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WELTALL

  • Babylonische Astronomen protokollieren im 17. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Dareios II. (407/406) ihre Beobachtungsergebnisse der Mondfinsternis vom 15.–16. Oktober (14. Tašritu).
  • Fortsetzung 406
  • 663: Miyake-Ereignis Um das Jahr 663 v. Chr. herum trifft ein weiterer starker Strom energiereicher Teilchen die Erde und löst ein Miyake‑Ereignis in historischer Zeit aus. Die erhöhte kosmische Strahlung bewirkt erneut einen sprunghaften Anstieg kosmogener Isotope, sodass in der Atmosphäre mehr C14 produziert wird, das sich in den Jahresringen von Bäumen auf der Nord‑ und Südhalbkugel nachweisen lässt. In modernen Untersuchungen fällt diese Zeitspanne durch einen markanten Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen und durch entsprechende Signaturen in polaren Eisbohrkernen auf. Die Datierung zeigt, dass sich dieses Ereignis nur wenige Jahrhunderte vor Beginn der schriftlich überlieferten Antike ereignet und damit einen wichtigen Referenzpunkt für die Verknüpfung naturwissenschaftlicher Chronologien mit historischen Zeitskalen liefert. Zusammen mit den Ereignissen von 774 und 993 n. Chr. zeichnet 663 v. Chr. ein Bild wiederkehrender, außergewöhnlicher Strahlungsausbrüche, deren Ursache weiterhin unklar bleibt, die aber im Mittel in tausendjährigen Abständen auftreten.
  • Fortsetzung 407
  • 5259: Miyake-Ereignis Im Jahr 5259 v. Chr. setzt ein weiterer kurzzeitiger, aber sehr intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung ein, der die Erde trifft und als Miyake‑Ereignis in Erscheinung tritt. Die kosmische Strahlung verstärkt die Produktion kosmogener Isotope, insbesondere von C14, in der oberen Atmosphäre deutlich über das normale Niveau hinaus. Bäume, die in dieser Zeit wachsen, nehmen das dadurch angereicherte Kohlendioxid auf und bilden Jahresringe, in denen der Radiokohlenstoff‑Gehalt auffällig ansteigt. In der heutigen Laboranalyse erscheint das Jahr 5259 v. Chr. im zeitlichen Verlauf der C14‑Konzentration als gut definierter Peak, dessen Form und Ausdehnung Rückschlüsse auf Dauer und Intensität des zugrunde liegenden kosmischen Ereignisses zulassen. Forschungsarbeiten, die Baumringdaten mit Eisbohrkernen kombinieren, identifizieren 5259 v. Chr. als eines der markantesten bislang entdeckten Ereignisse vor der historischen Zeit und erweitern damit das bekannte Spektrum möglicher Intensitäten dieser Strahlungsausbrüche.
  • 5410: Miyake-Ereignis Im Jahr 5410 v. Chr. ereignet sich ein weiterer intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung, der ein Miyake‑Ereignis in der globalen Isotopensignatur hinterlässt. Die erhöhte kosmische Strahlung erzeugt in der Atmosphäre zusätzliche Mengen an C14, die sich im Kohlendioxid anreichern und in die Biomasse der zu dieser Zeit lebenden Bäume eingehen. In den Jahresringen dieser Bäume bildet sich ein plötzlicher Anstieg des Radiokohlenstoff‑Gehalts ab, der sich mit dendrochronologischen Methoden Jahr für Jahr nachvollziehen lässt. Später werden Holzproben aus archäologischen Kontexten und natürlichen Ablagerungen hochpräzise auf ihren C14‑Gehalt untersucht, wobei 5410 v. Chr. als eigenständiger Peak mit charakteristischer Peakbreite sichtbar wird. Die Analysen verdeutlichen, dass dieses Ereignis nicht isoliert auftritt, sondern zusammen mit anderen Miyake‑Ereignissen eine Abfolge starker Strahlungsausbrüche bildet, die weiterhin nicht eindeutig einer bestimmten astrophysikalischen Quelle zugeordnet werden kann.
  • 7176: Miyake-Ereignis Im Jahr 7176 v. Chr. erreicht erneut ein starker Strom kosmischer Strahlung die Erde und löst ein weiteres Miyake‑Ereignis aus. In der Atmosphäre erhöhen die energiereichen Teilchen die Produktionsrate kosmogener Isotope; es entsteht insbesondere vermehrt C14, das über das atmosphärische Kohlendioxid in das Holz wachsender Bäume gelangt. Die Bäume dieser Zeit bilden Jahresringe mit deutlich erhöhtem Radiokohlenstoff‑Anteil, sodass sich für 7176 v. Chr. ein markanter Sprung im C14‑Profil zeigt. In der Gegenwart analysieren Forschende Baumproben und erkennen diesen abrupten Anstieg als Signatur eines Miyake‑Ereignisses, das sich zeitlich klar von den umliegenden Jahren absetzt. Parallel dazu stützen Eisbohrkerne aus polaren Regionen die Rekonstruktion, indem sie entsprechende Veränderungen anderer kosmogener Isotope wie Beryllium‑10 dokumentieren. Damit etabliert sich 7176 v. Chr. als eines der frühen, heute nachweisbaren Ereignisse in der statistischen Reihe solcher extremen Strahlungsausbrüche, die im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten.
  • 12350: Miyake-Ereignis Um das Jahr 12 350 v. Chr. entsteht in der Atmosphäre der Erde ein außergewöhnlich starker Ausbruch kosmischer Strahlung, der das bislang extremste bekannte Miyake‑Ereignis markiert. In diesem Zeitraum prasseln besonders energiereiche Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und erzeugen dort in großem Umfang kosmogene Isotope wie Radiokohlenstoff C14 und Beryllium‑10. Diese neu gebildeten Isotope mischen sich in das atmosphärische Kohlendioxid, das Pflanzen über die Photosynthese aufnehmen, sodass das Signal des Ereignisses sich dauerhaft in den Jahresringen lebender Bäume einprägt. Zehntausende Jahre später liegen fossile Baumreste vor, in denen Forschende einen abrupten und ungewöhnlich hohen Anstieg des C14‑Gehalts feststellen und daraus schließen, dass um 12 350 v. Chr. ein kosmischer Strahlungsausbruch stattfindet, der die bisherigen Miyake‑Ereignisse an Stärke deutlich übertrifft. Auf Basis hochauflösender Messdaten entsteht eine zeitliche Kurve der Radiokohlenstoff‑Konzentration, in der das Ereignis als scharfer Peak mit charakteristischem zeitlichen Verlauf sichtbar wird, der sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinzieht.

OLMEKEN

MAYA

Xunantunich

  • 700: Xunantunich Zwischen 700 und 300 wächst die Bevölkerung Early Xunantunichs wie die anderer Orte der Region deutlich an. Die Lage direkt am Fluss begünstigt den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Fisch und fruchtbaren Ackerböden. Zugleich ermöglicht sie schon zu dieser Zeit die Teilnahme am Handelsnetz zwischen der Karibik, dem Peten und den Maya Mountains.
  • Fortsetzung 500
  • 800: Xunantunich Zwischen 800 und 700 entsteht in Early Xunantunichs eine E-Gruppe. Zu dieser Zeit ist sie noch Ausdruck eines gemeinschaftlich und öffentlich zelebrierten Ritus, zugleich aber ein erstes Anzeichen sozialer Differenzierung und beginnender Hierarchie. In dieselbe Zeit fällt die lokale Entwicklung hin zu herausgehobenen Ahnen und schließlich zur Etablierung eines Königtums.
  • 1100: Xunantunich: Gesichert ist die Besiedlung ab der Muyal-Phase seit 1100 In dieser Zeit gehört Early Xunantunichs bereits zu den frühen Siedlungsräumen des Ortes. Die lokale Periodisierung ordnet diese Phase der frühen bis mittleren Präklassik zu.
  • 2500: Xunantunich Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus dem Areal Early Xunantunichs rund 800 Meter östlich des heutigen Zentrums. Sie reichen zurück bis in die präkeramische Zeit um ungefähr 2500 v. u. Z., wobei nicht klar ist, ob der Ort seither kontinuierlich bewohnt war. Das Areal liegt am Mopan und bildet den ältesten bekannten und zugleich am längsten nachweislich besiedelten Teil von Xunantunich.

GERMANEN

KELTEN

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCXLVII = 347)

  • Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit)
    Lucius Furius Medullinus wird in diesem Jahr zum Konsulartribun gewählt; alle seine Kollegen sind zum zweiten Mal Konsulartribunen. Nach dem Ablauf des Waffenstillstands mit Veii sendet Rom eine Gesandtschaft, um Ersatz für die erlittenen Schäden und Verletzungen zu verlangen. An der Grenze treffen diese Männer auf eine Gesandtschaft der Veienter, die darum bittet, nicht nach Veii weiterzugehen, bevor sie selbst vor dem römischen Senat gewesen ist. Der Senat willigt ein, von den Veientern keinen Vergleich zu fordern, weil diese in inneren Streitigkeiten stehen. Die Römer verlieren jedoch, weil sie nicht rechtzeitig entscheiden können, die Besatzung in Verrugo; sie wird von Aequer und Volskern niedergemetzelt. Ein Entsatzheer trifft nach dem Massaker ein; da es den gefallenen Kameraden nicht mehr helfen kann, überrascht es den Feind und tötet ihn, während dieser mit der Plünderung Verrugos beschäftigt ist.
  • Konsulartribun Gaius Valerius Potitus Volusus (2. Amtszeit)
    Gaius Valerius Potitus Volusus wird erneut zum Konsulartribunen gewählt. In diesem Jahr läuft der Waffenstillstand mit Veji aus, Rom beginnt Forderungen zu stellen und entsendet eine Delegation, um Genugtuung für erlittene Unrechtshandlungen zu verlangen, während eine vejentische Gesandtschaft den Römern am Grenzgebiet entgegentritt und um Aufschub bittet, damit sie sich zuvor vor dem römischen Senat präsentieren können, was dieser gewährt, da Veji von inneren Konflikten erschüttert wird und man bewusst davon absieht, aus dem Unglück der Veienter Vorteil zu ziehen. Im selben Jahr verliert Rom die Festung Verrugo an die Volsker, und die römische Garnison wird von Volskern und Aequer massakriert; eine Entsatztruppe trifft erst ein, als das Massaker bereits geschehen ist, so dass sie nur noch die Garnison rächt, indem sie die überraschten Feinde, die mit der Plünderung beschäftigt sind, niedermacht, nachdem die Militärtribunen zuvor die Dringlichkeit der Lage unterschätzt haben.
  • Konsulartribun Gaius Servilius Ahala (2. Amtszeit)
    Auch Servilius ist erneut als konsularischer Tribun im Amt und gehört nun einem Kollegium von vier Mitgliedern an. Dieses neue und sehr erfahrene Kollegium, dessen Mitglieder bereits mehrfach das Imperium innehaben, kann den Erfolg des Vorjahres nicht wiederholen und erleidet gegen die Volsker eine Niederlage, die zum Verlust von Verrugo führt.
  • Konsulartribun Numerius Fabius Vibulanus (2. Amtszeit)
    Numerius Fabius Vibulanus wird erneut zum Konsulartribunen gewählt. Nach Ablauf des Waffenstillstands mit Veii entsendet Rom eine Gesandtschaft, um Genugtuung für erlittenes Unrecht zu verlangen. „Als diese an der Grenze ankommen, begegnet ihnen eine Gesandtschaft der Veienter. Diese bitten darum, nicht nach Veii zu ziehen, bevor sie selbst vor dem römischen Senat erschienen sind. Und der Senat gewährt dies, da innere Unruhen die Veienter bedrängen, und verlangt keinen Schadenersatz: so weit ist man davon entfernt, aus dem Unglück anderer Nutzen zu ziehen“ (Titus Livius, Ab urbe condita, IV, 4, 58). Die Römer verlieren jedoch aufgrund mangelnder Entschlusskraft die Garnison von Verrugine, die von den Volskern und den Äquern niedergemacht wird. Das zur Unterstützung entsandte Heer trifft erst nach dem Massaker ein und kann nichts anderes tun, als die Garnison zu rächen, indem es die Feinde, die beim Plündern überrascht werden, niedermacht.
  • Fortsetzung 406
  • 408: Konsulartribun Gaius Iulius Iullus (1. Amtszeit) Gaius Julius Iullus ist einer von drei Militärtribunen mit konsularischer Gewalt; seine Kollegen sind Gaius Servilius Ahala und Publius Cornelius Cossus. Sie treten ihr Amt inmitten anhaltender Konflikte über das Bestreben der Plebejer an, die höchsten Staatsämter zu erlangen. Im Vorjahr haben die Volkstribunen die Wahl der ersten plebejischen Quästoren erreicht. Der Senat verweigert weiterhin den Zugang zum Konsulat für Plebejer, während die Volkstribunen hoffen, einige ihrer eigenen Reihen zu Militärtribunen mit konsularischer Gewalt wählen zu lassen. Dennoch werden erneut ausschließlich Patrizier gewählt. Die Äquer und Volsker errichten bei Antium eine neue Befestigung, um sich an den Römern zu rächen. Der Senat ordnet die Ernennung eines Diktators an. Julius und Cornelius widersetzen sich, doch Gaius Servilius Ahala ernennt Publius Cornelius Rutilus zum Diktator und wird selbst Magister equitum. Das römische Heer zerstört rasch das feindliche Lager und verwüstet das Gebiet der Volsker. Als Reaktion kündigen die übergangenen Tribunen an, dass auch im folgenden Jahr Militärtribunen mit konsularischer Gewalt gewählt werden sollen. Dennoch sichert sich die aristokratische Partei erneut alle Ämter für patrizische Kandidaten.
  • 408: Konsulartribun Gaius Servilius Ahala (1. Amtszeit) Im Jahr 408 v. Chr. ist Gaius Servilius Ahala einer der drei gewählten konsularischen Tribunen der Römischen Republik und übt damit das Imperium aus, gemeinsam mit Gaius Iulius Iulus und Publius Cornelius Cossus. Er erlebt in diesem Jahr den Krieg gegen die Aequer und Volsker und hält seine Kollegen für unfähig, die Lage zu bewältigen. Daher setzt er, an ihnen vorbei, Publius Cornelius Rutilus Cossus als Diktator ein, der den konsularischen Tribunen das Imperium abnimmt, Servilius zum magister equitum ernennt und mit ihm zusammen erfolgreich gegen Aequer und Volsker Krieg führt.
  • 408: Diktator Publius Cornelius Rutilus Cossus Eine große Armee aus Volskern und Äquern sammelt sich bei Antium. In Rom beschließt der Senat angesichts der Gefahr, einen Diktator zu ernennen. Unter den drei Konsulartribunen entsteht Unruhe, da Gaius Iulius Iulus und Publius Cornelius Cossus das Kommando behalten wollen. Gaius Servilius Structus Ahala schlägt schließlich Rutilus Cossus vor, den Onkel des Publius Cornelius Cossus. Rutilus Cossus wird zum Diktator ernannt und bestimmt Ahala zu seinem magister equitum. Rutilus Cossus und Ahala führen das Heer nach Antium, besiegen die Volsker in einer Schlacht, verwüsten das Land und erstürmen eine Festung am Fucinischen See. Bis zu 3.000 Volsker geraten in Gefangenschaft. Nach der Rückkehr legt Rutilus Cossus das Amt des Diktators nieder und erhält laut Livius wenig Anerkennung; ein Triumph wird ihm nicht gewährt. Publius Cornelius Cossus ist in diesem Jahr ebenfalls Konsulartribun.
  • Fortsetzung 407
  • 409: Konsul Lucius Furius Medullinus (2. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus ist in diesem Jahr zum zweiten Mal Konsul, gemeinsam mit Gnaeus Cornelius Cossus. Während seines Konsulats bewirken drei Plebejische Volkstribunen aus der Familie der Icilier erstmals in der Geschichte der Republik die Wahl von drei Quästoren plebejischer Herkunft. Gestärkt durch diesen Erfolg, stellen sich die Volkstribunen anschließend gegen die Aufstellung von Truppen, die nötig ist, um den Überfällen der Aequer und Volsker im Gebiet der verbündeten Latiner und Herniker zu begegnen. Schließlich wird vereinbart, dass im folgenden Jahr Konsulartribunen gewählt werden. Der Senat erklärt jedoch, dass er keinen Konsulatskandidaten akzeptiert, der in diesem Jahr plebejischer Volkstribun gewesen ist, und dass auch kein plebejischer Volkstribun für das folgende Jahr wiedergewählt werden darf. Dadurch wird verhindert, dass irgendein Vertreter der Familie der Icilier an diesen Wahlen teilnehmen kann. Nachdem schließlich ein Heer ausgehoben worden ist, ziehen die Konsuln gegen Arx Carventana, können die Stadt aber nicht zurückerobern. Stattdessen erobern sie Verrugo im Gebiet der Volsker.
  • 409: Quästor Kaeso Fabius Ambustus Kaeso Fabius Ambustus wird laut wohl glaubwürdiger Überlieferung als einziger Patrizier gemeinsam mit drei erstmals aus dem Stand der Plebejer stammenden Männern zum Quästor gewählt. Er gehört damit zunächst nicht zum Konsulartribunat, sondern bekleidet das Amt des Quästors. Die Filiationsangabe der Fasti Capitolini nennt ihn als Sohn eines Marcus Fabius Ambustus; sein Großvater führt das Pränomen Quintus.
  • 410: Konsul Manius Aemilius Mamercinus (1. Amtszeit) Manius Aemilius Mamercinus bekleidet erstmals das Imperium als einer der beiden ordentlichen Konsuln. Sein Amtskollege ist Gaius Valerius Potitus Volusus. Die Konsuln führen erfolgreich Krieg gegen die Äquer und die Volsker, was zur Einnahme der Festung Arx Carventana führt. Einer der Konsuln, wahrscheinlich Valerius, erhält dafür eine Ovatio. Die weiteren Kriegsanstrengungen werden durch den Volkstribunen Marcus Menenius behindert, der eine geplante Aushebung per Veto verhindert und stattdessen ein neues Ackergesetz vorschlägt.
  • 410: Konsul Gaius Valerius Potitus Volusus (2. Amtszeit) Im Jahr 410 v. Chr. wird Gaius Valerius Potitus Volusus zusammen mit Manius Aemilius Mamercinus zum Konsul gewählt. In diesem Jahr führen die Römer Krieg gegen die Aequer und die Volsker, und Gaius Valerius führt eine Kampagne gegen Volsker und Aequer um die Festung Carventum, eine Stadt des latinischen Bundes, deren Rückeroberung den Römern nur für kurze Zeit gelingt, bevor sie wieder in die Hände der Aequer fällt. Die Konsuln wollen eine Heeresaushebung durchführen, die aber vom Volkstribun Marcus Menenius blockiert wird, was zu militärischen Rückschlägen für Rom führt; Menenius’ Vorschlag für ein Agrargesetz wird aufgrund der öffentlichen Stimmung und der Ablehnung durch andere Volkstribunen verworfen, obwohl es den Römern dennoch gelingt, die Festung Carventum (oder deren Besitz) zu erobern beziehungsweise wiederzuerobern.
  • 411: Konsul Spurius Nautius Rutilus) Im Jahr 411 v. Chr. wird Spurius Nautius Rutilus zusammen mit seinem früheren Amtskollegen Marcus Papirius Mugillanus zum Konsul gewählt. Als Konsul überwacht er in diesem Jahr die Stadt Rom in einer Zeit von Hungersnot und Seuche. Über die Einzelheiten der Ereignisse dieses Jahres ist nur wenig überliefert, doch befindet sich Rom inmitten einer Phase innerer Spannungen aufgrund von Forderungen nach Agrarreformen sowie von Kriegen gegen die Aequer und die Volsker.
  • 413: Konsul Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus ist in diesem Jahr Konsul zusammen mit Aulus Cornelius Cossus; in einer anderen Überlieferung wird sein Kollege als Marcus Cornelius Cossus genannt. Er leitet die Untersuchung über eine Meuterei, die im Vorjahr stattgefunden hat und den Tod des Konsulartribuns Publius Postumius Albinus Regillensis verursacht hat. Bei der Urteilsfindung werden einige Soldaten schuldig gesprochen und anschließend zum Selbstmord gezwungen. Danach erhält Medullinus den Oberbefehl gegen die Volsker, die das Gebiet der Herniker überfallen haben. Er bringt die Volsker nicht zur Schlacht, weil sie sich in ihr eigenes Gebiet zurückziehen. Anschließend besetzt er Ferentinum; die Stadt und das umliegende Gebiet werden dann an die Herniker übergeben.
  • 413: Konsul Gaius Valerius Potitus Volusus (1. Amtszeit) Im Jahr 413 v. Chr. sind Gnaeus Cornelius Cossus und Lucius Furius Medullinus Konsul und sie sind nicht in der Lage, Carventum zurückzuerobern.
  • 414: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird für das Jahr 414 v. Chr. zum ersten Mal zum Konsulartribunen gewählt und ist einer von vier höchsten Magistraten. Rom liegt damals im Krieg mit den meisten unmittelbaren Nachbarn, die sich gegen den Expansionsdrang der Republik wehren. Die Konsularen führen einen erfolgreichen Krieg gegen die Aequer, wodurch Bolae erobert wird. In diesem Zusammenhang stirbt sein Kollege Publius Postumius Albinus Regillensis durch seine eigenen Soldaten, danach wird ein Interrex eingesetzt.
  • 414: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus entstammt einer der bedeutendsten altrömischen Patrizierfamilien, der gens Valeria. Diese Familie hat in der republikanischen Zeit von Anfang an eine führende Rolle inne und stellt bis 44 v. Chr. 66 Konsuln; auch in der Kaiserzeit bleibt sie noch lange von Einfluss und Bedeutung. Der Zweig der Valerii Potiti stellt in der Frühzeit der Republik mehrere leitende Staatsmänner und Feldherren. Lucius Valerius Potitus ist insgesamt fünfmal Konsulartribun und zweimal Konsul. Lucius Valerius Potitus wird für das Jahr 414 zum ersten Mal zum Konsulartribunen gewählt. Rom liegt mit den meisten seiner unmittelbaren Nachbarn im Krieg, die sich gegen den Expansionsdrang der Republik erbittert wehren. In Kriegszeiten stehen an der Spitze des Staates keine Konsuln, sondern für die Kriegsführung besonders geeignete Militärfachleute, die Konsulartribunen, meist sechs an der Zahl. Valerius Potitus muss daher ein exzellenter Truppenführer sein, denn er wird auch für spätere Jahre erneut gewählt. Im selben Jahr hält er das Imperium als einer von vier Konsulartribunen. Seine Kollegen in diesem Amt sind Gnaeus Cornelius Cossus, Quintus Fabius Vibulanus und Publius Postumius Albinus Regillensis; mit Ausnahme des Fabius sind alle Konsularen Neulinge im Imperium. Die Konsularen führen einen erfolgreichen Krieg gegen die Aequer, der zur Eroberung von Bolae führt. Das neu eroberte Gebiet wird zu einem Brennpunkt von Streitigkeiten, weil Marcus Sextius, ein Volkstribun, ein Agrargesetz zur Ansiedlung in Bolae vorschlägt und dem Konsular Postumius Amtsmissbrauch vorwirft. Der Konflikt mündet in eine Meuterei unter den in Bolae stationierten römischen Soldaten, bei der sowohl Postumius, der Konsular, als auch der römische Quaestor Publius Sestius sterben. Welche Rolle Valerius bei diesen Ereignissen spielt, bleibt unklar.
  • 416: Konsulartribun Spurius Nautius Rutilus (2. Amtszeit) Im Jahr 416 v. Chr. ist Spurius Nautius Rutilus erneut als Konsulartribun im Amt. In diesem Jahr versieht er das Amt gemeinsam mit Aulus Sempronius Atratinus, Marcus Papirius Mugillanus und Quintus Fabius Vibulanus. Die Volkstribunen Spurius Maecilius und Marcus Metilius bringen in diesem Jahr einen neuen Agrargesetzesvorschlag ein, der jedoch durch ihre eigenen Kollegen mit einem Veto belegt wird. Über das Verhalten der Konsulartribunen in dieser Angelegenheit ist nichts bekannt.
  • 415: Konsulartribun Quintus Quinctius Cincinnatus (1. Amtszeit) Quintus Quinctius Cincinnatus gehört als einer von vier Konsulartribunen zu den Amtsträgern und übt das Imperium aus. Seine Kollegen sind Publius Cornelius Cossus, Numerius Fabius Vibulanus und Gaius Valerius Potitus Volusus; mit Ausnahme des Fabius sind alle neu im Imperium. Über ihre konkreten Handlungen ist wenig bekannt. Der Volkstribun Lucius Decius bringt einen Vorschlag zur Kolonisierung von Bolae ein, der jedoch von seinen eigenen Kollegen mit einem Veto verhindert wird.
  • 415: Konsulartribun Gaius Valerius Potitus Volusus (1. Amtszeit) Im Jahr 415 v. Chr. wird Gaius Valerius Potitus Volusus erstmals zum Konsulartribunen gewählt. Im selben Jahr greifen die Bolaner die im Vorjahr entsandten römischen Kolonisten in Labicum an, in der Erwartung der Unterstützung durch die Aequer, die aber nicht eingreifen und die Bolaner verlieren nach einem kurzen, wenig bedeutenden Krieg Land und Stadt an die Römer. Im selben Jahr wird der Krieg gegen die Veienter aus religiösen Gründen aufgeschoben, weil der Tiber durch Überschwemmungen die Felder der Veienter verwüstet, während die durch eine drei Jahre zuvor erlittene Niederlage geschwächten Aequer den Bolanern nicht zu Hilfe kommen können, so dass die Römer Bola nach kurzer Belagerung einnehmen und Einfälle der Aequer in das Gebiet von Labici, bei denen neue Kolonisten angegriffen werden, zurückschlagen. In Rom geraten der Volkstribun Lucius Decius und seine Kollegen in Streit über die Entsendung von Kolonisten nach Bola nach dem Vorbild von Labici, doch das Veto der anderen Volkstribunen, die die Autorität des Senats betonen, verhindert seinen Vorschlag.
  • 415: Konsulartribun Numerius Fabius Vibulanus (1. Amtszeit)
    Numerius Fabius Vibulanus wird zum Konsulartribunen gewählt. In diesem Jahr greifen die Bolaner die im Vorjahr entsandten römischen Kolonisten von Labicum an, in der Hoffnung auf Unterstützung durch die Äquer, die jedoch nicht eingreifen. Sie werden von den Römern leicht besiegt. „Doch während sie gehofft hatten, dass alle Äquer diese Untat billigen und verteidigen würden, verlieren sie, von den Ihren verlassen, Land und Stadt in einem Krieg, der nicht einmal der Beschreibung würdig ist, da er sich auf eine belanglose Belagerung und eine einzige Schlacht beschränkt.“ (Titus Livius, Ab urbe condita, IV, 4, 49).
  • 419: Konsulartribun Spurius Nautius Rutilus (1. Amtszeit) Im Jahr 419 v. Chr. hält Spurius Nautius Rutilus erstmals das Imperium als einer von vier Konsulartribunen. Gemeinsam mit Agrippa Menenius Lanatus, Publius Lucretius Tricipitinus und Gaius Servilius Axilla bekleidet er in diesem Jahr das Amt. In diesem Jahr bildet sich unter den Sklaven der Stadt eine Verschwörung mit dem Ziel eines Aufstands und der Besetzung des Kapitols, doch zwei an der Verschwörung beteiligte Sklaven offenbaren den Plan dem Senat und den Volkstribunen. Die Anführer der Verschwörung werden gekreuzigt, und die beiden Sklaven, die den Plan verraten, erhalten als Belohnung ihre Freiheit sowie eine beträchtliche Geldsumme.
  • 421: Konsul Titus Quinctius Capitolinus Barbatus (1. Amtszeit) Titus Quinctius Capitolinus Barbatus wird zusammen mit Numerius Fabius Vibulanus zum Konsul gewählt. In diesem Jahr findet ein Krieg gegen die Äquer statt. Sein Kollege Fabius erzielt große militärische Erfolge und feiert dafür eine Ovatio. Die Konsuln überwachen außerdem die Einführung eines neuen Gesetzes, das die Zahl der Quästoren von zwei auf vier erhöht.
  • 421: Konsul Numerius Fabius Vibulanus)
    Numerius Fabius Vibulanus wird zum Konsul zusammen mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus gewählt. Fabius erhält das Kommando über den Feldzug gegen die Äquer, der zwar von den Römern siegreich geführt wird, jedoch in der Stadt nur mit einer einfachen Ovation gefeiert wird. „Die Äquer bringen kaum eine zaghafte Schlachtordnung zustande, die die Römer zerschlagen, ohne dass dem Konsul daraus großer Ruhm erwächst. Daher wird ihm der Triumph verweigert; doch weil er die Schmach der Niederlage des Sempronius getilgt hat, wird ihm gestattet, mit den Ehren einer Ovation in die Stadt einzuziehen.“ (Titus Livius, Ab urbe condita, IV, 3, 43). In Rom bringen die Senatoren zunächst den Vorschlag ein, die Zahl der Quästoren von zwei auf vier zu erhöhen, ziehen ihn jedoch zurück, als die Volkstribunen, die den Vorschlag aufgreifen, verlangen, dass wenigstens einer dieser neuen Quästoren aus der Plebs gewählt wird.
  • 493: Foedus Cassianum Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. rücken die Äquer und Volsker aus den Bergregionen in die latinische Ebene vor und bedrohen die Städte Latiums. Die latinischen Gemeinden sehen sich einer andauernden militärischen Gefahr ausgesetzt und suchen nach Wegen, ihre Verteidigung zu koordinieren. In dieser Situation beginnt sich ein lockerer Städtebund der Latiner herauszubilden, in dem Rom allmählich an Gewicht gewinnt. Bereits jetzt erscheint Rom innerhalb dieses Bündnisses als militärischer Hauptfaktor, auch wenn die Gleichrangigkeit der Partner formell betont wird. Gleichzeitig entwickelt sich in dieser Epoche die römische Republik nach dem Sturz der Könige zu einem Gemeinwesen, das seine Position in Latium sichern und ausbauen will. Die römische Führung schätzt ein, dass sie die latinischen Nachbarn nicht dauerhaft beherrschen kann, ohne ihre militärischen Ressourcen in ein einheitliches System einzubinden. Das wiederkehrende Aufeinandertreffen mit den latinischen Städten, mal als Rivalen, mal als Verbündete, macht vertragliche Regelungen immer dringlicher. 499–493 v. Chr. (traditioneller Kontext des Vertrages): Um 499 v. Chr. eskaliert ein Konflikt zwischen Rom und den latinischen Gemeinden, der in der berühmten Schlacht am Regillus-See gipfelt. Die römische Seite setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um ihre Vorrangstellung in Latium zu behaupten; die Latiner kämpfen wiederum dafür, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Die Schlacht endet nach traditioneller Überlieferung mit einem römischen Sieg, aber dieser Triumph erweist sich politisch als weniger eindeutig, als es der römische Stolz gerne darstellt. Nach dem Kampf steht fest, dass weder Rom noch der latinische Bund eine endgültige militärische Entscheidung erzwingen können, die alle Gegensätze ein für alle Mal beseitigt. In den Jahren nach der Regillus-Schlacht erkennen beide Seiten, dass eine institutionalisierte Zusammenarbeit langfristig vorteilhafter ist als ein fortgesetzter Abnutzungskrieg. Die römische Führung und die maßgeblichen Kräfte im latinischen Bund beginnen, über einen Vertrag zu verhandeln, der Rechte und Pflichten klar festlegt. Das Ziel besteht darin, die Kräfte gegen äußere Feinde – vor allem Äquer, Volsker, Etrusker und Herniker – zu bündeln und zugleich die gegenseitigen Beziehungen rechtlich zu ordnen. In dieser Atmosphäre reifen die Bedingungen für den später sogenannten Foedus Cassianum heran. 493 v. Chr. (traditionelles Abschlussdatum des Foedus Cassianum): Im Jahr 493 v. Chr. übernimmt der Magistrat Spurius Cassius Vecillinus in Rom eine führende Rolle und tritt als Initiator eines umfassenden Bündnisvertrags mit den Latinern auf. Er nutzt sein Amt, um den Interessen Roms und zugleich den Sicherheitsbedürfnissen der latinischen Städte Rechnung zu tragen. Rom und ungefähr dreißig latinische Städte schließen nach antiker Auffassung nun den Foedus Cassianum als formelles Bündnis zweier unabhängiger Kräfte. Der Vertrag trägt den Namen des römischen Verhandlungsführers Cassius und erhält durch seine Autorität und seine Vermittlung politisches Gewicht. Der Vertrag legt fest, dass Römer und Latiner in Zukunft eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft bilden. Beide Seiten verpflichten sich, ihre Truppen gegenseitig zu unterstützen und gegen äußere Feinde koordinierte Feldzüge zu führen. Der Text sieht vor, dass die Kriegsbeute aus gemeinsamen Unternehmungen gleichmäßig zwischen den Partnern verteilt wird. Damit sichert der Vertrag den Latinern einen materiellen Anteil an den Erfolgen Roms, während Rom seinerseits von den zusätzlichen Kontingenten und Stützpunkten profitiert. Ein weiterer zentraler Punkt des Vertrages betrifft private Rechtsstreitigkeiten im Handel zwischen Bürgern Roms und der latinischen Städte. Die Vereinbarung schreibt vor, dass solche Fälle am Ort des Vertragsabschlusses innerhalb von zehn Tagen zu entscheiden sind, eine Regelung, die als lex contractus bekannt ist. Sie schafft einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den wirtschaftlichen Verkehr und verhindert willkürliche Entscheidungen zu Lasten der jeweils fremden Bürger. Außerdem bestimmt der Vertrag, dass Änderungen oder Ergänzungen nur mit Zustimmung beider Seiten vorgenommen werden dürfen. Auf diese Weise fixiert das Bündnis eine formale Gleichberechtigung der Vertragspartner, auch wenn Rom faktisch bereits eine führende Position einnimmt. In römischer Überlieferung wird eine bronzene Abschrift des Vertrages im Forum aufgestellt, wo sie bis in die Zeit Ciceros sichtbar bleibt. Die Präsenz dieser Tafel stärkt das Bewusstsein der Römer für die eigene Bündnispolitik und dient zugleich als öffentliches Symbol der vertraglichen Bindung an die latinischen Nachbarn. Antike Autoren wie Dionysios von Halikarnassos bieten später eine Version des Vertragstextes und sichern damit einige der wichtigsten Klauseln für die Nachwelt. 5. Jahrhundert v. Chr. nach 493 (Wirkung des Bündnisses): In den Jahrzehnten nach 493 v. Chr. setzt sich das gemeinsame Verteidigungsbündnis faktisch in der Kriegführung gegen verschiedene italische Gegner um. Römer und Latiner bündeln ihre Truppen, koordinieren ihre Feldzüge und treten den Etruskern sowie den Hernikern mit vereinter militärischer Kraft entgegen. Die Erfolge dieser Kooperation festigen Rom in seiner Rolle als führende Macht, zumal immer mehr Operationen über die engeren Grenzen der alten latinischen Ebene hinausreichen. Innerhalb des Bündnisses wird Rom zunehmend als Zentrum der Entscheidung und als Hauptorganisator wahrgenommen. Gleichzeitig stabilisiert der Vertrag die Binnenordnung Latiums. Die latinischen Städte arrangieren sich mit der römischen Dominanz, solange sie am militärischen Schutz und an der Beute partizipieren. Die festgelegte Gleichverteilung der Kriegsbeute reduziert Konflikte um materielle Vorteile und gibt der Kooperation eine verlässliche Grundlage. Zugleich wirken die geregelten privaten Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern Roms und der latinischen Städte integrierend, weil sie Handel, Migration und Kontakte rechtlich absichern.
  • 578: Servianische Mauer 578–534 (Regierungszeit des Servius Tullius) Rom wächst über den ältesten Siedlungskern, die Roma quadrata, hinaus. König Servius Tullius lässt die Servianische Mauer errichten, um die Stadt zu sichern. Ihm wird außerdem die Einrichtung des Pomerium zugeschrieben – einer Grenzlinie, die die Stadt Rom vom umliegenden Land trennt. Diese Linie entspricht nicht dem Verlauf der Servianischen Mauer, sodass sie offenbar unabhängig von ihr besteht. Der Nachfolger des Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus, verstärkt die Servianische Mauer. Besonders im Bereich des Agger Tarquinii erhöht er die Befestigung.

