1784

Aus WikiReneKousz
Wechseln zu: Navigation, Suche
1781 | 1782 | 1783 | 1784 | 1785 | 1786 | 1787

APRIL

0413D: Kabale und Liebe (Schauspiel)

  • Der Dichter regt sich auf: "Ich bin dem Verdrusse ausgesetzt, dass ich statt meines Textes nicht selten habe Unsinn anhören müssen...". Friedrich Schiller schreibt einen Wutbrief an den Leiter des Mannheimer Nationaltheaters Heribert von Dalberg. (WDR ZeitZeichen 2019)
  • "Wieder einmal ein Produkt, was unsern Zeiten - Schande macht! Mit welcher Stirn kann ein Mensch doch solchen Unsinn schreiben und drucken lassen, und wie muss es in dessen Kopf und Herz aussehen, der solche Geburten seines Geistes mit Wohlgefallen betrachten kann!", schimpfte einst Karl Philipp Moritz über "Kabale und Liebe". Seine Kritik konnte nicht verhindern, dass Schillers drittes Drama, uraufgeführt heute vor 225 Jahren, seinen Siegeszug über die deutschen Bühnen antrat. (dradio.de)
  • Friedrich Schiller packte mit seinem Trauerspiel Kabale und Liebe ein heißes Eisen an: die Liebesbeziehung zwischen einer Bürgerlichen und einem Adligen. Eine solche Liebe war im 18. Jahrhundert praktisch chancenlos. Adlige nahmen sich zwar Mätressen aus dem bürgerlichen Stand, aber gewiss keine Ehefrauen. Der junge Schiller hatte bereits durch sein Sturm-und-Drang-Drama Die Räuber Furore gemacht, bevor er mit Kabale und Liebe feudalistische Ausbeutung und Misswirtschaft anprangerte. Aber nicht nur das: Indem er die Bürgerliche Louise zur tragischen Figur emporhebt, thematisiert Schiller erstmals auch die Defizite des Bürgertums. Denn dieses hat, obwohl es zunehmend selbstbewusster wird, den adligen Herren kein politisches Konzept entgegenzusetzen. Seine Waffen, Moral und Religion, sind stumpf und reichen nicht, um dem korrupten Adel Paroli zu bieten. Kabale und Liebe ist ein bürgerliches Trauerspiel in Reinform, das heute vor allem durch die unaufhaltsam auf die Katastrophe zustrebende Struktur und die Mischung zwischen Tragik und Komik fasziniert. Das Drama bietet so viele Deutungsmöglichkeiten, dass es die Theater zu immer neuen Umsetzungen reizt. (getAbstract)

0426D: Les Danaïdes (Salieri)

  • Les Danaïdes ist eine Tragédie lyrique in fünf Akten von Antonio Salieri auf einen Text von François Bailly du Roullet und Louis Théodore Baron de Tschudi, nach einer italienischen Vorlage von Ranieri de’ Calzabigi. Die Uraufführung fand am 26. April 1784 in der Opéra de Paris statt. Salieris der französischen Königin Marie Antoinette gewidmete Oper wurde zunächst als Gemeinschaftsproduktion des Komponisten mit seinem Freund und Förderer Christoph Willibald Gluck angekündigt. Nach dem überwältigenden Erfolg der Premiere ließ Gluck im renommierten Journal de Paris bekanntgeben, dass Salieri der alleinige Verfasser des Werkes sei. Mit diesem Werk reihte sich Salieri - nach ersten opernreformatorischen Ansätzen in Armida (1771) und L'Europa riconosciuta (1778) - in die unmittelbare Nachfolge Glucks ein. Das durchkomponierte Werk räumt dem Chor eine außerordentlich gewichtige Rolle ein, was das Hauptaugenmerk von dem Liebesdrama zwischen Hypermnestre und ihrem Verlobten Lyncée auf die Massenhochzeit der Danaiden und das ungeheuerliche Massaker während der Hochzeitsnacht lenkt. Die Oper schließt mit einem eindrucksvollen Tableau vivant, das die von Dämonen gepeinigten Schwestern Hypermnestres im Tartarus zeigt. Überhaupt liegt diesem Werk eine beinahe schon frühromantische, düstere Moll-Stimmung zugrunde, die durch das sehr differenziert eingesetzte, mit Posaunen verstärkte Orchester noch gesteigert wird.

