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WELTALL

  • Babylonische Astronomen protokollieren im 9. Jahr des achämenidischen Königs Artaxerxes II. ihre Beobachtungsergebnisse der Mondfinsternis vom 18./19. September (13. Ululu).
  • Fortsetzung 394
  • 663: Miyake-Ereignis Um das Jahr 663 v. Chr. herum trifft ein weiterer starker Strom energiereicher Teilchen die Erde und löst ein Miyake‑Ereignis in historischer Zeit aus. Die erhöhte kosmische Strahlung bewirkt erneut einen sprunghaften Anstieg kosmogener Isotope, sodass in der Atmosphäre mehr C14 produziert wird, das sich in den Jahresringen von Bäumen auf der Nord‑ und Südhalbkugel nachweisen lässt. In modernen Untersuchungen fällt diese Zeitspanne durch einen markanten Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen und durch entsprechende Signaturen in polaren Eisbohrkernen auf. Die Datierung zeigt, dass sich dieses Ereignis nur wenige Jahrhunderte vor Beginn der schriftlich überlieferten Antike ereignet und damit einen wichtigen Referenzpunkt für die Verknüpfung naturwissenschaftlicher Chronologien mit historischen Zeitskalen liefert. Zusammen mit den Ereignissen von 774 und 993 n. Chr. zeichnet 663 v. Chr. ein Bild wiederkehrender, außergewöhnlicher Strahlungsausbrüche, deren Ursache weiterhin unklar bleibt, die aber im Mittel in tausendjährigen Abständen auftreten.
  • Fortsetzung 396
  • 5259: Miyake-Ereignis Im Jahr 5259 v. Chr. setzt ein weiterer kurzzeitiger, aber sehr intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung ein, der die Erde trifft und als Miyake‑Ereignis in Erscheinung tritt. Die kosmische Strahlung verstärkt die Produktion kosmogener Isotope, insbesondere von C14, in der oberen Atmosphäre deutlich über das normale Niveau hinaus. Bäume, die in dieser Zeit wachsen, nehmen das dadurch angereicherte Kohlendioxid auf und bilden Jahresringe, in denen der Radiokohlenstoff‑Gehalt auffällig ansteigt. In der heutigen Laboranalyse erscheint das Jahr 5259 v. Chr. im zeitlichen Verlauf der C14‑Konzentration als gut definierter Peak, dessen Form und Ausdehnung Rückschlüsse auf Dauer und Intensität des zugrunde liegenden kosmischen Ereignisses zulassen. Forschungsarbeiten, die Baumringdaten mit Eisbohrkernen kombinieren, identifizieren 5259 v. Chr. als eines der markantesten bislang entdeckten Ereignisse vor der historischen Zeit und erweitern damit das bekannte Spektrum möglicher Intensitäten dieser Strahlungsausbrüche.
  • 5410: Miyake-Ereignis Im Jahr 5410 v. Chr. ereignet sich ein weiterer intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung, der ein Miyake‑Ereignis in der globalen Isotopensignatur hinterlässt. Die erhöhte kosmische Strahlung erzeugt in der Atmosphäre zusätzliche Mengen an C14, die sich im Kohlendioxid anreichern und in die Biomasse der zu dieser Zeit lebenden Bäume eingehen. In den Jahresringen dieser Bäume bildet sich ein plötzlicher Anstieg des Radiokohlenstoff‑Gehalts ab, der sich mit dendrochronologischen Methoden Jahr für Jahr nachvollziehen lässt. Später werden Holzproben aus archäologischen Kontexten und natürlichen Ablagerungen hochpräzise auf ihren C14‑Gehalt untersucht, wobei 5410 v. Chr. als eigenständiger Peak mit charakteristischer Peakbreite sichtbar wird. Die Analysen verdeutlichen, dass dieses Ereignis nicht isoliert auftritt, sondern zusammen mit anderen Miyake‑Ereignissen eine Abfolge starker Strahlungsausbrüche bildet, die weiterhin nicht eindeutig einer bestimmten astrophysikalischen Quelle zugeordnet werden kann.
  • 7176: Miyake-Ereignis Im Jahr 7176 v. Chr. erreicht erneut ein starker Strom kosmischer Strahlung die Erde und löst ein weiteres Miyake‑Ereignis aus. In der Atmosphäre erhöhen die energiereichen Teilchen die Produktionsrate kosmogener Isotope; es entsteht insbesondere vermehrt C14, das über das atmosphärische Kohlendioxid in das Holz wachsender Bäume gelangt. Die Bäume dieser Zeit bilden Jahresringe mit deutlich erhöhtem Radiokohlenstoff‑Anteil, sodass sich für 7176 v. Chr. ein markanter Sprung im C14‑Profil zeigt. In der Gegenwart analysieren Forschende Baumproben und erkennen diesen abrupten Anstieg als Signatur eines Miyake‑Ereignisses, das sich zeitlich klar von den umliegenden Jahren absetzt. Parallel dazu stützen Eisbohrkerne aus polaren Regionen die Rekonstruktion, indem sie entsprechende Veränderungen anderer kosmogener Isotope wie Beryllium‑10 dokumentieren. Damit etabliert sich 7176 v. Chr. als eines der frühen, heute nachweisbaren Ereignisse in der statistischen Reihe solcher extremen Strahlungsausbrüche, die im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten.
  • 12350: Miyake-Ereignis Um das Jahr 12 350 v. Chr. entsteht in der Atmosphäre der Erde ein außergewöhnlich starker Ausbruch kosmischer Strahlung, der das bislang extremste bekannte Miyake‑Ereignis markiert. In diesem Zeitraum prasseln besonders energiereiche Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und erzeugen dort in großem Umfang kosmogene Isotope wie Radiokohlenstoff C14 und Beryllium‑10. Diese neu gebildeten Isotope mischen sich in das atmosphärische Kohlendioxid, das Pflanzen über die Photosynthese aufnehmen, sodass das Signal des Ereignisses sich dauerhaft in den Jahresringen lebender Bäume einprägt. Zehntausende Jahre später liegen fossile Baumreste vor, in denen Forschende einen abrupten und ungewöhnlich hohen Anstieg des C14‑Gehalts feststellen und daraus schließen, dass um 12 350 v. Chr. ein kosmischer Strahlungsausbruch stattfindet, der die bisherigen Miyake‑Ereignisse an Stärke deutlich übertrifft. Auf Basis hochauflösender Messdaten entsteht eine zeitliche Kurve der Radiokohlenstoff‑Konzentration, in der das Ereignis als scharfer Peak mit charakteristischem zeitlichen Verlauf sichtbar wird, der sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinzieht.

MAYA

  • 400: Xunantunich Zwischen 400 v.Chr. und 250 n.Chr. ist das nur 2 Kilometer nördlich gelegene Actuncan das wesentliche Machtzentrum der Gegend. Xunantunich bleibt in dieser Zeit relativ klein und ohne überregionale Bedeutung.
  • Fortsetzung 300
  • 700: Xunantunich Zwischen 700 und 300 wächst die Bevölkerung Early Xunantunichs wie die anderer Orte der Region deutlich an. Die Lage direkt am Fluss begünstigt den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Fisch und fruchtbaren Ackerböden. Zugleich ermöglicht sie schon zu dieser Zeit die Teilnahme am Handelsnetz zwischen der Karibik, dem Peten und den Maya Mountains.
  • 800: Xunantunich Zwischen 800 und 700 entsteht in Early Xunantunichs eine E-Gruppe. Zu dieser Zeit ist sie noch Ausdruck eines gemeinschaftlich und öffentlich zelebrierten Ritus, zugleich aber ein erstes Anzeichen sozialer Differenzierung und beginnender Hierarchie. In dieselbe Zeit fällt die lokale Entwicklung hin zu herausgehobenen Ahnen und schließlich zur Etablierung eines Königtums.
  • 1100: Xunantunich: Gesichert ist die Besiedlung ab der Muyal-Phase seit 1100 In dieser Zeit gehört Early Xunantunichs bereits zu den frühen Siedlungsräumen des Ortes. Die lokale Periodisierung ordnet diese Phase der frühen bis mittleren Präklassik zu.
  • 2500: Xunantunich Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus dem Areal Early Xunantunichs rund 800 Meter östlich des heutigen Zentrums. Sie reichen zurück bis in die präkeramische Zeit um ungefähr 2500 v. u. Z., wobei nicht klar ist, ob der Ort seither kontinuierlich bewohnt war. Das Areal liegt am Mopan und bildet den ältesten bekannten und zugleich am längsten nachweislich besiedelten Teil von Xunantunich.

GERMANEN

KELTEN

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCLVIII = 358)

