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==CHRONIK==
==WELTALL==


0417D: [http://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis_vom_16./17._April_360_v._Chr. '''Mondfinsternis''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis_vom_16./17._April_360_v._Chr. '''Mondfinsternis'''] <br />0417D: Die Mondfinsternis findet nach historischer Zeitrechnung in der Nacht vom 16. auf den 17. April 360 statt, was astronomisch als Jahr -359 gezählt wird. Im heutigen gregorianischen Kalender entspricht dies der Nacht vom 11. auf den 12. April 360. Es handelt sich um eine totale Mondfinsternis, die in Babylonien in den frühen Morgenstunden beginnt. Unter Berücksichtigung der Zeitdifferenz ΔT setzt der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde in Babylonien gegen 3:35 Uhr ein und das Maximum der Finsternis wird ungefähr um 6:10 Uhr erreicht (Bei der Auswertung der Mondfinsternis vom April 360 zeigt sich, dass die Zeitangaben der babylonischen Texte nicht exakt mit den rückgerechneten modernen Werten übereinstimmen. Die Differenz zwischen den historischen Beobachtungszeiten und den aus Himmelsmechanik gewonnenen Rechnungen wird als ΔT bezeichnet.). In Ägypten verläuft dieselbe Finsternis am Himmel in ähnlicher Weise, dort ist sie jedoch etwas länger sichtbar, weil der Mond höher über dem Horizont steht, bevor die Sonne aufgeht. In Nordamerika beginnt dieselbe Finsternis bereits am Abend des 16. April und endet kurz nach Mitternacht des 17. April, sodass der gesamte Ablauf dort in der ersten Nachthälfte verfolgt wird. <br />Die babylonischen Tafeln, die die Finsternis beschreiben, sind zum Teil beschädigt, weshalb die exakten lokalen Beobachtungszeiten nicht vollständig überliefert sind. In einem erhaltenen Fragment heißt es im ersten Monat Nisannu am 10. Tag, dass sich das Ereignis bis zum Sonnenaufgang erstreckt, was mit dem beobachteten Ablauf in den frühen Morgenstunden übereinstimmt. Die Finsternis ist in mehreren Keilschriftnotizen aus Babylonien festgehalten, die zur Gattung der sogenannten ACT-Texte (Astronomical Cuneiform Texts) gehören. Diese Texte sammeln systematische Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten und dokumentieren sie in tabellarischer oder notizartiger Form. Die betreffenden Keilschrifttafeln tragen die Museumsnummern BM 35115, BM 35789 und BM 45640 und befinden sich im British Museum in London. Auf diesen Tafeln ist neben den astronomischen Angaben auch der historische Rahmen vermerkt, etwa die Regierungsjahre des jeweiligen Königs. Obwohl Bruchstellen und Ausbrüche Teile der Texte zerstören, bleibt der Kern der Finsternisbeschreibung mit Datum, Mondphase und Bezug zum Sonnenaufgang erhalten. <br />In den Keilschrifttexten wird die Mondfinsternis ausdrücklich in das 45. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes II. eingeordnet. Gleichzeitig wird auf Ägypten verwiesen, wo in diesem Jahr der Pharao Tachos den Thron besteigt. Die Verknüpfung von Himmelsereignis, Regierungsjahr und Herrschernamen macht die Finsternis zu einem Fixpunkt der Chronologie. Aus dieser Gleichsetzung folgt, dass das 45. Jahr des Artaxerxes II. mit dem Regierungsantritt von Tachos zusammenspielt und beide Datierungen durch die Finsternis überprüfbar werden. Die genaue astronomische Rückrechnung erlaubt es, Unstimmigkeiten zwischen traditionellen, aus Königslisten abgeleiteten Jahreszahlen und physikalisch rekonstruierbaren Finsterniszeiten aufzudecken.
*Die historische Mondfinsternis vom 16./17. April wird in mehreren babylonischen Keilschriften dokumentiert. Sie ist für Herrscher-Datierungen in Persien und Ägypten bedeutsam.
*[[-357#WELTALL | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Weltall]]


==LEXIKON==
==RÖMISCHE REPUBLIK==
(ab urbe condita CCCXCIV = 394)


[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Poetelius_Libo_Visolus '''Konsul Gaius Poetelius Libo Visolus (Römische Republik)''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Poetelius_Libo_Visolus '''Konsul Gaius Poetelius Libo Visolus (1. Amtszeit)'''] <br />Gaius Poetelius Libo Visolus gehört einem plebejischen Geschlecht an; sein Vater heißt ebenfalls Gaius Poetelius. In der Überlieferung unterscheidet die Forschung zwischen dem älteren Gaius Poetelius Libo Visolus und seinem gleichnamigen Sohn, der später 326 als Konsul auftritt, doch schon die antiken Namensformen führen zu Unsicherheiten in der genauen Zuweisung der Ämter. Im Jahr 360 bekleidet Gaius Poetelius Libo Visolus erstmals das Konsulat, gemeinsam mit Marcus Fabius Ambustus. In den römischen Fasten erscheint er für dieses Jahr als Konsul und wird in einigen Quellen alternativ mit dem Cognomen Balbus überliefert. Während seines ersten Konsulats steht Rom im andauernden Konflikt mit seinen latinischen und bergbewohnenden Nachbarn, insbesondere den Hernikern und anderen italischen Gemeinschaften. Poetelius übernimmt dabei militärische Aufgaben im Rahmen dieser Auseinandersetzungen und wirkt zugleich als Vertreter der plebejischen Oberschicht in einem noch immer von Patriziern dominierten Konsulat.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Fabius_Ambustus_(Konsul_360_v._Chr.) '''Konsul Marcus Fabius Ambustus (1. Amtszeit)'''] <br />Marcus Fabius Ambustus stammt aus der patrizischen Familie der Fabier. Sein Vater ist Numerius Fabius Ambustus, der 406 als Konsulartribun amtierte. Im Jahr 360 v. Chr. bekleidet Marcus Fabius Ambustus zum ersten Mal das Konsulat, gemeinsam mit Gaius Poetelius Libo Visolus. Er führt einen Feldzug gegen die Herniker, in dem er mehrere kleine Gefechte und eine wichtigere Schlacht gewinnt. Für diesen Erfolg erhält er in Rom die Erlaubnis, eine Ovatio, also einen kleineren Triumphzug, abzuhalten.
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Quintus_Servilius_Ahala Diktator Quintus Servilius Ahala] <br />Im Jahr 360 ziehen Gallier heran, um die mit Rom verfeindeten Tiburtiner zu unterstützen, die sich im Krieg mit der Stadt befinden. Angesichts dieser Bedrohung ernennt Rom Quintus Servilius Ahala zum Diktator, damit er das Oberkommando in diesem Konflikt übernimmt; zum Reiterführer (magister equitum) wird unter ihm Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus bestellt. Ahala schlägt die Gallier vor der Collinischen Pforte und richtet unter ihnen ein "grausames Gemetzel" an, verliert aber, wie Titus Livius berichtet, den Ruhm an den Konsul Gaius Petellius, der die Flüchtenden verfolgt und dafür den Triumph erhält.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] <br />Der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus ist magister equitum und setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
*[[-359#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 359]] [[Kategorie:Römische Republik]]


