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-360: Unterschied zwischen den Versionen

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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis_vom_16./17._April_360_v._Chr. '''Mondfinsternis'''] <br />0417D: Die Mondfinsternis findet nach historischer Zeitrechnung in der Nacht vom 16. auf den 17. April 360 statt, was astronomisch als Jahr -359 gezählt wird. Im heutigen gregorianischen Kalender entspricht dies der Nacht vom 11. auf den 12. April 360. Es handelt sich um eine totale Mondfinsternis, die in Babylonien in den frühen Morgenstunden beginnt. Unter Berücksichtigung der Zeitdifferenz ΔT setzt der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde in Babylonien gegen 3:35 Uhr ein und das Maximum der Finsternis wird ungefähr um 6:10 Uhr erreicht (Bei der Auswertung der Mondfinsternis vom April 360 zeigt sich, dass die Zeitangaben der babylonischen Texte nicht exakt mit den rückgerechneten modernen Werten übereinstimmen. Die Differenz zwischen den historischen Beobachtungszeiten und den aus Himmelsmechanik gewonnenen Rechnungen wird als ΔT bezeichnet.). In Ägypten verläuft dieselbe Finsternis am Himmel in ähnlicher Weise, dort ist sie jedoch etwas länger sichtbar, weil der Mond höher über dem Horizont steht, bevor die Sonne aufgeht. In Nordamerika beginnt dieselbe Finsternis bereits am Abend des 16. April und endet kurz nach Mitternacht des 17. April, sodass der gesamte Ablauf dort in der ersten Nachthälfte verfolgt wird. <br />Die babylonischen Tafeln, die die Finsternis beschreiben, sind zum Teil beschädigt, weshalb die exakten lokalen Beobachtungszeiten nicht vollständig überliefert sind. In einem erhaltenen Fragment heißt es im ersten Monat Nisannu am 10. Tag, dass sich das Ereignis bis zum Sonnenaufgang erstreckt, was mit dem beobachteten Ablauf in den frühen Morgenstunden übereinstimmt. Die Finsternis ist in mehreren Keilschriftnotizen aus Babylonien festgehalten, die zur Gattung der sogenannten ACT-Texte (Astronomical Cuneiform Texts) gehören. Diese Texte sammeln systematische Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten und dokumentieren sie in tabellarischer oder notizartiger Form. Die betreffenden Keilschrifttafeln tragen die Museumsnummern BM 35115, BM 35789 und BM 45640 und befinden sich im British Museum in London. Auf diesen Tafeln ist neben den astronomischen Angaben auch der historische Rahmen vermerkt, etwa die Regierungsjahre des jeweiligen Königs. Obwohl Bruchstellen und Ausbrüche Teile der Texte zerstören, bleibt der Kern der Finsternisbeschreibung mit Datum, Mondphase und Bezug zum Sonnenaufgang erhalten. <br />In den Keilschrifttexten wird die Mondfinsternis ausdrücklich in das 45. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes II. eingeordnet. Gleichzeitig wird auf Ägypten verwiesen, wo in diesem Jahr der Pharao Tachos den Thron besteigt. Die Verknüpfung von Himmelsereignis, Regierungsjahr und Herrschernamen macht die Finsternis zu einem Fixpunkt der Chronologie. Aus dieser Gleichsetzung folgt, dass das 45. Jahr des Artaxerxes II. mit dem Regierungsantritt von Tachos zusammenspielt und beide Datierungen durch die Finsternis überprüfbar werden. Die genaue astronomische Rückrechnung erlaubt es, Unstimmigkeiten zwischen traditionellen, aus Königslisten abgeleiteten Jahreszahlen und physikalisch rekonstruierbaren Finsterniszeiten aufzudecken.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis_vom_16./17._April_360_v._Chr. '''Mondfinsternis'''] <br />0417D: Die Mondfinsternis findet nach historischer Zeitrechnung in der Nacht vom 16. auf den 17. April 360 statt, was astronomisch als Jahr -359 gezählt wird. Im heutigen gregorianischen Kalender entspricht dies der Nacht vom 11. auf den 12. April 360. Es handelt sich um eine totale Mondfinsternis, die in Babylonien in den frühen Morgenstunden beginnt. Unter Berücksichtigung der Zeitdifferenz ΔT setzt der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde in Babylonien gegen 3:35 Uhr ein und das Maximum der Finsternis wird ungefähr um 6:10 Uhr erreicht (Bei der Auswertung der Mondfinsternis vom April 360 zeigt sich, dass die Zeitangaben der babylonischen Texte nicht exakt mit den rückgerechneten modernen Werten übereinstimmen. Die Differenz zwischen den historischen Beobachtungszeiten und den aus Himmelsmechanik gewonnenen Rechnungen wird als ΔT bezeichnet.). In Ägypten verläuft dieselbe Finsternis am Himmel in ähnlicher Weise, dort ist sie jedoch etwas länger sichtbar, weil der Mond höher über dem Horizont steht, bevor die Sonne aufgeht. In Nordamerika beginnt dieselbe Finsternis bereits am Abend des 16. April und endet kurz nach Mitternacht des 17. April, sodass der gesamte Ablauf dort in der ersten Nachthälfte verfolgt wird. <br />Die babylonischen Tafeln, die die Finsternis beschreiben, sind zum Teil beschädigt, weshalb die exakten lokalen Beobachtungszeiten nicht vollständig überliefert sind. In einem erhaltenen Fragment heißt es im ersten Monat Nisannu am 10. Tag, dass sich das Ereignis bis zum Sonnenaufgang erstreckt, was mit dem beobachteten Ablauf in den frühen Morgenstunden übereinstimmt. Die Finsternis ist in mehreren Keilschriftnotizen aus Babylonien festgehalten, die zur Gattung der sogenannten ACT-Texte (Astronomical Cuneiform Texts) gehören. Diese Texte sammeln systematische Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten und dokumentieren sie in tabellarischer oder notizartiger Form. Die betreffenden Keilschrifttafeln tragen die Museumsnummern BM 35115, BM 35789 und BM 45640 und befinden sich im British Museum in London. Auf diesen Tafeln ist neben den astronomischen Angaben auch der historische Rahmen vermerkt, etwa die Regierungsjahre des jeweiligen Königs. Obwohl Bruchstellen und Ausbrüche Teile der Texte zerstören, bleibt der Kern der Finsternisbeschreibung mit Datum, Mondphase und Bezug zum Sonnenaufgang erhalten. <br />In den Keilschrifttexten wird die Mondfinsternis ausdrücklich in das 45. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes II. eingeordnet. Gleichzeitig wird auf Ägypten verwiesen, wo in diesem Jahr der Pharao Tachos den Thron besteigt. Die Verknüpfung von Himmelsereignis, Regierungsjahr und Herrschernamen macht die Finsternis zu einem Fixpunkt der Chronologie. Aus dieser Gleichsetzung folgt, dass das 45. Jahr des Artaxerxes II. mit dem Regierungsantritt von Tachos zusammenspielt und beide Datierungen durch die Finsternis überprüfbar werden. Die genaue astronomische Rückrechnung erlaubt es, Unstimmigkeiten zwischen traditionellen, aus Königslisten abgeleiteten Jahreszahlen und physikalisch rekonstruierbaren Finsterniszeiten aufzudecken.
*[[-357#WELTALL | Fortsetzung 357]]
*[[-357#WELTALL | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Weltall]]
 
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==GERMANEN==
 
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==RÖMISCHE REPUBLIK==
==RÖMISCHE REPUBLIK==
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Fabius_Ambustus_(Konsul_360_v._Chr.) '''Konsul Marcus Fabius Ambustus (1. Amtszeit)'''] stammt aus der patrizischen Familie der Fabier. Sein Vater ist Numerius Fabius Ambustus, der 406 als Konsulartribun amtierte. Im Jahr 360 v. Chr. bekleidet Marcus Fabius Ambustus zum ersten Mal das Konsulat, gemeinsam mit Gaius Poetelius Libo Visolus. Er führt einen Feldzug gegen die Herniker, in dem er mehrere kleine Gefechte und eine wichtigere Schlacht gewinnt. Für diesen Erfolg erhält er in Rom die Erlaubnis, eine Ovatio, also einen kleineren Triumphzug, abzuhalten.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Fabius_Ambustus_(Konsul_360_v._Chr.) '''Konsul Marcus Fabius Ambustus (1. Amtszeit)'''] stammt aus der patrizischen Familie der Fabier. Sein Vater ist Numerius Fabius Ambustus, der 406 als Konsulartribun amtierte. Im Jahr 360 v. Chr. bekleidet Marcus Fabius Ambustus zum ersten Mal das Konsulat, gemeinsam mit Gaius Poetelius Libo Visolus. Er führt einen Feldzug gegen die Herniker, in dem er mehrere kleine Gefechte und eine wichtigere Schlacht gewinnt. Für diesen Erfolg erhält er in Rom die Erlaubnis, eine Ovatio, also einen kleineren Triumphzug, abzuhalten.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] Im Jahr 360 v. Chr. ist der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus magister equitum. Er setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] Im Jahr 360 v. Chr. ist der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus magister equitum. Er setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
*[[-359#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 359]]
*[[-359#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 359]] [[Kategorie:Römische Republik]]
 
*'''361:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Konsul Gaius Sulpicius Peticus (2. Amtszeit)] 361 v. Chr. erreicht Sulpicius zum zweiten Mal das Konsulat, diesmal gemeinsam mit Gaius Licinius Stolo. Livius berichtet, dass die Kämpfe gegen die Herniker wiederaufgenommen werden, beide Konsuln erfolgreich auf feindliches Gebiet vorrücken und die Stadt Ferentinum in Latium erobern; wahrscheinlich schreiben die Triumphalakten Sulpicius für diese Erfolge einen, bei Livius nicht ausdrücklich erwähnten, Triumph zu.
*'''361:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus] Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus gehört zur gens Quinctia. Im Jahr 361 v. Chr. übernimmt er das Amt des Diktators in Rom. Er führt ein erfolgreiches Gefecht gegen die Gallier und erhält dafür einen Triumphzug.
*'''361:''' 361 v. Chr. dient Titus Manlius Imperiosus Torquatus als Militärtribun im Heer des Konsuls Titus Quinctius Poenus Capitolinus Crispinus gegen die Gallier am Anio. Ein riesenhafter Gallier fordert die Römer zum Zweikampf heraus, doch lange wagt niemand anzutreten, bis Titus mit Zustimmung des Konsuls hervortritt. Obwohl körperlich unterlegen, tötet er den Gallier mit Hieben in Bauch und Unterleib, nimmt dem Toten das Halsgeschmeide (torc) ab und legt es sich um den eigenen Hals, woraus sich sein Beiname Torquatus ableitet, der später an seine Nachkommen weitergegeben wird.
*[[-360#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 360]]
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Legat Gaius Sulpicius Peticus] 362 v. Chr. wirkt der ehemalige Konsul Sulpicius nach der wohl zutreffenden livianischen Überlieferung als Legat des plebejischen Konsuls Lucius Genucius Aventinensis im Krieg gegen die Herniker. Als der Konsul im Kampf fällt, schlägt Sulpicius einer Tradition zufolge einen Angriff der Herniker auf das römische Lager zurück, noch bevor der Diktator Appius Claudius Crassus Inregillensis mit seinen Truppen eintrifft.
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Appius_Claudius_Crassus_(Konsul_349_v._Chr.) Diktator Appius Claudius Crassus] Im Jahr 362 v. Chr., nach dem Tod des plebejischen Konsuls des Jahres, wird Claudius zum Diktator ernannt. Er führt Feldzüge gegen die Herniker, erzielt einige Erfolge, erleidet dabei aber selbst schwere Verluste; Oakley hält auch diese Diktatur für zweifelhaft, während Ferenczy sowohl das Amt als auch den Feldzug für historisch akzeptiert.
*'''363:''' Titus Manlius Imperiosus Torquatus wächst als Angehöriger der alten patrizischen gens Manlia in Rom auf und gilt später als einer der frühen Helden der Republik. Sein Vater, Lucius Manlius Capitolinus Imperiosus, wird 363 v. Chr. zum Diktator ernannt, angeblich um religiöse Pflichten zu erfüllen, beginnt aber stattdessen mit Kriegsrüstungen. Dies ruft starken Widerstand der Volkstribunen hervor, und nach dem Rücktritt des Vaters wird gegen ihn ein Prozess vorbereitet, in dem man ihm auch vorwirft, den stotternden Titus von Rom verbannt und zur Landarbeit gezwungen zu haben. Titus erfährt von der drohenden Anklage und geht noch im selben Jahr zum Haus des Tribunen Marcus Pomponius, wo man von ihm weitere Belastungen des Vaters erwartet. Als man ihn unter vier Augen einlässt, zieht er ein verborgenes Messer, droht dem Tribunen mit dem Tod und zwingt ihn, öffentlich zu schwören, keine Volksversammlung zur Anklage seines Vaters abzuhalten, was Pomponius dann auch tut. Durch diese als vorbildliche kindliche Pietät gedeutete Tat gewinnt Titus Ansehen und wird noch im selben Jahr zum Militärtribunen gewählt.
*'''364:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus '''Konsul Gaius Sulpicius Peticus (1. Amtszeit)'''] 364 v. Chr. bekleidet Sulpicius sein erstes Konsulat zusammen mit Gaius Licinius Calvus, wie die Fasti Capitolini bezeugen, während die Darstellung bei Livius, die Gaius Licinius Stolo als Kollegen nennt, als weniger zuverlässig gilt. In diesem Jahr herrscht in Rom eine schwere Pest, und zur Besänftigung der Götter werden erstmals etruskische Bühnenspiele aufgeführt.
*'''364:''' Marcus Popillius Laenas ist im 4. Jahrhundert v. Chr. ein zum plebejischen Geschlecht der Popillier gehöriger Politiker der Römischen Republik und wird vier- oder fünfmal Konsul (359, 356, möglicherweise 354, 350 und 348 v. Chr.). Sein Vater trägt nach den Triumphalfasten ebenfalls das Pränomen Marcus, sein Großvater heißt Gaius. Das erste sicher bezeugte Amt seines cursus honorum ist die kurulische Ädilität, die er 364 v. Chr. innehat, kurz nachdem dieses Amt zwei Jahre zuvor eingeführt worden ist. Als kurulischer Ädil veranstaltet er gemeinsam mit seinem Amtskollegen die ersten ludi scaenici (Theaterspiele) in Rom.
*'''366:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Zensor Gaius Sulpicius Peticus] Gaius Sulpicius Peticus ist in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. ein bedeutender Politiker der römischen Republik aus der patrizischen gens Sulpicia; sein Vater heißt Marcus, sein Großvater Quintus. Sein erstes sicher fassbares Auftreten in den Quellen ist 380 v. Chr., als er als Konsulartribun amtiert. 366 v. Chr., im Jahr, in dem mit Lucius Sextius Sextinus Lateranus erstmals ein Plebejer das Konsulat innehat, ist Sulpicius Zensor und legt sein Amt nieder, weil sein Amtskollege während der laufenden Zensur stirbt und die religiösen Vorschriften seinen Rücktritt verlangen.
*'''368:''' Appius Claudius Crassus Inregillensis ist vermutlich Sohn von Claudius Crassu und hält im Senat eine Rede, in der er sich erfolglos gegen den Vorschlag wendet, das Konsulat für Plebejer zu öffnen. Der Althistoriker Oakley verwirft jedoch die Historizität dieser Rede, da weder Livius noch seine Quellen über authentische Belege verfügen können und die plebeierfeindliche Haltung der Claudier ein wiederkehrendes Stereotyp der Überlieferung bildet.


==GRIECHEN==
==GRIECHEN==
(4. Jahr der 104. / 1. Jahr der 105. Olympiade)
(4. Jahr der 104. / 1. Jahr der 105. Olympiade)
'''Tarent'''
*'''361:''' Archytas: Die Verbindung zu Platon gewinnt 361 entscheidende Bedeutung, als Platon beim Tyrannen Dionysios II. von Syrakus in Ungnade fällt, in Lebensgefahr gerät und [[http://de.wikipedia.org/wiki/Archytas_von_Tarent Archytas] um Hilfe bittet. Archytas reagiert auf Platons Hilferuf, veranlasst die Tarentiner, eine Gesandtschaft nach Syrakus zu entsenden, und bewirkt, dass Platon die Erlaubnis zur sicheren Abreise erhält, wodurch er dessen Leben rettet. Während dieser Zeit bleibt Archytas selbst politisch einflussreich, gerät aber in Syrakus in Konflikte mit Dionysios und fällt zeitweise in Ungnade, wobei die Details der Auseinandersetzungen in den Quellen nur angedeutet überliefert sind. Nach Platons Rettung setzt Archytas seine Tätigkeit als führender Staatsmann und Stratege Tarents sowie des Bundes fort und verteidigt die griechischen Siedlungen weiter gegen italische Gegner. [[-350#GRIECHEN | Fortsetzung 350]]
*'''388:''' Archytas: Während seiner politischen Karriere pflegt [[http://de.wikipedia.org/wiki/Archytas_von_Tarent Archytas] enge Beziehungen zu anderen führenden Griechen der Zeit. Um 388 v. Chr. begegnet er Platon auf dessen erster Italienreise, nimmt ihn als Gastfreund auf und begründet eine persönliche Freundschaft.


