin auf Rückkehr und Rehabilitation. 361 v. Chr. reist Platon auf Drängen Dionysios’ II. ein drittes Mal nach Sizilien, um einerseits dem Tyrannen zu gefallen, andererseits Dion zu helfen, und bringt mehrere Schüler mit, darunter Speusippos und Xenokrates. Speusippos erkundigt sich in Syrakus nach der Stimmung der Bürgerschaft und prüft die Chancen eines gewaltsamen Sturzes der Tyrannis, was das Misstrauen Dionysios’ II. weckt. Dionysios II. konfisziert daraufhin Dions in Syrakus verbliebenen Besitz und befiehlt seiner Halbschwester Arete, Dions Frau, die Ehe aufzulösen und seinen Günstling Timokrates zu heiraten, womit eine Versöhnung mit Dion faktisch ausgeschlossen ist. | |||
*'''365:''' Dionysios: 365/364 v. Chr. reist Platon aus Syrakus ab, da er nach Dions Verbannung keine Möglichkeit mehr sieht, sein politisches Reformprojekt zu verwirklichen. Dionysios II. schließt in der Folge Frieden mit den Karthagern. | |||
*'''365:''' Dion: 365 v. Chr. reist Platon wieder ab, nachdem Dionysios II. eine Begnadigung Dions in Aussicht gestellt hat. In Griechenland empfängt man [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (44)] freundlich; aus seinen syrakusanischen Einkünften verfügt er über erhebliche Mittel, tritt glänzend auf, gewinnt Sympathien in Korinth, erhält in Sparta das Bürgerrecht und tritt in Athen in Platons Akademie ein. In Athen wohnt er bei Kallippos, mit dem er sich in die eleusinischen Mysterien einweihen lässt und der später sein Mörder wird. | |||
*'''366/365:''' Timoleon: Mitte der 360er Jahre nimmt Timophanes mit Gewalt die Akropolis von Korinth in Besitz und macht sich faktisch zum Tyrannen. Timoleon, sein Bruder und um 411 geboren, hat ihm zuvor in einer Schlacht das Leben gerettet und ihn wiederholt gebeten, auf die Tyrannis zu verzichten. Als Timophanes nicht einlenkt, beteiligt sich Timoleon an dessen Ermordung, um die Tyrannis zu beenden. Viele Korinther billigen dies als patriotische Tat, doch seine Mutter verflucht ihn, und ein Teil der Mitbürger reagiert empört. Unter dem Eindruck des Brudermords zieht sich Timoleon aus Politik und öffentlichem Leben zurück. Dieser selbst auferlegte Rückzug dauert etwa zwanzig Jahre. [Die französische Wikipedia datiert den Brudermord auf das Jahr 366/365] | |||
*'''366:''' Dionysios: 366 v. Chr. kommt Platons zweite Sizilienreise zustande, Dionysios II. empfängt ihn ehrenvoll und zeigt Interesse an der platonischen Philosophie. Platon wird aber durch seine enge Freundschaft mit Dion in die Hofintrigen hineingezogen, da sich eine Partei bildet, die Dions Bestrebungen bekämpft und ihm sowie Platon feindlich gegenübersteht. Anführer dieser Gegenpartei ist der Feldherr und Geschichtsschreiber Philistos, der einst bei Dionysios I. in Ungnade gefallen, verbannt und aus Syrakus entfernt worden war. Dionysios II. holt Philistos zurück, vermutlich um ein Gegengewicht zu Dions Einfluss zu schaffen. Dion plant zu dieser Zeit wohl bereits, Dionysios mit Platons Hilfe unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen. Die Gegenpartei versucht, Dionysios zu überzeugen, Dions Plan sei eine Falle, die ihn durch die Philosophie von der Politik ablenken und dadurch aus der Macht drängen solle. Syrakus befindet sich noch immer in dem von Dionysios I. begonnenen Krieg gegen die Karthager, die angestammten Feinde der Stadt. Dion schreibt den Karthagern einen Brief und bietet sich als Vermittler für Friedensverhandlungen an. Dieser Brief wird abgefangen und Dionysios II. übergeben, der Dion auf Rat des Philistos des Landesverrats beschuldigt und ihn aus seinem Reich verbannt. Im Spätsommer 366 v. Chr. trifft Dion im griechischen Mutterland ein, wo er freundlich aufgenommen wird, während sein Vermögen in Sizilien unangetastet bleibt und er die Einkünfte daraus weiterhin bezieht. | |||
*'''366:''' Dion: 366 v. Chr. kommt Platon daher zum zweiten Mal nach Sizilien. Dionysios II. beruft noch vor Platons Ankunft Philistos zurück, sodass sich in Syrakus zwei verfeindete Hofparteien um [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (43)] und Philistos bilden. Dion beabsichtigt offenbar, Dionysios entweder mit Hilfe Platons unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen, während Philistos und seine Anhänger den Herrscher vor Dions Plänen warnen. Während eines Waffenstillstands im Krieg gegen die Karthager schreibt Dion einen Brief an karthagische Bevollmächtigte, in dem er sich als Berater und Vermittler für die Friedensverhandlungen anbietet. Der Brief wird abgefangen, Dionysios II. sieht darin Landesverrat und schickt Dion in die Verbannung. Im Spätsommer 366 v. Chr. geht Dion nach Griechenland ins Exil, wobei Dionysios II. den Bruch als heilbar darstellt und Dions Vermögen zunächst unangetastet lässt. | |||
*'''367:''' Dionysios: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich, und Dion versucht vergeblich, eine Beteiligung seiner Neffen Hipparinos und Nysaios an der Herrschaft zu erreichen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Dionysios II. als alleiniger Nachfolger scheinbar problemlos die Macht in Syrakus. Der etwa dreißigjährige, unerfahrene Dionysios II. herrscht nun, während der durch seine Verschwägerung mit der Tyrannenfamilie herausragend begünstigte, sehr reiche Dion zu den führenden Persönlichkeiten am Hof gehört. Um seine Stellung zu festigen, bewegt Dion Dionysios II. dazu, den Philosophen Platon aus Athen als Ratgeber einzuladen. Dion kennt Platon seit dessen erster Sizilienreise um 388 v. Chr. und stellt ihm nun die Aussicht in Aussicht, Dionysios für die platonische Staatsphilosophie zu gewinnen, um nach deren Prinzipien die politischen Verhältnisse zu reformieren. | |||
*'''367:''' Dion: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich; [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (42)] versucht vergeblich, ihn zu einer Nachfolgeregelung zu bewegen, die seine Neffen einbezieht und ihm selbst eine starke Stellung verschafft. Nach dem Tod des Tyrannen übernimmt Dionysios II., der etwa 30 Jahre alt und nicht auf die Herrschaft vorbereitet ist, anscheinend problemlos die Macht. Dion gelingt es zunächst, am Hof des neuen Herrschers seinen Einfluss zu bewahren, auch weil sein Gegenspieler Philistos noch fern ist. Er überzeugt Dionysios II., Platon als Berater einzuladen und stellt diesem die Aussicht in Aussicht, Syrakus im Sinne der platonischen Staatsphilosophie zu reformieren. | |||
*'''380:''' Dionysios II.: Um 380–375 v. Chr. verheiratet Dionysios I. seine Tochter Arete mit Dion, dem jüngeren Bruder der Aristomache, der so mütterlicherseits Onkel seiner Frau ist, und etwa fünf Jahre früher hat er bereits Sophrosyne mit Dionysios II. verheiratet, der damit seine Halbschwester und zugleich Dions Nichte zur Frau nimmt. Durch diese Verbindungen knüpft Dionysios I. die beiden Zweige seiner Nachkommenschaft eng aneinander und verbindet sie zugleich mit der Familie Dions. Dion gehört wie einst sein Vater Hipparinos zum engsten Kreis des misstrauischen Tyrannen Dionysios I. und sammelt politische Erfahrung, während Dionysios II. von den Staatsgeschäften ferngehalten und nicht auf eine künftige Herrscherrolle vorbereitet wird. Dionysios I. misstraut seinem ältesten Sohn so sehr, dass er ihn nicht einmal von der Vorschrift ausnimmt, Besucher erst nach einer Waffenprobe vorzulassen. | |||
*'''380:''' Dionysios II.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert. | |||
*'''385:''' Hipparinos wird um 385 v. Chr. in Syrakus geboren und ist Sohn des Tyrannen Dionysios I. und der Adligen Aristomache. Sein mütterlicher Großvater Hipparinos, nach dem er wahrscheinlich benannt ist, gehört zuvor als syrakusanischer Adliger zu den Mitkämpfern Dionysios’ I. Dionysios I. hat aus der Ehe mit Aristomache neben Hipparinos den jüngeren Sohn Nysaios sowie die älteren Töchter Sophrosyne und Arete. Aus einer anderen Ehe mit der Adligen Doris aus Lokroi stammen weitere Kinder, darunter der älteste Sohn Dionysios II., der später Sophrosyne heiratet und damit Schwager von Hipparinos und Nysaios wird. Zu den wichtigsten Vertrauten des Dynastiegründers Dionysios I. zählt Dions Bruder Aristomache, Hipparinos’ Onkel Dion, der durch die Ehe mit Arete zugleich Schwiegersohn von Dionysios I. ist. Dion steht in enger Freundschaft zum Philosophen Platon und wird von dessen Gedankengut geprägt. | |||
*'''388:''' Dion: Dionysios I. führt unterdessen wechselhafte Kriege gegen die Karthager und bringt einen Großteil Siziliens unter seine Herrschaft, während [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (21)] in seiner Nähe aufwächst. Um 388 v. Chr. kommt Platon nach Syrakus, Dion verschafft ihm vermutlich eine Audienz beim Tyrannen, das Gespräch verläuft unerfreulich, und Platon reist bald wieder ab. Dion wird nach späterer Darstellung des siebten platonischen Briefes zu einem überzeugten Anhänger der platonischen Philosophie, missbilligt innerlich die Tyrannis und ist bei Hofleuten verhasst, steht aber faktisch in bestem Verhältnis zu Dionysios I. Der Tyrann betraut ihn mit wichtigen Gesandtschaften, darunter nach Karthago, gewährt ihm freien Zugriff auf seinen Schatz und ermöglicht ihm so den Erwerb eines außerordentlichen Vermögens, aus dem Dion später Söldner finanzieren kann. | |||
*'''398:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus '''Dion von Syrakus (13)'''] wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist. | |||
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'''Epirus''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br /> | |||
*'''360:''' Arybbas: Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus | |||
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] | |||
*'''360:''' [http://en.wikipedia.org/wiki/Neoptolemus_I_of_Epirus König Neoptolemos I. (370-360)] | |||
*'''360:''' Alexander: Als sein Vater Neoptolemos I. um 360, ist Alexander noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps. | |||
*'''370:''' Arybbas ist Sohn des Molosserkönigs Alketas I. und gehört zum königlichen Haus der Aiakiden. Nach dem Tod seines Vaters um 370 teilt er sich die Herrschaft über Epirus mit seinem Bruder Neoptolemos I., jeder regiert einen Teil des Reichs. [https://de.wikipedia.org/wiki/Alketas_I. König Alketas I. (385–370)] | |||
*'''370:''' Alexander I. (auch Alexander der Molosser) wird um 370 in Epirus geboren und gehört zur molossischen Dynastie der Aiakiden. Er ist der Bruder von Olympias, der späteren Mutter Alexanders des Großen. | |||
'''Makedonien''' | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Perdikkas_III. König Perdikkas III. (369–359)] <br />Perdikkas startet einen Feldzug, um Obermakedonien von den Illyrern zurückzuerobern, die unter ihrem Anführer Bardylis eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Der Feldzug endet jedoch in einer schweren Katastrophe: Perdikkas fällt in der Schlacht, und der Historiker Diodor berichtet, dass etwa 4000 makedonische Soldaten sterben und die Überlebenden von Angst und Mutlosigkeit erfüllt sind, sodass sie den Illyrern militärisch kaum noch Widerstand leisten wollen. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Amyntas_IV. '''König Amyntas IV. (359-356)'''] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_II._(Makedonien) '''König (Usurpator) Philipp II. (359–336)'''] <br />Der etwa dreijährige Amyntas folgt seinem Vater formal als König von Makedonien nach; sein Onkel Philipp II. übernimmt als Vormund und Regent die Leitung des Reiches. Noch im selben Jahr erklärt sich Philipp II. selbst zum König und drängt Amyntas damit politisch zur Seite. Philipp usurpiert den Thron vollständig etwa um 356. | |||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Lyppeius '''Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)'''] <br />Lyppeios folgt um 359/8 auf König Agis und übernimmt das peionische Königtum. Kurz nach Philipps Machtübernahme in Makedonien wird Peionien militärisch geschlagen und teils unterworfen, Lyppeios bleibt aber als untergeordneter König im Amt. In den folgenden Jahren prägt Lyppeios Silbermünzen (z.B. Tetradrachmen) mit griechischen Legenden und Bildern von Zeus und Herakles, was eine starke makedonisch‑griechische Prägung des Reiches zeigt. Spätere antike und neuzeitliche Belege (Münzen, Inschriften, Nachschlagewerke) identifizieren die Namensvarianten Lyppeios/Lycceius/Lykkeios als dieselbe historische Person. | |||
*[[-358#GRIECHEN | Fortsetzung 358]] | |||
*'''360:''' Gleichzeitig sucht Perdikkas trotz der Konflikte seinen Platz in der griechischen Staatenwelt und pflegt panhellenische Verbindungen. Er tritt um 360/359 v. Chr. als Theorodokos bei den panhellenischen Spielen in Epidauros auf, das heißt, er übernimmt die Aufgabe, heilige Gesandtschaften zu empfangen und so die religiös‑politische Vernetzung Makedoniens zu stärken. | |||
*'''um 360:''' Lysimachos wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht. Lysimachos begleitet mit seinen Brüdern Alexander den Großen auf dessen Feldzug durch Asien und gehört zur Königlichen Leibgarde (Somatophylakes). Während der Feierlichkeiten in Susa erhält Lysimachos das nysäische Pferd von Kalanos, bevor dieser sich verbrennt. | |||
*'''360-324:''' Demetrios von Phaleron wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen. | |||
*[[-359#GRIECHEN | Fortsetzung 359]] | |||
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amyntas_IV. Amyntas (später IV.)] wird um 362 v. Chr. als Sohn des makedonischen Königs Perdikkas III. aus dem Haus der Argeaden geboren. Er gehört damit zur königlichen Linie, aus der auch Philipp II. und Alexander der Große stammen. | |||
*'''365:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemaios_von_Aloros Regent Ptolemaios von Aloros (368-365)] Im Jahr 365 v. Chr. handelt Perdikkas schließlich selbst und lässt Ptolemaios töten oder tötet ihn eigenhändig, um die Regierung zu übernehmen. Mit diesem Schritt beendet er die Regentschaft und tritt nun selbst als regierender König Makedoniens auf, womit er seine persönliche und politische Unabhängigkeit behauptet. Über die konkrete Politik von Perdikkas III. ist nur wenig überliefert, doch einige charakteristische Züge seiner Herrschaft sind bekannt. Er fördert besonders die Gelehrsamkeit und umgibt sich mit Männern der Bildung, was seinem Hof ein ausgeprägt intellektuelles Gepräge gibt. Zu den bevorzugten Gelehrten gehört Euphraios von Oreos, ein Schüler Platons, der am Hof von Perdikkas einen außergewöhnlich großen Einfluss gewinnt. Euphraios prägt den jungen König so stark, dass berichtet wird, er bestimme praktisch die Regierung und schirme den König von allen ab, die keine Philosophen oder Geometer sind. Während seiner Regierungszeit gerät Perdikkas III. zeitweise in Auseinandersetzungen mit Athen, insbesondere im Zusammenhang mit der strategisch und wirtschaftlich bedeutenden Stadt Amphipolis. Diese Spannungen spiegeln den Wettbewerb um Einfluss in Nordgriechenland und an der nordägäischen Küste wider. | |||
*'''367:''' Aristoteles: Mit siebzehn Jahren zieht Aristoteles nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort beschäftigt er sich mit Mathematik und Dialektik und beginnt, eigene Werke zu verfassen, darunter erste Dialoge nach dem Vorbild Platons. Er verteidigt das platonische Erziehungsideal gegen Isokrates und übernimmt Lehrtätigkeiten in der Akademie, wobei seine ersten Lehrschriften entstehen, die später im Organon zusammengefasst werden. | |||
*'''367:''' Ptolemaios wird um 367/366 in Makedonien geboren. Seine Mutter ist Arsinoë, sein Vater vermutlich Lagos, ein makedonischer Adeliger. Gerüchte über eine Abstammung von König Philipp II. machen die Runde, dienen aber wohl ptolemäischer Propaganda, um einen Anspruch auf das makedonische Königshaus zu rechtfertigen. Schon in jungen Jahren wächst er im Umfeld des makedonischen Hofes auf und entwickelt sich zu einem engen Freund Alexanders des Großen. | |||
*'''368:''' Perdikkas III. ist der Sohn von Amyntas III. und Eurydike. Im Jahr 368 wird sein älterer Bruder, König Alexander II., von ihrem Schwager Ptolemaios von Aloros ermordet. Ptolemaios übernimmt daraufhin als Regent die tatsächliche Herrschaft, während Perdikkas III. formal noch minderjährig bleibt und politisch zunächst keine eigene Rolle spielt. In den Jahren nach 368 festigt Ptolemaios von Aloros seine Stellung als Regent und kontrolliert das Königreich im Namen der königlichen Familie. Perdikkas wächst in einem Hofklima auf, das von Intrigen, Misstrauen und der Erinnerung an den Mord an seinem Bruder geprägt ist. | |||
*'''373:''' Aristoteles: Nach dem Tod seines Vaters im Alter von 11 Jahren wächst Aristoteles bei seinem Stiefbruder Proxenos von Atarneus in Mysien auf. Aristoteles freundet sich schon früh mit Hermias von Atarneus an, dem späteren Tyrannen der Stadt. | |||
*'''382-335:''' Antigonos wird um 382 als Sohn von Philippos geboren und wächst vermutlich im Haus seines Stiefvaters Periandros in Pella auf. Er hat mindestens zwei Brüder und einen Halbbruder (Marsyas). Er heiratet Stratonike, die möglicherweise aus dem makedonischen Königsgeschlecht der Argeaden stammt. Sie bringt ihm die Söhne Demetrios I. Poliorketes und Philippos. Antigonos gehört zur Altersgeneration von Philipp II., dem makedonischen König, und dient diesem als Feldherr und Gefährte (hetairos). Er verliert ein Auge, wodurch er den Beinamen „der Einäugige“ erhält. Laut Plutarch duldet Antigonos keine Respektlosigkeiten gegenüber seiner Sehbehinderung. Als der Sophist Theokritos von Chios ihn beleidigt, sperrt Antigonos ihn ein und verhängt das Todesurteil, das schließlich vollstreckt wird, da Theokritos die geforderte Bußhaltung verweigert. | |||
*'''384:''' Aristoteles wird in Stageira, Chalkidike, östlich von Thessaloniki, geboren. Sein Vater, Nikomachos, ist Leibarzt von König Amyntas von Makedonien und gehört vermutlich der medizinischen Gilde der Asklepiaden an, was Aristoteles früh für Biologie und Medizin interessiert. Seine Mutter, Phéstias, stammt aus Chalkis auf der Insel Euböa und arbeitet als Hebamme. | |||
'''Pherai''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Pherai Tyrann Alexander (369-358)] <br /> | |||
*'''364:''' Alexander: Während des dreijährigen Waffenstillstands versucht Alexander weiterhin, seinen Einfluss auszudehnen, vor allem auf die Regionen Magnesia und Phthiotis, indem er Druck auf die dortigen Städte ausübt. Nach Ablauf des Waffenstillstands im Jahr 364 wenden sich diese Städte erneut an Theben und bitten um Schutz vor Alexanders erneuten Angriffen. Theben reagiert mit einer weiteren Expedition, diesmal unter Pelopidas, der nun mit einem Heer gegen Alexander zieht. In der Schlacht bei Kynoskephalai im Jahr 364 v. Chr. wird Alexander militärisch geschlagen, doch Pelopidas fällt in der Schlacht, was dem Sieg einen hohen Preis verleiht. Nach der Niederlage Alexanders folgt eine weitere thebanische Offensive unter den Feldherren Malcites und Diogiton, die seine militärische Position endgültig brechen. Alexander muss die von ihm eroberten Städte an die Thessalier zurückgeben, seine Herrschaft auf Pherai beschränken, dem Böotischen Bund beitreten und sich in ein abhängiges Bündnisverhältnis zu Theben fügen. Obwohl Alexander nun formell auf Pherai beschränkt ist und als Verbündeter Thebens gilt, bleibt er innerlich dieselbe tyrannische Figur und hält seine Untertanen mit Angst und Gewalt nieder. Die antiken Autoren schildern ihn übereinstimmend als besonders grausamen und misstrauischen Tyrannen, der zu blutigen Strafen und willkürlicher Grausamkeit neigt. Alexander verlegt einen Teil seiner Aktivitäten auf das Meer und nutzt eine Flotte, um die Küstenregionen zu bedrohen und seinen Einfluss wirtschaftlich zu sichern. Er greift die Insel Peparethos an, belagert die Stadt und führt zugleich piratische Überfälle auf die Küsten Attikas aus. Im Zuge dieser Unternehmungen landet Alexander Truppen in Attika, besetzt den kleinen Hafen Panormos östlich von Kap Sounion und bedroht damit direkt den athenischen Raum. Athen reagiert mit der Entsendung eines Geschwaderverbandes unter dem Admiral Leosthenes, der Alexanders Flotte schlägt und die Belagerung von Peparethos aufhebt. Alexander entkommt jedoch einer völligen Einschließung im Hafen von Panormos, bricht aus der Blockade aus und erbeutet mehrere attische Trieren, bevor er sich mit Beute zurückzieht. Er setzt seine Politik der Einschüchterung und des Seeraubs fort, bleibt aber nach den Niederlagen in Thessalien politisch stark geschwächt und auf ein engeres Machtgebiet zurückgeworfen. | |||
*[[-358#GRIECHEN | Fortsetzung 358]] | |||
*'''367:''' Alexander: Im Jahr 367 v. Chr. begeht Alexander ein besonders brutales Verbrechen: Er lässt in der Stadt Skotussa ein Massaker an den Bürgern anrichten, um jeden Widerstand im Keim zu ersticken. Daraufhin führt Epameinondas ein neues thebanisches Heer nach Thessalien, das Alexander zum Abschluss eines dreijährigen Waffenstillstands zwingt und die Freilassung der Gefangenen – darunter Pelopidas – erreicht. | |||
*'''368:''' Alexander: Oppositionelle Thessalier wenden sich zunächst an König Alexander II. von Makedonien, in der Hoffnung, von ihm von der tyrannischen Herrschaft befreit zu werden. Alexander II. marschiert daraufhin nach Thessalien und besetzt die Städte Larisa und Krannon, behält sie aber für sich, anstatt sie den Bürgern zurückzugeben. Da die makedonische Hilfe keine wirkliche Befreiung bringt, wenden sich die unterdrückten Thessalier an Theben, die damals führende Macht in Griechenland. Theben entsendet seinen Feldherrn Pelopidas nach Pherai, der jedoch 368 v. Chr. von Alexander gefangen genommen wird, was den Konflikt weiter verschärft. Nach der Gefangennahme des Pelopidas schreitet Theben entschlossen ein und schickt Epaminondas mit einem großen Heer nach Pherai, um Alexanders Widerstand zu brechen. Unter diesem Druck gibt Alexander nach und lässt Pelopidas wieder frei, kann seine Stellung als Tyrann jedoch zunächst behaupten. | |||
