768: Unterschied zwischen den Versionen
Rk (Diskussion | Beiträge) Kategorien ergänzt |
Rk (Diskussion | Beiträge) KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 105: | Zeile 105: | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Pippin_der_J%C3%BCngere König Pippin der Jüngere (751–768)] <br />Im Juni 768 befindet sich Pippin nach Feldzügen in Aquitanien auf dem Rückweg, als er schwer erkrankt und erkennt, dass er seine Nachfolge ordnen muss; er legt fest, wie das Reich nach seinem Tod aufgeteilt werden soll: Karl, der ältere Sohn, und Karlmann, der jüngere, sollen das Königtum gemeinsam fortführen, aber jeweils mit eigenem Reichsteil. Am 24. September stirbt er in der Königsgrablege Saint-Denis und wird vor der Klosterkirche beigesetzt. Während der Französischen Revolution wird sein Grab geplündert und die Überreste in ein Massengrab außerhalb der Kirche verbracht. Mit seiner Ehefrau Bertrada der Jüngeren hat Pippin insgesamt sechs Kinder, darunter Karl der Große, Karlmann I., Gisela, Pippin, Rothaid und Adelheid. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Pippin_der_J%C3%BCngere König Pippin der Jüngere (751–768)] <br />Im Juni 768 befindet sich Pippin nach Feldzügen in Aquitanien auf dem Rückweg, als er schwer erkrankt und erkennt, dass er seine Nachfolge ordnen muss; er legt fest, wie das Reich nach seinem Tod aufgeteilt werden soll: Karl, der ältere Sohn, und Karlmann, der jüngere, sollen das Königtum gemeinsam fortführen, aber jeweils mit eigenem Reichsteil. Am 24. September stirbt er in der Königsgrablege Saint-Denis und wird vor der Klosterkirche beigesetzt. Während der Französischen Revolution wird sein Grab geplündert und die Überreste in ein Massengrab außerhalb der Kirche verbracht. Mit seiner Ehefrau Bertrada der Jüngeren hat Pippin insgesamt sechs Kinder, darunter Karl der Große, Karlmann I., Gisela, Pippin, Rothaid und Adelheid. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe '''König Karl der Große (768–800)'''] <br />Nach Pippins Tod tritt die von ihm angeordnete Reichsteilung in Kraft: Karl (20) erhält Austrasien, den Großteil Neustriens und den westlichen Teil Aquitaniens, während Karlmann das restliche Aquitanien, Burgund, die Provence, Septimanien, das Elsass und Alamannien zufallen. Bayern bleibt ausdrücklich von der Erbteilung ausgeschlossen und behält unter Herzog Tassilo III. faktisch seine eigene, nur lose an das Frankenreich gebundene Stellung. Durch diese Grenzziehung umschließt Karls Herrschaftsgebiet das Reich seines Bruders halbkreisförmig im Westen und Norden, was eine latente strategische Überlegenheit für Karl und eine potenziell beklemmende Lage für Karlmann erzeugt. Zugleich werden Konfliktlinien angelegt, weil wichtige Randräume – Aquitanien, Alamannien, die Provence – zwischen beiden Herrschaftsbereichen geteilt oder voneinander abhängig sind und damit zum Zankapfel werden können. <br />Am 9. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Dionysius von Paris, wird Karl im nordfranzösischen Noyon zum König der Franken gesalbt, während Karlmann in der traditionellen merowingischen Königspfalz Soissons seine Salbung empfängt. Mit diesem doppelt vollzogenen Salbungsritus erhalten beide Brüder die sakrale Legitimation ihres Königtums, die schon Pippin durch die päpstliche Salbung von 754 und den Titel Patricius Romanorum vorbereitet hat. Die getrennten Orte der Erhebung unterstreichen, dass keine eigentliche Mitregierung im Sinne einer gemeinsamen Verwaltung des Reiches vorgesehen ist, sondern zwei formal gleichrangige, aber politisch voneinander unabhängige Herrschaften entstehen. In ihren Urkunden treten Karl und Karlmann daher jeweils als selbstständige Könige auf, ohne gemeinsame Diplome, was den faktischen Charakter der Teilung unterstreicht. Für Karl bedeutet die Salbung in Noyon den Beginn seiner eigenen, zunächst nur regional begrenzten Königsherrschaft, aus der er in den folgenden Jahren schrittweise eine Alleinherrschaft über das gesamte Frankenreich entwickeln wird. <br />Noch im Jahr 768 beginnt sich abzuzeichnen, dass Karl und Karlmann ihre Herrschaft nicht koordiniert, sondern jeweils im eigenen Bereich und mit eigener politischer Agenda ausüben. Die von Anfang an fehlende gemeinsame Urkundenpraxis zeigt, dass es keinen institutionalisierten königlichen Gesamtwillen gibt, sondern zwei Höfe mit eigener Umgebung, eigenen Großen und eigenen politischen Schwerpunkten. Die Spannungen, die sich später deutlich zeigen, haben ihre Wurzel in dieser Konstruktion des Doppelreiches: Beide Könige haben prinzipiell gleiche Würde, aber sehr unterschiedliche territoriale Position und Machtbasis. Karl kann im Westen und Norden auf die starke Tradition austrasischer und neustrischer Machtzentren zurückgreifen, während Karlmann im Süden und Osten auf Regionen angewiesen