'''Syrakus'''
'''Syrakus'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_II._von_Syrakus Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit367-357)] <br />Platon erreicht keine Versöhnung zwischen Dionysios II. und Dion; er reist daher wieder ab. Auf der Heimreise trifft er [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (49)] in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_II._von_Syrakus Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit367-357)] <br />Platon erreicht keine Versöhnung zwischen Dionysios II. und Dion; er reist daher wieder ab. Auf der Heimreise trifft er [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (49)] in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]]
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Syrakus]]
 
*'''361/360:''' Agathokles wird in Thermai auf Sizilien geboren. Schon früh beginnt Agathokles eine militärische Laufbahn und dient zunächst als Soldat, später als Offizier in Syrakus
*'''361:''' Dionysios: 361 v. Chr. bewirkt Dionysios II. eine dritte Sizilienreise Platons, weil er den Philosophen für sich gewinnen will. Platon verfolgt nun vor allem das Ziel, für Dion eine Begnadigung und Rückkehr zu erreichen. Der Tyrann stellt eine Heimkehrerlaubnis für Dion in Aussicht, zieht sie aber spätestens dann zurück, als er Berichte erhält, Dion arbeite mit Platons Schülern an seinem Sturz. Statt Dion zu begnadigen, lässt Dionysios II. dessen Besitz in Syrakus konfiszieren.
*'''361:''' Dion: [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (48)] hofft weiterhin auf Rückkehr und Rehabilitation. 361 v. Chr. reist Platon auf Drängen Dionysios’ II. ein drittes Mal nach Sizilien, um einerseits dem Tyrannen zu gefallen, andererseits Dion zu helfen, und bringt mehrere Schüler mit, darunter Speusippos und Xenokrates. Speusippos erkundigt sich in Syrakus nach der Stimmung der Bürgerschaft und prüft die Chancen eines gewaltsamen Sturzes der Tyrannis, was das Misstrauen Dionysios’ II. weckt. Dionysios II. konfisziert daraufhin Dions in Syrakus verbliebenen Besitz und befiehlt seiner Halbschwester Arete, Dions Frau, die Ehe aufzulösen und seinen Günstling Timokrates zu heiraten, womit eine Versöhnung mit Dion faktisch ausgeschlossen ist.
*[[-361#GRIECHEN | Fortsetzung 361]]
*'''365:''' Dionysios:  365/364 v. Chr. reist Platon aus Syrakus ab, da er nach Dions Verbannung keine Möglichkeit mehr sieht, sein politisches Reformprojekt zu verwirklichen. Dionysios II. schließt in der Folge Frieden mit den Karthagern.
*'''365:''' Dion: 365 v. Chr. reist Platon wieder ab, nachdem Dionysios II. eine Begnadigung Dions in Aussicht gestellt hat. In Griechenland empfängt man [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (44)] freundlich; aus seinen syrakusanischen Einkünften verfügt er über erhebliche Mittel, tritt glänzend auf, gewinnt Sympathien in Korinth, erhält in Sparta das Bürgerrecht und tritt in Athen in Platons Akademie ein. In Athen wohnt er bei Kallippos, mit dem er sich in die eleusinischen Mysterien einweihen lässt und der später sein Mörder wird.
*'''366/365:''' Timoleon: Mitte der 360er Jahre nimmt Timophanes mit Gewalt die Akropolis von Korinth in Besitz und macht sich faktisch zum Tyrannen. Timoleon, sein Bruder und um 411 geboren, hat ihm zuvor in einer Schlacht das Leben gerettet und ihn wiederholt gebeten, auf die Tyrannis zu verzichten. Als Timophanes nicht einlenkt, beteiligt sich Timoleon an dessen Ermordung, um die Tyrannis zu beenden. Viele Korinther billigen dies als patriotische Tat, doch seine Mutter verflucht ihn, und ein Teil der Mitbürger reagiert empört. Unter dem Eindruck des Brudermords zieht sich Timoleon aus Politik und öffentlichem Leben zurück. Dieser selbst auferlegte Rückzug dauert etwa zwanzig Jahre. [Die französische Wikipedia datiert den Brudermord auf das Jahr 366/365]
*'''366:''' Dionysios:  366 v. Chr. kommt Platons zweite Sizilienreise zustande, Dionysios II. empfängt ihn ehrenvoll und zeigt Interesse an der platonischen Philosophie. Platon wird aber durch seine enge Freundschaft mit Dion in die Hofintrigen hineingezogen, da sich eine Partei bildet, die Dions Bestrebungen bekämpft und ihm sowie Platon feindlich gegenübersteht. Anführer dieser Gegenpartei ist der Feldherr und Geschichtsschreiber Philistos, der einst bei Dionysios I. in Ungnade gefallen, verbannt und aus Syrakus entfernt worden war. Dionysios II. holt Philistos zurück, vermutlich um ein Gegengewicht zu Dions Einfluss zu schaffen. Dion plant zu dieser Zeit wohl bereits, Dionysios mit Platons Hilfe unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen. Die Gegenpartei versucht, Dionysios zu überzeugen, Dions Plan sei eine Falle, die ihn durch die Philosophie von der Politik ablenken und dadurch aus der Macht drängen solle. Syrakus befindet sich noch immer in dem von Dionysios I. begonnenen Krieg gegen die Karthager, die angestammten Feinde der Stadt. Dion schreibt den Karthagern einen Brief und bietet sich als Vermittler für Friedensverhandlungen an. Dieser Brief wird abgefangen und Dionysios II. übergeben, der Dion auf Rat des Philistos des Landesverrats beschuldigt und ihn aus seinem Reich verbannt. Im Spätsommer 366 v. Chr. trifft Dion im griechischen Mutterland ein, wo er freundlich aufgenommen wird, während sein Vermögen in Sizilien unangetastet bleibt und er die Einkünfte daraus weiterhin bezieht.
*'''366:''' Dion: 366 v. Chr. kommt Platon daher zum zweiten Mal nach Sizilien. Dionysios II. beruft noch vor Platons Ankunft Philistos zurück, sodass sich in Syrakus zwei verfeindete Hofparteien um [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (43)] und Philistos bilden. Dion beabsichtigt offenbar, Dionysios entweder mit Hilfe Platons unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen, während Philistos und seine Anhänger den Herrscher vor Dions Plänen warnen. Während eines Waffenstillstands im Krieg gegen die Karthager schreibt Dion einen Brief an karthagische Bevollmächtigte, in dem er sich als Berater und Vermittler für die Friedensverhandlungen anbietet. Der Brief wird abgefangen, Dionysios II. sieht darin Landesverrat und schickt Dion in die Verbannung. Im Spätsommer 366 v. Chr. geht Dion nach Griechenland ins Exil, wobei Dionysios II. den Bruch als heilbar darstellt und Dions Vermögen zunächst unangetastet lässt.
*'''367:''' Dionysios: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich, und Dion versucht vergeblich, eine Beteiligung seiner Neffen Hipparinos und Nysaios an der Herrschaft zu erreichen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Dionysios II. als alleiniger Nachfolger scheinbar problemlos die Macht in Syrakus. Der etwa dreißigjährige, unerfahrene Dionysios II. herrscht nun, während der durch seine Verschwägerung mit der Tyrannenfamilie herausragend begünstigte, sehr reiche Dion zu den führenden Persönlichkeiten am Hof gehört. Um seine Stellung zu festigen, bewegt Dion Dionysios II. dazu, den Philosophen Platon aus Athen als Ratgeber einzuladen. Dion kennt Platon seit dessen erster Sizilienreise um 388 v. Chr. und stellt ihm nun die Aussicht in Aussicht, Dionysios für die platonische Staatsphilosophie zu gewinnen, um nach deren Prinzipien die politischen Verhältnisse zu reformieren.
*'''367:''' Dion: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich; [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (42)] versucht vergeblich, ihn zu einer Nachfolgeregelung zu bewegen, die seine Neffen einbezieht und ihm selbst eine starke Stellung verschafft. Nach dem Tod des Tyrannen übernimmt Dionysios II., der etwa 30 Jahre alt und nicht auf die Herrschaft vorbereitet ist, anscheinend problemlos die Macht. Dion gelingt es zunächst, am Hof des neuen Herrschers seinen Einfluss zu bewahren, auch weil sein Gegenspieler Philistos noch fern ist. Er überzeugt Dionysios II., Platon als Berater einzuladen und stellt diesem die Aussicht in Aussicht, Syrakus im Sinne der platonischen Staatsphilosophie zu reformieren.
*'''380:''' Dionysios II.: Um 380–375 v. Chr. verheiratet Dionysios I. seine Tochter Arete mit Dion, dem jüngeren Bruder der Aristomache, der so mütterlicherseits Onkel seiner Frau ist, und etwa fünf Jahre früher hat er bereits Sophrosyne mit Dionysios II. verheiratet, der damit seine Halbschwester und zugleich Dions Nichte zur Frau nimmt. Durch diese Verbindungen knüpft Dionysios I. die beiden Zweige seiner Nachkommenschaft eng aneinander und verbindet sie zugleich mit der Familie Dions. Dion gehört wie einst sein Vater Hipparinos zum engsten Kreis des misstrauischen Tyrannen Dionysios I. und sammelt politische Erfahrung, während Dionysios II. von den Staatsgeschäften ferngehalten und nicht auf eine künftige Herrscherrolle vorbereitet wird. Dionysios I. misstraut seinem ältesten Sohn so sehr, dass er ihn nicht einmal von der Vorschrift ausnimmt, Besucher erst nach einer Waffenprobe vorzulassen.
*'''380:''' Dionysios II.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
*'''385:''' Hipparinos wird um 385 v. Chr. in Syrakus geboren und ist Sohn des Tyrannen Dionysios I. und der Adligen Aristomache. Sein mütterlicher Großvater Hipparinos, nach dem er wahrscheinlich benannt ist, gehört zuvor als syrakusanischer Adliger zu den Mitkämpfern Dionysios’ I. Dionysios I. hat aus der Ehe mit Aristomache neben Hipparinos den jüngeren Sohn Nysaios sowie die älteren Töchter Sophrosyne und Arete. Aus einer anderen Ehe mit der Adligen Doris aus Lokroi stammen weitere Kinder, darunter der älteste Sohn Dionysios II., der später Sophrosyne heiratet und damit Schwager von Hipparinos und Nysaios wird. Zu den wichtigsten Vertrauten des Dynastiegründers Dionysios I. zählt Dions Bruder Aristomache, Hipparinos’ Onkel Dion, der durch die Ehe mit Arete zugleich Schwiegersohn von Dionysios I. ist. Dion steht in enger Freundschaft zum Philosophen Platon und wird von dessen Gedankengut geprägt.
*'''388:''' Dion: Dionysios I. führt unterdessen wechselhafte Kriege gegen die Karthager und bringt einen Großteil Siziliens unter seine Herrschaft, während [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (21)] in seiner Nähe aufwächst. Um 388 v. Chr. kommt Platon nach Syrakus, Dion verschafft ihm vermutlich eine Audienz beim Tyrannen, das Gespräch verläuft unerfreulich, und Platon reist bald wieder ab. Dion wird nach späterer Darstellung des siebten platonischen Briefes zu einem überzeugten Anhänger der platonischen Philosophie, missbilligt innerlich die Tyrannis und ist bei Hofleuten verhasst, steht aber faktisch in bestem Verhältnis zu Dionysios I. Der Tyrann betraut ihn mit wichtigen Gesandtschaften, darunter nach Karthago, gewährt ihm freien Zugriff auf seinen Schatz und ermöglicht ihm so den Erwerb eines außerordentlichen Vermögens, aus dem Dion später Söldner finanzieren kann.
*'''398:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus '''Dion von Syrakus (13)'''] wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist.
'''Epirus'''
'''Epirus'''
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br />Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. <br />Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus  
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br />Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. <br />Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus  
*Als sein Vater Neoptolemos I. um 360 stirbt, ist [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._(Epirus) Alexander] noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.  
*Als sein Vater Neoptolemos I. um 360 stirbt, ist [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._(Epirus) Alexander] noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.  
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]]
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Epirus]]
 
*'''370:''' Arybbas ist Sohn des Molosserkönigs Alketas I. und gehört zum königlichen Haus der Aiakiden. Nach dem Tod seines Vaters um 370 teilt er sich die Herrschaft über Epirus mit seinem Bruder Neoptolemos I., jeder regiert einen Teil des Reichs. [https://de.wikipedia.org/wiki/Alketas_I. König Alketas I. (385–370)]
*'''370:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._(Epirus) Alexander] (auch Alexander der Molosser) wird um 370 in Epirus geboren und gehört zur molossischen Dynastie der Aiakiden. Er ist der Bruder von Olympias, der späteren Mutter Alexanders des Großen.
*'''370:''' Neoptolemos I. ist der Sohn von Alketas I., der Vater von Troas, Alexander I. von Epeiros und Königin Olympias und damit mütterlicher Großvater Alexanders des Großen sowie Urgroßvater von Pyrrhos von Epeiros; er führt seine Abstammung sowohl auf den homerischen Helden Achilleus als auch auf König Lykomenes zurück. Sein Name bedeutet "neuer Krieg" und ist zugleich der Name des mythischen Sohnes des Achilleus und der Deidameia, der in der Tradition als Stammvater der molossischen Könige gilt. Spätere römische Herrscher, etwa Kaiser Caracalla, beanspruchen in der Kaiserzeit, von diesem Neoptolemos abzuleiten zu sein, wodurch die Figur noch nach Jahrhunderten genealogische Bedeutung besitzt. Nach dem Tod von Alketas I. vereinbart Neoptolemos mit seinem Bruder Arrybas eine Teilung des Königreichs, sodass beide Brüder jeweils einen Teil von Epeiros eigenständig regieren. Diese Doppelherrschaft verläuft nach den überlieferten Nachrichten ohne militärische Konflikte zwischen den Brüdern, wodurch in Epeiros eine Phase relativer innerer Harmonie und Stabilität besteht. - In diese Zeit fällt auch die früheste epigraphische Erwähnung des sogenannten Molosserbundes, die bereits unter Neoptolemos belegt ist und zeigt, dass sich um den König ein organisierter Stammes- und Staatenbund bildet. Neoptolemos tritt damit in ein bereits bestehendes, aber sich politisch verdichtendes Königreich ein, dessen Strukturen in Inschriften fassbar werden.
*'''370:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Alketas_I. König Alketas I. (385–370)]
*[[-360#GRIECHEN | Fortsetzung 360]]


'''Makedonien'''
'''Makedonien'''
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lysimachos Lysimachos] wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lysimachos Lysimachos] wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Demetrios_von_Phaleron Demetrios von Phaleron] wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. 360-324: Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Demetrios_von_Phaleron Demetrios von Phaleron] wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. 360-324: Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
*[[-359#GRIECHEN | Fortsetzung 359]]
*[[-359#GRIECHEN | Fortsetzung 359]] [[Kategorie:Makedonien]]
 
*'''362:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amyntas_IV. Amyntas (später IV.)] wird um 362 v. Chr. als Sohn des makedonischen Königs Perdikkas III. aus dem Haus der Argeaden geboren. Er gehört damit zur königlichen Linie, aus der auch Philipp II. und Alexander der Große stammen.
*[[-360#GRIECHEN | Fortsetzung 360]]
*'''365:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemaios_von_Aloros Regent Ptolemaios von Aloros (368-365)] Im Jahr 365 v. Chr. handelt Perdikkas schließlich selbst und lässt Ptolemaios töten oder tötet ihn eigenhändig, um die Regierung zu übernehmen. Mit diesem Schritt beendet er die Regentschaft und tritt nun selbst als regierender König Makedoniens auf, womit er seine persönliche und politische Unabhängigkeit behauptet. Über die konkrete Politik von Perdikkas III. ist nur wenig überliefert, doch einige charakteristische Züge seiner Herrschaft sind bekannt. Er fördert besonders die Gelehrsamkeit und umgibt sich mit Männern der Bildung, was seinem Hof ein ausgeprägt intellektuelles Gepräge gibt. Zu den bevorzugten Gelehrten gehört Euphraios von Oreos, ein Schüler Platons, der am Hof von Perdikkas einen außergewöhnlich großen Einfluss gewinnt. Euphraios prägt den jungen König so stark, dass berichtet wird, er bestimme praktisch die Regierung und schirme den König von allen ab, die keine Philosophen oder Geometer sind. Während seiner Regierungszeit gerät Perdikkas III. zeitweise in Auseinandersetzungen mit Athen, insbesondere im Zusammenhang mit der strategisch und wirtschaftlich bedeutenden Stadt Amphipolis. Diese Spannungen spiegeln den Wettbewerb um Einfluss in Nordgriechenland und an der nordägäischen Küste wider.
*'''367:''' Aristoteles: Mit siebzehn Jahren zieht Aristoteles nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort beschäftigt er sich mit Mathematik und Dialektik und beginnt, eigene Werke zu verfassen, darunter erste Dialoge nach dem Vorbild Platons. Er verteidigt das platonische Erziehungsideal gegen Isokrates und übernimmt Lehrtätigkeiten in der Akademie, wobei seine ersten Lehrschriften entstehen, die später im Organon zusammengefasst werden.
*'''367:''' Ptolemaios wird um 367/366 in Makedonien geboren. Seine Mutter ist Arsinoë, sein Vater vermutlich Lagos, ein makedonischer Adeliger. Gerüchte über eine Abstammung von König Philipp II. machen die Runde, dienen aber wohl ptolemäischer Propaganda, um einen Anspruch auf das makedonische Königshaus zu rechtfertigen. Schon in jungen Jahren wächst er im Umfeld des makedonischen Hofes auf und entwickelt sich zu einem engen Freund Alexanders des Großen.
*'''368:''' Perdikkas III. ist der Sohn von Amyntas III. und Eurydike.  Im Jahr 368 wird sein älterer Bruder, König Alexander II., von ihrem Schwager Ptolemaios von Aloros ermordet. Ptolemaios übernimmt daraufhin als Regent die tatsächliche Herrschaft, während Perdikkas III. formal noch minderjährig bleibt und politisch zunächst keine eigene Rolle spielt. In den Jahren nach 368 festigt Ptolemaios von Aloros seine Stellung als Regent und kontrolliert das Königreich im Namen der königlichen Familie. Perdikkas wächst in einem Hofklima auf, das von Intrigen, Misstrauen und der Erinnerung an den Mord an seinem Bruder geprägt ist.
*'''373:''' Aristoteles:  Nach dem Tod seines Vaters im Alter von 11 Jahren wächst Aristoteles bei seinem Stiefbruder Proxenos von Atarneus in Mysien auf.​ Aristoteles freundet sich schon früh mit Hermias von Atarneus an, dem späteren Tyrannen der Stadt.​
*'''382-335:''' Antigonos wird um 382 als Sohn von Philippos geboren und wächst vermutlich im Haus seines Stiefvaters Periandros in Pella auf. Er hat mindestens zwei Brüder und einen Halbbruder (Marsyas). Er heiratet Stratonike, die möglicherweise aus dem makedonischen Königsgeschlecht der Argeaden stammt. Sie bringt ihm die Söhne Demetrios I. Poliorketes und Philippos. Antigonos gehört zur Altersgeneration von Philipp II., dem makedonischen König, und dient diesem als Feldherr und Gefährte (hetairos). Er verliert ein Auge, wodurch er den Beinamen „der Einäugige“ erhält. Laut Plutarch duldet Antigonos keine Respektlosigkeiten gegenüber seiner Sehbehinderung. Als der Sophist Theokritos von Chios ihn beleidigt, sperrt Antigonos ihn ein und verhängt das Todesurteil, das schließlich vollstreckt wird, da Theokritos die geforderte Bußhaltung verweigert.
*'''384:''' Aristoteles wird in Stageira, Chalkidike, östlich von Thessaloniki, geboren. Sein Vater, Nikomachos, ist Leibarzt von König Amyntas von Makedonien und gehört vermutlich der medizinischen Gilde der Asklepiaden an, was Aristoteles früh für Biologie und Medizin interessiert. Seine Mutter, Phéstias, stammt aus Chalkis auf der Insel Euböa und arbeitet als Hebamme.