*'''369:''' Alexander: Nach seiner Machtergreifung regiert Alexander offen tyrannisch und löst sich im Verhalten deutlich von Jasons vergleichsweise geordneter Machtpolitik. Seine Herrschaft stützt sich auf Terror, Hinrichtungen und Unterdrückung, wobei er besonders die alte Adelsfamilie der Aleuaden in Larissa bedroht, die sich seiner Vorherrschaft nicht unterwerfen will. Die Aleuaden und andere Gegner Alexanders wenden sich an Alexander II. von Makedonien, der in Thessalien interveniert, um den Tyrannen von Pherai zurückzudrängen. Alexander von Pherai rüstet daraufhin ein eigenes Heer und plant seinerseits einen Angriff auf Makedonien, doch Alexander II. kommt ihm zuvor, zieht nach Thessalien und wird in Larissa eingelassen. Der makedonische König besetzt Larissa und die Stadt Krannon mit Garnisonen, während Alexander von Pherai sich nach Pherai zurückzieht, ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Nachdem der Großteil des makedonischen Heeres wieder abgezogen ist, fürchten die thessalischen Städte erneut die Rache Alexanders und suchen diesmal Unterstützung bei Theben, das jede übermächtige Nachbarmacht begrenzen will. Siehe auch [https://www.historyofwar.org/articles/people_alexander_II_macedon.html historyofwar] und [https://www.britannica.com/biography/Alexander-of-Pherae britannica] | |||
*'''370:''' Alexander: Im Sommer 370 wird der Tyrann Jason von Pherai ermordet. Seine Brüder Polydoros und Polyphron übernehmen daraufhin gemeinsam die Herrschaft über Pherai und den thessalischen Bund. Polydoros wird schon bald nach der Machtübernahme getötet, wahrscheinlich von seinem Bruder Polyphron, der damit die alleinige Herrschaft erlangt. Polyphron übt das Amt des Tagos offen wie eine Tyrannis aus, indem er nicht nur in Pherai, sondern in ganz Thessalien uneingeschränkt herrschen will. | |||
*'''370:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Jason_von_Pherai Tyrann Jason (390-370)] | |||
'''Attischer Seebund''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (69)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles (28)] <br /> | |||
*'''361:''' Platon: 361 v. Chr. reist Platon auf Bitte von Archytas und unter dem Druck Dionysios’ ein drittes Mal nach Sizilien, diesmal in Begleitung seiner Schüler Speusippos und Xenokrates.Das entscheidende Gespräch mit Dionysios II. enttäuscht Platon; der Tyrann überschätzt sein philosophisches Verständnis, verweigert eine echte Schülerschaft und hält seine Zusage gegenüber Dion nicht ein, sondern beschlagnahmt dessen Vermögen. Platon gerät durch die Oppositionstätigkeit seiner Freunde in Verdacht und in Lebensgefahr, wird aber durch die Intervention des Archytas gerettet und kann im Sommer 360 v. Chr. nach Athen zurückkehren. | |||
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] | |||
*'''366:''' Platon: Nach dem Tod des Dionysios I. 367 v. Chr. folgt Platon 366 v. Chr. einer Einladung des neuen Tyrannen Dionysios II. nach Syrakus, die Dion veranlasst, um eine Rolle am Hof zu gewinnen. Platon hofft, gemeinsam mit Dion den jungen Herrscher philosophisch zu beeinflussen und einen Staat nach dem Ideal der Philosophenherrschaft zu gestalten, bleibt jedoch skeptisch. Dionysios II. zeigt sich zu tiefgreifenden Reformen unfähig oder unwillig, verbannt Dion und konzentriert sich auf Machtsicherung; Platon kehrt 365 v. Chr. nach Athen zurück, nachdem er mit Dionysios eine mögliche spätere Rückkehr vereinbart. | |||
*'''367:''' Aristoteles: Aristoteles kommt 384 v. Chr. in Stageira zur Welt, einer kleinen ionischen Stadt an der Ostküste der Chalkidike, weshalb er später gelegentlich „der Stagirit“ heißt. Sein Vater Nikomachos dient als Leibarzt des makedonischen Königs Amyntas III., seine Mutter Phaestis entstammt ebenfalls einer Arztfamilie aus Chalkis auf Euboia. Nikomachos stirbt, bevor Aristoteles volljährig ist, und Proxenos aus Atarneus übernimmt als Vormund die Sorge für den Jungen. Aristoteles wächst damit in einem Umfeld auf, in dem medizinische und naturkundliche Beobachtung zum Alltag gehören, und erhält zugleich Beziehungen zum makedonischen Hof.Mit siebzehn Jahren reist Aristoteles 367 v. Chr. nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort befasst er sich zunächst mit den mathematischen und dialektischen Anfangsstudien und beginnt früh, eigene Werke zu verfassen, darunter Dialoge nach platonischem Vorbild. Er setzt sich mit der zeitgenössischen Rhetorik auseinander, vor allem mit der Schule des Isokrates, und verteidigt gegen dessen auf Nutzen zielende Erziehung das philosophische Bildungsideal Platons. In der Akademie übernimmt er Lehrtätigkeiten; dabei entstehen die frühesten überlieferten Lehrschriften, unter anderem die logischen Abhandlungen, die später unter dem Titel „Organon“ zusammengefasst werden. | |||
*'''387:''' Platon: Nach seiner Rückkehr erwirbt Platon bei dem Hain des Heros Akademos nordwestlich von Athen ein Grundstück und beginnt dort Unterricht und Forschung. Aus dieser Tätigkeit entsteht die Akademie, die erste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, deren Mitglieder sich nun „Akademiker“ nennen und die sich am Vorbild der pythagoreischen Gemeinschaft orientiert. Platon lehrt und lebt auf dem Gelände der Akademie, arbeitet mit Gastphilosophen und fortgeschrittenen Schülern zusammen und steht in Konkurrenz zum Rhetoriklehrer Isokrates, dessen Bestrebungen er kritisch sieht. In dieser Phase verfasst er zahlreiche Dialoge, in denen er in der Form des sokratischen Dialogs seine frühe Ethik, später die Ideenlehre und seine Staatstheorie entfaltet. | |||
*'''399:''' Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist. | |||
*'''399:''' Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems. | |||
*'''403:''' Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse | |||
*'''404:''' Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt. | |||
*'''410:''' Platon: Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung. | |||
*'''427:''' Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. | |||
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'''Sparta''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)] <br />359/358 nimmt Agesilaos nach 364 erneut mit seinen Truppen Söldnerdienste an, diesmal im Rahmen eines Bündnisses mit dem athenischen Feldherrn Chabrias und dem ägyptischen Pharao Tachos gegen den persischen König Artaxerxes II. in Phönizien. Auf dem Rückweg von diesem Feldzug stirbt Agesilaos auf Kreta beziehungsweise in der Region Cyrenaika. Sein Leichnam wird in Wachs konserviert und nach Sparta überführt, wo er beigesetzt wird. Rückblickend erscheint er in der spartanischen Geschichte des 4. Jahrhunderts v. Chr. als Ausnahmeerscheinung: ein König und Feldherr, der trotz zahlreicher auswärtiger Unternehmungen persönlich bescheiden und gesetzestreu bleibt, durch diese Haltung großen politischen Einfluss gewinnt, aber mit seiner konservativen Politik zugleich Reformen verhindert und so zum langfristigen Niedergang der spartanischen Hegemonie beiträgt. | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_III. '''König der Eurypontiden: Archidamos III. (359/358–338)'''] <br />Um 359/358 folgt Archidamos seinem Vater Agesilaos II. als König von Sparta nach. Beim Ausbruch des Dritten Heiligen Krieges 356 v. Chr. unterstützt er den phokischen Führer Philomelos privat mit 15 Talenten bei dessen Widerstand gegen den Beschluss der Amphiktyonie, wobei Philomelos diese Hilfe angeblich durch Bestechungsgelder und die Übergabe eines Teils der in Delphi geraubten Schätze erkauft. | |||
*[[-352#GRIECHEN | Fortsetzung 352]] | |||
*'''362:''' Agesilaos II.: In der Folgezeit leitet Agesilaos zusammen mit seinem Sohn Archidamos III. die spartanischen Verteidigungsmaßnahmen gegen die thebanische Allianz. Dennoch kann er den Zerfall des Peloponnesischen Bundes, die Befreiung Messeniens und die Gründung neuer Städte wie Messene und Megalopolis, die der Eindämmung Spartas dienen, nicht verhindern und auch später nicht rückgängig machen. 362 v. Chr. kämpft Sparta gemeinsam mit Athen in der zweiten Schlacht von Mantineia gegen Theben; Sparta und seine Verbündeten können zwar den Tod Epameinondas herbeiführen, aber keine Wiederherstellung der eigenen Hegemonie erreichen. Ob Agesilaos bei Mantineia selbst das Oberkommando führt, lässt sich aus den überlieferten Quellen nicht mehr sicher feststellen. | |||
*'''362:''' Archidamos verteidigt Sparta mit großer Tapferkeit gegen einen Angriff des thebanischen Feldherrn Epaminondas. Der antike Autor Xenophon berichtet übertrieben, Archidamos halte mit nur 180 Mann der gesamten thebanischen Armee stand, bis Agesilaos rechtzeitig zurückkehrt und die bereits teilweise eroberte Stadt endgültig rettet. Die sechste Rede des Isokrates trägt den Namen „Archidamos“ und ist wohl im Zusammenhang mit in Sparta geführten Friedensverhandlungen 366/365 v. Chr. gedacht, wird aber vielleicht erst einige Jahre später verfasst. In dieser Rede begründet Archidamos den Anspruch Spartas auf Messene und ermutigt seine Mitbürger, in dieser Frage nicht nachzugeben, was auch der tatsächlichen Stimmung in den Verhandlungen entspricht. | |||
*[[-359#GRIECHEN | Fortsetzung 359]] | |||
*'''364:''' Agesilaos II.: Angesichts der schweren Belastung der spartanischen Staatskasse greift Agesilaos in seinen letzten Lebensjahren zu ungewöhnlichen Mitteln. 364 v. Chr. lässt er sich zusammen mit seinem Heer als militärischer Unternehmer für den aufständischen persischen Satrapen Ariobarzanes anwerben, um gegen den Großkönig zu kämpfen, und führt damit faktisch einen Söldnerkrieg, dessen Lohn den spartanischen Finanzen zugutekommen soll. | |||
*'''364:''' Als die Arkader in das mit Sparta verbündete Elis einfallen, marschiert Archidamos auf Bitte der Eleer erneut nach Südwest-Arkadien und nimmt die Stadt Kromnos ein, in der er eine spartanische Garnison zurücklässt. Nach seiner Rückkehr greifen die Arkader und ihre Verbündeten die Besatzung in Kromnos an und belagern sie; um sie abzuziehen, verwüstet Archidamos Teile Arkadiens, doch seine Versuche bleiben erfolglos, und als er versucht, die Feinde von einer Anhöhe zu vertreiben, gerät er in eine ungünstige Lage und wird zurückgedrängt. | |||
*'''367:''' Archidamos führt im Auftrag seines Vaters ein Heer, zu dem Hilfstruppen des Tyrannen Dionysios I. von Syrakus gehören, gegen die in Lakonien aufständische Stadt Karyai, erobert sie vorübergehend und bestraft sie. Danach fällt er in Südwest-Arkadien ein, verwüstet die Landschaft Parrhasia und kommt seinen sizilischen Bundesgenossen zu Hilfe, als Arkader, Argiver und Messenier diesen auf dem Rückmarsch nach Lakonien den Weg versperren. Er hält eine anfeuernde Rede, erinnert die Spartaner an ihre nationale Ehre und schlägt daraufhin die feindlichen Truppen in der sogenannten „tränenlosen Schlacht“, in der nach lakonischem Bericht kein Spartaner fällt; dieser Sieg löst in Sparta große Freude aus. | |||
*'''370:''' Kleomenes II. ist der zweite Sohn von König Kleombrotos I., der der Agiaden-Dynastie Spartas angehört. Nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht von Leuktra 371 ist zunächst sein älterer Bruder Agesipolis II. auf den Thron gefolgt. Dieser stirbt jedoch kurz darauf, sodass Kleomenes II. nun König von Sparta wird. Kleomenes II. regiert außerordentlich lange, nämlich nach Diodoros von Sizilien 60 Jahre und 10 Monate. Trotz der Länge seiner Herrschaft sind nur sehr wenige Details über sein Leben und Wirken bekannt. Er hat den Ruf, politisch unauffällig oder sogar bedeutungslos zu sein, was von einigen Historikern als "Nullität" beschrieben wird. Möglicherweise führt die scheinbare Schwäche Kleomenes’ dazu, dass Aristoteles in seiner Politik ein kritisches Bild des spartanischen Königshauses zeichnet. Während seiner Regentschaft konzentriert sich Kleomenes vermutlich auf die Innenpolitik Spartas, während die militärische Führung den Eurypontiden Agesilaos II., Archidamos III. und Agis III. überlassen wird. Die Spartaner hüten ihre Staatsangelegenheiten streng vor Ausländern, was das Schweigen der antiken Quellen über Cleomenes erklärt. | |||
*'''370:''' Agesilaos II.: Nach Leuktra konzentriert sich Agesilaos auf die Verteidigung Spartas gegen innere und äußere Gefahren. 370 v. Chr. führt Epameinondas mehrere Heere nach Lakonien, und Agesilaos trägt maßgeblich dazu bei, Sparta trotz Revolten von Heloten, Periöken und Teilen der Bürgerschaft sowie trotz der Angriffe von außen zu halten; die Stadt bleibt unbefestigt, wird aber nicht erobert. Gleichzeitig versucht er, durch diplomatische Missionen, etwa Gesandtschaften nach Mantineia, Bündnispartner zu sichern und Spartas Position im Peloponnes zu verteidigen. | |||
*'''371:''' Agesilaos II.: Die spartanische Politik, an der Agesilaos maßgeblich beteiligt ist, verhindert jedoch notwendige Reformen der spartanischen Gesellschaft und verschärft die Spannungen zu anderen Poleis. Er wirkt an der gewaltsamen Niederschlagung mehrerer Verschwörungen und Aufstände mit, einschließlich von Erhebungen der Heloten und Unruhen unter Periöken und sogar Spartanern, womit er vorerst den inneren Zusammenhalt Spartas sichert, gleichzeitig aber das Bild eines starr konservativen Regimes verstärkt. 371 v. Chr. kommt es zum entscheidenden Bruch: Auf einer Friedenskonferenz weigert sich Agesilaos, den Thebanern zu gestatten, den Vertrag im Namen ganz Böotiens zu unterzeichnen, was zur Fortsetzung des Konflikts führt. Im gleichen Jahr unterliegt der andere spartanische König Kleombrotos I. den Thebanern unter Epameinondas in der Schlacht von Leuktra, was das Ende der langjährigen spartanischen Vorherrschaft in Griechenland einleitet. Die Niederlage zerstört die militärische Überlegenheit Spartas, dem nun eine von Theben bestimmte Phase der griechischen Geschichte gegenübersteht, während Agesilaos versuchen muss, in der Defensive die Reste der spartanischen Macht zu sichern. | |||
*'''371:''' Archidamos III. wird um 400 v. Chr. in das spartanische Königsgeschlecht der Eurypontiden geboren; er ist Sohn des Königs Agesilaos II. und Enkel des Archidamos II.. Schon als Prinz vertritt er mehrfach seinen alt gewordenen Vater und übernimmt bei Feldzügen den Oberbefehl über das spartanische Heer. Im Jahr 371 rückt Archidamos anstelle des erkrankten Agesilaos mit dem restlichen spartanischen Aufgebot aus, um die Überlebenden des bei Leuktra von den Thebanern geschlagenen spartanischen Heeres zu retten. Jason von Pherai vermittelt jedoch bereits zwischen den Thebanern und den geschlagenen Spartanern, sodass Archidamos die eigenen Truppen, die sich schon auf dem Heimweg befinden, bei Aigosthena an der Grenze von Megara und Böotien trifft und mit ihnen nach Sparta zurückkehrt. | |||
*'''387:''' Agesilaos II.: Der Krieg endet 387 v. Chr. mit dem sogenannten Königsfrieden (Frieden des Antalkidas), den Persien diktiert und den Agesilaos nachdrücklich unterstützt, weil er Spartas Vormachtstellung gegenüber den anderen Griechen sichert, auch wenn er die Rückgabe der kleinasiatischen Griechenstädte an den Perserkönig einschließt. Nach dem Königsfrieden verlagern sich die Konflikte auf die Frage, wie die Bestimmungen zur Unabhängigkeit der Poleis auszulegen sind. Agesilaos nutzt die Vertragsklauseln, um die Auflösung gegnerischer Bündnisse zu betreiben, insbesondere der böotischen Föderation unter Führung Thebens, und trägt damit zu einer Verschärfung der Rivalität zwischen Sparta und Theben bei. In den 380er und frühen 370er Jahren setzt er wiederholt militärische Mittel ein, um Theben zu isolieren und seine Bündnisse zu sprengen, und befürwortet ein hartes Vorgehen gegen Städte, die sich Spartas Hegemonie entziehen wollen. | |||
*'''391:''' Agesilaos II.: Ab 391 v. Chr. erzwingt Spartanlands militärische Präsenz unter seiner Führung die Auflösung mehrerer spartafeindlicher Bündnisse und bedrängt vor allem Korinth und Theben, deren Festungen und Umland in mehreren Feldzügen verwüstet werden. | |||
*'''394:''' Agesilaos II.: Im Jahr 395 beginnt der sogenannte Korinthische Krieg, in dem Theben, Athen, Korinth und Argos, unterstützt von persischen Mitteln, gegen Sparta kämpfen. Agesilaos kehrt aus Asien zurück, um in Griechenland selbst das Kommando zu übernehmen, und stellt sich der Koalition im Inland entgegen. Im Jahr 394 v. Chr. erringt er bei Koroneia in Böotien einen wichtigen Sieg über die antispartanischen Verbündeten, was seine Reputation als erfolgreicher Feldherr weiter steigert, auch wenn Sparta zur gleichen Zeit bei Knidos zur See eine schwere Niederlage erleidet. In den folgenden Jahren führt Agesilaos immer wieder spartanische Heere in Mittelgriechenland, um der Koalition entgegenzutreten und Spartas Hegemonialstellung zu verteidigen. | |||
*'''396:''' Agesilaos II.: Kurz nach seiner Thronbesteigung steht die Sicherung und Ausweitung der spartanischen Hegemonie im Vordergrund, sowohl gegenüber anderen griechischen Poleis als auch gegenüber dem Perserreich, das nach dem Peloponnesischen Krieg wieder verstärkt in die griechischen Angelegenheiten eingreift. Um die griechischen Städte in Kleinasien vom persischen Großkönig zu lösen und Spartas Einfluss dort zu festigen, übernimmt Agesilaos von 396 bis 394 v. Chr. das Feldherrenamt im Krieg gegen Persien. Agesilaos führt ein Heer nach Kleinasien, dringt über Ephesos und Phrygien bis nach Sardes vor und erzielt dort militärische Erfolge, die den ionischen Küstenstädten zeitweilig die Lösung aus dem persischen Staatsverband ermöglichen. Er tritt dabei als König auf, der erstmals in der spartanischen Geschichte zugleich Land- und Seestreitkräfte in Asien kommandiert, und stärkt den Ruf Spartas als Führungsmacht der Griechen. Seine Unternehmung muss jedoch abgebrochen werden, als sich in Griechenland eine breite, von persischem Geld unterstützte Koalition gegen Sparta formiert, die einen neuen Krieg im Mutterland auslöst. | |||
*'''399:''' Agesilaos II.: Im Jahr 400 v. Chr. stirbt Agis II., und nach spartanischer Tradition soll eigentlich sein Sohn Leotychidas den Thron besteigen. Dessen Legitimität ist aber umstritten, weil Agis Leotychidas zeitweise als Sohn des athenischen Politikers Alkibiades betrachtet und ihn daher zurückweist, bevor er ihn kurz vor seinem Tod doch wieder anerkennt. Ein Teil der spartanischen Führung bezweifelt, dass Leotychidas wirklich aus königlichem Geblüt stammt, und im Machtkampf um die Nachfolge setzt sich schließlich Agesilaos durch, der als vollgültiger Sohn des Archidamos II. gilt und nun König von Sparta wird. - Im Inneren Spartas gewinnt Agesilaos durch seine konsequente Unterordnung unter Gesetze und Institutionen eine besondere Autorität. Er gibt sich als König, der den Ephoren gehorcht, sich der spartanischen Einfachheit verpflichtet und keine fremdländischen Luxusgewohnheiten übernimmt, obwohl er große Auslandskommandos geführt hat. Dieses Verhalten verschafft ihm einen Einfluss auf die spartanische Politik, wie ihn seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. kein König mehr erreicht, und lässt ihn nicht nur als Feldherr, sondern auch als Staatsmann hervortreten, der viele Entscheidungen des Gemeinwesens prägt. | |||
*'''443:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. Agesilaos] ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt. | |||
'''Bosporanisches Reich''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br /> | |||
*'''360:''' Fünf Jahre später, um 360 v. Chr., greift er Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Im Anschluss daran setzt er die Ausweitung seines Einflusses auf andere Regionen am Schwarzen Meer fort. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen. | |||
*[[-356#GRIECHEN | Fortsetzung 356]] | |||
*'''365:''' Um etwa 365 v. Chr. beginnt Leukon eine neue Belagerung von Theodosia, diesmal in eigener Regie als König. Er belagert die Stadt zweimal, wobei die erste Phase mit der erwähnten Niederlage gegenüber Tynnichos endet. | |||
*'''389:''' Leukon: Leukon I. wird um 410 v. Chr. oder früher als Sohn des bosporanischen Königs Satyrus I und Enkel von Spartokos I geboren, der die frühere griechische Archaianaktiden-Dynastie gewaltsam abgesetzt hat. Spartokos I ist thrakischer Herkunft und hat möglicherweise Verbindungen zur königlichen Dynastie der Odrysen. Leukon wächst in einem Reich auf, in dem sein Vater bereits Kriege gegen Nachbarn führt, insbesondere gegen die Ixomaten unter ihrer Königin Tirgatao. Leukon nimmt als junger Mann am Krieg seines Vaters gegen Tirgatao teil und erlebt, wie sein Bruder Metrodoros als Geisel getötet wird. Zu seinen griechischen Untertanen gilt Leukon formal nur als „Archon“, während ihn die einheimischen Stämme als König ansehen. Die Athener betrachten ihn trotz dieser Stellung als Tyrannen, sehen ihn aber zugleich als Freund Athens. Satyrus I führt einen Angriffskrieg gegen die griechische Stadt Theodosia, der mit einer erfolglosen Belagerung endet und bei dem er den Tod findet. Nach dem Tod des Vaters um 389 v. Chr. übernimmt Leukon gemeinsam mit seinem Bruder Gorgippos die Herrschaft über das Bosporanische Reich; Gorgippos richtet seinen Sitz auf der asiatischen Seite in der Stadt Gorgippia ein, die er nach sich benennt. Leukon führt zugleich die von seinem Vater begonnenen Kriege fort, unter anderem gegen Theodosia und Chersones mit dem Ziel, alle griechischen Kolonien am Bosporos einzugliedern. Kurz nach seinem Regierungsantritt greift Leukon Theodosia erneut an und beginnt eine erste eigene Belagerung, die jedoch scheitert, weil der von Herakleia Pontike entsandte Feldherr Tynnichos durch eine List mit zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Stadt entsetzt. Leukon erbt außerdem den Krieg gegen die Ixomaten, macht aber bald darauf mit seiner Bruder Gorgippos Frieden mit diesem Volk und richtet seine Aufmerksamkeit nun stärker nach Westen. In der Frühphase seiner Herrschaft hat er mit inneren Unruhen zu kämpfen, muss eine von Höflingen und sogar vertrauten Freunden angezettelte Verschwörung niederschlagen und stützt sich dabei auf die Unterstützung von Kaufleuten. Leukon heiratet irgendwann während seiner Regierungszeit eine Frau namens Theodosia, die vermutlich eine Tochter des einflussreichen Diplomaten Sopaios ist. Aus dieser Ehe gehen die Söhne Spartokos II, Apollonios und Paerisades I hervor, die später die Dynastie fortsetzen. Um seine Finanzpolitik zu stärken, führt Leukon eine halb-betrügerische Münzreform durch, bei der er alle Münzen einziehen lässt und zu neuen Stücken mit dem doppelten Nennwert umprägen lässt. In einem weiteren frühen Schritt zur inneren Sicherung entlässt Leukon gemäß dem Bericht des Aineas Taktikos alle Gardisten, die Spielschulden haben, da ihre Loyalität im Fall einer Belagerung fraglich erscheint. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass seine unmittelbare Leibwache nur aus unverschuldeten, verlässlichen Männern besteht. Parallel dazu setzt er seine Expansionspolitik gegen benachbarte griechische Städte fort. | |||