ist, die stärker von alten Stammesherzogtümern und eigenständigen Adelsgruppen geprägt sind. <br />''Artikel des Tages'': Karl der Große (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs. Er erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Das Frankenreich gelangte unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung. Karl gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Herrscher und als eine Persönlichkeit, die das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein nachhaltig geprägt hat. Karl gelang es, das Frankenreich in einer Reihe von Feldzügen nach außen erheblich zu erweitern. Besonders verlustreich und erbittert geführt waren die mit Unterbrechungen von 772 bis 804 andauernden Sachsenkriege. 774 eroberte er das Langobardenreich in Italien. Während der Spanienfeldzug im Jahr 778 scheiterte, beendete er im Osten die Selbstständigkeit Baierns und eroberte in den 790er Jahren das Restreich der Awaren. Das Frankenreich stieg zur neuen Großmacht neben Byzanz und dem Abbasidenkalifat auf. Es umfasste den Kernteil der frühmittelalterlichen lateinischen Christenheit und war das bis dahin bedeutendste staatliche Gebilde im Westen seit dem Fall Westroms. Karl sorgte für eine effektive Verwaltung und bemühte sich um eine umfassende Bildungsreform, die eine kulturelle Neubelebung des Frankenreichs zur Folge hatte. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe '''König Karl der Große (768–800)'''] <br />Nach Pippins Tod tritt die von ihm angeordnete Reichsteilung in Kraft: Karl (20) erhält Austrasien, den Großteil Neustriens und den westlichen Teil Aquitaniens, während Karlmann das restliche Aquitanien, Burgund, die Provence, Septimanien, das Elsass und Alamannien zufallen. Bayern bleibt ausdrücklich von der Erbteilung ausgeschlossen und behält unter Herzog Tassilo III. faktisch seine eigene, nur lose an das Frankenreich gebundene Stellung. Durch diese Grenzziehung umschließt Karls Herrschaftsgebiet das Reich seines Bruders halbkreisförmig im Westen und Norden, was eine latente strategische Überlegenheit für Karl und eine potenziell beklemmende Lage für Karlmann erzeugt. Zugleich werden Konfliktlinien angelegt, weil wichtige Randräume – Aquitanien, Alamannien, die Provence – zwischen beiden Herrschaftsbereichen geteilt oder voneinander abhängig sind und damit zum Zankapfel werden können. <br />Am 9. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Dionysius von Paris, wird Karl im nordfranzösischen Noyon zum König der Franken gesalbt, während Karlmann in der traditionellen merowingischen Königspfalz Soissons seine Salbung empfängt. Mit diesem doppelt vollzogenen Salbungsritus erhalten beide Brüder die sakrale Legitimation ihres Königtums, die schon Pippin durch die päpstliche Salbung von 754 und den Titel Patricius Romanorum vorbereitet hat. Die getrennten Orte der Erhebung unterstreichen, dass keine eigentliche Mitregierung im Sinne einer gemeinsamen Verwaltung des Reiches vorgesehen ist, sondern zwei formal gleichrangige, aber politisch voneinander unabhängige Herrschaften entstehen. In ihren Urkunden treten Karl und Karlmann daher jeweils als selbstständige Könige auf, ohne gemeinsame Diplome, was den faktischen Charakter der Teilung unterstreicht. Für Karl bedeutet die Salbung in Noyon den Beginn seiner eigenen, zunächst nur regional begrenzten Königsherrschaft, aus der er in den folgenden Jahren schrittweise eine Alleinherrschaft über das gesamte Frankenreich entwickeln wird. <br />Noch im Jahr 768 beginnt sich abzuzeichnen, dass Karl und Karlmann ihre Herrschaft nicht koordiniert, sondern jeweils im eigenen Bereich und mit eigener politischer Agenda ausüben. Die von Anfang an fehlende gemeinsame Urkundenpraxis zeigt, dass es keinen institutionalisierten königlichen Gesamtwillen gibt, sondern zwei Höfe mit eigener Umgebung, eigenen Großen und eigenen politischen Schwerpunkten. Die Spannungen, die sich später deutlich zeigen, haben ihre Wurzel in dieser Konstruktion des Doppelreiches: Beide Könige haben prinzipiell gleiche Würde, aber sehr unterschiedliche territoriale Position und Machtbasis. Karl kann im Westen und Norden auf die starke Tradition austrasischer und neustrischer Machtzentren zurückgreifen, während Karlmann im Süden und Osten auf Regionen angewiesen ist, die stärker von alten Stammesherzogtümern und eigenständigen Adelsgruppen geprägt sind. <br />''Artikel des Tages'': Karl der Große (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs. Er erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Das Frankenreich gelangte unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung. Karl gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Herrscher und als eine Persönlichkeit, die das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein nachhaltig geprägt hat. Karl gelang es, das Frankenreich in einer Reihe von Feldzügen nach außen erheblich zu erweitern. Besonders verlustreich und erbittert geführt waren die mit Unterbrechungen von 772 bis 804 andauernden Sachsenkriege. 