GRIECHEN

(1./2. Jahr der 93. Olympiade

Tarent

Syrakus

  • Dionysios
    Dionysios, um 430 in Syrakus geboren, stammt aus einer angesehenen, aber nicht reichen syrakusischen Familie; sein Vater Hermokritos ermöglicht ihm dennoch eine gute sophistische Ausbildung. Früh schließt sich Dionysios dem Politiker und Feldherrn Hermokrates an, der sich für die Unabhängigkeit der sizilischen Griechen gegenüber äußeren Mächten einsetzt. Als Hermokrates im Jahr 407 v. Chr. mit privaten Söldnern einen Staatsstreich in Syrakus versucht, kämpft Dionysios an seiner Seite und wird dabei schwer verwundet, während Hermokrates im Kampf fällt. Die Anhänger des Hermokrates werden verbannt, doch Dionysios entgeht der Verbannung und erhält sogar eine Anstellung als Sekretär des Kollegiums der syrakusischen Feldherrn.
  • Der verbannte Hermokrates versucht Syrakus im Handstreich zu erobern, wird dabei aber im Straßenkampf getötet.
  • Fortsetzung 406
  • 466: Tyrann Thrasybulos (467–466)
    Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen Thrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt.
  • Fortsetzung 407
  • 467: Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert.
  • 467: Tyrann Hieron I. (478–467) In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt.
  • 472 Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt.
  • 474 Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt.
  • 476 Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert.
  • 478 Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. Tyrann Gelon (485–478)

Molosser / Epirus

  • 430: Tharyps gehört zum molossischen Königshaus in Epirus und ist Begründer des Geschlechts der Aiakiden. Die Molosser leben in der Landschaft Epirus, sie sind dort beheimatet und bilden einen der großen Stammesverbände dieser Region. Tharyps wird um 430 im Kindesalter nominell König der Molosser. In dieser Zeit siedeln die Epiroten in kleinen, offenen Dörfern, Städte gibt es in Epirus außer einigen wenigen griechischen Kolonien nicht. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt muss Tharyps vor einer oligarchischen Verschwörung aus Epirus fliehen. Die Verschwörer paktieren mit Sparta und führen die Molosser auf spartanischer Seite in den Peloponnesischen Krieg. Der junge Tharyps findet in Athen Aufnahme, erhält dort seine Bildung und wird mit der klassischen griechischen Kultur vertraut. Die Athener verleihen Tharyps das Bürgerrecht, und die Stadt seiner Jugend bleibt ihm später weiterhin verbunden, als er wieder über die Molosser herrscht. Nachdem Tharyps zur tatsächlichen Herrschaft über die Molosser gelangt ist, führt er in seinem Königreich einiges von dem ein, was er im Exil kennengelernt hat. Er betätigt sich als Städtegründer, indem er unbefestigte Dörfer zu größeren, ummauerten Niederlassungen zusammenlegt (Synoikismos). Er führt die Schriftlichkeit in der Verwaltung ein und prägt eigene Münzen. Außerdem wird Tharyps die Ausarbeitung einer formalen Verfassung für sein Land zugeschrieben. Zu Zeiten Tharyps besetzen die Molosser die Orakelstätte Dodona. Dieses wichtige Heiligtum in Epirus gehört zuvor zum Gebiet der Thesproter. Mit der Übernahme der Orakelstätte beginnt der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus, und diese Entwicklung geht mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbünden sich mit Athen, und Tharyps bleibt dabei als König mit der Stadt verbunden, in der er seine Jugend verbracht hat.
  • Fortsetzung 385
  • 430: König Admetos (469-430) Admet stirbt ungefähr um 430 vor Christus
  • 469: Admet ist König des alten Epirus und herrscht über die Molosser. Er gilt als Begründer des Geschlechts der Pyrrhiden. Er ist Sohn von Alkandros, Enkel von Munichos und Urenkel von Driantos. - Admet wendet sich eines Jahres mit einer Bitte an die Athener. Er erhält von Themistokles, der damals im Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht steht, eine verächtliche Abweisung. Seit diesem Zeitpunkt ist Admet stark verbittert. Es ist klar, dass er sich an Themistokles rächen wird, falls dieser jemals in seine Gewalt gerät. Ein späteres Jahr im 5. Jahrhundert v. Chr. (Flucht des Themistokles) Themistokles wird aus Hellas verbannt. Er wird von allen verfolgt und gejagt. In dieser Lage erscheint Themistokles mit einer flehentlichen Bitte bei Admet. Admet nimmt Themistokles unerwartet unter seinen Schutz. Er hilft ihm, nach Makedonien überzusetzen.