*'''389:''' Georgippos: Gorgippos ist Sohn des Satyros I. und gehört zur spartokidischen Dynastie des Bosporanischen Reiches. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder Leukon die Herrschaft über das Bosporanische Reich und regiert von 389 bis 349 v. Chr. als Mitkönig. Er richtet seinen Herrschersitz auf der asiatischen Seite des Reiches ein, in der Stadt Sindia, der Hauptstadt des Sindike‑Königreichs, und benennt sie nach sich selbst in Gorgippia um. Im Rahmen der bosporanischen Expansionskriege tritt Gorgippos als wichtige Figur hervor, nachdem er Mitregent geworden ist. Er beendet offenbar den Krieg, den sein Vater Satyrus I zuvor erfolglos gegen die Königin Tirgatao der Maeotier begonnen hat, die Satyrus in früheren diplomatischen Beziehungen mit Hekataios verletzt hat. Während seiner Regierungszeit liefert Gorgippos dem athenischen Redner Demosthenes jährlich tausend Scheffel Getreide, wie eine gegen Demosthenes gerichtete Rede behauptet. In derselben Rede gilt Gorgippos, zusammen mit Paerisades I und Satyrus I, als einer der „verhassten Tyrannen“, denen Demosthenes wegen der Beziehung seines Großvaters zu den Spartokiden Statuen in Athen errichtet hat. Gorgippos hat eine Tochter namens Komosarye, die möglicherweise sindischer Herkunft ist. Komosarye heiratet ihren Cousin Paerisades, den Sohn Leukons, der später selbst Herrscher des Bosporanischen Reiches wird. | |||
*'''389:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Satyrus_I König Satyros I. (432-389)] | |||
'''Bithynien''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br /> | |||
*'''378:''' Bas, 397 oder 396 als Sohn des bithynischen Herrschers Boteiras geboren, übernimmt 378/377 die Herrschaft über Bithynien, vermutlich noch in lockerer Abhängigkeit vom Perserreich. [[-334#GRIECHEN | Fortsetzung 334]] | |||
'''Salamis''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_II König Euagoras II. (361–351)] <br /> | |||
*'''361:''' Euagoras II. ist König des griechischen Stadtstaats Salamis auf Zypern und später Satrap für das Achämenidenreich in Phönizien. Euagoras ist möglicherweise der Sohn seines Vorgängers Nikokles und der Enkel von Evagoras I. Als König von Salamis verfolgt Evagoras einen ausgesprochen pro-persischen Kurs. [https://en.wikipedia.org/wiki/Nicocles_of_Salamis König Nikokles (374/373–361)] [[-351#GRIECHEN | Fortsetzung 351]] | |||
==ODRYSEN== | |||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Amadocus_II König Amadokos II. (360-351)] <br /> | |||
*'''360:''' Amadokos II. ist ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch [https://shak.journals.ekb.eg/article_300194_a657de986d94fc25d89af85f958e24c3.pdf shak.journals.ekb)] [https://en.wikipedia.org/wiki/Cotys_I_(Odrysian) König Kotys I. (384–360)] [[-351#ODRYSEN | Fortsetzung 351]] | |||
==ACHÄMENIDENREICH== | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_II. Großkönig Artaxerxes II. (404–358)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ariamnes Satrap Ariamnes (Kappadokien, 362-350)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br /> | |||
*'''361:''' Nach dem Ende der Satrapenrevolte 362/361 behält Mausolos sein Amt, im Gegensatz zu offeneren Rebellen wie Datames oder Ariobarzanes, und wird sogar dadurch belohnt, dass ihm Lykien zur Verwaltung übertragen wird. Zwischen etwa 362 und 353 geht die Herrschaft über Lykien endgültig von Autophradates auf Mausolos über, sodass Karien und Lykien nun in seiner Person vereint sind. In dieser späten Regierungsphase prägen die Lykier keine eigenen Münzen mehr; stattdessen zirkulieren Münzen des Mausolos und seiner Nachfolger, während ein von Mausolos eingesetzter Stellvertreter (Hyparch) und später unter Pixodaros bezeugte Garnisonskommandanten die Kontrolle sichern. Ebenfalls in die 360er Jahre fällt der Ausbau der neuen Hauptstadt Halikarnassos zu einer stark hellenisch geprägten Stadt mit Theater, Agora, ausgedehnten Mauern und Hafenbefestigungen, die zum Hauptstützpunkt der hekatomnidischen Flotte werden. Mausolos und Artemisia lassen auf der Landzunge von Zephyrion einen Palast neben dem älteren Apollon-Tempel errichten; zugleich inspiriert wahrscheinlich das Vorbild der Synoikie von Rhodos (um 408) die großangelegte Umsiedlungspolitik in Halikarnassos. Kurz nach Halikarnassos erfährt auch die Insel Kos eine Synoikie, die möglicherweise politisch durch Mausolos und später Idrieus beeinflusst wird; außerdem werden Städte wie Latmos (später Herakleia am Latmos), Knidos und vielleicht Priene verlegt oder neu gegründet. Parallel dazu investieren Mausolos und seine Familie stark in ländliche Heiligtümer wie Amyzon, Labraunda und Sinuri in den karischen Bergen, wo jährliche Prozessionen zu neu errichteten monumentalen Tempeln stattfinden. Besonders Labraunda entwickelt sich durch die regelmäßige Prozession von Mylasa aus zu einem Zentrum des hekatomnidischen Königskults, in den auch der Bruder Idrieus eingebunden ist. In all diesen Bauten setzt sich der Stil der sogenannten Ionischen Renaissance durch, eine Mischform aus kleinasiatischen und griechischen Elementen, die später in der frühen hellenistischen Zeit etwa in Priene fortwirkt. In den 360er Jahren entsteht zugleich das Bild des Mausolos als despotischer und finanzhungriger Herrscher in griechischen Quellen. Die pseudo-aristotelische Schrift "Ökonomik" überliefert Anekdoten, nach denen Mausolos etwa die Eliten von Mylasa mit einer erfundenen Bedrohung durch Artaxerxes II. zur Finanzierung von Stadtmauern veranlasst, die er nie bauen lässt, und so ihr Geld einbehält. Der gleiche Text berichtet, Mausolos’ Stellvertreter Kondalos erfinde eine Forderung des Großkönigs nach Pferdehaar-Perücken und zwinge so die Lyker, entweder ihre Haare zu opfern oder sich freizukaufen, wobei das Geld bei den karischen Herrschern bleibt. Schon 367/366 kommt es in Mylasa zu einem vereitelten Anschlagsplan gegen Mausolos während einer Prozession, was seine umstrittene Herrschaft zeigt. 361/360 lässt Mausolos in Mylasa mehrere Brüder bestrafen, die planen, eine Statue seines Vaters Hekatomnos zu schänden, während dieselben Männer in Iasos durch die Stadt mit Ehren (Proxenie) bedacht werden, was auf Spannungen mit der lokalen Elite hindeutet. In den 360er Jahren verurteilt Iasos zugleich weitere Verschwörer gegen Mausolos und versteigert ihr Eigentum, womit Widerstand und Repression eng miteinander verflochten sind. | |||
*[[-361#ACHÄMENIDENREICH | Fortsetzung 361]] | |||
*'''362:''' Ariamnes I ist der Sohn des Satrapen Datames, der Kappadokien in den Jahren 385–362 v. Chr. regiert. Nach dem Ende der Herrschaft seines Vaters übernimmt Ariamnes im Jahr 362 v. Chr. das Amt des Satrapen von Kappadokien. Ariamnes regiert nun Kappadokien als Satrap unter persischer Oberherrschaft im Zeitraum von 362–350 v. Chr. Während dieser Zeit ist er der Vater von Ariarathes I und von dessen Bruder Orophernes (auch Holophernes genannt). [https://en.wikipedia.org/wiki/Datames Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)] | |||
*'''366:''' Mausolos: In den 360er Jahren beteiligt sich Mausolos an der "Revolte der Satrapen", einer vielgestaltigen Serie von Aufständen westlicher Satrapen gegen Artaxerxes II., die nicht koordiniert verläuft. Diodor zählt Mausolos unter die Satrapen, die zeitweilig gegen Artaxerxes II. rebellieren, neben Tachos von Ägypten, Ariobarzanes von Hellespont-Phrygien, Orontes von Mysien, Autophradates von Lydien und weiteren Gruppen in Anatolien und Phönizien. Gleichzeitig tritt Mausolos aber überwiegend als Helfer des Großkönigs auf und führt 366 gemeinsam mit Autophradates auf Befehl des Artaxerxes die Belagerung von Adramyttion gegen den geflohenen Ariobarzanes, bricht diese Belagerung jedoch nach Einflussnahme des spartanischen Königs Agesilaos II. ab. | |||
*'''370:''' Artaxerxes II.: Im Osten des Reiches erhebt sich das Volk der Kadusier, gegen das Artaxerxes persönlich ins Feld zieht, um den Aufstand niederzuschlagen. Gleichzeitig vertieft sich im Westen die Krise: Der Vertrauensverlust gegenüber Datames trägt dazu bei, dass dieser um 370 v. Chr. einen Aufstand entfacht, der in der älteren Forschung als „großer Satrapenaufstand“ gilt, dessen tatsächliche Ausdehnung heute aber als geringer eingeschätzt wird. Mehrere Satrapen, vor allem Maussollos in Karien, nutzen die Schwäche des Zentrums und regieren in der Praxis weitgehend unabhängig vom Großkönig. In Griechenland entsteht dadurch das Bild eines schwachen Artaxerxes, dessen Macht beschnitten ist, wodurch Athen und Theben ihre Position stärken und letztlich die spartanische Vorherrschaft in den Schlachten von Leuktra und Mantineia brechen können. Artaxerxes ist inzwischen ein alter Mann und überlässt die Kontrolle an der Westgrenze weitgehend den dortigen Satrapen, die stark aus Eigeninteresse handeln. Die aus griechischer Sicht häufige Darstellung eines schwachen und machtlosen Herrschers kontrastiert mit dem Faktum, dass er trotz dieser Krisen eine der längsten und – im Ergebnis – stabilsten Regierungszeiten der Achämeniden besitzt. | |||
*'''375:''' Artaxerxes II.: Nachdem die Westgrenze durch den Königsfrieden konsolidiert scheint, richtet Artaxerxes seinen Blick auf das verlorene Ägypten, dessen Rückgewinnung für ihn höchste Priorität hat. Um 375 v. Chr. setzt er Datames, den Satrapen von Kilikien, als Oberbefehlshaber einer persischen Streitmacht ein, die Ägypten zurückerobern soll. Da Datames in Kleinasien seine eigene Macht stark ausweitet, wächst das Misstrauen des Großkönigs, und Artaxerxes entzieht ihm schließlich das Kommando über den Ägyptenfeldzug. Statt Datames beauftragt er Pharnabazos und den athenischen Feldherrn Iphikrates mit der Führung des Unternehmens, doch der Feldzug scheitert am erbitterten Widerstand der Ägypter, die sich auf griechische Hilfstruppen stützen, was für Artaxerxes einen schweren Rückschlag bedeutet. | |||
*'''377:''' Mausolos ist der älteste Sohn des Karers Hekatomnos, der kurz nach dem Tod des Tissaphernes um 395–392 zum Satrapen von Karien im Achämenidenreich aufsteigt und damit die Dynastie der Hekatomniden begründet. Zwischen den frühen 370er Jahren und 377 teilt Mausolos möglicherweise bereits faktisch die Herrschaft über Karien mit seinem Vater; beide erscheinen gemeinsam auf dem Sarkophag des Hekatomnos und in einer Statuengruppe aus Kaunos. Nach dem Tod des Hekatomnos 377/376 übernimmt Mausolos offiziell das Satrapenamt in Karien. Früh in seiner Regierungszeit heiratet Mausolos seine Schwester Artemisia II. und bildet mit ihr ein Herrscherpaar ohne Kinder, was als symbolische Geschwisterehe gedeutet wird. Obwohl nur Mausolos formell Satrap genannt wird, übt Artemisia zugleich politische Autorität als gemeinsame Dynastin aus. Etwa in dieselbe frühe Phase fällt der Entschluss, die Hauptstadt von Mylasa nach Halikarnassos zu verlegen, wo Mausolos die Stadt auf einem neuen Rasterplan wiedergründet und durch Zusammenlegung umliegender karischer Dörfer (Theangela, Sibde, Medmasa, Euralium, Pedasos, Telmissos) stark vergrößert. Nach dem Korinthischen Krieg und dem Königsfrieden von Antalkidas 387 der die kleinasiatischen Griechenstädte den persischen Satrapen zuweist und zugleich die Autonomie der griechischen Inseln garantiert, wächst der Einfluss der Satrapen im Westen des Reiches. In den 370er und frühen 360er Jahren dominiert der Dynast Perikles von Limyra zeitweise ein unabhängiges Lykien und stellt sich offen gegen persische Herrschaft, wodurch er Teil der später sogenannten Satrapenrevolte ist. Diese eigenständige lykische Herrschaft endet um 362, als Autophradates von Lydien Lykien wieder für den Großkönig unterwirft und sich dort kurzzeitig selbst als König und Satrap einsetzt. | |||
*'''387:''' Artaxerxes II.: Als Sparta auf dem griechischen Festland militärisch die Oberhand zurückgewinnt, sich aber gegen die persischen Kräfte nicht durchsetzen kann, wird 387 v. Chr. in Sardes der sogenannte Königsfrieden ausgehandelt, dessen Bestimmungen Artaxerxes im Folgejahr allen griechischen Parteien verkünden lässt. Der Vertrag, den der spartanische Unterhändler Antalkidas mit ausgehandelt hat, legt fest, dass die Städte in Kleinasien sowie Klazomenai und Zypern dem Großkönig gehören, während die übrigen griechischen Städte – mit Ausnahme der athenischen Kleruchien Lemnos, Imbros und Skyros – autonom sein sollen. Artaxerxes tritt als Garant des Friedens auf und droht jedem, der den Vertrag nicht annimmt, Krieg zu Lande und zur See mit Schiffen und Geld an, wobei Sparta praktisch als Vollstrecker seiner Politik fungiert und für einige Jahre noch einmal als Hegemon bestätigt wird. | |||
*'''399:''' Artaxerxes II.: In den Jahren unmittelbar nach dem Bruderkrieg kommt es zu einer neuen Konfrontation mit Sparta, dessen Politik eng mit Kyros verbunden gewesen war. Mehrere griechische Städte in Kleinasien, die zuvor die gleiche Linie verfolgt hatten, sehen sich durch die Politik des neuen persischen Generalgouverneurs Tissaphernes bedroht und wenden sich Hilfe suchend an Sparta. Sparta reagiert mit einem Feldzug: Von 399 bis 394 v. Chr. zieht sich der Kampf hin, bis die Spartaner sich zurückziehen müssen, nachdem die persische Flotte unter dem aus Athen stammenden Nauarchen Konon mehrfach siegt und schließlich sogar die spartanische Hegemonie in Griechenland selbst in Frage stellt. Artaxerxes misst den Entwicklungen im Ägäisraum deutlich mehr Gewicht bei als seine Vorgänger und nutzt die Seemacht seines Reiches, um Sparta zu schwächen. Im sogenannten Korinthischen Krieg von 399 bis 386 v. Chr. verbündet sich Artaxerxes mit Athen und Theben gegen Sparta und unterstützt seine Verbündeten finanziell und militärisch. | |||
*'''401:''' Artaxerxes II.: Kyros, der sich mit dem Thronverlust in Ägypten nicht abfindet, beginnt in Kleinasien, Truppen zu sammeln, darunter mehrere tausend griechische Söldner, und plant im Frühjahr 401 v. Chr. einen Feldzug gegen seinen Bruder. Als Vorwand dient Kyros der angebliche Zug zur Niederschlagung eines Aufstands in Kleinasien; tatsächlich marschiert er von Sardes aus nach Osten und zählt auf die Unterstützung Spartas, das ihm wegen seiner Hilfe im Peloponnesischen Krieg dankbar ist und Schiffe in Aussicht stellt. Unter den Griechen im Heer des Kyros befindet sich auch Xenophon, dessen Werk Anabasis die Ereignisse des Feldzuges und insbesondere den Rückzug der Griechen später detailliert schildert. Der Satrap Tissaphernes warnt Artaxerxes rechtzeitig vor der Rebellion, sodass der Großkönig Truppen sammeln kann und es im Herbst 401 v. Chr. in Babylonien bei Kunaxa zur Entscheidungsschlacht kommt. Kyros’ Truppen scheinen anfangs zu siegen, doch Kyros unternimmt einen waghalsigen Angriff, um seinen Bruder persönlich zu töten, wird dabei schwer verwundet und stirbt kurz darauf, womit der Aufstand zusammenbricht. Die griechischen Söldner, die auf dem Schlachtfeld militärisch erfolgreich sind, geraten nun in die feindliche Tiefe und müssen sich, wie Xenophon berichtet, unter wechselnden Angriffen persischer Statthalter, aber ohne entscheidende Verluste, mühsam nach Griechenland durchschlagen. Nach dem Sieg lässt Artaxerxes die engsten Anhänger des Kyros bestrafen, während er loyale Würdenträger reich belohnt und damit seine Herrschaft im Inneren rasch wieder stabilisiert. | |||
*'''404:''' Artaxerxes II.: Als Dareios im Winter 405/404 v. Chr. im Sterben liegt, bemüht sich Parysatis, ihren Lieblingssohn Kyros nach dem Recht der Purpurgeburt zum Thronfolger zu machen, doch Dareios lehnt dies ab. Er bestimmt den erstgeborenen Arsakes zum Nachfolger, lässt Kyros aber seine Stellung als Satrap von Lydien und Oberbefehlshaber (karanos) in Kleinasien behalten. Nach babylonischen Quellen beginnt das erste Regierungsjahr des Artaxerxes offiziell am 1. Nisannu (8. April) 404 v. Chr., sodass er nach dem Tod Dareios’ II. in Pasargadai als Artaxerxes II. zum Großkönig gekrönt wird. Unmittelbar nach der Thronbesteigung des Artaxerxes verliert das Perserreich 404 v. Chr. Ägypten nach längeren Unruhen und Kämpfen, was die innere Lage zusätzlich belastet. [http://de.wikipedia.org/wiki/Dareios_II. Großkönig Dareios II. (423–404)] | |||
*'''404:''' Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet. | |||
*'''405:''' Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt. | |||
*'''453:''' Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen. | |||
==ÄGYPTEN== | |||
Spätzeit, 30. Dynastie | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos Pharao Tachos (360-359)] <br />Im 46. Regierungsjahr des Artaxerxes II., beginnt Tachos nun selbst aktiv einen Angriff auf das Perserreich, nachdem die bisherigen Satrapenaufstände nicht den erhofften Erfolg erbracht haben. Babylonische Quellen verorten den Angriff in ein Schaltjahr des babylonischen Kalenders, in dem der Schaltmonat Addaru II am 23. März und der Monat Nisannu am 22. April beginnen. Die ägyptische Armee marschiert in die Richtung Syrien‑Phönizien, während der athenische Stratege Chabrias mit der Flotte seewärts vorgeht und Nektanebos (II.) mit den einheimischen Machimoi‑Truppen über Land in die Region Chor vorrückt, um dort mit dem Hauptheer zusammenzutreffen. Tachos beansprucht für sich – wie traditionell üblich – den Oberbefehl über alle Truppen, was Agesilaos enttäuscht, der sich selbst im Hauptkommando sieht, aber zunächst die Führung nur über die griechischen Kontingente akzeptiert. Während die Armee nahe Phönizien lagert, nutzt Tjaihepimu, der Bruder von Tachos und Statthalter in Ägypten, die Abwesenheit des Königs. Mit Zustimmung der Priester lässt er seinen Sohn Nektanebos II. zum neuen Pharao ausrufen und stellt ihn damit in offenen Gegensatz zu Tachos. Agesilaos nimmt das Angebot an, die Seite zu wechseln und Nektanebos II. zu unterstützen, während Chabrias vertragstreu bei Tachos bleibt, bis dieser flieht. Die Gründe für den inneren Aufstand sind aus den Quellen nicht eindeutig zu entnehmen. Möglich sind Unzufriedenheit der Priesterschaft mit der Abgabenpolitik, der Druck auf die unteren Bevölkerungsschichten durch neue Steuern oder Unmut über Verluste im Feldzug gegen Persien. Zusätzlich könnte der persische Prinz Ochos mit Gegenoffensiven das militärische Blatt gegen Tachos wenden und so Tjaihepimu den Entschluss erleichtern, die Macht an seinen Sohn zu ziehen. <br />Die antiken Autoren stimmen darin überein, dass Tachos durch eine erfolgreiche Rebellion gestürzt wird, aber sie weichen in den Details erheblich voneinander ab. ''Xenophon'' schildert, wie Tachos, von Desertionen in seinem Heer getroffen, nach Sidon in ein phönizisches Exil flieht, während die gespaltene Armee zwischen ihm und dem Gegenkönig wählen muss. Agesilaos entscheidet sich dort für den ägyptischen Herrscher, den er für einen verlässlichen Verbündeten Spartas hält, hilft ihm gegen seinen Rivalen und verhilft diesem, der große Geldsummen für Sparta bereitstellt, zum Thron. ''Cornelius Nepos'' erwähnt den Feldzug selbst kaum, berichtet aber, dass der betagte Agesilaos zu Tachos nach Ägypten zieht, Geschenke großenteils zurückweist und schließlich Ägypten mit 220 Talenten verlässt, die König Nektanabis ihm schenkt. Auf dem Rückweg stirbt Agesilaos im Menelaos‑Hafen zwischen Kyrene und Ägypten und sein Leichnam wird nach Sparta überführt. ''Diodor'' zeichnet ein anderes Bild: Tachos zieht mit 10'000 ausgewählten griechischen Söldnern und 80'000 ägyptischen Infanteristen aus, obwohl Agesilaos ihm rät, selbst in Ägypten zu bleiben und nur seine Feldherren kämpfen zu lassen. Während der Belagerung "syrischer Städte" rebelliert in Ägypten ein General, den die Forschung mit Tjaihepimu identifiziert, und sein Sohn Nektanebos übernimmt durch Bestechungen und Geschenke das Oberkommando über das Heer. Nektanebos zieht mit diesen Truppen nach Ägypten zurück, um das Land zu erobern, während Tachos über Arabien zum Hof des Artaxerxes II. reist, sich entschuldigt und von diesem als General zur Rückeroberung Ägyptens eingesetzt wird. Gemäss Diodor stirbt Artaxerxes II. kurz darauf, Nektanebos sammelt unter Artaxerxes III. in Syrien eine Armee von über 100'000 Mann und fordert Tachos zum Entscheidungskampf um die Königswürde heraus. Nachdem Tachos den Rat des Agesilaos ignoriert und sich in eine befestigte Stadt zurückzieht, schlägt Agesilaos bei einem nächtlichen Ausfall die Truppen des Nektanebos II., Tachos behält den Thron und beschenkt Agesilaos reich. Diese Version widerspricht allerdings anderen Traditionen, die von einem definitiven Sturz des Tachos sprechen, und wird von der Forschung wegen zahlreicher Widersprüche und Anachronismen kritisch beurteilt. ''Plutarch'' wiederum berichtet, dass Tachos und Nektanebos II. zunächst gemeinsam am Feldzug teilnehmen und Agesilaos Tachos als hochmütig und eitel empfindet. Nektanebos II., als Cousin des Tachos bezeichnet, fällt mit seinem Heer ab, nachdem er in Ägypten zum König ausgerufen ist, und wirbt Agesilaos durch Geschenke für einen Seitenwechsel, während Chabrias bei Tachos bleibt. Plutarch schildert anschließend, ähnlich wie Diodor, einen weiteren Krieg, in dem eine große Armee von etwa 100'000 Mann – diesmal unter einem König aus Mendes – Nektanebos bedroht, dieser aber, wiederum dank eines Ausfalls des Agesilaos aus einer belagerten Stadt, seinen Thron retten kann. Die antiken Berichte über Tachos erweisen sich insgesamt als tendenziös und widersprüchlich. Diodor verharmlost oder verzerrt anti‑persische Vorgänge, verherrlicht griechische Feldherren und Söldner und liefert unklare geographische Begriffe wie "Syrien‑Phönizien", die archäologisch kaum zu zerstörten Städten passen. Xenophon verfasst ein Lobschrift auf Agesilaos, während andere zeitgenössische Informationen fehlen, sodass die tatsächliche Abfolge der Ereignisse nur annähernd zu rekonstruieren ist. Eine spätere exegetische Ergänzung der ''demotischen Chronik'' formuliert rückblickend eine Orakelaussage, wonach ein Pharao nach Syrien‑Palästina zieht und während seiner Abwesenheit „im Tausch“ gegen einen anderen Pharao ersetzt wird. Ob dieses Orakel konkret auf die Absetzung von Tachos zielt oder allgemeiner die Gefahr der Abwesenheit des Königs illustriert, lässt sich nicht sicher entscheiden, zumal auch Nektanebos II. am Ende seiner Herrschaft aus Ägypten flieht. Der weitere Lebensweg und der Tod von Tachos bleiben im Dunkeln. Wahrscheinlich flieht er zunächst zum phönizischen Fürsten Straton von Sidon und sucht später am Hof von Artaxerxes II. oder Artaxerxes III. Asyl, doch die Quellen sind bruchstückhaft. Eine autobiographische Inschrift des Priesters Wennefer, der an einem Feldzug gegen die Perser in Phönizien teilnimmt, verweist eventuell auf Kontakte zum persischen Königshof, doch ist unklar, ob Wennefer gemeinsam mit Tachos reist oder unabhängig von ihm wirkt. Archäologisch bleiben Tachos’ Spuren spärlich: Nachweise gibt es in Form einer Kapelle und Restaurierungsinschriften im Chons‑Tempel in Karnak, Fragmenten eines Naos, Inschriften aus Athribis, Tanis, Tura, einem Steinblock aus Matarije, einer Schale aus Memphis, einem Topfdeckel und seinen Münzen. Grab, Sarkophag oder Mumie des Tachos sind bislang nicht gefunden, sodass sein Ende weiterhin offen bleibt. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_II. '''Pharao Nektanebos II. (359-341)'''] <br />Nektanebos II. besteigt den Thron und ist damit der dritte und letzte Herrscher der 30. Dynastie. Zu Beginn seiner Regierungszeit leitet Nektanebos in Memphis die Bestattungszeremonie eines Apis-Stieres und lässt an den östlichen und westlichen Apis-Tempeln neue Reliefdekorationen anbringen. Er errichtet unter anderem einen Tempel des Khnum auf der Insel Abu (Elephantine) und einen Amun-Tempel in Sekhtam und stiftet ein Diorit-Naos für Anhur-Schu, dessen Fragment in Tjebnutjer gefunden wird. Unter seiner Herrschaft gewinnt der Buchis-Kult stark an Popularität, und er erlässt ein Dekret, das Steinbrucharbeiten in den "Geheimnisvollen Bergen" bei Abydos verbietet. <br />Nektanebos entfaltet eine sehr umfangreiche Bautätigkeit im ganzen Land, die an das Niveau großer Könige des Neuen Reiches heranreicht. Sein Name erscheint an zahlreichen bedeutenden Kultorten wie Heliopolis, Athribis und Bubastis, während er in seinem Heimatgebiet Sebennytos und am heutigen Behbeit el-Hagar besonders intensiv baut. Die Reliefs der Tempel von Sebennytos prägen später deutlich den Stil der ptolemäischen Kunst. Seine starke religiöse Bautätigkeit dient neben persönlicher Frömmigkeit wahrscheinlich auch dazu, seine Stellung als Usurpator durch religiöse Legitimation zu festigen. | |||
