744
MAYA
Calakmul
- In diesem Jahr folgt der Sieg Tikals über Naranjo, wodurch die Hegemonie Calakmuls im Tiefland-Maya-Raum de facto endet.
- Fortsetzung 751
Tikal
Naranjo
- Ajaw Yax Mayuy Chan Chaak (728-744)
Im Verlauf der Angriffe durch Tikal wird Yax Mayuy offenbar gefangen genommen und nach Tikal gebracht, wo er auf Stela 5 von Tikal gefesselt dargestellt ist. Wahrscheinlich wird er am 4. Februar 744, dem Datumsereignis der Aufstellung dieser Stele, oder kurz danach hingerichtet. Bis 814 regieren weitere Ajaws über Naranjo, aber es sind keine Wikipedia-Artikel vorhanden, sodass die Chronik hier endet.
Quiriguá
Copan
PIKTEN
- König Óengus I. (732–761)
744 und 750 kommt es zu Kämpfen zwischen Pikten und den Briten von Alt Clut; - Fortsetzung 747
KELTEN
Uí Néill
- Hochkönig Domnall Midi (743–763)
Nach der Niederlage Áed Alláns zieht sich Domnall zeitweise in das geistliche Leben zurück, wie es die Annalen von Ulster berichten. - Fortsetzung 747
Ulaid
Connacht
- König Forggus mac Cellaig (742–756)
Forggus sichert sich die Unterstützung von Clonmacnoise, indem er das Gesetz Ciaráns von Clonmacnoise und das Gesetz Brendans von Clonfert verkündet. - Fortsetzung 746
Leinster
- König Muiredach mac Murchada (738–760)
744 scheitert der letzte Versuch der Uí Máil, die Herrschaft in Leinster zurückzugewinnen, in der Schlacht von Ailén dá Berrach in Cualu, einem Gebiet im heutigen County Wicklow, wobei zwei Enkel Cellachs, Cathal und Ailill, fallen. Während seiner Regierungszeit hält Muiredach gute Beziehungen zum Hochkönig von Irland, Domnall Midi von Clann Cholmáin, der 763 stirbt. - Fortsetzung 754
Uí Mháine
- König Cathal Maenmaighe (738–745)
- Cluain Fearta Brenainn, das heutige Clonfert, brennt.
- Fortsetzung 745
Dalriada
Königreich Strathclyde
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Eadberht (737–758)
- Erzbischof Egbert (York, 735-766)
- Bischof Frithubeorht (Hexham, 734–766)
- Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
Mercia
- König Æthelbald (716–757)
- Bischof Wilfrith I. (Worcester, 718–743/745)
- Bischof Milred (Worcester, 743/745–775)
East Anglia
Königreich Wessex
- König Cuthred (740–756)
Æthelbald, der König von Mercia, bestätigz eine Charta Cuthreds, in der Cuthred Land in Somerset an die Abtei Glastonbury verkauft. - Fortsetzung 745
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Eadberht I. (West-Kent, 725-748)
- König Æthelberht II. (Ost-Kent, 725–762)
- Erzbischof Cuthberth (Canterbury, 740–758)
FRÄNKISCHES REICH
- König Childerich III. (743-751)
- Hausmeier Karlmann (Austrien, 741-747)
- 0302D: Im Frühjahr 743 oder 744 findet i Soissons eine gesamtfränkische Synode unter Vorsitz der Hausmeier Karlmann und Pippin mit Teilnahme von Bonifatius statt.