Makedonien

  • 408: Archelaos I.: Archelaos baut in Dion eigene olympische Spiele mit musikalischen und athletischen Wettbewerben zu Ehren des Zeus und der Musen auf. An diesen Wettbewerben nehmen die größten Athleten und Künstler Griechenlands teil. Zudem wird er bei den 93. Olympischen Spielen 408 v. Chr. zum Olympiasieger im Tethrippon gekrönt.
  • Fortsetzung 400
  • 410: Archelaos I.: Im Jahr 410 v. Chr. fällt die Stadt Pydna von Makedonien ab. Archelaos zieht mit einer großen Streitmacht vor Pydna und belagert die Stadt. Unterstützung erhält er durch den athenischen Feldherrn Theramenes, der mit einem Flottenkontingent am Kriegsschauplatz erscheint. Als sich die Belagerung hinzieht, segelt Theramenes nach Thrakien, um sich Thrasybulos anzuschließen. Archelaos erobert Pydna schließlich, zerstört die Stadt und errichtet sie etwas landeinwärts neu.
  • 413: Archelaos I.: Archelaos ist ein Sohn des makedonischen Königs Perdikkas II. Seine Mutter soll eine Sklavin seines Onkels Alketas namens Simiche gewesen sein. Laut der antiken Überlieferung kommt er gewaltsam durch Beseitigung seiner Verwandten auf den Thron. Hermann Bengtson und Ernst Badian verweisen darauf, dass solche Gewalttaten und die Tötung anderer Thronprätendenten im antiken Makedonien bzw. im Königshaus der Argeaden nicht selten sind. Nach dem Tod des Perdikkas II. im Jahr 413 v. Chr. übernimmt Archelaos nach der Überlieferung die Herrschaft. Zuvor hat er nach der Darstellung Platons bereits seinen Onkel Alketas und dessen Sohn Alexander beseitigt. Er räumt dann auch den rechtmäßigen Erben aus dem Weg, besteigt selbst den Thron und heiratet Kleopatra, die Witwe seines Vaters. Mit Kleopatra hat er einen Sohn namens Orestes, der Thronfolger werden soll, sowie zwei Töchter; Amyntas ist sein Sohn mit einer Nebenfrau. Fast unmittelbar nach seinem Regierungsantritt wendet sich Archelaos den Beziehungen zu Athen zu. Die Athener erleiden im Peloponnesischen Krieg im Spätjahr 413 v. Chr. in Syrakus auf Sizilien eine vernichtende Niederlage, bei der die meisten ihrer Schiffe zerstört werden. Dadurch entsteht in Athen ein enormer Bedarf an Schiffsbauholz, und Archelaos kann den Preis diktieren, nutzt diese Möglichkeit aber nicht aus. Deshalb verleihen ihm die Athener und seinen Kindern die Titel proxenos und euergetes. - 413-399: Kriege in Makedonien: Auch die Auseinandersetzung mit dem makedonischen Lynkestis geht weiter, in die schon sein Vater Perdikkas II. verwickelt gewesen war. Es kommt zum Krieg mit Sirras, dem König von Elimiotis, und Arrhabaios, dem König von Lynkestis. Schließlich erreicht Archelaos ein Friedensabkommen mit Lynkestis und Elymaia und gibt Sirras seine älteste Tochter zur Frau. - Einordnung der Reformen: Archelaos leitet eine Reihe innerer Reformen ein. Thukydides zufolge bringt er Makedonien durch die Gründung fester Plätze, eine bessere Ausrüstung des Heers und die Aufstellung einer schlagkräftigen Kavallerie in einen besseren Verteidigungszustand als seine Vorgänger. Die von ihm veranlasste Errichtung von Landstraßen stärkt die königliche Zentralgewalt und fördert Handel und Verkehr. Seinen Hof verlegt er von Aigai nach Pella, gliedert Niedermakedonien in Stadtbezirke, lässt hochwertige Münzen prägen und führt statt des phönikischen Münzfußes eine neue lydisch-persische Währung ein. - Kunst und Hof: Archelaos baut die kulturellen Kontakte zum südlichen Griechenland aus. In seinem neuen Palast in Pella, der von Zeuxis mit Gemälden ausgestaltet wird, bewirtet er berühmte Dichter, darunter Euripides, Agathon, Choirilos und Timotheos, sowie Musiker und Maler. Euripides verbringt seine letzten Jahre an Archelaos’ Hof, dichtet ihm zu Ehren das Drama Archelaos und verfasst kurz vor seinem Tod die Tragödie Die Bakchen. An Sokrates richtet Archelaos eine vergebliche Einladung an seinen Hof.
  • 415: Archelaos Archelaos wird in einem um 415 v. Chr. mit Athen geschlossenen Vertrag nach Perdikkas und Alketas an dritter Stelle genannt. Damit wird er von seinem Vater legitimiert. Die Vater-Sohn-Reihung steht im Zusammenhang mit seiner Abstammung aus dem makedonischen Königshaus.
  • 429: Amyntas II., auch Amyntas der Kleine, ist der Sohn Philipps und der Enkel Alexanders I. und König von Makedonien. Nach der Ermordung von Alketas II. und dessen Sohn Alexander verjagt Perdikkas II. seinen älteren Bruder und den legitimen Thronfolger Philipp aus Makedonien. Philipp, Amyntas’ Vater, flieht zu Sitalkes, dem König von Thrakien. In der Folgezeit beteiligt sich Philipp an verschiedenen Expeditionen gegen Perdikkas II. Im Jahre 429 v. Chr. versammelt Sitalkes ein 150.000 Mann starkes Heer und zieht gegen Perdikkas, um Amyntas auf den makedonischen Thron zu bringen. Es bleibt jedoch bei der Eroberung des nordöstlichen Teils Makedoniens, den Amyntas von nun an regiert.

Chalkidischer Bund (seit 432)

  • 432: Der chalkidikische Bund gründet sich. In den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. expandiert er bis in das Kernland des Königreiches Makedonien hinein. Die zunehmende Macht des Bundes und insbesondere die Stärke seiner Hauptstadt Olynth führen dazu, dass die makedonische Hauptstadt Pella in die Hände der Streitmacht des chalkidikischen Bundes fällt.
  • Fortsetzung 393