[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Fabius_Ambustus_(Konsul_360_v._Chr.) '''Konsul Marcus Fabius Ambustus (Römische Republik)''']
==GRIECHEN==
(4. Jahr der 104. / 1. Jahr der 105. Olympiade)


[http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos '''Pharao Tachos (Ägypten)''']
'''Syrakus'''
*Tachos (altägyptisch Djedhor, Djedho) war der griechische Name des zweiten alt­ägyp­tischen Pharaos der 30. Dynastie. Seine Regierungs­zeit ist nach seiner Krönung zum Pharao wohl von 360 bis 359 v. Chr. anzusetzen. Sein Vater Nekta­nebos I. ernannte ihn während seiner Herr­schaft wahr­scheinlich 363/362 v. Chr. zum Mit­regen­ten. In diesen Zeit­raum fällt seine Ein­führung der alt­ägyp­tischen Münz­währung. Er war der erste Pharao nach Apries, der nach gut zwei Jahr­hunderten einen Feld­zug in die außer­ägyp­tische Region von Syrien-Palästina plante und begann. Kurz vor dem Abschluss des Vorstoßes nach Phönizien und der damit verbundenen Aus­sicht auf eine endgültige Abwehr der persischen Bedro­hung wurde Tachos durch einen Auf­stand im eigenen Land ent­machtet und als Pharao durch Nekta­nebos II. abgelöst. Tachos war der letzte einhei­mische König, der eine Offensive außerhalb Ägyptens gegen die Perser führte. Die genauere Ansetzung des Endes der Herrschafts­dauer seines Vaters und damit seines eigenen Herrschafts­beginns konnte unter anderem indirekt aus dem demo­tischen Papyrus Traum des Nekta­nebos ermittelt werden. Nur die Nacht vom 5. auf den 6. Juli des Jahres 343 v. Chr. korres­pondiert im julia­nischen Kalender mit den im Papyrus gemachten Angaben bezüg­lich der Voll­mond­nacht des 16. Regierungs­jahres von Nekta­nebos II. (Artikel des Tages)


[http://de.wikipedia.org/wiki/Timaios '''Timaios (Platon)''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_II._von_Syrakus Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit367-357)] <br />Platon erreicht keine Versöhnung zwischen Dionysios II. und Dion; er reist daher wieder ab. Auf der Heimreise trifft er [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (49)] in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
*um 360 v. Chr.: Platon beschreibt in seinem Dialog ''Timaios'' die mythische Insel Atlantis. Platon lässt in dem Werk die beiden Philosophen Sokrates und Timaios von Lokroi aufeinandertreffen.
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Syrakus]]
*[http://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/klassiker/timaios/22510 getAbstract]
'''Epirus'''
 
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Neoptolemus_I_of_Epirus König Neoptolemos I. (370-360)] <br />Der deutsche Althistoriker Johann Gustav Droysen datiert den Tod von Neoptolemos ungefähr um 360. Nach seinem Tod setzt sich die Dynastie über seine Kinder fort: Troas, Alexander I. von Epeiros und insbesondere Olympias tragen den Anspruch der molossischen Könige weiter, wobei Olympias als Mutter Alexanders des Großen eine zentrale Rolle in der weiteren Geschichte des Mittelmeerraumes spielt.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br />Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. <br />Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus
*Als sein Vater Neoptolemos I. um 360 stirbt, ist [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._(Epirus) Alexander] noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Epirus]]
 
'''Makedonien'''
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Perdikkas_III. König Perdikkas III. (369–359)] <br />Perdikkas tritt um 360/359 als Theorodokos bei den panhellenischen Spielen in Epidauros auf, das heißt, er übernimmt die Aufgabe, heilige Gesandtschaften zu empfangen und so die religiös‑politische Vernetzung Makedoniens zu stärken.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lysimachos Lysimachos] wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Demetrios_von_Phaleron Demetrios von Phaleron] wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. 360-324: Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
*[[-359#GRIECHEN | Fortsetzung 359]] [[Kategorie:Makedonien]]
 
'''Pherai'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Pherai Tyrann Alexander (369-358)] <br />
 