  • Interrex Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit)
    Valerius wird als Interrex eingesetzt, um die Wahlen der Konsuln abzuhalten. Daneben gibt es zwei weitere bekannte Interreges, Camillus und Servilius, die während dieser Komitien eingesetzt werden; wer die Wahl schließlich abschließt, bleibt unklar. Im selben Jahr endet die Belagerung von Veji erfolgreich.
  • Konsulartribun Quintus Manlius Vulso Capitolinus
    Quintus Manlius Vulso Capitolinus amtiert als einer von insgesamt sechs Konsulartribunen. Laut Titus Livius sollen in diesem Jahr die gleichen Obermagistrate wie 400 gewählt worden sein, wonach der aus der Gens Manlia stammende Konsulartribun Publius Manlius Vulso hätte heißen müssen. Doch erstens ist der Name des Manlius in der handschriftlichen Überlieferung des Livius-Textes ausgefallen und zweitens lässt sich die Behauptung des römischen Geschichtsschreibers anhand der Fasti Capitolini und der Angaben des griechisch-sizilischen Historikers Diodor als falsch erweisen: zwei Quellen geben Manlius’ Pränomen als Quintus an. Das für Manlius relevante Fragment der Fasti Capitolini ist zwar nur so weit erhalten, dass daraus sein Vor- und Familienname sowie das Pränomen seines Vaters (Aulus) erkennbar ist, doch überliefert eine spätantike Fastenliste sein Cognomen als Vulso. Da der vollständige Name des Konsulartribuns von 405, 402 sowie 397 Aulus Manlius A. f. Cn. Vulso Capitolinus lautet, nehmen die Herausgeber des CIL darüber hinaus die gleiche Filiation und das gleiche zweite Cognomen Capitolinus auch für den hier behandelten Manlier an.
  • Lucius Titinius Pansa Konsulartribun Saccus Lucius Titinius Pansa Saccus (2.Amtszeit)
    Lucius Titinius Pansa Saccus wird nach 400 erneut zum Tribun mit konsularischer Gewalt gewählt. Lucius Titinius und sein Amtskollege Gnaeus Genucius führen die Soldaten gegen die Falisken und die Kapenaten. Gnaeus Genucius kämpft an der Front und fällt im Kampf. Lucius Titinius hält während der gesamten Schlacht seine Stellung auf einem Hügel. Die Nachricht von der Niederlage verbreitet sich von Rom bis Veii.
  • Konsulartribun Gnaeus Genucius Augurinus (2. Amtszeit)
    Nach 399 bekleidet Gnaeus Genucius Augurinus das Konsulartribunat zum zweiten Mal. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Lucius Titinius Pansa Saccus soll er als Oberkommandierender einer römischen Armee gegen die Falisker und Capenaten zu Felde ziehen. Aufgrund ihrer Unbesonnenheit geraten die beiden hohen Militärführer in einen Hinterhalt, und im anschließenden Gefecht fällt der in den vordersten Reihen kämpfende Genucius. Titinius sammelt seine Streitkräfte auf einer Anhöhe, wagt aber nicht, wieder in die Ebene herabzusteigen und das Gefecht zu erneuern. Die Notiz des Todes von Genucius könnte eine Dublette von jener des Todes von Lucius Genucius Aventinensis sein, der 362 als Konsul im Kampf gegen die Herniker gefallen sein soll. Genucius könnte mit dem von Gaius Gracchus in einer Rede an das Volk irrtümlich als Volkstribun bezeichneten Homonym identisch sein.
  • Konsulartribun Publius Licinius Calvus Esquilinus (1. Amtszeit)
    Publius Licinius Calvus wird nach 400 zum zweiten Mal Konsulartribun. Laut Livius lehnt er nach seiner Wiederwahl die Übernahme dieses Postens aus Altersgründen ab, obwohl das nach nur vier Jahren wenig plausibel erscheint. Stattdessen macht er den Vorschlag, seinen jungen Sohn zu wählen, und auch alle seine früheren Amtskollegen werden wieder Mitglieder des höchsten Beamtengremiums. Diese Erzählung stimmt mit Livius’ früherer Angabe überein, dass Publius Licinius Calvus beim Antritt seines ersten Konsulartribunats bereits recht bejahrt gewesen sei. Sie widerspricht jedoch den Fasti Capitolini, nach denen er sehr wohl ein zweites Mal amtiert, sowie den von Livius selbst für 400 und 396 angegebenen Namenslisten, nach denen nur drei der sechs Konsulartribunen wiedergewählt werden. Während seines zweiten Konsulartribunats erobert und zerstört der Diktator Marcus Furius Camillus die mit Rom rivalisierende Etruskerstadt Veji. Kurz vor dem Fall der Stadt fragt er angeblich den Senat, wie die zu erwartende Beute verteilt werden solle. Die Senatoren sind geteilter Meinung. Publius Licinius Calvus, der von seinem angeblich als Konsulartribun amtierenden Sohn als Erster um seine Meinung gefragt wird, vertritt den Standpunkt, dem Volk solle bekanntgegeben werden, dass jeder, der wolle, zur Beuteverteilung nach Veji kommen könne. Appius Claudius Crassus Inregillensis lehnt eine solche Großzügigkeit ab und plädiert für eine Auszahlung der Beute als Sold an die Krieger. Die Ansicht des Publius Licinius Calvus setzt sich dann durch. Die Leute zollen aber weder dem Diktator noch dem Senat Dank, sondern nur dem Geschlecht der Licinier, weil in ihren Augen der populäre Beschluss, dass alle Anteil an der Beute erhalten sollen, ausschließlich durch die Initiative des alten Publius Licinius Calvus und seines Sohnes zustande kommt.
  • Konsulartribun Publius Maelius Capittolinus (2. Amtszeit)
    Publius Maelius Capitolinus wird nach 400 erneut zum konsularischen Militärtribunen gewählt. Während die Belagerung von Veii weiterläuft, ziehen seine Amtskollegen Lucius Titinius und Cnaeus Genucius gegen die Falisker und die Capenater, geraten jedoch in einen Hinterhalt. Cnaeus Genucius fällt im Kampf, Lucius Titinius rettet sich mit den Überlebenden. Die Nachricht über die Niederlage des römischen Heeres versetzt Rom und die Truppen vor Veii in Panik, sodass Teile der Soldaten in die Stadt zurückkehren. Erst die Ernennung von Marcus Furius Camillus zum Diktator bringt die Ruhe in die Stadt und ins Heer zurück; dieses gestärktes Heer bewirkt danach den Fall von Veii nach einer zehnjährigen Belagerung.
  • Konsulartribun Lucius Atilius Priscus (2. Amtszeit)
    Lucius Atilius Priscus wird nach 399 erneut zum Konsulartribun gewählt. Während die Belagerung von Veji andauert, ziehen Lucius Titinius und Gnaeus Genucius gegen die Falisker und Capenaten. Sie geraten jedoch in einen Hinterhalt. Gnaeus Genucius fällt im Kampf, während Lucius Titinius mit den Überlebenden entkommt. Die Nachricht von der Niederlage des römischen Heeres versetzt Rom und die vor Veji lagernden Truppen in Panik. Einige Soldaten kehren in die Stadt zurück. In Rom verbreiten sich alarmierende Berichte über eine mögliche Bedrohung der Stadt; Menschen strömen ungeordnet zu den Mauern, und die Frauen begeben sich in die Tempel, um zu den Göttern zu beten. Erst die Ernennung von Marcus Furius Camillus zum Diktator stellt die Ordnung wieder her. Unter seiner Führung beruhigen sich Stadt und Heer, und das römische Heer führt schließlich die Eroberung von Veji nach einer zehnjährigen Belagerung herbei.
  • Diktator Marcus Furius Camillus (1. Amtszeit)
    Die tribuni mit konsularischer Gewalt erleiden militärische Rückschläge gegen die Faliscer und die Capenaten, wobei einer von ihnen, Gnaeus Genucius Augurinus, fällt. Der Senat greift zur außergewöhnlichen Magistratur der Diktatur, um die militärischen Operationen zu bündeln und die Belagerung von Véies zu entscheiden, und wählt Camillus, dessen frühere Siege über die Capenaten ihn empfehlen. Camillus ernennt Publius Cornelius Maluginensis zu seinem Magister equitum (Reiteroberst). Camillus, von der Überlieferung als vom Schicksal bestimmtes Werkzeug (dux fatalis) dargestellt, schlägt die Faliscer und Capenaten und nimmt nach zehnjähriger Belagerung die etruskische Stadt Véies ein, die er plündern lässt. Er ordnet an, die Bewohner von Véies als Gefangene zu verkaufen, was möglicherweise die erste große Massenversklavung in der römischen Geschichte darstellt. Nach seiner Rückkehr nach Rom feiert Camillus einen großen Triumph. Als Diktator wählt er auf dem Aventin einen Platz für einen Tempel der Juno Regina und weiht den Tempel der Mater Matuta gemäß zwei Gelübden, die er vor der Schlacht bei Véies abgelegt hat; anschließend legt er das Diktatoramt nieder. Die Verteilung der Beute verdunkelt jedoch diesen Erfolg. Mit Zustimmung des Senats hat Camillus seinen Soldaten und freiwilligen römischen Bürgern erlaubt, die gesamte Beute der Einnahme von Véies für sich zu nehmen. Da er vor der Schlacht gelobt hat, ein Zehntel der Beute dem Apollon zu weihen, und nun die Beute in privaten Händen zerstreut ist, beschließen die Pontifices, dass jeder den zehnten Teil seines persönlichen Anteils zurückzugeben hat, um das Gelübde zu erfüllen. Dieser Beschluss macht Camillus beim Volk unpopulär. Als die Durchführung dieser Regel Schwierigkeiten bereitet, erlauben die Pontifices, dass jeder den Wert seines Anteils selbst schätzt und den zehnten Teil dieses Wertes an den Staatsschatz zahlt. Plutarch schildert, wie gegen arme Soldaten sogar Gewalt angewandt wird und wie Camillus eingesteht, sein Gelübde vergessen zu haben, was den Unmut des Volkes weiter steigert. - Die russische Wikipedia fasst dieses Jahr so, dass Camillus im Jahr 396 den etruskischen Stadtstaat Veiī nach zehnjähriger Belagerung erobert und anschließend der ungerechten Verteilung der Kriegsbeute beschuldigt wird. In der Folge hält er die Anklagen für ungerecht und begibt sich freiwillig ins Exil in die Stadt Ardea.
  • Magister equitum Publius Cornelius Scipio
    Publius Cornelius Scipio ist während der Diktatur des Furio Camillus der Kommandant der Reiterei im Krieg gegen Veii.
  • Magister militum Publius Cornelius Maluginensis
    Maluginensis wird vom Diktator Marcus Furius Camillus zum Reiteroberst gewählt. Gemeinsam besiegen sie die Falisken und die Capenaten, die zwei der Militärtribunen des Jahres in Schwierigkeiten gebracht haben, und sie beenden die Belagerung von Veii. Für diesen Sieg feiert Camillus einen großen Triumph. Die antiken Autoren Tite-Live und Plutarch setzen diesen Reiteroberst mit einem Publius Cornelius Scipio gleich, der dann das erste Mitglied dieser Linie wäre, das eine hohe Magistratur erreicht.
  • Fortsetzung 395
  • 397: Interregent Marcus Furius Camillus (1. Amtszeit Der amtierende Kollegialkörper der tribuni mit konsularischer Gewalt ist gezwungen, sein Amt vor Ablauf des Jahres niederzulegen, weil die Wahl als irregulär gilt. Es folgt eine Reihe von Interregna, unter den Interregenten befindet sich auch Camillus, der an der Organisation neuer Wahlen beteiligt ist.
  • 397: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (4. Amtszeit) Im folgenden Jahr wird Medullinus zum vierten Mal Konsulartribun gewählt, zusammen mit Lucius Iulius Iulus, Aulus Postumius Albinus Regillensis, Publius Cornelius Maluginensis, Lucius Sergius Fidenas und Aulus Manlius Vulso Capitolinus. In diesem Jahr setzen Medullinus und seine Kollegen die Belagerung von Veii fort. Zugleich müssen sie einen Angriff der Volsker auf die Besatzung in Anxur und einen Angriff der Aequer auf die Kolonie Labico hinnehmen. In diese ohnehin schwierige militärische Lage fallen außerdem Raubzüge der Tarquinier, die die Gelegenheit nutzen wollen, weil sie glauben, dass die Römer keine Gegenangriffe unternehmen können. Stattdessen wird durch Aulus Postumius und Lucius Iulius ein Heer aufgestellt, das die Plünderer bei Caere überrascht und die Stadt den Etruskern entreißt. Die Gesandten, die das Orakel von Delphi befragt haben, kehren mit einer Antwort zurück, die den Römern den Sieg in Aussicht stellt und die Erneuerung der alten Riten fordert. Wegen fehlerhafter Wahlen wird beschlossen, dass die notwendige Maßnahme zur Wiederherstellung der vernachlässigten Riten im Abdanken aller Konsulartribunen für den Rest ihrer Amtszeit besteht, worauf drei Interregna folgen, bevor neue Konsulartribunen gewählt werden.
  • 397: Lucius Valerius Potitus Die nach Delphi entsandte Gesandtschaft kehrt zurück. Lucius Valerius Potitus’ Rolle als Konsulartribun wird in den Quellen teilweise bezweifelt.
  • 397: Interrex Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) 397 v. Chr. hat Valerius das Amt eines Interrex inne. Dies geschieht nach der Rückkehr der Gesandtschaft aus Delphi.
  • 397: Konsulartribun Publius Cornelius Maluginensis (1. Amtszeit) Publius Cornelius Maluginensis ist im Jahr 397 v. Chr. Militärtribun mit konsularischer Gewalt. Er ist dabei mit fünf weiteren Kollegen im Amt, und alle sind Patrizier. Die Tribunen verteilen sich auf verschiedene Fronten, um gegen die Volsker, die Äquer, die Veienter, die Falisken, die Capenaten und gegen Banditen aus Tarquinia zu kämpfen. Nach Tite-Live wird das Kollegium der Tribunen vor dem Ende ihrer Amtszeit zum Rücktritt gezwungen, weil die Wahl als unregelmäßig gilt.
  • Fortsetzung 396
  • 398: Konsulartribun Marcus Valerius Lactucinus (1. Amtszeit) Marcus Valerius Lactucinus Maximus wird im Jahr 398 v. Chr. zum Konsulartribun gewählt. Zu seinen Amtskollegen gehören Lucius Valerius Potitus, Marcus Furius Camillus, Lucius Furius Medullinus, Quintus Servilius Fidenas und Quintus Sulpicius Camerinus Cornutus. Die Römer setzen die Belagerung von Veji fort. Unter dem Kommando von Lucius Valerius Potitus und Marcus Furius Camillus plündern sie die Städte Falerii und Capena, die mit den Etruskern verbündet sind. Im selben Jahr kommt es zu einem ungewöhnlichen Anstieg des Wassers des Albaner Sees. Um die Bedeutung dieses Ereignisses zu klären, werden Gesandte entsandt, um das Orakel von Delphi zu befragen. Gleichzeitig äußert ein alter Seher aus Veji eine Weissagung, wonach die Römer Veji erst erobern werden, wenn das Wasser des Albaner Sees wieder auf sein normales Niveau zurückgekehrt ist. Die Amtszeit dieses Jahres ist in den Fasti Capitolini verzeichnet und wird auch bei Titus Livius erwähnt, jedoch nicht bei Diodor.
  • 398: Konsulartribun Marcus Furius Camillus (2. Amtszeit) Camillus ist nach 401 erneut Tribun mit konsularischer Gewalt, wiederum mit fünf patrizischen Kollegen. Die meisten Tribunen lösen die bisherigen Kommandeure des erfolglosen Belagerungsheeres vor Véies ab, ohne den Konflikt beenden zu können. Währenddessen führt Camillus einen Feldzug gegen die Capenaten, Verbündete der Véer, und kehrt mit reicher Beute nach Rom zurück, wodurch er sich einen Ruf als geschickter Feldherr erwirbt.
  • 398: Konsulartribun Quintus Servilius Fidenas (2. Amtszeit) Quintus Servilius Fidenas wird erneut zum Konsulartribun gewählt. Seine Amtskollegen sind Lucius Valerius Potitus, Marcus Furius Camillus, Lucius Furius Medullinus, Marcus Valerius Lactucinus Maximus und Quintus Sulpicius Camerinus Cornutus. Die Römer setzen die Belagerung von Veji fort. Unter dem Kommando von Valerius Potitus und Furius Camillus verwüsten sie Falerii und Capena, Städte, die mit den Etruskern verbündet sind. Im selben Jahr kommt es auch zum ungewöhnlichen Anstieg der Wasser des Albaner Sees. Um seine Bedeutung zu deuten, senden die Römer Gesandte zum Orakel von Delphi. Ein alter Seher von Veji äußert zudem die Weissagung, dass die Römer Veji niemals erobern würden, bevor das Wasser des Albaner Sees wieder seinen gewöhnlichen Stand erreicht habe.
  • 398: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (5. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird erneut, zum fünften und letzten Mal, zum Konsulartribunen gewählt und hat sechs Kollegen. Der Krieg gegen die Volsker und die Veii geht weiter, wobei er gegen die Volsker befehligt und erfolgreich kämpft; er verwüstet das Gebiet der Volsker. Während seine Kollegen außer Camillus die Belagerung von Veii fortsetzen, geschieht am Albaner See ein Naturereignis, worauf eine Gesandtschaft nach Delphi geschickt wird, um das Orakel des Apollo zu befragen. Die Gesandten kehren im folgenden Jahr zurück.
  • 398: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (3. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus wird zum dritten Mal Konsulartribun gewählt, zusammen mit Lucius Valerius Potitus, Marcus Valerius Lactucinus Maximus, Quintus Servilius Fidenas, seinem berühmten Bruder Marcus Furius Camillus und Quintus Sulpicius Camerinus Cornutus. Medullinus und einige seiner Kollegen setzen die Belagerung von Veii fort, während Valerius Potitus und Medullinus’ Bruder Furius Camillus die mit den Etruskern verbündeten Städte Falerii und Capena plündern. In diesem Jahr kommt es auch zu einem ungewöhnlichen Anstieg des Wassers des Albaner Sees. Um dessen Bedeutung zu deuten, werden Gesandte zum Orakel von Delphi geschickt, obwohl ein alter Prophet aus Veii eine Vorhersage durchscheinen lässt: Immer wenn das Wasser des Albaner Sees überläuft und die Römer es auf die vorgeschriebene Weise ableiten, werde ihnen der Sieg über die Veienter geschenkt; bis dahin würden die Götter die Mauern von Veii nicht verlassen. [en.wikipedia]
  • 398: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (5. Amtszeit) Valerius wird für seine fünfte und letzte Amtszeit als Konsulartribun im Jahr 398 v. Chr. gewählt. Er teilt das Amt mit einem früheren Kollegen, Camillus, und mit Marcus Valerius Lactucinus Maximus, Lucius Furius Medullinus, Quintus Servilius Fidenas und Quintus Sulpicius Camerinus Cornutus. Der Krieg gegen die Falisker und die Vejer geht weiter, und Valerius führt den Befehl gegen die Falisker. Er kämpft erfolgreich und verwüstet das Gebiet der Falisker. Seine Kollegen setzen mit Ausnahme von Camillus, der in Rom bleibt, die Belagerung von Veji fort. Am Albaner See tritt ein Naturphänomen auf, woraufhin eine Gesandtschaft nach Delphi geschickt wird, um das Orakel des Apollon zu befragen. Es bleibt ungewiss, ob der unter den Gesandten genannte Valerius mit Lucius Valerius Potitus oder mit seinem nahen Verwandten Gaius Valerius Potitus Volusus identisch ist. Die übrigen Mitglieder der Gesandtschaft sind Gnaeus Cornelius Cossus, Publius Licinius Calvus Esquilinus und ein Fabius Ambustus, entweder Caeso oder Numerius, die alle mit Ausnahme des Licinius frühere Kollegen des Valerius sind. Die Gesandtschaft kehrt im Jahr 397 v. Chr. zurück. Valerius’ Rolle als Konsulartribun wird hier teilweise bezweifelt, da Diodorus ihn wie schon 401 v. Chr. aus diesem Kollegium auslässt und Livys Nennung des Valerius wie eine Wiederholung wirkt. Im selben Jahr wird Lucius Valerius Potitus außerdem vom Senat als Teilnehmer einer Gesandtschaft nach Delphi geschickt, um das dortige Orakel zu konsultieren.
  • 398: Publius Licinius Calvus Esquilinus Publius Licinius Calvus gehört möglicherweise einer römischen Gesandtschaft zum Orakel von Delphi an.
  • 399: Konsulartribun Gnaeus Genucius Augurinus (1.Amtszeit) Gnaeus Genucius Augurinus entstammt dem alten bedeutenden Plebejergeschlecht der Genucier und ist ein hoher Magistrat der frühen Römischen Republik. Laut den Fasti Capitolini tragen der Vater und der Großvater des Genucius das Pränomen Marcus. Nach der Meinung des Althistorikers Friedrich Münzer, der hier Theodor Mommsen folgt, fälscht der Redaktor der Fasti Capitolini das von Titus Livius nicht erwähnte Cognomen Augurinus, da es Vertretern der Genucier erst beigelegt worden sein kann, nachdem einer von ihnen, Gaius Genucius, 300 v. Chr. unter den ersten plebejischen Auguren gewesen ist. Erstmals ist Genucius in diesem Jahr Konsulartribun.
  • 399: Konsulartribun Lucius Atilius Priscus (2. Amtszeit) Lucius Atilius Priscus wird erstmals zum Konsulartribun gewählt. Marcus Veturus ist in diesem Jahr der einzige Patrizier unter den sechs gewählten höchsten Magistraten. Im selben Jahr findet in Rom erstmals ein Lectisternium statt. Während der militärischen Operationen führen Lucius Atilius Priscus und seine Kollegen Krieg gegen die Vejenter, Falisker und Capenaten. Während der Belagerung von Veji kommt es zu einem plötzlichen Zustrom von Truppen der Capenaten und Falisker, die die römischen Belagerungstruppen überraschen. Die Römer reagieren jedoch rasch und organisieren eine Gegenoffensive, die die Angreifer in die Flucht schlägt. Dabei erinnern sie sich an frühere Ereignisse aus dem Jahr 402, als ähnliche Situationen unter den Konsulartribunen Manius Sergius Fidenas und Lucius Verginius Tricostus Esquilinus auftraten.
  • 400: Lucius Titinius Pansa Konsulartribun Saccus Lucius Titinius Pansa Saccus (1. Amtszeit) Lucius Titinius Pansa Saccus wird zum Tribun mit konsularischer Gewalt gewählt. Zu seinen Kollegen gehören Publius Licinius Calvus Esquilinus, Publius Manlius Vulso, Publius Maelius Capitolinus, Spurius Furius Medullinus und Lucius Publius Philo Vulscus. In diesem Jahr erobern die Römer die Stadt Anxur erneut.
  • 400: Konsulartribun Publius Licinius Calvus Esquilinus (1. Amtszeit) Publius Licinius Calvus Esquilinus gehört dem römischen Plebejergeschlecht der Licinier an und bekleidet das Amt des Konsulartribuns. Laut der Filiationsangabe der Fasti Capitolini tragen sowohl sein Vater als auch sein Großvater ebenfalls das Pränomen Publius. Titus Livius berichtet, dass Publius Licinius Calvus beim Antritt seines ersten Konsulartribunats bereits ein relativ alter Senator ist und seine Wahl nach einer Überlieferung der Popularität seines patrizischen Bruders und vorjährigen Konsulartribunen Gnaeus Cornelius Cossus verdankt. Nach einer abweichenden Version hält er eine vermittelnde Rede, die von Patriziern und Plebejern gleichermaßen begrüßt wird. Livius behauptet außerdem fälschlicherweise, Publius Licinius Calvus sei 400 als erster Plebejer in dieses hohe Staatsamt aufgerückt. Tatsächlich haben von Anfang an auch Plebejer dieses Amt inne. In der Darstellung erscheint er möglicherweise als Halbbruder des einflussreichen Gnaeus Cornelius Cossus und als Sohn einer Patrizierin. 400 sind erstmals zwei Drittel der amtierenden sechs Konsulartribunen Plebejer.
  • 400: Konsulartribun Publius Maelius Capittolinus (1. Amtszeit) Publius Maelius Capitolinus wird im Jahr 400 v. Chr. zusammen mit Publius Licinius Calvus Esquilinus, Lucius Publilius Vulscus, Lucius Titinius Pansa Saccus, Publius Manlius Vulso und Spurius Furius Medullinus zum konsularischen Militärtribunen gewählt. Während dieses Tribunats erobert Rom Terracina im Latium zurück. In der italienischen Fassung des Textes wird außerdem genannt, dass Publius Licinius der erste Plebejer ist, der in das höchste römische Amt gewählt wird, und dass Rom in diesem Jahr Anxur von den Volskern zurückerobert.