*[[-351#ÄGYPTEN | Fortsetzung 351]] | |||
*'''360:''' Zu Beginn des Jahres 360 v. Chr. bereitet Teos, Vorgänger und Onkel Nectanebos, einen großen Angriffskrieg gegen äußere Feinde vor und sammelt Heer und Flotte entlang der Mittelmeerküste. [http://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_II. Nectanebos] begleitet Teos auf diesem Feldzug und führt dabei die ägyptischen machimoi-Truppen. Teos finanziert den Krieg, indem er neue Steuern erhebt und Tempelbesitz beschlagnahmt, was besonders die Priesterschaft empört und Nectanebo ihre Unterstützung zuführt. Teos ruft Agesilaos von Sparta und Chabrias aus Athen zu Hilfe, doch Agesilaos weigert sich, gegen Ägypter zu kämpfen, und Chabrias kehrt mit seinen Söldnern nach Athen zurück. Teos flieht daraufhin an den persischen Hof und stirbt später dort eines natürlichen Todes. In Ägypten tritt nun ein Thronprätendent aus Mendes auf, der sich zum Pharao ausruft und vermutlich aus der Familie des früheren Königs Nepherites I. stammt. Der Usurpator versucht, Agesilaos auf seine Seite zu ziehen, doch dieser bleibt aus Furcht, als Verräter zu gelten, Nectanebo treu. Im Nildelta geraten Nectanebo und Agesilaos in einer Stadt in eine Belagerung durch die zahlenmäßig überlegenen Anhänger des Prätendenten, können aber im Herbst 360 v. Chr. den Aufstand militärisch niederschlagen. | |||
*'''360:''' Tachos: Nach dem Tod von Nektanebos I. im Jahr 360 v. Chr. wird Tachos vollgültiger Pharao der 30. Dynastie. Die Krönung fällt in ein Jahr mit einer beobachteten Mondfinsternis, die zur Datierung der Herrschaftsfolge herangezogen wird. Zu Beginn seiner Alleinherrschaft setzt Tachos die anti‑persische Politik seines Vaters fort, die in der Unterstützung kleinasiatischer Satrapenaufstände gegen den Großkönig Artaxerxes II. besteht. So erhält der Satrapenvertreter Rheomithres 500 Talente Silber und 50 Kriegsschiffe, obwohl er später eidbrüchig wird und diese Ressourcen samt Schiffen an die Perser ausliefert. Um diese Politik zu finanzieren, betreibt Tachos eine harte Finanzpolitik: Er lässt weitere Tempelschätze verkaufen und reduziert auf Rat des Griechen Chabrias die Einkünfte der Tempel und Priester auf ein Zehntel. Zugleich weitet er das von Nektanebos I. erlassene Naukratis‑Dekret auf alle Schiffahrt und sämtliche ägyptischen Waren aus, sodass Abgaben, die zuvor etwa dem Neith‑Tempel in Sais zufließen, nun in die königliche Kasse gehen. Um etwa 360 v. Chr. führt Tachos den Goldstater als erste altägyptische Münze ein, um vor allem die zahlreichen Söldner für den geplanten Persienfeldzug in barer Münze entlohnen zu können. Damit legt er den Grundstein für eine eigentliche Münzwährung in Ägypten. Trotz Unmut im Klerus hofft er, die Priester durch spätere Kriegsbeute wieder zu besänftigen. - Tachos verfolgt früh den Plan, die Schwäche des Perserreiches auszunutzen und knüpft damit an die Tradition der syrisch‑palästinischen Feldzüge der Thutmosiden an. Zunächst unterstützt er Aufstände in Phönizien und Kleinasien vor allem finanziell und beobachtet die Lage, bevor er eigene Truppen entsendet. Er verhandelt erfolgreich mit Maussolos von Karien, der die Satrapenaufstände bereits seit etwa 362 v. Chr. unterstützt, und gewinnt den spartanischen König Agesilaos durch großzügige finanzielle Zusagen für ein Bündnis. Athen wahrt offiziell die Nähe zu Persien, gestattet aber Chabrias, auf eigene Rechnung in ägyptische Dienste zu treten. Nach Diodor stellt Tachos ein Heer von rund 100.000 Mann auf, davon 20.000 Griechen, unter ihnen 10.000 Söldner, und etwa 80.000 ägyptische Soldaten. Agesilaos führt 1.000 Hopliten aus Sparta, die nach der zweiten Schlacht von Mantineia angeworben sind, in den ägyptischen Dienst. Parallel dazu übernimmt Chabrias das Kommando über eine Flotte von ungefähr 200 gut ausgerüsteten Schiffen, die aus größeren Trieren und schnellen Galeeren mit je etwa 30 Ruderern bestehen. | |||
*'''363:''' Tachos: http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos Tachos] stammt aus einer eingewanderten libyschen Familie aus Sebennytos im Nildelta, aus der auch sein Vater Nektanebos I. und sein gleichnamiger Großvater hervorgehen. Der Großvater dient spätestens unter Nepherites II. als General und ist sehr wahrscheinlich am Sturz dieses mendesischen Königs beteiligt, was den Machtaufstieg der Familie einleitet. Nektanebos I. gelangt mit Hilfe des athenischen Feldherrn Chabrias auf den Thron, der schon unter König Hakor die Beziehungen zwischen Ägypten und Athen berät. Über die Mutter von Tachos herrscht Unsicherheit: Udjaschu kann entweder Mutter oder Ehefrau von Nektanebos I. sein, daneben kommt die Griechin Ptolemais, vielleicht eine Tochter des Chabrias, als Gemahlin in Frage. Sicher ist nur, dass Tachos mindestens einen Bruder hat, den General Tjaihepimu, der später eine Schlüsselrolle beim Sturz von Tachos spielt. Nektanebos I. bereitet aufgrund seines Alters frühzeitig eine geordnete Nachfolge vor und ernennt seinen Sohn Tachos um 363/362 v. Chr. zum Mitregenten. Während dieser Doppelherrschaft ist Tachos offenbar vor allem für die finanziellen Angelegenheiten des Reiches zuständig, was die demotische Chronik kritisiert und Nektanebos I. als „gierigen Pharao“ verurteilt. Diese Kritik zielt implizit auch auf Tachos, der als einziger Herrscher der demotischen Chronik gleichzeitig die Titel „König“ und „Pharao“ trägt. | |||
==KUSCH== | |||
*'''369:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Harsiotef König Harsiotef (404-369)] | |||
==KARTHAGO== | |||
*beim nächsten Eintrag [[-350#KARTHAGO | Fortsetzung 350]] | |||
==INDIEN== | |||
'''Anuradhapura''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mutasiva König Mutasiva (367–307)] <br /> | |||
*'''367:''' Mutasiva ist König des Königreichs Anuradhapura in Sri Lanka, dessen Hauptstadt Anuradhapura ist. Er ist der Sohn von König Pandukabhaya. Bis 307 regiert er sechzig Jahre lang. Seine Regierungszeit ist von einem ununterbrochenen Frieden im Land geprägt. Während seiner Herrschaft ist den Menschen die Existenz der Perlen vor der Küste von Ceylon bekannt. Sie kennen acht verschiedene Perlensorten und betreiben den Abbau von Edelsteinen. In dieser Zeit lässt Mutasiva den Mahamevnāwa-Park in Anuradhapura anlegen, der als der größte und schönste Park im alten Lanka gilt. Er ist auch der erste König, der einen Park errichten lässt. Mutasiva hat zehn Söhne, von denen einige – Devanampiya Tissa, Uttiya, Mahasiva, Suratissa und Asela – ihm als Könige nachfolgen. [[-307#INDIEN | Fortsetzung 307]] | |||
*'''367:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pandukabhaya König Pandukabhaya (437–367)] | |||
==CHINA== | |||
Zeit der Streitenden Reiche <br />(38./39. Zyklus, Jahr des Wasser-Hundes; am Beginn des Jahres Metall-Hahn) | |||
'''Qin''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xiao_of_Qin Herzog Xiao (361-338)] <br /> | |||
*'''361:''' 361 v. Chr. stirbt Herzog Xian nach 24 Regierungsjahren, und sein 21‑jähriger Sohn Ying Quliang besteigt als Herzog Xiao von Qin den Thron. Zu dieser Zeit sind die sechs Großmächte der Streitenden Reiche bereits ausgebildet, das Zhou‑Königtum ist geschwächt, Wei hält weiterhin die frühere Hexi‑Region Qin, und Qin gilt, im fernen Westen isoliert, als „barbarischer“ Randstaat. Herzog Xiao will die Hegemonie seines Ahnherrn Herzog Mu wiederherstellen und erlässt einen berühmten öffentlichen Aufruf, in dem er fähige Männer auffordert, Strategien zur Stärkung Qins vorzulegen, und ihnen hohe Ämter sowie Land in Aussicht stellt. Im selben Jahr führt er zwei Feldzüge: nach Osten zur Belagerung der Stadt Shan (bei heutigem Hancheng) und nach Westen gegen die Westlichen Rong, wobei der Rong‑König Gua getötet wird; Zhao und Han nutzen den Herrscherwechsel und greifen Qin gemeinsam an. In diese Situation fällt der Aufruf auch in andere Staaten; der aus Wei stammende Rechtsgelehrte Wei Yang, später Shang Yang genannt, erfährt davon. Shang Yang dient zunächst als Mitarbeiter des Premierministers Gongshu Cuo in Wei und reist nach dessen Tod mit dem Gesetzeswerk „Kanon des Rechts“ nach Qin. Er wird durch den Günstling Jing Jian bei Herzog Xiao eingeführt und hält nacheinander mehrere Audienzen: zuerst vertritt er den „Weg des Kaisers“ (dao der Heiligen Könige), dann den „Weg des Königs“ (herrschen durch Wohlwollen), erreicht aber keine Zustimmung. In einer weiteren Audienz spricht er vom „Weg des Hegemons“ und erkennt zugleich, dass der Herzog schnelle, praktische Erfolge in seiner eigenen Lebenszeit anstrebt. In einer vierten, sehr langen Unterredung legt Shang Yang schließlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Staat und Finanzen vor, und Herzog Xiao ist so vertieft, dass er unbewusst näher zu ihm rückt; sie diskutieren tagelang ohne Ermüdung. Auf dieser Grundlage entwerfen sie Reformpläne, die trotz heftiger Opposition konservativer Adliger von Herzog Xiao voll unterstützt und schrittweise umgesetzt werden. Bereits 359 v. Chr. erlässt der Herzog auf Shang Yangs Drängen das „Landurbar‑Edikt“ (Ken-cao-Ling), das als Auftakt zur großen Reform gilt und vor allem die Landwirtschaft fördern, den Handel eindämmen, Adlige zur Feldarbeit heranziehen, Steuern vereinheitlichen und die Vorrangstellung der Landwirtschaft im Wertesystem verankern soll. | |||
*[[-361#CHINA | Fortsetzung 361]] | |||
*'''366:''' Im Jahr 366 v. Chr. besiegt Qin unter dem künftigen Herzog Xian ein Bündnis aus Han und Wei in der Schlacht von Shimen; Soldaten werden nach der Zahl abgeschlagener Feindköpfe befördert, und Qin entreißt Wei weiteres Land. | |||
*'''382:''' Herzog Xiao von Qin (persönlicher Name Ying Quliang) wird am 6. Dezember 382 v. Chr. im 4. Regierungsjahr seines Vaters Herzog Xian geboren. | |||
'''Zhou''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xian_of_Zhou König Xian (368–321)] <br /> | |||
*'''368:''' Ji Bian übernimmt die Herrschaft und wird König Xian von Zhou. Während seiner Regierungszeit schickt er Geschenke an viele der feudalen Staaten, insbesondere an die Staaten Qin und Chu, die formell seine Vasallen sind. Spät in seiner Regierungszeit erklären sich die Herrscher dieser Staaten selbst zu Königen und erkennen den König von Zhou nicht mehr einmal nominell als ihren Oberherrn an. [[-321#CHINA | Fortsetzung 321]] | |||
*'''369:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Lie_of_Zhou König Lie (375–369)] | |||
'''Zhao''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br /> | |||
*'''372:''' Cheng: Im Jahr 372 v. Chr. lässt Marquess Cheng bei Xingdi, dem Gebiet des heutigen Xingtai in der Provinz Hebei, einen hölzernen Aussichtsturm errichten, der „Tantai“ heißt. Dieser Turm dient als erhöhter Beobachtungs‑ und Repräsentationspunkt, von dem aus er auf die übrigen Staaten der Streitenden Reiche blickt; der Ort erhält später nach diesem Bauwerk den Namen „Xingtai“. In den folgenden Jahren verschärft sich die Rivalität zwischen Zhao und dem mächtigen Nachbarn Wei unter König Hui, der seine militärische Überlegenheit auszuspielen versucht. Wei greift wiederholt in die Auseinandersetzungen unter den nordchinesischen Staaten ein und sieht im wachsenden Zhao einen wichtigen Gegner. [[-353#CHINA | Fortsetzung 353]] | |||
*'''374:''' Cheng: Marquess Cheng von Zhao, mit persönlichem Namen Zhao Zhong, ist Markgraf des Staates Zhao und Sohn des Markgrafen Jing, den er nach dessen Tod als Herrscher von Zhao ablöst. Seine Regierungszeit liegt in der mittleren Phase der Streitenden Reiche, etwa von der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 350 v. Chr. Zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt Zhao Zhong – nun Marquess Cheng – den Thron des Staates Zhao von seinem Vater Marquess Jing und stabilisiert zunächst die Nachfolge im Herrscherhaus. In dieser Zeit festigt er die Stellung Zhaos in der durch Rivalität zwischen Zhao, Wei, Han und anderen Staaten geprägten politischen Ordnung. | |||
*'''375:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Jing_of_Zhao Markgraf Jing (386–375)'''] | |||
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'''Wei''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei Markgraf Hui (369–344)] <br /> | |||
*'''361:''' Hui verlegt die Hauptstadt von Anyi nach Daliang, um sie vor dem Zugriff des Qin-Staates zu schützen. Anyi liegt auf einem Plateau südlich des Fen-Flusses, nahe des Zusammenflusses von Fen-, Wei- und Gelbem Fluss. Daliang befindet sich im Südosten von Wei an der Grenze zum Staat Song. Von da an wird Wei kurzzeitig auch Liang genannt. In den Jahren 361–355 führt Hui mehrere persönliche Treffen mit Herrschern benachbarter Staaten durch. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]] | |||
*'''362:''' Zwischen 362 und 359 tauscht Hui Gebiete mit Zhao im Norden und Han im Süden aus. Dadurch schafft er sinnvollere Staatsgrenzen, sichert die neue Hauptstadt und erhält mehr Kontrolle über wichtige Handelswege. | |||
*'''369:''' Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Marquess Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn von Marquess Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang. | |||
*'''370:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Wu_of_Wei Markgraf Wu (396–370)] | |||
'''Qi''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huan_of_Tian_Qi Herzog Huan (374–357)] <br /> | |||
*'''363:''' Huan: Neben der Tötung von Bruder und Neffen berichtet das Werk „Bambusannalen“, dass Herzog Huan im elften Regierungsjahr auch seine eigene Mutter töten lässt. | |||
*[[-357#CHINA | Fortsetzung 357]] | |||
*'''374:''' Huan: Herzog Huan von Tian-Qi, 400 geboren, mit persönlichem Namen Tian Wu, gehört zum Haus Tian (Tian-Qi-Dynastie) und ist Sohn von Herzog Tai von Tian-Qi und dessen Gemahlin Konsort Xiao. 375 lässt Tian Wu seinen älteren Bruder Tian Yan sowie dessen Sohn Tian Xi ermorden und reißt damit die Macht an sich. Er usurpiert den Thron und regiert 374 als Herzog Huan von Tian-Qi. In den ersten fünf Jahren seiner Herrschaft wird Qi nacheinander von den Nachbarstaaten Lu, Wei, Wey und Zhao angegriffen. | |||
*'''376:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Wei_of_Qi Wei] wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Viscount Xiang, Viscount Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Consort Xiao. | |||
'''Chu''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br /> | |||
*'''369:''' King Xuan von Chu wird als Sohn von König Dao des Staates Chu geboren. Sein älterer Bruder König Su regiert vor ihm und stirbt 370 v. Chr. ohne Nachkommen. Xiong Liangfu folgt daraufhin seinem Bruder nach und wird 369 v. Chr. als König Xuan König des Staates Chu. Er gehört zum Haus Mi und herrscht in der Zeit der Streitenden Reiche. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]] | |||
==JAPAN== | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br /> | |||
*'''392:''' Nach dem Tod seines Vaters besteigt Kōan am 27. Tag des 1. Mondmonats des Folgejahrs den Thron. Er gilt nach den Chroniken Kojiki und Nihonshoki als 6. Tennō von Japan. Die historische Existenz Kōans bleibt zweifelhaft, da er zu den "acht undokumentierten Kaisern" gehört, über die es nur knappe Überlieferungen gibt. Sein Eigenname lautet nach dem Nihonshoki Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter ist Yoso-tarashi-hime; laut Kojiki heißt er Ō-yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter Yoso-taho-hime no mikoto. [[-342#JAPAN | Fortsetzung 342]] | |||
*'''393:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Tennō Kōshō (475–393)] | |||
*'''408:''' Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt. | |||
==QUELLEN== | ==QUELLEN== | ||
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07.06.2023 Artikel eröffnet | 07.06.2023 Artikel eröffnet | ||
11.07.2023 Grundstock erstellt | |||
21.01.2026 Grundstock ergänzt | |||
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Aktuelle Version vom 21. Januar 2026, 11:03 Uhr
LEXIKON
WELTALL
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GERMANEN
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KELTEN
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RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCXCV = 395)
- Konsul Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus (1. Amtszeit) Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus stammt aus der patrizischen Familie der Manlier, einer der alteingesessenen römischen Adelsfamilien. Sein Vater trägt nach den Fasti Capitolini den Vornamen Lucius, sein Großvater heißt nach derselben Quelle Aulus. Im Jahr 359 v. Chr. erreicht Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus zusammen mit Marcus Popillius Laenas das Konsulat. In diesem Jahr wehren die beiden Konsuln nach der Überlieferung einen kleineren, als unbedeutend geschilderten Handstreich der Tiburtiner gegen Rom ab.
- Konsul Marcus Popillius Laenas (1. Amtszeit) 359 v. Chr. erreicht Marcus Popillius Laenas zum ersten Mal das Konsulat und teilt es mit Gnaeus Manlius Capitolinus Imperiosus. Beide Konsuln wehren gemeinsam einen plötzlichen nächtlichen Angriff der Tiburtiner auf Rom erfolgreich ab. Er bekleidet außerdem das Priesteramt eines flamen Carmentalis. Während seines ersten Konsulats führt er in dieser priesterlichen Funktion gerade ein Staatsopfer durch, als er von einem Aufruhr der Volksmenge gegen den Senat erfährt. Noch in seinen priesterlichen Mantel, die laena, gehüllt, eilt er zur rebellischen Plebs und beruhigt sie durch seine Autorität und Redegabe. Cicero erklärt aus dieser Episode irrtümlich die Entstehung des Beinamens Laenas, während dieser Name in Wirklichkeit wohl ein ursprünglich etruskischer Gentilname ist, der sich im Laufe der Zeit zu einem Cognomen wandelt.
- Fortsetzung 358
- 360: Konsul Marcus Fabius Ambustus (1. Amtszeit) stammt aus der patrizischen Familie der Fabier. Sein Vater ist Numerius Fabius Ambustus, der 406 als Konsulartribun amtierte. Im Jahr 360 v. Chr. bekleidet Marcus Fabius Ambustus zum ersten Mal das Konsulat, gemeinsam mit Gaius Poetelius Libo Visolus. Er führt einen Feldzug gegen die Herniker, in dem er mehrere kleine Gefechte und eine wichtigere Schlacht gewinnt. Für diesen Erfolg erhält er in Rom die Erlaubnis, eine Ovatio, also einen kleineren Triumphzug, abzuhalten.
- 360: Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus Im Jahr 360 v. Chr. ist der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus magister equitum. Er setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
- Fortsetzung 359
- 361: Konsul Gaius Sulpicius Peticus (2. Amtszeit) 361 v. Chr. erreicht Sulpicius zum zweiten Mal das Konsulat, diesmal gemeinsam mit Gaius Licinius Stolo. Livius berichtet, dass die Kämpfe gegen die Herniker wiederaufgenommen werden, beide Konsuln erfolgreich auf feindliches Gebiet vorrücken und die Stadt Ferentinum in Latium erobern; wahrscheinlich schreiben die Triumphalakten Sulpicius für diese Erfolge einen, bei Livius nicht ausdrücklich erwähnten, Triumph zu.
- 361: Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus gehört zur gens Quinctia. Im Jahr 361 v. Chr. übernimmt er das Amt des Diktators in Rom. Er führt ein erfolgreiches Gefecht gegen die Gallier und erhält dafür einen Triumphzug.