'''Pherai'''
'''Pherai'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Pherai Tyrann Alexander (369-358)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Pherai Tyrann Alexander (369-358)] <br />
*'''364:''' Alexander: Während des dreijährigen Waffenstillstands versucht Alexander weiterhin, seinen Einfluss auszudehnen, vor allem auf die Regionen Magnesia und Phthiotis, indem er Druck auf die dortigen Städte ausübt. Nach Ablauf des Waffenstillstands im Jahr 364 wenden sich diese Städte erneut an Theben und bitten um Schutz vor Alexanders erneuten Angriffen. Theben reagiert mit einer weiteren Expedition, diesmal unter Pelopidas, der nun mit einem Heer gegen Alexander zieht. In der Schlacht bei Kynoskephalai im Jahr 364 v. Chr. wird Alexander militärisch geschlagen, doch Pelopidas fällt in der Schlacht, was dem Sieg einen hohen Preis verleiht. Nach der Niederlage Alexanders folgt eine weitere thebanische Offensive unter den Feldherren Malcites und Diogiton, die seine militärische Position endgültig brechen. Alexander muss die von ihm eroberten Städte an die Thessalier zurückgeben, seine Herrschaft auf Pherai beschränken, dem Böotischen Bund beitreten und sich in ein abhängiges Bündnisverhältnis zu Theben fügen. Obwohl Alexander nun formell auf Pherai beschränkt ist und als Verbündeter Thebens gilt, bleibt er innerlich dieselbe tyrannische Figur und hält seine Untertanen mit Angst und Gewalt nieder. Die antiken Autoren schildern ihn übereinstimmend als besonders grausamen und misstrauischen Tyrannen, der zu blutigen Strafen und willkürlicher Grausamkeit neigt. Alexander verlegt einen Teil seiner Aktivitäten auf das Meer und nutzt eine Flotte, um die Küstenregionen zu bedrohen und seinen Einfluss wirtschaftlich zu sichern. Er greift die Insel Peparethos an, belagert die Stadt und führt zugleich piratische Überfälle auf die Küsten Attikas aus. Im Zuge dieser Unternehmungen landet Alexander Truppen in Attika, besetzt den kleinen Hafen Panormos östlich von Kap Sounion und bedroht damit direkt den athenischen Raum. Athen reagiert mit der Entsendung eines Geschwaderverbandes unter dem Admiral Leosthenes, der Alexanders Flotte schlägt und die Belagerung von Peparethos aufhebt. Alexander entkommt jedoch einer völligen Einschließung im Hafen von Panormos, bricht aus der Blockade aus und erbeutet mehrere attische Trieren, bevor er sich mit Beute zurückzieht. Er setzt seine Politik der Einschüchterung und des Seeraubs fort, bleibt aber nach den Niederlagen in Thessalien politisch stark geschwächt und auf ein engeres Machtgebiet zurückgeworfen.
*[[-358#GRIECHEN | Fortsetzung 358]]
*'''367:''' Alexander: Im Jahr 367 v. Chr. begeht Alexander ein besonders brutales Verbrechen: Er lässt in der Stadt Skotussa ein Massaker an den Bürgern anrichten, um jeden Widerstand im Keim zu ersticken. Daraufhin führt Epameinondas ein neues thebanisches Heer nach Thessalien, das Alexander zum Abschluss eines dreijährigen Waffenstillstands zwingt und die Freilassung der Gefangenen – darunter Pelopidas – erreicht.
*'''368:''' Alexander: Oppositionelle Thessalier wenden sich zunächst an König Alexander II. von Makedonien, in der Hoffnung, von ihm von der tyrannischen Herrschaft befreit zu werden. Alexander II. marschiert daraufhin nach Thessalien und besetzt die Städte Larisa und Krannon, behält sie aber für sich, anstatt sie den Bürgern zurückzugeben. Da die makedonische Hilfe keine wirkliche Befreiung bringt, wenden sich die unterdrückten Thessalier an Theben, die damals führende Macht in Griechenland. Theben entsendet seinen Feldherrn Pelopidas nach Pherai, der jedoch 368 v. Chr. von Alexander gefangen genommen wird, was den Konflikt weiter verschärft. Nach der Gefangennahme des Pelopidas schreitet Theben entschlossen ein und schickt Epaminondas mit einem großen Heer nach Pherai, um Alexanders Widerstand zu brechen. Unter diesem Druck gibt Alexander nach und lässt Pelopidas wieder frei, kann seine Stellung als Tyrann jedoch zunächst behaupten.
*'''369:''' Alexander: Nach seiner Machtergreifung regiert Alexander offen tyrannisch und löst sich im Verhalten deutlich von Jasons vergleichsweise geordneter Machtpolitik. Seine Herrschaft stützt sich auf Terror, Hinrichtungen und Unterdrückung, wobei er besonders die alte Adelsfamilie der Aleuaden in Larissa bedroht, die sich seiner Vorherrschaft nicht unterwerfen will. Die Aleuaden und andere Gegner Alexanders wenden sich an Alexander II. von Makedonien, der in Thessalien interveniert, um den Tyrannen von Pherai zurückzudrängen. Alexander von Pherai rüstet daraufhin ein eigenes Heer und plant seinerseits einen Angriff auf Makedonien, doch Alexander II. kommt ihm zuvor, zieht nach Thessalien und wird in Larissa eingelassen. Der makedonische König besetzt Larissa und die Stadt Krannon mit Garnisonen, während Alexander von Pherai sich nach Pherai zurückzieht, ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Nachdem der Großteil des makedonischen Heeres wieder abgezogen ist, fürchten die thessalischen Städte erneut die Rache Alexanders und suchen diesmal Unterstützung bei Theben, das jede übermächtige Nachbarmacht begrenzen will. Siehe auch [https://www.historyofwar.org/articles/people_alexander_II_macedon.html historyofwar] und [https://www.britannica.com/biography/Alexander-of-Pherae britannica]
*'''370:''' Alexander: Im Sommer 370 wird der Tyrann Jason von Pherai ermordet. Seine Brüder Polydoros und Polyphron übernehmen daraufhin gemeinsam die Herrschaft über Pherai und den thessalischen Bund. Polydoros wird schon bald nach der Machtübernahme getötet, wahrscheinlich von seinem Bruder Polyphron, der damit die alleinige Herrschaft erlangt. Polyphron übt das Amt des Tagos offen wie eine Tyrannis aus, indem er nicht nur in Pherai, sondern in ganz Thessalien uneingeschränkt herrschen will.
*'''370:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Jason_von_Pherai Tyrann Jason (390-370)]


'''Attischer Seebund'''
'''Attischer Seebund'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (68)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (68)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles (27)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Timaios '''Timaios (Platon)'''] <br />um 360: Platon beschreibt in seinem Dialog ''Timaios'' die mythische Insel Atlantis. Platon lässt in dem Werk die beiden Philosophen Sokrates und Timaios von Lokroi aufeinandertreffen. <br />Artikel des Tages: Der ''Timaios'' (altgriechisch Tímaios, latinisiert Timaeus) ist ein in Dialogform verfasstes Spätwerk des griechischen Philosophen Platon. Darin wird ein fiktives, literarisch gestaltetes Gespräch wörtlich wiedergegeben. Beteiligt sind Platons Lehrer Sokrates, ein vornehmer Athener namens Kritias und zwei Gäste aus dem griechisch besiedelten Süditalien: der Philosoph Timaios von Lokroi, nach dem der Dialog benannt ist, und der Politiker Hermokrates von Syrakus. Sokrates und Hermokrates ergreifen nur im Einleitungsgespräch das Wort. Danach berichtet Kritias von einem Abwehrkrieg, den Athen nach seinen Worten vor neun Jahrtausenden gegen das mythische Inselreich Atlantis führte und gewann. Anschließend hält Timaios einen langen naturphilosophischen Vortrag, der den weitaus größten Teil des Dialogs ausmacht. Nach Timaios’ Darstellung ist der Kosmos hauptsächlich von zwei Faktoren geprägt, der Vernunft und der Notwendigkeit. Bei der Erschaffung des Alls wollte der vernünftige, wohlwollende Schöpfergott, der Demiurg, das Bestmögliche erreichen. Dazu musste er sich mit der "Notwendigkeit" – vorgegebenen Sachzwängen – arrangieren und aus dem Chaos der bereits vorhandenen Materie Ordnung schaffen. Er bildete die Weltseele, mit der er den Kosmos zu einem lebendigen, beseelten Wesen machte. Den von ihm hervorgebrachten untergeordneten Gottheiten wies er die Aufgabe zu, den menschlichen Körper zu erschaffen. Die unsterblichen individuellen Seelen schuf er selbst. Sie treten im Rahmen der Seelenwanderung immer wieder in neue Körper ein. Nachdrücklich weist Timaios auf die Güte des Schöpfers und die Harmonie und Schönheit der Welt hin. Von der Antike bis zum Spätmittelalter erzielte der Timaios die stärkste und nachhaltigste Wirkung von allen Werken Platons. Im Mittelalter blieb er bis ins 12. Jahrhundert das einzige den lateinischsprachigen Gelehrten zugängliche Werk des antiken Denkers. Im 12. Jahrhundert erreichte die Rezeption ihre größte Intensität, als die platonisch orientierten Philosophen der Schule von Chartres den biblischen Schöpfungsglauben mit dem Weltbild des Timaios zu harmonisieren trachteten. Die moderne Forschung griff die schon in der Antike umstrittene Frage auf, ob der Schöpfungsbericht wörtlich im Sinne eines bestimmten historischen Vorgangs oder sinnbildlich als Veranschaulichung einer ewigen Wirklichkeit zu verstehen ist. Nach der heute vorherrschenden Auffassung ist die Schöpfung des Demiurgen nicht als ein bereits abgeschlossenes Ereignis, sondern als beständiger Prozess zu verstehen <br />Die Entstehung und Beschaffenheit der Welt, das Wesen des Kosmos, der Aufbau und die Funktion der menschlichen Seele und des Körpers – der Erklärungsanspruch des ''Timaios'' ist so immens wie seine Wirkung. Generationen von Philosophen, Theologen, Naturwissenschaftlern und Philologen haben sich daran abgearbeitet, sich darüber zerstritten und sich dafür begeistert. Warum, das ist auch heute noch erkennbar. Die Vorstellung von unserer Welt als der bestmöglichen aller Welten, die Idee des Menschen als Mikrokosmos, die Macht der Vernunft, der Glaube an einen gütigen Schöpfer, der Trost der Wiedergeburt und die Verheißung des glücklichen Lebens: All das hat Menschen schon immer philosophisch, religiös und spirituell berührt. Dass selbst einige abstrus wirkende naturwissenschaftliche Einlassungen von der modernen Physik auf der Suche nach der Weltformel wiederentdeckt wurden, zeigt die Zeitlosigkeit des Textes. So schwierig er auch ist, der ''Timaios'' liest sich auch heute noch mit Gewinn [http://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/timaios/22510 (getAbstract 2016)]
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles (27)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Timaios '''Timaios (Dialog)'''] <br />um 360: Platon beschreibt in seinem Dialog ''Timaios'' die mythische Insel Atlantis. Platon lässt in dem Werk die beiden Philosophen Sokrates und Timaios von Lokroi aufeinandertreffen. <br />Artikel des Tages: Der ''Timaios'' (altgriechisch Tímaios, latinisiert Timaeus) ist ein in Dialogform verfasstes Spätwerk des griechischen Philosophen Platon. Darin wird ein fiktives, literarisch gestaltetes Gespräch wörtlich wiedergegeben. Beteiligt sind Platons Lehrer Sokrates, ein vornehmer Athener namens Kritias und zwei Gäste aus dem griechisch besiedelten Süditalien: der Philosoph Timaios von Lokroi, nach dem der Dialog benannt ist, und der Politiker Hermokrates von Syrakus. Sokrates und Hermokrates ergreifen nur im Einleitungsgespräch das Wort. Danach berichtet Kritias von einem Abwehrkrieg, den Athen nach seinen Worten vor neun Jahrtausenden gegen das mythische Inselreich Atlantis führte und gewann. Anschließend hält Timaios einen langen naturphilosophischen Vortrag, der den weitaus größten Teil des Dialogs ausmacht. Nach Timaios’ Darstellung ist der Kosmos hauptsächlich von zwei Faktoren geprägt, der Vernunft und der Notwendigkeit. Bei der Erschaffung des Alls wollte der vernünftige, wohlwollende Schöpfergott, der Demiurg, das Bestmögliche erreichen. Dazu musste er sich mit der "Notwendigkeit" – vorgegebenen Sachzwängen – arrangieren und aus dem Chaos der bereits vorhandenen Materie Ordnung schaffen. Er bildete die Weltseele, mit der er den Kosmos zu einem lebendigen, beseelten Wesen machte. Den von ihm hervorgebrachten untergeordneten Gottheiten wies er die Aufgabe zu, den menschlichen Körper zu erschaffen. Die unsterblichen individuellen Seelen schuf er selbst. Sie treten im Rahmen der Seelenwanderung immer wieder in neue Körper ein. Nachdrücklich weist Timaios auf die Güte des Schöpfers und die Harmonie und Schönheit der Welt hin. Von der Antike bis zum Spätmittelalter erzielte der Timaios die stärkste und nachhaltigste Wirkung von allen Werken Platons. Im Mittelalter blieb er bis ins 12. Jahrhundert das einzige den lateinischsprachigen Gelehrten zugängliche Werk des antiken Denkers. Im 12. Jahrhundert erreichte die Rezeption ihre größte Intensität, als die platonisch orientierten Philosophen der Schule von Chartres den biblischen Schöpfungsglauben mit dem Weltbild des Timaios zu harmonisieren trachteten. Die moderne Forschung griff die schon in der Antike umstrittene Frage auf, ob der Schöpfungsbericht wörtlich im Sinne eines bestimmten historischen Vorgangs oder sinnbildlich als Veranschaulichung einer ewigen Wirklichkeit zu verstehen ist. Nach der heute vorherrschenden Auffassung ist die Schöpfung des Demiurgen nicht als ein bereits abgeschlossenes Ereignis, sondern als beständiger Prozess zu verstehen <br />Die Entstehung und Beschaffenheit der Welt, das Wesen des Kosmos, der Aufbau und die Funktion der menschlichen Seele und des Körpers – der Erklärungsanspruch des ''Timaios'' ist so immens wie seine Wirkung. Generationen von Philosophen, Theologen, Naturwissenschaftlern und Philologen haben sich daran abgearbeitet, sich darüber zerstritten und sich dafür begeistert. Warum, das ist auch heute noch erkennbar. Die Vorstellung von unserer Welt als der bestmöglichen aller Welten, die Idee des Menschen als Mikrokosmos, die Macht der Vernunft, der Glaube an einen gütigen Schöpfer, der Trost der Wiedergeburt und die Verheißung des glücklichen Lebens: All das hat Menschen schon immer philosophisch, religiös und spirituell berührt. Dass selbst einige abstrus wirkende naturwissenschaftliche Einlassungen von der modernen Physik auf der Suche nach der Weltformel wiederentdeckt wurden, zeigt die Zeitlosigkeit des Textes. So schwierig er auch ist, der ''Timaios'' liest sich auch heute noch mit Gewinn [http://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/timaios/22510 (getAbstract 2016)]
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]]
*[[-357#GRIECHEN | Fortsetzung 357]] [[Kategorie:Attischer Seebund]]
 
