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WELTALL

  • 663: Miyake-Ereignis Um das Jahr 663 v. Chr. herum trifft ein weiterer starker Strom energiereicher Teilchen die Erde und löst ein Miyake‑Ereignis in historischer Zeit aus. Die erhöhte kosmische Strahlung bewirkt erneut einen sprunghaften Anstieg kosmogener Isotope, sodass in der Atmosphäre mehr C14 produziert wird, das sich in den Jahresringen von Bäumen auf der Nord‑ und Südhalbkugel nachweisen lässt. In modernen Untersuchungen fällt diese Zeitspanne durch einen markanten Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen und durch entsprechende Signaturen in polaren Eisbohrkernen auf. Die Datierung zeigt, dass sich dieses Ereignis nur wenige Jahrhunderte vor Beginn der schriftlich überlieferten Antike ereignet und damit einen wichtigen Referenzpunkt für die Verknüpfung naturwissenschaftlicher Chronologien mit historischen Zeitskalen liefert. Zusammen mit den Ereignissen von 774 und 993 n. Chr. zeichnet 663 v. Chr. ein Bild wiederkehrender, außergewöhnlicher Strahlungsausbrüche, deren Ursache weiterhin unklar bleibt, die aber im Mittel in tausendjährigen Abständen auftreten.
  • Fortsetzung 378
  • 5259: Miyake-Ereignis Im Jahr 5259 v. Chr. setzt ein weiterer kurzzeitiger, aber sehr intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung ein, der die Erde trifft und als Miyake‑Ereignis in Erscheinung tritt. Die kosmische Strahlung verstärkt die Produktion kosmogener Isotope, insbesondere von C14, in der oberen Atmosphäre deutlich über das normale Niveau hinaus. Bäume, die in dieser Zeit wachsen, nehmen das dadurch angereicherte Kohlendioxid auf und bilden Jahresringe, in denen der Radiokohlenstoff‑Gehalt auffällig ansteigt. In der heutigen Laboranalyse erscheint das Jahr 5259 v. Chr. im zeitlichen Verlauf der C14‑Konzentration als gut definierter Peak, dessen Form und Ausdehnung Rückschlüsse auf Dauer und Intensität des zugrunde liegenden kosmischen Ereignisses zulassen. Forschungsarbeiten, die Baumringdaten mit Eisbohrkernen kombinieren, identifizieren 5259 v. Chr. als eines der markantesten bislang entdeckten Ereignisse vor der historischen Zeit und erweitern damit das bekannte Spektrum möglicher Intensitäten dieser Strahlungsausbrüche.
  • 5410: Miyake-Ereignis Im Jahr 5410 v. Chr. ereignet sich ein weiterer intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung, der ein Miyake‑Ereignis in der globalen Isotopensignatur hinterlässt. Die erhöhte kosmische Strahlung erzeugt in der Atmosphäre zusätzliche Mengen an C14, die sich im Kohlendioxid anreichern und in die Biomasse der zu dieser Zeit lebenden Bäume eingehen. In den Jahresringen dieser Bäume bildet sich ein plötzlicher Anstieg des Radiokohlenstoff‑Gehalts ab, der sich mit dendrochronologischen Methoden Jahr für Jahr nachvollziehen lässt. Später werden Holzproben aus archäologischen Kontexten und natürlichen Ablagerungen hochpräzise auf ihren C14‑Gehalt untersucht, wobei 5410 v. Chr. als eigenständiger Peak mit charakteristischer Peakbreite sichtbar wird. Die Analysen verdeutlichen, dass dieses Ereignis nicht isoliert auftritt, sondern zusammen mit anderen Miyake‑Ereignissen eine Abfolge starker Strahlungsausbrüche bildet, die weiterhin nicht eindeutig einer bestimmten astrophysikalischen Quelle zugeordnet werden kann.
  • 7176: Miyake-Ereignis Im Jahr 7176 v. Chr. erreicht erneut ein starker Strom kosmischer Strahlung die Erde und löst ein weiteres Miyake‑Ereignis aus. In der Atmosphäre erhöhen die energiereichen Teilchen die Produktionsrate kosmogener Isotope; es entsteht insbesondere vermehrt C14, das über das atmosphärische Kohlendioxid in das Holz wachsender Bäume gelangt. Die Bäume dieser Zeit bilden Jahresringe mit deutlich erhöhtem Radiokohlenstoff‑Anteil, sodass sich für 7176 v. Chr. ein markanter Sprung im C14‑Profil zeigt. In der Gegenwart analysieren Forschende Baumproben und erkennen diesen abrupten Anstieg als Signatur eines Miyake‑Ereignisses, das sich zeitlich klar von den umliegenden Jahren absetzt. Parallel dazu stützen Eisbohrkerne aus polaren Regionen die Rekonstruktion, indem sie entsprechende Veränderungen anderer kosmogener Isotope wie Beryllium‑10 dokumentieren. Damit etabliert sich 7176 v. Chr. als eines der frühen, heute nachweisbaren Ereignisse in der statistischen Reihe solcher extremen Strahlungsausbrüche, die im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten.
  • 12350: Miyake-Ereignis Um das Jahr 12 350 v. Chr. entsteht in der Atmosphäre der Erde ein außergewöhnlich starker Ausbruch kosmischer Strahlung, der das bislang extremste bekannte Miyake‑Ereignis markiert. In diesem Zeitraum prasseln besonders energiereiche Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und erzeugen dort in großem Umfang kosmogene Isotope wie Radiokohlenstoff C14 und Beryllium‑10. Diese neu gebildeten Isotope mischen sich in das atmosphärische Kohlendioxid, das Pflanzen über die Photosynthese aufnehmen, sodass das Signal des Ereignisses sich dauerhaft in den Jahresringen lebender Bäume einprägt. Zehntausende Jahre später liegen fossile Baumreste vor, in denen Forschende einen abrupten und ungewöhnlich hohen Anstieg des C14‑Gehalts feststellen und daraus schließen, dass um 12 350 v. Chr. ein kosmischer Strahlungsausbruch stattfindet, der die bisherigen Miyake‑Ereignisse an Stärke deutlich übertrifft. Auf Basis hochauflösender Messdaten entsteht eine zeitliche Kurve der Radiokohlenstoff‑Konzentration, in der das Ereignis als scharfer Peak mit charakteristischem zeitlichen Verlauf sichtbar wird, der sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinzieht.

GERMANEN

KELTEN

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCLXI = 361)