  • 401: Konsulartribun Marcus Furius Camillus (1. Amtszeit) Camillus wird zum ersten Mal zum tribunus militum consulari potestate gewählt, zusammen mit fünf weiteren patrizischen Kollegen. Die tribuni teilen die militärischen Oberbefehle unter sich auf und setzen den langen Krieg gegen Véies und seine etruskischen Verbündeten fort. Während seine Kollegen gegen die Véier, die Volsker von Anxur und die Capenaten kämpfen, führt Camillus einen Feldzug gegen Falérien.
  • 401: Konsulartribun Kaeso Fabius Ambustus (2. Amtszeit) Kaeso Fabius Ambustus bekleidet das zweite Konsulartribunat. In diesem Jahr bleibt die Stadt von großen Polemiken geprägt, die durch die Tribunen der Plebejer wegen der schlechten Kriegsführung verstärkt werden; zugleich wird die harte Lage am Kriegsschauplatz vor Veji beschrieben. Die Tribunen der Plebejer bringen schließlich Manio Sergio Fidenate und Lucio Verginio Tricosto Esquilino vor Gericht, und beide werden zu einer Geldstrafe von 10.000 assen verurteilt. Auf militärischer Seite erobern die Römer unter Manio Emilio und Cesone Fabio die im Vorjahr bei Veji verlorenen Stellungen zurück, während Valerio Potito die Kampagne gegen die Volsker zur Rückeroberung von Anxur übernimmt, das daraufhin belagert wird.
  • 401: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (4. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus ist im vierten Tribunat einer von fünf Kollegen. Im Krieg an mehreren Fronten erhält er durch das Los das Kommando im Krieg gegen die Volsker und beginnt nach einem missglückten Angriff die Belagerung von Anxur, die erst im folgenden Jahr erfolgreich wird.
  • 401: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (4. Amtszeit) Zwei Jahre später, im Jahr 401, wird Valerius erneut zum Konsulartribunen gewählt. Er teilt das Amt mit zwei früheren Kollegen, Cossus von 406 v. Chr. und Aemilius von 403 v. Chr., sowie mit drei weiteren Männern: Camillus, Lucius Julius Iulus und Caeso Fabius Ambustus. In diesem Jahr herrscht Krieg gegen die Volsker, Falerii, Veji und die Capena. Valerius führt den Befehl in Anxur gegen die Volsker. Während Rom 402 v. Chr. bei Veji unter einem jungen und unerfahrenen Konsularkollegium besiegt worden ist, besteht dieses Kollegium, dem Valerius angehört, aus außergewöhnlich erfahrenen Konsularen. Neben dem Krieg gibt es in Rom weiterhin inneren Konflikt: Drei Volkstribunen, Marcus Acutius, Gaius Lacerius und Gnaeus Trebonius, geraten im Zusammenhang mit der Lex Trebonia in Streit. Zusätzlich laufen rechtliche Verfahren gegen zwei ehemalige Konsularen, Lucius Verginius Tricostus Esquilinus und Manius Sergius Fidenas, die von den anderen drei Volkstribunen betrieben werden und die Konsularen wegen ihres Verhaltens und der Niederlage gegen die Vejer und Falisker angreifen. Schließlich schließen sich die Volkstribunen unter einem Vorschlag für ein neues Agrargesetz zusammen. Diodorus lässt Valerius in seinem Bericht dieses Jahres als einen der Konsularen weg, aber andere Quellen bestätigen ihn.
  • 402: Konsulartribun Quintus Servilius Fidenas (1. Amtszeit) Quintus Servilius Fidenas wird in diesem Jahr zum ersten Mal zum Konsulartribun gewählt. Seine Amtskollegen sind Lucius Verginius Tricostus Esquilinus, Gaius Servilius Ahala, Quintus Sulpicius Camerinus Cornutus, Aulus Manlius Vulso Capitolinus und Manius Sergius Fidenas. Während Veji weiter von den Römern belagert wird, kommen Truppen der Capenaten und Falisken zur Hilfe. Diese greifen den unter Manius Sergius stehenden Abschnitt an und bringen ihn sofort in Bedrängnis, auch weil veientische Verstärkungen auf dem Schlachtfeld eintreffen. Zwischen Manius Sergius Fidenas und Lucius Verginius, der das nächstgelegene Lager befehligt, besteht ein Konflikt, der zur Niederlage des römischen Heeres beiträgt. Das Lager, in dem die Soldaten des Sergius wohnen, wird zerstört. Nach dem Vorfall beschließt der Senat, die Wahl der neuen Konsulartribunen auf die Kalenden des Oktober vorzuverlegen. In diesem Jahr wird außerdem das bewaffnete Lager von Anxur von den Volskern überwältigt.
  • 403: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (3. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus gehört erneut einer Kollegium von Konsulartribunen an, das in diesem Jahr aus acht Männern besteht. Die Belagerung von Veii dauert an, und das römische Heer setzt die Kampfhandlungen erstmals auch im Winter fort.
  • 403: Marcus Furius Camillus Marcus Furius Camillus, um 446 geboren, stammt aus der patrizischen Familie der Furier, genauer aus der Linie der Furii Camilli, die zu den ältesten und vornehmsten Geschlechtern Roms gehört. Er ist Sohn von Lucius Furius Medullinus, Enkel von Spurius Furius Medullinus Fusus und gehört somit zur gens Furia. 403 übt Marcus Furius Camillus seine erste höhere Magistratur aus. Nach Tite-Livius kann er Tribun mit konsularischer Gewalt sein, wahrscheinlicher ist aber, dass er Zensor oder Tribun mit zensorischer Gewalt ist und zusammen mit Marcus Postumius Albinus Regillensis amtieren. In diesem Jahr verhängen beide Zensoren eine Geldbuße über römische Junggesellen, die ledig geblieben sind, und drängen sie, die zahlreichen Kriegswitwen zu heiraten. Sie heben außerdem eine Steuerbefreiung für Waisen auf, um die öffentlichen Mittel zu erhöhen und den Staatsschatz wieder aufzufüllen, der durch die vielen Feldzüge der vergangenen Jahre geleert ist. Plutarch berichtet, dass diese Maßnahmen vor allem dazu dienen, das Staatsvermögen nach zahlreichen militärischen Unternehmungen wiederherzustellen, und Valerius Maximus überliefert die mahnende Rede, mit der Camillus und Postumius den ledigen Männern ihre Pflicht zur Familiengründung vorhalten.
  • 403: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (3. Amtszeit) Valerius bekleidet seine dritte Konsulartribunenstelle. Er teilt das Amt mit Manius Aemilius Mamercinus, Appius Claudius Crassus Inregillensis, Marcus Quinctilius Varus, Lucius Julius Iulus und Marcus Furius Fusus. Das Kollegium besteht mit Ausnahme von Aemilius und Valerius aus lauter Erstmaligen im Konsularamt. Livy zählt bei der Beschreibung dieses Kollegiums fälschlich die beiden Zensoren Marcus Furius Camillus und Marcus Postumius Albinus Regillensis zum Konsularkollegium. In diesem Jahr setzt sich der seit 406 gegen Veji geführte Krieg fort, und alle Konsularen, einschließlich Valerius, führen Heere gegen Veji, mit Ausnahme von Claudius, der in Rom bleibt. Die langen Kriegsjahre und die neuen Zahlungen an die Soldaten scheinen die Wirtschaft Roms belastet zu haben, und die beiden Zensoren Camillus und Postumius erheben neue Steuern auf Junggesellen und Waisen.
  • 404: Konsulartribun Kaeso Fabius Ambustus (1. Amtszeit) Kaeso Fabius Ambustus gehört erstmals dem obersten Magistratskollegium der Konsulartribunen an und wird zum Konsulartribun gewählt. Nach der Überlieferung erobern die Römer damals eine Stadt der Volsker namens Artena, wobei ihnen die Erstürmung der Zitadelle Probleme bereitet.
  • 405: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (2. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus wird in diesem Jahr zum zweiten Mal Konsulartribun gewählt, zusammen mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus, Aulus Manlius Vulso Capitolinus, Quintus Quinctius Cincinnatus, Gaius Iulius Iulus und Manius Aemilius Mamercinus. Rom führt den Krieg nach Veii; Medullinus und seine Kollegen belagern die Stadt, die die anderen etruskischen Städte nicht zum Krieg gegen Rom bewegen kann. Kurz nach Beginn dieser Belagerung hält die Gesamtheit der Etrusker einen stark besuchten Rat am Heiligtum der Voltumna ab, kann aber keine Entscheidung darüber treffen, ob das ganze Volk zur Verteidigung der Veienter in den Krieg ziehen soll.
  • 406: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird erneut zum Konsulartribunen gewählt und hat diesmal drei Kollegen. Der Senat bringt in das Volk die Forderung ein, Krieg gegen Veii zu erklären, weil dort römische Gesandte beleidigt worden sind; die Plebejer lehnen dies ab. Danach führen die Tribunen Krieg gegen die Volsker: Lucius Valerius handelt gegen Antium, und anschließend nimmt er mit Numerius Fabius Ambustus Anxur ein und plündert es. Die erbeutete Beute geht an die Legionäre, die zum ersten Mal in der Geschichte Roms für dieses Jahr Sold erhalten.
  • 406: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit) Valerius Potitus wird auch für das Jahr 406 zum Konsulartribunen gewählt. Er greift Antium an. In diesem Jahr führt er zusammen mit drei Verwandten seiner früheren Kollegen des Jahres 414 das Amt aus: Publius Cornelius Rutilus Cossus, Gnaeus Cornelius Cossus und Numerius Fabius Ambustus. Es herrscht Krieg gegen die Volsker und die Vejer, wobei Valerius das Heer in Antium kommandiert. Während frühere Kämpfe defensive Schlachten in der Nähe des Algidus sind, gewinnen die Römer in diesem Jahr gegen die Volsker Gelände. Die Konsularen setzen ein neues Gesetz durch, das den Sold für Soldaten festlegt und Rom in Richtung eines professionalisierten Heeres schiebt. Diodorus lässt in seinem Bericht des Jahres Gnaeus Cornelius aus dem Kollegium weg, und Livy lässt Cornelius zwar eine passive Rolle spielen und in Rom bleiben, was darauf hindeuten kann, dass das Kollegium nur aus drei Mitgliedern besteht: Rutilus, Fabius und Valerius.
  • 407: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus wird in diesem Jahr zum Konsulartribun gewählt, zusammen mit Numerius Fabius Vibulanus, Gaius Valerius Potitus Volusus und Gaius Servilius Ahala; alle seine Kollegen sind zum zweiten Mal Konsulartribunen. Nach dem Ablauf des Waffenstillstands mit Veii sendet Rom eine Gesandtschaft, um Ersatz für die erlittenen Schäden und Verletzungen zu verlangen. An der Grenze treffen diese Männer auf eine Gesandtschaft der Veienter, die darum bittet, nicht nach Veii weiterzugehen, bevor sie selbst vor dem römischen Senat gewesen ist. Der Senat willigt ein, von den Veientern keinen Vergleich zu fordern, weil diese in inneren Streitigkeiten stehen. Die Römer verlieren jedoch, weil sie nicht rechtzeitig entscheiden können, die Besatzung in Verrugo; sie wird von Aequer und Volskern niedergemetzelt. Ein Entsatzheer trifft nach dem Massaker ein; da es den gefallenen Kameraden nicht mehr helfen kann, überrascht es den Feind und tötet ihn, während dieser mit der Plünderung Verrugos beschäftigt ist.
  • 409: Konsul Lucius Furius Medullinus (2. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus ist in diesem Jahr zum zweiten Mal Konsul, gemeinsam mit Gnaeus Cornelius Cossus. Während seines Konsulats bewirken drei Plebejische Volkstribunen aus der Familie der Icilier erstmals in der Geschichte der Republik die Wahl von drei Quästoren plebejischer Herkunft. Gestärkt durch diesen Erfolg, stellen sich die Volkstribunen anschließend gegen die Aufstellung von Truppen, die nötig ist, um den Überfällen der Aequer und Volsker im Gebiet der verbündeten Latiner und Herniker zu begegnen. Schließlich wird vereinbart, dass im folgenden Jahr Konsulartribunen gewählt werden. Der Senat erklärt jedoch, dass er keinen Konsulatskandidaten akzeptiert, der in diesem Jahr plebejischer Volkstribun gewesen ist, und dass auch kein plebejischer Volkstribun für das folgende Jahr wiedergewählt werden darf. Dadurch wird verhindert, dass irgendein Vertreter der Familie der Icilier an diesen Wahlen teilnehmen kann. Nachdem schließlich ein Heer ausgehoben worden ist, ziehen die Konsuln gegen Arx Carventana, können die Stadt aber nicht zurückerobern. Stattdessen erobern sie Verrugo im Gebiet der Volsker.
  • 409: Quästor Kaeso Fabius Ambustus Kaeso Fabius Ambustus wird laut wohl glaubwürdiger Überlieferung als einziger Patrizier gemeinsam mit drei erstmals aus dem Stand der Plebejer stammenden Männern zum Quästor gewählt. Er gehört damit zunächst nicht zum Konsulartribunat, sondern bekleidet das Amt des Quästors. Die Filiationsangabe der Fasti Capitolini nennt ihn als Sohn eines Marcus Fabius Ambustus; sein Großvater führt das Pränomen Quintus.
  • 413: Konsul Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus ist in diesem Jahr Konsul zusammen mit Aulus Cornelius Cossus; in einer anderen Überlieferung wird sein Kollege als Marcus Cornelius Cossus genannt. Er leitet die Untersuchung über eine Meuterei, die im Vorjahr stattgefunden hat und den Tod des Konsulartribuns Publius Postumius Albinus Regillensis verursacht hat. Bei der Urteilsfindung werden einige Soldaten schuldig gesprochen und anschließend zum Selbstmord gezwungen. Danach erhält Medullinus den Oberbefehl gegen die Volsker, die das Gebiet der Herniker überfallen haben. Er bringt die Volsker nicht zur Schlacht, weil sie sich in ihr eigenes Gebiet zurückziehen. Anschließend besetzt er Ferentinum; die Stadt und das umliegende Gebiet werden dann an die Herniker übergeben.
  • 414: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird für das Jahr 414 v. Chr. zum ersten Mal zum Konsulartribunen gewählt und ist einer von vier höchsten Magistraten. Rom liegt damals im Krieg mit den meisten unmittelbaren Nachbarn, die sich gegen den Expansionsdrang der Republik wehren. Die Konsularen führen einen erfolgreichen Krieg gegen die Aequer, wodurch Bolae erobert wird. In diesem Zusammenhang stirbt sein Kollege Publius Postumius Albinus Regillensis durch seine eigenen Soldaten, danach wird ein Interrex eingesetzt.
  • 414: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus entstammt einer der bedeutendsten altrömischen Patrizierfamilien, der gens Valeria. Diese Familie hat in der republikanischen Zeit von Anfang an eine führende Rolle inne und stellt bis 44 v. Chr. 66 Konsuln; auch in der Kaiserzeit bleibt sie noch lange von Einfluss und Bedeutung. Der Zweig der Valerii Potiti stellt in der Frühzeit der Republik mehrere leitende Staatsmänner und Feldherren. Lucius Valerius Potitus ist insgesamt fünfmal Konsulartribun und zweimal Konsul. Lucius Valerius Potitus wird für das Jahr 414 zum ersten Mal zum Konsulartribunen gewählt. Rom liegt mit den meisten seiner unmittelbaren Nachbarn im Krieg, die sich gegen den Expansionsdrang der Republik erbittert wehren. In Kriegszeiten stehen an der Spitze des Staates keine Konsuln, sondern für die Kriegsführung besonders geeignete Militärfachleute, die Konsulartribunen, meist sechs an der Zahl. Valerius Potitus muss daher ein exzellenter Truppenführer sein, denn er wird auch für spätere Jahre erneut gewählt. Im selben Jahr hält er das Imperium als einer von vier Konsulartribunen. Seine Kollegen in diesem Amt sind Gnaeus Cornelius Cossus, Quintus Fabius Vibulanus und Publius Postumius Albinus Regillensis; mit Ausnahme des Fabius sind alle Konsularen Neulinge im Imperium. Die Konsularen führen einen erfolgreichen Krieg gegen die Aequer, der zur Eroberung von Bolae führt. Das neu eroberte Gebiet wird zu einem Brennpunkt von Streitigkeiten, weil Marcus Sextius, ein Volkstribun, ein Agrargesetz zur Ansiedlung in Bolae vorschlägt und dem Konsular Postumius Amtsmissbrauch vorwirft. Der Konflikt mündet in eine Meuterei unter den in Bolae stationierten römischen Soldaten, bei der sowohl Postumius, der Konsular, als auch der römische Quaestor Publius Sestius sterben. Welche Rolle Valerius bei diesen Ereignissen spielt, bleibt unklar.
  • 493: Foedus Cassianum Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. rücken die Äquer und Volsker aus den Bergregionen in die latinische Ebene vor und bedrohen die Städte Latiums. Die latinischen Gemeinden sehen sich einer andauernden militärischen Gefahr ausgesetzt und suchen nach Wegen, ihre Verteidigung zu koordinieren. In dieser Situation beginnt sich ein lockerer Städtebund der Latiner herauszubilden, in dem Rom allmählich an Gewicht gewinnt. Bereits jetzt erscheint Rom innerhalb dieses Bündnisses als militärischer Hauptfaktor, auch wenn die Gleichrangigkeit der Partner formell betont wird. Gleichzeitig entwickelt sich in dieser Epoche die römische Republik nach dem Sturz der Könige zu einem Gemeinwesen, das seine Position in Latium sichern und ausbauen will. Die römische Führung schätzt ein, dass sie die latinischen Nachbarn nicht dauerhaft beherrschen kann, ohne ihre militärischen Ressourcen in ein einheitliches System einzubinden. Das wiederkehrende Aufeinandertreffen mit den latinischen Städten, mal als Rivalen, mal als Verbündete, macht vertragliche Regelungen immer dringlicher. 499–493 v. Chr. (traditioneller Kontext des Vertrages): Um 499 v. Chr. eskaliert ein Konflikt zwischen Rom und den latinischen Gemeinden, der in der berühmten Schlacht am Regillus-See gipfelt. Die römische Seite setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um ihre Vorrangstellung in Latium zu behaupten; die Latiner kämpfen wiederum dafür, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Die Schlacht endet nach traditioneller Überlieferung mit einem römischen Sieg, aber dieser Triumph erweist sich politisch als weniger eindeutig, als es der römische Stolz gerne darstellt. Nach dem Kampf steht fest, dass weder Rom noch der latinische Bund eine endgültige militärische Entscheidung erzwingen können, die alle Gegensätze ein für alle Mal beseitigt. In den Jahren nach der Regillus-Schlacht erkennen beide Seiten, dass eine institutionalisierte Zusammenarbeit langfristig vorteilhafter ist als ein fortgesetzter Abnutzungskrieg. Die römische Führung und die maßgeblichen Kräfte im latinischen Bund beginnen, über einen Vertrag zu verhandeln, der Rechte und Pflichten klar festlegt. Das Ziel besteht darin, die Kräfte gegen äußere Feinde – vor allem Äquer, Volsker, Etrusker und Herniker – zu bündeln und zugleich die gegenseitigen Beziehungen rechtlich zu ordnen. In dieser Atmosphäre reifen die Bedingungen für den später sogenannten Foedus Cassianum heran. 493 v. Chr. (traditionelles Abschlussdatum des Foedus Cassianum): Im Jahr 493 v. Chr. übernimmt der Magistrat Spurius Cassius Vecillinus in Rom eine führende Rolle und tritt als Initiator eines umfassenden Bündnisvertrags mit den Latinern auf. Er nutzt sein Amt, um den Interessen Roms und zugleich den Sicherheitsbedürfnissen der latinischen Städte Rechnung zu tragen. Rom und ungefähr dreißig latinische Städte schließen nach antiker Auffassung nun den Foedus Cassianum als formelles Bündnis zweier unabhängiger Kräfte. Der Vertrag trägt den Namen des römischen Verhandlungsführers Cassius und erhält durch seine Autorität und seine Vermittlung politisches Gewicht. Der Vertrag legt fest, dass Römer und Latiner in Zukunft eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft bilden. Beide Seiten verpflichten sich, ihre Truppen gegenseitig zu unterstützen und gegen äußere Feinde koordinierte Feldzüge zu führen. Der Text sieht vor, dass die Kriegsbeute aus gemeinsamen Unternehmungen gleichmäßig zwischen den Partnern verteilt wird. Damit sichert der Vertrag den Latinern einen materiellen Anteil an den Erfolgen Roms, während Rom seinerseits von den zusätzlichen Kontingenten und Stützpunkten profitiert. Ein weiterer zentraler Punkt des Vertrages betrifft private Rechtsstreitigkeiten im Handel zwischen Bürgern Roms und der latinischen Städte. Die Vereinbarung schreibt vor, dass solche Fälle am Ort des Vertragsabschlusses innerhalb von zehn Tagen zu entscheiden sind, eine Regelung, die als lex contractus bekannt ist. Sie schafft einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den wirtschaftlichen Verkehr und verhindert willkürliche Entscheidungen zu Lasten der jeweils fremden Bürger. Außerdem bestimmt der Vertrag, dass Änderungen oder Ergänzungen nur mit Zustimmung beider Seiten vorgenommen werden dürfen. Auf diese Weise fixiert das Bündnis eine formale Gleichberechtigung der Vertragspartner, auch wenn Rom faktisch bereits eine führende Position einnimmt. In römischer Überlieferung wird eine bronzene Abschrift des Vertrages im Forum aufgestellt, wo sie bis in die Zeit Ciceros sichtbar bleibt. Die Präsenz dieser Tafel stärkt das Bewusstsein der Römer für die eigene Bündnispolitik und dient zugleich als öffentliches Symbol der vertraglichen Bindung an die latinischen Nachbarn. Antike Autoren wie Dionysios von Halikarnassos bieten später eine Version des Vertragstextes und sichern damit einige der wichtigsten Klauseln für die Nachwelt. 5. Jahrhundert v. Chr. nach 493 (Wirkung des Bündnisses): In den Jahrzehnten nach 493 v. Chr. setzt sich das gemeinsame Verteidigungsbündnis faktisch in der Kriegführung gegen verschiedene italische Gegner um. Römer und Latiner bündeln ihre Truppen, koordinieren ihre Feldzüge und treten den Etruskern sowie den Hernikern mit vereinter militärischer Kraft entgegen. Die Erfolge dieser Kooperation festigen Rom in seiner Rolle als führende Macht, zumal immer mehr Operationen über die engeren Grenzen der alten latinischen Ebene hinausreichen. Innerhalb des Bündnisses wird Rom zunehmend als Zentrum der Entscheidung und als Hauptorganisator wahrgenommen. Gleichzeitig stabilisiert der Vertrag die Binnenordnung Latiums. Die latinischen Städte arrangieren sich mit der römischen Dominanz, solange sie am militärischen Schutz und an der Beute partizipieren. Die festgelegte Gleichverteilung der Kriegsbeute reduziert Konflikte um materielle Vorteile und gibt der Kooperation eine verlässliche Grundlage. Zugleich wirken die geregelten privaten Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern Roms und der latinischen Städte integrierend, weil sie Handel, Migration und Kontakte rechtlich absichern.
  • 578: Servianische Mauer 578–534 (Regierungszeit des Servius Tullius) Rom wächst über den ältesten Siedlungskern, die Roma quadrata, hinaus. König Servius Tullius lässt die Servianische Mauer errichten, um die Stadt zu sichern. Ihm wird außerdem die Einrichtung des Pomerium zugeschrieben – einer Grenzlinie, die die Stadt Rom vom umliegenden Land trennt. Diese Linie entspricht nicht dem Verlauf der Servianischen Mauer, sodass sie offenbar unabhängig von ihr besteht. Der Nachfolger des Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus, verstärkt die Servianische Mauer. Besonders im Bereich des Agger Tarquinii erhöht er die Befestigung.