*'''361:''' Platon: 361 v. Chr. reist Platon auf Bitte von Archytas und unter dem Druck Dionysios’ ein drittes Mal nach Sizilien, diesmal in Begleitung seiner Schüler Speusippos und Xenokrates.Das entscheidende Gespräch mit Dionysios II. enttäuscht Platon; der Tyrann überschätzt sein philosophisches Verständnis, verweigert eine echte Schülerschaft und hält seine Zusage gegenüber Dion nicht ein, sondern beschlagnahmt dessen Vermögen. Platon gerät durch die Oppositionstätigkeit seiner Freunde in Verdacht und in Lebensgefahr, wird aber durch die Intervention des Archytas gerettet und kann im Sommer 360 v. Chr. nach Athen zurückkehren.
*[[-360#GRIECHEN | Fortsetzung 360]]
*'''366:''' Platon: Nach dem Tod des Dionysios I. 367 v. Chr. folgt Platon 366 v. Chr. einer Einladung des neuen Tyrannen Dionysios II. nach Syrakus, die Dion veranlasst, um eine Rolle am Hof zu gewinnen. Platon hofft, gemeinsam mit Dion den jungen Herrscher philosophisch zu beeinflussen und einen Staat nach dem Ideal der Philosophenherrschaft zu gestalten, bleibt jedoch skeptisch. Dionysios II. zeigt sich zu tiefgreifenden Reformen unfähig oder unwillig, verbannt Dion und konzentriert sich auf Machtsicherung; Platon kehrt 365 v. Chr. nach Athen zurück, nachdem er mit Dionysios eine mögliche spätere Rückkehr vereinbart.
*'''367:''' Aristoteles: Aristoteles kommt 384 v. Chr. in Stageira zur Welt, einer kleinen ionischen Stadt an der Ostküste der Chalkidike, weshalb er später gelegentlich „der Stagirit“ heißt. Sein Vater Nikomachos dient als Leibarzt des makedonischen Königs Amyntas III., seine Mutter Phaestis entstammt ebenfalls einer Arztfamilie aus Chalkis auf Euboia. Nikomachos stirbt, bevor Aristoteles volljährig ist, und Proxenos aus Atarneus übernimmt als Vormund die Sorge für den Jungen. Aristoteles wächst damit in einem Umfeld auf, in dem medizinische und naturkundliche Beobachtung zum Alltag gehören, und erhält zugleich Beziehungen zum makedonischen Hof.Mit siebzehn Jahren reist Aristoteles 367 v. Chr. nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort befasst er sich zunächst mit den mathematischen und dialektischen Anfangsstudien und beginnt früh, eigene Werke zu verfassen, darunter Dialoge nach platonischem Vorbild. Er setzt sich mit der zeitgenössischen Rhetorik auseinander, vor allem mit der Schule des Isokrates, und verteidigt gegen dessen auf Nutzen zielende Erziehung das philosophische Bildungsideal Platons. In der Akademie übernimmt er Lehrtätigkeiten; dabei entstehen die frühesten überlieferten Lehrschriften, unter anderem die logischen Abhandlungen, die später unter dem Titel „Organon“ zusammengefasst werden.
*'''387:''' Platon: Nach seiner Rückkehr erwirbt Platon bei dem Hain des Heros Akademos nordwestlich von Athen ein Grundstück und beginnt dort Unterricht und Forschung. Aus dieser Tätigkeit entsteht die Akademie, die erste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, deren Mitglieder sich nun „Akademiker“ nennen und die sich am Vorbild der pythagoreischen Gemeinschaft orientiert. Platon lehrt und lebt auf dem Gelände der Akademie, arbeitet mit Gastphilosophen und fortgeschrittenen Schülern zusammen und steht in Konkurrenz zum Rhetoriklehrer Isokrates, dessen Bestrebungen er kritisch sieht. In dieser Phase verfasst er zahlreiche Dialoge, in denen er in der Form des sokratischen Dialogs seine frühe Ethik, später die Ideenlehre und seine Staatstheorie entfaltet.
*'''399:''' Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist.
*'''399:''' Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems.
*'''403:''' Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse
*'''404:''' Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt.
*'''410:''' Platon: Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.
*'''427:''' Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer.
'''Sparta'''
'''Sparta'''
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br />
*'''362:''' Agesilaos II.: In der Folgezeit leitet Agesilaos zusammen mit seinem Sohn Archidamos III. die spartanischen Verteidigungsmaßnahmen gegen die thebanische Allianz. Dennoch kann er den Zerfall des Peloponnesischen Bundes, die Befreiung Messeniens und die Gründung neuer Städte wie Messene und Megalopolis, die der Eindämmung Spartas dienen, nicht verhindern und auch später nicht rückgängig machen. 362 v. Chr. kämpft Sparta gemeinsam mit Athen in der zweiten Schlacht von Mantineia gegen Theben; Sparta und seine Verbündeten können zwar den Tod Epameinondas herbeiführen, aber keine Wiederherstellung der eigenen Hegemonie erreichen. Ob Agesilaos bei Mantineia selbst das Oberkommando führt, lässt sich aus den überlieferten Quellen nicht mehr sicher feststellen.
*'''362:''' Archidamos verteidigt Sparta mit großer Tapferkeit gegen einen Angriff des thebanischen Feldherrn Epaminondas. Der antike Autor Xenophon berichtet übertrieben, Archidamos halte mit nur 180 Mann der gesamten thebanischen Armee stand, bis Agesilaos rechtzeitig zurückkehrt und die bereits teilweise eroberte Stadt endgültig rettet.​ Die sechste Rede des Isokrates trägt den Namen „Archidamos“ und ist wohl im Zusammenhang mit in Sparta geführten Friedensverhandlungen 366/365 v. Chr. gedacht, wird aber vielleicht erst einige Jahre später verfasst. In dieser Rede begründet Archidamos den Anspruch Spartas auf Messene und ermutigt seine Mitbürger, in dieser Frage nicht nachzugeben, was auch der tatsächlichen Stimmung in den Verhandlungen entspricht.
*[[-359#GRIECHEN | Fortsetzung 359]]
*'''364:''' Agesilaos II.: Angesichts der schweren Belastung der spartanischen Staatskasse greift Agesilaos in seinen letzten Lebensjahren zu ungewöhnlichen Mitteln. 364 v. Chr. lässt er sich zusammen mit seinem Heer als militärischer Unternehmer für den aufständischen persischen Satrapen Ariobarzanes anwerben, um gegen den Großkönig zu kämpfen, und führt damit faktisch einen Söldnerkrieg, dessen Lohn den spartanischen Finanzen zugutekommen soll.
*'''364:''' Als die Arkader in das mit Sparta verbündete Elis einfallen, marschiert Archidamos auf Bitte der Eleer erneut nach Südwest-Arkadien und nimmt die Stadt Kromnos ein, in der er eine spartanische Garnison zurücklässt. Nach seiner Rückkehr greifen die Arkader und ihre Verbündeten die Besatzung in Kromnos an und belagern sie; um sie abzuziehen, verwüstet Archidamos Teile Arkadiens, doch seine Versuche bleiben erfolglos, und als er versucht, die Feinde von einer Anhöhe zu vertreiben, gerät er in eine ungünstige Lage und wird zurückgedrängt.
*'''367:''' Archidamos führt im Auftrag seines Vaters ein Heer, zu dem Hilfstruppen des Tyrannen Dionysios I. von Syrakus gehören, gegen die in Lakonien aufständische Stadt Karyai, erobert sie vorübergehend und bestraft sie. Danach fällt er in Südwest-Arkadien ein, verwüstet die Landschaft Parrhasia und kommt seinen sizilischen Bundesgenossen zu Hilfe, als Arkader, Argiver und Messenier diesen auf dem Rückmarsch nach Lakonien den Weg versperren. Er hält eine anfeuernde Rede, erinnert die Spartaner an ihre nationale Ehre und schlägt daraufhin die feindlichen Truppen in der sogenannten „tränenlosen Schlacht“, in der nach lakonischem Bericht kein Spartaner fällt; dieser Sieg löst in Sparta große Freude aus.
*'''370:''' Kleomenes II. ist der zweite Sohn von König Kleombrotos I., der der Agiaden-Dynastie Spartas angehört. Nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht von Leuktra 371 ist zunächst sein älterer Bruder Agesipolis II. auf den Thron gefolgt. Dieser stirbt jedoch kurz darauf, sodass Kleomenes II. nun König von Sparta wird.​ Kleomenes II. regiert außerordentlich lange, nämlich nach Diodoros von Sizilien 60 Jahre und 10 Monate. Trotz der Länge seiner Herrschaft sind nur sehr wenige Details über sein Leben und Wirken bekannt. Er hat den Ruf, politisch unauffällig oder sogar bedeutungslos zu sein, was von einigen Historikern als "Nullität" beschrieben wird. Möglicherweise führt die scheinbare Schwäche Kleomenes’ dazu, dass Aristoteles in seiner Politik ein kritisches Bild des spartanischen Königshauses zeichnet. Während seiner Regentschaft konzentriert sich Kleomenes vermutlich auf die Innenpolitik Spartas, während die militärische Führung den Eurypontiden Agesilaos II., Archidamos III. und Agis III. überlassen wird. Die Spartaner hüten ihre Staatsangelegenheiten streng vor Ausländern, was das Schweigen der antiken Quellen über Cleomenes erklärt.
*'''370:''' Agesilaos II.: Nach Leuktra konzentriert sich Agesilaos auf die Verteidigung Spartas gegen innere und äußere Gefahren. 370 v. Chr. führt Epameinondas mehrere Heere nach Lakonien, und Agesilaos trägt maßgeblich dazu bei, Sparta trotz Revolten von Heloten, Periöken und Teilen der Bürgerschaft sowie trotz der Angriffe von außen zu halten; die Stadt bleibt unbefestigt, wird aber nicht erobert. Gleichzeitig versucht er, durch diplomatische Missionen, etwa Gesandtschaften nach Mantineia, Bündnispartner zu sichern und Spartas Position im Peloponnes zu verteidigen.
*'''371:''' Agesilaos II.: Die spartanische Politik, an der Agesilaos maßgeblich beteiligt ist, verhindert jedoch notwendige Reformen der spartanischen Gesellschaft und verschärft die Spannungen zu anderen Poleis. Er wirkt an der gewaltsamen Niederschlagung mehrerer Verschwörungen und Aufstände mit, einschließlich von Erhebungen der Heloten und Unruhen unter Periöken und sogar Spartanern, womit er vorerst den inneren Zusammenhalt Spartas sichert, gleichzeitig aber das Bild eines starr konservativen Regimes verstärkt. 371 v. Chr. kommt es zum entscheidenden Bruch: Auf einer Friedenskonferenz weigert sich Agesilaos, den Thebanern zu gestatten, den Vertrag im Namen ganz Böotiens zu unterzeichnen, was zur Fortsetzung des Konflikts führt. Im gleichen Jahr unterliegt der andere spartanische König Kleombrotos I. den Thebanern unter Epameinondas in der Schlacht von Leuktra, was das Ende der langjährigen spartanischen Vorherrschaft in Griechenland einleitet. Die Niederlage zerstört die militärische Überlegenheit Spartas, dem nun eine von Theben bestimmte Phase der griechischen Geschichte gegenübersteht, während Agesilaos versuchen muss, in der Defensive die Reste der spartanischen Macht zu sichern.
*'''371:''' Archidamos III. wird um 400 v. Chr. in das spartanische Königsgeschlecht der Eurypontiden geboren; er ist Sohn des Königs Agesilaos II. und Enkel des Archidamos II.. Schon als Prinz vertritt er mehrfach seinen alt gewordenen Vater und übernimmt bei Feldzügen den Oberbefehl über das spartanische Heer.​ Im Jahr 371 rückt Archidamos anstelle des erkrankten Agesilaos mit dem restlichen spartanischen Aufgebot aus, um die Überlebenden des bei Leuktra von den Thebanern geschlagenen spartanischen Heeres zu retten. Jason von Pherai vermittelt jedoch bereits zwischen den Thebanern und den geschlagenen Spartanern, sodass Archidamos die eigenen Truppen, die sich schon auf dem Heimweg befinden, bei Aigosthena an der Grenze von Megara und Böotien trifft und mit ihnen nach Sparta zurückkehrt.
*'''387:''' Agesilaos II.: Der Krieg endet 387 v. Chr. mit dem sogenannten Königsfrieden (Frieden des Antalkidas), den Persien diktiert und den Agesilaos nachdrücklich unterstützt, weil er Spartas Vormachtstellung gegenüber den anderen Griechen sichert, auch wenn er die Rückgabe der kleinasiatischen Griechenstädte an den Perserkönig einschließt. Nach dem Königsfrieden verlagern sich die Konflikte auf die Frage, wie die Bestimmungen zur Unabhängigkeit der Poleis auszulegen sind. Agesilaos nutzt die Vertragsklauseln, um die Auflösung gegnerischer Bündnisse zu betreiben, insbesondere der böotischen Föderation unter Führung Thebens, und trägt damit zu einer Verschärfung der Rivalität zwischen Sparta und Theben bei. In den 380er und frühen 370er Jahren setzt er wiederholt militärische Mittel ein, um Theben zu isolieren und seine Bündnisse zu sprengen, und befürwortet ein hartes Vorgehen gegen Städte, die sich Spartas Hegemonie entziehen wollen.
*'''391:''' Agesilaos II.: Ab 391 v. Chr. erzwingt Spartanlands militärische Präsenz unter seiner Führung die Auflösung mehrerer spartafeindlicher Bündnisse und bedrängt vor allem Korinth und Theben, deren Festungen und Umland in mehreren Feldzügen verwüstet werden.
*'''394:''' Agesilaos II.: Im Jahr 395 beginnt der sogenannte Korinthische Krieg, in dem Theben, Athen, Korinth und Argos, unterstützt von persischen Mitteln, gegen Sparta kämpfen. Agesilaos kehrt aus Asien zurück, um in Griechenland selbst das Kommando zu übernehmen, und stellt sich der Koalition im Inland entgegen. Im Jahr 394 v. Chr. erringt er bei Koroneia in Böotien einen wichtigen Sieg über die antispartanischen Verbündeten, was seine Reputation als erfolgreicher Feldherr weiter steigert, auch wenn Sparta zur gleichen Zeit bei Knidos zur See eine schwere Niederlage erleidet. In den folgenden Jahren führt Agesilaos immer wieder spartanische Heere in Mittelgriechenland, um der Koalition entgegenzutreten und Spartas Hegemonialstellung zu verteidigen.
*'''396:''' Agesilaos II.: Kurz nach seiner Thronbesteigung steht die Sicherung und Ausweitung der spartanischen Hegemonie im Vordergrund, sowohl gegenüber anderen griechischen Poleis als auch gegenüber dem Perserreich, das nach dem Peloponnesischen Krieg wieder verstärkt in die griechischen Angelegenheiten eingreift. Um die griechischen Städte in Kleinasien vom persischen Großkönig zu lösen und Spartas Einfluss dort zu festigen, übernimmt Agesilaos von 396 bis 394 v. Chr. das Feldherrenamt im Krieg gegen Persien. Agesilaos führt ein Heer nach Kleinasien, dringt über Ephesos und Phrygien bis nach Sardes vor und erzielt dort militärische Erfolge, die den ionischen Küstenstädten zeitweilig die Lösung aus dem persischen Staatsverband ermöglichen. Er tritt dabei als König auf, der erstmals in der spartanischen Geschichte zugleich Land- und Seestreitkräfte in Asien kommandiert, und stärkt den Ruf Spartas als Führungsmacht der Griechen. Seine Unternehmung muss jedoch abgebrochen werden, als sich in Griechenland eine breite, von persischem Geld unterstützte Koalition gegen Sparta formiert, die einen neuen Krieg im Mutterland auslöst.
*'''399:''' Agesilaos II.: Im Jahr 400 v. Chr. stirbt Agis II., und nach spartanischer Tradition soll eigentlich sein Sohn Leotychidas den Thron besteigen. Dessen Legitimität ist aber umstritten, weil Agis Leotychidas zeitweise als Sohn des athenischen Politikers Alkibiades betrachtet und ihn daher zurückweist, bevor er ihn kurz vor seinem Tod doch wieder anerkennt. Ein Teil der spartanischen Führung bezweifelt, dass Leotychidas wirklich aus königlichem Geblüt stammt, und im Machtkampf um die Nachfolge setzt sich schließlich Agesilaos durch, der als vollgültiger Sohn des Archidamos II. gilt und nun König von Sparta wird. - Im Inneren Spartas gewinnt Agesilaos durch seine konsequente Unterordnung unter Gesetze und Institutionen eine besondere Autorität. Er gibt sich als König, der den Ephoren gehorcht, sich der spartanischen Einfachheit verpflichtet und keine fremdländischen Luxusgewohnheiten übernimmt, obwohl er große Auslandskommandos geführt hat. Dieses Verhalten verschafft ihm einen Einfluss auf die spartanische Politik, wie ihn seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. kein König mehr erreicht, und lässt ihn nicht nur als Feldherr, sondern auch als Staatsmann hervortreten, der viele Entscheidungen des Gemeinwesens prägt.
*'''443:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. Agesilaos] ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.


'''Bosporanisches Reich'''
'''Bosporanisches Reich'''
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br />Leukon greift nach 365 Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br />Leukon greift nach 365 Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br />  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br />  
*[[-356#GRIECHEN | Fortsetzung 356]]
*[[-356#GRIECHEN | Fortsetzung 356]] [[Kategorie:Bosporanisches Reich]]
 
*'''365:''' Um etwa 365 v. Chr. beginnt Leukon eine neue Belagerung von Theodosia, diesmal in eigener Regie als König. Er belagert die Stadt zweimal, wobei die erste Phase mit der erwähnten Niederlage gegenüber Tynnichos endet.
*[[-360#GRIECHEN | Fortsetzung 360]]
*'''389:''' Leukon: Leukon I. wird um 410 v. Chr. oder früher als Sohn des bosporanischen Königs Satyrus I und Enkel von Spartokos I geboren, der die frühere griechische Archaianaktiden-Dynastie gewaltsam abgesetzt hat. Spartokos I ist thrakischer Herkunft und hat möglicherweise Verbindungen zur königlichen Dynastie der Odrysen. Leukon wächst in einem Reich auf, in dem sein Vater bereits Kriege gegen Nachbarn führt, insbesondere gegen die Ixomaten unter ihrer Königin Tirgatao. Leukon nimmt als junger Mann am Krieg seines Vaters gegen Tirgatao teil und erlebt, wie sein Bruder Metrodoros als Geisel getötet wird. Zu seinen griechischen Untertanen gilt Leukon formal nur als „Archon“, während ihn die einheimischen Stämme als König ansehen. Die Athener betrachten ihn trotz dieser Stellung als Tyrannen, sehen ihn aber zugleich als Freund Athens. Satyrus I führt einen Angriffskrieg gegen die griechische Stadt Theodosia, der mit einer erfolglosen Belagerung endet und bei dem er den Tod findet. Nach dem Tod des Vaters um 389 v. Chr. übernimmt Leukon gemeinsam mit seinem Bruder Gorgippos die Herrschaft über das Bosporanische Reich; Gorgippos richtet seinen Sitz auf der asiatischen Seite in der Stadt Gorgippia ein, die er nach sich benennt. Leukon führt zugleich die von seinem Vater begonnenen Kriege fort, unter anderem gegen Theodosia und Chersones mit dem Ziel, alle griechischen Kolonien am Bosporos einzugliedern. Kurz nach seinem Regierungsantritt greift Leukon Theodosia erneut an und beginnt eine erste eigene Belagerung, die jedoch scheitert, weil der von Herakleia Pontike entsandte Feldherr Tynnichos durch eine List mit zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Stadt entsetzt. Leukon erbt außerdem den Krieg gegen die Ixomaten, macht aber bald darauf mit seiner Bruder Gorgippos Frieden mit diesem Volk und richtet seine Aufmerksamkeit nun stärker nach Westen. In der Frühphase seiner Herrschaft hat er mit inneren Unruhen zu kämpfen, muss eine von Höflingen und sogar vertrauten Freunden angezettelte Verschwörung niederschlagen und stützt sich dabei auf die Unterstützung von Kaufleuten. Leukon heiratet irgendwann während seiner Regierungszeit eine Frau namens Theodosia, die vermutlich eine Tochter des einflussreichen Diplomaten Sopaios ist. Aus dieser Ehe gehen die Söhne Spartokos II, Apollonios und Paerisades I hervor, die später die Dynastie fortsetzen. Um seine Finanzpolitik zu stärken, führt Leukon eine halb-betrügerische Münzreform durch, bei der er alle Münzen einziehen lässt und zu neuen Stücken mit dem doppelten Nennwert umprägen lässt. In einem weiteren frühen Schritt zur inneren Sicherung entlässt Leukon gemäß dem Bericht des Aineas Taktikos alle Gardisten, die Spielschulden haben, da ihre Loyalität im Fall einer Belagerung fraglich erscheint. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass seine unmittelbare Leibwache nur aus unverschuldeten, verlässlichen Männern besteht. Parallel dazu setzt er seine Expansionspolitik gegen benachbarte griechische Städte fort.
*'''389:''' Georgippos: Gorgippos ist Sohn des Satyros I. und gehört zur spartokidischen Dynastie des Bosporanischen Reiches. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder Leukon die Herrschaft über das Bosporanische Reich und regiert von 389 bis 349 v. Chr. als Mitkönig. Er richtet seinen Herrschersitz auf der asiatischen Seite des Reiches ein, in der Stadt Sindia, der Hauptstadt des Sindike‑Königreichs, und benennt sie nach sich selbst in Gorgippia um. Im Rahmen der bosporanischen Expansionskriege tritt Gorgippos als wichtige Figur hervor, nachdem er Mitregent geworden ist. Er beendet offenbar den Krieg, den sein Vater Satyrus I zuvor erfolglos gegen die Königin Tirgatao der Maeotier begonnen hat, die Satyrus in früheren diplomatischen Beziehungen mit Hekataios verletzt hat. Während seiner Regierungszeit liefert Gorgippos dem athenischen Redner Demosthenes jährlich tausend Scheffel Getreide, wie eine gegen Demosthenes gerichtete Rede behauptet. In derselben Rede gilt Gorgippos, zusammen mit Paerisades I und Satyrus I, als einer der „verhassten Tyrannen“, denen Demosthenes wegen der Beziehung seines Großvaters zu den Spartokiden Statuen in Athen errichtet hat. Gorgippos hat eine Tochter namens Komosarye, die möglicherweise sindischer Herkunft ist. Komosarye heiratet ihren Cousin Paerisades, den Sohn Leukons, der später selbst Herrscher des Bosporanischen Reiches wird.
*'''389:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Satyrus_I König Satyros I. (432-389)]


'''Bithynien'''
'''Bithynien'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br />
*'''378:''' Bas, 397 oder 396 als Sohn des bithynischen Herrschers Boteiras geboren, übernimmt 378/377 die Herrschaft über Bithynien, vermutlich noch in lockerer Abhängigkeit vom Perserreich. [[-334#GRIECHEN | Fortsetzung 334]]


'''Salamis'''
'''Salamis'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_II König Euagoras II. (361–351)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_II König Euagoras II. (361–351)] <br />
*'''361:''' Euagoras II. ist König des griechischen Stadtstaats Salamis auf Zypern und später Satrap für das Achämenidenreich in Phönizien. Euagoras ist möglicherweise der Sohn seines Vorgängers Nikokles und der Enkel von Evagoras I. Als König von Salamis verfolgt Evagoras  einen ausgesprochen pro-persischen Kurs. [https://en.wikipedia.org/wiki/Nicocles_of_Salamis König Nikokles (374/373–361)] [[-351#GRIECHEN | Fortsetzung 351]]