'''Attischer Seebund'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (68)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles (27)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Timaios '''Timaios (Dialog)'''] <br />um 360: Platon beschreibt in seinem Dialog ''Timaios'' die mythische Insel Atlantis. Platon lässt in dem Werk die beiden Philosophen Sokrates und Timaios von Lokroi aufeinandertreffen. <br />Artikel des Tages: Der ''Timaios'' (altgriechisch Tímaios, latinisiert Timaeus) ist ein in Dialogform verfasstes Spätwerk des griechischen Philosophen Platon. Darin wird ein fiktives, literarisch gestaltetes Gespräch wörtlich wiedergegeben. Beteiligt sind Platons Lehrer Sokrates, ein vornehmer Athener namens Kritias und zwei Gäste aus dem griechisch besiedelten Süditalien: der Philosoph Timaios von Lokroi, nach dem der Dialog benannt ist, und der Politiker Hermokrates von Syrakus. Sokrates und Hermokrates ergreifen nur im Einleitungsgespräch das Wort. Danach berichtet Kritias von einem Abwehrkrieg, den Athen nach seinen Worten vor neun Jahrtausenden gegen das mythische Inselreich Atlantis führte und gewann. Anschließend hält Timaios einen langen naturphilosophischen Vortrag, der den weitaus größten Teil des Dialogs ausmacht. Nach Timaios’ Darstellung ist der Kosmos hauptsächlich von zwei Faktoren geprägt, der Vernunft und der Notwendigkeit. Bei der Erschaffung des Alls wollte der vernünftige, wohlwollende Schöpfergott, der Demiurg, das Bestmögliche erreichen. Dazu musste er sich mit der "Notwendigkeit" – vorgegebenen Sachzwängen – arrangieren und aus dem Chaos der bereits vorhandenen Materie Ordnung schaffen. Er bildete die Weltseele, mit der er den Kosmos zu einem lebendigen, beseelten Wesen machte. Den von ihm hervorgebrachten untergeordneten Gottheiten wies er die Aufgabe zu, den menschlichen Körper zu erschaffen. Die unsterblichen individuellen Seelen schuf er selbst. Sie treten im Rahmen der Seelenwanderung immer wieder in neue Körper ein. Nachdrücklich weist Timaios auf die Güte des Schöpfers und die Harmonie und Schönheit der Welt hin. Von der Antike bis zum Spätmittelalter erzielte der Timaios die stärkste und nachhaltigste Wirkung von allen Werken Platons. Im Mittelalter blieb er bis ins 12. Jahrhundert das einzige den lateinischsprachigen Gelehrten zugängliche Werk des antiken Denkers. Im 12. Jahrhundert erreichte die Rezeption ihre größte Intensität, als die platonisch orientierten Philosophen der Schule von Chartres den biblischen Schöpfungsglauben mit dem Weltbild des Timaios zu harmonisieren trachteten. Die moderne Forschung griff die schon in der Antike umstrittene Frage auf, ob der Schöpfungsbericht wörtlich im Sinne eines bestimmten historischen Vorgangs oder sinnbildlich als Veranschaulichung einer ewigen Wirklichkeit zu verstehen ist. Nach der heute vorherrschenden Auffassung ist die Schöpfung des Demiurgen nicht als ein bereits abgeschlossenes Ereignis, sondern als beständiger Prozess zu verstehen <br />Die Entstehung und Beschaffenheit der Welt, das Wesen des Kosmos, der Aufbau und die Funktion der menschlichen Seele und des Körpers – der Erklärungsanspruch des ''Timaios'' ist so immens wie seine Wirkung. Generationen von Philosophen, Theologen, Naturwissenschaftlern und Philologen haben sich daran abgearbeitet, sich darüber zerstritten und sich dafür begeistert. Warum, das ist auch heute noch erkennbar. Die Vorstellung von unserer Welt als der bestmöglichen aller Welten, die Idee des Menschen als Mikrokosmos, die Macht der Vernunft, der Glaube an einen gütigen Schöpfer, der Trost der Wiedergeburt und die Verheißung des glücklichen Lebens: All das hat Menschen schon immer philosophisch, religiös und spirituell berührt. Dass selbst einige abstrus wirkende naturwissenschaftliche Einlassungen von der modernen Physik auf der Suche nach der Weltformel wiederentdeckt wurden, zeigt die Zeitlosigkeit des Textes. So schwierig er auch ist, der ''Timaios'' liest sich auch heute noch mit Gewinn [http://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/timaios/22510 (getAbstract 2016)]
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Attischer Seebund]]
'''Sparta'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br />
 
'''Bosporanisches Reich'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br />Leukon greift nach 365 Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br />
*[[-356#GRIECHEN | Fortsetzung 356]] [[Kategorie:Bosporanisches Reich]]
 
'''Bithynien'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br />
 
'''Salamis'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_II König Euagoras II. (361–351)] <br />
 
==ODRYSEN==
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cotys_I_(Odrysian) König Kotys I. (384–360)] <br />Im Jahr 360 herrscht Kotys mittlerweile über fast die gesamte Chersones‑Halbinsel. Athen entsendet einen neuen Feldherrn, Kephisodotos, einen Freund des Charidemos, in die Region. Als Kephisodotos in der letzten Septemberwoche eintrifft, ist Kotys bereits tot: Er ist in seinem Palast während eines Gastmahls von Python und Herakleides aus Ainos, zwei Schülern Platons, ermordet worden, die zuvor zu seinem engen Umfeld zählen. Unter dem Vorwand, Kotys habe ihren Vater geschädigt, haben sie den König getötet,  und sind nach Athen zurückgekehrt, wo sie dort zu Ehrenbürgern erklärt und mit goldenen Kränzen ausgezeichnet worden sind; Python erklärt, die Tat sei von der Gottheit ausgeführt worden, die sich seiner Hand bedient habe. In der älteren Forschung wird der von Philipp II. von Makedonien getroffene thrakische König mit Kotys gleichgesetzt und daher dessen Tod manchmal auf 359 datiert, doch die gesicherte Chronologie der Ankunft des Kephisodotos im Jahr 360 bestätigt das Todesjahr 360; außerdem kann das Treffen mit Philipp schon vor dessen Thronbesteigung stattgefunden haben, und die Identifizierung des in der Quelle genannten Königs mit Kotys bleibt unsicher. <br />Nach dem Tod des Kotys I zerfällt das bisher relativ einheitliche odrysische Reich. Sein Sohn und Thronfolger Kersobleptes sieht sich sofort mit der Konkurrenz des Amadokos II, vermutlich eines Sohnes des Amadokos I. und möglicherweise schon im frühen 4. Jahrhundert ein Rivale des Kotys, und des Berisades konfrontiert, der wohl von Saratokos abstammt. Hinzu kommen die Gegner Miltokythes und ein gewisser Spokes. Kersobleptes gelingt es mit der fortgesetzten Unterstützung des Charidemos, einige dieser Feinde zu beseitigen; Charidemos lässt Miltokythes 357 gefangen nehmen und hinrichten. Dennoch muss Kersobleptes eine Teilung des odrysischen Reiches mit Amadokos II und Berisades akzeptieren, was die politische Einheit Thrakiens dauerhaft schwächt. Diese Zersplitterung nutzt Philipp II. von Makedonien in der Folge, um seinen Einfluss in Thrakien auszubauen und die Region unter makedonische Kontrolle zu bringen.
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Amadocus_II '''König Amadokos II. (360-351)'''] <br />Amadokos II. ist  ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch [https://shak.journals.ekb.eg/article_300194_a657de986d94fc25d89af85f958e24c3.pdf shak.journals.ekb)] 
*[[-351#ODRYSEN | Fortsetzung 351]] [[Kategorie:Odrysen]]
 