GRIECHEN

(4. Jahr der 95./1. Jahr der 96. Olympiade)

Tarent

Syrakus

  • Tyrann Dionysios I. (405–367)
  • Die Karthager beenden die Belagerung der sizilischen Stadt Syrakus, erobern und plündern jedoch Messina.
  • Auf Sizilien kommt es zu einem schweren Erdbeben, außerdem kommt es zu einem großen Ausbruch des Ätna.
  • Fortsetzung 394
  • 397: Dionysios I.: Im Frühjahr 397 beginnt die karthagische Gegenoffensive unter Himilkon, der eine zahlen- und schiffsmäßig überlegene Streitmacht führt. Die Karthager landen in Panormos, erobern rasch mehrere Städte zurück, darunter Motye, während Dionysios Westsizilien aufgibt und sich nach Osten zurückzieht. Himilkon sichert den Westen und rückt dann an der Nordküste vor, erobert Messana und schneidet Dionysios vom italienischen Festland ab, worauf zahlreiche Verbündete der Syrakuser die Seiten wechseln. Der Tyrann muss Tausende von Sklaven freilassen, um seine Flotte zu bemannen, und zieht sich mit einem stark verkleinerten Heer in die Nähe von Syrakus zurück. Als seine Flotte bei Katane eine schwere Niederlage mit dem Verlust von hundert Schiffen erleidet, muss er sich hinter die Mauern von Syrakus zurückziehen und eine Belagerung hinnehmen, die sich bis in den Sommer 396 hinzieht. Während der Belagerung schwächen Seuchen das karthagische Heer und untergraben seine Moral. Dionysios wirbt neue Söldner an und erhält erneut Unterstützung aus Sparta. Mit einem überraschenden Ausfall gelingt es ihm, das karthagische Landheer weitgehend zu vernichten, während die Syrakuser zugleich einen Seesieg erringen. Himilkon entkommt mit dem Rest seiner Flotte nach Afrika. Dionysios geht wieder zur Offensive über; nach wechselvollen Kämpfen entsendet Karthago 392 v. Chr. eine weitere große Flotte, doch beide Seiten sind erschöpft, und in Afrika erschüttert zusätzlich ein Aufstand Karthago. Man vermeidet eine Entscheidungsschlacht und schließt 392 Frieden, der die traditionelle Aufteilung Siziliens bestätigt, Dionysios jedoch außerhalb des karthagischen Gebietes freie Hand lässt und im Detail deutlich günstiger ist als der Vertrag von 405.
  • Fortsetzung 396
  • 398: Dionysios I.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
  • 398: Dionysios I.: In dieser Phase zeigt sich auch seine Heiratspolitik als Instrument der Herrschaftssicherung und Bündnispolitik. Zunächst ist er mit einer Tochter des Hermokrates verheiratet, die sich 405 v. Chr. nach Misshandlung im Zusammenhang mit einem gescheiterten Aufstand gegen Dionysios das Leben nimmt. Um 398 oder nach anderer Datierung erst 393 v. Chr. heiratet er erneut und verbindet sich gleichzeitig oder kurz nacheinander mit zwei adligen Frauen: Doris aus Lokroi und Aristomache, der Tochter des Hipparinos. Diese Bigamie ist im griechischen Raum ungewöhnlich, scheint aber keinen Skandal auszulösen. Die Ehe mit Doris folgt vor allem bündnispolitischen Erwägungen: Dionysios will verhindern, dass die Griechenstädte Unteritaliens sich im Kampf gegen Karthago mit seinem Feind verbünden, bietet zunächst Rhegion ein Bündnis und eine Heirat an, wendet sich nach der Ablehnung durch die Rhegier aber an Lokroi und heiratet die Lokrerin Doris im Rahmen dieses Bündnisses. Aus der Ehe mit Doris gehen Dionysios II., der spätere Nachfolger, sowie ein jüngerer Sohn Hermokritos hervor. Aus der Verbindung mit Aristomache stammen die Söhne Hipparinos und Nysaios, die später ebenfalls kurzzeitig über Syrakus herrschen, sowie die Tochter Arete, die Dionysios mit dem Sohn des Hipparinos, Dion, verheiratet. Dion, der später Freund Platons wird, genießt das volle Vertrauen des Tyrannen. Mit Aristomache hat Dionysios zudem eine Tochter namens Sophrosyne, die ihren Halbbruder Dionysios II. heiratet. So schafft der Herrscher ein eng verflochtenes Netzwerk von Familienbindungen innerhalb der neuen Oberschicht. Im Frühjahr 398 v. Chr. fordert Dionysios Karthago zur Kapitulation auf, nachdem er jahrelang den Friedensvertrag verletzt und seine Rüstungen betrieben hat. Er marschiert mit einem Heer von angeblich 80.000 Mann ohne Widerstand bis an die Westspitze Siziliens und belagert die karthagische Stadt Motye auf einer kleinen Insel. Der Bau eines Damms, über den seine Truppen zur Insel vordringen, stellt eine bedeutende technische Leistung dar; nach schweren und verlustreichen Kämpfen gelingt die Einnahme der Stadt.
  • 398: Dion von Syrakus (13) wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist.
  • 403: Dionysios I.: Nach der Niederschlagung der Rebellion beginnt Dionysios bereits 403 v. Chr. erneut mit seiner Expansionspolitik. Er führt Feldzüge gegen autonome Städte in Zentral- und Nordostsizilien, verwüstet deren Gebiete und verkauft einen Teil der Bevölkerung eroberter Städte in die Sklaverei. Diese fortgesetzten Vertragsverletzungen dienen zugleich als Vorbereitung eines neuen Krieges gegen Karthago. In Syrakus lässt er ein gewaltiges Befestigungssystem errichten: Er ummauert die Hochfläche von Epipolai im Nordwesten und bezieht sie in den Mauerring ein, errichtet dort das Fort Euryalos, das zu einem Höhepunkt der griechischen Festungsbaukunst wird. Angeblich setzt er rund 60.000 Arbeiter ein, überwacht die Arbeiten täglich persönlich und arbeitet auch selbst mit. Parallel dazu rüstet er seine Streitkräfte massiv auf: Er erweitert die Flotte um mehr als 200 Schiffe, darunter Fünfruderer, und lässt neue Belagerungsmaschinen entwickeln. Ingenieure in seinem Auftrag erfinden das Katapult, das die Belagerungstechnik grundlegend verändert. Außerdem wirbt er zahlreiche Söldner an, besonders in Griechenland, wo nach dem Peloponnesischen Krieg viele erfahrene Kämpfer ohne Beschäftigung sind. Nach Abschluss dieser Rüstungen beruft Dionysios eine Volksversammlung ein, lässt sich den Angriff auf Karthago formell genehmigen und begründet den Krieg mit dem Ziel, alle Griechenstädte von karthagischer Herrschaft zu befreien.
  • 404: Dionysios I.: Dionysios akzeptiert die Vertragsklausel zur Autonomie der Nachbarstädte nicht und bricht 404 v. Chr. den Frieden, indem er die Stadt Herbessos angreift. Während dieses Feldzuges meutern Teile seines Heeres; Dionysios wagt es nicht, mit seinen loyalen Söldnern gegen die Aufständischen im Gebiet des unbesiegten Herbessos vorzugehen, sondern eilt zurück nach Syrakus, um einer Ausweitung der Revolte zuvorzukommen. Die meuternden Truppen verbünden sich mit oligarchischen Gegnern des Tyrannen in Syrakus und mit den Städten Messana und Rhegion, die starke Seestreitkräfte besitzen. Dionysios kann Syrakus nicht halten und zieht sich auf die vorgelagerte Insel Ortygia zurück, wo er eine Festung gebaut hat, die den Hafen abschließt und seine Söldner beherbergt. Ortygia wird nun mehrere Monate lang von den Syrakusern belagert; die Lage des Tyrannen spitzt sich zu, und seine Söldner beginnen angesichts des Angebots syrakusischen Bürgerrechts zu den Gegnern überzulaufen. In dieser verzweifelten Situation fällt im Umfeld des Herrschers die später berühmte Bemerkung, die Tyrannis sei ein schönes Leichentuch. Dionysios täuscht Kapitulationsbereitschaft vor, gewinnt dadurch Zeit und wirbt in Westsizilien Söldner an, die zuvor für Karthago gekämpft haben und nun in seinen Dienst treten. Zugleich erhält er Unterstützung aus Sparta, das nach dem Sieg im Peloponnesischen Krieg die führende Macht in Griechenland ist; der spartanische Staatsmann Lysandros entsendet einen Gesandten, dessen Auftreten die Position des Tyrannen stärkt. Mit Hilfe der neuen Truppen gelingt Dionysios ein überraschender Ausfall, mit dem er das Festland zurückerobert; nach dem Sieg zeigt er sich gegenüber den Besiegten milde, und von nun an bis zu seinem Tod erhebt sich kein Aufstand mehr gegen seine Herrschaft.
  • 405: Dionysios I.: Im Frühjahr 405 v. Chr. lässt die Volksversammlung ihn zum alleinigen Feldherrn mit unbegrenzten Vollmachten (strategos autokrator) wählen, ein in Krisenzeiten verfassungsgemäßes Ausnahmeamt. Von dieser Basis aus bereitet er im Sommer 405 einen Staatsstreich vor, der die Verfassung de facto stürzt und ihn zum Tyrannen macht. Er inszeniert ein Attentat auf sich, nutzt die Erregung in der Heeresversammlung und erwirkt die Bewilligung einer persönlichen Leibgarde von 600 Mann, die er eigenmächtig auf über 1000 kampfstarke Männer erhöht. Diese nur ihm unterstellte Truppe verschafft ihm eine vom Willen der Bürgerschaft unabhängige Machtbasis. Dionysios gelingt der Machtzugriff, obwohl er formal die demokratischen Institutionen bestehen lässt; die Herrschaft nimmt aber monarchische Züge an. Schon Anfang 405 v. Chr., noch vor seiner Wahl zum Alleinfeldherrn, zieht Dionysios mit seinem Heer nach Gela, das von den Karthagern bedroht ist. In Gela unterstützt er die demokratische Partei gegen die Aristokraten, lässt reiche Angehörige der Oberschicht verurteilen und hinrichten und verwendet deren beschlagnahmte Güter zur Bezahlung seiner Söldner, was ihm in der armen Bevölkerung und im Heer Popularität einbringt. Im Juli 405 beginnt der karthagische Feldherr Himilkon mit der Belagerung von Gela; Dionysios zieht mit einer zahlenmäßig deutlich unterlegenen Streitmacht heran und entwirft einen komplexen Angriffsplan, der militärhistorisch neuartig ist, aber an der Überforderung der griechischen Befehlshaber scheitert. Nach der Niederlage lässt er Gela evakuieren und ordnet auch die Räumung von Kamarina an, womit er die gesamte Südküste Siziliens den Karthagern überlässt Noch im Jahr 405 schließen Karthager und Syrakuser Frieden, nachdem im karthagischen Heer eine Seuche ausbricht. Die Friedensbedingungen erweitern den Machtbereich Karthagos erheblich, doch Dionysios wird als Herr von Syrakus anerkannt. Viele Städte, die er seinem Reich einverleiben will, müssen nun Karthago Tribut zahlen oder unbefestigt bleiben, andere gelten als autonom; der Vertrag ordnet die Machtverhältnisse auf der gesamten Insel und wird zum Vorbild späterer Vereinbarungen zwischen Karthago und den sizilischen Griechen. Die Bestimmung, wonach auch die unmittelbaren Nachbargemeinden von Syrakus autonom sein müssen, schränkt jedoch jede Expansion des Tyrannen ein.
  • 406: Dionysios I.: Im Dezember 406 v. Chr. erobern die Karthager die Stadt Akragas (Agrigent), nachdem Dionysios dort gegen sie gekämpft hat. Er tritt jetzt als Volksredner gegen die Feldherrn auf, denen er die Verantwortung für die Niederlage zuschreibt, und verbindet diesen Angriff mit genereller Kritik an den „Mächtigen“ und „Reichen“, denen er mangelnden Patriotismus vorwirft. So profiliert er sich als Sprecher typischer demokratischer Anliegen, erhält aber wegen seiner Agitation eine Geldbuße, die der vornehme Philistos für ihn bezahlt und sich damit als enger Verbündeter erweist. Dionysios erreicht, dass die bisherigen Feldherrn abgesetzt werden; in das neue Kollegium der Feldherrn wird er selbst gewählt.
  • 407: Dionysios I.: Dionysios wird um 430 v. Chr. in Syrakus geboren. Er stammt aus einer angesehenen, aber nicht reichen syrakusischen Familie; sein Vater Hermokritos ermöglicht ihm dennoch eine gute sophistische Ausbildung. Früh schließt sich Dionysios dem Politiker und Feldherrn Hermokrates an, der sich für die Unabhängigkeit der sizilischen Griechen gegenüber äußeren Mächten einsetzt. Als Hermokrates im Jahr 407 v. Chr. mit privaten Söldnern einen Staatsstreich in Syrakus versucht, kämpft Dionysios an seiner Seite und wird dabei schwer verwundet, während Hermokrates im Kampf fällt. Die Anhänger des Hermokrates werden verbannt, doch Dionysios entgeht der Verbannung und erhält sogar eine Anstellung als Sekretär des Kollegiums der syrakusischen Feldherrn.
  • 466: Tyrann Thrasybulos (467–466)
    Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen iThrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt.
  • 467: Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert.
  • 467: Tyrann Hieron I. (478–467) In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt.
  • 472 Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt.
  • 474 Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt.
  • 476 Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert.
  • 478 Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. Tyrann Gelon (485–478)

Molosser / Epirus

  • 430: Tharyps gehört zum molossischen Königshaus in Epirus und ist Begründer des Geschlechts der Aiakiden. Die Molosser leben in der Landschaft Epirus, sie sind dort beheimatet und bilden einen der großen Stammesverbände dieser Region. Tharyps wird um 430 im Kindesalter nominell König der Molosser. In dieser Zeit siedeln die Epiroten in kleinen, offenen Dörfern, Städte gibt es in Epirus außer einigen wenigen griechischen Kolonien nicht. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt muss Tharyps vor einer oligarchischen Verschwörung aus Epirus fliehen. Die Verschwörer paktieren mit Sparta und führen die Molosser auf spartanischer Seite in den Peloponnesischen Krieg. Der junge Tharyps findet in Athen Aufnahme, erhält dort seine Bildung und wird mit der klassischen griechischen Kultur vertraut. Die Athener verleihen Tharyps das Bürgerrecht, und die Stadt seiner Jugend bleibt ihm später weiterhin verbunden, als er wieder über die Molosser herrscht. Nachdem Tharyps zur tatsächlichen Herrschaft über die Molosser gelangt ist, führt er in seinem Königreich einiges von dem ein, was er im Exil kennengelernt hat. Er betätigt sich als Städtegründer, indem er unbefestigte Dörfer zu größeren, ummauerten Niederlassungen zusammenlegt (Synoikismos). Er führt die Schriftlichkeit in der Verwaltung ein und prägt eigene Münzen. Außerdem wird Tharyps die Ausarbeitung einer formalen Verfassung für sein Land zugeschrieben. Zu Zeiten Tharyps besetzen die Molosser die Orakelstätte Dodona. Dieses wichtige Heiligtum in Epirus gehört zuvor zum Gebiet der Thesproter. Mit der Übernahme der Orakelstätte beginnt der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus, und diese Entwicklung geht mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbünden sich mit Athen, und Tharyps bleibt dabei als König mit der Stadt verbunden, in der er seine Jugend verbracht hat.
  • Fortsetzung 385
  • 430: König Admetos (469-430) Admet stirbt ungefähr um 430 vor Christus
  • 469: Admet ist König des alten Epirus und herrscht über die Molosser. Er gilt als Begründer des Geschlechts der Pyrrhiden. Er ist Sohn von Alkandros, Enkel von Munichos und Urenkel von Driantos. - Admet wendet sich eines Jahres mit einer Bitte an die Athener. Er erhält von Themistokles, der damals im Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht steht, eine verächtliche Abweisung. Seit diesem Zeitpunkt ist Admet stark verbittert. Es ist klar, dass er sich an Themistokles rächen wird, falls dieser jemals in seine Gewalt gerät. Ein späteres Jahr im 5. Jahrhundert v. Chr. (Flucht des Themistokles) Themistokles wird aus Hellas verbannt. Er wird von allen verfolgt und gejagt. In dieser Lage erscheint Themistokles mit einer flehentlichen Bitte bei Admet. Admet nimmt Themistokles unerwartet unter seinen Schutz. Er hilft ihm, nach Makedonien überzusetzen.