774 eroberte er das Langobardenreich in Italien. Während der Spanienfeldzug im Jahr 778 scheiterte, beendete er im Osten die Selbstständigkeit Baierns und eroberte in den 790er Jahren das Restreich der Awaren. Das Frankenreich stieg zur neuen Großmacht neben Byzanz und dem Abbasidenkalifat auf. Es umfasste den Kernteil der frühmittelalterlichen lateinischen Christenheit und war das bis dahin bedeutendste staatliche Gebilde im Westen seit dem Fall Westroms. Karl sorgte für eine effektive Verwaltung und bemühte sich um eine umfassende Bildungsreform, die eine kulturelle Neubelebung des Frankenreichs zur Folge hatte. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Karlmann_I. '''König Karlmann I. ( | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Karlmann_I. '''König Karlmann I. (768-771)'''] <br />Pippin hat vor seinem Tod am 24. September die Reichsteilung festgelegt, bei der Karl den nördlichen Teil und Karlmann eine südliche Ländergruppe von der Mitte Aquitaniens bis nach Alemannien erhält. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Turpin_von_Reims Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Turpin_von_Reims Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Angilram_von_Metz '''Bischof Angilram (Metz, 768–791)'''] <br />Angilram stammt aus einer vornehmen austrasischen Familie, die ihn schon früh für den geistlichen Stand bestimmt. In der Überlieferung gilt er meist als Verwandter oder Neffe des Bischofs Chrodegang von Metz, der selbst aus dem hochadeligen fränkischen Milieu kommt. Seine Familie sorgt dafür, dass er eine gründliche geistliche Bildung erhält, weil eine kirchliche Laufbahn hohes Prestige und politischen Einfluss verspricht. Er erhält Unterricht im Kloster Gorze, wo der Mönch Nargaudus (auch Norgandus genannt) ihn in Theologie und geistlicher Lebensführung unterweist. Anschließend tritt Angilram zunächst in das Kloster Sankt Avold ein und danach in das Vogesenkloster Senones, wo er als Mönch lebt. In Senones steigt er später zum Abt auf, doch die Quellen lassen offen, ob er dieses Amt schon vor seiner Erhebung zum Bischof von Metz oder erst danach übernimmt. Nach dem Tod Chrodegangs am 6. März 766 bleibt der Bischofssitz von Metz länger als zweieinhalb Jahre unbesetzt, sodass eine Sedisvakanz entsteht. In dieser Zeit verhandeln geistliche und weltliche Eliten darüber, wer die Nachfolge antreten soll, wobei sowohl lokale Interessen in Metz als auch die Politik des fränkischen Hofes eine Rolle spielen. Schließlich wählt das Metzer Dom- und Stadtklerus Angilram zum neuen Bischof, offenbar auch aufgrund seiner Herkunft und seiner Vertrautheit mit der Reformpolitik Chrodegangs. Am 25. September 768 empfängt Angilram die Bischofsweihe und übernimmt das Amt des Bischofs von Metz. In den ersten Jahren führt er nachweislich nur den bischöflichen Titel und erscheint in den Quellen bis mindestens 777, wahrscheinlich sogar noch bis Ende 782, ohne erzbischöfliche Bezeichnung. Zugleich bleibt er mit dem Kloster Senones verbunden, übergibt die Abtei aber wegen seiner zahlreichen anderen Verpflichtungen später seinem früheren Lehrer Norgandus, den er damit besonders auszeichnet. <br />Zu Angilram siehe auch [https://www.deutsche-biographie.de/gnd100936539.html deutsche-biographie] und [https://geschichtsquellen.de/person/19582 geschichtsquellen] | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Angilram_von_Metz '''Bischof Angilram (Metz, 768–791)'''] <br />Angilram stammt aus einer vornehmen austrasischen Familie, die ihn schon früh für den geistlichen Stand bestimmt. In der Überlieferung gilt er meist als Verwandter oder Neffe des Bischofs Chrodegang von Metz, der selbst aus dem hochadeligen fränkischen Milieu kommt. Seine Familie sorgt dafür, dass er eine gründliche geistliche Bildung erhält, weil eine kirchliche Laufbahn hohes Prestige und politischen Einfluss verspricht. Er erhält Unterricht im Kloster Gorze, wo der Mönch Nargaudus (auch Norgandus genannt) ihn in Theologie und geistlicher Lebensführung unterweist. Anschließend tritt Angilram zunächst in das Kloster Sankt Avold ein und danach in das Vogesenkloster Senones, wo er als Mönch lebt. In Senones steigt er später zum Abt auf, doch die Quellen lassen offen, ob er dieses Amt schon vor seiner Erhebung zum Bischof von Metz oder erst danach übernimmt. Nach dem Tod Chrodegangs am 6. März 766 bleibt der Bischofssitz von Metz länger als zweieinhalb Jahre unbesetzt, sodass eine Sedisvakanz entsteht. In dieser Zeit verhandeln geistliche und weltliche Eliten darüber, wer die Nachfolge antreten soll, wobei sowohl lokale Interessen in Metz als auch die