  • Konsul Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit)
    Valerius wird zusammen mit Publius Cornelius Maluginensis zum Konsul gewählt. Aus unbekannten Gründen treten beide jedoch nie ins Amt ein, und zwei neue Konsuln, Lucius Lucretius Tricipitinus Flavus und Servius Sulpicius Camerinus, werden an ihrer Stelle gewählt. Der Übergang vom Konsulat zurück zu den Konsulartribunen wird als Folge der verringerten äußeren Bedrohung nach der Niederlage von Veji und seinen Verbündeten gedeutet.
  • Konsul Publius Cornelius Maluginensis
    Im Jahr 393 wird das ordentliche Konsulat nach fünfzehn Jahren des Militärtribunats mit konsularischer Gewalt vorübergehend wieder eingeführt. Gewählt werden ein Cornelius Maluginensis und Lucius Valerius Potitus, doch sie legen ihr Amt wieder nieder und überlassen den Platz zwei Suffektkonsuln, Lucius Lucretius Tricipitinus Flavus und Servius Sulpicius Camerinus. Diese treten den Vorschlägen der Volkstribunen entgegen, einen großen Teil der Bevölkerung Roms nach Veii zu verlegen, das kürzlich erobert worden ist. Nach Theodor Mommsen nehmen die Konsuln ihr Amt nicht einmal an; die Identität des Cornelius ist nicht sicher, und es kann sich um Publius Cornelius Maluginensis oder um Servius Cornelius Maluginensis handeln.
  • Suffektkonsul Lucius Lucretius Tricipitinus Flavus
    Lucius Lucretius Tricipitinus Flavus wird zum Konsul gewählt, zusammen mit Servius Sulpicius Camerinus. Es handelt sich um das zweite Konsulskollegium für dieses Jahr, nachdem zuvor bereits ein anderes Paar gewählt worden ist, das jedoch aus unbekannten Gründen sein Amt nicht antritt. Dieses Jahr ist das erste Mal seit 16 Jahren, dass Konsuln gewählt werden; die Patrizier stellen das Amt wieder her, das bei den Plebejern verhasst ist, weil sie nicht dafür kandidieren können, als Vergeltung dafür, dass diese weiterhin ein Gesetz vorantreiben, das das kürzlich eroberte veientische Gebiet unter den Plebejern verteilen soll. In seinem Amtsjahr greift die Aequier die römische Kolonie Vitelia an, und der Senat schickt Lucretius als Reaktion darauf gegen sie, was er mit großem Erfolg tut und einen Sieg über die Aequier erringt. Später in diesem Jahr wird über eine Abstimmung entschieden, ob die Hälfte der römischen Bevölkerung in Veii siedeln darf; der Antrag wird mit der Stimme nur eines Stammes abgelehnt.
  • Suffektkonsul Servius Sulpicius Camerinus
    Servius Sulpicius Camerinus entstammt dem römischen Patriziergeschlecht der Sulpicier und gehört zur Gens Sulpicia; sein Vater trägt das Praenomen Quintus, sein Großvater das Praenomen Servius. Nachdem seit 408 fünfzehn Jahre lang jedes Jahr Konsulartribunen amtiert haben, werden in diesem Jahr wieder Konsuln gewählt, nämlich Lucius Valerius Potitus und Publius Cornelius Maluginensis, die jedoch zurücktreten. Danach werden Servius Sulpicius Camerinus und Lucius Lucretius Tricipitinus Flavus zu Suffektkonsuln gewählt.
  • Lucius Papirius Cursor und Gaius Iulius Iullus werden römische Censoren. Nach Iullus’ Tod wird Marcus Cornelius Maluginensis Suffektcensor.
  • Fortsetzung 392
  • 394: Konsulartribun Marcus Furius Camillus (3. Amtszeit) Camillus ist nach 401 und 398 zum dritten Mal Tribun mit konsularischer Gewalt, wieder mit fünf patrizischen Kollegen. Während zwei seiner Kollegen gegen die Äquer ziehen, zwingt Camillus die Stadt Falérien zur Kapitulation. Nach der überlieferten Episode vom falerischen Lehrer nimmt Camillus Falérien ohne Kampf ein, indem er ein Verratsangebot zurückweist: Ein Lehrer, der die Söhne der führenden Bürger unterrichtet und regelmäßig außerhalb der Stadt mit ihnen spazieren geht, führt die Kinder bewusst in das Lager der Römer, um sie als Geiseln zu übergeben und die Stadt auszuliefern. Camillus verurteilt diesen Plan als monströs, erklärt, der Krieg habe ebenso Gesetze wie der Frieden, und betont, dass die Römer ebenso gerecht wie tapfer kämpfen. Er lässt dem Lehrer die Kleidung abnehmen, ihm die Hände auf dem Rücken binden und übergibt ihn den Kindern, denen er Ruten gibt, damit sie den Verräter zurück in die Stadt treiben und züchtigen. Die Bewohner von Falérien sind von dieser Haltung so beeindruckt, dass sie Gesandte nach Rom schicken und sich den Römern und ihrem Feldherrn freiwillig unterwerfen, im Vertrauen darauf, unter römischer Herrschaft besser zu leben als unter den eigenen Gesetzen. Dieser diplomatische Erfolg ohne Plünderung löst jedoch unter den römischen Soldaten starken Groll aus, da ihnen der erwartete Kriegslohn in Form von Beute entgeht.
  • 394: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (6. Amtszeit) Im Jahr 394 v. Chr. wird Medullinus erneut zum Konsulartribun gewählt, diesmal zum sechsten Mal, zusammen mit Marcus Furius Camillus, Lucius Valerius Potitus Poplicola, Spurius Postumius Albinus Regillensis, Gaius Aemilius Mamercinus und Publius Cornelius Scipio. Während Medullinus weiterhin die Stellung in Rom hält, wird Furius Camillus der Feldzug gegen die Falisker übertragen, der mit der Übergabe von Falerii an Rom endet. Gaius Aemilius und Spurius Postumius erhalten den Feldzug gegen die Aequer. Nach einem Sieg des Feindes in offener Schlacht beschließt Gaius Aemilius, in Verrugo zu bleiben, während Spurius Postumius das Gebiet der Aequer plündern soll. Beim Plündern werden die römischen Truppen von den Aequer überrascht und geschlagen. Trotz der Niederlage und obwohl viele Soldaten in Verrugo stationiert sind, fliehen die geschlagenen römischen Truppen nach Tusculum, weil sie einen weiteren Angriff der Aequer befürchten. Postumius gelingt es jedoch, das Heer neu zu ordnen, und er gewinnt eine Feldschlacht gegen die Aequer.
  • 394: Interrex Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird erneut als Gesandter nach Delphi geschickt. Er reist zusammen mit Lucius Sergius Fidenas und Aulus Manlius Vulso Capitolinus, um dem Apollo Opfergaben als Dank für den römischen Erfolg bei der Belagerung von Veii zu überbringen. Die Gesandtschaft wird von liparischen Piraten unter Timasitheus überfallen und gefangen genommen, aber schließlich freigelassen, damit sie das Opfer vollenden kann.
  • 394: Lucius Valerius Potitus 394 v. Chr. soll Valerius erneut als Gesandter nach Delphi reisen. Er wird auf dem Weg dorthin von Piraten gefangen genommen und nach Lipara verschleppt, wird jedoch von Timasitheos befreit und sicher nach Delphi gebracht. Zusammen mit Lucius Sergius Fidenas und Aulus Manlius Vulso Capitolinus wird er gesandt, um dem Apollo Opfergaben als Dank für den römischen Erfolg bei der Belagerung von Veji zu überbringen. Die Gesandtschaft wird von liparischen Piraten unter dem Kommando des Timasitheus überfallen und gefangen genommen; am Ende lässt dieser sie frei, damit sie ihre Opfergabe an Apollo vollenden können.
  • Fortsetzung 393
  • 395: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (5. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus wird in diesem Jahr zum fünften Mal Konsulartribun gewählt, zusammen mit Publius Cornelius Cossus, Publius Cornelius Scipio, Quintus Servilius Fidenas, Caeso Fabius Ambustus und Marcus Valerius Lactucinus Maximus. Es wird angenommen, dass Medullinus in Rom bleibt, wo er zusammen mit einigen seiner Kollegen die inneren Angelegenheiten weiter verwaltet. Währenddessen werden zwei Brüder, Cornelius Maluginensis und Cornelius Scipio, mit dem Feldzug gegen die Falisker beauftragt, der zu keinem konkreten Ergebnis führt. Valerius Lactucinus und Quintus Servilius erhalten den Feldzug gegen Capena, das schließlich Frieden mit Rom schließen muss. In Rom selbst dauern jedoch die Streitigkeiten über die Verteilung der im Vorjahr bei dem Fall von Veii erbeuteten Beute an. Hinzu kommt ein neuer Konflikt durch den Vorschlag des plebejischen Volkstribunen Titus Sicinius, einen Teil der römischen Bevölkerung nach Veii zu verlegen, was der römische Senat entschieden ablehnt.
  • 396: Diktator Marcus Furius Camillus (1. Amtszeit) Die tribuni mit konsularischer Gewalt erleiden militärische Rückschläge gegen die Faliscer und die Capenaten, wobei einer von ihnen, Gnaeus Genucius Augurinus, fällt. Der Senat greift zur außergewöhnlichen Magistratur der Diktatur, um die militärischen Operationen zu bündeln und die Belagerung von Véies zu entscheiden, und wählt Camillus, dessen frühere Siege über die Capenaten ihn empfehlen. Camillus ernennt Publius Cornelius Maluginensis zu seinem Magister equitum (Reiteroberst). Camillus, von der Überlieferung als vom Schicksal bestimmtes Werkzeug (dux fatalis) dargestellt, schlägt die Faliscer und Capenaten und nimmt nach zehnjähriger Belagerung die etruskische Stadt Véies ein, die er plündern lässt. Er ordnet an, die Bewohner von Véies als Gefangene zu verkaufen, was möglicherweise die erste große Massenversklavung in der römischen Geschichte darstellt. Nach seiner Rückkehr nach Rom feiert Camillus einen großen Triumph. Als Diktator wählt er auf dem Aventin einen Platz für einen Tempel der Juno Regina und weiht den Tempel der Mater Matuta gemäß zwei Gelübden, die er vor der Schlacht bei Véies abgelegt hat; anschließend legt er das Diktatoramt nieder. Die Verteilung der Beute verdunkelt jedoch diesen Erfolg. Mit Zustimmung des Senats hat Camillus seinen Soldaten und freiwilligen römischen Bürgern erlaubt, die gesamte Beute der Einnahme von Véies für sich zu nehmen. Da er vor der Schlacht gelobt hat, ein Zehntel der Beute dem Apollon zu weihen, und nun die Beute in privaten Händen zerstreut ist, beschließen die Pontifices, dass jeder den zehnten Teil seines persönlichen Anteils zurückzugeben hat, um das Gelübde zu erfüllen. Dieser Beschluss macht Camillus beim Volk unpopulär. Als die Durchführung dieser Regel Schwierigkeiten bereitet, erlauben die Pontifices, dass jeder den Wert seines Anteils selbst schätzt und den zehnten Teil dieses Wertes an den Staatsschatz zahlt. Plutarch schildert, wie gegen arme Soldaten sogar Gewalt angewandt wird und wie Camillus eingesteht, sein Gelübde vergessen zu haben, was den Unmut des Volkes weiter steigert. - Die russische Wikipedia fasst dieses Jahr so, dass Camillus im Jahr 396 den etruskischen Stadtstaat Veiī nach zehnjähriger Belagerung erobert und anschließend der ungerechten Verteilung der Kriegsbeute beschuldigt wird. In der Folge hält er die Anklagen für ungerecht und begibt sich freiwillig ins Exil in die Stadt Ardea.
  • 396: Magister militum Publius Cornelius Maluginensis
    Maluginensis wird vom Diktator Marcus Furius Camillus zum Reiteroberst gewählt. Gemeinsam besiegen sie die Falisken und die Capenaten, die zwei der Militärtribunen des Jahres in Schwierigkeiten gebracht haben, und sie beenden die Belagerung von Veii. Für diesen Sieg feiert Camillus einen großen Triumph. Die antiken Autoren Tite-Live und Plutarch setzen diesen Reiteroberst mit einem Publius Cornelius Scipio gleich, der dann das erste Mitglied dieser Linie wäre, das eine hohe Magistratur erreicht.
  • 396: Interrex Lucius Valerius Potitus Lucius Valerius Potitus wird als Interrex eingesetzt, um die Wahlen der Konsularen durchzuführen. Es gibt noch zwei weitere bekannte Interreges, Camillus und Servilius, und es bleibt unklar, wer die Wahl vollendet. Im selben Jahr endet die Belagerung von Veii erfolgreich.
  • 396: Interrex Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit) Im Jahr 396 v. Chr. wird Valerius als Interrex eingesetzt, um die Wahlen der Konsuln abzuhalten. Daneben gibt es zwei weitere bekannte Interreges, Camillus und Servilius, die während dieser Komitien eingesetzt werden; wer die Wahl schließlich abschließt, bleibt unklar. Im selben Jahr endet die Belagerung von Veji erfolgreich.
  • 397: Interregent Marcus Furius Camillus (1. Amtszeit Der amtierende Kollegialkörper der tribuni mit konsularischer Gewalt ist gezwungen, sein Amt vor Ablauf des Jahres niederzulegen, weil die Wahl als irregulär gilt. Es folgt eine Reihe von Interregna, unter den Interregenten befindet sich auch Camillus, der an der Organisation neuer Wahlen beteiligt ist.
  • 397: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (4. Amtszeit) Im folgenden Jahr wird Medullinus zum vierten Mal Konsulartribun gewählt, zusammen mit Lucius Iulius Iulus, Aulus Postumius Albinus Regillensis, Publius Cornelius Maluginensis, Lucius Sergius Fidenas und Aulus Manlius Vulso Capitolinus. In diesem Jahr setzen Medullinus und seine Kollegen die Belagerung von Veii fort. Zugleich müssen sie einen Angriff der Volsker auf die Besatzung in Anxur und einen Angriff der Aequer auf die Kolonie Labico hinnehmen. In diese ohnehin schwierige militärische Lage fallen außerdem Raubzüge der Tarquinier, die die Gelegenheit nutzen wollen, weil sie glauben, dass die Römer keine Gegenangriffe unternehmen können. Stattdessen wird durch Aulus Postumius und Lucius Iulius ein Heer aufgestellt, das die Plünderer bei Caere überrascht und die Stadt den Etruskern entreißt. Die Gesandten, die das Orakel von Delphi befragt haben, kehren mit einer Antwort zurück, die den Römern den Sieg in Aussicht stellt und die Erneuerung der alten Riten fordert. Wegen fehlerhafter Wahlen wird beschlossen, dass die notwendige Maßnahme zur Wiederherstellung der vernachlässigten Riten im Abdanken aller Konsulartribunen für den Rest ihrer Amtszeit besteht, worauf drei Interregna folgen, bevor neue Konsulartribunen gewählt werden.
  • 397: Lucius Valerius Potitus Die nach Delphi entsandte Gesandtschaft kehrt zurück. Lucius Valerius Potitus’ Rolle als Konsulartribun wird in den Quellen teilweise bezweifelt.
  • 397: Interrex Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) 397 v. Chr. hat Valerius das Amt eines Interrex inne. Dies geschieht nach der Rückkehr der Gesandtschaft aus Delphi.
  • 397: Konsulartribun Publius Cornelius Maluginensis (1. Amtszeit) Publius Cornelius Maluginensis ist im Jahr 397 v. Chr. Militärtribun mit konsularischer Gewalt. Er ist dabei mit fünf weiteren Kollegen im Amt, und alle sind Patrizier. Die Tribunen verteilen sich auf verschiedene Fronten, um gegen die Volsker, die Äquer, die Veienter, die Falisken, die Capenaten und gegen Banditen aus Tarquinia zu kämpfen. Nach Tite-Live wird das Kollegium der Tribunen vor dem Ende ihrer Amtszeit zum Rücktritt gezwungen, weil die Wahl als unregelmäßig gilt.
  • 398: Konsulartribun Marcus Furius Camillus (2. Amtszeit) Camillus ist nach 401 erneut Tribun mit konsularischer Gewalt, wiederum mit fünf patrizischen Kollegen. Die meisten Tribunen lösen die bisherigen Kommandeure des erfolglosen Belagerungsheeres vor Véies ab, ohne den Konflikt beenden zu können. Währenddessen führt Camillus einen Feldzug gegen die Capenaten, Verbündete der Véer, und kehrt mit reicher Beute nach Rom zurück, wodurch er sich einen Ruf als geschickter Feldherr erwirbt.
  • 398: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (5. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird erneut, zum fünften und letzten Mal, zum Konsulartribunen gewählt und hat sechs Kollegen. Der Krieg gegen die Volsker und die Veii geht weiter, wobei er gegen die Volsker befehligt und erfolgreich kämpft; er verwüstet das Gebiet der Volsker. Während seine Kollegen außer Camillus die Belagerung von Veii fortsetzen, geschieht am Albaner See ein Naturereignis, worauf eine Gesandtschaft nach Delphi geschickt wird, um das Orakel des Apollo zu befragen. Die Gesandten kehren im folgenden Jahr zurück.
  • 398: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (3. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus wird zum dritten Mal Konsulartribun gewählt, zusammen mit Lucius Valerius Potitus, Marcus Valerius Lactucinus Maximus, Quintus Servilius Fidenas, seinem berühmten Bruder Marcus Furius Camillus und Quintus Sulpicius Camerinus Cornutus. Medullinus und einige seiner Kollegen setzen die Belagerung von Veii fort, während Valerius Potitus und Medullinus’ Bruder Furius Camillus die mit den Etruskern verbündeten Städte Falerii und Capena plündern. In diesem Jahr kommt es auch zu einem ungewöhnlichen Anstieg des Wassers des Albaner Sees. Um dessen Bedeutung zu deuten, werden Gesandte zum Orakel von Delphi geschickt, obwohl ein alter Prophet aus Veii eine Vorhersage durchscheinen lässt: Immer wenn das Wasser des Albaner Sees überläuft und die Römer es auf die vorgeschriebene Weise ableiten, werde ihnen der Sieg über die Veienter geschenkt; bis dahin würden die Götter die Mauern von Veii nicht verlassen. [en.wikipedia]
  • 398: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (5. Amtszeit) Valerius wird für seine fünfte und letzte Amtszeit als Konsulartribun im Jahr 398 v. Chr. gewählt. Er teilt das Amt mit einem früheren Kollegen, Camillus, und mit Marcus Valerius Lactucinus Maximus, Lucius Furius Medullinus, Quintus Servilius Fidenas und Quintus Sulpicius Camerinus Cornutus. Der Krieg gegen die Falisker und die Vejer geht weiter, und Valerius führt den Befehl gegen die Falisker. Er kämpft erfolgreich und verwüstet das Gebiet der Falisker. Seine Kollegen setzen mit Ausnahme von Camillus, der in Rom bleibt, die Belagerung von Veji fort. Am Albaner See tritt ein Naturphänomen auf, woraufhin eine Gesandtschaft nach Delphi geschickt wird, um das Orakel des Apollon zu befragen. Es bleibt ungewiss, ob der unter den Gesandten genannte Valerius mit Lucius Valerius Potitus oder mit seinem nahen Verwandten Gaius Valerius Potitus Volusus identisch ist. Die übrigen Mitglieder der Gesandtschaft sind Gnaeus Cornelius Cossus, Publius Licinius Calvus Esquilinus und ein Fabius Ambustus, entweder Caeso oder Numerius, die alle mit Ausnahme des Licinius frühere Kollegen des Valerius sind. Die Gesandtschaft kehrt im Jahr 397 v. Chr. zurück. Valerius’ Rolle als Konsulartribun wird hier teilweise bezweifelt, da Diodorus ihn wie schon 401 v. Chr. aus diesem Kollegium auslässt und Livys Nennung des Valerius wie eine Wiederholung wirkt. Im selben Jahr wird Lucius Valerius Potitus außerdem vom Senat als Teilnehmer einer Gesandtschaft nach Delphi geschickt, um das dortige Orakel zu konsultieren.
  • 401: Konsulartribun Marcus Furius Camillus (1. Amtszeit) Camillus wird zum ersten Mal zum tribunus militum consulari potestate gewählt, zusammen mit fünf weiteren patrizischen Kollegen. Die tribuni teilen die militärischen Oberbefehle unter sich auf und setzen den langen Krieg gegen Véies und seine etruskischen Verbündeten fort. Während seine Kollegen gegen die Véier, die Volsker von Anxur und die Capenaten kämpfen, führt Camillus einen Feldzug gegen Falérien.
  • 401: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (4. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus ist im vierten Tribunat einer von fünf Kollegen. Im Krieg an mehreren Fronten erhält er durch das Los das Kommando im Krieg gegen die Volsker und beginnt nach einem missglückten Angriff die Belagerung von Anxur, die erst im folgenden Jahr erfolgreich wird.