==ACHÄMENIDENREICH==
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_II. Großkönig Artaxerxes II. (404–358)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Ariobarzanes_II._(Kios) Satrap Ariobarzanes II. (Kios, 362-336)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ariamnes Satrap Ariamnes (Kappadokien, 362-350)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br />
 
==ÄGYPTEN==
Spätzeit, 30. Dynastie
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_I. Pharao Nektanebos I. (379-360)] <br />In den späten Regierungsjahren setzt Nektanebos seine Tempelstiftungen und Begünstigungen der Priester fort; eine Stele aus Hermopolis führt detailliert seine Spenden an lokale Götter und an den Kult des Horus von Edfu auf. Gegen Ende seiner Herrschaft, im 19. Regierungsjahr, führt er die seit längerer Zeit aufgegebene Praxis der Koregentschaft wieder ein und erhebt seinen Sohn Tachos (Djedhor) zum Mitregenten, um dynastische Brüche wie unter seinen Vorgängern zu verhindern. Damit bereitet er bewusst eine geregelte Nachfolge vor und übergibt Tachos die Rolle des Thronfolgers sowie späteren Alleinherrschers der 30. Dynastie. Nektanebos stirbt um 360 in seinem 19. Regierungsjahr. Sein Grab, sein Sarkophag und seine Mumie bleiben bis heute unbekannt.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos '''Pharao Tachos (360-359)'''] <br />Nach dem Tod von Nektanebos I. wird Tachos vollgültiger Pharao der 30. Dynastie. Die Krönung fällt in ein Jahr mit einer beobachteten Mondfinsternis, die zur Datierung der Herrschaftsfolge herangezogen wird (siehe [[-360#WELTALL | WELTALL]]. Zu Beginn seiner Alleinherrschaft setzt Tachos die anti‑persische Politik seines Vaters fort, die in der Unterstützung kleinasiatischer Satrapenaufstände gegen den Großkönig Artaxerxes II. besteht. So erhält der Satrapenvertreter Rheomithres 500 Talente Silber und 50 Kriegsschiffe, obwohl er später eidbrüchig wird und diese Ressourcen samt Schiffen an die Perser ausliefert. Um diese Politik zu finanzieren, betreibt Tachos eine harte Finanzpolitik: Er lässt weitere Tempelschätze verkaufen und reduziert auf Rat des Griechen Chabrias die Einkünfte der Tempel und Priester auf ein Zehntel. Zugleich weitet er das von Nektanebos I. erlassene Naukratis‑Dekret auf alle Schiffahrt und sämtliche ägyptischen Waren aus, sodass Abgaben, die zuvor etwa dem Neith‑Tempel in Sais zufließen, nun in die königliche Kasse gehen. Um etwa 360 führt Tachos den Goldstater als erste altägyptische Münze ein, um vor allem die zahlreichen Söldner für den geplanten Persienfeldzug in barer Münze entlohnen zu können. Damit legt er den Grundstein für eine eigentliche Münzwährung in Ägypten. Trotz Unmut im Klerus hofft er, die Priester durch spätere Kriegsbeute wieder zu besänftigen. <br />Tachos verfolgt früh den Plan, die Schwäche des Perserreiches auszunutzen und knüpft damit an die Tradition der syrisch‑palästinischen Feldzüge der Thutmosiden an. Zunächst unterstützt er Aufstände in Phönizien und Kleinasien vor allem finanziell und beobachtet die Lage, bevor er eigene Truppen entsendet. Er verhandelt erfolgreich mit Maussolos von Karien, der die Satrapenaufstände bereits seit etwa 362 unterstützt, und gewinnt den spartanischen König Agesilaos durch großzügige finanzielle Zusagen für ein Bündnis. Athen wahrt offiziell die Nähe zu Persien, gestattet aber Chabrias, auf eigene Rechnung in ägyptische Dienste zu treten. Nach Diodor stellt Tachos ein Heer von rund 100'000 Mann auf, davon 20'000 Griechen, unter ihnen 10'000 Söldner, und etwa 80'000 ägyptische Soldaten. Agesilaos führt 1000 Hopliten aus Sparta, die nach der zweiten Schlacht von Mantineia angeworben sind, in den ägyptischen Dienst. Parallel dazu übernimmt Chabrias das Kommando über eine Flotte von ungefähr 200 gut ausgerüsteten Schiffen, die aus größeren Trieren und schnellen Galeeren mit je etwa 30 Ruderern bestehen. <br />Artikel des Tages: Tachos (altägyptisch Djedhor, Djedho) war der griechische Name des zweiten alt­ägyp­tischen Pharaos der 30. Dynastie. Seine Regierungs­zeit ist nach seiner Krönung zum Pharao wohl von 360 bis 359 v. Chr. anzusetzen. Sein Vater Nekta­nebos I. ernannte ihn während seiner Herr­schaft wahr­scheinlich 363/362 v. Chr. zum Mit­regen­ten. In diesen Zeit­raum fällt seine Ein­führung der alt­ägyp­tischen Münz­währung. Er war der erste Pharao nach Apries, der nach gut zwei Jahr­hunderten einen Feld­zug in die außer­ägyp­tische Region von Syrien-Palästina plante und begann. Kurz vor dem Abschluss des Vorstoßes nach Phönizien und der damit verbundenen Aus­sicht auf eine endgültige Abwehr der persischen Bedro­hung wurde Tachos durch einen Auf­stand im eigenen Land ent­machtet und als Pharao durch Nekta­nebos II. abgelöst. Tachos war der letzte einhei­mische König, der eine Offensive außerhalb Ägyptens gegen die Perser führte. Die genauere Ansetzung des Endes der Herrschafts­dauer seines Vaters und damit seines eigenen Herrschafts­beginns konnte unter anderem indirekt aus dem demo­tischen Papyrus Traum des Nekta­nebos ermittelt werden. Nur die Nacht vom 5. auf den 6. Juli des Jahres 343 v. Chr. korres­pondiert im julia­nischen Kalender mit den im Papyrus gemachten Angaben bezüg­lich der Voll­mond­nacht des 16. Regierungs­jahres von Nekta­nebos II.
*[[-359#ÄGYPTEN | Fortsetzung 359]] [[Kategorie:Aegypten]]
 