- 361: 361 v. Chr. dient Titus Manlius Imperiosus Torquatus als Militärtribun im Heer des Konsuls Titus Quinctius Poenus Capitolinus Crispinus gegen die Gallier am Anio. Ein riesenhafter Gallier fordert die Römer zum Zweikampf heraus, doch lange wagt niemand anzutreten, bis Titus mit Zustimmung des Konsuls hervortritt. Obwohl körperlich unterlegen, tötet er den Gallier mit Hieben in Bauch und Unterleib, nimmt dem Toten das Halsgeschmeide (torc) ab und legt es sich um den eigenen Hals, woraus sich sein Beiname Torquatus ableitet, der später an seine Nachkommen weitergegeben wird.
- 362: Legat Gaius Sulpicius Peticus 362 v. Chr. wirkt der ehemalige Konsul Sulpicius nach der wohl zutreffenden livianischen Überlieferung als Legat des plebejischen Konsuls Lucius Genucius Aventinensis im Krieg gegen die Herniker. Als der Konsul im Kampf fällt, schlägt Sulpicius einer Tradition zufolge einen Angriff der Herniker auf das römische Lager zurück, noch bevor der Diktator Appius Claudius Crassus Inregillensis mit seinen Truppen eintrifft.
- 362: Diktator Appius Claudius Crassus Im Jahr 362 v. Chr., nach dem Tod des plebejischen Konsuls des Jahres, wird Claudius zum Diktator ernannt. Er führt Feldzüge gegen die Herniker, erzielt einige Erfolge, erleidet dabei aber selbst schwere Verluste; Oakley hält auch diese Diktatur für zweifelhaft, während Ferenczy sowohl das Amt als auch den Feldzug für historisch akzeptiert.
- 363: Titus Manlius Imperiosus Torquatus wächst als Angehöriger der alten patrizischen gens Manlia in Rom auf und gilt später als einer der frühen Helden der Republik. Sein Vater, Lucius Manlius Capitolinus Imperiosus, wird 363 v. Chr. zum Diktator ernannt, angeblich um religiöse Pflichten zu erfüllen, beginnt aber stattdessen mit Kriegsrüstungen. Dies ruft starken Widerstand der Volkstribunen hervor, und nach dem Rücktritt des Vaters wird gegen ihn ein Prozess vorbereitet, in dem man ihm auch vorwirft, den stotternden Titus von Rom verbannt und zur Landarbeit gezwungen zu haben. Titus erfährt von der drohenden Anklage und geht noch im selben Jahr zum Haus des Tribunen Marcus Pomponius, wo man von ihm weitere Belastungen des Vaters erwartet. Als man ihn unter vier Augen einlässt, zieht er ein verborgenes Messer, droht dem Tribunen mit dem Tod und zwingt ihn, öffentlich zu schwören, keine Volksversammlung zur Anklage seines Vaters abzuhalten, was Pomponius dann auch tut. Durch diese als vorbildliche kindliche Pietät gedeutete Tat gewinnt Titus Ansehen und wird noch im selben Jahr zum Militärtribunen gewählt.
- 364: Konsul Gaius Sulpicius Peticus (1. Amtszeit) 364 v. Chr. bekleidet Sulpicius sein erstes Konsulat zusammen mit Gaius Licinius Calvus, wie die Fasti Capitolini bezeugen, während die Darstellung bei Livius, die Gaius Licinius Stolo als Kollegen nennt, als weniger zuverlässig gilt. In diesem Jahr herrscht in Rom eine schwere Pest, und zur Besänftigung der Götter werden erstmals etruskische Bühnenspiele aufgeführt.
- 364: Marcus Popillius Laenas ist im 4. Jahrhundert v. Chr. ein zum plebejischen Geschlecht der Popillier gehöriger Politiker der Römischen Republik und wird vier- oder fünfmal Konsul (359, 356, möglicherweise 354, 350 und 348 v. Chr.). Sein Vater trägt nach den Triumphalfasten ebenfalls das Pränomen Marcus, sein Großvater heißt Gaius. Das erste sicher bezeugte Amt seines cursus honorum ist die kurulische Ädilität, die er 364 v. Chr. innehat, kurz nachdem dieses Amt zwei Jahre zuvor eingeführt worden ist. Als kurulischer Ädil veranstaltet er gemeinsam mit seinem Amtskollegen die ersten ludi scaenici (Theaterspiele) in Rom.
- 366: Zensor Gaius Sulpicius Peticus Gaius Sulpicius Peticus ist in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. ein bedeutender Politiker der römischen Republik aus der patrizischen gens Sulpicia; sein Vater heißt Marcus, sein Großvater Quintus. Sein erstes sicher fassbares Auftreten in den Quellen ist 380 v. Chr., als er als Konsulartribun amtiert. 366 v. Chr., im Jahr, in dem mit Lucius Sextius Sextinus Lateranus erstmals ein Plebejer das Konsulat innehat, ist Sulpicius Zensor und legt sein Amt nieder, weil sein Amtskollege während der laufenden Zensur stirbt und die religiösen Vorschriften seinen Rücktritt verlangen.
- 368: Appius Claudius Crassus Inregillensis ist vermutlich Sohn von Claudius Crassu und hält im Senat eine Rede, in der er sich erfolglos gegen den Vorschlag wendet, das Konsulat für Plebejer zu öffnen. Der Althistoriker Oakley verwirft jedoch die Historizität dieser Rede, da weder Livius noch seine Quellen über authentische Belege verfügen können und die plebeierfeindliche Haltung der Claudier ein wiederkehrendes Stereotyp der Überlieferung bildet.
GRIECHEN
(1./2. Jahr der 105. Olympiade)
Tarent
- 361: Archytas: Die Verbindung zu Platon gewinnt 361 entscheidende Bedeutung, als Platon beim Tyrannen Dionysios II. von Syrakus in Ungnade fällt, in Lebensgefahr gerät und [Archytas um Hilfe bittet. Archytas reagiert auf Platons Hilferuf, veranlasst die Tarentiner, eine Gesandtschaft nach Syrakus zu entsenden, und bewirkt, dass Platon die Erlaubnis zur sicheren Abreise erhält, wodurch er dessen Leben rettet. Während dieser Zeit bleibt Archytas selbst politisch einflussreich, gerät aber in Syrakus in Konflikte mit Dionysios und fällt zeitweise in Ungnade, wobei die Details der Auseinandersetzungen in den Quellen nur angedeutet überliefert sind. Nach Platons Rettung setzt Archytas seine Tätigkeit als führender Staatsmann und Stratege Tarents sowie des Bundes fort und verteidigt die griechischen Siedlungen weiter gegen italische Gegner. Fortsetzung 350
- 388: Archytas: Während seiner politischen Karriere pflegt [Archytas enge Beziehungen zu anderen führenden Griechen der Zeit. Um 388 v. Chr. begegnet er Platon auf dessen erster Italienreise, nimmt ihn als Gastfreund auf und begründet eine persönliche Freundschaft.
Syrakus
- 360: Dionysios: 360/359 v. Chr. reist Platon abermals ab, da jede Grundlage für eine Zusammenarbeit mit Dionysios fehlt und er selbst in den Verdacht gerät, mit der Opposition zu sympathisieren. Spätestens nach diesem Scheitern sieht Dion keine Möglichkeit zur Versöhnung mehr und beginnt, gegen Dionysios II. zu agitieren. In den folgenden Jahren wirbt Dion Söldner für einen Feldzug gegen Dionysios an. Er rechnet damit, dass Dionysios allgemein verhasst ist und deshalb ein Aufstand ausbrechen wird, weshalb er eine relativ kleine Streitmacht für ausreichend hält.
- Fortsetzung 357
- 360: Dion: Platon erreicht nichts und reist 360 v. Chr. wieder ab. Auf der Heimreise trifft er Dion (49) in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
- 361/360: Agathokles wird in Thermai auf Sizilien geboren. Schon früh beginnt Agathokles eine militärische Laufbahn und dient zunächst als Soldat, später als Offizier in Syrakus
- 361: Dionysios: 361 v. Chr. bewirkt Dionysios II. eine dritte Sizilienreise Platons, weil er den Philosophen für sich gewinnen will. Platon verfolgt nun vor allem das Ziel, für Dion eine Begnadigung und Rückkehr zu erreichen. Der Tyrann stellt eine Heimkehrerlaubnis für Dion in Aussicht, zieht sie aber spätestens dann zurück, als er Berichte erhält, Dion arbeite mit Platons Schülern an seinem Sturz. Statt Dion zu begnadigen, lässt Dionysios II. dessen Besitz in Syrakus konfiszieren.
- 361: Dion: Dion (48) hofft weiterhin auf Rückkehr und Rehabilitation. 361 v. Chr. reist Platon auf Drängen Dionysios’ II. ein drittes Mal nach Sizilien, um einerseits dem Tyrannen zu gefallen, andererseits Dion zu helfen, und bringt mehrere Schüler mit, darunter Speusippos und Xenokrates. Speusippos erkundigt sich in Syrakus nach der Stimmung der Bürgerschaft und prüft die Chancen eines gewaltsamen Sturzes der Tyrannis, was das Misstrauen Dionysios’ II. weckt. Dionysios II. konfisziert daraufhin Dions in Syrakus verbliebenen Besitz und befiehlt seiner Halbschwester Arete, Dions Frau, die Ehe aufzulösen und seinen Günstling Timokrates zu heiraten, womit eine Versöhnung mit Dion faktisch ausgeschlossen ist.
- 365: Dionysios: 365/364 v. Chr. reist Platon aus Syrakus ab, da er nach Dions Verbannung keine Möglichkeit mehr sieht, sein politisches Reformprojekt zu verwirklichen. Dionysios II. schließt in der Folge Frieden mit den Karthagern.
- 365: Dion: 365 v. Chr. reist Platon wieder ab, nachdem Dionysios II. eine Begnadigung Dions in Aussicht gestellt hat. In Griechenland empfängt man Dion (44) freundlich; aus seinen syrakusanischen Einkünften verfügt er über erhebliche Mittel, tritt glänzend auf, gewinnt Sympathien in Korinth, erhält in Sparta das Bürgerrecht und tritt in Athen in Platons Akademie ein. In Athen wohnt er bei Kallippos, mit dem er sich in die eleusinischen Mysterien einweihen lässt und der später sein Mörder wird.
- 366/365: Timoleon: Mitte der 360er Jahre nimmt Timophanes mit Gewalt die Akropolis von Korinth in Besitz und macht sich faktisch zum Tyrannen. Timoleon, sein Bruder und um 411 geboren, hat ihm zuvor in einer Schlacht das Leben gerettet und ihn wiederholt gebeten, auf die Tyrannis zu verzichten. Als Timophanes nicht einlenkt, beteiligt sich Timoleon an dessen Ermordung, um die Tyrannis zu beenden. Viele Korinther billigen dies als patriotische Tat, doch seine Mutter verflucht ihn, und ein Teil der Mitbürger reagiert empört. Unter dem Eindruck des Brudermords zieht sich Timoleon aus Politik und öffentlichem Leben zurück. Dieser selbst auferlegte Rückzug dauert etwa zwanzig Jahre. [Die französische Wikipedia datiert den Brudermord auf das Jahr 366/365]
- 366: Dionysios: 366 v. Chr. kommt Platons zweite Sizilienreise zustande, Dionysios II. empfängt ihn ehrenvoll und zeigt Interesse an der platonischen Philosophie. Platon wird aber durch seine enge Freundschaft mit Dion in die Hofintrigen hineingezogen, da sich eine Partei bildet, die Dions Bestrebungen bekämpft und ihm sowie Platon feindlich gegenübersteht. Anführer dieser Gegenpartei ist der Feldherr und Geschichtsschreiber Philistos, der einst bei Dionysios I. in Ungnade gefallen, verbannt und aus Syrakus entfernt worden war. Dionysios II. holt Philistos zurück, vermutlich um ein Gegengewicht zu Dions Einfluss zu schaffen. Dion plant zu dieser Zeit wohl bereits, Dionysios mit Platons Hilfe unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen. Die Gegenpartei versucht, Dionysios zu überzeugen, Dions Plan sei eine Falle, die ihn durch die Philosophie von der Politik ablenken und dadurch aus der Macht drängen solle. Syrakus befindet sich noch immer in dem von Dionysios I. begonnenen Krieg gegen die Karthager, die angestammten Feinde der Stadt. Dion schreibt den Karthagern einen Brief und bietet sich als Vermittler für Friedensverhandlungen an. Dieser Brief wird abgefangen und Dionysios II. übergeben, der Dion auf Rat des Philistos des Landesverrats beschuldigt und ihn aus seinem Reich verbannt. Im Spätsommer 366 v. Chr. trifft Dion im griechischen Mutterland ein, wo er freundlich aufgenommen wird, während sein Vermögen in Sizilien unangetastet bleibt und er die Einkünfte daraus weiterhin bezieht.
- 366: Dion: 366 v. Chr. kommt Platon daher zum zweiten Mal nach Sizilien. Dionysios II. beruft noch vor Platons Ankunft Philistos zurück, sodass sich in Syrakus zwei verfeindete Hofparteien um Dion (43) und Philistos bilden. Dion beabsichtigt offenbar, Dionysios entweder mit Hilfe Platons unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen, während Philistos und seine Anhänger den Herrscher vor Dions Plänen warnen. Während eines Waffenstillstands im Krieg gegen die Karthager schreibt Dion einen Brief an karthagische Bevollmächtigte, in dem er sich als Berater und Vermittler für die Friedensverhandlungen anbietet. Der Brief wird abgefangen, Dionysios II. sieht darin Landesverrat und schickt Dion in die Verbannung. Im Spätsommer 366 v. Chr. geht Dion nach Griechenland ins Exil, wobei Dionysios II. den Bruch als heilbar darstellt und Dions Vermögen zunächst unangetastet lässt.
- 367: Dionysios: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich, und Dion versucht vergeblich, eine Beteiligung seiner Neffen Hipparinos und Nysaios an der Herrschaft zu erreichen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Dionysios II. als alleiniger Nachfolger scheinbar problemlos die Macht in Syrakus. Der etwa dreißigjährige, unerfahrene Dionysios II. herrscht nun, während der durch seine Verschwägerung mit der Tyrannenfamilie herausragend begünstigte, sehr reiche Dion zu den führenden Persönlichkeiten am Hof gehört. Um seine Stellung zu festigen, bewegt Dion Dionysios II. dazu, den Philosophen Platon aus Athen als Ratgeber einzuladen. Dion kennt Platon seit dessen erster Sizilienreise um 388 v. Chr. und stellt ihm nun die Aussicht in Aussicht, Dionysios für die platonische Staatsphilosophie zu gewinnen, um nach deren Prinzipien die politischen Verhältnisse zu reformieren.
- 367: Dion: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich; Dion (42) versucht vergeblich, ihn zu einer Nachfolgeregelung zu bewegen, die seine Neffen einbezieht und ihm selbst eine starke Stellung verschafft. Nach dem Tod des Tyrannen übernimmt Dionysios II., der etwa 30 Jahre alt und nicht auf die Herrschaft vorbereitet ist, anscheinend problemlos die Macht. Dion gelingt es zunächst, am Hof des neuen Herrschers seinen Einfluss zu bewahren, auch weil sein Gegenspieler Philistos noch fern ist. Er überzeugt Dionysios II., Platon als Berater einzuladen und stellt diesem die Aussicht in Aussicht, Syrakus im Sinne der platonischen Staatsphilosophie zu reformieren.
- 380: Dionysios II.: Um 380–375 v. Chr. verheiratet Dionysios I. seine Tochter Arete mit Dion, dem jüngeren Bruder der Aristomache, der so mütterlicherseits Onkel seiner Frau ist, und etwa fünf Jahre früher hat er bereits Sophrosyne mit Dionysios II. verheiratet, der damit seine Halbschwester und zugleich Dions Nichte zur Frau nimmt. Durch diese Verbindungen knüpft Dionysios I. die beiden Zweige seiner Nachkommenschaft eng aneinander und verbindet sie zugleich mit der Familie Dions. Dion gehört wie einst sein Vater Hipparinos zum engsten Kreis des misstrauischen Tyrannen Dionysios I. und sammelt politische Erfahrung, während Dionysios II. von den Staatsgeschäften ferngehalten und nicht auf eine künftige Herrscherrolle vorbereitet wird. Dionysios I. misstraut seinem ältesten Sohn so sehr, dass er ihn nicht einmal von der Vorschrift ausnimmt, Besucher erst nach einer Waffenprobe vorzulassen.
- 380: Dionysios II.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
- 385: Hipparinos wird um 385 v. Chr. in Syrakus geboren und ist Sohn des Tyrannen Dionysios I. und der Adligen Aristomache. Sein mütterlicher Großvater Hipparinos, nach dem er wahrscheinlich benannt ist, gehört zuvor als syrakusanischer Adliger zu den Mitkämpfern Dionysios’ I. Dionysios I. hat aus der Ehe mit Aristomache neben Hipparinos den jüngeren Sohn Nysaios sowie die älteren Töchter Sophrosyne und Arete. Aus einer anderen Ehe mit der Adligen Doris aus Lokroi stammen weitere Kinder, darunter der älteste Sohn Dionysios II., der später Sophrosyne heiratet und damit Schwager von Hipparinos und Nysaios wird. Zu den wichtigsten Vertrauten des Dynastiegründers Dionysios I. zählt Dions Bruder Aristomache, Hipparinos’ Onkel Dion, der durch die Ehe mit Arete zugleich Schwiegersohn von Dionysios I. ist. Dion steht in enger Freundschaft zum Philosophen Platon und wird von dessen Gedankengut geprägt.
- 388: Dion: Dionysios I. führt unterdessen wechselhafte Kriege gegen die Karthager und bringt einen Großteil Siziliens unter seine Herrschaft, während Dion (21) in seiner Nähe aufwächst. Um 388 v. Chr. kommt Platon nach Syrakus, Dion verschafft ihm vermutlich eine Audienz beim Tyrannen, das Gespräch verläuft unerfreulich, und Platon reist bald wieder ab. Dion wird nach späterer Darstellung des siebten platonischen Briefes zu einem überzeugten Anhänger der platonischen Philosophie, missbilligt innerlich die Tyrannis und ist bei Hofleuten verhasst, steht aber faktisch in bestem Verhältnis zu Dionysios I. Der Tyrann betraut ihn mit wichtigen Gesandtschaften, darunter nach Karthago, gewährt ihm freien Zugriff auf seinen Schatz und ermöglicht ihm so den Erwerb eines außerordentlichen Vermögens, aus dem Dion später Söldner finanzieren kann.
- 398: Dion von Syrakus (13) wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist.
Epirus
- 360: Arybbas: Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus
- Fortsetzung 357
- 360: König Neoptolemos I. (370-360)
- 360: Alexander: Als sein Vater Neoptolemos I. um 360, ist Alexander noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.
- 370: Arybbas ist Sohn des Molosserkönigs Alketas I. und gehört zum königlichen Haus der Aiakiden. Nach dem Tod seines Vaters um 370 teilt er sich die Herrschaft über Epirus mit seinem Bruder Neoptolemos I., jeder regiert einen Teil des Reichs. König Alketas I. (385–370)
- 370: Alexander I. (auch Alexander der Molosser) wird um 370 in Epirus geboren und gehört zur molossischen Dynastie der Aiakiden. Er ist der Bruder von Olympias, der späteren Mutter Alexanders des Großen.
Makedonien
- König Perdikkas III. (369–359)
Perdikkas startet einen Feldzug, um Obermakedonien von den Illyrern zurückzuerobern, die unter ihrem Anführer Bardylis eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Der Feldzug endet jedoch in einer schweren Katastrophe: Perdikkas fällt in der Schlacht, und der Historiker Diodor berichtet, dass etwa 4000 makedonische Soldaten sterben und die Überlebenden von Angst und Mutlosigkeit erfüllt sind, sodass sie den Illyrern militärisch kaum noch Widerstand leisten wollen. - König Amyntas IV. (359-356)
- König (Usurpator) Philipp II. (359–336)
Der etwa dreijährige Amyntas folgt seinem Vater formal als König von Makedonien nach; sein Onkel Philipp II. übernimmt als Vormund und Regent die Leitung des Reiches. Noch im selben Jahr erklärt sich Philipp II. selbst zum König und drängt Amyntas damit politisch zur Seite. Philipp usurpiert den Thron vollständig etwa um 356. - Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)
Lyppeios folgt um 359/8 auf König Agis und übernimmt das peionische Königtum. Kurz nach Philipps Machtübernahme in Makedonien wird Peionien militärisch geschlagen und teils unterworfen, Lyppeios bleibt aber als untergeordneter König im Amt. In den folgenden Jahren prägt Lyppeios Silbermünzen (z.B. Tetradrachmen) mit griechischen Legenden und Bildern von Zeus und Herakles, was eine starke makedonisch‑griechische Prägung des Reiches zeigt. Spätere antike und neuzeitliche Belege (Münzen, Inschriften, Nachschlagewerke) identifizieren die Namensvarianten Lyppeios/Lycceius/Lykkeios als dieselbe historische Person. - Fortsetzung 358
- 360: Gleichzeitig sucht Perdikkas trotz der Konflikte seinen Platz in der griechischen Staatenwelt und pflegt panhellenische Verbindungen. Er tritt um 360/359 v. Chr. als Theorodokos bei den panhellenischen Spielen in Epidauros auf, das heißt, er übernimmt die Aufgabe, heilige Gesandtschaften zu empfangen und so die religiös‑politische Vernetzung Makedoniens zu stärken.
- um 360: Lysimachos wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht. Lysimachos begleitet mit seinen Brüdern Alexander den Großen auf dessen Feldzug durch Asien und gehört zur Königlichen Leibgarde (Somatophylakes). Während der Feierlichkeiten in Susa erhält Lysimachos das nysäische Pferd von Kalanos, bevor dieser sich verbrennt.
- 360-324: Demetrios von Phaleron wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
- Fortsetzung 359
- 362: Amyntas (später IV.) wird um 362 v. Chr. als Sohn des makedonischen Königs Perdikkas III. aus dem Haus der Argeaden geboren. Er gehört damit zur königlichen Linie, aus der auch Philipp II. und Alexander der Große stammen.
- 365: Regent Ptolemaios von Aloros (368-365) Im Jahr 365 v. Chr. handelt Perdikkas schließlich selbst und lässt Ptolemaios töten oder tötet ihn eigenhändig, um die Regierung zu übernehmen. Mit diesem Schritt beendet er die Regentschaft und tritt nun selbst als regierender König Makedoniens auf, womit er seine persönliche und politische Unabhängigkeit behauptet. Über die konkrete Politik von Perdikkas III. ist nur wenig überliefert, doch einige charakteristische Züge seiner Herrschaft sind bekannt. Er fördert besonders die Gelehrsamkeit und umgibt sich mit Männern der Bildung, was seinem Hof ein ausgeprägt intellektuelles Gepräge gibt. Zu den bevorzugten Gelehrten gehört Euphraios von Oreos, ein Schüler Platons, der am Hof von Perdikkas einen außergewöhnlich großen Einfluss gewinnt. Euphraios prägt den jungen König so stark, dass berichtet wird, er bestimme praktisch die Regierung und schirme den König von allen ab, die keine Philosophen oder Geometer sind. Während seiner Regierungszeit gerät Perdikkas III. zeitweise in Auseinandersetzungen mit Athen, insbesondere im Zusammenhang mit der strategisch und wirtschaftlich bedeutenden Stadt Amphipolis. Diese Spannungen spiegeln den Wettbewerb um Einfluss in Nordgriechenland und an der nordägäischen Küste wider.
- 367: Aristoteles: Mit siebzehn Jahren zieht Aristoteles nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort beschäftigt er sich mit Mathematik und Dialektik und beginnt, eigene Werke zu verfassen, darunter erste Dialoge nach dem Vorbild Platons. Er verteidigt das platonische Erziehungsideal gegen Isokrates und übernimmt Lehrtätigkeiten in der Akademie, wobei seine ersten Lehrschriften entstehen, die später im Organon zusammengefasst werden.
- 367: Ptolemaios wird um 367/366 in Makedonien geboren. Seine Mutter ist Arsinoë, sein Vater vermutlich Lagos, ein makedonischer Adeliger. Gerüchte über eine Abstammung von König Philipp II. machen die Runde, dienen aber wohl ptolemäischer Propaganda, um einen Anspruch auf das makedonische Königshaus zu rechtfertigen. Schon in jungen Jahren wächst er im Umfeld des makedonischen Hofes auf und entwickelt sich zu einem engen Freund Alexanders des Großen.