Makedonien

  • 399: Aeropos II. übernimmt 400/399 nach dem Tod des Archelaos zunächst die Vormundschaft für den jungen Orestes und führt für ihn die Regierungsgeschäfte in Makedonien. Er handelt in dieser Phase als Wächter beziehungsweise als Regent für den noch jungen König.
  • Fortsetzung 396
  • 429: Amyntas II., auch Amyntas der Kleine, ist der Sohn Philipps und der Enkel Alexanders I. und König von Makedonien. Nach der Ermordung von Alketas II. und dessen Sohn Alexander verjagt Perdikkas II. seinen älteren Bruder und den legitimen Thronfolger Philipp aus Makedonien. Philipp, Amyntas’ Vater, flieht zu Sitalkes, dem König von Thrakien. In der Folgezeit beteiligt sich Philipp an verschiedenen Expeditionen gegen Perdikkas II. Im Jahre 429 v. Chr. versammelt Sitalkes ein 150.000 Mann starkes Heer und zieht gegen Perdikkas, um Amyntas auf den makedonischen Thron zu bringen. Es bleibt jedoch bei der Eroberung des nordöstlichen Teils Makedoniens, den Amyntas von nun an regiert.

Chalkidischer Bund (seit 432)

  • 432: Der chalkidikische Bund gründet sich. In den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. expandiert er bis in das Kernland des Königreiches Makedonien hinein. Die zunehmende Macht des Bundes und insbesondere die Stärke seiner Hauptstadt Olynth führen dazu, dass die makedonische Hauptstadt Pella in die Hände der Streitmacht des chalkidikischen Bundes fällt.
  • Fortsetzung 393

Pherai

  • 399: Lykophron: Nach dem Tod des Archelaos gerät Makedonien in eine weitere Unruhe, und nach der einen Darstellung können die Makedonier in Thessalien nicht mehr kämpfen und verlassen Aristippos.
  • Fortsetzung 395
  • 402: Lykophron: 402/401: Aristippos, der Anführer der Aleuaden, erhält von Kyros dem Jüngeren viertausend Söldner und stellt damit die Herrschaft seines Geschlechts in Larisa wieder her. Als Kyros das Heer zurückfordert, sucht Aristippos Hilfe von außen und wendet sich an den makedonischen König Archelaos. Als Gegenleistung für die militärische Unterstützung erhalten die Makedonier die Perrhäbia mit den Gebirgspässen von Thessalien nach Makedonien sowie nach Petra und Volustana.
  • 404: Lykophron: Lykophron hat zu diesem Zeitpunkt bereits genügend Macht gesammelt, um möglicherweise mit Zustimmung der Spartaner ganz Thessalien unter seine Herrschaft bringen zu wollen. Im Laufe des Frühherbstes schlägt er das Heer der Aleuaden aus Larisa und richtet in der bedeutendsten thessalischen Stadt eine Demokratie ein. Der Sieg fällt nach Xenophon an einem Tag mit Sonnenfinsternis, was eine Datierung auf den 3. September 404 v. Chr. ermöglicht.
  • 406: Lykophron: In diesem Jahr entsteht in Thessalien eine allgemeine Unruhe. Ein Demagoge namens Prometheus versucht zusammen mit dem aus Athen verbannten Kritias, die Penesten zu bewaffnen, damit sie ihre Herren stürzen können. Auf diesem Hintergrund greift Lykophron in Pherai nach der Macht und setzt sich dort durch.

Theben

Athen

Platon geb. 428

  • Konon, Feldherr des zuvor gegen Sparta unterlegenen Athen, nimmt Kontakt mit dem persischen Statthalter in Phrygien und Bithynien auf. Dieser ernennt Konon zum Admiral einer neuen attisch-persischen Flotte von 500 Schiffen, mit der er noch im selben Jahr Rhodos von den Spartanern zurückerobert.
  • Platon (32)
  • Fortsetzung 394
  • 399: Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist.
  • 399: Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems.
  • Fortsetzung 396
  • 403: Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse
  • 404: Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt.
  • 410: Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.

Korinth

Olympia

  • Kyniska gewinnt bei den Wagenrennen der Olympischen Spiele mit einem Fohlen-Viergespann.
  • Fortsetzung 392

Messenien

Sparta

  • König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)
    Kurz nach seiner Thronbesteigung steht die Sicherung und Ausweitung der spartanischen Hegemonie im Vordergrund, sowohl gegenüber anderen griechischen Poleis als auch gegenüber dem Perserreich, das nach dem Peloponnesischen Krieg wieder verstärkt in die griechischen Angelegenheiten eingreift. Um die griechischen Städte in Kleinasien vom persischen Großkönig zu lösen und Spartas Einfluss dort zu festigen, übernimmt Agesilaos von 396 bis 394 das Feldherrenamt im Krieg gegen Persien. Agesilaos führt ein Heer nach Kleinasien, dringt über Ephesos und Phrygien bis nach Sardes vor und erzielt dort militärische Erfolge, die den ionischen Küstenstädten zeitweilig die Lösung aus dem persischen Staatsverband ermöglichen. Er tritt dabei als König auf, der erstmals in der spartanischen Geschichte zugleich Land- und Seestreitkräfte in Asien kommandiert, und stärkt den Ruf Spartas als Führungsmacht der Griechen. Seine Unternehmung muss jedoch abgebrochen werden, als sich in Griechenland eine breite, von persischem Geld unterstützte Koalition gegen Sparta formiert, die einen neuen Krieg im Mutterland auslöst.
  • König der Agiaden: Pausanias (2. Amtszeit 408–395)
  • Fortsetzung 395
  • 399: Agesilaos II.: Im Jahr 400 v. Chr. stirbt Agis II., und nach spartanischer Tradition soll eigentlich sein Sohn Leotychidas den Thron besteigen. Dessen Legitimität ist aber umstritten, weil Agis Leotychidas zeitweise als Sohn des athenischen Politikers Alkibiades betrachtet und ihn daher zurückweist, bevor er ihn kurz vor seinem Tod doch wieder anerkennt. Ein Teil der spartanischen Führung bezweifelt, dass Leotychidas wirklich aus königlichem Geblüt stammt, und im Machtkampf um die Nachfolge setzt sich schließlich Agesilaos durch, der als vollgültiger Sohn des Archidamos II. gilt und nun König von Sparta wird. - Im Inneren Spartas gewinnt Agesilaos durch seine konsequente Unterordnung unter Gesetze und Institutionen eine besondere Autorität. Er gibt sich als König, der den Ephoren gehorcht, sich der spartanischen Einfachheit verpflichtet und keine fremdländischen Luxusgewohnheiten übernimmt, obwohl er große Auslandskommandos geführt hat. Dieses Verhalten verschafft ihm einen Einfluss auf die spartanische Politik, wie ihn seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. kein König mehr erreicht, und lässt ihn nicht nur als Feldherr, sondern auch als Staatsmann hervortreten, der viele Entscheidungen des Gemeinwesens prägt.
  • Fortsetzung 396
  • 401: Pausanias: Diodoros Siculus ordnet Pausanias die Führung eines Feldzugs gegen Elis zu. Mit Truppen aus allen Bundesgenossen Spartas außer Korinth und Theben dringt Pausanias durch Arkadien nach Elis ein. Er nimmt die Grenzfestung Lasion ein, gewinnt vier Gemeinden in der Akroreia und erobert Pylus. Danach belagert er Elis selbst, weicht aber nach einem erfolgreichen Ausfall der Eleaner und einiger ausgewählter etolischer Söldner auf die Verwüstung des Umlands aus. Anschließend zieht er sich für den Winter nach Dyme in Achaia zurück, während seine Truppen in von ihm gebauten Festungen im elischen Gebiet liegen.
  • 403: Pausanias: Im Jahr 403 bewegt Pausanias eine Mehrheit von drei Ephoren und Agis II., mit dem peloponnesischen Heer nach Attika zu ziehen, um Lysandros in Schranken zu weisen. Pausanias verbirgt zunächst seine wirklichen Absichten und führt das Heer offiziell, um den Dreißig zu helfen. Die Thebaner und Korinther verweigern deshalb die Teilnahme an seinem Zug. In Attika entzieht Pausanias Lysandros das Kommando, kämpft dann eine kleine Schlacht gegen die athenischen Demokraten und nimmt danach Verhandlungen mit ihnen auf. Er empfiehlt ihnen, eine offizielle Gesandtschaft nach Sparta zu schicken. Nach Anhörung der athenischen Gesandten entsenden die spartanische Volksversammlung und die Ephoren ein fünfzehnköpfiges Komitee nach Attika, um Pausanias bei der Einigung zu unterstützen. Pausanias gewährt Athen volle innere Autonomie, stellt die Demokratie wieder her, entfernt die spartanische Garnison aus Athen, verkündet einen allgemeinen Straferlass für die Athener und Athen tritt dem Peloponnesischen Bund bei. Aus Dankbarkeit errichten die Athener ein großes Denkmal für die Spartaner, die in den früheren Gefechten gegen die Demokraten gefallen sind. - Im selben Jahr wird Pausanias nach seiner Rückkehr nach Sparta wegen Verrats vor einem obersten Gericht angeklagt. Dieses Gericht besteht aus der Gerusia und den fünf Ephoren. Obwohl er mit Pausanias zusammengearbeitet hat, um Lysandros zu stürzen, geht die Initiative zum Prozess von Agis II. aus, offenbar mit Unterstützung von Lysandros’ Freunden. Die 28 Geronten stimmen unentschieden, Agis stimmt gegen Pausanias, die Ephoren sprechen sich jedoch einstimmig für ihn aus, sodass Pausanias gerettet wird.
  • 404: Pausanias: Im folgenden Jahr endet der Peloponnesische Krieg, nachdem Lysandros die athenische Kapitulation aushandelt, unter anderem mit Theramenes. Lysandros setzt in Athen eine spartanfreundliche Oligarchie ein, die als Dreißig Tyrannen bekannt wird. Dieses Regime wird rasch durch den athenischen demokratischen Widerstand unter Thrasubulos herausgefordert.
  • 405: Pausanias: Im Herbst 405 ist Pausanias erstmals als militärischer Führer genannt. Er führt das Hauptheer des Peloponnesischen Bundes zur Belagerung von Athen, während Agis bereits in Attika steht und die Garnison von Dekeleia befehligt. Athen weigert sich dennoch, sich zu ergeben, und Pausanias kehrt mit dem Heer nach Sparta zurück.
  • 406: Pausanias: Im Jahr 406 unterstützt Pausanias wahrscheinlich die Kandidatur des Kallikratidas als Nachfolger des Lysandros im Amt des Nauarchen. Lysandros sabotiert jedoch die Stellung seines Nachfolgers, was zur Niederlage bei den Arginusen und im folgenden Jahr zur Rückkehr des Lysandros ins Kommando führt.
  • 408: Pausanias: Als Pausanias’ Vater 408 v. Chr. stirbt, übernimmt Pausanias endgültig die Königswürde. Er regiert nun in einer schwierigen politischen Lage. Pausanias gehört zu einer starken gesellschaftlichen Fraktion Spartas, die die aggressive Linie im spartanischen Machtstreben mäßigen will. Diese Gruppe will Griechenland durch gemäßigtere Politik beruhigen, die traditionelle spartanische Beschränkung auf die Peloponnes wieder aufnehmen, den griechischen Städten ihre Autonomie zurückgeben und die von Lysandros eingesetzten oligarchischen Regierungen wieder auflösen. Zu den Hauptfiguren der außenpolitisch aggressiveren Strömung gehören Pausanias’ späterer Kollege Agesilaos II. und Lysandros.
  • 426: König der Agiaden: Pausanias (1. Amtszeit 445–426) Aufgrund eines Orakelspruchs kehrt Pleistoanax 426 v. Chr. wieder auf den Thron zurück. Pausanias bleibt dabei weiterhin als Prinz im Hintergrund.
  • 427: Pausanias: Pausanias’ Onkel Kleomenes führt noch an seiner Stelle das Heer gegen Athen zu Felde. Mit diesem Angriff soll die Eroberung von Mytilene durch die Athener verhindert werden. Obwohl Kleomenes erfolgreich ist, fällt dieses an den Feind.
  • 443: Agesilaos ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.
  • 445: Pausanias wird als König von Sparta aus dem Haus der Agiaden genannt. Während der Verbannung seines Vaters Pleistoanax von 445 bis 426 v. Chr. wird der junge Pausanias König, steht aber noch unter der Vormundschaft seines Onkels Kleomenes. Da seinem Vater Bestechung durch Athen vorgeworfen wird, geht Pleistoanax 445 v. Chr. in die Verbannung. Pausanias tritt seine Nachfolge an und ist damals offenbar noch ein Kind.

Kos

Bosporanisches Reich

  • 432: Satyros I ist seit 432 v. Chr. Herrscher des Bosporanischen Reiches und baut während seiner Herrschaft auf der expansiven Außenpolitik seines Vaters Spartokos I. auf. Er nimmt Nymphaion ein, gerät in die politischen Entwicklungen des benachbarten Sindikerreiches hinein und beginnt mit der Belagerung von Theodosia, das wegen seines eisfreien Hafens und seiner Nähe zu den Getreidefeldern der östlichen Krim ein ernster Handelsrivale ist. Zudem wird seine Herrschaft als Phase beschrieben, in der er die Macht seines väterlichen Reiches ausbaut. Er erzielt zunächst Erfolg, indem er Nymphaion von Gylon nimmt und vielleicht auch Kimmerikon gewinnt, hat später aber erhebliche Schwierigkeiten mit dem benachbarten Sindikerreich sowie mit den griechischen Stadtstaaten Theodosia und Herakleia Pontike. Der Text betont außerdem die zunehmenden Spannungen durch seine außenpolitischen Unternehmungen. Mit den Sinden gerät Satyros nach dem Bericht des Polyaenos in schwere Konflikte, weil er Hekataeos, dem König der Sinden, seine Tochter gegeben haben soll, Hekataeos aber zugleich angewiesen habe, seine bestehende Frau Tirgatao zu töten. Stattdessen lässt Hekataeos Tirgatao in einem Turm einsperren, von wo sie entkommt, zu ihrem Stamm der Ixomaten gelangt und anschließend mit vielen Stämmen gegen Satyros Krieg führt. Als Satyros erkennt, dass er nicht siegen kann, bietet er seinen Sohn Metrodoros als Geisel an und erbittet Frieden. Kurz danach kommt es offenbar zu einem Anschlag auf Tirgataos Leben, vermutlich von Satyros organisiert; nach der Entdeckung dieser Intrige lässt Tirgatao Metrodoros töten und führt den Krieg erneut gegen Satyros. Dieser Krieg endet erst kurz nach dem Tod des Vaters durch Leucon und Gorgippos. König Spartokos I. (438-432)
  • Fortsetzung 389

Salamis

  • 410: Euagoras: Im Jahr 410 v. Chr. kehrt Euagoras mit seinen etwa fünfzig Anhängern heimlich nach Salamis zurück. Er nutzt die Unzufriedenheit mit der phönizischen Herrschaft und die verbliebene Loyalität gegenüber seiner Familie, um die Macht im Stadtstaat an sich zu reißen und das Königtum wieder zu besetzen. Damit begründet er seine Herrschaft als König von Salamis, die bis 374 v. Chr. andauern wird. Zwischen 411 und 391 v. Chr. nutzt Euagoras seine Stellung, um seine Herrschaft in Salamis zu festigen und die innere Ordnung des Stadtstaates zu stabilisieren. Er stützt sich auf die lokale griechische Bevölkerung, fördert griechische Kultur und beginnt, seine Macht auf weitere Teile Zyperns auszudehnen, sodass er zunehmend als überragender Herrscher der Insel wahrgenommen wird. In dieser Phase pflegt er zunächst ein pragmatisches Verhältnis zum Perserreich, akzeptiert formal die Oberhoheit des Großkönigs, wahrt aber gleichzeitig weitgehende Autonomie für Salamis. In den Jahren nach seiner Throneroberung sucht Euagoras aktiv die Freundschaft Athens und positioniert sich als Verbündeter der Stadt im östlichen Mittelmeer. Er nimmt den athenischen Feldherrn Konon nach dessen Niederlage in der Seeschlacht von Aigospotamoi auf und gewährt ihm in Salamis Zuflucht, womit er seine Rolle als Schutzpatron griechischer Interessen unter Beweis stellt. Zugleich erhält er vom Perserkönig Artaxerxes II. Unterstützung für Athen gegen Sparta und trägt damit zur vorübergehenden Annäherung zwischen Persien und Athen bei, die vor allem auf gemeinsame Gegnerschaft gegen Sparta beruht.
  • Fortsetzung 394
  • 411: Euagoras: Euagoras, um 435 geboren, entstammt einer Familie, die ihre Herkunft auf den mythischen Teukros, den Sohn des Telamon und Halbbruder des Aias, zurückführt. In seiner Kindheit musste er die Stadt verlassen und nach Kilikirn ins Exil gehen.Zwischen 411 und 410 v. Chr. verfestigt sich in Euagoras der Entschluss, den Thron von Salamis zurückzugewinnen, den seine Vorfahren lange innehaben. Er lebt noch in Kilikien, hat dort aber inzwischen eine Gruppe von ungefähr fünfzig Gefolgsleuten um sich geschart, die ihn als rechtmäßigen König anerkennen. Während dieser Zeit sondiert er die machtpolitische Lage im Perserreich und im griechischen Raum und erkennt, dass sowohl Athen als auch der persische Großkönig für seine Pläne wichtig werden können. König Abdemon (415-411)

ODRYSEN

  • 400: Amadok: Im Winter 400/399 erhält Seuthes II. die Dienste des athenischen Feldherrn Xenophon und seiner Söldner. Xenophon beschreibt Amadokus I. als Oberherrn und Beschützer von Seuthes II. und vermerkt, dass er im Landesinneren lebt, etwa zwölf Tagesmärsche von der Küste entfernt. Der Text zeigt damit eine thrakische Herrschaftsordnung, in der Abhängigkeiten, Schutzverhältnisse und regionale Machtzentren eng miteinander verbunden sind. Der politische Hintergrund bleibt die fortbestehende Fragmentierung des odrysischen Herrschaftsraums.
  • Fortsetzung 390
  • 401/400: Im Jahr 401/400 v. Chr. sendet der thrakische König Seuthes II. einen Gesandten und offiziellen Dolmetscher namens Abrozelmes zu Xenophon. Dieser Abrozelmes wird in den Quellen erwähnt. Es wird vorgeschlagen, Abrozelmes mit Hebryzelmis zu identifizieren, da die beiden Namen als unterschiedliche griechische Wiedergaben desselben thrakischen Namens gelten und thrakische Prinzen als Gesandte dienen können. Zugleich führen andere Überlegungen dazu, Hebryzelmis als Angehörigen einer anderen, älteren Linie der odrysischen Dynastie anzusehen und als möglichen Sohn von Seuthes I. und Bruder seines Nachfolgers Kotys I. zu bestimmen. Eine kurze und schlecht erhaltene Inschrift, die offenbar ins 4. Jahrhundert v. Chr. datiert, erwähnt einen „Herbyzelmis, (Sohn) des Seuthes, Prianeus“, was diese Deutung möglicherweise stützt, wobei die Deutung des Beinamens auf die ionische Stadt Priene als überraschend und wenig plausibel bezeichnet wird.
  • 405: Amadok: Die Odrysen bilden ein thrakisches Königreich, das sich in der Zeit um den Übergang vom 5. zum 4. Jahrhundert bereits in einer Phase der Zerfaserung befindet. In diesem Rahmen tritt Amadokus I. als König der Odrysen auf; für 405 v. Chr. sind mit ihm und Seuthes II. zwei Herrscher bezeugt, wobei Seuthes II. Amadokus I. zunächst als Oberherrn anerkennt. Die politische Lage in Thrakien ist damit nicht mehr von einem geschlossenen Reich geprägt, sondern von konkurrierenden Herrschaftsbereichen und wechselnden Abhängigkeiten. Im Jahr 405 v. Chr. ist Amadokus I. bereits als König der Odrysen genannt, zusammen mit einem Seuthes, der gewöhnlich mit Seuthes II. identifiziert wird. Zur selben Zeit beschreibt der athenische Staatsmann und Feldherr Alkibiades die thrakischen Könige Medokus und Seuthes als seine Verbündeten. Im Hintergrund steht die Schlacht bei Aigospotamoi im selben Jahr, die den Peloponnesischen Krieg faktisch entscheidet und die Machtverhältnisse in der griechischen Welt deutlich verschiebt. Für Thrakien bedeutet dies eine Lage, in der lokale Herrscher ihre Stellung gegenüber Athen und in Konkurrenz zueinander behaupten müssen. Amadokus I. führt auf den Münzen der odrysischen Herrscher das „heraldische“ Zeichen einer Doppelaxt ein, das bei mehreren Angehörigen seines dynastischen Zweigs weiterverwendet wird. Das passt zum Bild eines Herrschers, der nicht nur politisch, sondern auch durch sichtbare Herrschaftszeichen in der Tradition seiner Linie steht.