==INDIEN==
 
'''Anuradhapura'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mutasiva König Mutasiva (367–307)] <br />
 
==CHINA==
Zeit der Streitenden Reiche <br />(38./39. Zyklus, Jahr des Metall-Hahns; am Beginn des Jahres Metall-Affe)
 
'''Qin'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xiao_of_Qin Herzog Xiao (361-338)] <br />
 
'''Zhou'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xian_of_Zhou König Xian (368–321)] <br />
 
'''Zhao'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br />
'''Wei'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei Markgraf Hui (369–344)] <br />
 
'''Qi'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huan_of_Tian_Qi Herzog Huan (374–357)] <br />
 
'''Chu'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />
==JAPAN==
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br />


==QUELLEN==
==QUELLEN==
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10.07.2023 Grundstock erstellt
10.07.2023 Grundstock erstellt
22.01.2026 Grundstock ergänzt


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Aktuelle Version vom 26. Januar 2026, 13:08 Uhr

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WELTALL

  • Mondfinsternis
    0417D: Die Mondfinsternis findet nach historischer Zeitrechnung in der Nacht vom 16. auf den 17. April 360 statt, was astronomisch als Jahr -359 gezählt wird. Im heutigen gregorianischen Kalender entspricht dies der Nacht vom 11. auf den 12. April 360. Es handelt sich um eine totale Mondfinsternis, die in Babylonien in den frühen Morgenstunden beginnt. Unter Berücksichtigung der Zeitdifferenz ΔT setzt der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde in Babylonien gegen 3:35 Uhr ein und das Maximum der Finsternis wird ungefähr um 6:10 Uhr erreicht (Bei der Auswertung der Mondfinsternis vom April 360 zeigt sich, dass die Zeitangaben der babylonischen Texte nicht exakt mit den rückgerechneten modernen Werten übereinstimmen. Die Differenz zwischen den historischen Beobachtungszeiten und den aus Himmelsmechanik gewonnenen Rechnungen wird als ΔT bezeichnet.). In Ägypten verläuft dieselbe Finsternis am Himmel in ähnlicher Weise, dort ist sie jedoch etwas länger sichtbar, weil der Mond höher über dem Horizont steht, bevor die Sonne aufgeht. In Nordamerika beginnt dieselbe Finsternis bereits am Abend des 16. April und endet kurz nach Mitternacht des 17. April, sodass der gesamte Ablauf dort in der ersten Nachthälfte verfolgt wird.
    Die babylonischen Tafeln, die die Finsternis beschreiben, sind zum Teil beschädigt, weshalb die exakten lokalen Beobachtungszeiten nicht vollständig überliefert sind. In einem erhaltenen Fragment heißt es im ersten Monat Nisannu am 10. Tag, dass sich das Ereignis bis zum Sonnenaufgang erstreckt, was mit dem beobachteten Ablauf in den frühen Morgenstunden übereinstimmt. Die Finsternis ist in mehreren Keilschriftnotizen aus Babylonien festgehalten, die zur Gattung der sogenannten ACT-Texte (Astronomical Cuneiform Texts) gehören. Diese Texte sammeln systematische Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten und dokumentieren sie in tabellarischer oder notizartiger Form. Die betreffenden Keilschrifttafeln tragen die Museumsnummern BM 35115, BM 35789 und BM 45640 und befinden sich im British Museum in London. Auf diesen Tafeln ist neben den astronomischen Angaben auch der historische Rahmen vermerkt, etwa die Regierungsjahre des jeweiligen Königs. Obwohl Bruchstellen und Ausbrüche Teile der Texte zerstören, bleibt der Kern der Finsternisbeschreibung mit Datum, Mondphase und Bezug zum Sonnenaufgang erhalten.
    In den Keilschrifttexten wird die Mondfinsternis ausdrücklich in das 45. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes II. eingeordnet. Gleichzeitig wird auf Ägypten verwiesen, wo in diesem Jahr der Pharao Tachos den Thron besteigt. Die Verknüpfung von Himmelsereignis, Regierungsjahr und Herrschernamen macht die Finsternis zu einem Fixpunkt der Chronologie. Aus dieser Gleichsetzung folgt, dass das 45. Jahr des Artaxerxes II. mit dem Regierungsantritt von Tachos zusammenspielt und beide Datierungen durch die Finsternis überprüfbar werden. Die genaue astronomische Rückrechnung erlaubt es, Unstimmigkeiten zwischen traditionellen, aus Königslisten abgeleiteten Jahreszahlen und physikalisch rekonstruierbaren Finsterniszeiten aufzudecken.
  • Fortsetzung 357