MAI

0530D: Pariser Frieden

  • Der Pariser Frieden 1784 beendete den vierten englisch-niederländischen Seekrieg von 1780–1784.

AUGUST

0816D: Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien

  • Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) ist das Universitätsklinikum der Stadt Wien. Es ist außerdem Sitz der Medizinischen Universität Wien.

LEXIKON

Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (Kant)

  • Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? ist ein Essay, der 1784 von dem Philosophen Immanuel Kant geschrieben wurde. In diesem in der Dezember-Nummer der Berlinischen Monatsschrift veröffentlichten Beitrag ging Immanuel Kant auf die Frage des Pfarrers Johann Friedrich Zöllner „Was ist Aufklärung?“ ein, die ein Jahr zuvor in derselben Zeitung erschien. Kant lieferte in diesem Aufsatz seine Definition der Aufklärung.

Der Schwur der Horatier (David)

  • Der Schwur der Horatier (französisch Le Serment des Horaces) ist ein 1784 fertiggestelltes Gemälde von Jacques-Louis David. Das großformatige Bild (330 × 425 cm) wurde mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt und befindet sich heute im Musée du Louvre in Paris.

Gemäldegalerie

Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit (Herder)

  • Johann Gottfried Herder war ein Querdenker, ein unangepasster Polemiker, der regelmäßig aneckte und nicht davor zurückschreckte, auch Lehrer und Freunde wie Kant und Goethe zu kritisieren. Das macht ihn schwer zu verorten: Er ist gleichzeitig Aufklärer und einer ihrer schärfsten Kritiker, glaubt an Gott wie an die Naturwissenschaften, ist Wortführer des Sturm und Drang wie später der Weimarer Klassik. Während der Arbeit an seinem Hauptwerk, den umfassenden Ideen zu einer Philosophie der Geschichte der Menschheit, schrieb er in einem Brief, er wolle damit „dem Jahrhundert in seinen eigen Tönen ein ander Lied“ vorsingen. Und tatsächlich bricht dieses Werk mit zahlreichen philosophischen und kulturellen Konventionen. In einer beeindruckenden Zusammenschau zahlloser historischer, ethnografischer, anatomischer und religionswissenschaftlicher Quellen zeichnet Herder nicht nur eine Geschichte der Welt und der menschlichen Kulturen nach, er begründet auch eine kulturelle Subjektphilosophie, kritisiert Rassismus und Eurozentrismus und hält ein enthusiastisches Plädoyer für die allen Kulturen und historischen Epochen innewohnende Humanität und Vernunft. Ein Grundlagenwerk der modernen Kulturwissenschaft, das seiner Zeit in vielen Belangen voraus war und noch heute zu inspirieren vermag. (getAbstract 2019)

Kaiser Iyasu III. (Äthiopien)

  • Iyasu III. († 1788) war vom 16. Februar 1784 bis zum 24. April 1788 Negus Negest (Kaiser) von Äthiopien sowie ein Mitglied der Solomonischen-Dynastie. Er war der Sohn von Abeto Azequ und der Enkel von Iyasu II.