- 368: Perdikkas III. ist der Sohn von Amyntas III. und Eurydike. Im Jahr 368 wird sein älterer Bruder, König Alexander II., von ihrem Schwager Ptolemaios von Aloros ermordet. Ptolemaios übernimmt daraufhin als Regent die tatsächliche Herrschaft, während Perdikkas III. formal noch minderjährig bleibt und politisch zunächst keine eigene Rolle spielt. In den Jahren nach 368 festigt Ptolemaios von Aloros seine Stellung als Regent und kontrolliert das Königreich im Namen der königlichen Familie. Perdikkas wächst in einem Hofklima auf, das von Intrigen, Misstrauen und der Erinnerung an den Mord an seinem Bruder geprägt ist.
- 373: Aristoteles: Nach dem Tod seines Vaters im Alter von 11 Jahren wächst Aristoteles bei seinem Stiefbruder Proxenos von Atarneus in Mysien auf. Aristoteles freundet sich schon früh mit Hermias von Atarneus an, dem späteren Tyrannen der Stadt.
- 382-335: Antigonos wird um 382 als Sohn von Philippos geboren und wächst vermutlich im Haus seines Stiefvaters Periandros in Pella auf. Er hat mindestens zwei Brüder und einen Halbbruder (Marsyas). Er heiratet Stratonike, die möglicherweise aus dem makedonischen Königsgeschlecht der Argeaden stammt. Sie bringt ihm die Söhne Demetrios I. Poliorketes und Philippos. Antigonos gehört zur Altersgeneration von Philipp II., dem makedonischen König, und dient diesem als Feldherr und Gefährte (hetairos). Er verliert ein Auge, wodurch er den Beinamen „der Einäugige“ erhält. Laut Plutarch duldet Antigonos keine Respektlosigkeiten gegenüber seiner Sehbehinderung. Als der Sophist Theokritos von Chios ihn beleidigt, sperrt Antigonos ihn ein und verhängt das Todesurteil, das schließlich vollstreckt wird, da Theokritos die geforderte Bußhaltung verweigert.
- 384: Aristoteles wird in Stageira, Chalkidike, östlich von Thessaloniki, geboren. Sein Vater, Nikomachos, ist Leibarzt von König Amyntas von Makedonien und gehört vermutlich der medizinischen Gilde der Asklepiaden an, was Aristoteles früh für Biologie und Medizin interessiert. Seine Mutter, Phéstias, stammt aus Chalkis auf der Insel Euböa und arbeitet als Hebamme.
Pherai
- 364: Alexander: Während des dreijährigen Waffenstillstands versucht Alexander weiterhin, seinen Einfluss auszudehnen, vor allem auf die Regionen Magnesia und Phthiotis, indem er Druck auf die dortigen Städte ausübt. Nach Ablauf des Waffenstillstands im Jahr 364 wenden sich diese Städte erneut an Theben und bitten um Schutz vor Alexanders erneuten Angriffen. Theben reagiert mit einer weiteren Expedition, diesmal unter Pelopidas, der nun mit einem Heer gegen Alexander zieht. In der Schlacht bei Kynoskephalai im Jahr 364 v. Chr. wird Alexander militärisch geschlagen, doch Pelopidas fällt in der Schlacht, was dem Sieg einen hohen Preis verleiht. Nach der Niederlage Alexanders folgt eine weitere thebanische Offensive unter den Feldherren Malcites und Diogiton, die seine militärische Position endgültig brechen. Alexander muss die von ihm eroberten Städte an die Thessalier zurückgeben, seine Herrschaft auf Pherai beschränken, dem Böotischen Bund beitreten und sich in ein abhängiges Bündnisverhältnis zu Theben fügen. Obwohl Alexander nun formell auf Pherai beschränkt ist und als Verbündeter Thebens gilt, bleibt er innerlich dieselbe tyrannische Figur und hält seine Untertanen mit Angst und Gewalt nieder. Die antiken Autoren schildern ihn übereinstimmend als besonders grausamen und misstrauischen Tyrannen, der zu blutigen Strafen und willkürlicher Grausamkeit neigt. Alexander verlegt einen Teil seiner Aktivitäten auf das Meer und nutzt eine Flotte, um die Küstenregionen zu bedrohen und seinen Einfluss wirtschaftlich zu sichern. Er greift die Insel Peparethos an, belagert die Stadt und führt zugleich piratische Überfälle auf die Küsten Attikas aus. Im Zuge dieser Unternehmungen landet Alexander Truppen in Attika, besetzt den kleinen Hafen Panormos östlich von Kap Sounion und bedroht damit direkt den athenischen Raum. Athen reagiert mit der Entsendung eines Geschwaderverbandes unter dem Admiral Leosthenes, der Alexanders Flotte schlägt und die Belagerung von Peparethos aufhebt. Alexander entkommt jedoch einer völligen Einschließung im Hafen von Panormos, bricht aus der Blockade aus und erbeutet mehrere attische Trieren, bevor er sich mit Beute zurückzieht. Er setzt seine Politik der Einschüchterung und des Seeraubs fort, bleibt aber nach den Niederlagen in Thessalien politisch stark geschwächt und auf ein engeres Machtgebiet zurückgeworfen.
- Fortsetzung 358
- 367: Alexander: Im Jahr 367 v. Chr. begeht Alexander ein besonders brutales Verbrechen: Er lässt in der Stadt Skotussa ein Massaker an den Bürgern anrichten, um jeden Widerstand im Keim zu ersticken. Daraufhin führt Epameinondas ein neues thebanisches Heer nach Thessalien, das Alexander zum Abschluss eines dreijährigen Waffenstillstands zwingt und die Freilassung der Gefangenen – darunter Pelopidas – erreicht.
- 368: Alexander: Oppositionelle Thessalier wenden sich zunächst an König Alexander II. von Makedonien, in der Hoffnung, von ihm von der tyrannischen Herrschaft befreit zu werden. Alexander II. marschiert daraufhin nach Thessalien und besetzt die Städte Larisa und Krannon, behält sie aber für sich, anstatt sie den Bürgern zurückzugeben. Da die makedonische Hilfe keine wirkliche Befreiung bringt, wenden sich die unterdrückten Thessalier an Theben, die damals führende Macht in Griechenland. Theben entsendet seinen Feldherrn Pelopidas nach Pherai, der jedoch 368 v. Chr. von Alexander gefangen genommen wird, was den Konflikt weiter verschärft. Nach der Gefangennahme des Pelopidas schreitet Theben entschlossen ein und schickt Epaminondas mit einem großen Heer nach Pherai, um Alexanders Widerstand zu brechen. Unter diesem Druck gibt Alexander nach und lässt Pelopidas wieder frei, kann seine Stellung als Tyrann jedoch zunächst behaupten.
- 369: Alexander: Nach seiner Machtergreifung regiert Alexander offen tyrannisch und löst sich im Verhalten deutlich von Jasons vergleichsweise geordneter Machtpolitik. Seine Herrschaft stützt sich auf Terror, Hinrichtungen und Unterdrückung, wobei er besonders die alte Adelsfamilie der Aleuaden in Larissa bedroht, die sich seiner Vorherrschaft nicht unterwerfen will. Die Aleuaden und andere Gegner Alexanders wenden sich an Alexander II. von Makedonien, der in Thessalien interveniert, um den Tyrannen von Pherai zurückzudrängen. Alexander von Pherai rüstet daraufhin ein eigenes Heer und plant seinerseits einen Angriff auf Makedonien, doch Alexander II. kommt ihm zuvor, zieht nach Thessalien und wird in Larissa eingelassen. Der makedonische König besetzt Larissa und die Stadt Krannon mit Garnisonen, während Alexander von Pherai sich nach Pherai zurückzieht, ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Nachdem der Großteil des makedonischen Heeres wieder abgezogen ist, fürchten die thessalischen Städte erneut die Rache Alexanders und suchen diesmal Unterstützung bei Theben, das jede übermächtige Nachbarmacht begrenzen will. Siehe auch historyofwar und britannica
- 370: Alexander: Im Sommer 370 wird der Tyrann Jason von Pherai ermordet. Seine Brüder Polydoros und Polyphron übernehmen daraufhin gemeinsam die Herrschaft über Pherai und den thessalischen Bund. Polydoros wird schon bald nach der Machtübernahme getötet, wahrscheinlich von seinem Bruder Polyphron, der damit die alleinige Herrschaft erlangt. Polyphron übt das Amt des Tagos offen wie eine Tyrannis aus, indem er nicht nur in Pherai, sondern in ganz Thessalien uneingeschränkt herrschen will.
- 370: Tyrann Jason (390-370)
Attischer Seebund
- 361: Platon: 361 v. Chr. reist Platon auf Bitte von Archytas und unter dem Druck Dionysios’ ein drittes Mal nach Sizilien, diesmal in Begleitung seiner Schüler Speusippos und Xenokrates.Das entscheidende Gespräch mit Dionysios II. enttäuscht Platon; der Tyrann überschätzt sein philosophisches Verständnis, verweigert eine echte Schülerschaft und hält seine Zusage gegenüber Dion nicht ein, sondern beschlagnahmt dessen Vermögen. Platon gerät durch die Oppositionstätigkeit seiner Freunde in Verdacht und in Lebensgefahr, wird aber durch die Intervention des Archytas gerettet und kann im Sommer 360 v. Chr. nach Athen zurückkehren.
- Fortsetzung 357
- 366: Platon: Nach dem Tod des Dionysios I. 367 v. Chr. folgt Platon 366 v. Chr. einer Einladung des neuen Tyrannen Dionysios II. nach Syrakus, die Dion veranlasst, um eine Rolle am Hof zu gewinnen. Platon hofft, gemeinsam mit Dion den jungen Herrscher philosophisch zu beeinflussen und einen Staat nach dem Ideal der Philosophenherrschaft zu gestalten, bleibt jedoch skeptisch. Dionysios II. zeigt sich zu tiefgreifenden Reformen unfähig oder unwillig, verbannt Dion und konzentriert sich auf Machtsicherung; Platon kehrt 365 v. Chr. nach Athen zurück, nachdem er mit Dionysios eine mögliche spätere Rückkehr vereinbart.
- 367: Aristoteles: Aristoteles kommt 384 v. Chr. in Stageira zur Welt, einer kleinen ionischen Stadt an der Ostküste der Chalkidike, weshalb er später gelegentlich „der Stagirit“ heißt. Sein Vater Nikomachos dient als Leibarzt des makedonischen Königs Amyntas III., seine Mutter Phaestis entstammt ebenfalls einer Arztfamilie aus Chalkis auf Euboia. Nikomachos stirbt, bevor Aristoteles volljährig ist, und Proxenos aus Atarneus übernimmt als Vormund die Sorge für den Jungen. Aristoteles wächst damit in einem Umfeld auf, in dem medizinische und naturkundliche Beobachtung zum Alltag gehören, und erhält zugleich Beziehungen zum makedonischen Hof.Mit siebzehn Jahren reist Aristoteles 367 v. Chr. nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort befasst er sich zunächst mit den mathematischen und dialektischen Anfangsstudien und beginnt früh, eigene Werke zu verfassen, darunter Dialoge nach platonischem Vorbild. Er setzt sich mit der zeitgenössischen Rhetorik auseinander, vor allem mit der Schule des Isokrates, und verteidigt gegen dessen auf Nutzen zielende Erziehung das philosophische Bildungsideal Platons. In der Akademie übernimmt er Lehrtätigkeiten; dabei entstehen die frühesten überlieferten Lehrschriften, unter anderem die logischen Abhandlungen, die später unter dem Titel „Organon“ zusammengefasst werden.
- 387: Platon: Nach seiner Rückkehr erwirbt Platon bei dem Hain des Heros Akademos nordwestlich von Athen ein Grundstück und beginnt dort Unterricht und Forschung. Aus dieser Tätigkeit entsteht die Akademie, die erste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, deren Mitglieder sich nun „Akademiker“ nennen und die sich am Vorbild der pythagoreischen Gemeinschaft orientiert. Platon lehrt und lebt auf dem Gelände der Akademie, arbeitet mit Gastphilosophen und fortgeschrittenen Schülern zusammen und steht in Konkurrenz zum Rhetoriklehrer Isokrates, dessen Bestrebungen er kritisch sieht. In dieser Phase verfasst er zahlreiche Dialoge, in denen er in der Form des sokratischen Dialogs seine frühe Ethik, später die Ideenlehre und seine Staatstheorie entfaltet.
- 399: Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist.
- 399: Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems.
- 403: Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse
- 404: Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt.
- 410: Platon: Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.
- 427: Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer.
Sparta
- König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)
359/358 nimmt Agesilaos nach 364 erneut mit seinen Truppen Söldnerdienste an, diesmal im Rahmen eines Bündnisses mit dem athenischen Feldherrn Chabrias und dem ägyptischen Pharao Tachos gegen den persischen König Artaxerxes II. in Phönizien. Auf dem Rückweg von diesem Feldzug stirbt Agesilaos auf Kreta beziehungsweise in der Region Cyrenaika. Sein Leichnam wird in Wachs konserviert und nach Sparta überführt, wo er beigesetzt wird. Rückblickend erscheint er in der spartanischen Geschichte des 4. Jahrhunderts v. Chr. als Ausnahmeerscheinung: ein König und Feldherr, der trotz zahlreicher auswärtiger Unternehmungen persönlich bescheiden und gesetzestreu bleibt, durch diese Haltung großen politischen Einfluss gewinnt, aber mit seiner konservativen Politik zugleich Reformen verhindert und so zum langfristigen Niedergang der spartanischen Hegemonie beiträgt. - König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)
- König der Eurypontiden: Archidamos III. (359/358–338)
Um 359/358 folgt Archidamos seinem Vater Agesilaos II. als König von Sparta nach. Beim Ausbruch des Dritten Heiligen Krieges 356 v. Chr. unterstützt er den phokischen Führer Philomelos privat mit 15 Talenten bei dessen Widerstand gegen den Beschluss der Amphiktyonie, wobei Philomelos diese Hilfe angeblich durch Bestechungsgelder und die Übergabe eines Teils der in Delphi geraubten Schätze erkauft. - Fortsetzung 352
- 362: Agesilaos II.: In der Folgezeit leitet Agesilaos zusammen mit seinem Sohn Archidamos III. die spartanischen Verteidigungsmaßnahmen gegen die thebanische Allianz. Dennoch kann er den Zerfall des Peloponnesischen Bundes, die Befreiung Messeniens und die Gründung neuer Städte wie Messene und Megalopolis, die der Eindämmung Spartas dienen, nicht verhindern und auch später nicht rückgängig machen. 362 v. Chr. kämpft Sparta gemeinsam mit Athen in der zweiten Schlacht von Mantineia gegen Theben; Sparta und seine Verbündeten können zwar den Tod Epameinondas herbeiführen, aber keine Wiederherstellung der eigenen Hegemonie erreichen. Ob Agesilaos bei Mantineia selbst das Oberkommando führt, lässt sich aus den überlieferten Quellen nicht mehr sicher feststellen.
- 362: Archidamos verteidigt Sparta mit großer Tapferkeit gegen einen Angriff des thebanischen Feldherrn Epaminondas. Der antike Autor Xenophon berichtet übertrieben, Archidamos halte mit nur 180 Mann der gesamten thebanischen Armee stand, bis Agesilaos rechtzeitig zurückkehrt und die bereits teilweise eroberte Stadt endgültig rettet. Die sechste Rede des Isokrates trägt den Namen „Archidamos“ und ist wohl im Zusammenhang mit in Sparta geführten Friedensverhandlungen 366/365 v. Chr. gedacht, wird aber vielleicht erst einige Jahre später verfasst. In dieser Rede begründet Archidamos den Anspruch Spartas auf Messene und ermutigt seine Mitbürger, in dieser Frage nicht nachzugeben, was auch der tatsächlichen Stimmung in den Verhandlungen entspricht.
- Fortsetzung 359
- 364: Agesilaos II.: Angesichts der schweren Belastung der spartanischen Staatskasse greift Agesilaos in seinen letzten Lebensjahren zu ungewöhnlichen Mitteln. 364 v. Chr. lässt er sich zusammen mit seinem Heer als militärischer Unternehmer für den aufständischen persischen Satrapen Ariobarzanes anwerben, um gegen den Großkönig zu kämpfen, und führt damit faktisch einen Söldnerkrieg, dessen Lohn den spartanischen Finanzen zugutekommen soll.
- 364: Als die Arkader in das mit Sparta verbündete Elis einfallen, marschiert Archidamos auf Bitte der Eleer erneut nach Südwest-Arkadien und nimmt die Stadt Kromnos ein, in der er eine spartanische Garnison zurücklässt. Nach seiner Rückkehr greifen die Arkader und ihre Verbündeten die Besatzung in Kromnos an und belagern sie; um sie abzuziehen, verwüstet Archidamos Teile Arkadiens, doch seine Versuche bleiben erfolglos, und als er versucht, die Feinde von einer Anhöhe zu vertreiben, gerät er in eine ungünstige Lage und wird zurückgedrängt.
- 367: Archidamos führt im Auftrag seines Vaters ein Heer, zu dem Hilfstruppen des Tyrannen Dionysios I. von Syrakus gehören, gegen die in Lakonien aufständische Stadt Karyai, erobert sie vorübergehend und bestraft sie. Danach fällt er in Südwest-Arkadien ein, verwüstet die Landschaft Parrhasia und kommt seinen sizilischen Bundesgenossen zu Hilfe, als Arkader, Argiver und Messenier diesen auf dem Rückmarsch nach Lakonien den Weg versperren. Er hält eine anfeuernde Rede, erinnert die Spartaner an ihre nationale Ehre und schlägt daraufhin die feindlichen Truppen in der sogenannten „tränenlosen Schlacht“, in der nach lakonischem Bericht kein Spartaner fällt; dieser Sieg löst in Sparta große Freude aus.
- 370: Kleomenes II. ist der zweite Sohn von König Kleombrotos I., der der Agiaden-Dynastie Spartas angehört. Nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht von Leuktra 371 ist zunächst sein älterer Bruder Agesipolis II. auf den Thron gefolgt. Dieser stirbt jedoch kurz darauf, sodass Kleomenes II. nun König von Sparta wird. Kleomenes II. regiert außerordentlich lange, nämlich nach Diodoros von Sizilien 60 Jahre und 10 Monate. Trotz der Länge seiner Herrschaft sind nur sehr wenige Details über sein Leben und Wirken bekannt. Er hat den Ruf, politisch unauffällig oder sogar bedeutungslos zu sein, was von einigen Historikern als "Nullität" beschrieben wird. Möglicherweise führt die scheinbare Schwäche Kleomenes’ dazu, dass Aristoteles in seiner Politik ein kritisches Bild des spartanischen Königshauses zeichnet. Während seiner Regentschaft konzentriert sich Kleomenes vermutlich auf die Innenpolitik Spartas, während die militärische Führung den Eurypontiden Agesilaos II., Archidamos III. und Agis III. überlassen wird. Die Spartaner hüten ihre Staatsangelegenheiten streng vor Ausländern, was das Schweigen der antiken Quellen über Cleomenes erklärt.
- 370: Agesilaos II.: Nach Leuktra konzentriert sich Agesilaos auf die Verteidigung Spartas gegen innere und äußere Gefahren. 370 v. Chr. führt Epameinondas mehrere Heere nach Lakonien, und Agesilaos trägt maßgeblich dazu bei, Sparta trotz Revolten von Heloten, Periöken und Teilen der Bürgerschaft sowie trotz der Angriffe von außen zu halten; die Stadt bleibt unbefestigt, wird aber nicht erobert. Gleichzeitig versucht er, durch diplomatische Missionen, etwa Gesandtschaften nach Mantineia, Bündnispartner zu sichern und Spartas Position im Peloponnes zu verteidigen.
- 371: Agesilaos II.: Die spartanische Politik, an der Agesilaos maßgeblich beteiligt ist, verhindert jedoch notwendige Reformen der spartanischen Gesellschaft und verschärft die Spannungen zu anderen Poleis. Er wirkt an der gewaltsamen Niederschlagung mehrerer Verschwörungen und Aufstände mit, einschließlich von Erhebungen der Heloten und Unruhen unter Periöken und sogar Spartanern, womit er vorerst den inneren Zusammenhalt Spartas sichert, gleichzeitig aber das Bild eines starr konservativen Regimes verstärkt. 371 v. Chr. kommt es zum entscheidenden Bruch: Auf einer Friedenskonferenz weigert sich Agesilaos, den Thebanern zu gestatten, den Vertrag im Namen ganz Böotiens zu unterzeichnen, was zur Fortsetzung des Konflikts führt. Im gleichen Jahr unterliegt der andere spartanische König Kleombrotos I. den Thebanern unter Epameinondas in der Schlacht von Leuktra, was das Ende der langjährigen spartanischen Vorherrschaft in Griechenland einleitet. Die Niederlage zerstört die militärische Überlegenheit Spartas, dem nun eine von Theben bestimmte Phase der griechischen Geschichte gegenübersteht, während Agesilaos versuchen muss, in der Defensive die Reste der spartanischen Macht zu sichern.
- 371: Archidamos III. wird um 400 v. Chr. in das spartanische Königsgeschlecht der Eurypontiden geboren; er ist Sohn des Königs Agesilaos II. und Enkel des Archidamos II.. Schon als Prinz vertritt er mehrfach seinen alt gewordenen Vater und übernimmt bei Feldzügen den Oberbefehl über das spartanische Heer. Im Jahr 371 rückt Archidamos anstelle des erkrankten Agesilaos mit dem restlichen spartanischen Aufgebot aus, um die Überlebenden des bei Leuktra von den Thebanern geschlagenen spartanischen Heeres zu retten. Jason von Pherai vermittelt jedoch bereits zwischen den Thebanern und den geschlagenen Spartanern, sodass Archidamos die eigenen Truppen, die sich schon auf dem Heimweg befinden, bei Aigosthena an der Grenze von Megara und Böotien trifft und mit ihnen nach Sparta zurückkehrt.
- 387: Agesilaos II.: Der Krieg endet 387 v. Chr. mit dem sogenannten Königsfrieden (Frieden des Antalkidas), den Persien diktiert und den Agesilaos nachdrücklich unterstützt, weil er Spartas Vormachtstellung gegenüber den anderen Griechen sichert, auch wenn er die Rückgabe der kleinasiatischen Griechenstädte an den Perserkönig einschließt. Nach dem Königsfrieden verlagern sich die Konflikte auf die Frage, wie die Bestimmungen zur Unabhängigkeit der Poleis auszulegen sind. Agesilaos nutzt die Vertragsklauseln, um die Auflösung gegnerischer Bündnisse zu betreiben, insbesondere der böotischen Föderation unter Führung Thebens, und trägt damit zu einer Verschärfung der Rivalität zwischen Sparta und Theben bei. In den 380er und frühen 370er Jahren setzt er wiederholt militärische Mittel ein, um Theben zu isolieren und seine Bündnisse zu sprengen, und befürwortet ein hartes Vorgehen gegen Städte, die sich Spartas Hegemonie entziehen wollen.
- 391: Agesilaos II.: Ab 391 v. Chr. erzwingt Spartanlands militärische Präsenz unter seiner Führung die Auflösung mehrerer spartafeindlicher Bündnisse und bedrängt vor allem Korinth und Theben, deren Festungen und Umland in mehreren Feldzügen verwüstet werden.
- 394: Agesilaos II.: Im Jahr 395 beginnt der sogenannte Korinthische Krieg, in dem Theben, Athen, Korinth und Argos, unterstützt von persischen Mitteln, gegen Sparta kämpfen. Agesilaos kehrt aus Asien zurück, um in Griechenland selbst das Kommando zu übernehmen, und stellt sich der Koalition im Inland entgegen. Im Jahr 394 v. Chr. erringt er bei Koroneia in Böotien einen wichtigen Sieg über die antispartanischen Verbündeten, was seine Reputation als erfolgreicher Feldherr weiter steigert, auch wenn Sparta zur gleichen Zeit bei Knidos zur See eine schwere Niederlage erleidet. In den folgenden Jahren führt Agesilaos immer wieder spartanische Heere in Mittelgriechenland, um der Koalition entgegenzutreten und Spartas Hegemonialstellung zu verteidigen.