  • 401: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (4. Amtszeit) Zwei Jahre später, im Jahr 401, wird Valerius erneut zum Konsulartribunen gewählt. Er teilt das Amt mit zwei früheren Kollegen, Cossus von 406 v. Chr. und Aemilius von 403 v. Chr., sowie mit drei weiteren Männern: Camillus, Lucius Julius Iulus und Caeso Fabius Ambustus. In diesem Jahr herrscht Krieg gegen die Volsker, Falerii, Veji und die Capena. Valerius führt den Befehl in Anxur gegen die Volsker. Während Rom 402 v. Chr. bei Veji unter einem jungen und unerfahrenen Konsularkollegium besiegt worden ist, besteht dieses Kollegium, dem Valerius angehört, aus außergewöhnlich erfahrenen Konsularen. Neben dem Krieg gibt es in Rom weiterhin inneren Konflikt: Drei Volkstribunen, Marcus Acutius, Gaius Lacerius und Gnaeus Trebonius, geraten im Zusammenhang mit der Lex Trebonia in Streit. Zusätzlich laufen rechtliche Verfahren gegen zwei ehemalige Konsularen, Lucius Verginius Tricostus Esquilinus und Manius Sergius Fidenas, die von den anderen drei Volkstribunen betrieben werden und die Konsularen wegen ihres Verhaltens und der Niederlage gegen die Vejer und Falisker angreifen. Schließlich schließen sich die Volkstribunen unter einem Vorschlag für ein neues Agrargesetz zusammen. Diodorus lässt Valerius in seinem Bericht dieses Jahres als einen der Konsularen weg, aber andere Quellen bestätigen ihn.
  • 403: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (3. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus gehört erneut einer Kollegium von Konsulartribunen an, das in diesem Jahr aus acht Männern besteht. Die Belagerung von Veii dauert an, und das römische Heer setzt die Kampfhandlungen erstmals auch im Winter fort.
  • 403: Marcus Furius Camillus Marcus Furius Camillus, um 446 geboren, stammt aus der patrizischen Familie der Furier, genauer aus der Linie der Furii Camilli, die zu den ältesten und vornehmsten Geschlechtern Roms gehört. Er ist Sohn von Lucius Furius Medullinus, Enkel von Spurius Furius Medullinus Fusus und gehört somit zur gens Furia. 403 übt Marcus Furius Camillus seine erste höhere Magistratur aus. Nach Tite-Livius kann er Tribun mit konsularischer Gewalt sein, wahrscheinlicher ist aber, dass er Zensor oder Tribun mit zensorischer Gewalt ist und zusammen mit Marcus Postumius Albinus Regillensis amtieren. In diesem Jahr verhängen beide Zensoren eine Geldbuße über römische Junggesellen, die ledig geblieben sind, und drängen sie, die zahlreichen Kriegswitwen zu heiraten. Sie heben außerdem eine Steuerbefreiung für Waisen auf, um die öffentlichen Mittel zu erhöhen und den Staatsschatz wieder aufzufüllen, der durch die vielen Feldzüge der vergangenen Jahre geleert ist. Plutarch berichtet, dass diese Maßnahmen vor allem dazu dienen, das Staatsvermögen nach zahlreichen militärischen Unternehmungen wiederherzustellen, und Valerius Maximus überliefert die mahnende Rede, mit der Camillus und Postumius den ledigen Männern ihre Pflicht zur Familiengründung vorhalten.
  • 403: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (3. Amtszeit) Valerius bekleidet seine dritte Konsulartribunenstelle. Er teilt das Amt mit Manius Aemilius Mamercinus, Appius Claudius Crassus Inregillensis, Marcus Quinctilius Varus, Lucius Julius Iulus und Marcus Furius Fusus. Das Kollegium besteht mit Ausnahme von Aemilius und Valerius aus lauter Erstmaligen im Konsularamt. Livy zählt bei der Beschreibung dieses Kollegiums fälschlich die beiden Zensoren Marcus Furius Camillus und Marcus Postumius Albinus Regillensis zum Konsularkollegium. In diesem Jahr setzt sich der seit 406 gegen Veji geführte Krieg fort, und alle Konsularen, einschließlich Valerius, führen Heere gegen Veji, mit Ausnahme von Claudius, der in Rom bleibt. Die langen Kriegsjahre und die neuen Zahlungen an die Soldaten scheinen die Wirtschaft Roms belastet zu haben, und die beiden Zensoren Camillus und Postumius erheben neue Steuern auf Junggesellen und Waisen.
  • 405: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (2. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus wird in diesem Jahr zum zweiten Mal Konsulartribun gewählt, zusammen mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus, Aulus Manlius Vulso Capitolinus, Quintus Quinctius Cincinnatus, Gaius Iulius Iulus und Manius Aemilius Mamercinus. Rom führt den Krieg nach Veii; Medullinus und seine Kollegen belagern die Stadt, die die anderen etruskischen Städte nicht zum Krieg gegen Rom bewegen kann. Kurz nach Beginn dieser Belagerung hält die Gesamtheit der Etrusker einen stark besuchten Rat am Heiligtum der Voltumna ab, kann aber keine Entscheidung darüber treffen, ob das ganze Volk zur Verteidigung der Veienter in den Krieg ziehen soll.
  • 406: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird erneut zum Konsulartribunen gewählt und hat diesmal drei Kollegen. Der Senat bringt in das Volk die Forderung ein, Krieg gegen Veii zu erklären, weil dort römische Gesandte beleidigt worden sind; die Plebejer lehnen dies ab. Danach führen die Tribunen Krieg gegen die Volsker: Lucius Valerius handelt gegen Antium, und anschließend nimmt er mit Numerius Fabius Ambustus Anxur ein und plündert es. Die erbeutete Beute geht an die Legionäre, die zum ersten Mal in der Geschichte Roms für dieses Jahr Sold erhalten.
  • 406: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit) Valerius Potitus wird auch für das Jahr 406 zum Konsulartribunen gewählt. Er greift Antium an. In diesem Jahr führt er zusammen mit drei Verwandten seiner früheren Kollegen des Jahres 414 das Amt aus: Publius Cornelius Rutilus Cossus, Gnaeus Cornelius Cossus und Numerius Fabius Ambustus. Es herrscht Krieg gegen die Volsker und die Vejer, wobei Valerius das Heer in Antium kommandiert. Während frühere Kämpfe defensive Schlachten in der Nähe des Algidus sind, gewinnen die Römer in diesem Jahr gegen die Volsker Gelände. Die Konsularen setzen ein neues Gesetz durch, das den Sold für Soldaten festlegt und Rom in Richtung eines professionalisierten Heeres schiebt. Diodorus lässt in seinem Bericht des Jahres Gnaeus Cornelius aus dem Kollegium weg, und Livy lässt Cornelius zwar eine passive Rolle spielen und in Rom bleiben, was darauf hindeuten kann, dass das Kollegium nur aus drei Mitgliedern besteht: Rutilus, Fabius und Valerius.
  • 407: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus wird in diesem Jahr zum Konsulartribun gewählt, zusammen mit Numerius Fabius Vibulanus, Gaius Valerius Potitus Volusus und Gaius Servilius Ahala; alle seine Kollegen sind zum zweiten Mal Konsulartribunen. Nach dem Ablauf des Waffenstillstands mit Veii sendet Rom eine Gesandtschaft, um Ersatz für die erlittenen Schäden und Verletzungen zu verlangen. An der Grenze treffen diese Männer auf eine Gesandtschaft der Veienter, die darum bittet, nicht nach Veii weiterzugehen, bevor sie selbst vor dem römischen Senat gewesen ist. Der Senat willigt ein, von den Veientern keinen Vergleich zu fordern, weil diese in inneren Streitigkeiten stehen. Die Römer verlieren jedoch, weil sie nicht rechtzeitig entscheiden können, die Besatzung in Verrugo; sie wird von Aequer und Volskern niedergemetzelt. Ein Entsatzheer trifft nach dem Massaker ein; da es den gefallenen Kameraden nicht mehr helfen kann, überrascht es den Feind und tötet ihn, während dieser mit der Plünderung Verrugos beschäftigt ist.
  • 409: Konsul Lucius Furius Medullinus (2. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus ist in diesem Jahr zum zweiten Mal Konsul, gemeinsam mit Gnaeus Cornelius Cossus. Während seines Konsulats bewirken drei Plebejische Volkstribunen aus der Familie der Icilier erstmals in der Geschichte der Republik die Wahl von drei Quästoren plebejischer Herkunft. Gestärkt durch diesen Erfolg, stellen sich die Volkstribunen anschließend gegen die Aufstellung von Truppen, die nötig ist, um den Überfällen der Aequer und Volsker im Gebiet der verbündeten Latiner und Herniker zu begegnen. Schließlich wird vereinbart, dass im folgenden Jahr Konsulartribunen gewählt werden. Der Senat erklärt jedoch, dass er keinen Konsulatskandidaten akzeptiert, der in diesem Jahr plebejischer Volkstribun gewesen ist, und dass auch kein plebejischer Volkstribun für das folgende Jahr wiedergewählt werden darf. Dadurch wird verhindert, dass irgendein Vertreter der Familie der Icilier an diesen Wahlen teilnehmen kann. Nachdem schließlich ein Heer ausgehoben worden ist, ziehen die Konsuln gegen Arx Carventana, können die Stadt aber nicht zurückerobern. Stattdessen erobern sie Verrugo im Gebiet der Volsker.
  • 413: Konsul Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit) Lucius Furius Medullinus ist in diesem Jahr Konsul zusammen mit Aulus Cornelius Cossus; in einer anderen Überlieferung wird sein Kollege als Marcus Cornelius Cossus genannt. Er leitet die Untersuchung über eine Meuterei, die im Vorjahr stattgefunden hat und den Tod des Konsulartribuns Publius Postumius Albinus Regillensis verursacht hat. Bei der Urteilsfindung werden einige Soldaten schuldig gesprochen und anschließend zum Selbstmord gezwungen. Danach erhält Medullinus den Oberbefehl gegen die Volsker, die das Gebiet der Herniker überfallen haben. Er bringt die Volsker nicht zur Schlacht, weil sie sich in ihr eigenes Gebiet zurückziehen. Anschließend besetzt er Ferentinum; die Stadt und das umliegende Gebiet werden dann an die Herniker übergeben.
  • 414: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus wird für das Jahr 414 v. Chr. zum ersten Mal zum Konsulartribunen gewählt und ist einer von vier höchsten Magistraten. Rom liegt damals im Krieg mit den meisten unmittelbaren Nachbarn, die sich gegen den Expansionsdrang der Republik wehren. Die Konsularen führen einen erfolgreichen Krieg gegen die Aequer, wodurch Bolae erobert wird. In diesem Zusammenhang stirbt sein Kollege Publius Postumius Albinus Regillensis durch seine eigenen Soldaten, danach wird ein Interrex eingesetzt.
  • 414: Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (1. Amtszeit) Lucius Valerius Potitus entstammt einer der bedeutendsten altrömischen Patrizierfamilien, der gens Valeria. Diese Familie hat in der republikanischen Zeit von Anfang an eine führende Rolle inne und stellt bis 44 v. Chr. 66 Konsuln; auch in der Kaiserzeit bleibt sie noch lange von Einfluss und Bedeutung. Der Zweig der Valerii Potiti stellt in der Frühzeit der Republik mehrere leitende Staatsmänner und Feldherren. Lucius Valerius Potitus ist insgesamt fünfmal Konsulartribun und zweimal Konsul. Lucius Valerius Potitus wird für das Jahr 414 zum ersten Mal zum Konsulartribunen gewählt. Rom liegt mit den meisten seiner unmittelbaren Nachbarn im Krieg, die sich gegen den Expansionsdrang der Republik erbittert wehren. In Kriegszeiten stehen an der Spitze des Staates keine Konsuln, sondern für die Kriegsführung besonders geeignete Militärfachleute, die Konsulartribunen, meist sechs an der Zahl. Valerius Potitus muss daher ein exzellenter Truppenführer sein, denn er wird auch für spätere Jahre erneut gewählt. Im selben Jahr hält er das Imperium als einer von vier Konsulartribunen. Seine Kollegen in diesem Amt sind Gnaeus Cornelius Cossus, Quintus Fabius Vibulanus und Publius Postumius Albinus Regillensis; mit Ausnahme des Fabius sind alle Konsularen Neulinge im Imperium. Die Konsularen führen einen erfolgreichen Krieg gegen die Aequer, der zur Eroberung von Bolae führt. Das neu eroberte Gebiet wird zu einem Brennpunkt von Streitigkeiten, weil Marcus Sextius, ein Volkstribun, ein Agrargesetz zur Ansiedlung in Bolae vorschlägt und dem Konsular Postumius Amtsmissbrauch vorwirft. Der Konflikt mündet in eine Meuterei unter den in Bolae stationierten römischen Soldaten, bei der sowohl Postumius, der Konsular, als auch der römische Quaestor Publius Sestius sterben. Welche Rolle Valerius bei diesen Ereignissen spielt, bleibt unklar.
  • 493: Foedus Cassianum Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. rücken die Äquer und Volsker aus den Bergregionen in die latinische Ebene vor und bedrohen die Städte Latiums. Die latinischen Gemeinden sehen sich einer andauernden militärischen Gefahr ausgesetzt und suchen nach Wegen, ihre Verteidigung zu koordinieren. In dieser Situation beginnt sich ein lockerer Städtebund der Latiner herauszubilden, in dem Rom allmählich an Gewicht gewinnt. Bereits jetzt erscheint Rom innerhalb dieses Bündnisses als militärischer Hauptfaktor, auch wenn die Gleichrangigkeit der Partner formell betont wird. Gleichzeitig entwickelt sich in dieser Epoche die römische Republik nach dem Sturz der Könige zu einem Gemeinwesen, das seine Position in Latium sichern und ausbauen will. Die römische Führung schätzt ein, dass sie die latinischen Nachbarn nicht dauerhaft beherrschen kann, ohne ihre militärischen Ressourcen in ein einheitliches System einzubinden. Das wiederkehrende Aufeinandertreffen mit den latinischen Städten, mal als Rivalen, mal als Verbündete, macht vertragliche Regelungen immer dringlicher. 499–493 v. Chr. (traditioneller Kontext des Vertrages): Um 499 v. Chr. eskaliert ein Konflikt zwischen Rom und den latinischen Gemeinden, der in der berühmten Schlacht am Regillus-See gipfelt. Die römische Seite setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um ihre Vorrangstellung in Latium zu behaupten; die Latiner kämpfen wiederum dafür, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Die Schlacht endet nach traditioneller Überlieferung mit einem römischen Sieg, aber dieser Triumph erweist sich politisch als weniger eindeutig, als es der römische Stolz gerne darstellt. Nach dem Kampf steht fest, dass weder Rom noch der latinische Bund eine endgültige militärische Entscheidung erzwingen können, die alle Gegensätze ein für alle Mal beseitigt. In den Jahren nach der Regillus-Schlacht erkennen beide Seiten, dass eine institutionalisierte Zusammenarbeit langfristig vorteilhafter ist als ein fortgesetzter Abnutzungskrieg. Die römische Führung und die maßgeblichen Kräfte im latinischen Bund beginnen, über einen Vertrag zu verhandeln, der Rechte und Pflichten klar festlegt. Das Ziel besteht darin, die Kräfte gegen äußere Feinde – vor allem Äquer, Volsker, Etrusker und Herniker – zu bündeln und zugleich die gegenseitigen Beziehungen rechtlich zu ordnen. In dieser Atmosphäre reifen die Bedingungen für den später sogenannten Foedus Cassianum heran. 493 v. Chr. (traditionelles Abschlussdatum des Foedus Cassianum): Im Jahr 493 v. Chr. übernimmt der Magistrat Spurius Cassius Vecillinus in Rom eine führende Rolle und tritt als Initiator eines umfassenden Bündnisvertrags mit den Latinern auf. Er nutzt sein Amt, um den Interessen Roms und zugleich den Sicherheitsbedürfnissen der latinischen Städte Rechnung zu tragen. Rom und ungefähr dreißig latinische Städte schließen nach antiker Auffassung nun den Foedus Cassianum als formelles Bündnis zweier unabhängiger Kräfte. Der Vertrag trägt den Namen des römischen Verhandlungsführers Cassius und erhält durch seine Autorität und seine Vermittlung politisches Gewicht. Der Vertrag legt fest, dass Römer und Latiner in Zukunft eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft bilden. Beide Seiten verpflichten sich, ihre Truppen gegenseitig zu unterstützen und gegen äußere Feinde koordinierte Feldzüge zu führen. Der Text sieht vor, dass die Kriegsbeute aus gemeinsamen Unternehmungen gleichmäßig zwischen den Partnern verteilt wird. Damit sichert der Vertrag den Latinern einen materiellen Anteil an den Erfolgen Roms, während Rom seinerseits von den zusätzlichen Kontingenten und Stützpunkten profitiert. Ein weiterer zentraler Punkt des Vertrages betrifft private Rechtsstreitigkeiten im Handel zwischen Bürgern Roms und der latinischen Städte. Die Vereinbarung schreibt vor, dass solche Fälle am Ort des Vertragsabschlusses innerhalb von zehn Tagen zu entscheiden sind, eine Regelung, die als lex contractus bekannt ist. Sie schafft einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den wirtschaftlichen Verkehr und verhindert willkürliche Entscheidungen zu Lasten der jeweils fremden Bürger. Außerdem bestimmt der Vertrag, dass Änderungen oder Ergänzungen nur mit Zustimmung beider Seiten vorgenommen werden dürfen. Auf diese Weise fixiert das Bündnis eine formale Gleichberechtigung der Vertragspartner, auch wenn Rom faktisch bereits eine führende Position einnimmt. In römischer Überlieferung wird eine bronzene Abschrift des Vertrages im Forum aufgestellt, wo sie bis in die Zeit Ciceros sichtbar bleibt. Die Präsenz dieser Tafel stärkt das Bewusstsein der Römer für die eigene Bündnispolitik und dient zugleich als öffentliches Symbol der vertraglichen Bindung an die latinischen Nachbarn. Antike Autoren wie Dionysios von Halikarnassos bieten später eine Version des Vertragstextes und sichern damit einige der wichtigsten Klauseln für die Nachwelt. 5. Jahrhundert v. Chr. nach 493 (Wirkung des Bündnisses): In den Jahrzehnten nach 493 v. Chr. setzt sich das gemeinsame Verteidigungsbündnis faktisch in der Kriegführung gegen verschiedene italische Gegner um. Römer und Latiner bündeln ihre Truppen, koordinieren ihre Feldzüge und treten den Etruskern sowie den Hernikern mit vereinter militärischer Kraft entgegen. Die Erfolge dieser Kooperation festigen Rom in seiner Rolle als führende Macht, zumal immer mehr Operationen über die engeren Grenzen der alten latinischen Ebene hinausreichen. Innerhalb des Bündnisses wird Rom zunehmend als Zentrum der Entscheidung und als Hauptorganisator wahrgenommen. Gleichzeitig stabilisiert der Vertrag die Binnenordnung Latiums. Die latinischen Städte arrangieren sich mit der römischen Dominanz, solange sie am militärischen Schutz und an der Beute partizipieren. Die festgelegte Gleichverteilung der Kriegsbeute reduziert Konflikte um materielle Vorteile und gibt der Kooperation eine verlässliche Grundlage. Zugleich wirken die geregelten privaten Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern Roms und der latinischen Städte integrierend, weil sie Handel, Migration und Kontakte rechtlich absichern.
  • 578: Servianische Mauer 578–534 (Regierungszeit des Servius Tullius) Rom wächst über den ältesten Siedlungskern, die Roma quadrata, hinaus. König Servius Tullius lässt die Servianische Mauer errichten, um die Stadt zu sichern. Ihm wird außerdem die Einrichtung des Pomerium zugeschrieben – einer Grenzlinie, die die Stadt Rom vom umliegenden Land trennt. Diese Linie entspricht nicht dem Verlauf der Servianischen Mauer, sodass sie offenbar unabhängig von ihr besteht. Der Nachfolger des Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus, verstärkt die Servianische Mauer. Besonders im Bereich des Agger Tarquinii erhöht er die Befestigung.