- Hausmeier Pippin der Jüngere (Neustrien, 741–747)
- Erzbischof Abel (Reims, 744–748)
0303D: Das Konzil von Soissons wählt Abel, seit spätestens 737 Mönch in der Abtei Lobbes, zum Erzbischof, ohne dass die genaue Diözese genannt wird. Im Juni bestätigt Papst Zacharias diese Wahl, indem er Abel das Pallium sendet, das ihm die erzbischöfliche Vollmacht verleiht. Zwischen 744 und etwa 748 übt Milo von Trier, obwohl Laie, faktisch die Kontrolle über mehrere Bischofssitze aus, während Abel faktisch nur als Suffraganbischof im Amt bleibt. - Bischof Chrodegang (Metz, 742-766)
- Bischof Wera von Utrecht (739–752)
- Bischof Floribert I. (Lüttich, 727–746)
- Bischof Witta (Büraburg, 741-755)
- Bischof Adalar (Erfurt, 742-755)
- Bischof Reginfrid (Köln, 737–743/745)
- Bischof Gewiliobus (Mainz, 743/744–745)
In der Synode von Soissons wird Gewiliobus auf Betreiben von Bonifatius wegen seines Verhaltens abgesetzt wird oder nach der Vita quarta gegen die historische Wahrscheinlichkeit freiwillig demissioniert. Bonifatius, der sich eigentlich um das wichtigere Amt des Kölner Bischofs bemüht, wird auf derselben Synode zum Nachfolger von Gewiliobus als Bischof von Mainz bestimmt. Gewiliobus wird aus Mainz verbannt, erhält die Grundherrschaft über Spanesheum (Sponsheim) und wird Eigenkirchenherr zu Kempten ("caput montis"), beide Orte liegen im späteren Stadtgebiet von Bingen am Rhein. - Bischof Milo von Trier (Trier 715–753, Reims 717-744)
Die Synode von Soissons setzt Milo auf Betreiben Bonifatius’ als Bischof von Reims ab. Das Bistum Trier bleibt zunächst unter seiner Leitung, doch auch hier verliert er letztlich die Kontrolle. Während seiner Amtszeit beeinflusst er als weltlich gesonnener Kirchenmann maßgeblich die kirchlichen Verhältnisse und stößt insbesondere bei den Reformern auf Widerstand. - Bischof Burkard (Würzburg, 742-754)
Kloster Fulda
0312D: Bonifatius' Schüler Sturmius beginnt zusammen mit sieben Begleitern aus Hersfeld mit dem Bau des neuen Klosters in der Fuldaaue. Mit diesem Baubeginn wird das Kloster Fulda förmlich gegründet; der Ort erhält nun den Namen Fulda nach dem Fluss, an dem die Anlage entsteht. Das Kloster wird dem hochheiligen Erlöser, dem Salvator, geweiht und folgt der Regel des heiligen Benedikt von Nursia, die Bonifatius für das monastische Leben festlegt.
WDR ZeitZeichen 2019
Abt Sturmius (Fulda, 744–779)
Bonifatius ernennt Sturmius zum ersten Abt des Klosters und setzt damit die geistliche Leitung und innere Ordnung der neuen Gemeinschaft fest. - Fortsetzung 745
Herzogtum Aquitanien
Herzogtum Sachsen
- Herzog Theoderic (743–744)
Die Brüder Pippin und Karlmann fallen erneut in Sachsen ein, um die fränkische Herrschaft weiter zu sichern. In diesem zweiten Feldzug wird Theoderic gefangen genommen; damit endet seine belegte Führung der Sachsen
Herzogtum Alemannien
- Herzog Theudebald (709–746)
Theudebald rebelliert im Elsass, Hausmeier Pippin vertreibt ihn und bringt das Elsass wieder unter seine Gewalt. - Bischof Arnefrid (Konstanz, 736?–746?)
- Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)
- Fortsetzung 746
Herzogtum Baiern
- Herzog Odilo (736–748)
Im Vorjahr unterlag Odilo in der Schlacht bei Epfach am Lech und ist geflohen; im Frieden von 744 erkennt er die fränkische Oberhoheit über Baiern an, behält aber sein Herzogtum. In diesem Zusammenhang muss er die bayerischen Gebiete nördlich der Donau an die Franken abtreten. - Herzogin Hiltrud (741-748)
- Bischof Gaubald (Regensburg, 739–761)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
- Bischof Erembert (Freising, 739–747/748)
- Bischof Vivilo (Passau, 739–745)
- Bischof Wikterp (Augsburg, 739-772)