Klavierkonzert KV 453 (Mozart)

  • Das 17. Klavierkonzert in G-Dur, KV 453, ist ein Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. In der Zählung der rein von Mozart verfassten Klavierkonzerte ist es sein 11. Konzert.
  • Eintrag im Klassikarchiv: (classicalarchives.com)
  • W.A. Mozart ist berühmt für seine eingängigen, singbaren Melodien, die einen oft tagelang nicht mehr loslassen. Doch nicht nur wir Menschen singen und summen Themen z.B. aus Mozarts «Don Giovanni» oder «Le Nozze di Figaro», sogar Tiere können sich seine Melodien merken. Mozart selbst berichtet darüber: Er hatte sich 1784, in der Zeit, als er dabei war, sein G-Dur Klavierkonzert zu komponieren, einen Vogel gekauft, einen Staren. Und sein «Stahrl» war anscheinend ein toller Sänger: Er war zum grossen Erstaunen Mozarts fähig, das Rondothema des G-Dur Klavierkonzerts zu pfeifen. Wie die fünf Pianisten das Rondo und die andern Sätze von Mozarts G-Dur Klavierkonzert interpretieren, darüber diskutieren die Dirigentin Graziella Contratto und der Pianist Tomas Dratva in der Diskothek. Sie sind Gäste von Eva Oertle. (SRF Diskothek im Zwei 2015)

Klavierkonzert KV 456 (Mozart)

  • Wolfgang Amadeus Mozart komponierte das 18. Klavierkonzert in B-Dur, KV 456, im Jahr 1784 in Wien. Er schrieb dieses Werk mit großer Wahrscheinlichkeit für die Pianistin Maria Theresia Paradis. Es zählt zu den Militärkonzerten, da es mit einem marschartigen Kopfsatz im piano beginnt.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Mit fast nichts entsteht im Mittelsatz von Mozarts Klavierkonzert B-Dur K456 eine Atmosphäre voller Zauber und Geheimnis. Wer zuhört weiss nicht, ob es ein Happy End gibt oder sich da eine Katastrophe zusammenbraut. Mit Gastgeberin Lislot Frei diskutieren der Pianist Tomas Dratva und die Musikjournalistin und Historikerin Verena Naegele fünf der zahlreichen Aufnahmen. (DRS2 Diskothek im Zwei 2010)

Pitt's India Act

  • Der Ausdruck Pitt's India Act bezeichnet ein 1784 erlassenes Gesetz des Britischen Parlaments, das die Verwaltung der Britischen Ostindien-Kompanie der britischen Regierung unterstellte. Es war notwendig geworden, um den aus dem East India Company Act (auch Regulating Act) von 1773 resultierenden Mängeln zu begegnen. Der Pitt's India Act schuf die Voraussetzungen zur Schaffung einer Kontrollinstanz und einer Koordination von Handelsgesellschaft und Krone.

Reformierte Stadtkirche (Wien)

  • Die Reformierte Stadtkirche ist ein Kirchengebäude der Evangelischen Kirche H. B. in Österreich im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Die an der Ecke eines von schmalen Altstadtgassen gebildeten Häuserblocks gelegene Kirche mit zugehörigem Pfarrhaus wurde als Toleranzbethaus der Wiener reformierten Pfarrgemeinde erbaut, die sich 1782 infolge des Toleranzpatents konstituierte. Der Architekt des an der Stelle eines aufgelassenen Klosters von 1783 bis 1784 errichteten klassizistischen Gebäudekomplexes war Gottlieb Nigelli. Bei einem 1887 nach Plänen von Ignaz Sowinski durchgeführten Umbau erhielt die Reformierte Stadtkirche eine neobarocke Einturmfassade. Das Kircheninnere ist entsprechend der reformierten Auslegung des Zweiten Gebots bilderlos. Die Reformierte Stadtkirche ist der Sitz der Evangelischen Pfarrgemeinde H. B. Innere Stadt und der Evangelischen Kirche H. B. in Österreich. Daneben beherbergt die Kirche mehrere fremdsprachige Gottesdienstgemeinden, die rechtlich unterschiedlich organisiert sind, und ist ein Kulturveranstaltungsort. (Artikel des Tages)

Sankt Marxer Friedhof (Wien)