GRIECHEN

(3./4. Jahr der 96. Olympiade)

Italiotischer Bund

  • Im Jahr 393 erfolgt der Zusammenschluss des Italiotischen Bundes als politisch-militärische Allianz (Koinon) einiger griechischer Poleis der Magna Graecia. Der Bund dient der Verteidigung gegen die Lukaner, gegen Dionysios I., den Tyrannen von Syrakus, sowie gegen andere Mächte. Der Zusammenschluss umfasst zumindest die Städte Rhegion, Kroton, Thurioi, Hipponion, Kaulonia und Elea. Die Führungsrolle kommt Kroton zu. Kroton richtet im nahegelegenen Lakinion, einem überregional bedeutenden Heraheiligtum, die Versammlungen der Allianz aus. Eine Mitgliedschaft der Stadt Herakleia, einer Apoikie von Tarent, lässt sich für diese Zeit aufgrund von Münzfunden vermuten. Für Tarent selbst liegen hingegen keine Nachweise für eine Mitgliedschaft vor. Stattdessen gilt es als wahrscheinlich, dass Tarent zunächst von den Auseinandersetzungen zwischen dem Koinon und den mit Dionysios verbündeten Lukanern profitiert.

Tarent

Syrakus

  • Tyrann Dionysios I. (405–367)
    Der Italiotische Bund entsteht und richtet sich gegen die wachsende Macht von Syrakus. Er ist eine Koalition griechischer Städte, die den Einfluss von Dionysios I. möglichst stark begrenzen wollen.
  • Fortsetzung 392
  • 397: Dionysios I.: Im Frühjahr 397 beginnt die karthagische Gegenoffensive unter Himilkon, der eine zahlen- und schiffsmäßig überlegene Streitmacht führt. Die Karthager landen in Panormos, erobern rasch mehrere Städte zurück, darunter Motye, während Dionysios Westsizilien aufgibt und sich nach Osten zurückzieht. Himilkon sichert den Westen und rückt dann an der Nordküste vor, erobert Messana und schneidet Dionysios vom italienischen Festland ab, worauf zahlreiche Verbündete der Syrakuser die Seiten wechseln. Der Tyrann muss Tausende von Sklaven freilassen, um seine Flotte zu bemannen, und zieht sich mit einem stark verkleinerten Heer in die Nähe von Syrakus zurück. Als seine Flotte bei Katane eine schwere Niederlage mit dem Verlust von hundert Schiffen erleidet, muss er sich hinter die Mauern von Syrakus zurückziehen und eine Belagerung hinnehmen, die sich bis in den Sommer 396 hinzieht. Während der Belagerung schwächen Seuchen das karthagische Heer und untergraben seine Moral. Dionysios wirbt neue Söldner an und erhält erneut Unterstützung aus Sparta. Mit einem überraschenden Ausfall gelingt es ihm, das karthagische Landheer weitgehend zu vernichten, während die Syrakuser zugleich einen Seesieg erringen. Himilkon entkommt mit dem Rest seiner Flotte nach Afrika. Dionysios geht wieder zur Offensive über; nach wechselvollen Kämpfen entsendet Karthago 392 v. Chr. eine weitere große Flotte, doch beide Seiten sind erschöpft, und in Afrika erschüttert zusätzlich ein Aufstand Karthago. Man vermeidet eine Entscheidungsschlacht und schließt 392 Frieden, der die traditionelle Aufteilung Siziliens bestätigt, Dionysios jedoch außerhalb des karthagischen Gebietes freie Hand lässt und im Detail deutlich günstiger ist als der Vertrag von 405.
  • Fortsetzung 397
  • 398: Dionysios I.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
  • 398: Dionysios I.: In dieser Phase zeigt sich auch seine Heiratspolitik als Instrument der Herrschaftssicherung und Bündnispolitik. Zunächst ist er mit einer Tochter des Hermokrates verheiratet, die sich 405 v. Chr. nach Misshandlung im Zusammenhang mit einem gescheiterten Aufstand gegen Dionysios das Leben nimmt. Um 398 oder nach anderer Datierung erst 393 v. Chr. heiratet er erneut und verbindet sich gleichzeitig oder kurz nacheinander mit zwei adligen Frauen: Doris aus Lokroi und Aristomache, der Tochter des Hipparinos. Diese Bigamie ist im griechischen Raum ungewöhnlich, scheint aber keinen Skandal auszulösen. Die Ehe mit Doris folgt vor allem bündnispolitischen Erwägungen: Dionysios will verhindern, dass die Griechenstädte Unteritaliens sich im Kampf gegen Karthago mit seinem Feind verbünden, bietet zunächst Rhegion ein Bündnis und eine Heirat an, wendet sich nach der Ablehnung durch die Rhegier aber an Lokroi und heiratet die Lokrerin Doris im Rahmen dieses Bündnisses. Aus der Ehe mit Doris gehen Dionysios II., der spätere Nachfolger, sowie ein jüngerer Sohn Hermokritos hervor. Aus der Verbindung mit Aristomache stammen die Söhne Hipparinos und Nysaios, die später ebenfalls kurzzeitig über Syrakus herrschen, sowie die Tochter Arete, die Dionysios mit dem Sohn des Hipparinos, Dion, verheiratet. Dion, der später Freund Platons wird, genießt das volle Vertrauen des Tyrannen. Mit Aristomache hat Dionysios zudem eine Tochter namens Sophrosyne, die ihren Halbbruder Dionysios II. heiratet. So schafft der Herrscher ein eng verflochtenes Netzwerk von Familienbindungen innerhalb der neuen Oberschicht. Im Frühjahr 398 v. Chr. fordert Dionysios Karthago zur Kapitulation auf, nachdem er jahrelang den Friedensvertrag verletzt und seine Rüstungen betrieben hat. Er marschiert mit einem Heer von angeblich 80.000 Mann ohne Widerstand bis an die Westspitze Siziliens und belagert die karthagische Stadt Motye auf einer kleinen Insel. Der Bau eines Damms, über den seine Truppen zur Insel vordringen, stellt eine bedeutende technische Leistung dar; nach schweren und verlustreichen Kämpfen gelingt die Einnahme der Stadt.
  • 398: Dion von Syrakus (13) wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist.
  • 403: Dionysios I.: Nach der Niederschlagung der Rebellion beginnt Dionysios bereits 403 v. Chr. erneut mit seiner Expansionspolitik. Er führt Feldzüge gegen autonome Städte in Zentral- und Nordostsizilien, verwüstet deren Gebiete und verkauft einen Teil der Bevölkerung eroberter Städte in die Sklaverei. Diese fortgesetzten Vertragsverletzungen dienen zugleich als Vorbereitung eines neuen Krieges gegen Karthago. In Syrakus lässt er ein gewaltiges Befestigungssystem errichten: Er ummauert die Hochfläche von Epipolai im Nordwesten und bezieht sie in den Mauerring ein, errichtet dort das Fort Euryalos, das zu einem Höhepunkt der griechischen Festungsbaukunst wird. Angeblich setzt er rund 60.000 Arbeiter ein, überwacht die Arbeiten täglich persönlich und arbeitet auch selbst mit. Parallel dazu rüstet er seine Streitkräfte massiv auf: Er erweitert die Flotte um mehr als 200 Schiffe, darunter Fünfruderer, und lässt neue Belagerungsmaschinen entwickeln. Ingenieure in seinem Auftrag erfinden das Katapult, das die Belagerungstechnik grundlegend verändert. Außerdem wirbt er zahlreiche Söldner an, besonders in Griechenland, wo nach dem Peloponnesischen Krieg viele erfahrene Kämpfer ohne Beschäftigung sind. Nach Abschluss dieser Rüstungen beruft Dionysios eine Volksversammlung ein, lässt sich den Angriff auf Karthago formell genehmigen und begründet den Krieg mit dem Ziel, alle Griechenstädte von karthagischer Herrschaft zu befreien.
  • 404: Dionysios I.: Dionysios akzeptiert die Vertragsklausel zur Autonomie der Nachbarstädte nicht und bricht 404 v. Chr. den Frieden, indem er die Stadt Herbessos angreift. Während dieses Feldzuges meutern Teile seines Heeres; Dionysios wagt es nicht, mit seinen loyalen Söldnern gegen die Aufständischen im Gebiet des unbesiegten Herbessos vorzugehen, sondern eilt zurück nach Syrakus, um einer Ausweitung der Revolte zuvorzukommen. Die meuternden Truppen verbünden sich mit oligarchischen Gegnern des Tyrannen in Syrakus und mit den Städten Messana und Rhegion, die starke Seestreitkräfte besitzen. Dionysios kann Syrakus nicht halten und zieht sich auf die vorgelagerte Insel Ortygia zurück, wo er eine Festung gebaut hat, die den Hafen abschließt und seine Söldner beherbergt. Ortygia wird nun mehrere Monate lang von den Syrakusern belagert; die Lage des Tyrannen spitzt sich zu, und seine Söldner beginnen angesichts des Angebots syrakusischen Bürgerrechts zu den Gegnern überzulaufen. In dieser verzweifelten Situation fällt im Umfeld des Herrschers die später berühmte Bemerkung, die Tyrannis sei ein schönes Leichentuch. Dionysios täuscht Kapitulationsbereitschaft vor, gewinnt dadurch Zeit und wirbt in Westsizilien Söldner an, die zuvor für Karthago gekämpft haben und nun in seinen Dienst treten. Zugleich erhält er Unterstützung aus Sparta, das nach dem Sieg im Peloponnesischen Krieg die führende Macht in Griechenland ist; der spartanische Staatsmann Lysandros entsendet einen Gesandten, dessen Auftreten die Position des Tyrannen stärkt. Mit Hilfe der neuen Truppen gelingt Dionysios ein überraschender Ausfall, mit dem er das Festland zurückerobert; nach dem Sieg zeigt er sich gegenüber den Besiegten milde, und von nun an bis zu seinem Tod erhebt sich kein Aufstand mehr gegen seine Herrschaft.
  • 405: Dionysios I.: Im Frühjahr 405 v. Chr. lässt die Volksversammlung ihn zum alleinigen Feldherrn mit unbegrenzten Vollmachten (strategos autokrator) wählen, ein in Krisenzeiten verfassungsgemäßes Ausnahmeamt. Von dieser Basis aus bereitet er im Sommer 405 einen Staatsstreich vor, der die Verfassung de facto stürzt und ihn zum Tyrannen macht. Er inszeniert ein Attentat auf sich, nutzt die Erregung in der Heeresversammlung und erwirkt die Bewilligung einer persönlichen Leibgarde von 600 Mann, die er eigenmächtig auf über 1000 kampfstarke Männer erhöht. Diese nur ihm unterstellte Truppe verschafft ihm eine vom Willen der Bürgerschaft unabhängige Machtbasis. Dionysios gelingt der Machtzugriff, obwohl er formal die demokratischen Institutionen bestehen lässt; die Herrschaft nimmt aber monarchische Züge an. Schon Anfang 405 v. Chr., noch vor seiner Wahl zum Alleinfeldherrn, zieht Dionysios mit seinem Heer nach Gela, das von den Karthagern bedroht ist. In Gela unterstützt er die demokratische Partei gegen die Aristokraten, lässt reiche Angehörige der Oberschicht verurteilen und hinrichten und verwendet deren beschlagnahmte Güter zur Bezahlung seiner Söldner, was ihm in der armen Bevölkerung und im Heer Popularität einbringt. Im Juli 405 beginnt der karthagische Feldherr Himilkon mit der Belagerung von Gela; Dionysios zieht mit einer zahlenmäßig deutlich unterlegenen Streitmacht heran und entwirft einen komplexen Angriffsplan, der militärhistorisch neuartig ist, aber an der Überforderung der griechischen Befehlshaber scheitert. Nach der Niederlage lässt er Gela evakuieren und ordnet auch die Räumung von Kamarina an, womit er die gesamte Südküste Siziliens den Karthagern überlässt Noch im Jahr 405 schließen Karthager und Syrakuser Frieden, nachdem im karthagischen Heer eine Seuche ausbricht. Die Friedensbedingungen erweitern den Machtbereich Karthagos erheblich, doch Dionysios wird als Herr von Syrakus anerkannt. Viele Städte, die er seinem Reich einverleiben will, müssen nun Karthago Tribut zahlen oder unbefestigt bleiben, andere gelten als autonom; der Vertrag ordnet die Machtverhältnisse auf der gesamten Insel und wird zum Vorbild späterer Vereinbarungen zwischen Karthago und den sizilischen Griechen. Die Bestimmung, wonach auch die unmittelbaren Nachbargemeinden von Syrakus autonom sein müssen, schränkt jedoch jede Expansion des Tyrannen ein.
  • 406: Dionysios I.: Im Dezember 406 v. Chr. erobern die Karthager die Stadt Akragas (Agrigent), nachdem Dionysios dort gegen sie gekämpft hat. Er tritt jetzt als Volksredner gegen die Feldherrn auf, denen er die Verantwortung für die Niederlage zuschreibt, und verbindet diesen Angriff mit genereller Kritik an den „Mächtigen“ und „Reichen“, denen er mangelnden Patriotismus vorwirft. So profiliert er sich als Sprecher typischer demokratischer Anliegen, erhält aber wegen seiner Agitation eine Geldbuße, die der vornehme Philistos für ihn bezahlt und sich damit als enger Verbündeter erweist. Dionysios erreicht, dass die bisherigen Feldherrn abgesetzt werden; in das neue Kollegium der Feldherrn wird er selbst gewählt.
  • 407: Dionysios I.: Dionysios wird um 430 v. Chr. in Syrakus geboren. Er stammt aus einer angesehenen, aber nicht reichen syrakusischen Familie; sein Vater Hermokritos ermöglicht ihm dennoch eine gute sophistische Ausbildung. Früh schließt sich Dionysios dem Politiker und Feldherrn Hermokrates an, der sich für die Unabhängigkeit der sizilischen Griechen gegenüber äußeren Mächten einsetzt. Als Hermokrates im Jahr 407 v. Chr. mit privaten Söldnern einen Staatsstreich in Syrakus versucht, kämpft Dionysios an seiner Seite und wird dabei schwer verwundet, während Hermokrates im Kampf fällt. Die Anhänger des Hermokrates werden verbannt, doch Dionysios entgeht der Verbannung und erhält sogar eine Anstellung als Sekretär des Kollegiums der syrakusischen Feldherrn.
  • 466: Tyrann Thrasybulos (467–466)
    Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen iThrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt.
  • 467: Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert.
  • 467: Tyrann Hieron I. (478–467) In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt.
  • 472 Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt.
  • 474 Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt.
  • 476 Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert.
  • 478 Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. Tyrann Gelon (485–478)

Molosser / Epirus

  • 430: Tharyps gehört zum molossischen Königshaus in Epirus und ist Begründer des Geschlechts der Aiakiden. Die Molosser leben in der Landschaft Epirus, sie sind dort beheimatet und bilden einen der großen Stammesverbände dieser Region. Tharyps wird um 430 im Kindesalter nominell König der Molosser. In dieser Zeit siedeln die Epiroten in kleinen, offenen Dörfern, Städte gibt es in Epirus außer einigen wenigen griechischen Kolonien nicht. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt muss Tharyps vor einer oligarchischen Verschwörung aus Epirus fliehen. Die Verschwörer paktieren mit Sparta und führen die Molosser auf spartanischer Seite in den Peloponnesischen Krieg. Der junge Tharyps findet in Athen Aufnahme, erhält dort seine Bildung und wird mit der klassischen griechischen Kultur vertraut. Die Athener verleihen Tharyps das Bürgerrecht, und die Stadt seiner Jugend bleibt ihm später weiterhin verbunden, als er wieder über die Molosser herrscht. Nachdem Tharyps zur tatsächlichen Herrschaft über die Molosser gelangt ist, führt er in seinem Königreich einiges von dem ein, was er im Exil kennengelernt hat. Er betätigt sich als Städtegründer, indem er unbefestigte Dörfer zu größeren, ummauerten Niederlassungen zusammenlegt (Synoikismos). Er führt die Schriftlichkeit in der Verwaltung ein und prägt eigene Münzen. Außerdem wird Tharyps die Ausarbeitung einer formalen Verfassung für sein Land zugeschrieben. Zu Zeiten Tharyps besetzen die Molosser die Orakelstätte Dodona. Dieses wichtige Heiligtum in Epirus gehört zuvor zum Gebiet der Thesproter. Mit der Übernahme der Orakelstätte beginnt der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus, und diese Entwicklung geht mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbünden sich mit Athen, und Tharyps bleibt dabei als König mit der Stadt verbunden, in der er seine Jugend verbracht hat.
  • Fortsetzung 385
  • 430: König Admetos (469-430) Admet stirbt ungefähr um 430 vor Christus
  • 469: Admet ist König des alten Epirus und herrscht über die Molosser. Er gilt als Begründer des Geschlechts der Pyrrhiden. Er ist Sohn von Alkandros, Enkel von Munichos und Urenkel von Driantos. - Admet wendet sich eines Jahres mit einer Bitte an die Athener. Er erhält von Themistokles, der damals im Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht steht, eine verächtliche Abweisung. Seit diesem Zeitpunkt ist Admet stark verbittert. Es ist klar, dass er sich an Themistokles rächen wird, falls dieser jemals in seine Gewalt gerät. Ein späteres Jahr im 5. Jahrhundert v. Chr. (Flucht des Themistokles) Themistokles wird aus Hellas verbannt. Er wird von allen verfolgt und gejagt. In dieser Lage erscheint Themistokles mit einer flehentlichen Bitte bei Admet. Admet nimmt Themistokles unerwartet unter seinen Schutz. Er hilft ihm, nach Makedonien überzusetzen.