- Bischof Johannes I. von Salzburg, 739–746)
0924D: Die Gebeine des Hl. Rupert von Salzburg werden von Johannes I. in der Bischofskirche bestattet. - Fortsetzung 745
LANGOBARDENREICH
- König Liutprand (712–744)
Februar: Liutprand stirbt. Noch nach seinem Tod wird er von Chronisten wie Paulus Diaconus als herausragender, menschenfreundlicher und erfolgreicher König beschrieben, der das Langobardenreich nachhaltig geprägt hat. - König Hildeprand (744)
Zunächst wird Liutprands Neffe Hildeprand sein Nachfolger, der aber noch im Oktober desselben Jahres von Ratchis, dem Herzog von Friaul gestürzt wird. - König Ratchis (1. Amtszeit 744–749)
An Hildeprands Stelle wählen die Langobarden Ratchis zum König. Die südlichen Dukate Spoleto und Benevent lösen sich zunächst weitgehend aus der königlichen Kontrolle. Ratchis setzt sich 746 zumindest gegen dux Lupus von Spoleto wieder durch und stellt seine Oberhoheit dort erneut her. Ratchis pflegt ein Bild als überaus frommer König und sucht Ausgleich mit inneren und äußeren Gegnern. Er richtet seine Politik darauf, die eigene Position gegenüber den expandierenden Franken zu stärken. Er entfaltet eine rege Bautätigkeit und fördert kirchliche Stiftungen, zu denen auch der sogenannte Altar des Ratchis gehört. Paulus Diaconus stößt spätestens 744 in Pavia zu seinem Hof und gehört zu seinem Umfeld. Ratchis verfolgt eine pro‑byzantinische Politik und bemüht sich um ein gutes Verhältnis zu den romanischen Bevölkerungsgruppen in Italien. Der langobardische Adel fordert dagegen eine aggressivere Außenpolitik, besonders gegen Byzanz. Als Ratchis mit einem Heer gegen byzantinische Besitzungen in Italien zieht, tritt Papst Zacharias vermittelnd auf. Zacharias bewegt Ratchis dazu, den Feldzug abzubrechen und auf weitere Angriffe zu verzichten. - Erzbischof Stabile (Mailand, 742-744)
1213D: Stabile stirbt in Mailand
Herzogtum Friaul
- Herzog Ratchis (737/739-744)
Ratchis wird König, Herzog von Friaul wird Aistulf, einer der drei Söhne des ehemaligen Herzogs Pemmo und seiner Frau Ratperga. - Herzog Aistulf (744-749)
Herzog von Friaul wird Aistulf, der spätere König.
Herzogtum Spoleto
- Herzog Agiprand (742–744)
Im Januar stirbt König Liutprand, und im selben Jahr endet auch Agiprands belegte Amtszeit als dux von Spoleto. Agiprand lebt nach 744 weiter, verschwindet aber aus den erzählenden Quellen, sodass weder seine weiteren Ämter noch die Umstände seines Todes bekannt sind. - Herzog Transamund II. (3. Amtszeit 744–745)
Nach Liutprands Tod kehrt Transamund noch einmal als Herzog von Spoleto an die Macht zurück.
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
REPUBLIK VENEDIG
KARANTANIEN
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin V. (741–775)
- Papst Zacharias (741–752)
Nach Liutprands Tod pflegt Zacharias auch zum Nachfolger Ratchis enge diplomatische Beziehungen. Die zeitgenössische Quelle Liber pontificalis hebt vor allem den persönlichen Einfluss von Zacharias auf Liutprand und Ratchis hervor. - Patriarch Anastasios (Konstantinopel, 730-754)
- Fortsetzung 745
IBERIEN
- 693: Guaram: Guaram III folgt kurz vor 693 seinem Vater oder Großvater Guaram II. als herrschender Fürst von Iberien nach. Er erhält vom Byzantinischen Reich den Titel eines Curopalates und steht damit in einem Vasallenverhältnis zu Byzanz. Vor 693 übt das Byzantinische Reich noch Einfluss im Kaukasus aus, was sich in der Verleihung des Titels an Guaram III. widerspiegelt. Um 693 vertreibt das wiedererstarkte Umayyadenkalifat die Byzantiner aus dem Kaukasus, sodass Guaram fortan auch im Einflussbereich der Umayyaden als Vasall herrscht. Um die Zeit Guarams III, also bis