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCXCIV = 394)

  • Konsul Gaius Poetelius Libo Visolus (1. Amtszeit)
    Gaius Poetelius Libo Visolus gehört einem plebejischen Geschlecht an; sein Vater heißt ebenfalls Gaius Poetelius. In der Überlieferung unterscheidet die Forschung zwischen dem älteren Gaius Poetelius Libo Visolus und seinem gleichnamigen Sohn, der später 326 als Konsul auftritt, doch schon die antiken Namensformen führen zu Unsicherheiten in der genauen Zuweisung der Ämter. Im Jahr 360 bekleidet Gaius Poetelius Libo Visolus erstmals das Konsulat, gemeinsam mit Marcus Fabius Ambustus. In den römischen Fasten erscheint er für dieses Jahr als Konsul und wird in einigen Quellen alternativ mit dem Cognomen Balbus überliefert. Während seines ersten Konsulats steht Rom im andauernden Konflikt mit seinen latinischen und bergbewohnenden Nachbarn, insbesondere den Hernikern und anderen italischen Gemeinschaften. Poetelius übernimmt dabei militärische Aufgaben im Rahmen dieser Auseinandersetzungen und wirkt zugleich als Vertreter der plebejischen Oberschicht in einem noch immer von Patriziern dominierten Konsulat.
  • Konsul Marcus Fabius Ambustus (1. Amtszeit)
    Marcus Fabius Ambustus stammt aus der patrizischen Familie der Fabier. Sein Vater ist Numerius Fabius Ambustus, der 406 als Konsulartribun amtierte. Im Jahr 360 v. Chr. bekleidet Marcus Fabius Ambustus zum ersten Mal das Konsulat, gemeinsam mit Gaius Poetelius Libo Visolus. Er führt einen Feldzug gegen die Herniker, in dem er mehrere kleine Gefechte und eine wichtigere Schlacht gewinnt. Für diesen Erfolg erhält er in Rom die Erlaubnis, eine Ovatio, also einen kleineren Triumphzug, abzuhalten.
  • Diktator Quintus Servilius Ahala
    Im Jahr 360 ziehen Gallier heran, um die mit Rom verfeindeten Tiburtiner zu unterstützen, die sich im Krieg mit der Stadt befinden. Angesichts dieser Bedrohung ernennt Rom Quintus Servilius Ahala zum Diktator, damit er das Oberkommando in diesem Konflikt übernimmt; zum Reiterführer (magister equitum) wird unter ihm Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus bestellt. Ahala schlägt die Gallier vor der Collinischen Pforte und richtet unter ihnen ein "grausames Gemetzel" an, verliert aber, wie Titus Livius berichtet, den Ruhm an den Konsul Gaius Petellius, der die Flüchtenden verfolgt und dafür den Triumph erhält.
  • Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus
    Der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus ist magister equitum und setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
  • Fortsetzung 359

GRIECHEN

(4. Jahr der 104. / 1. Jahr der 105. Olympiade)

Syrakus

  • Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit367-357)
    Platon erreicht keine Versöhnung zwischen Dionysios II. und Dion; er reist daher wieder ab. Auf der Heimreise trifft er Dion (49) in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
  • Fortsetzung 357

Epirus

  • König Neoptolemos I. (370-360)
    Der deutsche Althistoriker Johann Gustav Droysen datiert den Tod von Neoptolemos ungefähr um 360. Nach seinem Tod setzt sich die Dynastie über seine Kinder fort: Troas, Alexander I. von Epeiros und insbesondere Olympias tragen den Anspruch der molossischen Könige weiter, wobei Olympias als Mutter Alexanders des Großen eine zentrale Rolle in der weiteren Geschichte des Mittelmeerraumes spielt.
  • König Arybbas (370-343/342)
    Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen.
    Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus
  • Als sein Vater Neoptolemos I. um 360 stirbt, ist Alexander noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.
  • Fortsetzung 357

Makedonien

  • König Perdikkas III. (369–359)
    Perdikkas tritt um 360/359 als Theorodokos bei den panhellenischen Spielen in Epidauros auf, das heißt, er übernimmt die Aufgabe, heilige Gesandtschaften zu empfangen und so die religiös‑politische Vernetzung Makedoniens zu stärken.
  • Lysimachos wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht.
  • Demetrios von Phaleron wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. 360-324: Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
  • Fortsetzung 359