Politik des fränkischen Hofes eine Rolle spielen. Schließlich wählt das Metzer Dom- und Stadtklerus Angilram zum neuen Bischof, offenbar auch aufgrund seiner Herkunft und seiner Vertrautheit mit der Reformpolitik Chrodegangs. Am 25. September 768 empfängt Angilram die Bischofsweihe und übernimmt das Amt des Bischofs von Metz. In den ersten Jahren führt er nachweislich nur den bischöflichen Titel und erscheint in den Quellen bis mindestens 777, wahrscheinlich sogar noch bis Ende 782, ohne erzbischöfliche Bezeichnung. Zugleich bleibt er mit dem Kloster Senones verbunden, übergibt die Abtei aber wegen seiner zahlreichen anderen Verpflichtungen später seinem früheren Lehrer Norgandus, den er damit besonders auszeichnet. <br />Zu Angilram siehe auch [https://www.deutsche-biographie.de/gnd100936539.html deutsche-biographie] und [https://geschichtsquellen.de/person/19582 geschichtsquellen] | ||
Aktuelle Version vom 14. Februar 2026, 13:49 Uhr
MAYA
Palenque
Tikal
- Ajaw 28. Herrscher (766–768)
Um 768 stirbt der 28. Herrscher, wahrscheinlich in Tikal. - Ajaw Yax Nuun Ahiin II. (768-794)
Am 25. Dezember besteigt Yax Nuun Ahiin II. als Ajaw offiziell den Thron von Tikal, damit folgt dabei direkt auf seinen älteren Bruder, den sogenannten 28. Herrscher. Zu den mit ihm verbundenen Monumenten gehören vor allem die Stelen 19 und 21 sowie die Altäre 6 und 10. - Fortsetzung 794
Quiriguá
Copan
PIKTEN
- König Ciniod I. (763–775)
In einer Schlacht in Fortriu, einem Kerngebiet der piktischen Macht, kämpfen gemäss den Annalen von Ulster die Männer von Dál Riata unter der Führung von Áed Find gegen Ciniods Leute. Diese Notiz ist zugleich der erste Bericht über Dál Riata seit ungefähr 741. Das Ergebnis der Schlacht bleibt in den Annalen unerwähnt, sodass die tatsächliche Siegerseite unbekannt bleibt. - Fortsetzung 774
KELTEN
Uí Néill
Ulaid
Connacht
- König Dub-Indrecht mac Cathail (764–768)
Dub-Indrecht mac Cathail stirbt. - König Donn Cothaid mac Cathail (768–773)
Donn Cothaid mac Cathail ist König von Connacht aus dem Zweig der Uí Fiachrach Muaidhe innerhalb der Connachta und herrscht von 768 bis 773, wobei er der letzte Angehörige dieses Zweiges ist, der den Thron von Connacht innehat. Er ist ein Urenkel von Dúnchad Muirisci mac Tipraite, der 683 starb und selbst König von Connacht war. - Fortsetzung 773
Leinster
Uí Mháine
Dalriada
- König Áed Find (768–778)
Áed Find (Áed der Weiße), auch Áed mac Echdach, ist der Sohn von Eochaid mac Echdach, der wiederum ein Nachkomme von Domnall Brecc aus der Hauptlinie der Könige des Cenél nGabráin ist. Diese Abstammung ordnet Áed klar in die führende Dynastie von Dál Riata ein, deren Machtbasis im westlichen Schottland liegt. Spätere Genealogien schreiben Áed die Rolle des Urgroßvaters von Cináed mac Ailpín (Kenneth MacAlpin) zu, der traditionell als erster König der Schotten gilt. Diese genealogische Linie verläuft über Áeds Sohn Eochaid mac Áeda Find und dessen Sohn Alpín mac Echdach, deren tatsächliche historische Existenz aber als wenig gesichert und quellenkritisch "nicht überzeugend" bewertet wird. Während seiner Herrschaft über Dál Riata tritt Áed in militärische Auseinandersetzungen mit den Pikten ein. Die Annalen von Ulster berichten für das Jahr 768 von einem "Bellum i Fortrinn iter Aedh & Cinaedh", also einer Schlacht in Fortriu zwischen Áed und einem Herrscher namens Cináed. Diese Notiz wird gewöhnlich so verstanden, dass es sich bei Áed um Áed Find von Dál Riata und bei Cináed um den piktischen König Ciniod I handelt, der in der Todesnotiz von 775 unter der Namensform "Cinadhon" erscheint. Konkrete Details zu Verlauf und Ausgang der Schlacht sind in den überlieferten Annalen nicht enthalten. - Fortsetzung 778
Gwynedd
- König Caradog ap Meirion (754-798)
Während der Regierungszeit Caradogs übernimmt die walisische Kirche durch das Wirken des Bischofs Elfodd die katholische Methode zur Berechnung des Osterdatums und beseitigt damit einen lange bestehenden kirchlichen Streitpunkt. - Fortsetzung 796
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Ealchred (765–774)
Ealchred heiratet Osgifu, die entweder eine Tochter des Königs Oswulf (Regierungszeit 758–759) oder des Königs Eadberht (Regierungszeit 737–758) ist. Durch diese Heirat ist er mit dem Erzbischof Ecgbert von York verschwägert. Aus der Ehe gehen Kinder hervor: Osred II., der später von 788 bis 790 König von Northumbria ist, sowie Alcmund, der im Jahr 800 während der Herrschaft Eardwulfs ermordet wird und angeblich ebenfalls ein Sohn Ealchreds ist. - Gemäss der Chronik des Symeon von Durham stirbt der ehemalige König Eadbehrt 19. oder 20. August in York und wird gemäss der Historia ecclesiae Dunelmensis desselben Autors in der Vorhalle der Kathedrale von York bestattet, neben seinem Bruder Erzbischof Ecgberht, der bereits 766 verstorben ist.