Makedonien

  • König Aeropos II. (399–393)
    Aeropos II. stirbt im Juli oder August dieses Jahres an einer Krankheit, möglicherweise aber auch bereits im Vorjahr.
  • König Pausanias (393)
    Pausanias ist der Sohn des Aeropos II. Als sein Vater durch eine Krankheit stirbt, wird Pausanias König von Makedonien. Im selben Jahr wird Pausanias jedoch von Amyntas II., dem Sohn des Philipp, getötet. In der Königsliste des Eusebius von Caesarea wird Amyntas II. fälschlicherweise zeitlich vor Pausanias geführt.
  • König Amyntas II. (393)
    Erst 393 gelingt es Amyntas II. durch die Ermordung des Pausanias, die Herrschaft über das gesamte Reich zu erlangen. Doch schon im gleichen Jahr stirbt Amyntas durch die Hand des Derdas II. von Elimiotis, und Amyntas III. besteigt den Thron von Makedonien. Wegen der Verbreitung des Namens Amyntas kommt es bei den antiken Autoren oft zu Verwechselungen; so wird Amyntas II. mal mit Amyntas, dem Sohn des Archelaos I. mit einer Nebenfrau, und mit Amyntas III., Sohn des Arrhidaios, gleichgesetzt.
  • König Amyntas III. (1. Amtszeit 393)
    Amyntas III. ergreift durch die Ermordung seines Vorgängers Pausanias gewaltsam die Königswürde von Makedonien. Er besteigt den Thron nach einem Jahrzehnt der Konfusion, das auf den Tod Archelaos’ gefolgt ist, und präsentiert sich als Herrscher, der Ordnung und Kontinuität wiederherstellen will. Noch im selben Zeitraum heiratet er Eurydike, Tochter des Sirras und mütterliche Enkelin des lynkestischen Königs Arrabaios, um durch diese dynastische Verbindung die Beziehungen zu den Lynkestern und Illyrern zu verbessern oder sie zumindest voneinander zu lösen. Makedonien ist zu diesem Zeitpunkt politisch beinahe bedeutungslos und wirtschaftlich stark geschwächt, sodass Amyntas III. von Beginn an vor der Aufgabe steht, äußere Bedrohungen und interne Schwächen zu meistern. Kurz nach seiner Thronbesteigung dringen Illyrer in das makedonische Reich ein und schlagen seine Truppen, sodass Amyntas gezwungen ist, das Land zu verlassen. In der Not wendet er sich an Thessalien und gewinnt die Unterstützung des einflussreichen Hauses der Aleuaden von Larissa, insbesondere des vornehmen Medios, der ihm militärisch beisteht. Um seinen italienischen und nördlichen Nachbarn zu begegnen und sich abzusichern, beginnt Amyntas bereits jetzt, Bündnisse mit benachbarten Dynasten und griechischen Stadtstaaten auszuloten.
    Seit etwa 393 ist Eurydike die erste Ehefrau von Amyntas, und aus dieser Verbindung gehen drei Söhne hervor, die später nacheinander Könige von Makedonien werden: Alexander II., Perdikkas III. und Philipp II., dazu die Tochter Eurynoe. Eurydikes Kinder gelten als älter als die Nachkommen der zweiten Frau, was ihre Vorrangstellung in der Thronfolge erklärt. In späterer Überlieferung berichtet der Historiker Justin, Eurynoe verhindere einen Anschlag ihrer Mutter Eurydike und deren Liebhaber – wahrscheinlich Ptolemaios von Aloros – auf das Leben von Amyntas, indem sie den Plan ihrem Vater offenlegt; die Historizität dieser Erzählung bleibt jedoch umstritten. Neben Eurydike nimmt Amyntas eine zweite Frau, Gygaia, zur Gattin, wahrscheinlich bald nach der ersten Ehe, und zeugt mit ihr drei Söhne: Archelaos, Arrhidaios und Menelaos. Diese Söhne beanspruchen den Thron nicht und bleiben im Hintergrund, bis sie später von ihrem Halbbruder Philipp II. getötet werden, um mögliche Thronrivalen auszuschalten. Die beiden Ehen illustrieren die Praxis der makedonischen Könige, durch Polygamie Bündnisse zu knüpfen und für zahlreiche Erben zu sorgen, um das Risiko innerdynastischer Konflikte zu mindern.
  • König Argaios II. (393–392)
    Argaios II. ist als makedonischer König überliefert, dessen Regierungszeit in der Forschung mit 393/392–392/391 angesetzt wird. Nach dieser Darstellung erobern die Illyrer Makedonien, stürzen Amyntas III. und setzen Argaios II. als Marionettenherrscher ein. Argaios regiert etwa zwei Jahre, bis Amyntas III. mit Hilfe von Freunden bzw. Verbündeten aus Thessalien oder Sparta die Herrschaft über Makedonien zurückgewinnt. Die Quellenlage zu seiner Herrschaft ist aber sehr unsicher ist und seine genaue Stellung, seine Herrschaftsdauer und sogar sein historisches Dasein in der Forschung bleiben umstritten. Eine weitere Überlieferung ordnet Argaios II. dem Jahr 385 zu. Danach setzen ihn nicht die Illyrer, sondern die Olynthier ein, die zu dieser Zeit den größten Teil Makedoniens besetzt halten. Auch in dieser Fassung bleibt Argaios ein Herrscher, über dessen Herkunft und Regierungsansatz verschiedene Deutungen existieren, ohne dass der Text eine eindeutige Entscheidung trifft. Für 388/387 besteht ebenfalls eine Forschungsmeinung, gemäss der Argaios dank der Illyrer an die Macht kommt.
  • Fortsetzung 392
  • 395: Aeropos II. tritt 395/394 in Zusammenhang mit Agesilaos auf, als dessen Heere nach dem Feldzug in Asien freien Durchzug durch Makedonien erhalten. Der Text nennt außerdem, dass er während seiner Herrschaft mit den Strategemen oder der Überheblichkeit des lakedaemonischen Königs konfrontiert ist.
  • Fortsetzung 393
  • 398: Aeropos II. regiert als König von Makedonien. In dieser Zeit wird berichtet, dass er Orestes nach etwa drei Jahren beziehungsweise nach vier Jahren der gemeinsamen Regierung tötet; danach nimmt er möglicherweise den Namen Archelaos an.
  • 399: Aeropos II. übernimmt 400/399 nach dem Tod des Archelaos zunächst die Vormundschaft für den jungen Orestes und führt für ihn die Regierungsgeschäfte in Makedonien. Er handelt in dieser Phase als Wächter beziehungsweise als Regent für den noch jungen König.
  • 429: Amyntas II., auch Amyntas der Kleine, ist der Sohn Philipps und der Enkel Alexanders I. und König von Makedonien. Nach der Ermordung von Alketas II. und dessen Sohn Alexander verjagt Perdikkas II. seinen älteren Bruder und den legitimen Thronfolger Philipp aus Makedonien. Philipp, Amyntas’ Vater, flieht zu Sitalkes, dem König von Thrakien. In der Folgezeit beteiligt sich Philipp an verschiedenen Expeditionen gegen Perdikkas II. Im Jahre 429 v. Chr. versammelt Sitalkes ein 150.000 Mann starkes Heer und zieht gegen Perdikkas, um Amyntas auf den makedonischen Thron zu bringen. Es bleibt jedoch bei der Eroberung des nordöstlichen Teils Makedoniens, den Amyntas von nun an regiert.

Chalkidischer Bund (seit 432)

  • In den Jahren 393/392 dringen die Illyrer in Makedonien ein, besiegen Amyntas III. und vertreiben ihn aus dem Land. Amyntas versucht, sich die Hilfe von Olynth zu sichern und tritt dafür einen Teil seiner Grenzgebiete an Olynth ab. Olynth leistet Amyntas jedoch nachweislich keine Unterstützung. Amyntas flieht aus Makedonien nach Thessalien, wo er Anhänger hat, die ihm bald zur Rückkehr auf den Thron verhelfen.
  • Fortsetzung 391
  • 432: Der chalkidikische Bund gründet sich. In den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. expandiert er bis in das Kernland des Königreiches Makedonien hinein. Die zunehmende Macht des Bundes und insbesondere die Stärke seiner Hauptstadt Olynth führen dazu, dass die makedonische Hauptstadt Pella in die Hände der Streitmacht des chalkidikischen Bundes fällt.
  • Fortsetzung 393

Pherai

  • 394: Lykophron: Nach dem spartanischen Sieg in der Schlacht bei Koroneia verändert sich die Lage in Thessalien erneut. In Pharsalos werden, möglicherweise mit Hilfe Lykophrons, die Söldner des Medios erschlagen.
  • Fortsetzung 390
  • 395: Lykophron: In diesem Jahr führt Medios bereits den Kampf der Aleuaden gegen Lykophron. Mit zweitausend Kriegern nimmt er Pharsalos ein und vertreibt die mit Pherai verbündeten Spartaner. Möglicherweise verliert Lykophron dabei für kurze Zeit auch in Pherai selbst die Macht.
  • 399: Lykophron: Nach dem Tod des Archelaos gerät Makedonien in eine weitere Unruhe, und nach der einen Darstellung können die Makedonier in Thessalien nicht mehr kämpfen und verlassen Aristippos.
  • 402: Lykophron: 402/401: Aristippos, der Anführer der Aleuaden, erhält von Kyros dem Jüngeren viertausend Söldner und stellt damit die Herrschaft seines Geschlechts in Larisa wieder her. Als Kyros das Heer zurückfordert, sucht Aristippos Hilfe von außen und wendet sich an den makedonischen König Archelaos. Als Gegenleistung für die militärische Unterstützung erhalten die Makedonier die Perrhäbia mit den Gebirgspässen von Thessalien nach Makedonien sowie nach Petra und Volustana.
  • 404: Lykophron: Lykophron hat zu diesem Zeitpunkt bereits genügend Macht gesammelt, um möglicherweise mit Zustimmung der Spartaner ganz Thessalien unter seine Herrschaft bringen zu wollen. Im Laufe des Frühherbstes schlägt er das Heer der Aleuaden aus Larisa und richtet in der bedeutendsten thessalischen Stadt eine Demokratie ein. Der Sieg fällt nach Xenophon an einem Tag mit Sonnenfinsternis, was eine Datierung auf den 3. September 404 v. Chr. ermöglicht.
  • 406: Lykophron: In diesem Jahr entsteht in Thessalien eine allgemeine Unruhe. Ein Demagoge namens Prometheus versucht zusammen mit dem aus Athen verbannten Kritias, die Penesten zu bewaffnen, damit sie ihre Herren stürzen können. Auf diesem Hintergrund greift Lykophron in Pherai nach der Macht und setzt sich dort durch.

Theben

Athen

Platon geb. 428

  • 399: Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist.
  • 399: Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems.
  • Fortsetzung 392
  • 403: Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse
  • 404: Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt.
  • 410: Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.

Korinth

  • Korinthischer Krieg (395–387)
    Konon und Farnabazos segeln nach Griechenland und plündern die Küste Lakoniens. Sie greifen die Insel Kythera an, lassen dort eine Garnison und einen athenischen Statthalter zurück und fahren dann nach Korinth, wo sie Geld verteilen und die Mitglieder des Rates auffordern, dem persischen König ihre Vertrauenswürdigkeit zu beweisen. Farnabazos schickt Konon mit Geldmitteln und einem großen Teil der Flotte nach Attika, wo er sich am Wiederaufbau der Langen Mauern von Athen zum Piräus beteiligt, ein Projekt, das bereits Trasibulos i Vorjahr begonnen hat. Mit Hilfe der Ruderer der Flotte und bezahlter Arbeiter ist der Bau bald vollendet.
    Athen nutzt die Mauern und die Flotte danach für Angriffe auf die Inseln Skiros, Imbros und Lemnos und richtet dort Kleruchien ein. Um diese Zeit bricht in Korinth eine Stasis zwischen dem demokratischen und dem oligarchischen Lager aus. Die Demokraten, unterstützt von den Argivern, greifen ihre Gegner an und vertreiben sie aus der Stadt. Die Verbannten suchen die Hilfe der Spartaner, die sich zu dieser Zeit in Sikyon aufhalten, während Athener und Böoter die Demokraten unterstützen. In einem nächtlichen Angriff nehmen die Spartaner und die Verbannten den korinthischen Hafen Lechaion ein und schlagen das Heer, das ihnen am folgenden Tag entgegentritt. Die Verbündeten versuchen daraufhin, den Hafen anzugreifen, doch die Spartaner geraten erneut unter Angriff und werden geschlagen.
  • Fortsetzung 392
  • 394: Korinthischer KriegIm Jahr 394 v. Chr. kommt es zu den entscheidenden Schlachten an Land und zur großen Seeschlacht. Nach einem kurzen Gefecht zwischen Theben und Fokis, das Theben gewinnt, sammeln die Verbündeten eine große Streitmacht in Korinth. Sparta entsendet ein starkes Heer, und beide Seiten treffen im trockenen Bett des Flusses Nemea aufeinander. Dort erringen die Spartaner einen entscheidenden Sieg; auf dem rechten Flügel gewinnen die Spartaner gegen die Athener, während Thebaner, Argiver und Korinther ihre peloponnesischen Gegner besiegen. Anschließend greifen die Spartaner viele Argiver, Korinther und Thebaner an und töten sie, als diese von der Verfolgung zurückkehren. - Auch auf See fällt 394 v. Chr. die Entscheidung. Die spartanische Flotte hat unter Pisander 120 Trieren gesammelt, während die Perser unter dem erfahrenen Konon die phönizische, kilikische und zyprische Flotte vereinen. Im August 394 v. Chr. treffen beide Flotten bei Knidos aufeinander. Die Spartaner kämpfen gut, werden aber schließlich überwältigt; viele Schiffe werden versenkt oder erobert, und die spartanische Flotte wird im Wesentlichen ausgelöscht. Konon und Farnabazos fahren danach entlang der jonischen Küste, vertreiben die spartanischen Harmosten und die Garnisonen der Städte, erreichen aber die spartanischen Stützpunkte in Abydos und Sestos nicht und setzen ihren Zug dann auf den Kykladen fort. - Ebenfalls 394 v. Chr. erreicht Agesilaos Böotien, nachdem er thessalische Angriffe auf dem Marsch durch ihr Gebiet abgewehrt hat. Seine asiatische Streitmacht, vor allem aus Hiloten und erfahrenen Söldnern der Zehntausend bestehend, wird durch ein halbes spartanisches Regiment aus Orchomenos und ein weiteres halbes Regiment verstärkt, das über den Golf von Korinth herangeführt wird. Bei Koroneia treffen die Heere aufeinander, und wieder siegen die linken Flügel beider Armeen, wobei die Thebaner erfolgreich sind, während die übrigen Verbündeten unterliegen. Die Thebaner versuchen, bis zum Lager durchzubrechen; Agesilaos stellt sich ihnen entgegen, viele Thebaner fallen, und erst danach gelingt ihnen der Durchbruch zu den Verbündeten. Nach dem Sieg segelt Agesilaos mit seinem Heer nach Sparta zurück. - Im selben Jahr verlagert sich der Schwerpunkt nach dem Seeerfolg der Perser weiter zu persischer Hilfe für die Verbündeten. Konon und Farnabazos segeln 393 v. Chr. zwar erst später nach Griechenland, doch die Ereignisse von 394 v. Chr. bereiten bereits die persische Wende vor: Sparta ist zwar an Land im Vorteil, bleibt aber zur See geschwächt. Die Koalition hat die spartanische Phalanx nicht schlagen können, hält aber ihr Bündnis zusammen und verhindert den Spartanern freie Bewegungen in Mittelgriechenland.
  • Fortsetzung 393
  • 395: Korinthischer Krieg (395–387) Im Jahr 395 v. Chr. beginnt der Krieg mit den ersten unmittelbaren Spannungen und Kampfhandlungen zwischen Theben, Sparta und den mit ihnen verbundenen Mächten. Die Thebaner unterstützen zunächst ihre lokrischen Verbündeten bei der Einziehung von Abgaben in einem Gebiet, das zugleich von Lokris und Fokis beansprucht wird. Daraufhin fallen die Fokier in Lokris ein, Lokris bittet Theben um Hilfe, und die Thebaner dringen in das Gebiet von Fokis vor, worauf Fokis seinen Verbündeten Sparta anruft. Sparta sieht darin endlich den Anlass, gegen Theben vorzugehen, ordnet die allgemeine Mobilmachung an und schickt eine thebanische Gesandtschaft nach Athen, um Unterstützung zu erbitten. - Die Athener stimmen dafür, Theben zu helfen, und es wird ein ewiges Bündnis zwischen Athen und der böotischen Konföderation geschlossen. Der spartanische Plan sieht vor, zwei Heere unter Lysander und Pausanias gegen Haliartos zusammenzuführen. Lysander trifft vor Pausanias ein, bewegt Orchomenos zum Abfall von der böotischen Konföderation und marschiert mit eigenen Truppen und orkomenischen Kräften auf Haliartos zu. In der Schlacht bei Haliartos kommt Lysander ums Leben; die Schlacht endet ohne klaren Sieger, wobei die Spartaner zunächst hohe Verluste erleiden und später eine Gruppe verfolgender Thebaner in schwierigerem Gelände schlagen. - Später im selben Jahr weitet sich der Krieg aus. Gegen Ende des Jahres 395 v. Chr. treten Korinth und Argos auf der Seite von Athen und Theben in den Krieg ein. In Korinth wird ein Rat gebildet, um die Angelegenheiten dieses Bündnisses zu leiten, und die Verbündeten senden Gesandte an mehrere kleinere Poleis, von denen viele ihre Unterstützung zusagen. Sparta reagiert mit der Vorbereitung eines Heeres gegen das neue Bündnis und ruft Agesilaos nach Griechenland zurück, der seine asiatische Kampagne abbricht und mit seinen Truppen über den Hellespont und durch Thrakien heimkehrt.