Pherai

Attischer Seebund

  • Platon (68)
  • Aristoteles (27)
    Timaios (Dialog)
    um 360: Platon beschreibt in seinem Dialog Timaios die mythische Insel Atlantis. Platon lässt in dem Werk die beiden Philosophen Sokrates und Timaios von Lokroi aufeinandertreffen.
    Artikel des Tages: Der Timaios (altgriechisch Tímaios, latinisiert Timaeus) ist ein in Dialogform verfasstes Spätwerk des griechischen Philosophen Platon. Darin wird ein fiktives, literarisch gestaltetes Gespräch wörtlich wiedergegeben. Beteiligt sind Platons Lehrer Sokrates, ein vornehmer Athener namens Kritias und zwei Gäste aus dem griechisch besiedelten Süditalien: der Philosoph Timaios von Lokroi, nach dem der Dialog benannt ist, und der Politiker Hermokrates von Syrakus. Sokrates und Hermokrates ergreifen nur im Einleitungsgespräch das Wort. Danach berichtet Kritias von einem Abwehrkrieg, den Athen nach seinen Worten vor neun Jahrtausenden gegen das mythische Inselreich Atlantis führte und gewann. Anschließend hält Timaios einen langen naturphilosophischen Vortrag, der den weitaus größten Teil des Dialogs ausmacht. Nach Timaios’ Darstellung ist der Kosmos hauptsächlich von zwei Faktoren geprägt, der Vernunft und der Notwendigkeit. Bei der Erschaffung des Alls wollte der vernünftige, wohlwollende Schöpfergott, der Demiurg, das Bestmögliche erreichen. Dazu musste er sich mit der "Notwendigkeit" – vorgegebenen Sachzwängen – arrangieren und aus dem Chaos der bereits vorhandenen Materie Ordnung schaffen. Er bildete die Weltseele, mit der er den Kosmos zu einem lebendigen, beseelten Wesen machte. Den von ihm hervorgebrachten untergeordneten Gottheiten wies er die Aufgabe zu, den menschlichen Körper zu erschaffen. Die unsterblichen individuellen Seelen schuf er selbst. Sie treten im Rahmen der Seelenwanderung immer wieder in neue Körper ein. Nachdrücklich weist Timaios auf die Güte des Schöpfers und die Harmonie und Schönheit der Welt hin. Von der Antike bis zum Spätmittelalter erzielte der Timaios die stärkste und nachhaltigste Wirkung von allen Werken Platons. Im Mittelalter blieb er bis ins 12. Jahrhundert das einzige den lateinischsprachigen Gelehrten zugängliche Werk des antiken Denkers. Im 12. Jahrhundert erreichte die Rezeption ihre größte Intensität, als die platonisch orientierten Philosophen der Schule von Chartres den biblischen Schöpfungsglauben mit dem Weltbild des Timaios zu harmonisieren trachteten. Die moderne Forschung griff die schon in der Antike umstrittene Frage auf, ob der Schöpfungsbericht wörtlich im Sinne eines bestimmten historischen Vorgangs oder sinnbildlich als Veranschaulichung einer ewigen Wirklichkeit zu verstehen ist. Nach der heute vorherrschenden Auffassung ist die Schöpfung des Demiurgen nicht als ein bereits abgeschlossenes Ereignis, sondern als beständiger Prozess zu verstehen
    Die Entstehung und Beschaffenheit der Welt, das Wesen des Kosmos, der Aufbau und die Funktion der menschlichen Seele und des Körpers – der Erklärungsanspruch des Timaios ist so immens wie seine Wirkung. Generationen von Philosophen, Theologen, Naturwissenschaftlern und Philologen haben sich daran abgearbeitet, sich darüber zerstritten und sich dafür begeistert. Warum, das ist auch heute noch erkennbar. Die Vorstellung von unserer Welt als der bestmöglichen aller Welten, die Idee des Menschen als Mikrokosmos, die Macht der Vernunft, der Glaube an einen gütigen Schöpfer, der Trost der Wiedergeburt und die Verheißung des glücklichen Lebens: All das hat Menschen schon immer philosophisch, religiös und spirituell berührt. Dass selbst einige abstrus wirkende naturwissenschaftliche Einlassungen von der modernen Physik auf der Suche nach der Weltformel wiederentdeckt wurden, zeigt die Zeitlosigkeit des Textes. So schwierig er auch ist, der Timaios liest sich auch heute noch mit Gewinn (getAbstract 2016)
  • Fortsetzung 357

Sparta

Bosporanisches Reich

  • König Leukon I. (389–349)
    Leukon greift nach 365 Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
  • König Gorgippos (389–349)
  • Fortsetzung 356

Bithynien

Salamis

ODRYSEN

  • König Kotys I. (384–360)
    Im Jahr 360 herrscht Kotys mittlerweile über fast die gesamte Chersones‑Halbinsel. Athen entsendet einen neuen Feldherrn, Kephisodotos, einen Freund des Charidemos, in die Region. Als Kephisodotos in der letzten Septemberwoche eintrifft, ist Kotys bereits tot: Er ist in seinem Palast während eines Gastmahls von Python und Herakleides aus Ainos, zwei Schülern Platons, ermordet worden, die zuvor zu seinem engen Umfeld zählen. Unter dem Vorwand, Kotys habe ihren Vater geschädigt, haben sie den König getötet, und sind nach Athen zurückgekehrt, wo sie dort zu Ehrenbürgern erklärt und mit goldenen Kränzen ausgezeichnet worden sind; Python erklärt, die Tat sei von der Gottheit ausgeführt worden, die sich seiner Hand bedient habe. In der älteren Forschung wird der von Philipp II. von Makedonien getroffene thrakische König mit Kotys gleichgesetzt und daher dessen Tod manchmal auf 359 datiert, doch die gesicherte Chronologie der Ankunft des Kephisodotos im Jahr 360 bestätigt das Todesjahr 360; außerdem kann das Treffen mit Philipp schon vor dessen Thronbesteigung stattgefunden haben, und die Identifizierung des in der Quelle genannten Königs mit Kotys bleibt unsicher.
    Nach dem Tod des Kotys I zerfällt das bisher relativ einheitliche odrysische Reich. Sein Sohn und Thronfolger Kersobleptes sieht sich sofort mit der Konkurrenz des Amadokos II, vermutlich eines Sohnes des Amadokos I. und möglicherweise schon im frühen 4. Jahrhundert ein Rivale des Kotys, und des Berisades konfrontiert, der wohl von Saratokos abstammt. Hinzu kommen die Gegner Miltokythes und ein gewisser Spokes. Kersobleptes gelingt es mit der fortgesetzten Unterstützung des Charidemos, einige dieser Feinde zu beseitigen; Charidemos lässt Miltokythes 357 gefangen nehmen und hinrichten. Dennoch muss Kersobleptes eine Teilung des odrysischen Reiches mit Amadokos II und Berisades akzeptieren, was die politische Einheit Thrakiens dauerhaft schwächt. Diese Zersplitterung nutzt Philipp II. von Makedonien in der Folge, um seinen Einfluss in Thrakien auszubauen und die Region unter makedonische Kontrolle zu bringen.
  • König Amadokos II. (360-351)
    Amadokos II. ist ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch shak.journals.ekb)
  • Fortsetzung 351