==ODRYSEN==
==ODRYSEN==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cotys_I_(Odrysian) König Kotys I. (384–360)] <br />Im Jahr 360 herrscht Kotys mittlerweile über fast die gesamte Chersones‑Halbinsel. Athen entsendet einen neuen Feldherrn, Kephisodotos, einen Freund des Charidemos, in die Region. Als Kephisodotos in der letzten Septemberwoche eintrifft, ist Kotys bereits tot: Er ist in seinem Palast während eines Gastmahls von Python und Herakleides aus Ainos, zwei Schülern Platons, ermordet worden, die zuvor zu seinem engen Umfeld zählen. Unter dem Vorwand, Kotys habe ihren Vater geschädigt, haben sie den König getötet,  und sind nach Athen zurückgekehrt, wo sie dort zu Ehrenbürgern erklärt und mit goldenen Kränzen ausgezeichnet worden sind; Python erklärt, die Tat sei von der Gottheit ausgeführt worden, die sich seiner Hand bedient habe. In der älteren Forschung wird der von Philipp II. von Makedonien getroffene thrakische König mit Kotys gleichgesetzt und daher dessen Tod manchmal auf 359 datiert, doch die gesicherte Chronologie der Ankunft des Kephisodotos im Jahr 360 bestätigt das Todesjahr 360; außerdem kann das Treffen mit Philipp schon vor dessen Thronbesteigung stattgefunden haben, und die Identifizierung des in der Quelle genannten Königs mit Kotys bleibt unsicher. <br />Nach dem Tod des Kotys I zerfällt das bisher relativ einheitliche odrysische Reich. Sein Sohn und Thronfolger Kersobleptes sieht sich sofort mit der Konkurrenz des Amadokos II, vermutlich eines Sohnes des Amadokos I. und möglicherweise schon im frühen 4. Jahrhundert ein Rivale des Kotys, und des Berisades konfrontiert, der wohl von Saratokos abstammt. Hinzu kommen die Gegner Miltokythes und ein gewisser Spokes. Kersobleptes gelingt es mit der fortgesetzten Unterstützung des Charidemos, einige dieser Feinde zu beseitigen; Charidemos lässt Miltokythes 357 gefangen nehmen und hinrichten. Dennoch muss Kersobleptes eine Teilung des odrysischen Reiches mit Amadokos II und Berisades akzeptieren, was die politische Einheit Thrakiens dauerhaft schwächt. Diese Zersplitterung nutzt Philipp II. von Makedonien in der Folge, um seinen Einfluss in Thrakien auszubauen und die Region unter makedonische Kontrolle zu bringen.  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cotys_I_(Odrysian) König Kotys I. (384–360)] <br />Im Jahr 360 herrscht Kotys mittlerweile über fast die gesamte Chersones‑Halbinsel. Athen entsendet einen neuen Feldherrn, Kephisodotos, einen Freund des Charidemos, in die Region. Als Kephisodotos in der letzten Septemberwoche eintrifft, ist Kotys bereits tot: Er ist in seinem Palast während eines Gastmahls von Python und Herakleides aus Ainos, zwei Schülern Platons, ermordet worden, die zuvor zu seinem engen Umfeld zählen. Unter dem Vorwand, Kotys habe ihren Vater geschädigt, haben sie den König getötet,  und sind nach Athen zurückgekehrt, wo sie dort zu Ehrenbürgern erklärt und mit goldenen Kränzen ausgezeichnet worden sind; Python erklärt, die Tat sei von der Gottheit ausgeführt worden, die sich seiner Hand bedient habe. In der älteren Forschung wird der von Philipp II. von Makedonien getroffene thrakische König mit Kotys gleichgesetzt und daher dessen Tod manchmal auf 359 datiert, doch die gesicherte Chronologie der Ankunft des Kephisodotos im Jahr 360 bestätigt das Todesjahr 360; außerdem kann das Treffen mit Philipp schon vor dessen Thronbesteigung stattgefunden haben, und die Identifizierung des in der Quelle genannten Königs mit Kotys bleibt unsicher. <br />Nach dem Tod des Kotys I zerfällt das bisher relativ einheitliche odrysische Reich. Sein Sohn und Thronfolger Kersobleptes sieht sich sofort mit der Konkurrenz des Amadokos II, vermutlich eines Sohnes des Amadokos I. und möglicherweise schon im frühen 4. Jahrhundert ein Rivale des Kotys, und des Berisades konfrontiert, der wohl von Saratokos abstammt. Hinzu kommen die Gegner Miltokythes und ein gewisser Spokes. Kersobleptes gelingt es mit der fortgesetzten Unterstützung des Charidemos, einige dieser Feinde zu beseitigen; Charidemos lässt Miltokythes 357 gefangen nehmen und hinrichten. Dennoch muss Kersobleptes eine Teilung des odrysischen Reiches mit Amadokos II und Berisades akzeptieren, was die politische Einheit Thrakiens dauerhaft schwächt. Diese Zersplitterung nutzt Philipp II. von Makedonien in der Folge, um seinen Einfluss in Thrakien auszubauen und die Region unter makedonische Kontrolle zu bringen.  
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Amadocus_II '''König Amadokos II. (360-351)'''] <br />Amadokos II. ist  ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch [https://shak.journals.ekb.eg/article_300194_a657de986d94fc25d89af85f958e24c3.pdf shak.journals.ekb)]   
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Amadocus_II '''König Amadokos II. (360-351)'''] <br />Amadokos II. ist  ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch [https://shak.journals.ekb.eg/article_300194_a657de986d94fc25d89af85f958e24c3.pdf shak.journals.ekb)]   
*[[-351#ODRYSEN | Fortsetzung 351]]
*[[-351#ODRYSEN | Fortsetzung 351]] [[Kategorie:Odrysen]]
 
*'''361:''' Kotys I.: In dieser Krise sucht Miltokythes Hilfe bei Ariobarzanes und Athen, während Kotys seinerseits sowohl Athen um Unterstützung ersucht als auch ein Bündnis mit Autophradates, dem persischen Satrapen von Lydien und Gegner des Ariobarzanes, eingeht. Athen entscheidet sich letztlich für Miltokythes und entsendet eine Flotte, die ihm beistehen soll. Diese Streitmacht erleidet jedoch eine Niederlage gegen Kotys, der dabei erneut von seinem Schwiegersohn Iphikrates unterstützt wird. Miltokythes muss Hieron Oros im Frühjahr 361 v. Chr. aufgeben, und Kotys beginnt daraufhin die Belagerung von Sestos. Nun schließen sich Athen und Sparta gegen Kotys zusammen; Ariobarzanes übergibt Sestos und Krithote an den athenischen Feldherrn Timotheos, und Athen entsendet weitere Befehlshaber, um Miltokythes gegen Kotys zu unterstützen. Trotzdem behauptet Kotys sich mit Hilfe von Iphikrates und Charidemos; Demosthenes berichtet später, sie hätten athenische Feld- und Flottenkommandeure bestochen, von denen mehrere nach ihrer Rückberufung in Athen angeklagt und verurteilt werden. Ein Friedensversuch zwischen Athen und Kotys, der ihn als Verbündeten Athens ausruft, scheitert, denn Charidemos belagert 360 v. Chr. erneut die letzten athenischen Festungen im Süden der Chersones.
*[[-360#ODRYSEN | Fortsetzung 360]]
*'''362:''' Kotys I.: Kurz darauf, 363 oder 362 v. Chr., entsendet Kotys den Feldherrn Miltokythes auf die thrakische Chersones, um Sestos für ihn zu erobern. Miltokythes belagert die Stadt, hungert sie aus und zwingt sie zur Kapitulation; danach greift er auch Krithote an, und herbeigeeilte athenische Feldherren können die bedrohten Städte nicht retten. Noch 362 v. Chr. erhebt sich Miltokythes gegen Kotys, bemächtigt sich des königlichen Schatzes im Hieron Oros und sieht sich dort bald von Kotys belagert.
*'''365:''' Kotys I.: Im Jahr 367 v. Chr. besetzt Ariobarzanes, der persische Satrap von Phrygien, die strategisch wichtige Stadt Sestos. Als Ariobarzanes 365 v. Chr. gegen den Perserkönig Artaxerxes II rebelliert, stellt sich Kotys offenbar gegen ihn und zugleich gegen dessen Bündnispartner Athen; sein Verhalten bleibt jedoch widersprüchlich und schwer zu deuten. Im selben Jahr nimmt Kotys seinen in Athen abgesetzten Schwiegersohn Iphikrates wieder wohlwollend auf und gewinnt mit dem Söldnerführer Charidemos, der eine weitere Tochter des Kotys heiratet, einen neuen militärischen Verbündeten. Athen kann unter dem Feldherrn Timotheos Sestos und Krithote zurückgewinnen, doch diese Erfolge bleiben nicht dauerhaft.
*'''375:''' Kotys I.: In den frühen 370er‑Jahren v. Chr. verstärken sich die Spannungen zwischen Kotys und Athen, weil Kotys sein Königreich Richtung Ägäis und in die thrakische Chersones ausdehnt. Als Reaktion darauf entsteht in den frühen 370er‑Jahren die Zweite Attische Seebund‑Konföderation, der sich zahlreiche Städte und Inseln anschließen, um sich unter anderem gegen die Bedrohung durch Kotys zu schützen. Um 375 v. Chr. unterstützt Kotys vermutlich Hales, den Anführer der Triballer, eines mächtigen thrakischen Stammes im Nordwesten, bei seinem Angriff auf Abdera. Nach Diodor kann die Stadt erst durch das Eingreifen des athenischen Feldherrn Chabrias gerettet werden, dessen Truppen Abdera anschließend besetzt halten.
*'''384:''' Kotys I.: Im Jahr 384 v. Chr. beginnt die eigentliche Herrschaftszeit des Kotys I, die 24 Jahre dauert. Er gelangt vermutlich zunächst im thrakischen Binnenland zur Königswürde und setzt sich mit Hilfe seines Schwiegersohns Iphikrates als Erbe des Hebryzelmis durch. In diesem Machtkampf beseitigt er die Opposition rivalisierender Linien, möglicherweise einschließlich Amadokos II und Saratokos. Archäologische Funde mit der Aufschrift von Kotys nach Norden und Westen deuten darauf hin, dass er seine Einflusssphäre in diese Richtungen ausdehnt und Kontakte knüpft, die in den erzählenden Quellen keine Erwähnung finden. Sein Name erscheint mehrfach auf Gefäßen des Rogozen‑Schatzes; in einem Fall wird er sogar als Sohn des Gottes Apollon bezeichnet, was seinen königlichen Anspruch mythologisch überhöht, auch wenn unklar bleibt, wie dieser Schatz in das Gebiet der Triballer gelangt.
*'''390:''' Kotys I.: Seine Abstammung ist lange unklar, doch eine attische Inschrift von 330 v. Chr. nennt einen Reboulas als Bruder des Kotys und Sohn eines Königs Seuthes, was Kotys als Sohn des Seuthes I ausweist. Da Seuthes II bei der Abdankung des Seuthes I im Jahr 411 v. Chr. erst etwa sieben Jahre alt ist, erkennt die heutige Forschung Seuthes I als Vater des Kotys an. In diese Zeit fällt wohl auch die Geburt der Tochter des Kotys, die später den athenischen Feldherrn Iphikrates heiratet, sowie die Geburt ihres Sohnes Menestheus, sodass Kotys bereits vor 400 v. Chr. als erwachsener Angehöriger des Königshauses präsent ist. Im Jahr 390 v. Chr. kommt der athenische Feldherr Iphikrates nach Thrakien, unterstützt seinen Kollegen Thrasybulos und vermittelt Frieden zwischen den thrakischen Herrschern Amadokos I und Seuthes II; beide werden Verbündete Athens. Iphikrates bleibt etwa zwei Jahre in Thrakien und heiratet in prunkvollem Rahmen eine Tochter des Kotys, was zeigt, dass Kotys bereits damals eine herausgehobene, wenn auch politisch noch nicht voll greifbare Stellung im odrysischen Königshaus innehat. In dieser Phase wird Kotys von der modernen Forschung vorsichtig als Bruder des Hebryzelmis gedeutet, jenes Königs, der 386/385 v. Chr. in einem athenischen Ehrendekret als odrysischer Herrscher erscheint.


==ACHÄMENIDENREICH==
==ACHÄMENIDENREICH==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ariamnes Satrap Ariamnes (Kappadokien, 362-350)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ariamnes Satrap Ariamnes (Kappadokien, 362-350)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br />
*'''361:''' Nach dem Ende der Satrapenrevolte 362/361 behält Mausolos sein Amt, im Gegensatz zu offeneren Rebellen wie Datames oder Ariobarzanes, und wird sogar dadurch belohnt, dass ihm Lykien zur Verwaltung übertragen wird. Zwischen etwa 362 und 353 geht die Herrschaft über Lykien endgültig von Autophradates auf Mausolos über, sodass Karien und Lykien nun in seiner Person vereint sind. In dieser späten Regierungsphase prägen die Lykier keine eigenen Münzen mehr; stattdessen zirkulieren Münzen des Mausolos und seiner Nachfolger, während ein von Mausolos eingesetzter Stellvertreter (Hyparch) und später unter Pixodaros bezeugte Garnisonskommandanten die Kontrolle sichern. Ebenfalls in die 360er Jahre fällt der Ausbau der neuen Hauptstadt Halikarnassos zu einer stark hellenisch geprägten Stadt mit Theater, Agora, ausgedehnten Mauern und Hafenbefestigungen, die zum Hauptstützpunkt der hekatomnidischen Flotte werden. Mausolos und Artemisia lassen auf der Landzunge von Zephyrion einen Palast neben dem älteren Apollon-Tempel errichten; zugleich inspiriert wahrscheinlich das Vorbild der Synoikie von Rhodos (um 408) die großangelegte Umsiedlungspolitik in Halikarnassos. Kurz nach Halikarnassos erfährt auch die Insel Kos eine Synoikie, die möglicherweise politisch durch Mausolos und später Idrieus beeinflusst wird; außerdem werden Städte wie Latmos (später Herakleia am Latmos), Knidos und vielleicht Priene verlegt oder neu gegründet. Parallel dazu investieren Mausolos und seine Familie stark in ländliche Heiligtümer wie Amyzon, Labraunda und Sinuri in den karischen Bergen, wo jährliche Prozessionen zu neu errichteten monumentalen Tempeln stattfinden. Besonders Labraunda entwickelt sich durch die regelmäßige Prozession von Mylasa aus zu einem Zentrum des hekatomnidischen Königskults, in den auch der Bruder Idrieus eingebunden ist. In all diesen Bauten setzt sich der Stil der sogenannten Ionischen Renaissance durch, eine Mischform aus kleinasiatischen und griechischen Elementen, die später in der frühen hellenistischen Zeit etwa in Priene fortwirkt. In den 360er Jahren entsteht zugleich das Bild des Mausolos als despotischer und finanzhungriger Herrscher in griechischen Quellen. Die pseudo-aristotelische Schrift "Ökonomik" überliefert Anekdoten, nach denen Mausolos etwa die Eliten von Mylasa mit einer erfundenen Bedrohung durch Artaxerxes II. zur Finanzierung von Stadtmauern veranlasst, die er nie bauen lässt, und so ihr Geld einbehält. Der gleiche Text berichtet, Mausolos’ Stellvertreter Kondalos erfinde eine Forderung des Großkönigs nach Pferdehaar-Perücken und zwinge so die Lyker, entweder ihre Haare zu opfern oder sich freizukaufen, wobei das Geld bei den karischen Herrschern bleibt. Schon 367/366 kommt es in Mylasa zu einem vereitelten Anschlagsplan gegen Mausolos während einer Prozession, was seine umstrittene Herrschaft zeigt. 361/360 lässt Mausolos in Mylasa mehrere Brüder bestrafen, die planen, eine Statue seines Vaters Hekatomnos zu schänden, während dieselben Männer in Iasos durch die Stadt mit Ehren (Proxenie) bedacht werden, was auf Spannungen mit der lokalen Elite hindeutet. In den 360er Jahren verurteilt Iasos zugleich weitere Verschwörer gegen Mausolos und versteigert ihr Eigentum, womit Widerstand und Repression eng miteinander verflochten sind.
*[[-361#ACHÄMENIDENREICH | Fortsetzung 361]]
*'''362:''' Ariamnes I ist der Sohn des Satrapen Datames, der Kappadokien in den Jahren 385–362 v. Chr. regiert. Nach dem Ende der Herrschaft seines Vaters übernimmt Ariamnes im Jahr 362 v. Chr. das Amt des Satrapen von Kappadokien. Ariamnes regiert nun Kappadokien als Satrap unter persischer Oberherrschaft im Zeitraum von 362–350 v. Chr. Während dieser Zeit ist er der Vater von Ariarathes I und von dessen Bruder Orophernes (auch Holophernes genannt). [https://en.wikipedia.org/wiki/Datames Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)]
*'''366:''' Mausolos: In den 360er Jahren beteiligt sich Mausolos an der "Revolte der Satrapen", einer vielgestaltigen Serie von Aufständen westlicher Satrapen gegen Artaxerxes II., die nicht koordiniert verläuft. Diodor zählt Mausolos unter die Satrapen, die zeitweilig gegen Artaxerxes II. rebellieren, neben Tachos von Ägypten, Ariobarzanes von Hellespont-Phrygien, Orontes von Mysien, Autophradates von Lydien und weiteren Gruppen in Anatolien und Phönizien. Gleichzeitig tritt Mausolos aber überwiegend als Helfer des Großkönigs auf und führt 366 gemeinsam mit Autophradates auf Befehl des Artaxerxes die Belagerung von Adramyttion gegen den geflohenen Ariobarzanes, bricht diese Belagerung jedoch nach Einflussnahme des spartanischen Königs Agesilaos II. ab.
*'''370:''' Artaxerxes II.: Im Osten des Reiches erhebt sich das Volk der Kadusier, gegen das Artaxerxes persönlich ins Feld zieht, um den Aufstand niederzuschlagen. Gleichzeitig vertieft sich im Westen die Krise: Der Vertrauensverlust gegenüber Datames trägt dazu bei, dass dieser um 370 v. Chr. einen Aufstand entfacht, der in der älteren Forschung als „großer Satrapenaufstand“ gilt, dessen tatsächliche Ausdehnung heute aber als geringer eingeschätzt wird. Mehrere Satrapen, vor allem Maussollos in Karien, nutzen die Schwäche des Zentrums und regieren in der Praxis weitgehend unabhängig vom Großkönig. In Griechenland entsteht dadurch das Bild eines schwachen Artaxerxes, dessen Macht beschnitten ist, wodurch Athen und Theben ihre Position stärken und letztlich die spartanische Vorherrschaft in den Schlachten von Leuktra und Mantineia brechen können. Artaxerxes ist inzwischen ein alter Mann und überlässt die Kontrolle an der Westgrenze weitgehend den dortigen Satrapen, die stark aus Eigeninteresse handeln. Die aus griechischer Sicht häufige Darstellung eines schwachen und machtlosen Herrschers kontrastiert mit dem Faktum, dass er trotz dieser Krisen eine der längsten und – im Ergebnis – stabilsten Regierungszeiten der Achämeniden besitzt.
*'''375:''' Artaxerxes II.: Nachdem die Westgrenze durch den Königsfrieden konsolidiert scheint, richtet Artaxerxes seinen Blick auf das verlorene Ägypten, dessen Rückgewinnung für ihn höchste Priorität hat. Um 375 v. Chr. setzt er Datames, den Satrapen von Kilikien, als Oberbefehlshaber einer persischen Streitmacht ein, die Ägypten zurückerobern soll. Da Datames in Kleinasien seine eigene Macht stark ausweitet, wächst das Misstrauen des Großkönigs, und Artaxerxes entzieht ihm schließlich das Kommando über den Ägyptenfeldzug. Statt Datames beauftragt er Pharnabazos und den athenischen Feldherrn Iphikrates mit der Führung des Unternehmens, doch der Feldzug scheitert am erbitterten Widerstand der Ägypter, die sich auf griechische Hilfstruppen stützen, was für Artaxerxes einen schweren Rückschlag bedeutet.
*'''377:''' Mausolos ist der älteste Sohn des Karers Hekatomnos, der kurz nach dem Tod des Tissaphernes um 395–392 zum Satrapen von Karien im Achämenidenreich aufsteigt und damit die Dynastie der Hekatomniden begründet. Zwischen den frühen 370er Jahren und 377 teilt Mausolos möglicherweise bereits faktisch die Herrschaft über Karien mit seinem Vater; beide erscheinen gemeinsam auf dem Sarkophag des Hekatomnos und in einer Statuengruppe aus Kaunos. Nach dem Tod des Hekatomnos 377/376  übernimmt Mausolos offiziell das Satrapenamt in Karien. Früh in seiner Regierungszeit heiratet Mausolos seine Schwester Artemisia II. und bildet mit ihr ein Herrscherpaar ohne Kinder, was als symbolische Geschwisterehe gedeutet wird. Obwohl nur Mausolos formell Satrap genannt wird, übt Artemisia zugleich politische Autorität als gemeinsame Dynastin aus. Etwa in dieselbe frühe Phase fällt der Entschluss, die Hauptstadt von Mylasa nach Halikarnassos zu verlegen, wo Mausolos die Stadt auf einem neuen Rasterplan wiedergründet und durch Zusammenlegung umliegender karischer Dörfer (Theangela, Sibde, Medmasa, Euralium, Pedasos, Telmissos) stark vergrößert. Nach dem Korinthischen Krieg und dem Königsfrieden von Antalkidas 387 der die kleinasiatischen Griechenstädte den persischen Satrapen zuweist und zugleich die Autonomie der griechischen Inseln garantiert, wächst der Einfluss der Satrapen im Westen des Reiches. In den 370er und frühen 360er Jahren dominiert der Dynast Perikles von Limyra zeitweise ein unabhängiges Lykien und stellt sich offen gegen persische Herrschaft, wodurch er Teil der später sogenannten Satrapenrevolte ist. Diese eigenständige lykische Herrschaft endet um 362, als Autophradates von Lydien Lykien wieder für den Großkönig unterwirft und sich dort kurzzeitig selbst als König und Satrap einsetzt.
*'''387:''' Artaxerxes II.: Als Sparta auf dem griechischen Festland militärisch die Oberhand zurückgewinnt, sich aber gegen die persischen Kräfte nicht durchsetzen kann, wird 387 v. Chr. in Sardes der sogenannte Königsfrieden ausgehandelt, dessen Bestimmungen Artaxerxes im Folgejahr allen griechischen Parteien verkünden lässt. Der Vertrag, den der spartanische Unterhändler Antalkidas mit ausgehandelt hat, legt fest, dass die Städte in Kleinasien sowie Klazomenai und Zypern dem Großkönig gehören, während die übrigen griechischen Städte – mit Ausnahme der athenischen Kleruchien Lemnos, Imbros und Skyros – autonom sein sollen. Artaxerxes tritt als Garant des Friedens auf und droht jedem, der den Vertrag nicht annimmt, Krieg zu Lande und zur See mit Schiffen und Geld an, wobei Sparta praktisch als Vollstrecker seiner Politik fungiert und für einige Jahre noch einmal als Hegemon bestätigt wird.
*'''399:''' Artaxerxes II.: In den Jahren unmittelbar nach dem Bruderkrieg kommt es zu einer neuen Konfrontation mit Sparta, dessen Politik eng mit Kyros verbunden gewesen war. Mehrere griechische Städte in Kleinasien, die zuvor die gleiche Linie verfolgt hatten, sehen sich durch die Politik des neuen persischen Generalgouverneurs Tissaphernes bedroht und wenden sich Hilfe suchend an Sparta. Sparta reagiert mit einem Feldzug: Von 399 bis 394 v. Chr. zieht sich der Kampf hin, bis die Spartaner sich zurückziehen müssen, nachdem die persische Flotte unter dem aus Athen stammenden Nauarchen Konon mehrfach siegt und schließlich sogar die spartanische Hegemonie in Griechenland selbst in Frage stellt. Artaxerxes misst den Entwicklungen im Ägäisraum deutlich mehr Gewicht bei als seine Vorgänger und nutzt die Seemacht seines Reiches, um Sparta zu schwächen. Im sogenannten Korinthischen Krieg von 399 bis 386 v. Chr. verbündet sich Artaxerxes mit Athen und Theben gegen Sparta und unterstützt seine Verbündeten finanziell und militärisch.
*'''401:''' Artaxerxes II.: Kyros, der sich mit dem Thronverlust in Ägypten nicht abfindet, beginnt in Kleinasien, Truppen zu sammeln, darunter mehrere tausend griechische Söldner, und plant im Frühjahr 401 v. Chr. einen Feldzug gegen seinen Bruder. Als Vorwand dient Kyros der angebliche Zug zur Niederschlagung eines Aufstands in Kleinasien; tatsächlich marschiert er von Sardes aus nach Osten und zählt auf die Unterstützung Spartas, das ihm wegen seiner Hilfe im Peloponnesischen Krieg dankbar ist und Schiffe in Aussicht stellt. Unter den Griechen im Heer des Kyros befindet sich auch Xenophon, dessen Werk Anabasis die Ereignisse des Feldzuges und insbesondere den Rückzug der Griechen später detailliert schildert. Der Satrap Tissaphernes warnt Artaxerxes rechtzeitig vor der Rebellion, sodass der Großkönig Truppen sammeln kann und es im Herbst 401 v. Chr. in Babylonien bei Kunaxa zur Entscheidungsschlacht kommt. Kyros’ Truppen scheinen anfangs zu siegen, doch Kyros unternimmt einen waghalsigen Angriff, um seinen Bruder persönlich zu töten, wird dabei schwer verwundet und stirbt kurz darauf, womit der Aufstand zusammenbricht. Die griechischen Söldner, die auf dem Schlachtfeld militärisch erfolgreich sind, geraten nun in die feindliche Tiefe und müssen sich, wie Xenophon berichtet, unter wechselnden Angriffen persischer Statthalter, aber ohne entscheidende Verluste, mühsam nach Griechenland durchschlagen. Nach dem Sieg lässt Artaxerxes die engsten Anhänger des Kyros bestrafen, während er loyale Würdenträger reich belohnt und damit seine Herrschaft im Inneren rasch wieder stabilisiert.
*'''404:''' Artaxerxes II.: Als Dareios im Winter 405/404 v. Chr. im Sterben liegt, bemüht sich Parysatis, ihren Lieblingssohn Kyros nach dem Recht der Purpurgeburt zum Thronfolger zu machen, doch Dareios lehnt dies ab. Er bestimmt den erstgeborenen Arsakes zum Nachfolger, lässt Kyros aber seine Stellung als Satrap von Lydien und Oberbefehlshaber (karanos) in Kleinasien behalten. Nach babylonischen Quellen beginnt das erste Regierungsjahr des Artaxerxes offiziell am 1. Nisannu (8. April) 404 v. Chr., sodass er nach dem Tod Dareios’ II. in Pasargadai als Artaxerxes II. zum Großkönig gekrönt wird. Unmittelbar nach der Thronbesteigung des Artaxerxes verliert das Perserreich 404 v. Chr. Ägypten nach längeren Unruhen und Kämpfen, was die innere Lage zusätzlich belastet. [http://de.wikipedia.org/wiki/Dareios_II. Großkönig Dareios II. (423–404)]
*'''404:''' Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
*'''405:''' Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.
*'''453:''' Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.