ACHÄMENIDENREICH

  • Großkönig Artaxerxes II. (404–358)
  • Satrap Tiribazos (1. Amtszeit, 401-391)
  • Satrap Mithridates I. (Kios, 401-362)
  • Satrap Tissaphernes (Lydien, 2. Amtszeit 400-395)
    Der spartanische König und Feldherr Agesilaos II. führt einen Feldzug zur Befreiung der griechischen Städte Kleinasiens. Tissaphernes schlägt zunächst einen Waffenstillstand vor und bestätigt feierlich einen Frieden, den er sofort bricht, als persische Verstärkungen eintreffen. Agesilaos dankt Tissaphernes dafür, dass er durch seinen Meineid die Götter auf die Seite der Griechen gebracht habe, und kündigt an, nun gegen Karien ziehen zu wollen. Als Tissaphernes seine Truppen sammelt, um diese vermeintliche karische Invasion abzuwehren, greift Agesilaos stattdessen erfolgreich die persische Provinz Hellespontisches Phrygien an.
  • Im babylonischen Kalender fällt der Jahresbeginn des 1. Nisannu auf den 6.–7. April, der Vollmond im Nisannu auf den 19.–20. April, der 1. Ululu auf den 1.–2. September und der 1. Tašritu auf den 30. September–1. Oktober.
  • Fortsetzung 395
  • 399: Artaxerxes II.: In den Jahren unmittelbar nach dem Bruderkrieg kommt es zu einer neuen Konfrontation mit Sparta, dessen Politik eng mit Kyros verbunden gewesen war. Mehrere griechische Städte in Kleinasien, die zuvor die gleiche Linie verfolgt hatten, sehen sich durch die Politik des neuen persischen Generalgouverneurs Tissaphernes bedroht und wenden sich Hilfe suchend an Sparta. Sparta reagiert mit einem Feldzug: Von 399 bis 394 v. Chr. zieht sich der Kampf hin, bis die Spartaner sich zurückziehen müssen, nachdem die persische Flotte unter dem aus Athen stammenden Nauarchen Konon mehrfach siegt und schließlich sogar die spartanische Hegemonie in Griechenland selbst in Frage stellt. Artaxerxes misst den Entwicklungen im Ägäisraum deutlich mehr Gewicht bei als seine Vorgänger und nutzt die Seemacht seines Reiches, um Sparta zu schwächen. Im sogenannten Korinthischen Krieg von 399 bis 386 v. Chr. verbündet sich Artaxerxes mit Athen und Theben gegen Sparta und unterstützt seine Verbündeten finanziell und militärisch.
  • 399: Satrap Struthas Im Jahr 399 schlägt Struthas zusammen mit dem Satrapen Tissaphernes ein spartanisches Söldnerheer unter Thibron, das in Kleinasien eingefallen ist. Struthas befindet sich zu dieser Zeit bereits in einer gegen Sparta gerichteten Politik und unterstützt die persische Gegenseite im Konflikt mit den Spartanern.
  • 399: Tissaphernes: Nach seiner Rückkehr nach Kleinasien greift Tissaphernes die griechischen Städte an, um sie für ihre Unterstützung des Kyros zu bestrafen. Das führt 399 v. Chr. zu einem Krieg mit Sparta.
  • Fortsetzung 396
  • 400: Tissaphernes: Im Rahmen des spartanisch-persischen Krieges beginnt nach Tissaphernes’ Rückkehr nach Kleinasien ein Krieg mit Sparta im Jahr 399 v. Chr.; das Jahr 400 v. Chr. wird im Text im Zusammenhang mit diesem Krieg genannt.
  • 401: Artaxerxes II.: Kyros, der sich mit dem Thronverlust in Ägypten nicht abfindet, beginnt in Kleinasien, Truppen zu sammeln, darunter mehrere tausend griechische Söldner, und plant im Frühjahr 401 v. Chr. einen Feldzug gegen seinen Bruder. Als Vorwand dient Kyros der angebliche Zug zur Niederschlagung eines Aufstands in Kleinasien; tatsächlich marschiert er von Sardes aus nach Osten und zählt auf die Unterstützung Spartas, das ihm wegen seiner Hilfe im Peloponnesischen Krieg dankbar ist und Schiffe in Aussicht stellt. Unter den Griechen im Heer des Kyros befindet sich auch Xenophon, dessen Werk Anabasis die Ereignisse des Feldzuges und insbesondere den Rückzug der Griechen später detailliert schildert. Der Satrap Tissaphernes warnt Artaxerxes rechtzeitig vor der Rebellion, sodass der Großkönig Truppen sammeln kann und es im Herbst 401 v. Chr. in Babylonien bei Kunaxa zur Entscheidungsschlacht kommt. Kyros’ Truppen scheinen anfangs zu siegen, doch Kyros unternimmt einen waghalsigen Angriff, um seinen Bruder persönlich zu töten, wird dabei schwer verwundet und stirbt kurz darauf, womit der Aufstand zusammenbricht. Die griechischen Söldner, die auf dem Schlachtfeld militärisch erfolgreich sind, geraten nun in die feindliche Tiefe und müssen sich, wie Xenophon berichtet, unter wechselnden Angriffen persischer Statthalter, aber ohne entscheidende Verluste, mühsam nach Griechenland durchschlagen. Nach dem Sieg lässt Artaxerxes die engsten Anhänger des Kyros bestrafen, während er loyale Würdenträger reich belohnt und damit seine Herrschaft im Inneren rasch wieder stabilisiert.
  • 401: Mithridates I. gehört dem persischen Adel an und steigt zu einem Dynasten im Einflussbereich des Achämenidenreiches auf (Die französische Wikipedia führt ihn als Satrapen). In der späteren Forschung besteht die verbreitete Auffassung, dass er als Herrscher der Stadt Kios am Marmarameer regiert, doch lässt sich diese Zuordnung in den überlieferten Quellen nicht eindeutig nachweisen. Die Vorstellung, er sei "Herrscher von Kios", beruht vor allem auf nachträglichen Rekonstruktionen der Geschichtswissenschaft, nicht auf direkter antiker Bezeugung. Möglicherweise steht Mithridates I. in Verbindung mit den von Gobryas, einem Sohn Dareios’ I., abstammenden Besitzungen in Mariandynien, deren Erbverhältnisse später in einer modernen Studie mit seiner Person in Verbindung gebracht werden. Mithridates I. könnte mit einem namensgleichen Gefährten des Prinzen Kyros (Kyros des Jüngeren), der 401 stirbt, identisch sein; dieser Mithridates tritt in Xenophons Anabasis im Umfeld der Unternehmung des Kyros gegen seinen Bruder Artaxerxes II. auf. Ebenfalls wird erwogen, ob Mithridates I. mit einem gleichnamigen Satrapen von Kappadokien und Lykaonien identisch ist, der ebenfalls aus der Anabasis bekannt ist. Diodor berichtet, dass nach seinem Tod der Satrap von Phrygien, Ariobarzanes, dieses Reich übernimmt. Diodor stellt diese Notiz in den Zusammenhang des beginnenden Satrapenaufstandes im Jahr 362 v. Chr., in welchem der Archon Molon in Athen amtiert, doch bleibt unklar, ob Mithridates tatsächlich in diesem Jahr stirbt. Ebenso ist unbekannt, ob Ariobarzanes als sein Sohn zu gelten hat und in welcher geographischen Ausdehnung dieses „Königreich“ besteht. Die Forschung hat lange versucht, die von Diodor erwähnte Nachfolge mit anderen Überlieferungen über angebliche Familienangehörige des Mithridates in Einklang zu bringen, ohne zu einer widerspruchsfreien Rekonstruktion zu gelangen. Satrap Ariobarzanes (Kios, 420/419-401)
  • 401: Tiribazos: Tiribazos steht beim persischen Großkönig Artaxerxes II. in hohem Ansehen und ist zu jener Zeit Satrap des westlichen Armenien. Als Kyros der Jüngere mit Hilfe griechischer Söldner seinen älteren Bruder, den Großkönig, stürzen will, fällt er 401 in der Schlacht bei Kunaxa. Tiribazos rettet den Großkönig bei Kunaxa und gestattet den geworbenen Söldnern freien Rückzug durch seine Satrapie. Danach will er sie auf einem auf ihrem Weg liegenden Bergpass überfallen. Die Griechen bekommen davon Wind, setzen sich rasch zur Sicherung des Passes in Bewegung, schlagen die Feinde in die Flucht und erobern sogar das Zelt des Satrapen. (Anmerkung von Rk: Von 401 bis 362/361 ist Tiribazos Satrap unterschiedlicher Gebiete, wobei nicht klar ersichtlich ist, wann er in welchem Gebiet Satrap ist, sodass in dieser Chronik im Titel kein Gebiet angegeben wird, sondern nur seine Amtszeit)
  • 401: Tissaphernes Im Frühjahr 401 v. Chr. vereinigt Kyros alle seine Kräfte zu einem Heer, zu dem nun auch Xenophons „Zehntausend“ gehören, und marschiert von Sardes auf, ohne das Ziel seines Zuges bekanntzugeben. Tissaphernes warnt Artaxerxes II. rechtzeitig und sammelt schnell ein Heer. Kyros zieht nach Babylonien, bevor er auf Widerstand trifft. Im Oktober 401 v. Chr. kommt es zur Schlacht bei Kunaxa. Kyros hat 10.400 griechische Hopliten, 2.500 Peltasten und ein asiatisches Heer von ungefähr 10.000 Mann unter dem Kommando des Ariaios. In der Schlacht hängt der Ausgang vom Schicksal des Königs ab. Kyros will daher, dass Klearchos von Sparta, der Befehlshaber der Griechen, das Zentrum gegen Artaxerxes übernimmt. Klearchos gehorcht aus Hochmut nicht. Dadurch ist der linke Flügel der Perser unter Tissaphernes frei, gegen den Rest von Kyros’ Truppen vorzugehen. Kyros stürzt sich im Zentrum auf Artaxerxes, wird aber getötet. Tissaphernes behauptet, den Aufständischen selbst getötet zu haben. Nach dem Tod des Kyros erkennen die griechischen Soldaten, dass sie sich mitten in einem riesigen Reich ohne Verpflegung, ohne Finanzier und ohne verlässliche Verbündete unter den persischen Adligen befinden. Sie bieten Ariaios, ihrem persischen Verbündeten, die Königswürde an, doch er lehnt ab. Danach bieten sie Tissaphernes ihre Dienste an, doch auch er lehnt ab. Die Griechen weigern sich dennoch, sich ihm zu ergeben. Tissaphernes hat nun das Problem, dass er einer großen Armee schwerer Truppen gegenübersteht, die er durch einen Frontalangriff nicht besiegen kann. Er versorgt sie mit Nahrung und führt sie nach langem Warten nordwärts nach Hause, während er den persischen General Ariaios und dessen leichte Truppen von den Griechen trennt. Die ranghöchsten griechischen Offiziere nehmen leichtsinnig eine Einladung Tissaphernes’ zu einem Festmahl an. Dort werden sie gefangen genommen, vor den König gebracht und enthauptet. Als Belohnung für seine Loyalität gibt Artaxerxes Tissaphernes eine seiner eigenen Töchter zur Ehe und setzt ihn wieder als Statthalter von Lydien und als Oberbefehlshaber des persischen Heeres in Kleinasien ein.
  • 404: Artaxerxes II.: Als Dareios im Winter 405/404 v. Chr. im Sterben liegt, bemüht sich Parysatis, ihren Lieblingssohn Kyros nach dem Recht der Purpurgeburt zum Thronfolger zu machen, doch Dareios lehnt dies ab. Er bestimmt den erstgeborenen Arsakes zum Nachfolger, lässt Kyros aber seine Stellung als Satrap von Lydien und Oberbefehlshaber (karanos) in Kleinasien behalten. Nach babylonischen Quellen beginnt das erste Regierungsjahr des Artaxerxes offiziell am 1. Nisannu (8. April) 404 v. Chr., sodass er nach dem Tod Dareios’ II. in Pasargadai als Artaxerxes II. zum Großkönig gekrönt wird. Unmittelbar nach der Thronbesteigung des Artaxerxes verliert das Perserreich 404 v. Chr. Ägypten nach längeren Unruhen und Kämpfen, was die innere Lage zusätzlich belastet. Großkönig Dareios II. (423–404)
  • 404: Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
  • 404: Tissaphernes: Nach dem Tod des Dareios II. im Jahr 404 v. Chr. wird Artaxerxes II. zum König von Persien gekrönt. Tissaphernes erfährt von dem Plan des Kyros des Jüngeren, seinen Bruder zu ermorden, und informiert den König über die Verschwörung, woraufhin Kyros eingesperrt wird. Durch die Fürsprache seiner Mutter Parysatis wird Kyros jedoch begnadigt und in seine Satrapie zurückgeschickt.
  • 405: Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.
  • 405: Ariobarzanes begleitet athenische Gesandte, die zuvor auf Befehl des jüngeren Kyros drei Jahre lang festgehalten worden sind, in seine Hafenstadt Kios in Mysien. Kios fungiert in diesem Zusammenhang als sicherer Stützpunkt und Seestadt des Satrapenkreises, von dem aus Ariobarzanes seine Kontakte zu den griechischen Staaten organisiert. Diese Episode zeigt, dass er bereits vor seiner formellen Satrapenzeit einflussreiche Aufgaben im persischen Verwaltungs- und Diplomatiesystem übernimmt und zugleich die Rolle von Kios als Machtbasis seiner Linie festigt. Im späten 5. Jahrhundert v. Chr. teilt Pharnabazos, Satrap von Phrygien und Sohn des Pharnakes, seine Herrschaft und seine Territorien mit seinen Brüdern, um die pharnakidische Kontrolle über das Gebiet zu sichern. In diesem Zusammenhang erscheint Mithridates, Satrap von Kappadokien, wahrscheinlich als einer dieser Brüder, und Ariobarzanes von Kios könnte gleichfalls zu diesem Bruderkreis gehören. In den Quellen wird Ariobarzanes zunächst als Unter‑Satrap in Anatolien erwähnt, was bedeutet, dass er in der zweiten Führungsebene der persischen Provinzverwaltung tätig ist und Aufgaben im Namen des hauptverantwortlichen Satrapen wahrnimmt. Als Pharnabazos später an den Hof des Großkönigs geht, um Apama, eine Tochter des persischen Königs, zu heiraten, überträgt er nach den Berichten die Satrapie über Phrygien und Lydien an Ariobarzanes. Dadurch steigt Ariobarzanes zum Satrapen der hellespontischen Phrygien auf, einem Gebiet im Nordwesten des heutigen Anatolien, das die strategisch bedeutsame Region am Hellespont umfasst. Pharnabazos lebt noch bis weit in die 370er‑Jahre v. Chr. hinein und bekleidet in der persischen Monarchie höhere Ämter als das der lokalen Satrapie, sodass Ariobarzanes gewissermaßen als sein Stellvertreter und Nachfolger in der Region wirkt.
  • 407: Ariobarzanes stammt aus der Pharnakiden‑Dynastie, einer persischen Satrapenfamilie, die seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Satrapie der hellespontischen Phrygien von Das­ky­lion am Hellespont aus beherrscht. Diese Familie siedelt sich in den 470er‑Jahren in Das­ky­lion an, und die nahe gelegene griechische Stadt Kios (griechisch Kios, lateinisch Cius) gehört offenbar zum Familienbesitz der Linie des Ariobarzanes. Ariobarzanes gilt als „kollaterales“ oder Nebenlinien‑Mitglied der achämenidischen Dynastie und ist möglicherweise ein Sohn des Satrapen Pharnabazos II. Um 407 wird Ariobarzanes als persischer Gesandter zu den griechischen Stadtstaaten entsandt. In dieser Funktion pflegt er diplomatische Beziehungen sowohl zu Athen als auch zu Sparta und versucht, die Interessen des Perserreiches in den Wirren des Peloponnesischen Krieges auszuloten.
  • 408: Satrap Tissaphernes (Lydien, 1. Amtszeit 415-408) Im Jahr 408 v. Chr. entscheidet der König, Sparta aktiv zu unterstützen. Tissaphernes wird als General abgesetzt, und seine Zuständigkeit wird auf die Satrapie Karien beschränkt; Lydien und die Kriegsführung werden Kyros dem Jüngeren übertragen.
  • 409: Tissaphernes: 409 v. Chr. kämpft Tissaphernes erneut gegen eine athenische Armee unter Thrasyllos und siegt in der Schlacht von Ephesos. Bald danach wird er durch Kyros den Jüngeren ersetzt, einen Sohn des persischen Großkönigs Dareios II.
  • 411: Tissaphernes: 411 v. Chr. schickt Tissaphernes eine persisch-phönikische Hilfsflotte zurück nach Phönikien, um den Spartanern keinen allzu großen Vorteil zu verschaffen. Offenbar wegen der Reaktion des Perserkönigs und der Spartaner lässt er kurz darauf seinen Ratgeber Alkibiades festnehmen, der jedoch entweicht und wieder auf die athenische Seite übertritt.
  • 412: Tissaphernes: 412 v. Chr. unterliegt Tissaphernes einem athenischen Expeditionskorps in der Schlacht von Milet. Er verwandelt die Niederlage jedoch in einen strategischen Erfolg, weil er ein Bündnis mit Sparta schließt, das ihm die Rückgewinnung der griechischen Küstenstädte in Ionien verspricht. In diese Zeit fällt auch seine Freundschaft mit dem athenischen Überläufer Alkibiades, der ihm rät, Spartaner und Athener gegeneinander auszuspielen, um den Krieg zu verlängern und beide Seiten zum Vorteil Persiens zu schwächen.
  • 413: Tissaphernes: Im Ionisch-Dekeleischen Teilkrieg ist Tissaphernes Statthalter und Militärbefehlshaber des Perserreiches im lydischen Sardes. Im Jahr 413 v. Chr. ist er Satrap von Lydien und Karien und Oberbefehlshaber des persischen Heeres in Kleinasien.
  • 414: Tissaphernes: Tissaphernes wird 445 v. Chr. geboren. Er gehört zu einer bedeutenden persischen Familie und ist der Enkel des Hydarnes, eines hervorragenden persischen Feldherrn, der zur Zeit von Xerxes’ Invasion in Griechenland den Befehl über die Unsterblichen führt. Seine Schwester Stateira wird Gemahlin des Artaxerxes II., und sein Bruder Terituchmes folgt seinem Vater als Satrap von Hyrkanien. Im Jahr 414 v. Chr. wird Tissaphernes von Dareios II. beauftragt, den Aufstand des Pissuthnes zu unterdrücken und dessen Amt zu übernehmen. Er besticht die griechischen Söldner des Pissuthnes, damit sie ihn verlassen, und verspricht ihm das Leben, wenn er sich ergibt; dieses Versprechen hält Dareios jedoch nicht ein. Als Dareios II. ihn anschließt, auch den fortgesetzten Aufstand des Sohnes des Pissuthnes, Amorges, zu unterdrücken und außerdem den ausstehenden Tribut der griechischen Städte Kleinasiens einzutreiben, von denen viele unter athenischem Schutz stehen, schließt Tissaphernes ein Bündnis mit Sparta gegen Athen. Dadurch führt er 412 v. Chr. die persische Eroberung des größten Teils von Ionien herbei.
  • 453: Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.