- 396: Agesilaos II.: Kurz nach seiner Thronbesteigung steht die Sicherung und Ausweitung der spartanischen Hegemonie im Vordergrund, sowohl gegenüber anderen griechischen Poleis als auch gegenüber dem Perserreich, das nach dem Peloponnesischen Krieg wieder verstärkt in die griechischen Angelegenheiten eingreift. Um die griechischen Städte in Kleinasien vom persischen Großkönig zu lösen und Spartas Einfluss dort zu festigen, übernimmt Agesilaos von 396 bis 394 v. Chr. das Feldherrenamt im Krieg gegen Persien. Agesilaos führt ein Heer nach Kleinasien, dringt über Ephesos und Phrygien bis nach Sardes vor und erzielt dort militärische Erfolge, die den ionischen Küstenstädten zeitweilig die Lösung aus dem persischen Staatsverband ermöglichen. Er tritt dabei als König auf, der erstmals in der spartanischen Geschichte zugleich Land- und Seestreitkräfte in Asien kommandiert, und stärkt den Ruf Spartas als Führungsmacht der Griechen. Seine Unternehmung muss jedoch abgebrochen werden, als sich in Griechenland eine breite, von persischem Geld unterstützte Koalition gegen Sparta formiert, die einen neuen Krieg im Mutterland auslöst.
- 399: Agesilaos II.: Im Jahr 400 v. Chr. stirbt Agis II., und nach spartanischer Tradition soll eigentlich sein Sohn Leotychidas den Thron besteigen. Dessen Legitimität ist aber umstritten, weil Agis Leotychidas zeitweise als Sohn des athenischen Politikers Alkibiades betrachtet und ihn daher zurückweist, bevor er ihn kurz vor seinem Tod doch wieder anerkennt. Ein Teil der spartanischen Führung bezweifelt, dass Leotychidas wirklich aus königlichem Geblüt stammt, und im Machtkampf um die Nachfolge setzt sich schließlich Agesilaos durch, der als vollgültiger Sohn des Archidamos II. gilt und nun König von Sparta wird. - Im Inneren Spartas gewinnt Agesilaos durch seine konsequente Unterordnung unter Gesetze und Institutionen eine besondere Autorität. Er gibt sich als König, der den Ephoren gehorcht, sich der spartanischen Einfachheit verpflichtet und keine fremdländischen Luxusgewohnheiten übernimmt, obwohl er große Auslandskommandos geführt hat. Dieses Verhalten verschafft ihm einen Einfluss auf die spartanische Politik, wie ihn seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. kein König mehr erreicht, und lässt ihn nicht nur als Feldherr, sondern auch als Staatsmann hervortreten, der viele Entscheidungen des Gemeinwesens prägt.
- 443: Agesilaos ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.
Bosporanisches Reich
- 360: Fünf Jahre später, um 360 v. Chr., greift er Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Im Anschluss daran setzt er die Ausweitung seines Einflusses auf andere Regionen am Schwarzen Meer fort. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
- Fortsetzung 356
- 365: Um etwa 365 v. Chr. beginnt Leukon eine neue Belagerung von Theodosia, diesmal in eigener Regie als König. Er belagert die Stadt zweimal, wobei die erste Phase mit der erwähnten Niederlage gegenüber Tynnichos endet.
- 389: Leukon: Leukon I. wird um 410 v. Chr. oder früher als Sohn des bosporanischen Königs Satyrus I und Enkel von Spartokos I geboren, der die frühere griechische Archaianaktiden-Dynastie gewaltsam abgesetzt hat. Spartokos I ist thrakischer Herkunft und hat möglicherweise Verbindungen zur königlichen Dynastie der Odrysen. Leukon wächst in einem Reich auf, in dem sein Vater bereits Kriege gegen Nachbarn führt, insbesondere gegen die Ixomaten unter ihrer Königin Tirgatao. Leukon nimmt als junger Mann am Krieg seines Vaters gegen Tirgatao teil und erlebt, wie sein Bruder Metrodoros als Geisel getötet wird. Zu seinen griechischen Untertanen gilt Leukon formal nur als „Archon“, während ihn die einheimischen Stämme als König ansehen. Die Athener betrachten ihn trotz dieser Stellung als Tyrannen, sehen ihn aber zugleich als Freund Athens. Satyrus I führt einen Angriffskrieg gegen die griechische Stadt Theodosia, der mit einer erfolglosen Belagerung endet und bei dem er den Tod findet. Nach dem Tod des Vaters um 389 v. Chr. übernimmt Leukon gemeinsam mit seinem Bruder Gorgippos die Herrschaft über das Bosporanische Reich; Gorgippos richtet seinen Sitz auf der asiatischen Seite in der Stadt Gorgippia ein, die er nach sich benennt. Leukon führt zugleich die von seinem Vater begonnenen Kriege fort, unter anderem gegen Theodosia und Chersones mit dem Ziel, alle griechischen Kolonien am Bosporos einzugliedern. Kurz nach seinem Regierungsantritt greift Leukon Theodosia erneut an und beginnt eine erste eigene Belagerung, die jedoch scheitert, weil der von Herakleia Pontike entsandte Feldherr Tynnichos durch eine List mit zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Stadt entsetzt. Leukon erbt außerdem den Krieg gegen die Ixomaten, macht aber bald darauf mit seiner Bruder Gorgippos Frieden mit diesem Volk und richtet seine Aufmerksamkeit nun stärker nach Westen. In der Frühphase seiner Herrschaft hat er mit inneren Unruhen zu kämpfen, muss eine von Höflingen und sogar vertrauten Freunden angezettelte Verschwörung niederschlagen und stützt sich dabei auf die Unterstützung von Kaufleuten. Leukon heiratet irgendwann während seiner Regierungszeit eine Frau namens Theodosia, die vermutlich eine Tochter des einflussreichen Diplomaten Sopaios ist. Aus dieser Ehe gehen die Söhne Spartokos II, Apollonios und Paerisades I hervor, die später die Dynastie fortsetzen. Um seine Finanzpolitik zu stärken, führt Leukon eine halb-betrügerische Münzreform durch, bei der er alle Münzen einziehen lässt und zu neuen Stücken mit dem doppelten Nennwert umprägen lässt. In einem weiteren frühen Schritt zur inneren Sicherung entlässt Leukon gemäß dem Bericht des Aineas Taktikos alle Gardisten, die Spielschulden haben, da ihre Loyalität im Fall einer Belagerung fraglich erscheint. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass seine unmittelbare Leibwache nur aus unverschuldeten, verlässlichen Männern besteht. Parallel dazu setzt er seine Expansionspolitik gegen benachbarte griechische Städte fort.
- 389: Georgippos: Gorgippos ist Sohn des Satyros I. und gehört zur spartokidischen Dynastie des Bosporanischen Reiches. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder Leukon die Herrschaft über das Bosporanische Reich und regiert von 389 bis 349 v. Chr. als Mitkönig. Er richtet seinen Herrschersitz auf der asiatischen Seite des Reiches ein, in der Stadt Sindia, der Hauptstadt des Sindike‑Königreichs, und benennt sie nach sich selbst in Gorgippia um. Im Rahmen der bosporanischen Expansionskriege tritt Gorgippos als wichtige Figur hervor, nachdem er Mitregent geworden ist. Er beendet offenbar den Krieg, den sein Vater Satyrus I zuvor erfolglos gegen die Königin Tirgatao der Maeotier begonnen hat, die Satyrus in früheren diplomatischen Beziehungen mit Hekataios verletzt hat. Während seiner Regierungszeit liefert Gorgippos dem athenischen Redner Demosthenes jährlich tausend Scheffel Getreide, wie eine gegen Demosthenes gerichtete Rede behauptet. In derselben Rede gilt Gorgippos, zusammen mit Paerisades I und Satyrus I, als einer der „verhassten Tyrannen“, denen Demosthenes wegen der Beziehung seines Großvaters zu den Spartokiden Statuen in Athen errichtet hat. Gorgippos hat eine Tochter namens Komosarye, die möglicherweise sindischer Herkunft ist. Komosarye heiratet ihren Cousin Paerisades, den Sohn Leukons, der später selbst Herrscher des Bosporanischen Reiches wird.
- 389: König Satyros I. (432-389)
Bithynien
- 378: Bas, 397 oder 396 als Sohn des bithynischen Herrschers Boteiras geboren, übernimmt 378/377 die Herrschaft über Bithynien, vermutlich noch in lockerer Abhängigkeit vom Perserreich. Fortsetzung 334
Salamis
- 361: Euagoras II. ist König des griechischen Stadtstaats Salamis auf Zypern und später Satrap für das Achämenidenreich in Phönizien. Euagoras ist möglicherweise der Sohn seines Vorgängers Nikokles und der Enkel von Evagoras I. Als König von Salamis verfolgt Evagoras einen ausgesprochen pro-persischen Kurs. König Nikokles (374/373–361) Fortsetzung 351
ODRYSEN
- 360: Amadokos II. ist ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch shak.journals.ekb) König Kotys I. (384–360) Fortsetzung 351
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes II. (404–358)
- Satrap Ariamnes (Kappadokien, 362-350)
- Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
- 361: Nach dem Ende der Satrapenrevolte 362/361 behält Mausolos sein Amt, im Gegensatz zu offeneren Rebellen wie Datames oder Ariobarzanes, und wird sogar dadurch belohnt, dass ihm Lykien zur Verwaltung übertragen wird. Zwischen etwa 362 und 353 geht die Herrschaft über Lykien endgültig von Autophradates auf Mausolos über, sodass Karien und Lykien nun in seiner Person vereint sind. In dieser späten Regierungsphase prägen die Lykier keine eigenen Münzen mehr; stattdessen zirkulieren Münzen des Mausolos und seiner Nachfolger, während ein von Mausolos eingesetzter Stellvertreter (Hyparch) und später unter Pixodaros bezeugte Garnisonskommandanten die Kontrolle sichern. Ebenfalls in die 360er Jahre fällt der Ausbau der neuen Hauptstadt Halikarnassos zu einer stark hellenisch geprägten Stadt mit Theater, Agora, ausgedehnten Mauern und Hafenbefestigungen, die zum Hauptstützpunkt der hekatomnidischen Flotte werden. Mausolos und Artemisia lassen auf der Landzunge von Zephyrion einen Palast neben dem älteren Apollon-Tempel errichten; zugleich inspiriert wahrscheinlich das Vorbild der Synoikie von Rhodos (um 408) die großangelegte Umsiedlungspolitik in Halikarnassos. Kurz nach Halikarnassos erfährt auch die Insel Kos eine Synoikie, die möglicherweise politisch durch Mausolos und später Idrieus beeinflusst wird; außerdem werden Städte wie Latmos (später Herakleia am Latmos), Knidos und vielleicht Priene verlegt oder neu gegründet. Parallel dazu investieren Mausolos und seine Familie stark in ländliche Heiligtümer wie Amyzon, Labraunda und Sinuri in den karischen Bergen, wo jährliche Prozessionen zu neu errichteten monumentalen Tempeln stattfinden. Besonders Labraunda entwickelt sich durch die regelmäßige Prozession von Mylasa aus zu einem Zentrum des hekatomnidischen Königskults, in den auch der Bruder Idrieus eingebunden ist. In all diesen Bauten setzt sich der Stil der sogenannten Ionischen Renaissance durch, eine Mischform aus kleinasiatischen und griechischen Elementen, die später in der frühen hellenistischen Zeit etwa in Priene fortwirkt. In den 360er Jahren entsteht zugleich das Bild des Mausolos als despotischer und finanzhungriger Herrscher in griechischen Quellen. Die pseudo-aristotelische Schrift "Ökonomik" überliefert Anekdoten, nach denen Mausolos etwa die Eliten von Mylasa mit einer erfundenen Bedrohung durch Artaxerxes II. zur Finanzierung von Stadtmauern veranlasst, die er nie bauen lässt, und so ihr Geld einbehält. Der gleiche Text berichtet, Mausolos’ Stellvertreter Kondalos erfinde eine Forderung des Großkönigs nach Pferdehaar-Perücken und zwinge so die Lyker, entweder ihre Haare zu opfern oder sich freizukaufen, wobei das Geld bei den karischen Herrschern bleibt. Schon 367/366 kommt es in Mylasa zu einem vereitelten Anschlagsplan gegen Mausolos während einer Prozession, was seine umstrittene Herrschaft zeigt. 361/360 lässt Mausolos in Mylasa mehrere Brüder bestrafen, die planen, eine Statue seines Vaters Hekatomnos zu schänden, während dieselben Männer in Iasos durch die Stadt mit Ehren (Proxenie) bedacht werden, was auf Spannungen mit der lokalen Elite hindeutet. In den 360er Jahren verurteilt Iasos zugleich weitere Verschwörer gegen Mausolos und versteigert ihr Eigentum, womit Widerstand und Repression eng miteinander verflochten sind.
- Fortsetzung 361
- 362: Ariamnes I ist der Sohn des Satrapen Datames, der Kappadokien in den Jahren 385–362 v. Chr. regiert. Nach dem Ende der Herrschaft seines Vaters übernimmt Ariamnes im Jahr 362 v. Chr. das Amt des Satrapen von Kappadokien. Ariamnes regiert nun Kappadokien als Satrap unter persischer Oberherrschaft im Zeitraum von 362–350 v. Chr. Während dieser Zeit ist er der Vater von Ariarathes I und von dessen Bruder Orophernes (auch Holophernes genannt). Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)
- 366: Mausolos: In den 360er Jahren beteiligt sich Mausolos an der "Revolte der Satrapen", einer vielgestaltigen Serie von Aufständen westlicher Satrapen gegen Artaxerxes II., die nicht koordiniert verläuft. Diodor zählt Mausolos unter die Satrapen, die zeitweilig gegen Artaxerxes II. rebellieren, neben Tachos von Ägypten, Ariobarzanes von Hellespont-Phrygien, Orontes von Mysien, Autophradates von Lydien und weiteren Gruppen in Anatolien und Phönizien. Gleichzeitig tritt Mausolos aber überwiegend als Helfer des Großkönigs auf und führt 366 gemeinsam mit Autophradates auf Befehl des Artaxerxes die Belagerung von Adramyttion gegen den geflohenen Ariobarzanes, bricht diese Belagerung jedoch nach Einflussnahme des spartanischen Königs Agesilaos II. ab.
- 370: Artaxerxes II.: Im Osten des Reiches erhebt sich das Volk der Kadusier, gegen das Artaxerxes persönlich ins Feld zieht, um den Aufstand niederzuschlagen. Gleichzeitig vertieft sich im Westen die Krise: Der Vertrauensverlust gegenüber Datames trägt dazu bei, dass dieser um 370 v. Chr. einen Aufstand entfacht, der in der älteren Forschung als „großer Satrapenaufstand“ gilt, dessen tatsächliche Ausdehnung heute aber als geringer eingeschätzt wird. Mehrere Satrapen, vor allem Maussollos in Karien, nutzen die Schwäche des Zentrums und regieren in der Praxis weitgehend unabhängig vom Großkönig. In Griechenland entsteht dadurch das Bild eines schwachen Artaxerxes, dessen Macht beschnitten ist, wodurch Athen und Theben ihre Position stärken und letztlich die spartanische Vorherrschaft in den Schlachten von Leuktra und Mantineia brechen können. Artaxerxes ist inzwischen ein alter Mann und überlässt die Kontrolle an der Westgrenze weitgehend den dortigen Satrapen, die stark aus Eigeninteresse handeln. Die aus griechischer Sicht häufige Darstellung eines schwachen und machtlosen Herrschers kontrastiert mit dem Faktum, dass er trotz dieser Krisen eine der längsten und – im Ergebnis – stabilsten Regierungszeiten der Achämeniden besitzt.
- 375: Artaxerxes II.: Nachdem die Westgrenze durch den Königsfrieden konsolidiert scheint, richtet Artaxerxes seinen Blick auf das verlorene Ägypten, dessen Rückgewinnung für ihn höchste Priorität hat. Um 375 v. Chr. setzt er Datames, den Satrapen von Kilikien, als Oberbefehlshaber einer persischen Streitmacht ein, die Ägypten zurückerobern soll. Da Datames in Kleinasien seine eigene Macht stark ausweitet, wächst das Misstrauen des Großkönigs, und Artaxerxes entzieht ihm schließlich das Kommando über den Ägyptenfeldzug. Statt Datames beauftragt er Pharnabazos und den athenischen Feldherrn Iphikrates mit der Führung des Unternehmens, doch der Feldzug scheitert am erbitterten Widerstand der Ägypter, die sich auf griechische Hilfstruppen stützen, was für Artaxerxes einen schweren Rückschlag bedeutet.
- 377: Mausolos ist der älteste Sohn des Karers Hekatomnos, der kurz nach dem Tod des Tissaphernes um 395–392 zum Satrapen von Karien im Achämenidenreich aufsteigt und damit die Dynastie der Hekatomniden begründet. Zwischen den frühen 370er Jahren und 377 teilt Mausolos möglicherweise bereits faktisch die Herrschaft über Karien mit seinem Vater; beide erscheinen gemeinsam auf dem Sarkophag des Hekatomnos und in einer Statuengruppe aus Kaunos. Nach dem Tod des Hekatomnos 377/376 übernimmt Mausolos offiziell das Satrapenamt in Karien. Früh in seiner Regierungszeit heiratet Mausolos seine Schwester Artemisia II. und bildet mit ihr ein Herrscherpaar ohne Kinder, was als symbolische Geschwisterehe gedeutet wird. Obwohl nur Mausolos formell Satrap genannt wird, übt Artemisia zugleich politische Autorität als gemeinsame Dynastin aus. Etwa in dieselbe frühe Phase fällt der Entschluss, die Hauptstadt von Mylasa nach Halikarnassos zu verlegen, wo Mausolos die Stadt auf einem neuen Rasterplan wiedergründet und durch Zusammenlegung umliegender karischer Dörfer (Theangela, Sibde, Medmasa, Euralium, Pedasos, Telmissos) stark vergrößert. Nach dem Korinthischen Krieg und dem Königsfrieden von Antalkidas 387 der die kleinasiatischen Griechenstädte den persischen Satrapen zuweist und zugleich die Autonomie der griechischen Inseln garantiert, wächst der Einfluss der Satrapen im Westen des Reiches. In den 370er und frühen 360er Jahren dominiert der Dynast Perikles von Limyra zeitweise ein unabhängiges Lykien und stellt sich offen gegen persische Herrschaft, wodurch er Teil der später sogenannten Satrapenrevolte ist. Diese eigenständige lykische Herrschaft endet um 362, als Autophradates von Lydien Lykien wieder für den Großkönig unterwirft und sich dort kurzzeitig selbst als König und Satrap einsetzt.
- 387: Artaxerxes II.: Als Sparta auf dem griechischen Festland militärisch die Oberhand zurückgewinnt, sich aber gegen die persischen Kräfte nicht durchsetzen kann, wird 387 v. Chr. in Sardes der sogenannte Königsfrieden ausgehandelt, dessen Bestimmungen Artaxerxes im Folgejahr allen griechischen Parteien verkünden lässt. Der Vertrag, den der spartanische Unterhändler Antalkidas mit ausgehandelt hat, legt fest, dass die Städte in Kleinasien sowie Klazomenai und Zypern dem Großkönig gehören, während die übrigen griechischen Städte – mit Ausnahme der athenischen Kleruchien Lemnos, Imbros und Skyros – autonom sein sollen. Artaxerxes tritt als Garant des Friedens auf und droht jedem, der den Vertrag nicht annimmt, Krieg zu Lande und zur See mit Schiffen und Geld an, wobei Sparta praktisch als Vollstrecker seiner Politik fungiert und für einige Jahre noch einmal als Hegemon bestätigt wird.
- 399: Artaxerxes II.: In den Jahren unmittelbar nach dem Bruderkrieg kommt es zu einer neuen Konfrontation mit Sparta, dessen Politik eng mit Kyros verbunden gewesen war. Mehrere griechische Städte in Kleinasien, die zuvor die gleiche Linie verfolgt hatten, sehen sich durch die Politik des neuen persischen Generalgouverneurs Tissaphernes bedroht und wenden sich Hilfe suchend an Sparta. Sparta reagiert mit einem Feldzug: Von 399 bis 394 v. Chr. zieht sich der Kampf hin, bis die Spartaner sich zurückziehen müssen, nachdem die persische Flotte unter dem aus Athen stammenden Nauarchen Konon mehrfach siegt und schließlich sogar die spartanische Hegemonie in Griechenland selbst in Frage stellt. Artaxerxes misst den Entwicklungen im Ägäisraum deutlich mehr Gewicht bei als seine Vorgänger und nutzt die Seemacht seines Reiches, um Sparta zu schwächen. Im sogenannten Korinthischen Krieg von 399 bis 386 v. Chr. verbündet sich Artaxerxes mit Athen und Theben gegen Sparta und unterstützt seine Verbündeten finanziell und militärisch.
- 401: Artaxerxes II.: Kyros, der sich mit dem Thronverlust in Ägypten nicht abfindet, beginnt in Kleinasien, Truppen zu sammeln, darunter mehrere tausend griechische Söldner, und plant im Frühjahr 401 v. Chr. einen Feldzug gegen seinen Bruder. Als Vorwand dient Kyros der angebliche Zug zur Niederschlagung eines Aufstands in Kleinasien; tatsächlich marschiert er von Sardes aus nach Osten und zählt auf die Unterstützung Spartas, das ihm wegen seiner Hilfe im Peloponnesischen Krieg dankbar ist und Schiffe in Aussicht stellt. Unter den Griechen im Heer des Kyros befindet sich auch Xenophon, dessen Werk Anabasis die Ereignisse des Feldzuges und insbesondere den Rückzug der Griechen später detailliert schildert. Der Satrap Tissaphernes warnt Artaxerxes rechtzeitig vor der Rebellion, sodass der Großkönig Truppen sammeln kann und es im Herbst 401 v. Chr. in Babylonien bei Kunaxa zur Entscheidungsschlacht kommt. Kyros’ Truppen scheinen anfangs zu siegen, doch Kyros unternimmt einen waghalsigen Angriff, um seinen Bruder persönlich zu töten, wird dabei schwer verwundet und stirbt kurz darauf, womit der Aufstand zusammenbricht. Die griechischen Söldner, die auf dem Schlachtfeld militärisch erfolgreich sind, geraten nun in die feindliche Tiefe und müssen sich, wie Xenophon berichtet, unter wechselnden Angriffen persischer Statthalter, aber ohne entscheidende Verluste, mühsam nach Griechenland durchschlagen. Nach dem Sieg lässt Artaxerxes die engsten Anhänger des Kyros bestrafen, während er loyale Würdenträger reich belohnt und damit seine Herrschaft im Inneren rasch wieder stabilisiert.
- 404: Artaxerxes II.: Als Dareios im Winter 405/404 v. Chr. im Sterben liegt, bemüht sich Parysatis, ihren Lieblingssohn Kyros nach dem Recht der Purpurgeburt zum Thronfolger zu machen, doch Dareios lehnt dies ab. Er bestimmt den erstgeborenen Arsakes zum Nachfolger, lässt Kyros aber seine Stellung als Satrap von Lydien und Oberbefehlshaber (karanos) in Kleinasien behalten. Nach babylonischen Quellen beginnt das erste Regierungsjahr des Artaxerxes offiziell am 1. Nisannu (8. April) 404 v. Chr., sodass er nach dem Tod Dareios’ II. in Pasargadai als Artaxerxes II. zum Großkönig gekrönt wird. Unmittelbar nach der Thronbesteigung des Artaxerxes verliert das Perserreich 404 v. Chr. Ägypten nach längeren Unruhen und Kämpfen, was die innere Lage zusätzlich belastet. Großkönig Dareios II. (423–404)
- 404: Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
- 405: Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.
- 453: Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.