==ÄGYPTEN==
==ÄGYPTEN==
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_I. Pharao Nektanebos I. (379-360)] <br />In den späten Regierungsjahren setzt Nektanebos seine Tempelstiftungen und Begünstigungen der Priester fort; eine Stele aus Hermopolis führt detailliert seine Spenden an lokale Götter und an den Kult des Horus von Edfu auf. Gegen Ende seiner Herrschaft, im 19. Regierungsjahr, führt er die seit längerer Zeit aufgegebene Praxis der Koregentschaft wieder ein und erhebt seinen Sohn Tachos (Djedhor) zum Mitregenten, um dynastische Brüche wie unter seinen Vorgängern zu verhindern. Damit bereitet er bewusst eine geregelte Nachfolge vor und übergibt Tachos die Rolle des Thronfolgers sowie späteren Alleinherrschers der 30. Dynastie. Nektanebos stirbt um 360 in seinem 19. Regierungsjahr. Sein Grab, sein Sarkophag und seine Mumie bleiben bis heute unbekannt.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_I. Pharao Nektanebos I. (379-360)] <br />In den späten Regierungsjahren setzt Nektanebos seine Tempelstiftungen und Begünstigungen der Priester fort; eine Stele aus Hermopolis führt detailliert seine Spenden an lokale Götter und an den Kult des Horus von Edfu auf. Gegen Ende seiner Herrschaft, im 19. Regierungsjahr, führt er die seit längerer Zeit aufgegebene Praxis der Koregentschaft wieder ein und erhebt seinen Sohn Tachos (Djedhor) zum Mitregenten, um dynastische Brüche wie unter seinen Vorgängern zu verhindern. Damit bereitet er bewusst eine geregelte Nachfolge vor und übergibt Tachos die Rolle des Thronfolgers sowie späteren Alleinherrschers der 30. Dynastie. Nektanebos stirbt um 360 in seinem 19. Regierungsjahr. Sein Grab, sein Sarkophag und seine Mumie bleiben bis heute unbekannt.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos '''Pharao Tachos (360-359)'''] <br />Nach dem Tod von Nektanebos I. wird Tachos vollgültiger Pharao der 30. Dynastie. Die Krönung fällt in ein Jahr mit einer beobachteten Mondfinsternis, die zur Datierung der Herrschaftsfolge herangezogen wird (siehe [[-360#WELTALL | WELTALL]]. Zu Beginn seiner Alleinherrschaft setzt Tachos die anti‑persische Politik seines Vaters fort, die in der Unterstützung kleinasiatischer Satrapenaufstände gegen den Großkönig Artaxerxes II. besteht. So erhält der Satrapenvertreter Rheomithres 500 Talente Silber und 50 Kriegsschiffe, obwohl er später eidbrüchig wird und diese Ressourcen samt Schiffen an die Perser ausliefert. Um diese Politik zu finanzieren, betreibt Tachos eine harte Finanzpolitik: Er lässt weitere Tempelschätze verkaufen und reduziert auf Rat des Griechen Chabrias die Einkünfte der Tempel und Priester auf ein Zehntel. Zugleich weitet er das von Nektanebos I. erlassene Naukratis‑Dekret auf alle Schiffahrt und sämtliche ägyptischen Waren aus, sodass Abgaben, die zuvor etwa dem Neith‑Tempel in Sais zufließen, nun in die königliche Kasse gehen. Um etwa 360 führt Tachos den Goldstater als erste altägyptische Münze ein, um vor allem die zahlreichen Söldner für den geplanten Persienfeldzug in barer Münze entlohnen zu können. Damit legt er den Grundstein für eine eigentliche Münzwährung in Ägypten. Trotz Unmut im Klerus hofft er, die Priester durch spätere Kriegsbeute wieder zu besänftigen. <br />Tachos verfolgt früh den Plan, die Schwäche des Perserreiches auszunutzen und knüpft damit an die Tradition der syrisch‑palästinischen Feldzüge der Thutmosiden an. Zunächst unterstützt er Aufstände in Phönizien und Kleinasien vor allem finanziell und beobachtet die Lage, bevor er eigene Truppen entsendet. Er verhandelt erfolgreich mit Maussolos von Karien, der die Satrapenaufstände bereits seit etwa 362 unterstützt, und gewinnt den spartanischen König Agesilaos durch großzügige finanzielle Zusagen für ein Bündnis. Athen wahrt offiziell die Nähe zu Persien, gestattet aber Chabrias, auf eigene Rechnung in ägyptische Dienste zu treten. Nach Diodor stellt Tachos ein Heer von rund 100'000 Mann auf, davon 20'000 Griechen, unter ihnen 10'000 Söldner, und etwa 80'000 ägyptische Soldaten. Agesilaos führt 1000 Hopliten aus Sparta, die nach der zweiten Schlacht von Mantineia angeworben sind, in den ägyptischen Dienst. Parallel dazu übernimmt Chabrias das Kommando über eine Flotte von ungefähr 200 gut ausgerüsteten Schiffen, die aus größeren Trieren und schnellen Galeeren mit je etwa 30 Ruderern bestehen. <br />Artikel des Tages: Tachos (altägyptisch Djedhor, Djedho) war der griechische Name des zweiten alt­ägyp­tischen Pharaos der 30. Dynastie. Seine Regierungs­zeit ist nach seiner Krönung zum Pharao wohl von 360 bis 359 v. Chr. anzusetzen. Sein Vater Nekta­nebos I. ernannte ihn während seiner Herr­schaft wahr­scheinlich 363/362 v. Chr. zum Mit­regen­ten. In diesen Zeit­raum fällt seine Ein­führung der alt­ägyp­tischen Münz­währung. Er war der erste Pharao nach Apries, der nach gut zwei Jahr­hunderten einen Feld­zug in die außer­ägyp­tische Region von Syrien-Palästina plante und begann. Kurz vor dem Abschluss des Vorstoßes nach Phönizien und der damit verbundenen Aus­sicht auf eine endgültige Abwehr der persischen Bedro­hung wurde Tachos durch einen Auf­stand im eigenen Land ent­machtet und als Pharao durch Nekta­nebos II. abgelöst. Tachos war der letzte einhei­mische König, der eine Offensive außerhalb Ägyptens gegen die Perser führte. Die genauere Ansetzung des Endes der Herrschafts­dauer seines Vaters und damit seines eigenen Herrschafts­beginns konnte unter anderem indirekt aus dem demo­tischen Papyrus Traum des Nekta­nebos ermittelt werden. Nur die Nacht vom 5. auf den 6. Juli des Jahres 343 v. Chr. korres­pondiert im julia­nischen Kalender mit den im Papyrus gemachten Angaben bezüg­lich der Voll­mond­nacht des 16. Regierungs­jahres von Nekta­nebos II.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos '''Pharao Tachos (360-359)'''] <br />Nach dem Tod von Nektanebos I. wird Tachos vollgültiger Pharao der 30. Dynastie. Die Krönung fällt in ein Jahr mit einer beobachteten Mondfinsternis, die zur Datierung der Herrschaftsfolge herangezogen wird (siehe [[-360#WELTALL | WELTALL]]. Zu Beginn seiner Alleinherrschaft setzt Tachos die anti‑persische Politik seines Vaters fort, die in der Unterstützung kleinasiatischer Satrapenaufstände gegen den Großkönig Artaxerxes II. besteht. So erhält der Satrapenvertreter Rheomithres 500 Talente Silber und 50 Kriegsschiffe, obwohl er später eidbrüchig wird und diese Ressourcen samt Schiffen an die Perser ausliefert. Um diese Politik zu finanzieren, betreibt Tachos eine harte Finanzpolitik: Er lässt weitere Tempelschätze verkaufen und reduziert auf Rat des Griechen Chabrias die Einkünfte der Tempel und Priester auf ein Zehntel. Zugleich weitet er das von Nektanebos I. erlassene Naukratis‑Dekret auf alle Schiffahrt und sämtliche ägyptischen Waren aus, sodass Abgaben, die zuvor etwa dem Neith‑Tempel in Sais zufließen, nun in die königliche Kasse gehen. Um etwa 360 führt Tachos den Goldstater als erste altägyptische Münze ein, um vor allem die zahlreichen Söldner für den geplanten Persienfeldzug in barer Münze entlohnen zu können. Damit legt er den Grundstein für eine eigentliche Münzwährung in Ägypten. Trotz Unmut im Klerus hofft er, die Priester durch spätere Kriegsbeute wieder zu besänftigen. <br />Tachos verfolgt früh den Plan, die Schwäche des Perserreiches auszunutzen und knüpft damit an die Tradition der syrisch‑palästinischen Feldzüge der Thutmosiden an. Zunächst unterstützt er Aufstände in Phönizien und Kleinasien vor allem finanziell und beobachtet die Lage, bevor er eigene Truppen entsendet. Er verhandelt erfolgreich mit Maussolos von Karien, der die Satrapenaufstände bereits seit etwa 362 unterstützt, und gewinnt den spartanischen König Agesilaos durch großzügige finanzielle Zusagen für ein Bündnis. Athen wahrt offiziell die Nähe zu Persien, gestattet aber Chabrias, auf eigene Rechnung in ägyptische Dienste zu treten. Nach Diodor stellt Tachos ein Heer von rund 100'000 Mann auf, davon 20'000 Griechen, unter ihnen 10'000 Söldner, und etwa 80'000 ägyptische Soldaten. Agesilaos führt 1000 Hopliten aus Sparta, die nach der zweiten Schlacht von Mantineia angeworben sind, in den ägyptischen Dienst. Parallel dazu übernimmt Chabrias das Kommando über eine Flotte von ungefähr 200 gut ausgerüsteten Schiffen, die aus größeren Trieren und schnellen Galeeren mit je etwa 30 Ruderern bestehen. <br />Artikel des Tages: Tachos (altägyptisch Djedhor, Djedho) war der griechische Name des zweiten alt­ägyp­tischen Pharaos der 30. Dynastie. Seine Regierungs­zeit ist nach seiner Krönung zum Pharao wohl von 360 bis 359 v. Chr. anzusetzen. Sein Vater Nekta­nebos I. ernannte ihn während seiner Herr­schaft wahr­scheinlich 363/362 v. Chr. zum Mit­regen­ten. In diesen Zeit­raum fällt seine Ein­führung der alt­ägyp­tischen Münz­währung. Er war der erste Pharao nach Apries, der nach gut zwei Jahr­hunderten einen Feld­zug in die außer­ägyp­tische Region von Syrien-Palästina plante und begann. Kurz vor dem Abschluss des Vorstoßes nach Phönizien und der damit verbundenen Aus­sicht auf eine endgültige Abwehr der persischen Bedro­hung wurde Tachos durch einen Auf­stand im eigenen Land ent­machtet und als Pharao durch Nekta­nebos II. abgelöst. Tachos war der letzte einhei­mische König, der eine Offensive außerhalb Ägyptens gegen die Perser führte. Die genauere Ansetzung des Endes der Herrschafts­dauer seines Vaters und damit seines eigenen Herrschafts­beginns konnte unter anderem indirekt aus dem demo­tischen Papyrus Traum des Nekta­nebos ermittelt werden. Nur die Nacht vom 5. auf den 6. Juli des Jahres 343 v. Chr. korres­pondiert im julia­nischen Kalender mit den im Papyrus gemachten Angaben bezüg­lich der Voll­mond­nacht des 16. Regierungs­jahres von Nekta­nebos II.
*[[-359#ÄGYPTEN | Fortsetzung 359]]
*[[-359#ÄGYPTEN | Fortsetzung 359]] [[Kategorie:Aegypten]]
 