Pherai

Theben

Athen

  • Peloponnesischer_Krieg (431-404)
    Schlacht von Notion
    Im Frühjahr kehrt Alkibiades nach Athen zurück. Der vormals in Ungnade gefallene und zum Tod in Abwesenheit verurteilte Stratege ist nach der demokratischen Restauration in Athen 410 rehabilitiert worden und führt seitdem einen Krieg im Marmarameer, um die Kontrolle der Getreiderouten von der Krim nach Athen zu sichern. In Athen begeistert empfangen, wird Alkibiades im Frühjahr als „Hégémon autokrátor“ zum obersten Kriegsherrn mit Sondervollmachten gewählt. Das bisherige Kollegium der zehn Strategen unter dem nominellen Vorsitz des Strategen Polemarchos als oberste Kriegsleitung wird ihm unterstellt. Seine Vollmachten nutzt er zum Aufbau einer Armee von 1500 Hopliten, 150 Mann Kavallerie und 100 Trieren. Darüber hinaus werden auch die anderen Strategen mit Aufgaben und Einheiten bedacht: Thrasybulos beispielsweise erhält 30 Trieren zum Schutz des Marmarameers und zum Kampf in Thrakien. Da Lysander seine Flotte erst aufbauen muss und Alkibiades zunächst noch mit der Belagerung von Andros beschäftigt ist, treffen beide Flotten erst im Spätsommer aufeinander. Alkibiades bezieht auf der Ephesos vorgelagerten Insel Samos Quartier, dem Hauptstützpunkt Athens in Ionien. Lysander weicht zunächst einer Schlacht aus in realistischer Einschätzung seiner numerischen Unterlegenheit – auch wenn er nun über 90 Schiffe verfügt, ist er Alkibiades’ 100 Trieren immer noch unterlegen. Daher lässt er seine Schiffe an Land ziehen und ausbessern. Beide Flotten paralysieren sich: Alkibiades gelingt es, Lysander in Ephesos zu blockieren, wird aber von Lysander zur Untätigkeit verdammt, solange dieser keine Schlacht wagt. Der unter hohem Erfolgsdruck stehende Alkibiades will jedoch nicht die Initiative an Lysander verlieren und überträgt das Kommando über seine Flotte dem Kapitän seines Flaggschiffs, Antiochos, um selbst den athenischen Strategen Thrasybulos bei der Befestigung von Phokaia zu unterstützen oder den Belagerungsring um Klazomenai zu sprengen. So kann der Abfall von Nordionien an Sparta abgewendet werden und der Druck auf Lysander wird erhöht, selbst in Aktion zu treten. Alkibiades hat bei seinem Abrücken Antiochos den strikten Befehl gegeben, keine Schlacht in seiner Abwesenheit zu wagen. Antiochos hält sich aber nicht an diese Order, legt sich in den Hafen von Notion, von wo er die Bucht von Ephesos überwacht, und lässt Teile der Flotte regelmäßig auslaufen, um die Schiffe des Lysander zu einer Schlacht aufzufordern – wenn auch zunächst vergeblich. Dass es schließlich doch zu einer Schlacht in Alkibiades’ Abwesenheit kommt, kann an der Eitelkeit des Antiochos liegen oder einfach an Lysanders taktischer Raffinesse. Plausibel ist jedenfalls auch die Erklärung, dass die Mannschaften der zur Untätigkeit verdammten athenischen Flotte Antiochos unter massiven Druck setzen, endlich tätig zu werden. Dafür spricht, dass Antiochos nicht nur die Spartaner regelmäßig zu einer Schlacht herausfordert, sondern schließlich so weit geht, ein kleines Gefecht zu wagen, um den Kampfgeist zu heben. Lysander bleibt es aber nicht verborgen, dass die Athener erfolgshungrig sind. Er zieht aus ihrem Verhalten Schlüsse, trotz seiner Unterlegenheit eine siegreiche Schlacht liefern zu können. Um einerseits den Kampfeshunger der Athener zu stillen, andererseits nicht den Befehl des Alkibiades zu missachten, entschließt sich Antiochos zu einem kleinen Gefecht: Er plant, mit wenigen Schiffen den Spartanern eine Falle zu stellen und mit dem siegreichen Scharmützel den Mut der Athener zu heben. Dazu lässt er zwar die gesamte athenische Flotte in Bereitschaft setzen, fährt aber nur mit den zehn besten Schiffen Richtung Ephesos, wobei er acht für einen Hinterhalt zurückhält, während er selbst mit einem weiteren Schiff die Rolle des Köders übernimmt und bis in den Hafen von Ephesos hineinfährt. So will er eine spartanische Einheit herauslocken, die er dann mit den verbleibenden acht Schiffen überwältigt. Diese Strategie wendet Alkibiades selbst in der Schlacht von Kyzikos mit großem Erfolg an. Auf so eine Gelegenheit wartet Lysander jedoch: Er bemannt seine ganze Flotte und schickt den zwei attischen Schiffen seine drei schnellsten Schiffe hinterher, denen es gelingt, Antiochos noch vor Notion zu stellen. Die anderen acht Schiffe der Athener eilen zu Hilfe, können aber selbst die drei spartanischen Schiffe nicht überwältigen, weil inzwischen Lysander mit seiner gesamten Flotte heranfährt. Dies bemerken auch die Athener in Notion und fahren ihrerseits Lysander entgegen. Beide Flotten treffen nun im Golf zwischen Ephesos und Notion aufeinander. Während Lysander jedoch seine Flotte in Schlachtformation von Ephesos heranführt, sind die Athener nicht auf einen Kampf mit der gesamten Flotte der Spartaner eingestellt. Die athenischen Flottenkontingente treffen auf dem Schlachtfeld unkoordiniert ein, jedes so schnell, wie es herankommt. Antiochos ist wohl schon zu diesem Zeitpunkt gefallen, sodass es den Athenern auch an einem einheitlichen Kommando fehlt. Dadurch wird die numerische Überlegenheit der Athener durch die bessere Strategie des Lysander ausgeglichen. Am Ende der Schlacht verlieren die Athener zwischen 15 und 22 Schiffen. Die Schlacht hat geringe militärische Folgen. Alkibiades fährt sofort zusammen mit den 30 Schiffen des Thrasybulos nach Notion und führt von dort die vereinigte athenische Flotte nach Samos. Dadurch, dass die Verluste der Schlacht durch das Kontingent des Thrasybulos wieder ausgeglichen sind, hat Alkibiades wieder die numerische Überlegenheit und blockiert Lysander erfolgreich in Ephesos. Jedoch kommt es zu keinem großen Treffen mehr, da Lysander einer zweiten Schlacht nach dem erzielten Erfolg aus dem Weg geht. Nur die Besatzung in Phokaia müssen die Athener abziehen. Der moralische Schaden hingegen ist weitaus größer, denn der Glaube in die Fähigkeiten des Alkibiades als charismatischem Führer schwindet nach der Schlacht. Anstatt für das folgende Jahr wieder als Heerführer gewählt zu werden, geht Alkibiades freiwillig ins Exil und zieht sich auf seine private Festung in Thrakien zurück. Auch Thrasybulos und andere verdiente Kommandanten werden durch den Sturz des Alkibiades mit hinabgezogen und nicht wiedergewählt. Als Folge geht Athen aus dem Jahr geschwächt hervor, während Lysander seinem Nachfolger eine intakte Flotte von über 100 Schiffen und geordnete Verhältnisse in Kleinasien übergeben kann.
  • Fortsetzung 406
  • 408: Peloponnesischer Krieg: Alkibiades hält im Sommer einen triumphalen Einzug in Athen, wird zum Strategen gewählt und erhält den uneingeschränkten Oberbefehl über die Land- und Seestreitkräfte.
  • 408: Belagerung von Andros (408-406)
  • Fortsetzung 407
  • 410: Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.
  • 410: Peloponnesischer Krieg: Mitte des Jahres wird die Demokratie in Athen wieder eingerichtet. Nach der Rückkehr des Alkibiades folgen mehrere athenische Siege, unter anderem bei Kyzikos. Sparta zeigt sich noch einmal zum Frieden bereit, was jedoch von den radikalen Demokraten unter Führung des Kleophon abgelehnt wird.
  • 411: Peloponnesischer Krieg: Die angespannte militärische und finanzielle Lage in Athen führt zum oligarchischen Verfassungsumsturz. Von Samos aus operierende oligarchisch gesinnte Kommandeure schließen sich zusammen und werden von Alkibiades unterstützt, der einen Seitenwechsel plant. Die Verschwörer knüpfen Kontakte zu den oligarchischen Hetairien, und Peisandros erklärt vor der Volksversammlung die bestehende Verfassung für unzureichend. Im Frühjahr entmachten die Oligarchen die Volksversammlung und setzen einen Rat der 400 ein, der die Macht übernimmt. Ein Ausgleich mit Persien kommt nicht zustande, ebenso wenig ein Frieden mit Sparta. Nach wenigen Monaten wird der Rat der 400 wieder entmachtet, und eine Versammlung der 5000 tritt zusammen.
  • 412: Peloponnesischer Krieg: In Verhandlungen mit dem persischen Satrapen Tissaphernes werden mehrere Vertragsentwürfe ausgehandelt. Sparta verpflichtet sich schließlich, Kleinasien an Persien abzutreten, und erhält im Gegenzug regelmäßige Geldzahlungen. Mehrere Mitglieder des Seebundes fallen von Athen ab, während die spartanische Flotte mit persischem Gold in der Ägäis operiert, ohne die athenische Flotte entscheidend zu schlagen. Tissaphernes betreibt zugleich eine wankelmütige Politik, um den Krieg zwischen Athen und Sparta zu verlängern.
  • 413: Peloponnesischer Krieg: Sparta geht in die Offensive und setzt sich auf Rat des Alkibiades im kleinen Ort Dekeleia in Attika fest, von wo aus spartanische Truppen Raubzüge in das attische Territorium unternehmen. Athen befindet sich damit im Zustand einer permanenten Belagerung: Mehrere tausend Sklaven laufen über, und die Versorgung Athens von Euböa aus ist nur noch über den Seeweg möglich, während die Mauern Tag und Nacht besetzt sein müssen.
  • 413: Thukydides (41) 413-411: Der unvollendete fünfte Werkteil behandelt den dekeleisch-ionischen Krieg in den Jahren 413–411 v. Chr., den Sturz der Demokratie in Athen durch das oligarchische Regime der 400 sowie dessen Ablösung durch die Verfassung der 5000, bevor die Darstellung mitten im Satz abbricht.
  • 414: Peloponnesischer Krieg: 414 v. Chr. erklärt Sparta wegen athenischer Übergriffe den Nikiasfrieden für gebrochen. Syrakus erhält geringe Unterstützung aus Sparta, doch erweist sich die Entsendung des Strategen Gylippos als entscheidend. Ende 414 v. Chr. erhält Nikias in Sizilien Verstärkung unter Demosthenes. Im selben Jahr unterstützt Athen in Kleinasien einen lokalen Rebellen und überwirft sich dadurch mit dem Perserreich; Persien nimmt Kontakt zu Sparta auf. - 414/413–404 v. Chr. (Dekeleisch-Ionischer Krieg) Die Phase des Dekeleisch-Ionischen Krieges dauert von 414/413 v. Chr. bis zur Niederlage Athens 404 v. Chr. Die Kampfhandlungen breiten sich auf Attika aus, wo Sparta von Dekeleia aus operiert, und auf die Ostküste der Ägäis, also Ionien. 412 v. Chr. tritt Sparta in einen Vertrag mit Persien ein, in dem es Kleinasien an Persien abtritt und im Gegenzug Geldzahlungen erhält; mit persischem Gold baut Sparta eine Flotte, die in der Ägäis operiert. Mehrere Mitglieder des Attischen Seebunds fallen 412 v. Chr. und in den folgenden Jahren von Athen ab.
  • 415: Peloponnesischer Krieg: 415 v. Chr. bricht der Sizilienfeldzug auf Vorschlag Alkibiades’ und gegen den Rat des Nikias auf. Bereits vor Beginn des Feldzugs kommt es in Athen zum Hermenfrevel, bei dem Unbekannte die Hermen verstümmeln; der Verdacht fällt auf Alkibiades. Unter dem Kommando von Alkibiades, Nikias und Lamachos segelt eine große Flotte von 134 Trieren und etwa 5000 Hopliten nach Sizilien, insgesamt rund 32.000 Mann. Alkibiades wird noch vor Ankunft in Sizilien nach Athen zurückberufen, um sich einem Prozess wegen Hermenfrevels und angeblichen Religionsfrevels zu stellen, und läuft daraufhin zu Sparta über.
  • 415: Thukydides (39) 415–413: Im vierten Teil des Werkes beschreibt Thukydides die Flotten-Großexpedition der Athener 415–413 v. Chr. zur Erlangung der Herrschaft über Sizilien, die in einer entscheidenden Niederlage der athenischen Flotte und Hoplitenstreitmacht bei Syrakus endet. 415: Thukydides schließt den dritten Werkteil mit der Schilderung der brutalen Unterwerfung von Melos 415 v. Chr., im Mittelpunkt steht der berühmte Dialog zwischen Meliern und Athenern, in dem das Spannungsverhältnis zwischen Macht und Recht drastisch zur Sprache kommt.
  • 416: Peloponnesischer Krieg: 416 v. Chr. unterwirft Athen die Insel Melos mitten im Frieden und bestraft deren Bevölkerung mit der Hinrichtung aller Männer sowie der Versklavung von Frauen und Kindern. Diagoras von Melos prangert dieses Vorgehen an, und Thukydides verarbeitet es später im Melierdialog, in dem Athen sein Handeln mit dem Recht des Stärkeren rechtfertigt. Thukydides thematisiert den Verfall der Sitten und die Brutalisierung des Krieges sowie die Rolle der Volksversammlung und der Demagogen, die die Stimmung anheizen.
  • 416: Sokrates (53) Sokrates erscheint als Ehrengast auf dem berühmten Symposion anlässlich des Tragödiensieges des jungen Agathon. In der platonischen Überlieferung nehmen dort auch Aristophanes und Alkibiades in wichtiger Rolle teil. Das Symposion gehört im Text zu den biographisch datierbaren Ereignissen des Sokrates.
  • 418: Peloponnesischer Krieg: 418 v. Chr. werden die Streitkräfte von Argos in der Schlacht von Mantineia von Spartas Aufgebot geschlagen. Athen konsolidiert in dieser Zeit seine Herrschaft über den Seebund.
  • 420: Thukydides (34) Wegen seiner detaillierten Schilderung der Umstände des Ausschlusses der Spartaner von den Olympischen Spielen 420 v. Chr. wird teils seine persönliche Anwesenheit in Olympia zu dieser Zeit für wahrscheinlich gehalten.
  • 421: Peloponnesischer Krieg: 421 v. Chr. wird der Nikiasfrieden geschlossen, der sich am Status quo ante orientiert. Sparta soll seine Gefangenen zurückerhalten und die thrakischen Stützpunkte räumen, während Athen im Gegenzug peloponnesische Stützpunkte aufgeben soll, aber einen der beiden Häfen Megaras behalten darf. Bald entstehen Missstimmungen, weil nicht alle Vertragspunkte erfüllt werden: Spartanische Truppen bleiben in Amphipolis, und Athen räumt Pylos nicht. In der Forschung wird die Zeit von 421 v. Chr. bis etwa 413 v. Chr. als Zeit des Nikiasfriedens bezeichnet. Spartas Verbündete, vor allem Korinth und Theben, sind mit dem Nikiasfrieden unzufrieden, weil ihre Interessen unberücksichtigt bleiben. Es kommt zu Spannungen im Peloponnesischen Bund. Sparta schließt unter Vermittlung des Nikias ein Bündnis mit Athen, das jedoch keinen reellen Wert hat. Argos, selbst eine Demokratie und Spartas Erzrivalin, arbeitet an einem anti-spartanischen Bündnis und schließt einen Pakt mit Athen, während Alkibiades in Athen an einem neuen Krieg mit Sparta arbeitet und die Ausgleichspolitik des Nikias unterminiert. Sparta bekräftigt seine Bande mit Theben und Korinth.
  • 421: Thukydides (33) Thukydides schildert im zweiten Teil seines Werkes den Verlauf des 431 v. Chr. begonnenen Archidamischen Krieges bis zum vereinbarten 50-jährigen Frieden zwischen Athen und Sparta 421 v. Chr., wobei ihm jeweils die einzelnen Jahre mit der Unterscheidung von Sommer- und Winterereignissen als Ordnungsprinzip dienen.
  • 422: Peloponnesischer Krieg: In der Schlacht von Amphipolis 422 v. Chr. sterben Kleon und Brasidas. Die Spartaner erringen einen glänzenden Sieg, verlieren aber ihren besten General. Mit dem Tod dieser beiden Gegner einer Verständigung entsteht der Weg zu einem Friedensvertrag.
  • 422: Sokrates (47) Sokrates nimmt an der Schlacht von Amphipolis teil. Damit sind seine militärischen Einsätze im Peloponnesischen Krieg konkret datierbar. Aus diesen Einsätzen wird im Text auch geschlossen, dass er nicht unbemittelt ist, weil Hopliten ihre Ausrüstung selbst finanzieren müssen.
  • 423: Sokrates (46) Aristophanes führt seine Komödie Die Wolken auf, in der Sokrates als Hauptfigur erscheint. In dieser Komödie wird Sokrates Gottlosigkeit und Verblendung der Jugend vorgehalten. Der Text beschreibt, dass Sokrates dort als „Priester des kniffligen Worts“ und als barfüßig, ohne Empfindlichkeit und voller Dünkel charakterisiert wird.
  • 424: Peloponnesischer Krieg: 424 v. Chr. fällt einer der beiden Häfen Megaras, Nisaia, in athenische Hände. Im selben Jahr beginnen die Operationen des spartanischen Generals Brasidas in Thrakien. Brasidas setzt Heloten ein, denen die Freiheit versprochen wird, und zieht unter dem Motto Freiheit und Autonomie gegen den Attischen Seebund ins Feld. Die Spartaner erobern 424 v. Chr. den wichtigen athenischen Stützpunkt Amphipolis. Ebenfalls 424 v. Chr. erleidet Athen bei Delion in Böotien eine schwere Niederlage in einer offenen Feldschlacht gegen Theben.
  • 424: Sokrates (45) Sokrates nimmt an der Schlacht von Delion teil. Beim Rückzug nach der Niederlage bewährt er sich durch Besonnenheit, Entschlossenheit und Mut und flieht nicht kopflos wie andere. In Platons Darstellung wird er in diesem Zusammenhang als jemand gezeigt, der Kälte, Hunger und sonstige Entbehrungen erträgt.
  • 424: Thukydides (30) Für das Jahr 424 v. Chr. wird Thukydides in das Zehnerkollegium der Strategen gewählt und sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert, das thrakische Amphipolis vor der Übernahme durch Brasidas zu schützen, scheitert jedoch, was die Athener ihm als schuldhaftes Versagen anlasten und einen Beschluss zu seiner Verbannung fassen.
  • 425: Peloponnesischer Krieg: 425 v. Chr. landet eine athenische Truppe unter dem Strategen Demosthenes bei Pylos an der Westküste der Peloponnes. Eine spartanische Belagerung misslingt, und in der Schlacht von Sphakteria geraten 120 Spartiaten in Gefangenschaft. Kleon erlangt Ruhm, weil er auf eine militärische Entscheidung bei Pylos drängt. Sparta zeigt sich in Sorge um die gefangenen Spartiaten friedenswillig, doch Athen lehnt unter dem Einfluss Kleons ab und stellt unannehmbare Gebietsforderungen.
  • 425: Thukydides (29) Aus der Sicht mancher Forscher gilt es in diesem irreversiblen Geschichtsprozess, die Gunst der historischen Stunde zu nutzen, etwa von Seiten Athens das spartanische Friedensangebot von 425 v. Chr., weil ausgeschlagene Chancen unter den veränderten Bedingungen nicht wiederkehren.
  • 427: Peloponnesischer Krieg: 427 v. Chr. führt Athen unter Laches die erste sizilische Expedition durch, die für den Kriegsverlauf keine Bedeutung erhält. Im selben Jahr kommt es auf Kerkyra zu einem blutigen Bürgerkrieg (stasis), den Thukydides als Beispiel für den Verfall der Sitten schildert.
  • 428: Peloponnesischer Krieg: 428 v. Chr. fällt Mytilene auf Lesbos vom Seebund ab. Mytilene wird bald darauf wieder in das Bündnis gezwungen.
  • 428: Platon (18) Platon wird 428 oder 427 zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein.
  • 429: Peloponnesischer Krieg: 429 v. Chr. stirbt Perikles an der Seuche. In diesem Jahr bleibt aufgrund der Seuche ein spartanischer Sommereinfall in Attika aus. Nach dem Tod des Perikles tritt eine neue Generation von Politikern in Athen auf, unter ihnen Kleon und Nikias. Kleon befürwortet eine aggressivere Politik, während Nikias einen Ausgleich mit Sparta anstrebt. Die Volksversammlung wird als Forum stärker genutzt, und Alimentierungsmaßnahmen für ärmere Bevölkerungsschichten belasten langfristig die finanziellen Ressourcen Athens.
  • 430: Peloponnesischer Krieg: In Athen bricht 430 v. Chr. eine Seuche aus, der etwa ein Viertel der Bevölkerung zum Opfer fällt. Thukydides beschreibt die Symptome, doch bleibt die genaue Natur dieser Seuche, die auch als Pest von Athen bezeichnet wird, ungeklärt.
  • 430: Thukydides (24) 430 v. Chr. bricht unter den in ihren Mauern von den Spartanern eingeschlossenen Athenern die Attische Seuche aus, an der auch Thukydides erkrankt, deren Verlauf und die gewonnene Immunität der Überlebenden er anschaulich und sachverständig beschreibt.
  • 431: Peloponnesischer Krieg: Die eigentlichen Kampfhandlungen beginnen im Frühjahr 431 v. Chr. mit dem Überfall der mit Sparta verbündeten Thebaner auf Platää. Der Peloponnesische Krieg dauert von 431 v. Chr. bis 404 v. Chr., wird von Waffenstillständen unterbrochen und endet mit einem Sieg Spartas. Bei Kriegsbeginn verfügt Athen nach Thukydides über 13.000 Hopliten, darunter Sokrates, sowie 16.000 Reservisten. Athen besitzt ein schwaches Landheer, aber eine starke Flotte, während Sparta über ein starkes Landheer verfügt. - Archidamischer Krieg: Von 431 v. Chr. bis 421 v. Chr. läuft der Archidamische Krieg, benannt nach Archidamos II. Athen folgt der von Perikles erdachten Strategie, keine Landschlacht einzugehen, die Bevölkerung Attikas hinter den Langen Mauern zu schützen und mit der Flotte die Küstenstädte der Peloponnes anzugreifen und Seewege zu blockieren. Sparta fällt mit seinem starken Landheer in Attika ein, verwüstet das Umland von Athen und versucht, Athen zu einer offenen Feldschlacht zu zwingen, während Athen dies wegen der Überlegenheit der spartanischen Phalanx vermeidet. Der sommerliche Einfall in Attika wiederholt sich jedes Jahr, außer 429 v. Chr. wegen einer Seuche und 426 v. Chr. wegen eines Erdbebens.
  • 431: Sokrates (38) 431–429: Im Peloponnesischen Krieg nimmt Sokrates als Hoplit mit schwerer Bewaffnung an der Belagerung von Potidaia teil. Er erträgt Kälte, Hunger und andere Entbehrungen und macht im Feld auf Laches und Alkibiades Eindruck. Den verwundeten Alkibiades rettet er in Potidaia samt Waffen und überlässt ihm eine Tapferkeitsauszeichnung, die ihm selbst zugestanden hätte.
  • 431: Thukydides (23) Bereits unmittelbar bei Ausbruch des Peloponnesischen Krieges ist Thukydides die beispiellose Bedeutung dieser kriegerischen Auseinandersetzung der griechischen Großmächte bewusst, und er beginnt sofort mit Aufzeichnungen des Geschehens.
  • 432: Im Sommer 432 v. Chr. fordern unzufriedene peloponnesische Bundesgenossen Sparta auf, endlich einzugreifen. In Sparta rät König Archidamos II. zur Vernunft, kann sich aber nicht durchsetzen. Es wird festgestellt, dass Athen den dreißigjährigen Frieden von 446 v. Chr. bricht, und es folgt die förmliche Kriegserklärung. In Athen treibt vor allem Perikles den Kurs auf einen Krieg voran.
  • 433: Nach ersten Niederlagen gegen Kerkyra rüstet Korinth eine große Flotte auf, so dass Athen um seinen Status als größte Seemacht fürchtet. Athen schließt im Sommer 433 v. Chr. ein Defensivbündnis (Epimachie) mit Kerkyra, das über die zweitgrößte Flotte Griechenlands verfügt. Korinth betrachtet dies als Verletzung des Friedens von 446 v. Chr. und wendet sich an Sparta. Athen verhängt wohl noch 433 v. Chr. per Volksbeschluss (Psephisma) ein Handelsverbot gegen die Polis Megara, mit der Athen seit dem Ende des ersten Peloponnesischen Krieges verfeindet ist (megarisches Psephisma). Megara, Mitglied des Peloponnesischen Bundes, versucht daraufhin, Sparta zum Handeln zu zwingen. Zeitgenossen wie Aristophanes sehen in diesem Beschluss eine entscheidende Ursache des Krieges und werfen Perikles vor, damit von inneren Schwierigkeiten ablenken zu wollen. In Potidaia auf der Chalkidike, einem Mitglied des Attischen Seebundes mit guten Beziehungen zu Korinth, verlangt Athen die Ausweisung korinthischer Beamter und den Abriss der Seemauern. Potidaia tritt aus dem Seebund aus, wird aber trotz Unterstützung durch Korinth von Athen schnell eingeschlossen. Thukydides bezeichnet diese Konflikte als Auslöser, nicht als Ursachen des Krieges, und sieht den wahren Grund in der Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens.
  • 436: Um 436 v. Chr. kommt es in Epidamnos zu einer Stasis, einem Bürgerkrieg, bei dem die „demokratische“ Partei Korinth und die Adelspartei Kerkyra um Hilfe bittet. Es entsteht ein Konflikt zwischen Korinth und Kerkyra um die Vorherrschaft im Ionischen Meer.
  • 446: 446/445: Der Krieg zwischen Athen und Sparta endet 445 v. Chr. mit einem Patt, und Megara wechselt wieder zu Sparta. Es entsteht der auf 30 Jahre geschlossene Friedensvertrag, in dem beide Seiten vereinbaren, die jeweiligen Bündnissysteme zu achten und bei Konflikten ein Schiedsgericht anzurufen. Das Verhältnis zu den „neutralen“ Poleis bleibt bewusst ausgeklammert, was sich später als folgenschwerer Fehler erweist.
  • 454: Thukydides Thukydides wird spätestens 454 geboren, weil er mindestens 30 Jahre alt sein muss, um das Strategenamt bekleiden zu können, das er 424 v. Chr. innehat.
  • 457: In den Jahren 457–446/445 entsteht ein Konflikt zwischen Athen und Sparta, der sich unter anderem aus dem Übertritt Megaras zu Athen ergibt. Theben, der nördliche Nachbar Athens, schließt ein Bündnis mit Sparta, um Hilfe gegen Phokis zu gewinnen, einen Verbündeten Athens. Als die Spartaner nach Böotien marschieren, stellt sich Athen ihnen entgegen und erleidet 457 v. Chr. in der Schlacht von Tanagra eine Niederlage. Zwei Monate später siegt Athen in der Schlacht von Oinophyta gegen Theben und erlangt für die nächsten zehn Jahre die Vorherrschaft über Mittelgriechenland. Wegen vermehrter Abfallbewegungen innerhalb des attischen Herrschaftsgebiets gesteht Athen Böotien später wieder die Autonomie zu.
  • 469: Sokrates Sokrates wird 469 v. Chr. in Alopeke bei Athen geboren. Laut Platon ist er 399 v. Chr. 70 Jahre alt, woraus sich dieses Geburtsjahr ergibt. Er stammt aus dem athenischen Demos Alopeke der Phyle Antiochis und ist der Sohn des Steinmetzen oder Bildhauers Sophroniskos; seine Mutter ist die Hebamme Phainarete. Auch ein Halbbruder mütterlicherseits namens Patrokles wird erwähnt, der wahrscheinlich mit dem Patrokles von Alopeke identisch ist. Seine Ausbildung verläuft in den üblichen Bahnen und umfasst Alphabetisierung, Gymnastik, Musikerziehung, Geometrie, Astronomie und das Studium der Dichter, vor allem Homers. Unter seinen Lehrern werden Aspasia, die Frau des Perikles, die Seherin Diotima, Anaxagoras, sein Schüler Archelaos, Prodikos und Damon genannt.