Olympia

Messenien

Sparta

  • 394: Agesilaos II.: Im Jahr 395 beginnt der sogenannte Korinthische Krieg, in dem Theben, Athen, Korinth und Argos, unterstützt von persischen Mitteln, gegen Sparta kämpfen. Agesilaos kehrt aus Asien zurück, um in Griechenland selbst das Kommando zu übernehmen, und stellt sich der Koalition im Inland entgegen. Im Jahr 394 v. Chr. erringt er bei Koroneia in Böotien einen wichtigen Sieg über die antispartanischen Verbündeten, was seine Reputation als erfolgreicher Feldherr weiter steigert, auch wenn Sparta zur gleichen Zeit bei Knidos zur See eine schwere Niederlage erleidet. In den folgenden Jahren führt Agesilaos immer wieder spartanische Heere in Mittelgriechenland, um der Koalition entgegenzutreten und Spartas Hegemonialstellung zu verteidigen.
  • Fortsetzung 391
  • 395: Agesipolis: Nach der Schlacht von Haliartos muss sein Vater Pausanias 395 v. Chr. in die Verbannung nach Tegea gehen. Daraufhin wird Agesipolis, um 410 geboren, König von Sparta aus dem Haus der Agiaden. Da Agesipolis und sein jüngerer Bruder Kleombrotos noch minderjährig sind, übernimmt ihr nächster Verwandter Aristodemos die Vormundschaft. Zur selben Zeit formiert sich eine Koalition aus Theben, Athen, Korinth und Argos gegen Sparta, wodurch der Korinthische Krieg ausbricht. Aus diesem Grund kehrt Agesilaos II., der König aus dem Hause der Eurypontiden, von seiner Expedition aus Kleinasien zurück. Noch bevor Agesilaos heimkehrt, führt Aristodemos die Spartaner in den Krieg gegen die Koalition und besiegt diese in der Schlacht von Nemea.
  • 395: Kleombrotos: Im Jahr 395 v. Chr. flieht König Pausanias aus Sparta, weil man ihm Bestechlichkeit vorwirft. Kleombrotos ist zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind und gehört wie sein Bruder Agesipolis dem Königshaus der Agiaden an. Nach der Flucht des Vaters erhebt man den Bruder Agesipolis zum König, weil die Nachfolge im königlichen Haus gesichert bleiben soll. Da sowohl Agesipolis als auch Kleombrotos minderjährig sind, stellt man sie unter die Vormundschaft des Aristodemos, der die Regierungsgeschäfte führt und damit die königliche Autorität im Namen der beiden Knaben wahrnimmt.
  • 396: Agesilaos II.: Kurz nach seiner Thronbesteigung steht die Sicherung und Ausweitung der spartanischen Hegemonie im Vordergrund, sowohl gegenüber anderen griechischen Poleis als auch gegenüber dem Perserreich, das nach dem Peloponnesischen Krieg wieder verstärkt in die griechischen Angelegenheiten eingreift. Um die griechischen Städte in Kleinasien vom persischen Großkönig zu lösen und Spartas Einfluss dort zu festigen, übernimmt Agesilaos von 396 bis 394 v. Chr. das Feldherrenamt im Krieg gegen Persien. Agesilaos führt ein Heer nach Kleinasien, dringt über Ephesos und Phrygien bis nach Sardes vor und erzielt dort militärische Erfolge, die den ionischen Küstenstädten zeitweilig die Lösung aus dem persischen Staatsverband ermöglichen. Er tritt dabei als König auf, der erstmals in der spartanischen Geschichte zugleich Land- und Seestreitkräfte in Asien kommandiert, und stärkt den Ruf Spartas als Führungsmacht der Griechen. Seine Unternehmung muss jedoch abgebrochen werden, als sich in Griechenland eine breite, von persischem Geld unterstützte Koalition gegen Sparta formiert, die einen neuen Krieg im Mutterland auslöst.
  • 399: Agesilaos II.: Im Jahr 400 v. Chr. stirbt Agis II., und nach spartanischer Tradition soll eigentlich sein Sohn Leotychidas den Thron besteigen. Dessen Legitimität ist aber umstritten, weil Agis Leotychidas zeitweise als Sohn des athenischen Politikers Alkibiades betrachtet und ihn daher zurückweist, bevor er ihn kurz vor seinem Tod doch wieder anerkennt. Ein Teil der spartanischen Führung bezweifelt, dass Leotychidas wirklich aus königlichem Geblüt stammt, und im Machtkampf um die Nachfolge setzt sich schließlich Agesilaos durch, der als vollgültiger Sohn des Archidamos II. gilt und nun König von Sparta wird. - Im Inneren Spartas gewinnt Agesilaos durch seine konsequente Unterordnung unter Gesetze und Institutionen eine besondere Autorität. Er gibt sich als König, der den Ephoren gehorcht, sich der spartanischen Einfachheit verpflichtet und keine fremdländischen Luxusgewohnheiten übernimmt, obwohl er große Auslandskommandos geführt hat. Dieses Verhalten verschafft ihm einen Einfluss auf die spartanische Politik, wie ihn seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. kein König mehr erreicht, und lässt ihn nicht nur als Feldherr, sondern auch als Staatsmann hervortreten, der viele Entscheidungen des Gemeinwesens prägt.
  • 443: Agesilaos ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.

Kos

Bosporanisches Reich

  • 432: Satyros I ist seit 432 v. Chr. Herrscher des Bosporanischen Reiches und baut während seiner Herrschaft auf der expansiven Außenpolitik seines Vaters Spartokos I. auf. Er nimmt Nymphaion ein, gerät in die politischen Entwicklungen des benachbarten Sindikerreiches hinein und beginnt mit der Belagerung von Theodosia, das wegen seines eisfreien Hafens und seiner Nähe zu den Getreidefeldern der östlichen Krim ein ernster Handelsrivale ist. Zudem wird seine Herrschaft als Phase beschrieben, in der er die Macht seines väterlichen Reiches ausbaut. Er erzielt zunächst Erfolg, indem er Nymphaion von Gylon nimmt und vielleicht auch Kimmerikon gewinnt, hat später aber erhebliche Schwierigkeiten mit dem benachbarten Sindikerreich sowie mit den griechischen Stadtstaaten Theodosia und Herakleia Pontike. Der Text betont außerdem die zunehmenden Spannungen durch seine außenpolitischen Unternehmungen. Mit den Sinden gerät Satyros nach dem Bericht des Polyaenos in schwere Konflikte, weil er Hekataeos, dem König der Sinden, seine Tochter gegeben haben soll, Hekataeos aber zugleich angewiesen habe, seine bestehende Frau Tirgatao zu töten. Stattdessen lässt Hekataeos Tirgatao in einem Turm einsperren, von wo sie entkommt, zu ihrem Stamm der Ixomaten gelangt und anschließend mit vielen Stämmen gegen Satyros Krieg führt. Als Satyros erkennt, dass er nicht siegen kann, bietet er seinen Sohn Metrodoros als Geisel an und erbittet Frieden. Kurz danach kommt es offenbar zu einem Anschlag auf Tirgataos Leben, vermutlich von Satyros organisiert; nach der Entdeckung dieser Intrige lässt Tirgatao Metrodoros töten und führt den Krieg erneut gegen Satyros. Dieser Krieg endet erst kurz nach dem Tod des Vaters durch Leucon und Gorgippos. König Spartokos I. (438-432)
  • Fortsetzung 389

Salamis

  • 394: Euagoras: Im Jahr 394 v. Chr. beteiligt sich Euagoras maßgeblich an der Seeschlacht von Knidos, bei der die spartanische Flotte entscheidend geschlagen wird. Er stellt einen großen Teil der Schiffe und der materiellen Ressourcen für diese Unternehmung bereit, wodurch er den Erfolg der anti-spartanischen Koalition wesentlich mitträgt. Als Anerkennung für diesen Einsatz errichten die Athener im Kerameikos eine Statue von Euagoras und stellen sie neben die Statue des Konon, was ihn im öffentlichen Bild Athens als herausragenden Verbündeten erscheinen lässt.
  • Fortsetzung 391
  • 410: Euagoras: Im Jahr 410 v. Chr. kehrt Euagoras mit seinen etwa fünfzig Anhängern heimlich nach Salamis zurück. Er nutzt die Unzufriedenheit mit der phönizischen Herrschaft und die verbliebene Loyalität gegenüber seiner Familie, um die Macht im Stadtstaat an sich zu reißen und das Königtum wieder zu besetzen. Damit begründet er seine Herrschaft als König von Salamis, die bis 374 v. Chr. andauern wird. Zwischen 411 und 391 v. Chr. nutzt Euagoras seine Stellung, um seine Herrschaft in Salamis zu festigen und die innere Ordnung des Stadtstaates zu stabilisieren. Er stützt sich auf die lokale griechische Bevölkerung, fördert griechische Kultur und beginnt, seine Macht auf weitere Teile Zyperns auszudehnen, sodass er zunehmend als überragender Herrscher der Insel wahrgenommen wird. In dieser Phase pflegt er zunächst ein pragmatisches Verhältnis zum Perserreich, akzeptiert formal die Oberhoheit des Großkönigs, wahrt aber gleichzeitig weitgehende Autonomie für Salamis. In den Jahren nach seiner Throneroberung sucht Euagoras aktiv die Freundschaft Athens und positioniert sich als Verbündeter der Stadt im östlichen Mittelmeer. Er nimmt den athenischen Feldherrn Konon nach dessen Niederlage in der Seeschlacht von Aigospotamoi auf und gewährt ihm in Salamis Zuflucht, womit er seine Rolle als Schutzpatron griechischer Interessen unter Beweis stellt. Zugleich erhält er vom Perserkönig Artaxerxes II. Unterstützung für Athen gegen Sparta und trägt damit zur vorübergehenden Annäherung zwischen Persien und Athen bei, die vor allem auf gemeinsame Gegnerschaft gegen Sparta beruht.
  • 411: Euagoras: Euagoras, um 435 geboren, entstammt einer Familie, die ihre Herkunft auf den mythischen Teukros, den Sohn des Telamon und Halbbruder des Aias, zurückführt. In seiner Kindheit musste er die Stadt verlassen und nach Kilikirn ins Exil gehen.Zwischen 411 und 410 v. Chr. verfestigt sich in Euagoras der Entschluss, den Thron von Salamis zurückzugewinnen, den seine Vorfahren lange innehaben. Er lebt noch in Kilikien, hat dort aber inzwischen eine Gruppe von ungefähr fünfzig Gefolgsleuten um sich geschart, die ihn als rechtmäßigen König anerkennen. Während dieser Zeit sondiert er die machtpolitische Lage im Perserreich und im griechischen Raum und erkennt, dass sowohl Athen als auch der persische Großkönig für seine Pläne wichtig werden können. König Abdemon (415-411)

ODRYSEN

  • 400: Amadok: Im Winter 400/399 erhält Seuthes II. die Dienste des athenischen Feldherrn Xenophon und seiner Söldner. Xenophon beschreibt Amadokus I. als Oberherrn und Beschützer von Seuthes II. und vermerkt, dass er im Landesinneren lebt, etwa zwölf Tagesmärsche von der Küste entfernt. Der Text zeigt damit eine thrakische Herrschaftsordnung, in der Abhängigkeiten, Schutzverhältnisse und regionale Machtzentren eng miteinander verbunden sind. Der politische Hintergrund bleibt die fortbestehende Fragmentierung des odrysischen Herrschaftsraums.
  • Fortsetzung 390
  • 401/400: Im Jahr 401/400 v. Chr. sendet der thrakische König Seuthes II. einen Gesandten und offiziellen Dolmetscher namens Abrozelmes zu Xenophon. Dieser Abrozelmes wird in den Quellen erwähnt. Es wird vorgeschlagen, Abrozelmes mit Hebryzelmis zu identifizieren, da die beiden Namen als unterschiedliche griechische Wiedergaben desselben thrakischen Namens gelten und thrakische Prinzen als Gesandte dienen können. Zugleich führen andere Überlegungen dazu, Hebryzelmis als Angehörigen einer anderen, älteren Linie der odrysischen Dynastie anzusehen und als möglichen Sohn von Seuthes I. und Bruder seines Nachfolgers Kotys I. zu bestimmen. Eine kurze und schlecht erhaltene Inschrift, die offenbar ins 4. Jahrhundert v. Chr. datiert, erwähnt einen „Herbyzelmis, (Sohn) des Seuthes, Prianeus“, was diese Deutung möglicherweise stützt, wobei die Deutung des Beinamens auf die ionische Stadt Priene als überraschend und wenig plausibel bezeichnet wird.
  • 405: Amadok: Die Odrysen bilden ein thrakisches Königreich, das sich in der Zeit um den Übergang vom 5. zum 4. Jahrhundert bereits in einer Phase der Zerfaserung befindet. In diesem Rahmen tritt Amadokus I. als König der Odrysen auf; für 405 v. Chr. sind mit ihm und Seuthes II. zwei Herrscher bezeugt, wobei Seuthes II. Amadokus I. zunächst als Oberherrn anerkennt. Die politische Lage in Thrakien ist damit nicht mehr von einem geschlossenen Reich geprägt, sondern von konkurrierenden Herrschaftsbereichen und wechselnden Abhängigkeiten. Im Jahr 405 v. Chr. ist Amadokus I. bereits als König der Odrysen genannt, zusammen mit einem Seuthes, der gewöhnlich mit Seuthes II. identifiziert wird. Zur selben Zeit beschreibt der athenische Staatsmann und Feldherr Alkibiades die thrakischen Könige Medokus und Seuthes als seine Verbündeten. Im Hintergrund steht die Schlacht bei Aigospotamoi im selben Jahr, die den Peloponnesischen Krieg faktisch entscheidet und die Machtverhältnisse in der griechischen Welt deutlich verschiebt. Für Thrakien bedeutet dies eine Lage, in der lokale Herrscher ihre Stellung gegenüber Athen und in Konkurrenz zueinander behaupten müssen. Amadokus I. führt auf den Münzen der odrysischen Herrscher das „heraldische“ Zeichen einer Doppelaxt ein, das bei mehreren Angehörigen seines dynastischen Zweigs weiterverwendet wird. Das passt zum Bild eines Herrschers, der nicht nur politisch, sondern auch durch sichtbare Herrschaftszeichen in der Tradition seiner Linie steht.