- Erzbischof Æthelbert (York, 766–780)
- Bischof Alchmund (767–780/781)
- Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
- Fortsetzung 770
Mercia
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Ecgberht II. (Westkent, 764/765–779/784)
- König Heahberht (Ostkent, 764-772/776)
- Erzbischof Jænberht (Canterbury, 765–792)
FRÄNKISCHES REICH
- König Pippin der Jüngere (751–768)
Im Juni 768 befindet sich Pippin nach Feldzügen in Aquitanien auf dem Rückweg, als er schwer erkrankt und erkennt, dass er seine Nachfolge ordnen muss; er legt fest, wie das Reich nach seinem Tod aufgeteilt werden soll: Karl, der ältere Sohn, und Karlmann, der jüngere, sollen das Königtum gemeinsam fortführen, aber jeweils mit eigenem Reichsteil. Am 24. September stirbt er in der Königsgrablege Saint-Denis und wird vor der Klosterkirche beigesetzt. Während der Französischen Revolution wird sein Grab geplündert und die Überreste in ein Massengrab außerhalb der Kirche verbracht. Mit seiner Ehefrau Bertrada der Jüngeren hat Pippin insgesamt sechs Kinder, darunter Karl der Große, Karlmann I., Gisela, Pippin, Rothaid und Adelheid. - König Karl der Große (768–800)
Nach Pippins Tod tritt die von ihm angeordnete Reichsteilung in Kraft: Karl (20) erhält Austrasien, den Großteil Neustriens und den westlichen Teil Aquitaniens, während Karlmann das restliche Aquitanien, Burgund, die Provence, Septimanien, das Elsass und Alamannien zufallen. Bayern bleibt ausdrücklich von der Erbteilung ausgeschlossen und behält unter Herzog Tassilo III. faktisch seine eigene, nur lose an das Frankenreich gebundene Stellung. Durch diese Grenzziehung umschließt Karls Herrschaftsgebiet das Reich seines Bruders halbkreisförmig im Westen und Norden, was eine latente strategische Überlegenheit für Karl und eine potenziell beklemmende Lage für Karlmann erzeugt. Zugleich werden Konfliktlinien angelegt, weil wichtige Randräume – Aquitanien, Alamannien, die Provence – zwischen beiden Herrschaftsbereichen geteilt oder voneinander abhängig sind und damit zum Zankapfel werden können.
Am 9. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Dionysius von Paris, wird Karl im nordfranzösischen Noyon zum König der Franken gesalbt, während Karlmann in der traditionellen merowingischen Königspfalz Soissons seine Salbung empfängt. Mit diesem doppelt vollzogenen Salbungsritus erhalten beide Brüder die sakrale Legitimation ihres Königtums, die schon Pippin durch die päpstliche Salbung von 754 und den Titel Patricius Romanorum vorbereitet hat. Die getrennten Orte der Erhebung unterstreichen, dass keine eigentliche Mitregierung im Sinne einer gemeinsamen Verwaltung des Reiches vorgesehen ist, sondern zwei formal gleichrangige, aber politisch voneinander unabhängige Herrschaften entstehen. In ihren Urkunden treten Karl und Karlmann daher jeweils als selbstständige Könige auf, ohne gemeinsame Diplome, was den faktischen Charakter der Teilung unterstreicht. Für Karl bedeutet die Salbung in Noyon den Beginn seiner eigenen, zunächst nur regional begrenzten Königsherrschaft, aus der er in den folgenden Jahren schrittweise eine Alleinherrschaft über das gesamte Frankenreich entwickeln wird.
Noch im Jahr 768 beginnt sich abzuzeichnen, dass Karl und Karlmann ihre Herrschaft nicht koordiniert, sondern jeweils im eigenen Bereich und mit eigener politischer Agenda ausüben. Die von Anfang an fehlende gemeinsame Urkundenpraxis zeigt, dass es keinen institutionalisierten königlichen Gesamtwillen gibt, sondern zwei Höfe mit eigener Umgebung, eigenen Großen und eigenen politischen Schwerpunkten. Die Spannungen, die sich später deutlich zeigen, haben ihre Wurzel in dieser Konstruktion des Doppelreiches: Beide Könige haben prinzipiell gleiche Würde, aber sehr unterschiedliche territoriale Position und Machtbasis. Karl kann im Westen und Norden auf die starke Tradition austrasischer und neustrischer Machtzentren zurückgreifen, während Karlmann im Süden und Osten auf Regionen angewiesen ist, die stärker von alten Stammesherzogtümern und eigenständigen Adelsgruppen geprägt sind.