ÄGYPTEN

Spätzeit, 29. Dynastie

  • Pharao Nepherites I. (399–393)
    Nepherites I. unterstützt gemäss Diodoros Siculus den spartanischen König Agesilaos im Krieg gegen die Perser. Die Spartaner haben Zypern und Rhodos erobert und versuchen, ihren Einfluss weiter nach Osten auszudehnen. Nepherites liefert den Spartanern 500.000 Maße Getreide und Material für 100 Trieren. Die Ladung erreicht Rhodos jedoch erst, nachdem die Perser die Insel zurückerobert haben, und wird dort vollständig vom perserfreundlichen Admiral Konon von Athen beschlagnahmt.
  • Fortsetzung 393
  • 399: Nepherites I., auch Nefaarud I., ist der Begründer und erste Pharao der 29. Dynastie, die zu den „vier Königen von Mendes“ gehört. Im Herbst des Jahres 399 v. Chr. ergreift er die Macht, lässt seinen Vorgänger Amyrtaios gefangen nehmen und hinrichten und lässt sich in Memphis oder Sais krönen. Danach residiert er in Sais oder Mendes. Außenpolitisch unterstützt er Sparta im Krieg gegen Persien; er liefert 500.000 Scheffel Getreide und die Ausrüstung für 100 Trieren, beteiligt sich militärisch aber nicht. - In seine Regierungszeit datieren einige private Denkmäler. Dazu gehören vier Serapeumstelen aus Sakkara, von denen auch eine Fayenceplakette stammt; sie sind dem Jahr 2 zugeordnet. Außerdem wird aus Sakkara eine Fayenceplakette genannt. - In seine Regierungszeit datiert außerdem eine Mumienbinde mit demotischer Aufschrift aus dem Jahr 4. Seine höchste archäologisch bezeugte Datierung ist ebenfalls das Regnaljahr 4. Pharao Amyrtaios (404-399) (28. Dynastie)
  • Fortsetzung 396
  • 404: Amyrtaeos führt in Ägypten einen Staatsstreich gegen Persien durch. Damit beginnt die letzte Phase der ägyptischen Unabhängigkeit unter einheimischen Herrschern. Diese Phase wird in den folgenden Jahrzehnten durch politische Instabilität geprägt sein.

KUSCH

  • 403–395: In den folgenden Jahren regiert Harsiotef von Meroë aus ein Reich, das sich entlang des mittleren Nils erstreckt und an die südliche Grenze des ägyptischen Einflussbereichs stößt. Er pflegt die Rolle des Königs als oberster Priester und sorgt dafür, dass die großen Tempel regelmäßige Opfer erhalten und die wichtigen Feste gefeiert werden. Die Inschriften seiner Zeit greifen Formeln und Bildsprache der späten ägyptischen Tradition auf, passen sie aber an die politische Wirklichkeit von Kusch an. Harsiotef festigt in diesen Jahren sein dynastisches Netzwerk. Er ist mit Königin Batahaliye verheiratet, die als seine Hauptgemahlin an der Spitze des Hofes steht und in der Kultpraxis eine wichtige Rolle einnimmt. Möglicherweise nimmt er zusätzlich Königin Pelkha zur Frau, was seine dynastischen Verbindungen innerhalb der königlichen Familie und des Adels noch erweitert. Durch die Eheschließungen bindet er lokale Eliten enger an den Hof und stärkt seine Herrschaft gegenüber möglichen Rivalen.
  • Fortsetzung 394
  • 404: Im Jahr 404 v. Chr. besteigt Harsiotef als König von Kusch den Thron von Meroë. Er wächst als Sohn der Königin Atasamale und sehr wahrscheinlich des Königs Amanineteyerike auf und gehört damit zur herrschenden Dynastie der kuschitischen Könige. Gleich zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt er die vollständige Titulatur eines ägyptischen Pharaos, er wählt also Thronname, Geburtsname und die weiteren Bestandteile der fünfteiligen Königstitulatur nach ägyptischem Vorbild. Damit zeigt er seinem Hof, seinen Untertanen und den Nachbarreichen, dass er in der Tradition der Pharaonen steht und dass sein Reich kulturell eng an Ägypten anknüpft. Noch in den ersten Regierungsjahren festigt er seine Position im Kernland von Kusch und stützt sich dabei auf den Adel von Napata und Meroë sowie auf die Priesterschaft der großen Reichsgottheiten. Er regelt die Verwaltung, überwacht die Abgaben aus den fruchtbaren Niltälern und sichert die Kontrolle über die wichtigen Handelsrouten, die Gold, Elfenbein und andere Waren aus dem Inneren Afrikas nach Norden bringen. Die Übernahme ägyptischer Formen zeigt sich nicht nur in der Titulatur, sondern auch in der Hofkultur, in der Kunst und in der Religion, wo ägyptische Götter mit kuschitischen Traditionen verschmelzen.

KARTHAGO

  • Schofet Himilko II. (406-396)
    Im Sommer 396 bricht eine Seuche im karthagischen Heer aus und vernichtet große Teile der Truppen. Dionysios von Syrakus greift nachts an, erobert zwei Forts, kann aber das Hauptlager nicht nehmen. Die griechische Flotte verbrennt und erbeutet viele der schlecht bemannten karthagischen Schiffe. Himilko nimmt Verhandlungen mit Dionysios auf. Ein Bestechungsgeld von 300 Silbertalenten sichert die sichere Ausfahrt von 40 Schiffen, auf denen alle karthagischen Bürger nach Karthago gebracht werden. Himilko lässt seine Söldner und Verbündeten zurück. Die Sizilier kehren heim, die Iberer schließen sich Dionysios an, und der Rest wird versklavt. In Karthago sind die Menschen über Himilkos Handeln empört, und die Libyer erheben sich und belagern die Stadt. Es ist nicht bekannt, ob Himilko vor das Tribunal der Hundertvier gestellt wird. Der Text sagt, dass Himilko die volle Verantwortung für die Katastrophe übernimmt, sich wie ein Sklave kleidet, alle Tempel der Stadt aufsucht und um Vergebung bittet. Danach mauert er sich in seinem Haus ein, verweigert den Kontakt zu seiner Familie und verhungert.
  • Schofet Mago II. (396-375)
    Mago II., auch Magon genannt, gehört zur Dynastie der Magoniden und ist von 396 bis 375 Schofet von Karthago. Er wird nach dem Selbstmord von Himilko II. Schofet. Er unterdrückt einen Aufstand in Libyen. Er schließt Frieden mit Syrakus, und dieser Frieden geschieht auf Kosten seiner sizilischen Verbündeten, der Sikel.
  • Fortsetzung 383
  • 397: Himilko: Himilko besetzt Messina nicht dauerhaft, obwohl dies Karthago die dauerhafte Kontrolle über die Straße von Messina verschaffen würde. Stattdessen gründet er südlich von Messina die Stadt Tauromenium und siedelt dort Sikeler an. Dadurch wenden sich fast alle sikelischen Städte, außer Assurous, von Dionysios ab. Die Karthager marschieren weiter nach Süden; eine Eruption des Ätna macht jedoch die Straßen bei Naxos unpassierbar. Himilko führt das Heer um den Berg herum, während die Flotte unter Mago nach Katana segelt. Dort vereinigen sich Heer und Flotte wieder. Mago besiegt die griechische Flotte unter Leptines, und Dionysios zieht sich nach Syrakus zurück, bevor Himilko mit dem Heer eintrifft. Von Katana aus marschiert Himilko nach Syrakus und lagert südlich der Stadt. Die Flotte läuft in den Großen Hafen ein. Himilko errichtet ein befestigtes Lager nahe dem Zeus-Tempel und baut drei weitere Forts. Mit 3.000 Transporten bringt er Vorräte für das karthagische Heer heran, während 208 Kriegsschiffe bei Syrakus stationiert sind. Das Umland von Syrakus wird 30 Tage lang verwüstet. Den Winter 397 v. Chr. verbringt das Heer in kleineren Gefechten. Im Frühjahr 396 v. Chr. erobern die Karthager die nicht durch Mauern geschützten Stadtbereiche und zerstören den Demeter-Tempel.
  • 398: Himilko: Ohne stehendes Heer kann Himilko Motya nicht sofort entsetzen. Während Karthago Söldner anwirbt und die Logistik organisiert, schickt Himilko 10 Trieren nach Syrakus, um die Griechen von Motya abzulenken. Obwohl die Karthager alles im Hafen von Syrakus versenken, zieht Dionysios seine Truppen aus Westsizilien nicht ab. Himilko kann Syrakus nicht angreifen, weil ihm die Soldaten fehlen. Danach manövriert Himilko 100 Trieren nach Selinus und erscheint am folgenden Tag bei Motya. Die Griechen haben ihre Transporte südlich und ihre Kriegsschiffe nördlich von Motya an Land gezogen. Die Karthager verbrennen zunächst alle beidseits gelandeten Transporte und bringen dann die griechischen Schiffe in den seichten Gewässern nördlich der Insel Motya in Bedrängnis. Dionysios setzt katapultbewaffnete Schiffe und landgestützte Katapulte ein, sodass Himilkos Plan scheitert. Dionysios lässt 80 Trieren über die Landenge nördlich von Motya ins offene Meer ziehen. Die Karthager ziehen sich nach Karthago zurück, und Motya fällt nach schweren Straßenkämpfen. Nach der Einnahme von Motya hält Dionysios Segesta und Entella weiter belagert, legt dort Garnisonen an und zieht sich nach Syrakus zurück. Sein Bruder Leptines steht mit 120 Schiffen bei Eryx. Himilko sammelt ein Heer von 50.000 Fußsoldaten, 4.000 Reitern und 400 Streitwagen, während die karthagische Flotte 400 Trieren und 600 Transporte mobilisiert. Nach Zahl der Kriegsschiffe ist dies die größte jemals von Karthago aufgebotene Flotte. Um Geheimhaltung zu sichern, schreibt Himilko die Ziele der Flotte in versiegelte Briefe, die die Kapitäne erst im Ernstfall öffnen sollen. Die Transportflotte steuert Panormus an, während die Kriegsschiffe nördlich segeln und dann ostwärts abbiegen. Leptines versenkt 50 Transporte mit 5.000 Mann und 200 Streitwagen, doch der Rest erreicht Panormus. Die Karthager marschieren von Panormus nach Motya, verstärkt durch elymische und sikanische Soldaten. Eryx, das Dionysios durch Verrat gewonnen hatte, fällt an Himilko zurück. Himilko greift Motya an und erobert die Stadt erneut. Danach gründet er vor dem weiteren Vormarsch die Stadt Lilybaion als Ersatz für Motya. Als die Sikaneler sich weigern, Dionysios beizutreten oder ihre Städte zu verlassen, und die sikelische Stadt Halyciae die Seiten wechselt, zieht sich Dionysios nach der Verwüstung Westsiziliens nach Syrakus zurück. Die Belagerung von Segesta und Entella ist damit beendet. Himilko marschiert nicht über die Südküste nach Syrakus, weil Dionysios dort alle Ernten zerstört hat und feindliche griechische Städte auf seinem Weg liegen. Stattdessen sichert er durch Verträge mit Thermae und Kephaloidion seine Versorgungsroute an der Nordküste. Mit 300 Trieren und 300 Transporten greift er Lipari an, erobert die Insel und zwingt die Griechen zu einem Lösegeld von 30 Talenten. Danach landet er bei Kap Pelorum, zwölf Meilen nördlich von Messina. Er greift Messina nicht direkt an, sondern lässt 200 Trieren mit ausgewählten Ruderern und Soldaten in die Stadt fahren. Mithilfe günstiger Winde nehmen sie Messina ein, bevor die Griechen umkehren können. Die überlebenden Griechen fliehen in nahe Bergfestungen.
  • 400: Himilko: Zwischen 400 v. Chr. und 398 v. Chr. befestigt Dionysios die Stadt Syrakus massiv und verstärkt seine Streitkräfte. Er ergänzt sein Arsenal um neue Waffen wie den Katapult und Quinqueremen. Im Jahr 398 v. Chr. greift er die karthagische Stadt Motya an und löst damit den ersten von vier Kriegen gegen Karthago aus. Griechen und Sizilier rebellieren und schließen sich Dionysios an. In Sizilien bleiben nur fünf Städte Karthago treu: Panormus, Solus, Segesta, Entella und Ankyara. Die Griechen belagern gleichzeitig Motya, Segesta und Entella, während Himilko die karthagischen Kräfte mobilisiert.
  • 403: Himilko: Im Jahr 403 v. Chr. stellt Karthago Söldner zur Verfügung, um Dionysios nach seiner Belagerung in Syrakus wieder an die Macht zu bringen.
  • 404: Himilko: Als Dionysios 404 v. Chr. den Friedensvertrag bricht und die sikelische Stadt Herbessus angreift, antwortet Karthago nicht. Der Text nennt als mögliche Ursache eine durch die Seuche verursachte Schwächung Karthagos.
  • 405: Himilko: Im folgenden Frühjahr zerstört Himilko Akragas und marschiert nach Osten nach Gela. Dionysios trifft mit einem Entsatzheer ein, und Himilko wartet zunächst ab. Nach drei Wochen griechischer Angriffe auf die karthagischen Versorgungslinien kommt es zur Schlacht bei Gela. Dionysios gibt Gela auf, zieht sich nach Kamarina zurück und verlässt dann auch diese Stadt. Beide Städte werden von Himilkos Truppen geplündert, während die Karthager weiter in Richtung Syrakus marschieren. Himilko rückt langsam auf Syrakus vor, verpasst jedoch die Gelegenheit, die Truppen des Dionysios zu vernichten. Er lagert vor Syrakus, ohne die Stadt zu belagern, und sendet nach einigen Wochen einen Herold mit einem Friedensangebot. Der Vertrag von 405 v. Chr. macht die Karthager in Sizilien zur führenden Macht. Karthago behält die volle Kontrolle über die phönizischen Städte in Sizilien. Die elymischen und sikanischen Städte gehören zur karthagischen Einflusssphäre. Die Griechen dürfen nach Selinus, Akragas, Kamarina und Gela zurückkehren; diese Städte, einschließlich der neuen Stadt Therma, leisten fortan Tribut an Karthago. Gela und Kamarina dürfen ihre Mauern nicht wieder aufbauen. Die Sikeler, Messina und Leontini sollen frei von karthagischem und syrakusanischem Einfluss bleiben, wodurch Syrakus von den übrigen Teilen Siziliens abgeschnitten wird. Dionysios wird als Herrscher von Syrakus bestätigt. Beide Seiten vereinbaren zudem die Freilassung von Gefangenen und erbeuteten Schiffen. Gela, Kamarina, Akragas und Himera werden tributpflichtige karthagische Vasallen. Himilko sichert damit die karthagische Herrschaft in Sizilien auf ihrem Höhepunkt und stationiert Garnisonen in Westsizilien, bevor er die Armee auflöst. Himilko wird zwischen 405 v. Chr. und 398 v. Chr. zum „König“ gewählt und hält sich in dieser Zeit teilweise in Karthago auf. Es ist nicht bekannt, ob er die sizilischen Gebiete selbst mitregiert. Als Dionysios 404 v. Chr. den Friedensvertrag bricht und die sikelische Stadt Herbessus angreift, reagiert Karthago möglicherweise wegen einer Seuche nicht. 403 v. Chr. stellt Karthago Söldner bereit, um Dionysios wieder an die Macht zu bringen, nachdem dieser in Syrakus von einer Koalition sizilisch-griechischer Städte und syrakusanischer Rebellen belagert worden ist.
  • 406: Himilko: Der karthagische Senat beauftragt Hannibal Mago 406 v. Chr. mit dem Kommando über die Expedition nach Sizilien, um Hermokrates für Überfälle auf karthagische Besitzungen bei Motya und Panormus zu bestrafen. Hannibal weigert sich zunächst wegen seines Alters, akzeptiert dann aber, nachdem der Senat Himilko zu seinem Stellvertreter ernennt. Hannibal führt 60.000 Soldaten, 1.000 Transporte und 120 Trieren nach Sizilien, wo Akragas und Syrakus Truppen zur Gegenwehr gesammelt haben. Im Frühjahr 406 v. Chr. beginnt Hannibal die Belagerung von Akragas und errichtet zwei Lager. Nach dem Fehlschlag des ersten Angriffs und dem Aufbau von Belagerungsrampen bricht eine Seuche im karthagischen Heer aus, Hannibal stirbt mit vielen seiner Soldaten. Himilko wird daraufhin zum Befehlshaber der karthagischen Streitmacht gewählt. Seine erste Aufgabe ist die Eindämmung der Seuche. Er opfert Tiere für das Meer und bringt außerdem ein Kind einem von den Griechen mit Kronos verbundenen Gott dar; danach endet die Seuche. Anschließend setzt er den Rampenbau fort und staut den Fluss Hypsas auf, um besseren Zugang zur Stadt zu erhalten. Noch bevor er die Belagerung von Akragas abschließen kann, trifft Daphaenus von Syrakus mit 35.000 sizilischen Soldaten und griechischen Truppen vom italienischen Festland ein. Die griechische Gegenoffensive unterbricht die Belagerung. Die Karthager sind bei Akragas auf Nachschub aus dem westlichen Sizilien und auf Sammeln von Vorräten angewiesen. Da es keine natürlichen Häfen in der Nähe gibt, wird die Versorgung schwierig. Daphaenus setzt Karthager mit Peltasten und Kavallerie unter Druck, und mit dem nahenden Winter verschärft sich der Mangel an Lebensmitteln. Himilko besänftigt unruhige Söldner vorübergehend mit dem Gold- und Silbergeschirr karthagischer Offiziere. Kurz vor dem Winter erfährt er von einem griechischen Getreidekonvoi, ruft 40 Trieren aus Motya und Panormus herbei und überrascht die griechische Flotte im Morgengrauen. Die Karthager versenken 8 griechische Trieren und erbeuten den gesamten Versorgungskonvoi. Danach gewinnen sie Nahrung für mehrere Monate. Die Griechen geraten nun selbst in Versorgungsnöte, weil in Akragas nicht genug Vorräte für Bevölkerung und Heer vorhanden sind. Zwietracht unter den Griechen bricht offen aus. Himilko verschärft die Lage zusätzlich, indem er einige kampanische Söldner bestechen lässt, die zu ihm überlaufen. Auch über eine Bestechung des spartanischen Feldherrn Dexippos wird geredet. Die griechische Armee zerfällt. Italienische Griechen verlassen Akragas, und bald ziehen auch andere griechische Kontingente zusammen mit der Bevölkerung nach Gela. Himilko nimmt Akragas ein, plündert die Stadt und überwintert dort mit seinem Heer. Schofet Hannibal Mago (440-406)
  • 409: Hannibal Mago, der Sohn des Gisco, ist 409 v. Chr. Suffet von Karthago und führt die Expedition nach Sizilien. Diese vernichtet Selinus und Himera und macht Segesta zu einem Vasallen. Ob Himilko an diesen Ereignissen beteiligt ist, bleibt unbekannt.
  • 480: Nach der Niederlage von Hamilkar Mago bei Himera im Jahr 480 v. Chr. verliert die Stellung des „Königs“ an Macht. Mit dem Aufstieg des Rates der Hundertvier erhält dieser die Befugnis, karthagische Befehlshaber zu verurteilen und zu bestrafen. Die Magoniden bleiben dennoch während der Lebenszeit des Himilko weiterhin in karthagischen Außenangelegenheiten aktiv.
  • 550: Hanno: Die Familie des Himilko ist seit 550 in der karthagischen Politik aktiv und spielt bis 375 v. Chr. eine zentrale Rolle in den politischen und militärischen Angelegenheiten des Karthagischen Reiches. In dieser Zeit erweitert die Familie das Reich in Sizilien, Afrika, Iberien und Sardinien. Der Vater des Himilko, wahrscheinlich Hanno, führt eine bekannte Expedition an der westafrikanischen Küste bis nach Kamerun. Auch sein Onkel, möglicherweise der berühmte Himilko der Navigator, erkundet die Westküste Iberiens und Galliens und erreicht vielleicht sogar England, um den Zinnhandel mit den Kelten zu erschließen.