Korinth

Olympia

Messenien

Sparta

  • 408: Pausanias: Als Pausanias’ Vater 408 v. Chr. stirbt, übernimmt Pausanias endgültig die Königswürde. Er regiert nun in einer schwierigen politischen Lage. Pausanias gehört zu einer starken gesellschaftlichen Fraktion Spartas, die die aggressive Linie im spartanischen Machtstreben mäßigen will. Diese Gruppe will Griechenland durch gemäßigtere Politik beruhigen, die traditionelle spartanische Beschränkung auf die Peloponnes wieder aufnehmen, den griechischen Städten ihre Autonomie zurückgeben und die von Lysandros eingesetzten oligarchischen Regierungen wieder auflösen. Zu den Hauptfiguren der außenpolitisch aggressiveren Strömung gehören Pausanias’ späterer Kollege Agesilaos II. und Lysandros.
  • Fortsetzung 406
  • 410: Agis: Ein weiterer Vorstoß im Jahr 410/409 des Agis II. gegen Athen scheitert. In dieser Zeit entsendet er den spartanischen Flottenführer Klearchos mit 40 Schiffen nach Byzanz.
  • 411: Agis: Nach dem Machtantritt des oligarchischen Rats der Vierhundert in Athen entsendet dieser Gesandte zu Agis II. nach Dekeleia, um Friedensverhandlungen aufzunehmen. Agis sieht darin eine Gelegenheit zur Eroberung Athens, rückt gegen die Langen Mauern vor, scheitert jedoch mit seinem Angriff und zieht sich nach Verlusten zurück.
  • 412: Agis: Der spartanische Nauarch Astyochos erhält den Befehl, Alkibiades ermorden zu lassen, doch diesem gelingt die Flucht zum persischen Satrapen Tissaphernes.
  • 413: Agis: Agis II. wird im Frühjahr auf Rat des Alkibiades mit einem Heer nach Attika entsandt, besetzt Dekeleia und baut es zur Festung aus. Er bleibt dort bis zum Ende des Kriegs als Oberbefehlshaber, blockiert die Lebensmittelzufuhr Athens über Oropos von Euböa und führt wiederholte Einfälle in Attika durch; zahlreiche Sklaven laufen zu den Spartanern über und Viehbestände der Athener gehen zugrunde. Im Winter 413/412 zieht Agis II. nach Mittelgriechenland, lässt den Oitaiern Vieh wegtreiben, erpresst Geld für dessen Rückgabe, zwingt Achaier von Phthiotis und andere Untertanen der Thessaler zu Geiseln und Zahlungen und regt den Schiffsbau zur Vorbereitung des Seekriegs an. Zudem wenden sich abfallbereite Einwohner von Euböa, Lesbos und Chios an ihn, und er empfängt Gesandtschaften der Boioter und anderer Verbündeter in Dekeleia.
  • 415: Agis: Alkibiades fällt in Athen in Ungnade und wird als Flüchtling in Sparta aufgenommen.
  • 418: Agis: Epidauros wird weiterhin von den Argivern bedrängt. Agis II. zieht mit den spartanischen Streitkräften gegen Argos, vereint seine Truppen bei Phleius mit denen seiner Bundesgenossen, dringt in die Argolis ein und schneidet das argivische Heer von der Stadt Argos ab. Er lässt sich jedoch vor einer Schlacht zum Abschluss eines viermonatigen Waffenstillstands und zum Abzug überreden, was ihm Vorwürfe einbringt. Nachdem der Waffenstillstand gebrochen wird und Argiver gemeinsam mit Athenern Orchomenos erobern, drohen ihm Strafen, die jedoch aufgeschoben werden; stattdessen wird ihm ein Beirat von zehn Spartiaten zur Seite gestellt. Kurz darauf rückt er erneut aus, stellt in Tegea die Ordnung wieder her und marschiert im Spätsommer gegen Mantineia. In der folgenden Schlacht von Mantineia erringt er einen vollständigen Sieg und stellt die spartanische Vormacht auf der Peloponnes wieder her. Im Winter 418/417 findet in Argos eine Gegenrevolution statt, die den Sturz der oligarchischen prospartanischen Partei herbeiführt. Agis II. zieht nochmals gegen Argos, zerstört die mit Hilfe der Athener begonnenen langen Mauern, kann jedoch die spartafreundliche Partei nicht wieder an die Macht bringen.
  • 419: Argis: Die Argiver greifen auf Anstiften des Alkibiades Epidauros an. Agis II. zieht im Sommer mit dem spartanischen Heer bis zur Grenzstadt Leuktra, macht wegen ungünstiger Opfer Halt und führt seine Truppen zurück. Als die Argiver erneut Epidauros angreifen, marschiert er bis zur Grenzstadt Karyai, überschreitet jedoch wegen angeblich ungünstiger Opfer nicht die Grenze.
  • 421: Agis II. beschwört mit seinem Mitkönig Pleistoanax den vereinbarten Ausgleich mit Athen und gehört zu den Unterzeichnern des Nikiasfriedens, durch den der Peloponnesische Krieg vorläufig beendet wird.
  • 425: Agis II. rückt an der Spitze einer Armee verwüstend in Attika ein, zieht jedoch bereits nach 15 Tagen wieder ab.
  • 426: König der Agiaden: Pausanias (1. Amtszeit 445–426) Aufgrund eines Orakelspruchs kehrt Pleistoanax 426 v. Chr. wieder auf den Thron zurück. Pausanias bleibt dabei weiterhin als Prinz im Hintergrund.
  • 426: Agis II. rückt zu Beginn seiner Regierung im Frühjahr mit einem Aufgebot der Spartaner und ihrer Verbündeten aus, um in Attika einzufallen, kehrt jedoch wegen Erdbeben und Sturmfluten in Mittelgriechenland am Isthmus von Korinth wieder um. König der Eurypontiden: Archidamos II. (469–427)
  • 427: Pausanias: Pausanias’ Onkel Kleomenes führt noch an seiner Stelle das Heer gegen Athen zu Felde. Mit diesem Angriff soll die Eroberung von Mytilene durch die Athener verhindert werden. Obwohl Kleomenes erfolgreich ist, fällt dieses an den Feind.
  • 443: Agesilaos ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.
  • 445: Pausanias wird als König von Sparta aus dem Haus der Agiaden genannt. Während der Verbannung seines Vaters Pleistoanax von 445 bis 426 v. Chr. wird der junge Pausanias König, steht aber noch unter der Vormundschaft seines Onkels Kleomenes. Da seinem Vater Bestechung durch Athen vorgeworfen wird, geht Pleistoanax 445 v. Chr. in die Verbannung. Pausanias tritt seine Nachfolge an und ist damals offenbar noch ein Kind.