*'''363:''' Tachos: http://de.wikipedia.org/wiki/Tachos Tachos] stammt aus einer eingewanderten libyschen Familie aus Sebennytos im Nildelta, aus der auch sein Vater Nektanebos I. und sein gleichnamiger Großvater hervorgehen. Der Großvater dient spätestens unter Nepherites II. als General und ist sehr wahrscheinlich am Sturz dieses mendesischen Königs beteiligt, was den Machtaufstieg der Familie einleitet. Nektanebos I. gelangt mit Hilfe des athenischen Feldherrn Chabrias auf den Thron, der schon unter König Hakor die Beziehungen zwischen Ägypten und Athen berät. Über die Mutter von Tachos herrscht Unsicherheit: Udjaschu kann entweder Mutter oder Ehefrau von Nektanebos I. sein, daneben kommt die Griechin Ptolemais, vielleicht eine Tochter des Chabrias, als Gemahlin in Frage. Sicher ist nur, dass Tachos mindestens einen Bruder hat, den General Tjaihepimu, der später eine Schlüsselrolle beim Sturz von Tachos spielt. Nektanebos I. bereitet aufgrund seines Alters frühzeitig eine geordnete Nachfolge vor und ernennt seinen Sohn Tachos um 363/362 v. Chr. zum Mitregenten. Während dieser Doppelherrschaft ist Tachos offenbar vor allem für die finanziellen Angelegenheiten des Reiches zuständig, was die demotische Chronik kritisiert und Nektanebos I. als „gierigen Pharao“ verurteilt. Diese Kritik zielt implizit auch auf Tachos, der als einziger Herrscher der demotischen Chronik gleichzeitig die Titel „König“ und „Pharao“ trägt.
*[[-360#ÄGYPTEN | Fortsetzung 360]]
*'''368:''' Ab etwa 368 v. Chr. beginnen mehrere westliche Satrapen des Achämenidenreiches zu revoltieren, und Nektanebos unterstützt diese Aufstände finanziell, um Persien weiter zu destabilisieren. Gleichzeitig nimmt er wieder engere Kontakte zu Sparta und Athen auf, knüpft an frühere Bündnisse an und nutzt die Rivalität der griechischen Mächte, um die Position Ägyptens im östlichen Mittelmeer zu sichern.
*'''373:''' Artaxerxes II. von Persien bereitet im Verlauf der 370er Jahre eine große Invasion vor, um das seit Jahrzehnten verlorene Ägypten zurückzugewinnen; das Heer umfasst Berichten zufolge über 200.000 Mann, persische Truppen, zahlreiche griechische Söldner und mehr als 500 Schiffe. Nektanebos reagiert mit umfangreichen Verteidigungsmaßnahmen und befiehlt die Verstärkung der Befestigungen am pelusischen Nilarm, der als traditioneller Einfallspunkt gilt. Die persische Flotte muss wegen der starken Befestigung den Kurs ändern und den weniger gut gesicherten mendesischen Nilarm nehmen, was die ägyptische Verteidigung überrascht und zunächst in Schwierigkeiten bringt. Die persischen Führer Pharnabazos und der Athener Iphikrates geraten jedoch in gegenseitiges Misstrauen, wodurch ein entschlossenes Vordringen nach Memphis ausbleibt, obwohl Nektanebos’ Position zwischenzeitlich kritisch erscheint. Mit Einsetzen der jährlichen Nilflut, die das Gelände für den Angreifer unübersichtlich und schwierig macht, und dank der Entschlossenheit der ägyptischen Truppen wendet sich das Blatt, sodass sich eine anfänglich drohende Niederlage Nektanebos’ in einen klaren Sieg verwandelt. Ägypten behauptet seine Unabhängigkeit, und die gescheiterte Invasion schwächt das Ansehen des Achämenidenreiches, während Nektanebos außenpolitisch gestärkt aus der Krise hervorgeht.
*'''376:''' Nektanebos entfaltet im ganzen Reich eine rege Bautätigkeit und belebt damit nach krisenreichen Jahrzehnten wieder großangelegte sakrale Projekte. Auf der Insel Philae nahe Assuan lässt er die Vorhalle des Isis-Tempels beginnen, deren Anlage später zu einer der wichtigsten Kultstätten Ägyptens wird und seinen Namen dauerhaft mit dem Isis-Kult verbindet. Im Amun-Bezirk von Karnak initiiert er den Bau eines ersten Pylons und gibt weitere Tempelbauten und Erweiterungen in Auftrag, wodurch traditionelle Kultzentren gestärkt werden. In Dendera entsteht vermutlich das früheste bekannte Mammisi, ein Geburtsheiligtum, dessen Konzeption den späteren ptolemäischen Bauten als Vorbild dient und die theologische Betonung des königlichen Kindes unterstreicht. Archäologische Funde aus Hermopolis, Hermopolis Parva, Saft el-Hinna und Mendes belegen, dass er den in der Perserzeit verbreiteten Kult heiliger Tiere intensiv fördert und dadurch regionale Heiligtümer stärkt. Weitere Tempel und Kultanlagen in Memphis, Tanis und Elkab werden während seiner Herrschaft erweitert oder erneuert, was den Eindruck eines weithin sichtbaren sakralen Wiederaufbaus vermittelt.
*'''379:''' Nektanebos I. wird als Cheperkare Nechetnebef in eine Soldatenfamilie geboren; sein Vater Tachos ist ein hochrangiger Offizier, und Nektanebos erhält eine militärische Ausbildung, durch die er zum General von Sebennytos im Nildelta aufsteigt. Er dient in der Spätzeit unter den Herrschern der 29. Dynastie und steht vermutlich in verwandtschaftlicher Beziehung zu Nepherites I., auch wenn die genaue Abstammung aufgrund unsicherer Deutungen der demotischen Chronik unklar bleibt. In Hermopolis entsteht eine Stele, deren Text schildert, dass Nektanebos durch einen Staatsstreich gegen den letzten König der 29. Dynastie, Nepherites II., an die Macht gelangt und den Vorgänger möglicherweise töten lässt. Bei diesem Umsturz erhält er wohl Unterstützung des athenischen Generals Chabrias, was zeigt, dass er sich früh auf griechische Militärhilfe stützt, um seine Position zu sichern. Nach dem erfolgreichen Putsch beansprucht Nektanebos die Königswürde und lässt seine Krönungszeremonie 379/378 v. Chr. sowohl in Sais als auch in Memphis vollziehen, um sich religiös und politisch im ganzen Land zu legitimieren. Er verlegt anschließend die Hauptstadt von Mendes nach Sebennytos und begründet damit die 30. Dynastie, die letzte einheimische Dynastie im alten Ägypten. In den ersten Regierungsjahren herrscht im Land relative Ruhe, und ein bescheidener Wohlstand prägt die wirtschaftliche Lage, weil Nektanebos innenpolitisch auf Ausgleich setzt. Er zeigt sich gegenüber der Priesterschaft besonders großzügig, gewährt reiche Stiftungen und Steuerprivilegien und gewinnt so die einflussreichen Tempeleliten als tragende Stütze seiner Herrschaft.
 
==KUSCH==
 
*'''369:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Harsiotef König Harsiotef (404-369)]
 
==KARTHAGO==
 
*beim nächsten Eintrag [[-350#KARTHAGO | Fortsetzung 350]]


==INDIEN==
==INDIEN==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mutasiva König Mutasiva (367–307)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mutasiva König Mutasiva (367–307)] <br />
*'''367:''' Mutasiva ist König des Königreichs Anuradhapura in Sri Lanka, dessen Hauptstadt Anuradhapura ist. Er ist der Sohn von König Pandukabhaya. Bis 307 regiert er sechzig Jahre lang. Seine Regierungszeit ist von einem ununterbrochenen Frieden im Land geprägt. Während seiner Herrschaft ist den Menschen die Existenz der Perlen vor der Küste von Ceylon bekannt. Sie kennen acht verschiedene Perlensorten und betreiben den Abbau von Edelsteinen. In dieser Zeit lässt Mutasiva den Mahamevnāwa-Park in Anuradhapura anlegen, der als der größte und schönste Park im alten Lanka gilt. Er ist auch der erste König, der einen Park errichten lässt. Mutasiva hat zehn Söhne, von denen einige – Devanampiya Tissa, Uttiya, Mahasiva, Suratissa und Asela – ihm als Könige nachfolgen. [[-307#INDIEN | Fortsetzung 307]]
*'''367:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pandukabhaya König Pandukabhaya (437–367)]


==CHINA==
==CHINA==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xiao_of_Qin Herzog Xiao (361-338)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xiao_of_Qin Herzog Xiao (361-338)] <br />
*'''361:''' 361 v. Chr. stirbt Herzog Xian nach 24 Regierungsjahren, und sein 21‑jähriger Sohn Ying Quliang besteigt als Herzog Xiao von Qin den Thron. Zu dieser Zeit sind die sechs Großmächte der Streitenden Reiche bereits ausgebildet, das Zhou‑Königtum ist geschwächt, Wei hält weiterhin die frühere Hexi‑Region Qin, und Qin gilt, im fernen Westen isoliert, als „barbarischer“ Randstaat. Herzog Xiao will die Hegemonie seines Ahnherrn Herzog Mu wiederherstellen und erlässt einen berühmten öffentlichen Aufruf, in dem er fähige Männer auffordert, Strategien zur Stärkung Qins vorzulegen, und ihnen hohe Ämter sowie Land in Aussicht stellt. Im selben Jahr führt er zwei Feldzüge: nach Osten zur Belagerung der Stadt Shan (bei heutigem Hancheng) und nach Westen gegen die Westlichen Rong, wobei der Rong‑König Gua getötet wird; Zhao und Han nutzen den Herrscherwechsel und greifen Qin gemeinsam an. In diese Situation fällt der Aufruf auch in andere Staaten; der aus Wei stammende Rechtsgelehrte Wei Yang, später Shang Yang genannt, erfährt davon. Shang Yang dient zunächst als Mitarbeiter des Premierministers Gongshu Cuo in Wei und reist nach dessen Tod mit dem Gesetzeswerk „Kanon des Rechts“ nach Qin. Er wird durch den Günstling Jing Jian bei Herzog Xiao eingeführt und hält nacheinander mehrere Audienzen: zuerst vertritt er den „Weg des Kaisers“ (dao der Heiligen Könige), dann den „Weg des Königs“ (herrschen durch Wohlwollen), erreicht aber keine Zustimmung. In einer weiteren Audienz spricht er vom „Weg des Hegemons“ und erkennt zugleich, dass der Herzog schnelle, praktische Erfolge in seiner eigenen Lebenszeit anstrebt. In einer vierten, sehr langen Unterredung legt Shang Yang schließlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Staat und Finanzen vor, und Herzog Xiao ist so vertieft, dass er unbewusst näher zu ihm rückt; sie diskutieren tagelang ohne Ermüdung. Auf dieser Grundlage entwerfen sie Reformpläne, die trotz heftiger Opposition konservativer Adliger von Herzog Xiao voll unterstützt und schrittweise umgesetzt werden. Bereits 359 v. Chr. erlässt der Herzog auf Shang Yangs Drängen das „Landurbar‑Edikt“ (Ken-cao-Ling), das als Auftakt zur großen Reform gilt und vor allem die Landwirtschaft fördern, den Handel eindämmen, Adlige zur Feldarbeit heranziehen, Steuern vereinheitlichen und die Vorrangstellung der Landwirtschaft im Wertesystem verankern soll.
*[[-361#CHINA | Fortsetzung 361]]
*'''366:''' Im Jahr 366 v. Chr. besiegt Qin unter dem künftigen Herzog Xian ein Bündnis aus Han und Wei in der Schlacht von Shimen; Soldaten werden nach der Zahl abgeschlagener Feindköpfe befördert, und Qin entreißt Wei weiteres Land.
*'''382:''' Herzog Xiao von Qin (persönlicher Name Ying Quliang) wird am 6. Dezember 382 v. Chr. im 4. Regierungsjahr seines Vaters Herzog Xian geboren.


'''Zhou'''
'''Zhou'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xian_of_Zhou König Xian (368–321)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xian_of_Zhou König Xian (368–321)] <br />
*'''368:''' Ji Bian übernimmt die Herrschaft und wird König Xian von Zhou.​ Während seiner Regierungszeit schickt er Geschenke an viele der feudalen Staaten, insbesondere an die Staaten Qin und Chu, die formell seine Vasallen sind.​ Spät in seiner Regierungszeit erklären sich die Herrscher dieser Staaten selbst zu Königen und erkennen den König von Zhou nicht mehr einmal nominell als ihren Oberherrn an. [[-321#CHINA | Fortsetzung 321]]
*'''369:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Lie_of_Zhou König Lie (375–369)]


'''Zhao'''
'''Zhao'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br />
*'''372:''' Cheng: Im Jahr 372 v. Chr. lässt Marquess Cheng bei Xingdi, dem Gebiet des heutigen Xingtai in der Provinz Hebei, einen hölzernen Aussichtsturm errichten, der „Tantai“ heißt. Dieser Turm dient als erhöhter Beobachtungs‑ und Repräsentationspunkt, von dem aus er auf die übrigen Staaten der Streitenden Reiche blickt; der Ort erhält später nach diesem Bauwerk den Namen „Xingtai“. In den folgenden Jahren verschärft sich die Rivalität zwischen Zhao und dem mächtigen Nachbarn Wei unter König Hui, der seine militärische Überlegenheit auszuspielen versucht. Wei greift wiederholt in die Auseinandersetzungen unter den nordchinesischen Staaten ein und sieht im wachsenden Zhao einen wichtigen Gegner. [[-353#CHINA | Fortsetzung 353]]
*'''374:''' Cheng:  Marquess Cheng von Zhao, mit persönlichem Namen Zhao Zhong, ist Markgraf des Staates Zhao und Sohn des Markgrafen Jing, den er nach dessen Tod als Herrscher von Zhao ablöst. Seine Regierungszeit liegt in der mittleren Phase der Streitenden Reiche, etwa von der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 350 v. Chr. Zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt Zhao Zhong – nun Marquess Cheng – den Thron des Staates Zhao von seinem Vater Marquess Jing und stabilisiert zunächst die Nachfolge im Herrscherhaus. In dieser Zeit festigt er die Stellung Zhaos in der durch Rivalität zwischen Zhao, Wei, Han und anderen Staaten geprägten politischen Ordnung.
*'''375:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Jing_of_Zhao Markgraf Jing (386–375)''']
'''Wei'''
'''Wei'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei Markgraf Hui (369–344)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei Markgraf Hui (369–344)] <br />
*'''361:''' Hui verlegt die Hauptstadt von Anyi nach Daliang, um sie vor dem Zugriff des Qin-Staates zu schützen. Anyi liegt auf einem Plateau südlich des Fen-Flusses, nahe des Zusammenflusses von Fen-, Wei- und Gelbem Fluss. Daliang befindet sich im Südosten von Wei an der Grenze zum Staat Song. Von da an wird Wei kurzzeitig auch Liang genannt. In den Jahren 361–355 führt Hui mehrere persönliche Treffen mit Herrschern benachbarter Staaten durch. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]]
*'''362:''' Zwischen 362 und 359 tauscht Hui Gebiete mit Zhao im Norden und Han im Süden aus. Dadurch schafft er sinnvollere Staatsgrenzen, sichert die neue Hauptstadt und erhält mehr Kontrolle über wichtige Handelswege.
*'''369:''' Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Marquess Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn von Marquess Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
*'''370:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Wu_of_Wei Markgraf Wu (396–370)]


'''Qi'''
'''Qi'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huan_of_Tian_Qi Herzog Huan (374–357)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huan_of_Tian_Qi Herzog Huan (374–357)] <br />
*'''363:''' Huan: Neben der Tötung von Bruder und Neffen berichtet das Werk „Bambusannalen“, dass Herzog Huan im elften Regierungsjahr auch seine eigene Mutter töten lässt.
*[[-357#CHINA | Fortsetzung 357]]
*'''374:''' Huan: Herzog Huan von Tian-Qi, 400 geboren, mit persönlichem Namen Tian Wu, gehört zum Haus Tian (Tian-Qi-Dynastie) und ist Sohn von Herzog Tai von Tian-Qi und dessen Gemahlin Konsort Xiao. 375 lässt Tian Wu seinen älteren Bruder Tian Yan sowie dessen Sohn Tian Xi ermorden und reißt damit die Macht an sich. Er usurpiert den Thron und regiert 374 als Herzog Huan von Tian-Qi. In den ersten fünf Jahren seiner Herrschaft wird Qi nacheinander von den Nachbarstaaten Lu, Wei, Wey und Zhao angegriffen.
*'''376:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Wei_of_Qi Wei] wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Viscount Xiang, Viscount Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Consort Xiao.​


'''Chu'''
'''Chu'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />
*'''369:''' King Xuan von Chu wird als Sohn von König Dao des Staates Chu geboren.​ Sein älterer Bruder König Su regiert vor ihm und stirbt 370 v. Chr. ohne Nachkommen.​ Xiong Liangfu folgt daraufhin seinem Bruder nach und wird 369 v. Chr. als König Xuan König des Staates Chu.​ Er gehört zum Haus Mi und herrscht in der Zeit der Streitenden Reiche. [[-354#CHINA | Fortsetzung 354]]
   
   
==JAPAN==
==JAPAN==


*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br />
*'''392:''' Nach dem Tod seines Vaters besteigt Kōan am 27. Tag des 1. Mondmonats des Folgejahrs den Thron. Er gilt nach den Chroniken Kojiki und Nihonshoki als 6. Tennō von Japan. Die historische Existenz Kōans bleibt zweifelhaft, da er zu den "acht undokumentierten Kaisern" gehört, über die es nur knappe Überlieferungen gibt. Sein Eigenname lautet nach dem Nihonshoki Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter ist Yoso-tarashi-hime; laut Kojiki heißt er Ō-yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter Yoso-taho-hime no mikoto. [[-342#JAPAN | Fortsetzung 342]]
*'''393:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Tennō Kōshō (475–393)]
*'''408:''' Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.


==QUELLEN==
==QUELLEN==

Version vom 23. Januar 2026, 12:00 Uhr

-363 | -362 | -361 | -360 | -359 | -358 | -357

WELTALL

  • Mondfinsternis
    0417D: Die Mondfinsternis findet nach historischer Zeitrechnung in der Nacht vom 16. auf den 17. April 360 statt, was astronomisch als Jahr -359 gezählt wird. Im heutigen gregorianischen Kalender entspricht dies der Nacht vom 11. auf den 12. April 360. Es handelt sich um eine totale Mondfinsternis, die in Babylonien in den frühen Morgenstunden beginnt. Unter Berücksichtigung der Zeitdifferenz ΔT setzt der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde in Babylonien gegen 3:35 Uhr ein und das Maximum der Finsternis wird ungefähr um 6:10 Uhr erreicht (Bei der Auswertung der Mondfinsternis vom April 360 zeigt sich, dass die Zeitangaben der babylonischen Texte nicht exakt mit den rückgerechneten modernen Werten übereinstimmen. Die Differenz zwischen den historischen Beobachtungszeiten und den aus Himmelsmechanik gewonnenen Rechnungen wird als ΔT bezeichnet.). In Ägypten verläuft dieselbe Finsternis am Himmel in ähnlicher Weise, dort ist sie jedoch etwas länger sichtbar, weil der Mond höher über dem Horizont steht, bevor die Sonne aufgeht. In Nordamerika beginnt dieselbe Finsternis bereits am Abend des 16. April und endet kurz nach Mitternacht des 17. April, sodass der gesamte Ablauf dort in der ersten Nachthälfte verfolgt wird.
    Die babylonischen Tafeln, die die Finsternis beschreiben, sind zum Teil beschädigt, weshalb die exakten lokalen Beobachtungszeiten nicht vollständig überliefert sind. In einem erhaltenen Fragment heißt es im ersten Monat Nisannu am 10. Tag, dass sich das Ereignis bis zum Sonnenaufgang erstreckt, was mit dem beobachteten Ablauf in den frühen Morgenstunden übereinstimmt. Die Finsternis ist in mehreren Keilschriftnotizen aus Babylonien festgehalten, die zur Gattung der sogenannten ACT-Texte (Astronomical Cuneiform Texts) gehören. Diese Texte sammeln systematische Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten und dokumentieren sie in tabellarischer oder notizartiger Form. Die betreffenden Keilschrifttafeln tragen die Museumsnummern BM 35115, BM 35789 und BM 45640 und befinden sich im British Museum in London. Auf diesen Tafeln ist neben den astronomischen Angaben auch der historische Rahmen vermerkt, etwa die Regierungsjahre des jeweiligen Königs. Obwohl Bruchstellen und Ausbrüche Teile der Texte zerstören, bleibt der Kern der Finsternisbeschreibung mit Datum, Mondphase und Bezug zum Sonnenaufgang erhalten.
    In den Keilschrifttexten wird die Mondfinsternis ausdrücklich in das 45. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes II. eingeordnet. Gleichzeitig wird auf Ägypten verwiesen, wo in diesem Jahr der Pharao Tachos den Thron besteigt. Die Verknüpfung von Himmelsereignis, Regierungsjahr und Herrschernamen macht die Finsternis zu einem Fixpunkt der Chronologie. Aus dieser Gleichsetzung folgt, dass das 45. Jahr des Artaxerxes II. mit dem Regierungsantritt von Tachos zusammenspielt und beide Datierungen durch die Finsternis überprüfbar werden. Die genaue astronomische Rückrechnung erlaubt es, Unstimmigkeiten zwischen traditionellen, aus Königslisten abgeleiteten Jahreszahlen und physikalisch rekonstruierbaren Finsterniszeiten aufzudecken.
  • Fortsetzung 357

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCXCIV = 394)

  • Konsul Gaius Poetelius Libo Visolus (1. Amtszeit)
    Gaius Poetelius Libo Visolus gehört einem plebejischen Geschlecht an; sein Vater heißt ebenfalls Gaius Poetelius. In der Überlieferung unterscheidet die Forschung zwischen dem älteren Gaius Poetelius Libo Visolus und seinem gleichnamigen Sohn, der später 326 als Konsul auftritt, doch schon die antiken Namensformen führen zu Unsicherheiten in der genauen Zuweisung der Ämter. Im Jahr 360 bekleidet Gaius Poetelius Libo Visolus erstmals das Konsulat, gemeinsam mit Marcus Fabius Ambustus. In den römischen Fasten erscheint er für dieses Jahr als Konsul und wird in einigen Quellen alternativ mit dem Cognomen Balbus überliefert. Während seines ersten Konsulats steht Rom im andauernden Konflikt mit seinen latinischen und bergbewohnenden Nachbarn, insbesondere den Hernikern und anderen italischen Gemeinschaften. Poetelius übernimmt dabei militärische Aufgaben im Rahmen dieser Auseinandersetzungen und wirkt zugleich als Vertreter der plebejischen Oberschicht in einem noch immer von Patriziern dominierten Konsulat.
  • Konsul Marcus Fabius Ambustus (1. Amtszeit) stammt aus der patrizischen Familie der Fabier. Sein Vater ist Numerius Fabius Ambustus, der 406 als Konsulartribun amtierte. Im Jahr 360 v. Chr. bekleidet Marcus Fabius Ambustus zum ersten Mal das Konsulat, gemeinsam mit Gaius Poetelius Libo Visolus. Er führt einen Feldzug gegen die Herniker, in dem er mehrere kleine Gefechte und eine wichtigere Schlacht gewinnt. Für diesen Erfolg erhält er in Rom die Erlaubnis, eine Ovatio, also einen kleineren Triumphzug, abzuhalten.
  • Magister equitum Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus Im Jahr 360 v. Chr. ist der ehemalige Diktator Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus magister equitum. Er setzt den Feldzug gegen die Gallier fort, die sich inzwischen mit den Tiburtinern verbündet haben.
  • Fortsetzung 359