ACHÄMENIDENREICH

  • 395: Tiribazos: Nachdem Sparta im Peloponnesischen Krieg Athen besiegt und als Hegemonialmacht abgelöst hat, versucht es seinen Einfluss auch in den griechisch besiedelten Küstengebieten Kleinasiens geltend zu machen. Ein spartanisches Heer unter König Agesilaos II. besiegt 395 den damaligen Satrapen Tissaphernes am Paktolos, woraufhin Tissaphernes u. a. wegen dieser Niederlage auf Befehl des persischen Großkönigs vom Chiliarchen Tithraustes umgebracht wird. Um 393 wird Tiribazos Tithraustes’ Nachfolger als Karanos in Kleinasien und wahrscheinlich auch Satrap von Lydien, dessen Hauptstadt Sardes ist.
  • 395: Hekatomnos: Nach 395 wird Hekatomnos Satrap von Karien, das zuvor zu anderen Satrapien, meist Lydien, gehört. Sein Vater ist Hyssaldomos, Priesterkönig der karischen Stadt Mylasa, dessen Nachfolger Hekatomnos wird. Hekatomnos macht Mylasa zu seiner Hauptstadt und zum Sitz seiner Regierung. Die Ernennung von Karien zur eigenen Satrapie ist Teil einer Neuordnung der persischen Macht in Westanatolien durch Artaxerxes II. im Anschluss an den Aufstand des Kyros. Um 395/392 v. Chr. erhebt der persische König Artaxerxes II. Hekatomnos zum Satrapen und befiehlt ihm, eine Armee aufzustellen. Zusammen mit Autophradates, dem Satrapen des benachbarten Lydien, soll er gegen den Rebellenführer Euagoras ziehen, der ein vereinigtes Zypern anstrebt. Die Seeschlacht verläuft nicht erfolgreich, und Gerüchte berichten, Hekatomnos biete seinem Feind finanzielle Unterstützung an. - 395-377: Hekatomnos ist sehr von der Kultur der Griechen beeindruckt und sendet seinen jüngsten Sohn Pixodaros nach Athen, während seine Religion die der Karer bleibt. Auf den von ihm geprägten Münzen erscheint der karische Hauptgott Zeus Labraundos, dessen Heiligtum bei Labraunda liegt; auf seinen Münzen ist die Gestalt des Zeus Labrandenos mit einer Labrys über der Schulter aus dem berühmten Tempel bei Mylasa zu sehen. Der athenische Rhetor Isokrates überliefert, Hekatomnos plane eine Rebellion gegen den König des Achämenidenreiches; zwei antike Quellen, Diodor und Isokrates, berichten außerdem, Hekatomnos unterstütze Evagoras heimlich mit Geld für Söldner und sei bereit, sich gegen den persischen König zu erheben. Ruzicka bezweifelt die Zuverlässigkeit dieser Berichte und stellt fest, dass Hekatomnos sonst keine Auflehnung gegen die persische Monarchie zeigt. Hekatomnos ist kein Perser adliger oder königlicher Herkunft und kann daher nicht damit rechnen, die Gefolgschaft anderer persischer Amtsträger zu gewinnen; es erscheint daher unwahrscheinlich, dass er ohne konkrete Aussicht auf Nutzen Verrat begeht. Ruzicka bietet zwei Erklärungen für die Gerüchte, in beiden Fällen ist Evagoras die wahrscheinliche Quelle: Entweder will Evagoras Hekatomnos vor Artaxerxes kompromittieren, oder er will den Eindruck eines geheimen Bündnisses erwecken, um den ägyptischen König Hakor zu beeindrucken, mit dem er über Unterstützung gegen Artaxerxes verhandelt. Aus Ägypten kann das Gerücht durch den athenischen Feldherrn Chabrias, der dort Hakor als militärischer Berater dient, nach Athen gelangen.
  • 395: Satrap Tissaphernes (Lydien, 2. Amtszeit 400-395)
  • Fortsetzung 393
  • 399: Artaxerxes II.: In den Jahren unmittelbar nach dem Bruderkrieg kommt es zu einer neuen Konfrontation mit Sparta, dessen Politik eng mit Kyros verbunden gewesen war. Mehrere griechische Städte in Kleinasien, die zuvor die gleiche Linie verfolgt hatten, sehen sich durch die Politik des neuen persischen Generalgouverneurs Tissaphernes bedroht und wenden sich Hilfe suchend an Sparta. Sparta reagiert mit einem Feldzug: Von 399 bis 394 v. Chr. zieht sich der Kampf hin, bis die Spartaner sich zurückziehen müssen, nachdem die persische Flotte unter dem aus Athen stammenden Nauarchen Konon mehrfach siegt und schließlich sogar die spartanische Hegemonie in Griechenland selbst in Frage stellt. Artaxerxes misst den Entwicklungen im Ägäisraum deutlich mehr Gewicht bei als seine Vorgänger und nutzt die Seemacht seines Reiches, um Sparta zu schwächen. Im sogenannten Korinthischen Krieg von 399 bis 386 v. Chr. verbündet sich Artaxerxes mit Athen und Theben gegen Sparta und unterstützt seine Verbündeten finanziell und militärisch.
  • 399: Satrap Struthas Im Jahr 399 schlägt Struthas zusammen mit dem Satrapen Tissaphernes ein spartanisches Söldnerheer unter Thibron, das in Kleinasien eingefallen ist. Struthas befindet sich zu dieser Zeit bereits in einer gegen Sparta gerichteten Politik und unterstützt die persische Gegenseite im Konflikt mit den Spartanern.
  • 401: Artaxerxes II.: Kyros, der sich mit dem Thronverlust in Ägypten nicht abfindet, beginnt in Kleinasien, Truppen zu sammeln, darunter mehrere tausend griechische Söldner, und plant im Frühjahr 401 v. Chr. einen Feldzug gegen seinen Bruder. Als Vorwand dient Kyros der angebliche Zug zur Niederschlagung eines Aufstands in Kleinasien; tatsächlich marschiert er von Sardes aus nach Osten und zählt auf die Unterstützung Spartas, das ihm wegen seiner Hilfe im Peloponnesischen Krieg dankbar ist und Schiffe in Aussicht stellt. Unter den Griechen im Heer des Kyros befindet sich auch Xenophon, dessen Werk Anabasis die Ereignisse des Feldzuges und insbesondere den Rückzug der Griechen später detailliert schildert. Der Satrap Tissaphernes warnt Artaxerxes rechtzeitig vor der Rebellion, sodass der Großkönig Truppen sammeln kann und es im Herbst 401 v. Chr. in Babylonien bei Kunaxa zur Entscheidungsschlacht kommt. Kyros’ Truppen scheinen anfangs zu siegen, doch Kyros unternimmt einen waghalsigen Angriff, um seinen Bruder persönlich zu töten, wird dabei schwer verwundet und stirbt kurz darauf, womit der Aufstand zusammenbricht. Die griechischen Söldner, die auf dem Schlachtfeld militärisch erfolgreich sind, geraten nun in die feindliche Tiefe und müssen sich, wie Xenophon berichtet, unter wechselnden Angriffen persischer Statthalter, aber ohne entscheidende Verluste, mühsam nach Griechenland durchschlagen. Nach dem Sieg lässt Artaxerxes die engsten Anhänger des Kyros bestrafen, während er loyale Würdenträger reich belohnt und damit seine Herrschaft im Inneren rasch wieder stabilisiert.
  • 401: Mithridates I. gehört dem persischen Adel an und steigt zu einem Dynasten im Einflussbereich des Achämenidenreiches auf (Die französische Wikipedia führt ihn als Satrapen). In der späteren Forschung besteht die verbreitete Auffassung, dass er als Herrscher der Stadt Kios am Marmarameer regiert, doch lässt sich diese Zuordnung in den überlieferten Quellen nicht eindeutig nachweisen. Die Vorstellung, er sei "Herrscher von Kios", beruht vor allem auf nachträglichen Rekonstruktionen der Geschichtswissenschaft, nicht auf direkter antiker Bezeugung. Möglicherweise steht Mithridates I. in Verbindung mit den von Gobryas, einem Sohn Dareios’ I., abstammenden Besitzungen in Mariandynien, deren Erbverhältnisse später in einer modernen Studie mit seiner Person in Verbindung gebracht werden. Mithridates I. könnte mit einem namensgleichen Gefährten des Prinzen Kyros (Kyros des Jüngeren), der 401 stirbt, identisch sein; dieser Mithridates tritt in Xenophons Anabasis im Umfeld der Unternehmung des Kyros gegen seinen Bruder Artaxerxes II. auf. Ebenfalls wird erwogen, ob Mithridates I. mit einem gleichnamigen Satrapen von Kappadokien und Lykaonien identisch ist, der ebenfalls aus der Anabasis bekannt ist. Diodor berichtet, dass nach seinem Tod der Satrap von Phrygien, Ariobarzanes, dieses Reich übernimmt. Diodor stellt diese Notiz in den Zusammenhang des beginnenden Satrapenaufstandes im Jahr 362 v. Chr., in welchem der Archon Molon in Athen amtiert, doch bleibt unklar, ob Mithridates tatsächlich in diesem Jahr stirbt. Ebenso ist unbekannt, ob Ariobarzanes als sein Sohn zu gelten hat und in welcher geographischen Ausdehnung dieses „Königreich“ besteht. Die Forschung hat lange versucht, die von Diodor erwähnte Nachfolge mit anderen Überlieferungen über angebliche Familienangehörige des Mithridates in Einklang zu bringen, ohne zu einer widerspruchsfreien Rekonstruktion zu gelangen. Satrap Ariobarzanes (Kios, 420/419-401)
  • 401: Tiribazos: Tiribazos steht beim persischen Großkönig Artaxerxes II. in hohem Ansehen und ist zu jener Zeit Satrap des westlichen Armenien. Als Kyros der Jüngere mit Hilfe griechischer Söldner seinen älteren Bruder, den Großkönig, stürzen will, fällt er 401 in der Schlacht bei Kunaxa. Tiribazos rettet den Großkönig bei Kunaxa und gestattet den geworbenen Söldnern freien Rückzug durch seine Satrapie. Danach will er sie auf einem auf ihrem Weg liegenden Bergpass überfallen. Die Griechen bekommen davon Wind, setzen sich rasch zur Sicherung des Passes in Bewegung, schlagen die Feinde in die Flucht und erobern sogar das Zelt des Satrapen. (Anmerkung von Rk: Von 401 bis 362/361 ist Tiribazos Satrap unterschiedlicher Gebiete, wobei nicht klar ersichtlich ist, wann er in welchem Gebiet Satrap ist, sodass in dieser Chronik im Titel kein Gebiet angegeben wird, sondern nur seine Amtszeit)
  • 404: Artaxerxes II.: Als Dareios im Winter 405/404 v. Chr. im Sterben liegt, bemüht sich Parysatis, ihren Lieblingssohn Kyros nach dem Recht der Purpurgeburt zum Thronfolger zu machen, doch Dareios lehnt dies ab. Er bestimmt den erstgeborenen Arsakes zum Nachfolger, lässt Kyros aber seine Stellung als Satrap von Lydien und Oberbefehlshaber (karanos) in Kleinasien behalten. Nach babylonischen Quellen beginnt das erste Regierungsjahr des Artaxerxes offiziell am 1. Nisannu (8. April) 404 v. Chr., sodass er nach dem Tod Dareios’ II. in Pasargadai als Artaxerxes II. zum Großkönig gekrönt wird. Unmittelbar nach der Thronbesteigung des Artaxerxes verliert das Perserreich 404 v. Chr. Ägypten nach längeren Unruhen und Kämpfen, was die innere Lage zusätzlich belastet. Großkönig Dareios II. (423–404)
  • 404: Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
  • 405: Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.
  • 405: Ariobarzanes begleitet athenische Gesandte, die zuvor auf Befehl des jüngeren Kyros drei Jahre lang festgehalten worden sind, in seine Hafenstadt Kios in Mysien. Kios fungiert in diesem Zusammenhang als sicherer Stützpunkt und Seestadt des Satrapenkreises, von dem aus Ariobarzanes seine Kontakte zu den griechischen Staaten organisiert. Diese Episode zeigt, dass er bereits vor seiner formellen Satrapenzeit einflussreiche Aufgaben im persischen Verwaltungs- und Diplomatiesystem übernimmt und zugleich die Rolle von Kios als Machtbasis seiner Linie festigt. Im späten 5. Jahrhundert v. Chr. teilt Pharnabazos, Satrap von Phrygien und Sohn des Pharnakes, seine Herrschaft und seine Territorien mit seinen Brüdern, um die pharnakidische Kontrolle über das Gebiet zu sichern. In diesem Zusammenhang erscheint Mithridates, Satrap von Kappadokien, wahrscheinlich als einer dieser Brüder, und Ariobarzanes von Kios könnte gleichfalls zu diesem Bruderkreis gehören. In den Quellen wird Ariobarzanes zunächst als Unter‑Satrap in Anatolien erwähnt, was bedeutet, dass er in der zweiten Führungsebene der persischen Provinzverwaltung tätig ist und Aufgaben im Namen des hauptverantwortlichen Satrapen wahrnimmt. Als Pharnabazos später an den Hof des Großkönigs geht, um Apama, eine Tochter des persischen Königs, zu heiraten, überträgt er nach den Berichten die Satrapie über Phrygien und Lydien an Ariobarzanes. Dadurch steigt Ariobarzanes zum Satrapen der hellespontischen Phrygien auf, einem Gebiet im Nordwesten des heutigen Anatolien, das die strategisch bedeutsame Region am Hellespont umfasst. Pharnabazos lebt noch bis weit in die 370er‑Jahre v. Chr. hinein und bekleidet in der persischen Monarchie höhere Ämter als das der lokalen Satrapie, sodass Ariobarzanes gewissermaßen als sein Stellvertreter und Nachfolger in der Region wirkt.
  • 407: Ariobarzanes stammt aus der Pharnakiden‑Dynastie, einer persischen Satrapenfamilie, die seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Satrapie der hellespontischen Phrygien von Das­ky­lion am Hellespont aus beherrscht. Diese Familie siedelt sich in den 470er‑Jahren in Das­ky­lion an, und die nahe gelegene griechische Stadt Kios (griechisch Kios, lateinisch Cius) gehört offenbar zum Familienbesitz der Linie des Ariobarzanes. Ariobarzanes gilt als „kollaterales“ oder Nebenlinien‑Mitglied der achämenidischen Dynastie und ist möglicherweise ein Sohn des Satrapen Pharnabazos II. Um 407 wird Ariobarzanes als persischer Gesandter zu den griechischen Stadtstaaten entsandt. In dieser Funktion pflegt er diplomatische Beziehungen sowohl zu Athen als auch zu Sparta und versucht, die Interessen des Perserreiches in den Wirren des Peloponnesischen Krieges auszuloten.
  • 408: Satrap Tissaphernes (Lydien, 1. Amtszeit 415-408)
  • 453: Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.

ÄGYPTEN

Spätzeit, 29. Dynastie

  • Pharao Nepherites I. (399–393)
    Nepherites I. stirbt im Winter 394/393 nach einer sechsjährigen Herrschaft. Die demotische Chronik sagt nur, dass „sein Sohn“ die Nachfolge antreten darf, nennt aber keinen Namen. Heute gilt allgemein Hakor als sein Sohn; Hakor herrscht nach ihm nur ein Jahr, bevor ihn Psammuthes stürzt, und Hakor erobert den Thron im folgenden Jahr zurück.
  • Pharao Muthis (393-392)
    Muthis, auch Mutis genannt, ist der zweite altägyptische Pharao der 29. Dynastie und der Sohn des Nepherites I. Er regiert wahrscheinlich um 393 bis 392. Es bestehen auch Vermutungen, dass er während des Jahres 393 gleichzeitig mit dem Usurpator Psammuthis an der Macht ist. Diese Thronfolgekämpfe enden mit dem Herrschaftsantritt des Hakor. Es sind keine Titulaturen und keine zeitgenössischen Belege wie Denkmäler seiner Regentschaft bekannt. Manetho setzt für Muthis eine einjährige Regentschaft an. In der demotischen Chronik wird Muthis ohne Namensnennung als „Sohn des Nepherites I.“ und als Vorgänger von Psammuthis geführt. Dort heißt es, der zweite Herrscher, der nach den Medern auftritt, lasse seinen Sohn nachfolgen, und der dritte Herrscher, der nach den Medern auftritt, werde zu Lebzeiten ersetzt.
  • Fortsetzung 392
  • 396: Im Jahr 396 v. Chr. unterstützt Nepherites I. nach Diodoros Siculus den spartanischen König Agesilaos im Krieg gegen die Perser. Die Spartaner haben Zypern und Rhodos erobert und versuchen, ihren Einfluss weiter nach Osten auszudehnen. Nepherites liefert den Spartanern 500.000 Maße Getreide und Material für 100 Trieren. Die Ladung erreicht Rhodos jedoch erst, nachdem die Perser die Insel zurückerobert haben, und wird dort vollständig vom perserfreundlichen Admiral Konon von Athen beschlagnahmt.
  • Fortsetzung 393
  • 399: Nepherites I., auch Nefaarud I., ist der Begründer und erste Pharao der 29. Dynastie, die zu den „vier Königen von Mendes“ gehört. Im Herbst des Jahres 399 v. Chr. ergreift er die Macht, lässt seinen Vorgänger Amyrtaios gefangen nehmen und hinrichten und lässt sich in Memphis oder Sais krönen. Danach residiert er in Sais oder Mendes. Außenpolitisch unterstützt er Sparta im Krieg gegen Persien; er liefert 500.000 Scheffel Getreide und die Ausrüstung für 100 Trieren, beteiligt sich militärisch aber nicht. - In seine Regierungszeit datieren einige private Denkmäler. Dazu gehören vier Serapeumstelen aus Sakkara, von denen auch eine Fayenceplakette stammt; sie sind dem Jahr 2 zugeordnet. Außerdem wird aus Sakkara eine Fayenceplakette genannt. - In seine Regierungszeit datiert außerdem eine Mumienbinde mit demotischer Aufschrift aus dem Jahr 4. Seine höchste archäologisch bezeugte Datierung ist ebenfalls das Regnaljahr 4. Pharao Amyrtaios (404-399) (28. Dynastie)
  • 404: Amyrtaeos führt in Ägypten einen Staatsstreich gegen Persien durch. Damit beginnt die letzte Phase der ägyptischen Unabhängigkeit unter einheimischen Herrschern. Diese Phase wird in den folgenden Jahrzehnten durch politische Instabilität geprägt sein.