INDIEN

Shishunaga

Anuradhapura

  • 437: Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf.
  • Fortsetzung 367

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr des Holz-Hahns; am Beginn des Jahres Holz-Affe)

Qin

  • 399–387: (Regierungszeit von Herzog Hui II. – im Text rückblickend erwähnt) Herzog Jian wird von seinem Sohn Herzog Hui II. abgelöst, dem Vater von Chuzi II. Herzog Hui II. regiert 13 Jahre lang und stirbt im Jahr 387 v. Chr.
  • Fortsetzung 391
  • 399: Hui II.: Herzog Hui II. folgt seinem Vater, als Herzog Jian im Jahr 400 v. Chr. nach 15 Jahren Herrschaft stirbt. Damit beginnt die Herrschaft von Herzog Hui II. in Qin.
  • 400: Herzog Jian (414–400)
  • 414–400: (Regierungszeit von Herzog Jian – im Text rückblickend erwähnt) Herzog Jian, der Onkel von Herzog Ling und Großvater von Chuzi II., regiert den Staat Qin nach dem Tod von Herzog Ling. Er gehört zur Ying‑Familie und ist später als Vorgänger von Herzog Hui II. bekannt.
  • 415: Hui II.: Der Vater von Herzog Hui II., Herzog Jian von Qin, ist der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling. Als Herzog Ling im Jahr 415 v. Chr. stirbt, wird der Thron an seinen Onkel Herzog Jian statt an seinen Sohn, den späteren Herzog Xian, übergeben.
  • 415: Im Jahr 415 v. Chr. stirbt Herzog Ling von Qin. Der Thron geht nicht an seinen Sohn, den späteren Herzog Xian, sondern an dessen Onkel Herzog Jian, der ein Bruder von Herzog Ling ist.
  • 415: Nach dem Tod Ling von Qins im Jahr 415 geht der Thron jedoch nicht an seinen Sohn Ying Shixi, sondern an Lings Onkel Herzog Jian von Qin. Herzog Jian regiert fünfzehn Jahre und stirbt, worauf sein Sohn Herzog Hui II. von Qin die Herrschaft übernimmt. Nach dreizehn Jahren Herrschaft Hui II.s folgt dessen Sohn Chuzi II. auf den Thron, doch da Chuzi noch ein Säugling ist, übt seine Mutter, die Herzogswitwe Qin Xiaozhu, faktisch die Macht aus. Während dieser Zeit lebt Ying Shixi im Exil im Staat Wei.
  • 424: Xian: [Ying Shixi (auch Ying Lian) wird aus dem Haus Ying geboren, sein Vater ist Herzog Ling von Qin, der 25. Herrscher des Staates Qin.

Zhou

  • 401: Im Jahr 401 v. Chr. wird Ji Jiao, in deutscher Schreibweise Ji Dschiao, als König An von Zhou in Chengzhou gekrönt. Er regiert von nun an über Luoyi und dessen Umgebung.
  • Fortsetzung 384

Han

  • 397: Lie: Zwischen Han Xialei und dem Minister Yan Sui entwickelt sich ein Machtkampf, aus dem ein tiefer gegenseitiger Groll entsteht. Im Jahr 397 v. Chr. bezahlt Yan Sui dem Attentäter Nie Zheng eine große Summe, damit Han Xialei ermordet wird.
  • Fortsetzung 394
  • 399: Lie: Marquess Lie von Han regiert von 399 v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 387 v. Chr. und ist der Sohn des Gründungsfürsten Marquess Jing von Han. In den ersten Jahren seiner Herrschaft dient sein Onkel Han Xialei als Kanzler des Staates Han.
  • 400: Markgraf Jing (403–400)

Zhao

  • 400: (403-400) Markgraf Zhao Jinghou, um 410 geboren, persönlicher Name Zhao Zhang, ist der Sohn von Markgraf Lie von Zhao, dem Begründer des Staates Zhao. Sein Onkel, Herzog Wu von Zhao (Zhao Wugong, kein Wikipedia-Artikel vorhanden), regiert als Herrscher von Zhao, bis Markgraf Jing alt genug ist, selbst zu regieren.
  • Fortsetzung 386

Wei

  • Markgraf Wen (424-396)
    Wen stirbt. Auf dem Sterbebett ruft er Wu Qi, Ximen Bao und Běimén Kě sowie weitere Personen zu sich und übergibt ihnen seinen Sohn, den Prinzen von Wei, zur Fürsorge.
  • Markgraf Wu (396–370)
    Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Wei Ji die Regierung des Staates Wei und führt fortan den Titel Markgraf Wu von Wei. Seine Regierungszeit erstreckt sich ungefähr von 396/395 bis 370, wobei die Quellen sich geringfügig in der Datierung des Beginns unterscheiden.
  • Fortsetzung 370
  • 403: Im Jahr 403 v. Chr. erkennt König Weilie von Zhou Wei Si feierlich als Markgrafen von Wei an. Zugleich bestätigt er mit der Verleihung gleichartiger Titel an die Führer von Han und Zhao die Teilung des alten Staates Jin in drei selbständige Reiche.
  • 403: Im dreizehnten Jahr der Herrschaft von Duke Lie von Jin werden die Neun Tripod-Kessel vor dem Zhou-König angeschlagen. Der König erkennt nun formell an, dass die Anführer von Han, Zhao und Wei keine Vasallen von Jin mehr sind, sondern Herrscher in eigenem Recht mit dem Titel „Marquess“. Damit wird die Teilung von Jin bestätigt und der Beginn der Zeit der Streitenden Reiche markiert.
  • Fortsetzung 396
  • 405: Im neunzehnten Jahr der Herrschaft von Duke Lie von Jin bricht im Staat Qi ein innerer Aufstand um Tianhui in Linqiu aus. Die Rebellen bitten Wei, Zhao und Han um Hilfe, worauf Marquess Wen Zhai Jue an die Spitze eines Bündnisheeres stellt und den Angriff auf die Große Mauer von Qi befiehlt. Nach der Gefangennahme von Duke Kang von Qi haben die Herrscher der drei Jin-Vasallen eine Audienz beim Zhou-König, und Duke Kang bittet den König, die Anführer von Wei, Han und Zhao zu Marquessen zu ernennen.
  • 406: Das Königreich Zhongshan wird im Jahr 406 v. Chr. beseitigt, im fünfundzwanzigsten Regierungsjahr von Marquess Wen. Zuvor hat Wu Yang die Hauptstadt von Zhongshan drei Jahre lang belagert. Nach seiner Rückkehr nach Wei erhält er von Marquess Wen das Amt nicht erneut in einer wichtigen Stellung; stattdessen belohnt ihn der Herrscher mit dem Landkreis Lingshou, verwendet ihn danach aber nie wieder in einer bedeutenden Funktion.
  • 409: 409-406: Der Militärführer Wu Qi unterstützt den Staat Wei, nachdem er gehört hat, dass Marquess Wen ein weiser und fähiger Herrscher ist. Marquess Wen macht Wu Qi zum General und befiehlt ihm, mit seinen Truppen in den Staat Qin vorzudringen und fünf Städte zu erobern. Wu Qi besetzt daraufhin vier Jahre lang Qin-Gebiet östlich des Luo-Flusses und erweitert Wei damit an der westlichen Grenze. Danach richtet Marquess Wen die Xihe-Kommandantur ein, die aus den fünf eroberten Städten besteht.
  • 424: Marquess Wen nimmt den Titel „Marquess“ aus eigener Initiative an und erklärt 424 v. Chr. zum ersten Jahr seiner eigenen Regierungszeit. In derselben Zeit bringt er die eigene Herrschaftstitelung in Einklang mit seiner Stellung als Herrscher von Wei.
  • 424: Im Jahr 424 v. Chr. führt Wei Si den Adelstitel „Markgraf“ (Hou) ein und nimmt als Herrscher des Staats Wei offiziell den Rang eines Markgrafen an. Gleichzeitig ist er damit der erste Träger dieses Titels im Staat Wei und begründet die Markgrafen‑Herrschaft seiner Familie.
  • 445: Wèi Sī wird Führer des Wei-Clans. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Viscount Huan an und übernimmt damit die Leitung des Hauses Wei.
  • 446: Im Jahr 446 v. Chr. herrscht im Staat Wei Wei Huan‑zi, der Vater von Wei Si, der später als Marquess Wen von Wei bekannt ist. In diesem Jahr stirbt Wei Huan‑zi, und sein Sohn Wei Si übernimmt die Führung des Hauses Wei und tritt damit als neuer Oberhaupt der Sippe hervor.
  • 446: Im sechsten Regierungsjahr von Duke Ai von Jin stirbt Wèi Huán-zǐ und sein Sohn Wèi Sī folgt ihm nach; Wèi Sī wird damit Marquess Wen von Wei. Er übernimmt die Führung des Wei-Clans und steht an der Spitze eines Hauses, das zu den adeligen Familien gehört, welche die Politik von Jin in der 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. bestimmen.

Qi

  • 400: Tai: (Regierung Herzog Kang unter Tian He als De-facto-Herrscher) Zwischen 400 und 386 v. Chr. ist Herzog Kang von Qi formell Herzog des Staates Qi aus dem Haus Jiang, während Tian He als Oberhaupt des Clans Tian im Hintergrund faktisch die Herrschaft ausübt und den Staat lenkt.
  • Fortsetzung 391
  • 404: Tai: Im Jahr 404 v. Chr. folgt Tian He seinem älteren Bruder Tian Daozi als Oberhaupt des Clans Tian nach. Er dient nominell unter Herzog Kang von Qi, dem letzten Herrscher aus dem Haus Jiang, regiert den Staat Qi aber faktisch selbst.
  • 404: Ab 404 v. Chr. ist Lü Dai, Herzog Kang von Qi, Herzog des Staates Qi. Er ist der letzte Herrscher von Qi aus dem Jiang‑Klan, der die Jiang‑Qi‑Dynastie stellt. Während seiner Herrschaft ist Tian He Führer des Tian‑Klan. Der Tian‑Klan ist seit der Tötung von Herzog Jian von Qi durch Tian Heng die faktische Herrscherfamilie des Staates Qi.
  • 411: Tian Zhuang, ein Vorfahr von Yan, stirbt im Jahr 411 v. Chr.
  • 481: Tai: Im Jahr 481 v. Chr. tötet Tian Heng Herzog Jian von Qi. Seit diesem Zeitpunkt sind die Anführer des Clans Tian die faktischen Herrscher des Staates Qi, während die Herzöge von Qi nur noch nominell regieren.
  • 485: Bis 405 v. Chr. herrscht Herzog Xuan von Qi als nomineller Herrscher des Staates Qi. Er stirbt 405 v. Chr. nach 51 Regierungsjahren als titulärer Herrscher von Qi. Sein Sohn Lü Dai, Herzog Kang von Qi, folgt ihm auf den Thron.
  • 486: Im Jahr 386 v. Chr. bittet Tian He Markgraf Wu von Wei, für ihn am Hof von König An von Zhou, dem nominellen Herrscher über ganz China, einzutreten. Im selben Jahr erkennt König An Tian He offiziell als Herrscher von Qi an und beendet damit die über sechs Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Hauses Jiang. Tian He wird damit der erste rechtmäßige Herrscher von Qi aus dem Haus Tian und erhält postum den Titel Herzog Tai von Qi. Nach seiner förmlichen Anerkennung verbannt er Herzog Kang in eine Stadt an der Meeresküste.

Chu

  • 402: Dao: Im Jahr 402 v. Chr. stirbt König Sheng von Chu. Sein Sohn Xiong Yi folgt ihm auf den Thron des Staates Chu. Später erhält er den posthumen Namen König Dao von Chu und wird der sechzehnte König dieses Staates. Seine Regierungszeit beginnt damit im frühen Abschnitt der Zeit der Streitenden Reiche und dauert von 401 bis 381 v. Chr. Zu einem unbekannten Zeitpunkt vor 389 v. Chr. nimmt König Dao den Strategen und Staatsmann Wu Qi an seinem Hof auf. Wu Qi hat zuvor dem Markgrafen Wu von Wei gedient, muss jedoch aus dem Staat Wei fliehen, nachdem eine Verschwörung zu seiner Ungnade geführt hat. König Dao ernennt ihn zum Lingyin, also zum Premierminister von Chu. König Sheng (407–402)
  • Fortsetzung 389

JAPAN

  • 408: Kōan Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.
  • Fortsetzung 393
  • 475: Nach dem Tod von Itoku und nach einem einjährigen Interregnum übernimmt Kōshō am 9. Tag des 1. Mondmonats den Thron. Seine Regierungszeit beginnt damit im Jahr 475 v. Chr., und der Text nennt für diese Zeit auch den Palast Ikegokoro beziehungsweise Wakinokami als seinen Herrschaftssitz.
  • 489: Kōshō Am 12. Tag des 2. Mondmonats im 22. Regierungsjahr seines Vaters Itoku wird Kōshō im Alter von 18 Jahren zum Kronprinzen ernannt. Der Text nennt für diesen Zeitpunkt ausdrücklich das Jahr 489 v. Chr.
  • 506: Kōshō Kōshō wird nach den alten Reichschroniken Kojiki und Nihonshoki als 5. Tennō von Japan geführt; seine historische Existenz ist zweifelhaft, und er gehört zu den „acht undokumentierten Kaisern“. Sein Eigenname ist Mi-matsu-hiko-kae-shine no mikoto, und in den Überlieferungen werden für seine Mutter unterschiedliche Namen genannt.

QUELLEN

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30.04.2026 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

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