ÄGYPTEN
Spätzeit, 30. Dynastie
- Pharao Tachos (360-359)
Im 46. Regierungsjahr des Artaxerxes II., beginnt Tachos nun selbst aktiv einen Angriff auf das Perserreich, nachdem die bisherigen Satrapenaufstände nicht den erhofften Erfolg erbracht haben. Babylonische Quellen verorten den Angriff in ein Schaltjahr des babylonischen Kalenders, in dem der Schaltmonat Addaru II am 23. März und der Monat Nisannu am 22. April beginnen. Die ägyptische Armee marschiert in die Richtung Syrien‑Phönizien, während der athenische Stratege Chabrias mit der Flotte seewärts vorgeht und Nektanebos (II.) mit den einheimischen Machimoi‑Truppen über Land in die Region Chor vorrückt, um dort mit dem Hauptheer zusammenzutreffen. Tachos beansprucht für sich – wie traditionell üblich – den Oberbefehl über alle Truppen, was Agesilaos enttäuscht, der sich selbst im Hauptkommando sieht, aber zunächst die Führung nur über die griechischen Kontingente akzeptiert. Während die Armee nahe Phönizien lagert, nutzt Tjaihepimu, der Bruder von Tachos und Statthalter in Ägypten, die Abwesenheit des Königs. Mit Zustimmung der Priester lässt er seinen Sohn Nektanebos II. zum neuen Pharao ausrufen und stellt ihn damit in offenen Gegensatz zu Tachos. Agesilaos nimmt das Angebot an, die Seite zu wechseln und Nektanebos II. zu unterstützen, während Chabrias vertragstreu bei Tachos bleibt, bis dieser flieht. Die Gründe für den inneren Aufstand sind aus den Quellen nicht eindeutig zu entnehmen. Möglich sind Unzufriedenheit der Priesterschaft mit der Abgabenpolitik, der Druck auf die unteren Bevölkerungsschichten durch neue Steuern oder Unmut über Verluste im Feldzug gegen Persien. Zusätzlich könnte der persische Prinz Ochos mit Gegenoffensiven das militärische Blatt gegen Tachos wenden und so Tjaihepimu den Entschluss erleichtern, die Macht an seinen Sohn zu ziehen.
Die antiken Autoren stimmen darin überein, dass Tachos durch eine erfolgreiche Rebellion gestürzt wird, aber sie weichen in den Details erheblich voneinander ab. Xenophon schildert, wie Tachos, von Desertionen in seinem Heer getroffen, nach Sidon in ein phönizisches Exil flieht, während die gespaltene Armee zwischen ihm und dem Gegenkönig wählen muss. Agesilaos entscheidet sich dort für den ägyptischen Herrscher, den er für einen verlässlichen Verbündeten Spartas hält, hilft ihm gegen seinen Rivalen und verhilft diesem, der große Geldsummen für Sparta bereitstellt, zum Thron. Cornelius Nepos erwähnt den Feldzug selbst kaum, berichtet aber, dass der betagte Agesilaos zu Tachos nach Ägypten zieht, Geschenke großenteils zurückweist und schließlich Ägypten mit 220 Talenten verlässt, die König Nektanabis ihm schenkt. Auf dem Rückweg stirbt Agesilaos im Menelaos‑Hafen zwischen Kyrene und Ägypten und sein Leichnam wird nach Sparta überführt. Diodor zeichnet ein anderes Bild: Tachos zieht mit 10'000 ausgewählten griechischen Söldnern und 80'000 ägyptischen Infanteristen aus, obwohl Agesilaos ihm rät, selbst in Ägypten zu bleiben und nur seine Feldherren kämpfen zu lassen. Während der Belagerung "syrischer Städte" rebelliert in Ägypten ein General, den die Forschung mit Tjaihepimu identifiziert, und sein Sohn Nektanebos übernimmt durch Bestechungen und Geschenke das Oberkommando über das Heer. Nektanebos zieht mit diesen Truppen nach Ägypten zurück, um das Land zu erobern, während Tachos über Arabien zum Hof des Artaxerxes II. reist, sich entschuldigt und von diesem als General zur Rückeroberung Ägyptens eingesetzt wird. Gemäss Diodor stirbt Artaxerxes II. kurz darauf, Nektanebos sammelt unter Artaxerxes III. in Syrien eine Armee von über 100'000 Mann und fordert Tachos zum Entscheidungskampf um die Königswürde heraus. Nachdem Tachos den Rat des Agesilaos ignoriert und sich in eine befestigte Stadt zurückzieht, schlägt Agesilaos bei einem nächtlichen Ausfall die Truppen des Nektanebos II., Tachos behält den Thron und beschenkt Agesilaos reich. Diese Version widerspricht allerdings anderen Traditionen, die von einem definitiven Sturz des Tachos sprechen, und wird von der Forschung wegen zahlreicher Widersprüche und Anachronismen kritisch beurteilt. Plutarch wiederum berichtet, dass Tachos und Nektanebos II. zunächst gemeinsam am Feldzug teilnehmen und Agesilaos Tachos als hochmütig und eitel empfindet. Nektanebos II., als Cousin des Tachos bezeichnet, fällt mit seinem Heer ab, nachdem er in Ägypten zum König ausgerufen ist, und wirbt Agesilaos durch Geschenke für einen Seitenwechsel, während Chabrias bei Tachos bleibt. Plutarch schildert anschließend, ähnlich wie Diodor, einen weiteren Krieg, in dem eine große Armee von etwa 100'000 Mann – diesmal unter einem König aus Mendes – Nektanebos bedroht, dieser aber, wiederum dank eines Ausfalls des Agesilaos aus einer belagerten Stadt, seinen Thron retten kann. Die antiken Berichte über Tachos erweisen sich insgesamt als tendenziös und widersprüchlich. Diodor verharmlost oder verzerrt anti‑persische Vorgänge, verherrlicht griechische Feldherren und Söldner und liefert unklare geographische Begriffe wie "Syrien‑Phönizien", die archäologisch kaum zu zerstörten Städten passen. Xenophon verfasst ein Lobschrift auf Agesilaos, während andere zeitgenössische Informationen fehlen, sodass die tatsächliche Abfolge der Ereignisse nur annähernd zu rekonstruieren ist. Eine spätere exegetische Ergänzung der demotischen Chronik formuliert rückblickend eine Orakelaussage, wonach ein Pharao nach Syrien‑Palästina zieht und während seiner Abwesenheit „im Tausch“ gegen einen anderen Pharao ersetzt wird. Ob dieses Orakel konkret auf die Absetzung von Tachos zielt oder allgemeiner die Gefahr der Abwesenheit des Königs illustriert, lässt sich nicht sicher entscheiden, zumal auch Nektanebos II. am Ende seiner Herrschaft aus Ägypten flieht. Der weitere Lebensweg und der Tod von Tachos bleiben im Dunkeln. Wahrscheinlich flieht er zunächst zum phönizischen Fürsten Straton von Sidon und sucht später am Hof von Artaxerxes II. oder Artaxerxes III. Asyl, doch die Quellen sind bruchstückhaft. Eine autobiographische Inschrift des Priesters Wennefer, der an einem Feldzug gegen die Perser in Phönizien teilnimmt, verweist eventuell auf Kontakte zum persischen Königshof, doch ist unklar, ob Wennefer gemeinsam mit Tachos reist oder unabhängig von ihm wirkt. Archäologisch bleiben Tachos’ Spuren spärlich: Nachweise gibt es in Form einer Kapelle und Restaurierungsinschriften im Chons‑Tempel in Karnak, Fragmenten eines Naos, Inschriften aus Athribis, Tanis, Tura, einem Steinblock aus Matarije, einer Schale aus Memphis, einem Topfdeckel und seinen Münzen. Grab, Sarkophag oder Mumie des Tachos sind bislang nicht gefunden, sodass sein Ende weiterhin offen bleibt. - Pharao Nektanebos II. (359-341)
Nektanebos II. besteigt den Thron und ist damit der dritte und letzte Herrscher der 30. Dynastie. Zu Beginn seiner Regierungszeit leitet Nektanebos in Memphis die Bestattungszeremonie eines Apis-Stieres und lässt an den östlichen und westlichen Apis-Tempeln neue Reliefdekorationen anbringen. Er errichtet unter anderem einen Tempel des Khnum auf der Insel Abu (Elephantine) und einen Amun-Tempel in Sekhtam und stiftet ein Diorit-Naos für Anhur-Schu, dessen Fragment in Tjebnutjer gefunden wird. Unter seiner Herrschaft gewinnt der Buchis-Kult stark an Popularität, und er erlässt ein Dekret, das Steinbrucharbeiten in den "Geheimnisvollen Bergen" bei Abydos verbietet.
Nektanebos entfaltet eine sehr umfangreiche Bautätigkeit im ganzen Land, die an das Niveau großer Könige des Neuen Reiches heranreicht. Sein Name erscheint an zahlreichen bedeutenden Kultorten wie Heliopolis, Athribis und Bubastis, während er in seinem Heimatgebiet Sebennytos und am heutigen Behbeit el-Hagar besonders intensiv baut. Die Reliefs der Tempel von Sebennytos prägen später deutlich den Stil der ptolemäischen Kunst. Seine starke religiöse Bautätigkeit dient neben persönlicher Frömmigkeit wahrscheinlich auch dazu, seine Stellung als Usurpator durch religiöse Legitimation zu festigen. - Fortsetzung 351
- 360: Zu Beginn des Jahres 360 v. Chr. bereitet Teos, Vorgänger und Onkel Nectanebos, einen großen Angriffskrieg gegen äußere Feinde vor und sammelt Heer und Flotte entlang der Mittelmeerküste. Nectanebos begleitet Teos auf diesem Feldzug und führt dabei die ägyptischen machimoi-Truppen. Teos finanziert den Krieg, indem er neue Steuern erhebt und Tempelbesitz beschlagnahmt, was besonders die Priesterschaft empört und Nectanebo ihre Unterstützung zuführt. Teos ruft Agesilaos von Sparta und Chabrias aus Athen zu Hilfe, doch Agesilaos weigert sich, gegen Ägypter zu kämpfen, und Chabrias kehrt mit seinen Söldnern nach Athen zurück. Teos flieht daraufhin an den persischen Hof und stirbt später dort eines natürlichen Todes. In Ägypten tritt nun ein Thronprätendent aus Mendes auf, der sich zum Pharao ausruft und vermutlich aus der Familie des früheren Königs Nepherites I. stammt. Der Usurpator versucht, Agesilaos auf seine Seite zu ziehen, doch dieser bleibt aus Furcht, als Verräter zu gelten, Nectanebo treu. Im Nildelta geraten Nectanebo und Agesilaos in einer Stadt in eine Belagerung durch die zahlenmäßig überlegenen Anhänger des Prätendenten, können aber im Herbst 360 v. Chr. den Aufstand militärisch niederschlagen.
- 360: Tachos: Nach dem Tod von Nektanebos I. im Jahr 360 v. Chr. wird Tachos vollgültiger Pharao der 30. Dynastie. Die Krönung fällt in ein Jahr mit einer beobachteten Mondfinsternis, die zur Datierung der Herrschaftsfolge herangezogen wird. Zu Beginn seiner Alleinherrschaft setzt Tachos die anti‑persische Politik seines Vaters fort, die in der Unterstützung kleinasiatischer Satrapenaufstände gegen den Großkönig Artaxerxes II. besteht. So erhält der Satrapenvertreter Rheomithres 500 Talente Silber und 50 Kriegsschiffe, obwohl er später eidbrüchig wird und diese Ressourcen samt Schiffen an die Perser ausliefert. Um diese Politik zu finanzieren, betreibt Tachos eine harte Finanzpolitik: Er lässt weitere Tempelschätze verkaufen und reduziert auf Rat des Griechen Chabrias die Einkünfte der Tempel und Priester auf ein Zehntel. Zugleich weitet er das von Nektanebos I. erlassene Naukratis‑Dekret auf alle Schiffahrt und sämtliche ägyptischen Waren aus, sodass Abgaben, die zuvor etwa dem Neith‑Tempel in Sais zufließen, nun in die königliche Kasse gehen. Um etwa 360 v. Chr. führt Tachos den Goldstater als erste altägyptische Münze ein, um vor allem die zahlreichen Söldner für den geplanten Persienfeldzug in barer Münze entlohnen zu können. Damit legt er den Grundstein für eine eigentliche Münzwährung in Ägypten. Trotz Unmut im Klerus hofft er, die Priester durch spätere Kriegsbeute wieder zu besänftigen. - Tachos verfolgt früh den Plan, die Schwäche des Perserreiches auszunutzen und knüpft damit an die Tradition der syrisch‑palästinischen Feldzüge der Thutmosiden an. Zunächst unterstützt er Aufstände in Phönizien und Kleinasien vor allem finanziell und beobachtet die Lage, bevor er eigene Truppen entsendet. Er verhandelt erfolgreich mit Maussolos von Karien, der die Satrapenaufstände bereits seit etwa 362 v. Chr. unterstützt, und gewinnt den spartanischen König Agesilaos durch großzügige finanzielle Zusagen für ein Bündnis. Athen wahrt offiziell die Nähe zu Persien, gestattet aber Chabrias, auf eigene Rechnung in ägyptische Dienste zu treten. Nach Diodor stellt Tachos ein Heer von rund 100.000 Mann auf, davon 20.000 Griechen, unter ihnen 10.000 Söldner, und etwa 80.000 ägyptische Soldaten. Agesilaos führt 1.000 Hopliten aus Sparta, die nach der zweiten Schlacht von Mantineia angeworben sind, in den ägyptischen Dienst. Parallel dazu übernimmt Chabrias das Kommando über eine Flotte von ungefähr 200 gut ausgerüsteten Schiffen, die aus größeren Trieren und schnellen Galeeren mit je etwa 30 Ruderern bestehen.
- 363: Tachos: http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos Tachos] stammt aus einer eingewanderten libyschen Familie aus Sebennytos im Nildelta, aus der auch sein Vater Nektanebos I. und sein gleichnamiger Großvater hervorgehen. Der Großvater dient spätestens unter Nepherites II. als General und ist sehr wahrscheinlich am Sturz dieses mendesischen Königs beteiligt, was den Machtaufstieg der Familie einleitet. Nektanebos I. gelangt mit Hilfe des athenischen Feldherrn Chabrias auf den Thron, der schon unter König Hakor die Beziehungen zwischen Ägypten und Athen berät. Über die Mutter von Tachos herrscht Unsicherheit: Udjaschu kann entweder Mutter oder Ehefrau von Nektanebos I. sein, daneben kommt die Griechin Ptolemais, vielleicht eine Tochter des Chabrias, als Gemahlin in Frage. Sicher ist nur, dass Tachos mindestens einen Bruder hat, den General Tjaihepimu, der später eine Schlüsselrolle beim Sturz von Tachos spielt. Nektanebos I. bereitet aufgrund seines Alters frühzeitig eine geordnete Nachfolge vor und ernennt seinen Sohn Tachos um 363/362 v. Chr. zum Mitregenten. Während dieser Doppelherrschaft ist Tachos offenbar vor allem für die finanziellen Angelegenheiten des Reiches zuständig, was die demotische Chronik kritisiert und Nektanebos I. als „gierigen Pharao“ verurteilt. Diese Kritik zielt implizit auch auf Tachos, der als einziger Herrscher der demotischen Chronik gleichzeitig die Titel „König“ und „Pharao“ trägt.
KUSCH
KARTHAGO
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INDIEN
Anuradhapura
- 367: Mutasiva ist König des Königreichs Anuradhapura in Sri Lanka, dessen Hauptstadt Anuradhapura ist. Er ist der Sohn von König Pandukabhaya. Bis 307 regiert er sechzig Jahre lang. Seine Regierungszeit ist von einem ununterbrochenen Frieden im Land geprägt. Während seiner Herrschaft ist den Menschen die Existenz der Perlen vor der Küste von Ceylon bekannt. Sie kennen acht verschiedene Perlensorten und betreiben den Abbau von Edelsteinen. In dieser Zeit lässt Mutasiva den Mahamevnāwa-Park in Anuradhapura anlegen, der als der größte und schönste Park im alten Lanka gilt. Er ist auch der erste König, der einen Park errichten lässt. Mutasiva hat zehn Söhne, von denen einige – Devanampiya Tissa, Uttiya, Mahasiva, Suratissa und Asela – ihm als Könige nachfolgen. Fortsetzung 307
- 367: König Pandukabhaya (437–367)
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr des Wasser-Hundes; am Beginn des Jahres Metall-Hahn)
Qin
- 361: 361 v. Chr. stirbt Herzog Xian nach 24 Regierungsjahren, und sein 21‑jähriger Sohn Ying Quliang besteigt als Herzog Xiao von Qin den Thron. Zu dieser Zeit sind die sechs Großmächte der Streitenden Reiche bereits ausgebildet, das Zhou‑Königtum ist geschwächt, Wei hält weiterhin die frühere Hexi‑Region Qin, und Qin gilt, im fernen Westen isoliert, als „barbarischer“ Randstaat. Herzog Xiao will die Hegemonie seines Ahnherrn Herzog Mu wiederherstellen und erlässt einen berühmten öffentlichen Aufruf, in dem er fähige Männer auffordert, Strategien zur Stärkung Qins vorzulegen, und ihnen hohe Ämter sowie Land in Aussicht stellt. Im selben Jahr führt er zwei Feldzüge: nach Osten zur Belagerung der Stadt Shan (bei heutigem Hancheng) und nach Westen gegen die Westlichen Rong, wobei der Rong‑König Gua getötet wird; Zhao und Han nutzen den Herrscherwechsel und greifen Qin gemeinsam an. In diese Situation fällt der Aufruf auch in andere Staaten; der aus Wei stammende Rechtsgelehrte Wei Yang, später Shang Yang genannt, erfährt davon. Shang Yang dient zunächst als Mitarbeiter des Premierministers Gongshu Cuo in Wei und reist nach dessen Tod mit dem Gesetzeswerk „Kanon des Rechts“ nach Qin. Er wird durch den Günstling Jing Jian bei Herzog Xiao eingeführt und hält nacheinander mehrere Audienzen: zuerst vertritt er den „Weg des Kaisers“ (dao der Heiligen Könige), dann den „Weg des Königs“ (herrschen durch Wohlwollen), erreicht aber keine Zustimmung. In einer weiteren Audienz spricht er vom „Weg des Hegemons“ und erkennt zugleich, dass der Herzog schnelle, praktische Erfolge in seiner eigenen Lebenszeit anstrebt. In einer vierten, sehr langen Unterredung legt Shang Yang schließlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Staat und Finanzen vor, und Herzog Xiao ist so vertieft, dass er unbewusst näher zu ihm rückt; sie diskutieren tagelang ohne Ermüdung. Auf dieser Grundlage entwerfen sie Reformpläne, die trotz heftiger Opposition konservativer Adliger von Herzog Xiao voll unterstützt und schrittweise umgesetzt werden. Bereits 359 v. Chr. erlässt der Herzog auf Shang Yangs Drängen das „Landurbar‑Edikt“ (Ken-cao-Ling), das als Auftakt zur großen Reform gilt und vor allem die Landwirtschaft fördern, den Handel eindämmen, Adlige zur Feldarbeit heranziehen, Steuern vereinheitlichen und die Vorrangstellung der Landwirtschaft im Wertesystem verankern soll.
- Fortsetzung 361
- 366: Im Jahr 366 v. Chr. besiegt Qin unter dem künftigen Herzog Xian ein Bündnis aus Han und Wei in der Schlacht von Shimen; Soldaten werden nach der Zahl abgeschlagener Feindköpfe befördert, und Qin entreißt Wei weiteres Land.
- 382: Herzog Xiao von Qin (persönlicher Name Ying Quliang) wird am 6. Dezember 382 v. Chr. im 4. Regierungsjahr seines Vaters Herzog Xian geboren.
Zhou
- 368: Ji Bian übernimmt die Herrschaft und wird König Xian von Zhou. Während seiner Regierungszeit schickt er Geschenke an viele der feudalen Staaten, insbesondere an die Staaten Qin und Chu, die formell seine Vasallen sind. Spät in seiner Regierungszeit erklären sich die Herrscher dieser Staaten selbst zu Königen und erkennen den König von Zhou nicht mehr einmal nominell als ihren Oberherrn an. Fortsetzung 321
- 369: König Lie (375–369)
Zhao
- 372: Cheng: Im Jahr 372 v. Chr. lässt Marquess Cheng bei Xingdi, dem Gebiet des heutigen Xingtai in der Provinz Hebei, einen hölzernen Aussichtsturm errichten, der „Tantai“ heißt. Dieser Turm dient als erhöhter Beobachtungs‑ und Repräsentationspunkt, von dem aus er auf die übrigen Staaten der Streitenden Reiche blickt; der Ort erhält später nach diesem Bauwerk den Namen „Xingtai“. In den folgenden Jahren verschärft sich die Rivalität zwischen Zhao und dem mächtigen Nachbarn Wei unter König Hui, der seine militärische Überlegenheit auszuspielen versucht. Wei greift wiederholt in die Auseinandersetzungen unter den nordchinesischen Staaten ein und sieht im wachsenden Zhao einen wichtigen Gegner. Fortsetzung 353
- 374: Cheng: Marquess Cheng von Zhao, mit persönlichem Namen Zhao Zhong, ist Markgraf des Staates Zhao und Sohn des Markgrafen Jing, den er nach dessen Tod als Herrscher von Zhao ablöst. Seine Regierungszeit liegt in der mittleren Phase der Streitenden Reiche, etwa von der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 350 v. Chr. Zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt Zhao Zhong – nun Marquess Cheng – den Thron des Staates Zhao von seinem Vater Marquess Jing und stabilisiert zunächst die Nachfolge im Herrscherhaus. In dieser Zeit festigt er die Stellung Zhaos in der durch Rivalität zwischen Zhao, Wei, Han und anderen Staaten geprägten politischen Ordnung.
- 375: Markgraf Jing (386–375)
Wei
- 361: Hui verlegt die Hauptstadt von Anyi nach Daliang, um sie vor dem Zugriff des Qin-Staates zu schützen. Anyi liegt auf einem Plateau südlich des Fen-Flusses, nahe des Zusammenflusses von Fen-, Wei- und Gelbem Fluss. Daliang befindet sich im Südosten von Wei an der Grenze zum Staat Song. Von da an wird Wei kurzzeitig auch Liang genannt. In den Jahren 361–355 führt Hui mehrere persönliche Treffen mit Herrschern benachbarter Staaten durch. Fortsetzung 354
- 362: Zwischen 362 und 359 tauscht Hui Gebiete mit Zhao im Norden und Han im Süden aus. Dadurch schafft er sinnvollere Staatsgrenzen, sichert die neue Hauptstadt und erhält mehr Kontrolle über wichtige Handelswege.
- 369: Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Marquess Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn von Marquess Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
- 370: Markgraf Wu (396–370)
Qi
- 363: Huan: Neben der Tötung von Bruder und Neffen berichtet das Werk „Bambusannalen“, dass Herzog Huan im elften Regierungsjahr auch seine eigene Mutter töten lässt.
- Fortsetzung 357
- 374: Huan: Herzog Huan von Tian-Qi, 400 geboren, mit persönlichem Namen Tian Wu, gehört zum Haus Tian (Tian-Qi-Dynastie) und ist Sohn von Herzog Tai von Tian-Qi und dessen Gemahlin Konsort Xiao. 375 lässt Tian Wu seinen älteren Bruder Tian Yan sowie dessen Sohn Tian Xi ermorden und reißt damit die Macht an sich. Er usurpiert den Thron und regiert 374 als Herzog Huan von Tian-Qi. In den ersten fünf Jahren seiner Herrschaft wird Qi nacheinander von den Nachbarstaaten Lu, Wei, Wey und Zhao angegriffen.
- 376: Wei wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Viscount Xiang, Viscount Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Consort Xiao.
Chu
- 369: King Xuan von Chu wird als Sohn von König Dao des Staates Chu geboren. Sein älterer Bruder König Su regiert vor ihm und stirbt 370 v. Chr. ohne Nachkommen. Xiong Liangfu folgt daraufhin seinem Bruder nach und wird 369 v. Chr. als König Xuan König des Staates Chu. Er gehört zum Haus Mi und herrscht in der Zeit der Streitenden Reiche. Fortsetzung 354
JAPAN
- 392: Nach dem Tod seines Vaters besteigt Kōan am 27. Tag des 1. Mondmonats des Folgejahrs den Thron. Er gilt nach den Chroniken Kojiki und Nihonshoki als 6. Tennō von Japan. Die historische Existenz Kōans bleibt zweifelhaft, da er zu den "acht undokumentierten Kaisern" gehört, über die es nur knappe Überlieferungen gibt. Sein Eigenname lautet nach dem Nihonshoki Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter ist Yoso-tarashi-hime; laut Kojiki heißt er Ō-yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter Yoso-taho-hime no mikoto. Fortsetzung 342
- 393: Tennō Kōshō (475–393)
- 408: Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.
QUELLEN
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07.06.2023 Artikel eröffnet
11.07.2023 Grundstock erstellt
21.01.2026 Grundstock ergänzt