Artikel des Tages: Karl der Große (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs. Er erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Das Frankenreich gelangte unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung. Karl gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Herrscher und als eine Persönlichkeit, die das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein nachhaltig geprägt hat. Karl gelang es, das Frankenreich in einer Reihe von Feldzügen nach außen erheblich zu erweitern. Besonders verlustreich und erbittert geführt waren die mit Unterbrechungen von 772 bis 804 andauernden Sachsenkriege. 774 eroberte er das Langobardenreich in Italien. Während der Spanienfeldzug im Jahr 778 scheiterte, beendete er im Osten die Selbstständigkeit Baierns und eroberte in den 790er Jahren das Restreich der Awaren. Das Frankenreich stieg zur neuen Großmacht neben Byzanz und dem Abbasidenkalifat auf. Es umfasste den Kernteil der frühmittelalterlichen lateinischen Christenheit und war das bis dahin bedeutendste staatliche Gebilde im Westen seit dem Fall Westroms. Karl sorgte für eine effektive Verwaltung und bemühte sich um eine umfassende Bildungsreform, die eine kulturelle Neubelebung des Frankenreichs zur Folge hatte. - König Karlmann I. (768-771)
Pippin hat vor seinem Tod am 24. September die Reichsteilung festgelegt, bei der Karl den nördlichen Teil und Karlmann eine südliche Ländergruppe von der Mitte Aquitaniens bis nach Alemannien erhält. - Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Bischof Angilram (Metz, 768–791)
Angilram stammt aus einer vornehmen austrasischen Familie, die ihn schon früh für den geistlichen Stand bestimmt. In der Überlieferung gilt er meist als Verwandter oder Neffe des Bischofs Chrodegang von Metz, der selbst aus dem hochadeligen fränkischen Milieu kommt. Seine Familie sorgt dafür, dass er eine gründliche geistliche Bildung erhält, weil eine kirchliche Laufbahn hohes Prestige und politischen Einfluss verspricht. Er erhält Unterricht im Kloster Gorze, wo der Mönch Nargaudus (auch Norgandus genannt) ihn in Theologie und geistlicher Lebensführung unterweist. Anschließend tritt Angilram zunächst in das Kloster Sankt Avold ein und danach in das Vogesenkloster Senones, wo er als Mönch lebt. In Senones steigt er später zum Abt auf, doch die Quellen lassen offen, ob er dieses Amt schon vor seiner Erhebung zum Bischof von Metz oder erst danach übernimmt. Nach dem Tod Chrodegangs am 6. März 766 bleibt der Bischofssitz von Metz länger als zweieinhalb Jahre unbesetzt, sodass eine Sedisvakanz entsteht. In dieser Zeit verhandeln geistliche und weltliche Eliten darüber, wer die Nachfolge antreten soll, wobei sowohl lokale Interessen in Metz als auch die Politik des fränkischen Hofes eine Rolle spielen. Schließlich wählt das Metzer Dom- und Stadtklerus Angilram zum neuen Bischof, offenbar auch aufgrund seiner Herkunft und seiner Vertrautheit mit der Reformpolitik Chrodegangs. Am 25. September 768 empfängt Angilram die Bischofsweihe und übernimmt das Amt des Bischofs von Metz. In den ersten Jahren führt er nachweislich nur den bischöflichen Titel und erscheint in den Quellen bis mindestens 777, wahrscheinlich sogar noch bis Ende 782, ohne erzbischöfliche Bezeichnung. Zugleich bleibt er mit dem Kloster Senones verbunden, übergibt die Abtei aber wegen seiner zahlreichen anderen Verpflichtungen später seinem früheren Lehrer Norgandus, den er damit besonders auszeichnet.
Zu Angilram siehe auch deutsche-biographie und geschichtsquellen - Bischof Gregor (Utrecht (754-775)
- Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
- Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
- Bischof Megingaud (Würzburg, 754–769)
- Abt Sturmius (Fulda, 2. Amtszeit 765–779)
- Bischof Johannes II. (Konstanz, 760–782)
- Bischof Tello (Chur, 759–765)
- Fortsetzung 769
Herzogtum Aquitanien
- Herzog Waifar (745-768)
Bei einem letzten Feldzug Pippins, bei dem das fränkische Heer nochmals bis an die Garonne vorstößt, zerfällt Waifars Gefolgschaft, und Waifar wird schließlich offenbar von seinen eigenen Leuten ermordet, nach fränkischen Quellen auf Betreiben Pippins, am 2. Juni. Das Herzogtum geht unter die direkte Herrschaft von König Karlmann I.
Herzogtum Gascogne
- Herzog Lupus II. (768-778)
Lupus' Herkunft ist umstritten; er kann baskischer, fränkischer oder römisch‑aquitanischer Abstammung sein. Sein Name "Lupus" (Wolf) ist im gesamten baskischen Siedlungsgebiet des frühen Mittelalters als Personenname weit verbreitet. Vermutlich erhält er sein Amt entweder als königliche Einsetzung durch Pipin III. im Jahr 768 oder er wird von der örtlichen Bevölkerung zum Herzog gewählt. Der genaue Umfang seines Herrschaftsgebietes bleibt unklar, doch seine Gascogne grenzt im Osten an das Agenais und im Norden verläuft die Grenze wahrscheinlich entlang der Garonne. Die bedeutende Stadt Bordeaux steht nicht unter seiner Kontrolle, sondern unter einer eigenen Linie von von den Karolingern eingesetzten Grafen. Seine Macht reicht möglicherweise bis an die Pyrenäen, eventuell sogar darüber hinweg in die Gebiete der transpyrenäischen Basken, die ebenfalls unter der Oberhoheit der Karolinger stehen. Später wird diese Region mit der von Einhard erwähnten baskischen "Treulosigkeit" bei Roncesvalles in Verbindung gebracht, und manche Historiker ziehen Lupus II. in die Überlieferung des Überfalls auf Roland hinein, ohne dass seine Beteiligung sicher belegt ist. - Fortsetzung 769