KUSCH

  • 394–380: Während der mittleren Phase seiner Regierungszeit stabilisiert Harsiotef das Verhältnis zu den nördlichen Nachbarn, insbesondere zu Ägypten, das nach dem Ende der persischen Herrschaft erneut von einheimischen Dynastien geprägt ist. Er beobachtet aufmerksam die Machtverschiebungen im Nildelta und in Oberägypten, da sie direkten Einfluss auf den Handel und die Sicherheit seiner nördlichen Grenzen haben. Seine ägyptisch geprägte Titulatur und die Übernahme pharaonischer Traditionen dienen auch dazu, in dieser Konkurrenzlage Legitimität zu beanspruchen. Im Inneren setzt er auf Kontinuität in Verwaltung und Kult. Die Beamten in den Provinzen erheben Steuern und Naturalabgaben, die für den Hof, für das Heer und für den Tempelkult bestimmt sind. Harsiotef fördert Bau- und Stiftungsaktivitäten an Heiligtümern, auch wenn die meisten dieser Maßnahmen heute nur indirekt aus späteren Zeugnissen und aus der allgemeinen Entwicklung der Region erschlossen werden können. Seine Regierung steht für die Fortführung einer bereits etablierten Tradition, in der König und Gottheiten in enger Verbindung gedacht werden und die Stabilität des Reiches als Ergebnis göttlicher Ordnung gilt.
  • Fortsetzung 379
  • 403–395: In den folgenden Jahren regiert Harsiotef von Meroë aus ein Reich, das sich entlang des mittleren Nils erstreckt und an die südliche Grenze des ägyptischen Einflussbereichs stößt. Er pflegt die Rolle des Königs als oberster Priester und sorgt dafür, dass die großen Tempel regelmäßige Opfer erhalten und die wichtigen Feste gefeiert werden. Die Inschriften seiner Zeit greifen Formeln und Bildsprache der späten ägyptischen Tradition auf, passen sie aber an die politische Wirklichkeit von Kusch an. Harsiotef festigt in diesen Jahren sein dynastisches Netzwerk. Er ist mit Königin Batahaliye verheiratet, die als seine Hauptgemahlin an der Spitze des Hofes steht und in der Kultpraxis eine wichtige Rolle einnimmt. Möglicherweise nimmt er zusätzlich Königin Pelkha zur Frau, was seine dynastischen Verbindungen innerhalb der königlichen Familie und des Adels noch erweitert. Durch die Eheschließungen bindet er lokale Eliten enger an den Hof und stärkt seine Herrschaft gegenüber möglichen Rivalen.
  • 404: Im Jahr 404 v. Chr. besteigt Harsiotef als König von Kusch den Thron von Meroë. Er wächst als Sohn der Königin Atasamale und sehr wahrscheinlich des Königs Amanineteyerike auf und gehört damit zur herrschenden Dynastie der kuschitischen Könige. Gleich zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt er die vollständige Titulatur eines ägyptischen Pharaos, er wählt also Thronname, Geburtsname und die weiteren Bestandteile der fünfteiligen Königstitulatur nach ägyptischem Vorbild. Damit zeigt er seinem Hof, seinen Untertanen und den Nachbarreichen, dass er in der Tradition der Pharaonen steht und dass sein Reich kulturell eng an Ägypten anknüpft. Noch in den ersten Regierungsjahren festigt er seine Position im Kernland von Kusch und stützt sich dabei auf den Adel von Napata und Meroë sowie auf die Priesterschaft der großen Reichsgottheiten. Er regelt die Verwaltung, überwacht die Abgaben aus den fruchtbaren Niltälern und sichert die Kontrolle über die wichtigen Handelsrouten, die Gold, Elfenbein und andere Waren aus dem Inneren Afrikas nach Norden bringen. Die Übernahme ägyptischer Formen zeigt sich nicht nur in der Titulatur, sondern auch in der Hofkultur, in der Kunst und in der Religion, wo ägyptische Götter mit kuschitischen Traditionen verschmelzen.

KARTHAGO

  • 396: Mago II.: Dionysios I. von Syrakus befindet sich seit 397 v. Chr. im Krieg mit Karthago. Er besiegt Himilko II., der sich daraufhin 396 v. Chr. das Leben nimmt. Mago II., auch Magon genannt, gehört zur Dynastie der Magoniden und ist von 396 bis 375 v. Chr. Schofet von Karthago. Er wird 396 v. Chr. nach dem Selbstmord von Himilko II. Schofet. Seine Herrschaft beginnt während der Kriege mit den Griechen auf Sizilien, die unter der Führung von Dionysios I. von Syrakus seinen Vorgänger besiegt haben. Er unterdrückt einen Aufstand in Libyen. Er schließt Frieden mit Syrakus, und dieser Frieden geschieht auf Kosten seiner sizilischen Verbündeten, der Sikel.
  • Fortsetzung 383

INDIEN

Anuradhapura

  • 437: Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf.
  • Fortsetzung 367

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr der Erde-Ratte; am Beginn des Jahres Feuer-Schwein)

Qin

  • 399–387: (Regierungszeit von Herzog Hui II. – im Text rückblickend erwähnt) Herzog Jian wird von seinem Sohn Herzog Hui II. abgelöst, dem Vater von Chuzi II. Herzog Hui II. regiert 13 Jahre lang und stirbt im Jahr 387 v. Chr.
  • Fortsetzung 391
  • 399: Hui II.: Herzog Hui II. folgt seinem Vater, als Herzog Jian im Jahr 400 v. Chr. nach 15 Jahren Herrschaft stirbt. Damit beginnt die Herrschaft von Herzog Hui II. in Qin.
  • 400: Herzog Jian (414–400)
  • 414–400: (Regierungszeit von Herzog Jian – im Text rückblickend erwähnt) Herzog Jian, der Onkel von Herzog Ling und Großvater von Chuzi II., regiert den Staat Qin nach dem Tod von Herzog Ling. Er gehört zur Ying‑Familie und ist später als Vorgänger von Herzog Hui II. bekannt.
  • 415: Hui II.: Der Vater von Herzog Hui II., Herzog Jian von Qin, ist der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling. Als Herzog Ling im Jahr 415 v. Chr. stirbt, wird der Thron an seinen Onkel Herzog Jian statt an seinen Sohn, den späteren Herzog Xian, übergeben.
  • 415: Im Jahr 415 v. Chr. stirbt Herzog Ling von Qin. Der Thron geht nicht an seinen Sohn, den späteren Herzog Xian, sondern an dessen Onkel Herzog Jian, der ein Bruder von Herzog Ling ist.
  • 415: Nach dem Tod Ling von Qins im Jahr 415 geht der Thron jedoch nicht an seinen Sohn Ying Shixi, sondern an Lings Onkel Herzog Jian von Qin. Herzog Jian regiert fünfzehn Jahre und stirbt, worauf sein Sohn Herzog Hui II. von Qin die Herrschaft übernimmt. Nach dreizehn Jahren Herrschaft Hui II.s folgt dessen Sohn Chuzi II. auf den Thron, doch da Chuzi noch ein Säugling ist, übt seine Mutter, die Herzogswitwe Qin Xiaozhu, faktisch die Macht aus. Während dieser Zeit lebt Ying Shixi im Exil im Staat Wei.
  • 424: Xian: [Ying Shixi (auch Ying Lian) wird aus dem Haus Ying geboren, sein Vater ist Herzog Ling von Qin, der 25. Herrscher des Staates Qin.

Zhou

  • 401: Im Jahr 401 v. Chr. wird Ji Jiao, in deutscher Schreibweise Ji Dschiao, als König An von Zhou in Chengzhou gekrönt. Er regiert von nun an über Luoyi und dessen Umgebung.
  • Fortsetzung 384

Han

  • 394: Lie: Im Jahr 394 v. Chr. verteidigt der Staat Han den Staat Lu gegen einen Angriff des Staates Qi.
  • Fortsetzung 391
  • 397: Lie: Zwischen Han Xialei und dem Minister Yan Sui entwickelt sich ein Machtkampf, aus dem ein tiefer gegenseitiger Groll entsteht. Im Jahr 397 v. Chr. bezahlt Yan Sui dem Attentäter Nie Zheng eine große Summe, damit Han Xialei ermordet wird.
  • 399: Lie: Marquess Lie von Han regiert von 399 v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 387 v. Chr. und ist der Sohn des Gründungsfürsten Marquess Jing von Han. In den ersten Jahren seiner Herrschaft dient sein Onkel Han Xialei als Kanzler des Staates Han.
  • 400: Markgraf Jing (403–400)

Zhao

  • 400: (403-400) Markgraf Zhao Jinghou, um 410 geboren, persönlicher Name Zhao Zhang, ist der Sohn von Markgraf Lie von Zhao, dem Begründer des Staates Zhao. Sein Onkel, Herzog Wu von Zhao (Zhao Wugong, kein Wikipedia-Artikel vorhanden), regiert als Herrscher von Zhao, bis Markgraf Jing alt genug ist, selbst zu regieren.
  • Fortsetzung 386

Wei

  • 395/396–370: (Regierungszeit von Markgraf Wu) Nach dem Tod von Markgraf Wen von Wei übernimmt Wei Ji die Regierung des Staates Wei und führt fortan den Titel Markgraf Wu von Wei. Er tritt die Nachfolge seines Vaters an und regiert den Staat Wei während der frühen Phase der Zeit der Streitenden Reiche. Seine Regierungszeit erstreckt sich ungefähr von 396/395 bis 370 v. Chr., wobei die Quellen sich geringfügig in der Datierung des Beginns unterscheiden.
  • Fortsetzung 370
  • 396: Markgraf Wen (424-396) Im Jahr 396 v. Chr. stirbt Markgraf Wen von Wei (Wei Si) als Herrscher des Staates Wei. Mit seinem Tod endet seine lange Regierungszeit, und sein Sohn Wei Ji steht als nächster Inhaber der Herrschaftsrechte bereit.
  • 403: Im Jahr 403 v. Chr. erkennt König Weilie von Zhou Wei Si feierlich als Markgrafen von Wei an. Zugleich bestätigt er mit der Verleihung gleichartiger Titel an die Führer von Han und Zhao die Teilung des alten Staates Jin in drei selbständige Reiche.
  • 424: Im Jahr 424 v. Chr. führt Wei Si den Adelstitel „Markgraf“ (Hou) ein und nimmt als Herrscher des Staats Wei offiziell den Rang eines Markgrafen an. Gleichzeitig ist er damit der erste Träger dieses Titels im Staat Wei und begründet die Markgrafen‑Herrschaft seiner Familie.
  • 446: Im Jahr 446 v. Chr. herrscht im Staat Wei Wei Huan‑zi, der Vater von Wei Si, der später als Marquess Wen von Wei bekannt ist. In diesem Jahr stirbt Wei Huan‑zi, und sein Sohn Wei Si übernimmt die Führung des Hauses Wei und tritt damit als neuer Oberhaupt der Sippe hervor.

Qi

  • 400: Tai: (Regierung Herzog Kang unter Tian He als De-facto-Herrscher) Zwischen 400 und 386 v. Chr. ist Herzog Kang von Qi formell Herzog des Staates Qi aus dem Haus Jiang, während Tian He als Oberhaupt des Clans Tian im Hintergrund faktisch die Herrschaft ausübt und den Staat lenkt.
  • Fortsetzung 391
  • 404: Tai: Im Jahr 404 v. Chr. folgt Tian He seinem älteren Bruder Tian Daozi als Oberhaupt des Clans Tian nach. Er dient nominell unter Herzog Kang von Qi, dem letzten Herrscher aus dem Haus Jiang, regiert den Staat Qi aber faktisch selbst.
  • 404: Ab 404 v. Chr. ist Lü Dai, Herzog Kang von Qi, Herzog des Staates Qi. Er ist der letzte Herrscher von Qi aus dem Jiang‑Klan, der die Jiang‑Qi‑Dynastie stellt. Während seiner Herrschaft ist Tian He Führer des Tian‑Klan. Der Tian‑Klan ist seit der Tötung von Herzog Jian von Qi durch Tian Heng die faktische Herrscherfamilie des Staates Qi.
  • 411: Tian Zhuang, ein Vorfahr von Yan, stirbt im Jahr 411 v. Chr.
  • 481: Tai: Im Jahr 481 v. Chr. tötet Tian Heng Herzog Jian von Qi. Seit diesem Zeitpunkt sind die Anführer des Clans Tian die faktischen Herrscher des Staates Qi, während die Herzöge von Qi nur noch nominell regieren.
  • 485: Bis 405 v. Chr. herrscht Herzog Xuan von Qi als nomineller Herrscher des Staates Qi. Er stirbt 405 v. Chr. nach 51 Regierungsjahren als titulärer Herrscher von Qi. Sein Sohn Lü Dai, Herzog Kang von Qi, folgt ihm auf den Thron.
  • 486: Im Jahr 386 v. Chr. bittet Tian He Markgraf Wu von Wei, für ihn am Hof von König An von Zhou, dem nominellen Herrscher über ganz China, einzutreten. Im selben Jahr erkennt König An Tian He offiziell als Herrscher von Qi an und beendet damit die über sechs Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Hauses Jiang. Tian He wird damit der erste rechtmäßige Herrscher von Qi aus dem Haus Tian und erhält postum den Titel Herzog Tai von Qi. Nach seiner förmlichen Anerkennung verbannt er Herzog Kang in eine Stadt an der Meeresküste.

Chu

  • 402: Dao: Im Jahr 402 v. Chr. stirbt König Sheng von Chu. Sein Sohn Xiong Yi folgt ihm auf den Thron des Staates Chu. Später erhält er den posthumen Namen König Dao von Chu und wird der sechzehnte König dieses Staates. Seine Regierungszeit beginnt damit im frühen Abschnitt der Zeit der Streitenden Reiche und dauert von 401 bis 381 v. Chr. Zu einem unbekannten Zeitpunkt vor 389 v. Chr. nimmt König Dao den Strategen und Staatsmann Wu Qi an seinem Hof auf. Wu Qi hat zuvor dem Markgrafen Wu von Wei gedient, muss jedoch aus dem Staat Wei fliehen, nachdem eine Verschwörung zu seiner Ungnade geführt hat. König Dao ernennt ihn zum Lingyin, also zum Premierminister von Chu. König Sheng (407–402)
  • Fortsetzung 389

JAPAN

  • Tennō Kōshō (475–393)
    Kōshō stirbt nach dem Nihonshoki am 5. Tag des 8. Mondmonats in seinem 83. Regierungsjahr im Alter von 113 Jahren; nach dem Kojiki stirbt er im Alter von 93 Jahren. Sein Nachfolger wird im Folgejahr der zweite Sohn (Ō-)Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito, und sein Mausoleum wird in Gose als Waki-no-kami-no-hakata-no-yama-no-e-no-misasagi bezeichnet.
  • Fortsetzung 392
  • 408: Kōan Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.
  • Fortsetzung 393
  • 475: Nach dem Tod von Itoku und nach einem einjährigen Interregnum übernimmt Kōshō am 9. Tag des 1. Mondmonats den Thron. Seine Regierungszeit beginnt damit im Jahr 475 v. Chr., und der Text nennt für diese Zeit auch den Palast Ikegokoro beziehungsweise Wakinokami als seinen Herrschaftssitz.
  • 489: Kōshō Am 12. Tag des 2. Mondmonats im 22. Regierungsjahr seines Vaters Itoku wird Kōshō im Alter von 18 Jahren zum Kronprinzen ernannt. Der Text nennt für diesen Zeitpunkt ausdrücklich das Jahr 489 v. Chr.
  • 506: Kōshō Kōshō wird nach den alten Reichschroniken Kojiki und Nihonshoki als 5. Tennō von Japan geführt; seine historische Existenz ist zweifelhaft, und er gehört zu den „acht undokumentierten Kaisern“. Sein Eigenname ist Mi-matsu-hiko-kae-shine no mikoto, und in den Überlieferungen werden für seine Mutter unterschiedliche Namen genannt.

QUELLEN

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11.06.2023 Artikel eröffnet

15.06.2023 Grundstock erstellt

21.04.2026 Grundstock ergänzt

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