ACHÄMENIDENREICH

ÄGYPTEN

Spätzeit, 30. Dynastie

  • Pharao Nektanebos I. (379-360)
    In den späten Regierungsjahren setzt Nektanebos seine Tempelstiftungen und Begünstigungen der Priester fort; eine Stele aus Hermopolis führt detailliert seine Spenden an lokale Götter und an den Kult des Horus von Edfu auf. Gegen Ende seiner Herrschaft, im 19. Regierungsjahr, führt er die seit längerer Zeit aufgegebene Praxis der Koregentschaft wieder ein und erhebt seinen Sohn Tachos (Djedhor) zum Mitregenten, um dynastische Brüche wie unter seinen Vorgängern zu verhindern. Damit bereitet er bewusst eine geregelte Nachfolge vor und übergibt Tachos die Rolle des Thronfolgers sowie späteren Alleinherrschers der 30. Dynastie. Nektanebos stirbt um 360 in seinem 19. Regierungsjahr. Sein Grab, sein Sarkophag und seine Mumie bleiben bis heute unbekannt.
  • Pharao Tachos (360-359)
    Nach dem Tod von Nektanebos I. wird Tachos vollgültiger Pharao der 30. Dynastie. Die Krönung fällt in ein Jahr mit einer beobachteten Mondfinsternis, die zur Datierung der Herrschaftsfolge herangezogen wird (siehe WELTALL. Zu Beginn seiner Alleinherrschaft setzt Tachos die anti‑persische Politik seines Vaters fort, die in der Unterstützung kleinasiatischer Satrapenaufstände gegen den Großkönig Artaxerxes II. besteht. So erhält der Satrapenvertreter Rheomithres 500 Talente Silber und 50 Kriegsschiffe, obwohl er später eidbrüchig wird und diese Ressourcen samt Schiffen an die Perser ausliefert. Um diese Politik zu finanzieren, betreibt Tachos eine harte Finanzpolitik: Er lässt weitere Tempelschätze verkaufen und reduziert auf Rat des Griechen Chabrias die Einkünfte der Tempel und Priester auf ein Zehntel. Zugleich weitet er das von Nektanebos I. erlassene Naukratis‑Dekret auf alle Schiffahrt und sämtliche ägyptischen Waren aus, sodass Abgaben, die zuvor etwa dem Neith‑Tempel in Sais zufließen, nun in die königliche Kasse gehen. Um etwa 360 führt Tachos den Goldstater als erste altägyptische Münze ein, um vor allem die zahlreichen Söldner für den geplanten Persienfeldzug in barer Münze entlohnen zu können. Damit legt er den Grundstein für eine eigentliche Münzwährung in Ägypten. Trotz Unmut im Klerus hofft er, die Priester durch spätere Kriegsbeute wieder zu besänftigen.
    Tachos verfolgt früh den Plan, die Schwäche des Perserreiches auszunutzen und knüpft damit an die Tradition der syrisch‑palästinischen Feldzüge der Thutmosiden an. Zunächst unterstützt er Aufstände in Phönizien und Kleinasien vor allem finanziell und beobachtet die Lage, bevor er eigene Truppen entsendet. Er verhandelt erfolgreich mit Maussolos von Karien, der die Satrapenaufstände bereits seit etwa 362 unterstützt, und gewinnt den spartanischen König Agesilaos durch großzügige finanzielle Zusagen für ein Bündnis. Athen wahrt offiziell die Nähe zu Persien, gestattet aber Chabrias, auf eigene Rechnung in ägyptische Dienste zu treten. Nach Diodor stellt Tachos ein Heer von rund 100'000 Mann auf, davon 20'000 Griechen, unter ihnen 10'000 Söldner, und etwa 80'000 ägyptische Soldaten. Agesilaos führt 1000 Hopliten aus Sparta, die nach der zweiten Schlacht von Mantineia angeworben sind, in den ägyptischen Dienst. Parallel dazu übernimmt Chabrias das Kommando über eine Flotte von ungefähr 200 gut ausgerüsteten Schiffen, die aus größeren Trieren und schnellen Galeeren mit je etwa 30 Ruderern bestehen.
    Artikel des Tages: Tachos (altägyptisch Djedhor, Djedho) war der griechische Name des zweiten alt­ägyp­tischen Pharaos der 30. Dynastie. Seine Regierungs­zeit ist nach seiner Krönung zum Pharao wohl von 360 bis 359 v. Chr. anzusetzen. Sein Vater Nekta­nebos I. ernannte ihn während seiner Herr­schaft wahr­scheinlich 363/362 v. Chr. zum Mit­regen­ten. In diesen Zeit­raum fällt seine Ein­führung der alt­ägyp­tischen Münz­währung. Er war der erste Pharao nach Apries, der nach gut zwei Jahr­hunderten einen Feld­zug in die außer­ägyp­tische Region von Syrien-Palästina plante und begann. Kurz vor dem Abschluss des Vorstoßes nach Phönizien und der damit verbundenen Aus­sicht auf eine endgültige Abwehr der persischen Bedro­hung wurde Tachos durch einen Auf­stand im eigenen Land ent­machtet und als Pharao durch Nekta­nebos II. abgelöst. Tachos war der letzte einhei­mische König, der eine Offensive außerhalb Ägyptens gegen die Perser führte. Die genauere Ansetzung des Endes der Herrschafts­dauer seines Vaters und damit seines eigenen Herrschafts­beginns konnte unter anderem indirekt aus dem demo­tischen Papyrus Traum des Nekta­nebos ermittelt werden. Nur die Nacht vom 5. auf den 6. Juli des Jahres 343 v. Chr. korres­pondiert im julia­nischen Kalender mit den im Papyrus gemachten Angaben bezüg­lich der Voll­mond­nacht des 16. Regierungs­jahres von Nekta­nebos II.
  • Fortsetzung 359

INDIEN

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr des Metall-Hahns; am Beginn des Jahres Metall-Affe)

Qin

Zhou

Zhao

Wei

Qi

Chu

JAPAN

QUELLEN

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15.07.2015 Artikel eröffnet

10.07.2023 Grundstock erstellt

22.01.2026 Grundstock ergänzt

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