Kos

Bosporanisches Reich

  • 432: Satyros I ist seit 432 v. Chr. Herrscher des Bosporanischen Reiches und baut während seiner Herrschaft auf der expansiven Außenpolitik seines Vaters Spartokos I. auf. Er nimmt Nymphaion ein, gerät in die politischen Entwicklungen des benachbarten Sindikerreiches hinein und beginnt mit der Belagerung von Theodosia, das wegen seines eisfreien Hafens und seiner Nähe zu den Getreidefeldern der östlichen Krim ein ernster Handelsrivale ist. Zudem wird seine Herrschaft als Phase beschrieben, in der er die Macht seines väterlichen Reiches ausbaut. Er erzielt zunächst Erfolg, indem er Nymphaion von Gylon nimmt und vielleicht auch Kimmerikon gewinnt, hat später aber erhebliche Schwierigkeiten mit dem benachbarten Sindikerreich sowie mit den griechischen Stadtstaaten Theodosia und Herakleia Pontike. Der Text betont außerdem die zunehmenden Spannungen durch seine außenpolitischen Unternehmungen. Mit den Sinden gerät Satyros nach dem Bericht des Polyaenos in schwere Konflikte, weil er Hekataeos, dem König der Sinden, seine Tochter gegeben haben soll, Hekataeos aber zugleich angewiesen habe, seine bestehende Frau Tirgatao zu töten. Stattdessen lässt Hekataeos Tirgatao in einem Turm einsperren, von wo sie entkommt, zu ihrem Stamm der Ixomaten gelangt und anschließend mit vielen Stämmen gegen Satyros Krieg führt. Als Satyros erkennt, dass er nicht siegen kann, bietet er seinen Sohn Metrodoros als Geisel an und erbittet Frieden. Kurz danach kommt es offenbar zu einem Anschlag auf Tirgataos Leben, vermutlich von Satyros organisiert; nach der Entdeckung dieser Intrige lässt Tirgatao Metrodoros töten und führt den Krieg erneut gegen Satyros. Dieser Krieg endet erst kurz nach dem Tod des Vaters durch Leucon und Gorgippos. König Spartokos I. (438-432)
  • Fortsetzung 400

Salamis

  • 410: Euagoras: Im Jahr 410 v. Chr. kehrt Euagoras mit seinen etwa fünfzig Anhängern heimlich nach Salamis zurück. Er nutzt die Unzufriedenheit mit der phönizischen Herrschaft und die verbliebene Loyalität gegenüber seiner Familie, um die Macht im Stadtstaat an sich zu reißen und das Königtum wieder zu besetzen. Damit begründet er seine Herrschaft als König von Salamis, die bis 374 v. Chr. andauern wird. Zwischen 411 und 391 v. Chr. nutzt Euagoras seine Stellung, um seine Herrschaft in Salamis zu festigen und die innere Ordnung des Stadtstaates zu stabilisieren. Er stützt sich auf die lokale griechische Bevölkerung, fördert griechische Kultur und beginnt, seine Macht auf weitere Teile Zyperns auszudehnen, sodass er zunehmend als überragender Herrscher der Insel wahrgenommen wird. In dieser Phase pflegt er zunächst ein pragmatisches Verhältnis zum Perserreich, akzeptiert formal die Oberhoheit des Großkönigs, wahrt aber gleichzeitig weitgehende Autonomie für Salamis. In den Jahren nach seiner Throneroberung sucht Euagoras aktiv die Freundschaft Athens und positioniert sich als Verbündeter der Stadt im östlichen Mittelmeer. Er nimmt den athenischen Feldherrn Konon nach dessen Niederlage in der Seeschlacht von Aigospotamoi auf und gewährt ihm in Salamis Zuflucht, womit er seine Rolle als Schutzpatron griechischer Interessen unter Beweis stellt. Zugleich erhält er vom Perserkönig Artaxerxes II. Unterstützung für Athen gegen Sparta und trägt damit zur vorübergehenden Annäherung zwischen Persien und Athen bei, die vor allem auf gemeinsame Gegnerschaft gegen Sparta beruht.
  • Fortsetzung 394
  • 411: Euagoras: Euagoras, um 435 geboren, entstammt einer Familie, die ihre Herkunft auf den mythischen Teukros, den Sohn des Telamon und Halbbruder des Aias, zurückführt. In seiner Kindheit musste er die Stadt verlassen und nach Kilikirn ins Exil gehen.Zwischen 411 und 410 v. Chr. verfestigt sich in Euagoras der Entschluss, den Thron von Salamis zurückzugewinnen, den seine Vorfahren lange innehaben. Er lebt noch in Kilikien, hat dort aber inzwischen eine Gruppe von ungefähr fünfzig Gefolgsleuten um sich geschart, die ihn als rechtmäßigen König anerkennen. Während dieser Zeit sondiert er die machtpolitische Lage im Perserreich und im griechischen Raum und erkennt, dass sowohl Athen als auch der persische Großkönig für seine Pläne wichtig werden können. König Abdemon (415-411)

ODRYSEN

ACHÄMENIDENREICH

  • Großkönig Dareios II. (423–404)
  • Satrap Ariobarzanes (Kios, 420-402)
  • Ariobarzanes
    Ariobarzanes, der spätere Satrap von Phrygien und nicht zu verwechseln mit dem Satrapen von Kios, stammt aus der Pharnakiden‑Dynastie, einer persischen Satrapenfamilie, die seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Satrapie der hellespontischen Phrygien von Das­ky­lion am Hellespont aus beherrscht. Diese Familie siedelt sich in den 470er‑Jahren in Das­ky­lion an, und die nahe gelegene griechische Stadt Kios (griechisch Kios, lateinisch Cius) gehört offenbar zum Familienbesitz der Linie des Ariobarzanes. Ariobarzanes gilt als „kollaterales“ oder Nebenlinien‑Mitglied der achämenidischen Dynastie und ist möglicherweise ein Sohn des Satrapen Pharnabazos II. Um 407 wird Ariobarzanes als persischer Gesandter zu den griechischen Stadtstaaten entsandt. In dieser Funktion pflegt er diplomatische Beziehungen sowohl zu Athen als auch zu Sparta und versucht, die Interessen des Perserreiches in den Wirren des Peloponnesischen Krieges auszuloten.
  • Im babylonischen Kalender fällt der Jahresbeginn des 1. Nisannu auf den 8.–9. April; der Vollmond im Nisannu auf den 21.–22. April und der 1. Tašritu auf den 2.–3. Oktober.
  • Fortsetzung 406
  • 408: Dareios: Dareios entsendet seinen Sohn Kyros nach Kleinasien, um den Krieg mit größerem Einsatz weiterzuführen.
  • 408: Satrap Tissaphernes (Lydien, 1. Amtszeit 415-408) Im Jahr 408 v. Chr. entscheidet der König, Sparta aktiv zu unterstützen. Tissaphernes wird als General abgesetzt, und seine Zuständigkeit wird auf die Satrapie Karien beschränkt; Lydien und die Kriegsführung werden Kyros dem Jüngeren übertragen.
  • Fortsetzung 407
  • 409: Tissaphernes: 409 v. Chr. kämpft Tissaphernes erneut gegen eine athenische Armee unter Thrasyllos und siegt in der Schlacht von Ephesos. Bald danach wird er durch Kyros den Jüngeren ersetzt, einen Sohn des persischen Großkönigs Dareios II.
  • 411: Tissaphernes: 411 v. Chr. schickt Tissaphernes eine persisch-phönikische Hilfsflotte zurück nach Phönikien, um den Spartanern keinen allzu großen Vorteil zu verschaffen. Offenbar wegen der Reaktion des Perserkönigs und der Spartaner lässt er kurz darauf seinen Ratgeber Alkibiades festnehmen, der jedoch entweicht und wieder auf die athenische Seite übertritt.
  • 411: Amyrtaios Bereits 411 v. Chr. revoltierte Amyrtaios gegen den persischen König Darius II. und führt einen Guerillakampf im westlichen Nildelta um seine Heimatstadt Sais. Vor der Übernahme des ägyptischen Thrones steht damit bereits sein Widerstand gegen die Perser.
  • 412: Dareios: Tissaphernes verbündet sich mit Sparta, und die spartanische Flotte unterstützt die Perser bei der Niederschlagung des Amorges sowie der Rückeroberung von Iasos. Die Achämeniden bringen den größten Teil Ioniens wieder unter ihre Kontrolle.
  • 412: Tissaphernes: 412 v. Chr. unterliegt Tissaphernes einem athenischen Expeditionskorps in der Schlacht von Milet. Er verwandelt die Niederlage jedoch in einen strategischen Erfolg, weil er ein Bündnis mit Sparta schließt, das ihm die Rückgewinnung der griechischen Küstenstädte in Ionien verspricht. In diese Zeit fällt auch seine Freundschaft mit dem athenischen Überläufer Alkibiades, der ihm rät, Spartaner und Athener gegeneinander auszuspielen, um den Krieg zu verlängern und beide Seiten zum Vorteil Persiens zu schwächen.
  • 413: Dareios: Athen unterstützt den Rebellen Amorges in Karien. Nach der Niederlage Athens bei Syrakus befiehlt Dareios seinen Satrapen Tissaphernes und Pharnabazos, Tribute einzutreiben und den Krieg gegen Athen aufzunehmen.
  • 413: Tissaphernes: Im Ionisch-Dekeleischen Teilkrieg ist Tissaphernes Statthalter und Militärbefehlshaber des Perserreiches im lydischen Sardes. Im Jahr 413 v. Chr. ist er Satrap von Lydien und Karien und Oberbefehlshaber des persischen Heeres in Kleinasien.
  • 414: Dareios: Dareios beginnt, die zunehmende Macht Athens in der Ägäis abzulehnen und lässt Tissaphernes ein Bündnis mit Sparta gegen Athen eingehen.
  • 414: Tissaphernes: Tissaphernes wird 445 v. Chr. geboren. Er gehört zu einer bedeutenden persischen Familie und ist der Enkel des Hydarnes, eines hervorragenden persischen Feldherrn, der zur Zeit von Xerxes’ Invasion in Griechenland den Befehl über die Unsterblichen führt. Seine Schwester Stateira wird Gemahlin des Artaxerxes II., und sein Bruder Terituchmes folgt seinem Vater als Satrap von Hyrkanien. Im Jahr 414 v. Chr. wird Tissaphernes von Dareios II. beauftragt, den Aufstand des Pissuthnes zu unterdrücken und dessen Amt zu übernehmen. Er besticht die griechischen Söldner des Pissuthnes, damit sie ihn verlassen, und verspricht ihm das Leben, wenn er sich ergibt; dieses Versprechen hält Dareios jedoch nicht ein. Als Dareios II. ihn anschließt, auch den fortgesetzten Aufstand des Sohnes des Pissuthnes, Amorges, zu unterdrücken und außerdem den ausstehenden Tribut der griechischen Städte Kleinasiens einzutreiben, von denen viele unter athenischem Schutz stehen, schließt Tissaphernes ein Bündnis mit Sparta gegen Athen. Dadurch führt er 412 v. Chr. die persische Eroberung des größten Teils von Ionien herbei.
  • 420: Ariobarzanes von Kios ist Satrap der Stadt Kios und beginnt seine Herrschaft.
  • 423: Dareios: Ochos setzt sich im Machtkampf durch, nimmt den Namen Dareios an und wird als Großkönig anerkannt. Seine Herrschaft beginnt. Er erhält Unterstützung aus Babylon, während seine Halbbrüder Xerxes II. und Sogdianos andernorts Ansprüche erheben. Sogdianos lässt Xerxes ermorden, wird später gefangen genommen und hingerichtet. Dareios schließt mit dem athenischen Gesandten Epilykos Frieden zwischen Persien und Athen.
  • 424: Dareios: Nach dem Tod von Artaxerxes I. kommt es zu einem Machtkampf zwischen seinen Söhnen. Xerxes II. wird nach kurzer Zeit von Sogdianos ermordet. Sogdianos hält sich nur etwa sechs Monate an der Macht, bevor Dareios ihn stürzt. Babylonische Texte datieren den Übergang von Artaxerxes I. zu Dareios II. zwischen Dezember dieses Jahres und Februar des folgenden Jahres.
  • 453: Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.