etwa 748, berichtet die um 800 verfasste Chronik des sogenannten Pseudo-Juansher von den Fürsten Mihr und Archil. Deren Stellung unterscheidet sich jedoch von der Guarams: Mihr, Archil und später Archils Söhne Iovane und Juansher sind keine herrschenden Fürsten von Iberien, sondern regionale Herrscher im östlichen Teilgebiet Kakheti. Guaram III. hat einen Sohn gleichen Namens, Guaram (auch Gurgen genannt), der die dynastische Linie fortsetzt. Außerdem hat er zwei namentlich nicht überlieferte Töchter; eine heiratet den chosroidischen Prinzen Archil, die andere den bagratidischen Prinzen Vasak und verbindet so die Guaramiden mit zwei weiteren führenden georgischen Fürstenhäusern. Guarams Sohn Guaram/Gurgen heiratet eine Prinzessin aus dem Haus der Nersianiden, die Tochter von Adarnase III; aus dieser Ehe geht Stephan III hervor, der als Sohn von Guaram/Gurgen und Enkel von Guaram III die Nachfolge in der Herrscherlinie der Guaramiden antritt. Fürst Guaram II. (684/685-vor 693)
DABUYIDEN
- Regent Farrukhan-i Kuchak (740-747/748)
Zwischen 744 und 750 stellt Farrukhan sich gegen den Kalifen Marwan II. und rebelliert gegen die Umayyadenherrschaft. - Spahbod Khurshid (740–760)
- Fortsetzung 746
ARABER
(126/127 (12./13. Oktober)
Umayyaden
- Kalif al-Walid II. (743–744)
Unter al-Walid verschärfen sich die Spannungen zwischen Nord- und Südarabern weiter, wodurch die Umayyaden die Rolle als ausgleichende Zentralmacht zunehmend verlieren. Die unbesonnene Politik al-Walids schwächt die Autorität der Dynastie, deren Macht stark von der Loyalität der arabischen Stämme und ihrer Truppen abhängt. Al-Walid bestimmt zwei seiner minderjährigen Söhne zu Thronfolgern und setzt andere Verwandte damit bewusst zurück. Diese Söhne stammen von einer Sklavin ab, gelten daher innerhalb der Umayyadenfamilie als nicht voll thronberechtigt und lösen starken Unmut aus. Viele Umayyaden fühlen sich übergangen und unterstützen die Erhebung Yazids III., eines thronberechtigten Sohnes des früheren Kalifen al-Walid I., zum Kalifen. Yazid III. wird zum Kalifen ausgerufen, al-Walid wird gestürzt und am 17. April ermordet. - Kalif Yazid III. (744)
0417D: Yazid III., Sohn des früheren Kalifen al-Walid I., übernimmt als zwölfter Umayyadenkalif die Herrschaft. Yazid ernennt Mansur ibn Dschumhur zum Statthalter des Irak und sendet ihn in die östlichen Provinzen, damit er dort im Namen der neuen Regierung die Huldigung entgegennimmt. Trotz dieser Maßnahmen hat er im gesamten Reich Schwierigkeiten, allgemein anerkannt zu werden, da einflussreiche Statthalter wie Nasr ibn Sayyar in Chorasan und Marwan in Armenien und Mesopotamien zunächst abwartend bleiben. Zu einem offenen militärischen Konflikt mit diesen Statthaltern kommt es nicht mehr, weil Yazid bald schwer erkrankt; er stirbt am 25. September in Damaskus und hinterlässt die Herrschaft seinem zuvor designierten Bruder Ibrahim ibn al-Walid, der als nächster Kalif folgt - Kalif Ibrāhīm ibn al-Walīd (744) 0925D:
Ibrāhīm wird nur im nördlichen Syrien als Kalif anerkannt, während sich in anderen Regionen Widerstand formiert. Vor allem der Umayyade Marwān II., Statthalter von Armenien und Mesopotamien, tritt als Rächer des getöteten al-Walīd II. auf, rückt mit seinen Truppen nach Syrien ein und bekämpft Ibrāhīms Anhänger. Marwān II. besiegt Ibrāhīms Truppen militärisch und gewinnt die Oberhand in Syrien. Ibrāhīm sieht sich dadurch zum Verzicht auf den Thron gezwungen und sucht bei Marwān II. um Zusicherung seiner persönlichen Sicherheit nach. Am 26. November leistet er Marwān II. in Damaskus den Treueid und verzichtet damit faktisch auf das Kalifat. Nach seiner Abdankung hält sich Ibrāhīm mehrere Jahre am Hofe Marwāns II. auf und lebt dort ohne eigene politische Macht. - Kalif Marwan II. (744-750)