Herzogtum Baiern
- Herzog Tassilo III. (748–788)
Tassilo hält sich in den 760er Jahren wiederholt in Italien auf und verbündet sich 768/69 mit Desiderius und dem Papst. - Bischof Sigerich (Regensburg, 762–768)
Sigerich stirbt. - Bischof Simpert (Regensburg, 768–791)
Simpert, auch Sindbert genannt, wird im Donaugau geboren, einem Gebiet entlang der Donau in Bayern. Er entstammt der hochadeligen Familie der Hachilinga, die in der Region großen Einfluss besitzt und später auch mit dem Ortsnamen Hechlingen in Verbindung steht. Früh tritt er in den kirchlichen Dienst ein. 768 wird Simpert zum dritten Bischof von Regensburg erhoben; gleichzeitig ist er – wie die frühen Regensburger Bischöfe – auch Vorsteher des Klosters Sankt Emmeram. In seine Amtszeit fällt die Auseinandersetzung um die sogenannten Eigenkirchen, also Kirchen in adligem Besitz, die von ihren weltlichen Gründern stark beansprucht und kontrolliert werden. Tassilo fördert diese Eigenkirchen und stärkt damit die Stellung des Adels gegenüber der Bischofskirche; Simpert steht dabei auf der Seite des Herzogs. In den Jahren nach 768 verschärft sich der Interessenkonflikt zwischen der bayerischen Herzogsmacht und der fränkischen Königsgewalt. Karl der Große erkennt allmählich das politische Interesse, die Stellung der Bischöfe zu stärken, um die Eigenkirchen und den übermächtigen Adel zurückzudrängen. Simpert gilt später als Anhänger Karls des Großen. Der Regensburger Chronist Lorenz Hochwart, der auf heute verlorene Quellen zurückgreifen kann, beschreibt Simpert als einen friedfertigen Menschen, der trotz der politischen Spannungen um Ausgleich bemüht ist. - Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
- Bischof Arbeo (Freising, 764–784)
- Bischof Anthelm (Passau, 763-764/770)
- Bischof Wikterp (Augsburg, 739-772)
- Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
- Fortsetzung 769
LANGOBARDENREICH
Herzogtum Friaul
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
- König Fruela I. (757-768)
Fruela bringt einen Sohn zur Welt, der später als Alfons II. bekannt wird, und wird im gleichen Jahr von seinen Gegnern in Cangas ermordet. Fruela und seine Frau Munia werden gemeinsam in der Kathedrale von Oviedo bestattet. - König Aurelio (768–774)
Aurelio wird um 740 geboren und wächst als Sohn von Fruela, dem Bruder des asturischen Königs Alfons I., im Umfeld des jungen christlichen Königreichs im Norden der Iberischen Halbinsel auf. Da Fruelas Sohn Alfons II. noch minderjährig ist, einigen sich die maßgeblichen Kreise auf Aurelio als Nachfolger. In seiner Regierungszeit schlägt Aurelio einen Aufstand von Sklaven nieder. Zwischen Asturien und dem Emirat von Córdoba ereignen sich keine größeren militärischen Auseinandersetzungen. Ob er verheiratet ist oder Kinder hat, ist unbekannt, jedoch hat er einen Bruder namens Bermudo, der dem geistlichen Stand angehört und Diakon ist und im Jahr 788 selbst den Thron von Asturien besteigen wird. - Fortsetzung 774
KIRCHENSTAAT
- Papst Konstantin II. (767-768)
In Rom formiert sich eine starke Opposition gegen Konstantin, die von dem Primicerius Christophorus angeführt wird, der an der Spitze der frankenfreundlichen Partei steht. Mit Hilfe der Langobarden setzt Christophorus Konstantin Mitte Jahr festgesetzt. - Papst Philipp (768)
Die langobardische Partei setzt daraufhin ihrerseits Philipp als Gegenpapst zu Konstantin ein, der aber das Amt nur wenige Tage behauptet, bevor ihn Anhänger Konstantins wieder vertreiben; er muss sich in ein Kloster zurückziehen. - Papst Stephan III. (768–772)
Christophorus organisiert nun für den 7. August eine kanonische Papstwahl, an der auch große Teile der römischen Bürgerschaft teilnehmen. In dieser Wahl setzt sich der Priester Stephan durch, der bereits unter Stephan II. und Paul I. hohe Ämter in der römischen Kirche bekleidet hat; zwei Tage nach seiner Wahl empfängt er die Weihe. Stephan wird als neuer legitimer Papst anerkannt und später als Stephan III. gezählt. In den Tagen nach seiner Wahl verfolgen Anhänger Stephans den abgesetzten Konstantin und seine Gefolgsleute und misshandeln viele von ihnen schwer. Konstantin selbst wird mit schweren Gewichten behangen, auf einem Pferd durch die Stadt getrieben und anschließend im Kloster San Saba inhaftiert. Am 6. August wird er offiziell seines Amtes enthoben und verliert damit jede rechtliche Stellung als Papst. Stephan pflegt enge Kontakte zum fränkischen Königshof und versucht, die Verbindung zu Karl und seinen Kreisen zu stärken um die langobardische Ansprüche abzuwehren. Die Rolle Christophorus’ bleibt dabei zentral, weil er innerstädtisch die Machtordenung zugunsten Stephans und der frankenfreundlichen Linie stützt. Stephan bekräftigt seine Autorität als Papst, indem er sich zugleich als geistliches Oberhaupt und politischer Partner der Franken präsentiert. - Fortsetzung 769
REPUBLIK VENEDIG
KARANTANIEN
ERSTES BULGARISCHES REICH
- Knjas Pagan (767–768)