ÄGYPTEN

KUSCH

  • 431:Amanineteyerike ist ein kuschitischer König von Meroë und trägt mehrere Titel; er ist Sohn des Königs Malewiebamani und Bruder seines Nachfolgers Baskakeren. Sein Vorgänger ist entweder ein älterer Bruder oder ein Onkel. Auf einer seiner Stelen wird Meroë zum ersten Mal erwähnt. König Talakhamani (435–431)
  • Fortsetzung 405

KARTHAGO

  • 409: Hannibal: Unter falschen Vorwänden marschiert er mit seinem Heer auf die Stadt Selinunt und verbündet sich mit Segesta, der Rivalin Selinunts. Ohne Verstärkungen wird die Stadt leicht eingenommen und zerstört. Die Bevölkerung wird teilweise ausgelöscht. Im Monat Mai belagert er Himera und schlägt die aus Syrakus kommenden Verstärkungen unter dem Befehl des Diokles. Unter ihnen befindet sich der junge Dionysios. Hannibal lässt die Stadt Himera „zu Ehren“ seines Großvaters dem Erdboden gleichmachen. Die Grenze zwischen der karthagischen Epikrateia und dem griechischen Herrschaftsgebiet stabilisiert sich damit auf der Höhe von Akragas. Hannibal zwingt die eroberten griechischen Städte, Karthago einen Tribut zu zahlen. Der Frieden wird daraufhin erklärt. Doch Hermokrates baut mit Hilfe von Dionysios die Stadt Selinunt wieder auf.
  • Fortsetzung 406
  • 411: Hannibal wird vom karthagischen Senat zum Befehlshaber der Heere und zum Statthalter der punischen Epikrateia auf Sizilien gewählt. Er ist bestrebt, seinen Großvater Hamilkar zu rächen, der 480 v. Chr. vor Himera von den Griechen Siziliens besiegt wird.
  • 480: Nach der Niederlage von Hamilkar Mago bei Himera im Jahr 480 v. Chr. verliert die Stellung des „Königs“ an Macht. Mit dem Aufstieg des Rates der Hundertvier erhält dieser die Befugnis, karthagische Befehlshaber zu verurteilen und zu bestrafen. Die Magoniden bleiben dennoch während der Lebenszeit des Himilko weiterhin in karthagischen Außenangelegenheiten aktiv.
  • 550: Hanno: Die Familie des Himilko ist seit 550 in der karthagischen Politik aktiv und spielt bis 375 v. Chr. eine zentrale Rolle in den politischen und militärischen Angelegenheiten des Karthagischen Reiches. In dieser Zeit erweitert die Familie das Reich in Sizilien, Afrika, Iberien und Sardinien. Der Vater des Himilko, wahrscheinlich Hanno, führt eine bekannte Expedition an der westafrikanischen Küste bis nach Kamerun. Auch sein Onkel, möglicherweise der berühmte Himilko der Navigator, erkundet die Westküste Iberiens und Galliens und erreicht vielleicht sogar England, um den Zinnhandel mit den Kelten zu erschließen.

INDIEN

Shishunaga

Anuradhapura

  • 437: Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf.
  • Fortsetzung 367

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38. (39.) Zyklus, Jahr des Holz-Hundes; am Beginn des Jahres Wasser-Hahn)

Jin

  • 408: Qian Han Qian tritt als Nachfolger von Han Wuzi die Führung des Han-Klans im Staat Jin an. Im ersten Jahr seiner Herrschaft greift er den Staat Zheng an und übernimmt Yongqiu.
  • Fortsetzung 407
  • 416: Nach dem Tod seines Vaters Herzog You von Jin setzt Markgraf Wen von Wei Herzog Lie von Jin auf den Thron von Jin.
  • 453: Der Staat Jin ist bereits in drei de facto Staaten Han, Zhao und Wei aufgeteilt, und die einzigen Gebiete unter der Kontrolle von Jin sind die Hauptstädte Jiang und Quwo.

Qin

  • 414–400: (Regierungszeit von Herzog Jian – im Text rückblickend erwähnt) Herzog Jian, der Onkel von Herzog Ling und Großvater von Chuzi II., regiert den Staat Qin nach dem Tod von Herzog Ling. Er gehört zur Ying‑Familie und ist später als Vorgänger von Herzog Hui II. bekannt.
  • Fortsetzung 400
  • 415: Hui II.: Der Vater von Herzog Hui II., Herzog Jian von Qin, ist der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling. Als Herzog Ling im Jahr 415 v. Chr. stirbt, wird der Thron an seinen Onkel Herzog Jian statt an seinen Sohn, den späteren Herzog Xian, übergeben.
  • 415: Im Jahr 415 v. Chr. stirbt Herzog Ling von Qin. Der Thron geht nicht an seinen Sohn, den späteren Herzog Xian, sondern an dessen Onkel Herzog Jian, der ein Bruder von Herzog Ling ist.
  • 415: Nach dem Tod Ling von Qins im Jahr 415 geht der Thron jedoch nicht an seinen Sohn Ying Shixi, sondern an Lings Onkel Herzog Jian von Qin. Herzog Jian regiert fünfzehn Jahre und stirbt, worauf sein Sohn Herzog Hui II. von Qin die Herrschaft übernimmt. Nach dreizehn Jahren Herrschaft Hui II.s folgt dessen Sohn Chuzi II. auf den Thron, doch da Chuzi noch ein Säugling ist, übt seine Mutter, die Herzogswitwe Qin Xiaozhu, faktisch die Macht aus. Während dieser Zeit lebt Ying Shixi im Exil im Staat Wei.
  • 424: Xian: [Ying Shixi (auch Ying Lian) wird aus dem Haus Ying geboren, sein Vater ist Herzog Ling von Qin, der 25. Herrscher des Staates Qin.
  • 428: Jian Jian von Qin wird mit dem persönlichen Namen Ying Daozi geboren. Er ist der jüngere Sohn von Herzog Huai von Qin und der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling von Qin.

Zhou

  • 425: Weilie: Im Jahr 425 v. Chr. beginnt die Herrschaft von König Weilie von Zhou, nachdem sein Vater König Kao gestorben ist. Während der Herrschaft von König Weilie von Zhou schafft er Han, Wei und Zhao als Feudalstaaten, die von Jin getrennt sind, damit sie als Puffer zwischen seinem königlichen Gebiet und Qin dienen.
  • Fortsetzung 402
  • König Kao (440–426)

Wei

  • 409: 409-406: Der Militärführer Wu Qi unterstützt den Staat Wei, nachdem er gehört hat, dass Marquess Wen ein weiser und fähiger Herrscher ist. Marquess Wen macht Wu Qi zum General und befiehlt ihm, mit seinen Truppen in den Staat Qin vorzudringen und fünf Städte zu erobern. Wu Qi besetzt daraufhin vier Jahre lang Qin-Gebiet östlich des Luo-Flusses und erweitert Wei damit an der westlichen Grenze. Danach richtet Marquess Wen die Xihe-Kommandantur ein, die aus den fünf eroberten Städten besteht.
  • Fortsetzung 406
  • 424: Marquess Wen nimmt den Titel „Marquess“ aus eigener Initiative an und erklärt 424 v. Chr. zum ersten Jahr seiner eigenen Regierungszeit. In derselben Zeit bringt er die eigene Herrschaftstitelung in Einklang mit seiner Stellung als Herrscher von Wei.
  • 424: Im Jahr 424 v. Chr. führt Wei Si den Adelstitel „Markgraf“ (Hou) ein und nimmt als Herrscher des Staats Wei offiziell den Rang eines Markgrafen an. Gleichzeitig ist er damit der erste Träger dieses Titels im Staat Wei und begründet die Markgrafen‑Herrschaft seiner Familie.
  • 445: Wèi Sī wird Führer des Wei-Clans. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Viscount Huan an und übernimmt damit die Leitung des Hauses Wei.
  • 446: Im Jahr 446 v. Chr. herrscht im Staat Wei Wei Huan‑zi, der Vater von Wei Si, der später als Marquess Wen von Wei bekannt ist. In diesem Jahr stirbt Wei Huan‑zi, und sein Sohn Wei Si übernimmt die Führung des Hauses Wei und tritt damit als neuer Oberhaupt der Sippe hervor.
  • 446: Im sechsten Regierungsjahr von Duke Ai von Jin stirbt Wèi Huán-zǐ und sein Sohn Wèi Sī folgt ihm nach; Wèi Sī wird damit Marquess Wen von Wei. Er übernimmt die Führung des Wei-Clans und steht an der Spitze eines Hauses, das zu den adeligen Familien gehört, welche die Politik von Jin in der 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. bestimmen.

Qi

  • 408: Qi greift erneut den Staat Lu an und nimmt die Stadt Cheng ein.
  • Fortsetzung 407
  • 411: Tian Zhuang, ein Vorfahr von Yan, stirbt im Jahr 411 v. Chr.
  • 411: Tian Bai stirbt, nachdem er seinem Vater Tian Pan als Anführer der Tian-Familie und faktischer Herrscher gefolgt ist. Sein Sohn Tian Daozi übernimmt diese Position.
  • 412: Qi greift den Staat Lu an.
  • 413: Der Staat Qi greift den Staat Jin an.
  • 455: Herzog Xuan von Qi (persönlicher Name Lü Ji) wird Herrscher des Staates Qi. Kurz nach seinem Amtsantritt stirbt Tian Heng, und sein Sohn Tian Pan folgt ihm als Premierminister und faktischer Herrscher.
  • 456: Herzog Ping (480–456)
  • 481: Tai: Im Jahr 481 v. Chr. tötet Tian Heng Herzog Jian von Qi. Seit diesem Zeitpunkt sind die Anführer des Clans Tian die faktischen Herrscher des Staates Qi, während die Herzöge von Qi nur noch nominell regieren.
  • 485: Bis 405 v. Chr. herrscht Herzog Xuan von Qi als nomineller Herrscher des Staates Qi. Er stirbt 405 v. Chr. nach 51 Regierungsjahren als titulärer Herrscher von Qi. Sein Sohn Lü Dai, Herzog Kang von Qi, folgt ihm auf den Thron.
  • 486: Im Jahr 386 v. Chr. bittet Tian He Markgraf Wu von Wei, für ihn am Hof von König An von Zhou, dem nominellen Herrscher über ganz China, einzutreten. Im selben Jahr erkennt König An Tian He offiziell als Herrscher von Qi an und beendet damit die über sechs Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Hauses Jiang. Tian He wird damit der erste rechtmäßige Herrscher von Qi aus dem Haus Tian und erhält postum den Titel Herzog Tai von Qi. Nach seiner förmlichen Anerkennung verbannt er Herzog Kang in eine Stadt an der Meeresküste.

Chu

  • 408: König Jian, der König des Staates Chu, stirbt im Jahr 408 v. Chr. und hinterlässt den Thron seinem Sohn Xiong Dang, der als King Sheng von Chu bekannt ist. König Jian (431–408)
  • Fortsetzung 407

JAPAN

  • 408: Kōan Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.
  • Fortsetzung 393
  • 475: Nach dem Tod von Itoku und nach einem einjährigen Interregnum übernimmt Kōshō am 9. Tag des 1. Mondmonats den Thron. Seine Regierungszeit beginnt damit im Jahr 475 v. Chr., und der Text nennt für diese Zeit auch den Palast Ikegokoro beziehungsweise Wakinokami als seinen Herrschaftssitz.
  • 489: Kōshō Am 12. Tag des 2. Mondmonats im 22. Regierungsjahr seines Vaters Itoku wird Kōshō im Alter von 18 Jahren zum Kronprinzen ernannt. Der Text nennt für diesen Zeitpunkt ausdrücklich das Jahr 489 v. Chr.
  • 506: Kōshō Kōshō wird nach den alten Reichschroniken Kojiki und Nihonshoki als 5. Tennō von Japan geführt; seine historische Existenz ist zweifelhaft, und er gehört zu den „acht undokumentierten Kaisern“. Sein Eigenname ist Mi-matsu-hiko-kae-shine no mikoto, und in den Überlieferungen werden für seine Mutter unterschiedliche Namen genannt.

QUELLEN

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02.06.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

08.06.2026 Grundstock ergänzt

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