GRIECHEN

(4. Jahr der 104. / 1. Jahr der 105. Olympiade)

Syrakus

  • Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit367-357)
    Platon erreicht keine Versöhnung zwischen Dionysios II. und Dion; er reist daher wieder ab. Auf der Heimreise trifft er Dion (49) in Olympia, berichtet vom Scheitern seiner Bemühungen und bestätigt Dion in der Einschätzung, dass nur noch eine militärische Lösung bleibe. Dion beginnt nun, insbesondere in Korinth, eine Söldnertruppe anzuwerben, wobei ihm Platon keine offizielle Unterstützung, aber das Mitwirken seiner Schüler gestattet. Speusippos berichtet ihm, dass die Tyrannis in Syrakus so verhasst ist, dass schon eine relativ kleine Streitmacht für einen Umsturz genügen kann.
  • Fortsetzung 357

Epirus

  • König Neoptolemos I. (370-360)
    Der deutsche Althistoriker Johann Gustav Droysen datiert den Tod von Neoptolemos ungefähr um 360. Nach seinem Tod setzt sich die Dynastie über seine Kinder fort: Troas, Alexander I. von Epeiros und insbesondere Olympias tragen den Anspruch der molossischen Könige weiter, wobei Olympias als Mutter Alexanders des Großen eine zentrale Rolle in der weiteren Geschichte des Mittelmeerraumes spielt.
  • König Arybbas (370-343/342)
    Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen.
    Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus
  • Als sein Vater Neoptolemos I. um 360 stirbt, ist Alexander noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.
  • Fortsetzung 357

Makedonien

  • König Perdikkas III. (369–359)
    Perdikkas tritt um 360/359 als Theorodokos bei den panhellenischen Spielen in Epidauros auf, das heißt, er übernimmt die Aufgabe, heilige Gesandtschaften zu empfangen und so die religiös‑politische Vernetzung Makedoniens zu stärken.
  • Lysimachos wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht.
  • Demetrios von Phaleron wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. 360-324: Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
  • Fortsetzung 359

Pherai

Attischer Seebund

  • Platon (68)
  • Aristoteles (27)
    Timaios (Dialog)
    um 360: Platon beschreibt in seinem Dialog Timaios die mythische Insel Atlantis. Platon lässt in dem Werk die beiden Philosophen Sokrates und Timaios von Lokroi aufeinandertreffen.
    Artikel des Tages: Der Timaios (altgriechisch Tímaios, latinisiert Timaeus) ist ein in Dialogform verfasstes Spätwerk des griechischen Philosophen Platon. Darin wird ein fiktives, literarisch gestaltetes Gespräch wörtlich wiedergegeben. Beteiligt sind Platons Lehrer Sokrates, ein vornehmer Athener namens Kritias und zwei Gäste aus dem griechisch besiedelten Süditalien: der Philosoph Timaios von Lokroi, nach dem der Dialog benannt ist, und der Politiker Hermokrates von Syrakus. Sokrates und Hermokrates ergreifen nur im Einleitungsgespräch das Wort. Danach berichtet Kritias von einem Abwehrkrieg, den Athen nach seinen Worten vor neun Jahrtausenden gegen das mythische Inselreich Atlantis führte und gewann. Anschließend hält Timaios einen langen naturphilosophischen Vortrag, der den weitaus größten Teil des Dialogs ausmacht. Nach Timaios’ Darstellung ist der Kosmos hauptsächlich von zwei Faktoren geprägt, der Vernunft und der Notwendigkeit. Bei der Erschaffung des Alls wollte der vernünftige, wohlwollende Schöpfergott, der Demiurg, das Bestmögliche erreichen. Dazu musste er sich mit der "Notwendigkeit" – vorgegebenen Sachzwängen – arrangieren und aus dem Chaos der bereits vorhandenen Materie Ordnung schaffen. Er bildete die Weltseele, mit der er den Kosmos zu einem lebendigen, beseelten Wesen machte. Den von ihm hervorgebrachten untergeordneten Gottheiten wies er die Aufgabe zu, den menschlichen Körper zu erschaffen. Die unsterblichen individuellen Seelen schuf er selbst. Sie treten im Rahmen der Seelenwanderung immer wieder in neue Körper ein. Nachdrücklich weist Timaios auf die Güte des Schöpfers und die Harmonie und Schönheit der Welt hin. Von der Antike bis zum Spätmittelalter erzielte der Timaios die stärkste und nachhaltigste Wirkung von allen Werken Platons. Im Mittelalter blieb er bis ins 12. Jahrhundert das einzige den lateinischsprachigen Gelehrten zugängliche Werk des antiken Denkers. Im 12. Jahrhundert erreichte die Rezeption ihre größte Intensität, als die platonisch orientierten Philosophen der Schule von Chartres den biblischen Schöpfungsglauben mit dem Weltbild des Timaios zu harmonisieren trachteten. Die moderne Forschung griff die schon in der Antike umstrittene Frage auf, ob der Schöpfungsbericht wörtlich im Sinne eines bestimmten historischen Vorgangs oder sinnbildlich als Veranschaulichung einer ewigen Wirklichkeit zu verstehen ist. Nach der heute vorherrschenden Auffassung ist die Schöpfung des Demiurgen nicht als ein bereits abgeschlossenes Ereignis, sondern als beständiger Prozess zu verstehen
    Die Entstehung und Beschaffenheit der Welt, das Wesen des Kosmos, der Aufbau und die Funktion der menschlichen Seele und des Körpers – der Erklärungsanspruch des Timaios ist so immens wie seine Wirkung. Generationen von Philosophen, Theologen, Naturwissenschaftlern und Philologen haben sich daran abgearbeitet, sich darüber zerstritten und sich dafür begeistert. Warum, das ist auch heute noch erkennbar. Die Vorstellung von unserer Welt als der bestmöglichen aller Welten, die Idee des Menschen als Mikrokosmos, die Macht der Vernunft, der Glaube an einen gütigen Schöpfer, der Trost der Wiedergeburt und die Verheißung des glücklichen Lebens: All das hat Menschen schon immer philosophisch, religiös und spirituell berührt. Dass selbst einige abstrus wirkende naturwissenschaftliche Einlassungen von der modernen Physik auf der Suche nach der Weltformel wiederentdeckt wurden, zeigt die Zeitlosigkeit des Textes. So schwierig er auch ist, der Timaios liest sich auch heute noch mit Gewinn (getAbstract 2016)
  • Fortsetzung 357

Sparta

Bosporanisches Reich

  • König Leukon I. (389–349)
    Leukon greift nach 365 Theodosia erneut an, diesmal in einem Überraschungsangriff, bevor Herakleia Pontike rechtzeitig Hilfstruppen schicken kann. Möglicherweise kommt es in Herakleia gleichzeitig zu einem Regimewechsel von einer Oligarchie zur Tyrannis unter Klearchos, was die Bereitschaft der Stadt mindert, Theodosia wie zuvor zu unterstützen. Leukon kann Theodosia schließlich erobern und so sein Ziel verwirklichen, die Stadt in das bosporanische Herrschaftsgebiet einzugliedern. Nach der Sicherung Theodosias wendet Leukon sich dem Sindike-Königreich zu, in dem ein dynastischer Streit zwischen König Hekataios und dessen Sohn Oktamasades ausgebrochen ist. Oktamasades stürzt seinen Vater und reißt die Macht an sich, worauf Leukon in diesen Konflikt eingreift. Vor der Schlacht bei Labrytai gelobt Leukon, ein Siegesdenkmal nicht für den lokalen Apollo von Labrys, sondern für den obersten Gott und Schutzpatron aller Bosporaner, Apollo den Heiler, zu errichten. In der Schlacht besiegt Leukon Oktamasades und setzt sich damit als entscheidende Macht in Sindike durch. Wahrscheinlich bewegt er Hekataios danach dazu, die Königswürde formell an ihn abzutreten, denn kurze Zeit später führt Leukon den Titel „König über ganz Sindike“. Zugleich wird das Gebiet Sindike faktisch zum Vasallen bzw. integrierten Teil seines Reiches. Nachdem Leukon seine Position an der Ostküste des Schwarzen Meeres gefestigt hat, baut er seine Außen- und Handelspolitik über den Schwarzmeerraum hinaus aus, insbesondere mit Athen. Das bosporanische Reich exportiert nun einen erheblichen Anteil seines Getreides nach Athen, wodurch Leukon ein zentraler Versorger der Stadt wird. Diese wirtschaftliche Zusammenarbeit begründet eine dauerhafte Freundschaft zwischen den Spartokiden und Athen.
  • König Gorgippos (389–349)
  • Fortsetzung 356

Bithynien

Salamis

ODRYSEN

  • König Kotys I. (384–360)
    Im Jahr 360 herrscht Kotys mittlerweile über fast die gesamte Chersones‑Halbinsel. Athen entsendet einen neuen Feldherrn, Kephisodotos, einen Freund des Charidemos, in die Region. Als Kephisodotos in der letzten Septemberwoche eintrifft, ist Kotys bereits tot: Er ist in seinem Palast während eines Gastmahls von Python und Herakleides aus Ainos, zwei Schülern Platons, ermordet worden, die zuvor zu seinem engen Umfeld zählen. Unter dem Vorwand, Kotys habe ihren Vater geschädigt, haben sie den König getötet, und sind nach Athen zurückgekehrt, wo sie dort zu Ehrenbürgern erklärt und mit goldenen Kränzen ausgezeichnet worden sind; Python erklärt, die Tat sei von der Gottheit ausgeführt worden, die sich seiner Hand bedient habe. In der älteren Forschung wird der von Philipp II. von Makedonien getroffene thrakische König mit Kotys gleichgesetzt und daher dessen Tod manchmal auf 359 datiert, doch die gesicherte Chronologie der Ankunft des Kephisodotos im Jahr 360 bestätigt das Todesjahr 360; außerdem kann das Treffen mit Philipp schon vor dessen Thronbesteigung stattgefunden haben, und die Identifizierung des in der Quelle genannten Königs mit Kotys bleibt unsicher.
    Nach dem Tod des Kotys I zerfällt das bisher relativ einheitliche odrysische Reich. Sein Sohn und Thronfolger Kersobleptes sieht sich sofort mit der Konkurrenz des Amadokos II, vermutlich eines Sohnes des Amadokos I. und möglicherweise schon im frühen 4. Jahrhundert ein Rivale des Kotys, und des Berisades konfrontiert, der wohl von Saratokos abstammt. Hinzu kommen die Gegner Miltokythes und ein gewisser Spokes. Kersobleptes gelingt es mit der fortgesetzten Unterstützung des Charidemos, einige dieser Feinde zu beseitigen; Charidemos lässt Miltokythes 357 gefangen nehmen und hinrichten. Dennoch muss Kersobleptes eine Teilung des odrysischen Reiches mit Amadokos II und Berisades akzeptieren, was die politische Einheit Thrakiens dauerhaft schwächt. Diese Zersplitterung nutzt Philipp II. von Makedonien in der Folge, um seinen Einfluss in Thrakien auszubauen und die Region unter makedonische Kontrolle zu bringen.
  • König Amadokos II. (360-351)
    Amadokos II. ist ein thrakischer Herrscher aus dem odrysischen Königshaus, vermutlich Sohn des Amadokos I. und Vater des Teres II. Er regiert einen Teil von Thrakien gemeinsam mit den Rivalen Berisades und Kersebleptes, die zusammen die Herrschaft des verstorbenen Königs Kotys I unter sich aufteilen. Um 360/359 tritt Amadokos II als Herrscher in Erscheinung und übernimmt die zentrale Zone des ehemaligen odrysischen Reiches. Sein Herrschaftsgebiet liegt in Mittelthrakien zwischen Maroneia und der Mariza (Meriç), also etwa zwischen der thrakischen Küste und dem Hinterland. Zur gleichen Zeit herrscht Kersebleptes östlich des unteren Hebros (Mariza), während Berisades die westlichen Regionen von Maroneia bis zum Strymon kontrolliert. Die drei Könige stehen zueinander in einem labilen Gleichgewicht, konkurrieren um Einfluss und suchen gleichzeitig Unterstützung bei Athen und anderen Mächten. Amadokos II. positioniert sich politisch als Rivale des östlichen Königs Kersebleptes. Beide beanspruchen Teile von Thrakien und versuchen, die Gunst Athens zu gewinnen, das im thrakischen Chersones militärische und wirtschaftliche Interessen verfolgt. Athen beobachtet den Machtkampf in Thrakien aufmerksam, da die Kontrolle über den Chersones für die Getreideversorgung und den Seeweg nach Schwarzmeergebieten wichtig ist. Amadokos II nutzt diese Lage und präsentiert sich als verlässlicher Partner gegen Kersebleptes, der zeitweise mit Athen in Konflikt gerät. (siehe hierzu auch shak.journals.ekb)
  • Fortsetzung 351

ACHÄMENIDENREICH

ÄGYPTEN

Spätzeit, 30. Dynastie

  • Pharao Nektanebos I. (379-360)
    In den späten Regierungsjahren setzt Nektanebos seine Tempelstiftungen und Begünstigungen der Priester fort; eine Stele aus Hermopolis führt detailliert seine Spenden an lokale Götter und an den Kult des Horus von Edfu auf. Gegen Ende seiner Herrschaft, im 19. Regierungsjahr, führt er die seit längerer Zeit aufgegebene Praxis der Koregentschaft wieder ein und erhebt seinen Sohn Tachos (Djedhor) zum Mitregenten, um dynastische Brüche wie unter seinen Vorgängern zu verhindern. Damit bereitet er bewusst eine geregelte Nachfolge vor und übergibt Tachos die Rolle des Thronfolgers sowie späteren Alleinherrschers der 30. Dynastie. Nektanebos stirbt um 360 in seinem 19. Regierungsjahr. Sein Grab, sein Sarkophag und seine Mumie bleiben bis heute unbekannt.
  • Pharao Tachos (360-359)
    Nach dem Tod von Nektanebos I. wird Tachos vollgültiger Pharao der 30. Dynastie. Die Krönung fällt in ein Jahr mit einer beobachteten Mondfinsternis, die zur Datierung der Herrschaftsfolge herangezogen wird (siehe WELTALL. Zu Beginn seiner Alleinherrschaft setzt Tachos die anti‑persische Politik seines Vaters fort, die in der Unterstützung kleinasiatischer Satrapenaufstände gegen den Großkönig Artaxerxes II. besteht. So erhält der Satrapenvertreter Rheomithres 500 Talente Silber und 50 Kriegsschiffe, obwohl er später eidbrüchig wird und diese Ressourcen samt Schiffen an die Perser ausliefert. Um diese Politik zu finanzieren, betreibt Tachos eine harte Finanzpolitik: Er lässt weitere Tempelschätze verkaufen und reduziert auf Rat des Griechen Chabrias die Einkünfte der Tempel und Priester auf ein Zehntel. Zugleich weitet er das von Nektanebos I. erlassene Naukratis‑Dekret auf alle Schiffahrt und sämtliche ägyptischen Waren aus, sodass Abgaben, die zuvor etwa dem Neith‑Tempel in Sais zufließen, nun in die königliche Kasse gehen. Um etwa 360 führt Tachos den Goldstater als erste altägyptische Münze ein, um vor allem die zahlreichen Söldner für den geplanten Persienfeldzug in barer Münze entlohnen zu können. Damit legt er den Grundstein für eine eigentliche Münzwährung in Ägypten. Trotz Unmut im Klerus hofft er, die Priester durch spätere Kriegsbeute wieder zu besänftigen.
    Tachos verfolgt früh den Plan, die Schwäche des Perserreiches auszunutzen und knüpft damit an die Tradition der syrisch‑palästinischen Feldzüge der Thutmosiden an. Zunächst unterstützt er Aufstände in Phönizien und Kleinasien vor allem finanziell und beobachtet die Lage, bevor er eigene Truppen entsendet. Er verhandelt erfolgreich mit Maussolos von Karien, der die Satrapenaufstände bereits seit etwa 362 unterstützt, und gewinnt den spartanischen König Agesilaos durch großzügige finanzielle Zusagen für ein Bündnis. Athen wahrt offiziell die Nähe zu Persien, gestattet aber Chabrias, auf eigene Rechnung in ägyptische Dienste zu treten. Nach Diodor stellt Tachos ein Heer von rund 100'000 Mann auf, davon 20'000 Griechen, unter ihnen 10'000 Söldner, und etwa 80'000 ägyptische Soldaten. Agesilaos führt 1000 Hopliten aus Sparta, die nach der zweiten Schlacht von Mantineia angeworben sind, in den ägyptischen Dienst. Parallel dazu übernimmt Chabrias das Kommando über eine Flotte von ungefähr 200 gut ausgerüsteten Schiffen, die aus größeren Trieren und schnellen Galeeren mit je etwa 30 Ruderern bestehen.
    Artikel des Tages: Tachos (altägyptisch Djedhor, Djedho) war der griechische Name des zweiten alt­ägyp­tischen Pharaos der 30. Dynastie. Seine Regierungs­zeit ist nach seiner Krönung zum Pharao wohl von 360 bis 359 v. Chr. anzusetzen. Sein Vater Nekta­nebos I. ernannte ihn während seiner Herr­schaft wahr­scheinlich 363/362 v. Chr. zum Mit­regen­ten. In diesen Zeit­raum fällt seine Ein­führung der alt­ägyp­tischen Münz­währung. Er war der erste Pharao nach Apries, der nach gut zwei Jahr­hunderten einen Feld­zug in die außer­ägyp­tische Region von Syrien-Palästina plante und begann. Kurz vor dem Abschluss des Vorstoßes nach Phönizien und der damit verbundenen Aus­sicht auf eine endgültige Abwehr der persischen Bedro­hung wurde Tachos durch einen Auf­stand im eigenen Land ent­machtet und als Pharao durch Nekta­nebos II. abgelöst. Tachos war der letzte einhei­mische König, der eine Offensive außerhalb Ägyptens gegen die Perser führte. Die genauere Ansetzung des Endes der Herrschafts­dauer seines Vaters und damit seines eigenen Herrschafts­beginns konnte unter anderem indirekt aus dem demo­tischen Papyrus Traum des Nekta­nebos ermittelt werden. Nur die Nacht vom 5. auf den 6. Juli des Jahres 343 v. Chr. korres­pondiert im julia­nischen Kalender mit den im Papyrus gemachten Angaben bezüg­lich der Voll­mond­nacht des 16. Regierungs­jahres von Nekta­nebos II.
  • Fortsetzung 359

INDIEN

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr des Metall-Hahns; am Beginn des Jahres Metall-Affe)

Qin

Zhou

Zhao

Wei

Qi

Chu

JAPAN

QUELLEN

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15.07.2015 Artikel eröffnet

10.07.2023 Grundstock erstellt

22.01.2026 Grundstock ergänzt

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