Pagan befindet sich auf dem Rückweg von den Verhandlungen in Thrakien, als Kaiser Konstantin überraschend einen Angriff auf Bulgarien beginnt. Byzantinische Truppen überschreiten die Pässe des Balkangebirges und dringen in das Kerngebiet des bulgarischen Staates bis zur Hauptstadt Pliska vor. Sie verwüsten mehrere Ortschaften in der Nähe der Stadtmauern von Pliska, nutzen den Angriff also als deutliche militärische Demonstration. Konstantin begnügt sich offenbar mit dieser Machtdemonstration und zieht seine Truppen anschließend wieder zurück, ohne die Eroberung weiter voranzutreiben. Pagan gerät nun im Inneren des Reiches unter massiven Druck, weil seine Gegner ihm eine zu nachgiebige Haltung gegenüber Byzanz vorwerfen. Auf der Flucht in Richtung Warna wird er schließlich von seinen Gegnern beziehungsweise seinen eigenen Leuten ermordet. - Knjas Telerig (768–777)
Telerig kommt nach der Ermordung seines Vorgängers Pagan als Khan an die Macht. - Fortsetzung 774
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin V. (741–775)
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
Wenige Jahre nach seiner Erhebung überlagert der Machtkampf zwischen dem Frankenreich unter Karl dem Großen und dem Langobardenreich unter König Desiderius die inneren Konflikte im Raum der Lagune, in Grado und in Aquileia. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Patriarchensitzen Grado und Aquileia verschärfen sich, während zugleich die politische Lage in Norditalien instabiler wird. Nach der Wahl Papst Stephans III. im August wendet sich Johannes in einem ausführlichen Schreiben an den neuen Papst und bittet ihn, zugunsten der "Gradensis Ecclesia" gegen die Langobarden einzuschreiten. Zugleich fordert er, dass der Papst die Bischöfe von Istrien zur Unterstellung unter das Patriarchat von Grado verpflichtet, da diese die Wirren des langobardischen Vordringens genutzt haben, um sich der suprematia Grados zu entziehen. In seiner Antwort, die wohl zwischen 771 und dem 24. Januar 772, dem Todestag Stephans III., entsteht, mahnt der Papst die Prälaten Istriens zur Anerkennung der Oberhoheit Grados und bestätigt damit formal den Anspruch des Patriarchen Johannes. - Patriarch Niketas I. (Konstantinopel, 766–780)
In den späten Regierungsjahren Konstantins V. entfaltet Niketas sein Amt als Patriarch in einem Klima verschärfter Bilderfeindlichkeit. Er erweist sich als besonders eifriger Bilderstürmer, der kirchliche Kunstwerke nicht nur theologisch verurteilt, sondern ihre physische Beseitigung betreibt. 768 nutzt er umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Hagia Sophia, um in zwei Bereichen des Bauwerks, den sogenannten sekreta, verbliebene Mosaiken und bemalte Holztafeln abkratzen oder mit Putz überdecken zu lassen, sodass die bildliche Darstellung systematisch aus dem Gotteshaus verschwindet. Der Reliquienkult und die Anrufung der Gottesmutter und der Heiligen werden offiziell verurteilt, obwohl das Konzil von Hiereia selbst diese Radikalisierung ursprünglich nicht beschlossen hat. Gegen zahlreiche Mönche werden Repressionsmaßnahmen ergriffen, und besonders eifrige Militärbefehlshaber gehen noch weiter, als es die offizielle Politik verlangt. Der Stratege Michael Lakanodrakon stellt Mönche und Nonnen vor die Wahl, entweder eine Ehe einzugehen oder geblendet beziehungsweise verbannt zu werden, um die monastische Lebensform gewaltsam zu brechen. Um das Jahr 772 ist der Mönchtum in diesem Verwaltungsbezirk praktisch ausgelöscht, da die Klöster aufgelöst und ihre Bewohner verfolgt worden sind. Konfiszierte Klöster nutzt die Obrigkeit nun zur Unterbringung von Soldaten, was die militärische Durchdringung der Region verstärkt und zugleich die religiösen Zentren der Ikonenverehrer zerstört. Niketas unterstützt die rigorose Durchsetzung der ikonoklastischen Politik. - Fortsetzung 769
IBERIEN
ARABER
(150/151 - 25./26. Januar)
Abbasiden
- Kalif al-Mansūr (754–775)
- Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Arminiya, 766–768, nun Chorasan 768-776)
Humayd wird zum Gouverneur von Chorasan ernannt. Dieses Amt behält er bis zu seinem Tod im Jahr 776. - Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
- Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
- Papst und Patriarch Mina I. (767-776)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
Kosmas I. stirbt. - Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
Politianus tritt das Amt des griechischen Patriarchen von Alexandria. Er ist von Beruf Arzt und verbindet seine medizinische Ausbildung mit seinem seelsorgerischen Dienst, sodass er sowohl als geistlicher Würdenträger als auch als Heiler bekannt ist. - Fortsetzung 769
Emirat Noukour
Kalifat von Tlemcen
Emirat von Córdoba
MAKURIA
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Bögü (759–780)
Bögü wendet sich an Kaiser Daizong und fordert, die manichäischen Tempel im Tang‑Reich wieder zu eröffnen, die zuvor unterdrückt worden sind. Daizong steht der Lehre zwar ablehnend gegenüber, ist aber angesichts der militärischen Abhängigkeit von den Uiguren gezwungen, 771 offiziell die Wiedereröffnung der manichäischen Einrichtungen zu genehmigen. -
Bögüs Ehefrau Quangin Chatun, die Tochter des mächtigen Generals Pugu Huaien, stirbt. - Fortsetzung 769
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Rashtrakuta
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Erde-Affen; am Beginn des Jahres Feuer-Schaf)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
- König Hyegong (765–780)
Eine Gruppe hoher Beamter, unter ihnen Kim Daegong, erhebt sich gegen Hyegong, aber Hyegong bleibt zunächst im Amt. - Fortsetzung 770
Balhae
JAPAN
QUELLEN
Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel; alle anderen Links sind nach der jeweiligen Quelle benannt.
13.03.2009 Artikel eröffnet
11.10.2023 Grundstock erstellt
11.02.2026 Grundstock ergänzt