  • Der Sankt Marxer Friedhof ist ein ehemaliger Friedhof im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße, der 1874 geschlossen wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Die wohl bekannteste Grabstätte auf diesem Friedhof ist jene des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Die Stadt Wien führt den Sankt Marxer Friedhof als öffentlich zugängliche Parkanlage. Bereits seit dem 16. Jahrhundert hatte es in Wien Bestrebungen gegeben, die Friedhöfe aus dem Stadtinneren zu verbannen. Reformen waren aber in Bezug auf Bestattungen in Wien besonders schwierig durchzusetzen, da die Wiener Bevölkerung eine fest vorgefertigte Meinung hatte, wie ein Begräbnis und die dazugehörige Festlichkeit zu gestalten waren, und ihre traditionellen Bräuche nicht aufzugeben vorhatte. Erst Kaiser Joseph II. setzte mit einer im Zuge seiner Josephinischen Reformen erlassenen Seuchen- und Hygieneverordnung gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Schließung der Friedhöfe im Stadtgebiet und in den Vorstädten durch und verbot auch Begräbnisse in den Kirchengrüften und Klöstern innerhalb des Linienwalls. Davon ausgenommen waren Begräbnisse in der Kapuzinergruft, der Stephansgruft und dem Salesianerkloster. (Artikel des Tages)]

Serenade KV 361 "Gran Partita" (Mozart)

  • The Serenade No. 10 for winds in B flat major, K. 361/370a, is a serenade by Wolfgang Amadeus Mozart scored for thirteen instruments (twelve winds and string bass). The piece was likely composed in 1781 or 1782 and is often known by the subtitle "Gran Partita", though the title is a misspelling and not in Mozart's hand. It consists of seven movements.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • «Die Partitur sah nach nichts aus. Der Anfang, so simpel, fast lächerlich. Nur ein Pulsieren, Fagotte, Bassetthörner - wie eine rostige Quetschkommode. Doch da, plötzlich, hoch darüber, eine einsame Oboe, ein einzelner Ton, unerschütterlich über allem, bis eine Klarinette ihn aufnimmt, in einer Phrase von solch himmlischer Süsse!» Antonio Salieri soll dies über Mozarts «Gran Partita» gesagt haben. Egal ob er nett war oder nicht mit Mozart und seinem Genie, mit dieser Beschreibung des langsamen Satzes trifft er ins Schwarze. Ob nun die Serenade, wie das Werk wirklich heisst, mit einem Kontrafagott oder einem Kontrabass besser klingt, entscheiden die beiden Experten, der Hornist Daniel Lienhard und der Fagottist Urs Dengler. (DRS2 Diskothek im Zwei 2010)

Sonate Nr. 53 Hob.XVI/34 (Haydn)

  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Fürs Cembalo geschrieben, für das damals moderne Fortepiano oder für heutige Klaviere? Diese Frage stellt sich bei Joseph Haydns 53. Klaviersonate in besonderem Masse. Nicht nur konkurrieren sich heute Vertreter auf historischem Instrumentarium mit solchen auf dem Steinway. Auch ist diese Sonate e-Moll insofern eine Ausnahme, als Haydn selbst es seinen Spielern überlassen hat, sie auf dem feingliedrigen Cembalo zu interpretieren oder auf dem Fortepiano mit seinen neuartigen Möglichkeiten zu dynamischer Differenzierung. Haydn selbst schrieb seine ersten 30 Sonaten für Cembalo, bevorzugte aber nach 1770, dem Entstehungsjahr der e-Moll-Sonate, das Fortepiano. Gäste von Benjamin Herzog sind die Akkordeonistin Viviane Chassot und der Pianist See Siang Wong. (SRF Diskothek im Zwei 2020)

QUELLEN

Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel, daraus wird dann der Einleitungstext im ersten Abschnitt zitiert. Alle anderen Quellen sind am blauen Link am Schluss des jeweiligen Abschnitts erkennbar, daraus stammt dann auch der Text des Abschnitts.

05.08.2010 Artikel eröffnet

06.11.2010 Grundstock erstellt

1781 | 1782 | 1783 | 1784 | 1785 | 1786 | 1787