In den Jahren 744–745 erfährt Marwan in Armenien von einer Verschwörung gegen al‑Walid II. und schreibt seinen Verwandten, um sie eindringlich zur Wahrung der Einheit und Stabilität des Umayyadenhauses zu mahnen. Seine Warnungen bleiben unbeachtet, viele Bewaffnete ziehen nach Damaskus, Yazid schleicht sich in die Stadt, stürzt al‑Walid II. in einem Staatsstreich und verteilt Geld aus der Staatskasse. In dieser Zeit hat Marwan, der seit Jahren die Feldzüge an der nordwestlichen Grenze gegen Byzantiner und Chazaren beaufsichtigt, zeitweise den Gedanken, nach al‑Walids Tod selbst das Kalifenamt zu beanspruchen, wartet jedoch wegen eines Kalbi‑Aufstands ab. Stattdessen ernennt Yazid III. ihn zum Gouverneur von Obermesopotamien, und Marwan nimmt seinen Sitz in der von den Qays dominierten Stadt Harran. Während der gesamten kurzen Herrschaft Yazids III. bleibt er in dieser Position als Gouverneur und erhebt noch keinen eigenen Anspruch auf das Kalifat. Als Yazid III. an einem Hirntumor erkrankt und früh stirbt, setzt dieser zuvor seinen Bruder Ibrahim ibn al‑Walid als Nachfolger ein. Marwan, der zunächst gegen Yazids Umsturz al‑Walids II. opponiert und dann dessen Autorität anerkennt, entfacht nach Yazids Tod erneut seine Ambitionen, ignoriert den designierten Nachfolger Ibrahim und lässt sich selbst zum Kalifen ausrufen. Ibrahim versteckt sich zunächst, bittet dann um Sicherheitsgarantien, die Marwan ihm gewährt, und begleitet den neuen Kalifen sogar in Hischams Residenz Rusafa. - Abū Dschaʿfar, geboren 709 in al-Humaima östlich des Jordans, wo die Abbasiden-Familie lebt nimmt zwischen 744 und 746 an dem erfolglosen Aufstand des Talibiden ʿAbdallāh ibn Muʿāwiya gegen die Umayyaden teil.
- Statthalter Abd al-Aziz ibn Umar ibn Abd al-Aziz (Medina und Mekka, 744–747)
Abd al-Aziz ibn Umar ibn Abd al-Aziz ist der Sohn des früheren Kalifen Umar II und ist nach seinem Großvater Abd al-Aziz ibn Marwan benannt. Kalif Yazid ernennt ihn zum Gouverneur von Medina. - Statthalter Nasr ibn Saiyār (Chorasan, 738–748)
- Statthalter Hafs ibn al-Walid ibn Yusuf al-Hadrami (Ägypten, 2. Amtszeit 742-745)
- Statthalter Hanzala ibn Safwan al-Kalbi (Ifriqiya, 742–745)
Ende Jahr sammelt Abd ar-Rahman ibn Habib al-Fihri in Tunis eine kleine Streitmacht, nutzt die Wirren nach dem Tod des Kalifen Hischam und ruft sich zum Emir von Ifriqiya aus - Statthalter Abu'l-Khattar al-Husam ibn Darar al-Kalbi (al-Andalus, 743–745)
- Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
- Papst und Patriarch Michael I. (Alexandria, 743–767)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
- Theophylakt wird Nachfolger von Stephan IV. als Patriarch von Antiochia.
- Fortsetzung 745
- 742: Nasr: 742–743 sieht Nasr sich in Chorasan einem Aufstand unter Yahya, dem Sohn Zayds ibn ʿAlī und Führer der kaysanidischen Hashimiyya in der Region, gegenüber. In dieser Zeit ist Chorasan ein wichtiges Zentrum früher schiitischer Strömungen, besonders der Hashimiyya, die unter den mawālī großen Anklang findet. Nasr schlägt Yahyas Revolte militärisch nieder und stabilisiert die Lage zunächst wieder. Trotz der erreichten Stabilisierung verschärfen sich in Nasrs späteren Amtsjahren die stammespolitischen Spannungen zwischen Mudaris und Yamanis. Die Umayyadenherrschaft gerät insgesamt in eine Phase von Bürgerkriegen, was sich unmittelbar auf Chorasan auswirkt.
- 738: Nasr: Im Juli 738, im Alter von 74 Jahren, wird Nasr zum Statthalter von Chorasan ernannt. Zeitgenossen respektieren ihn für seine militärische Laufbahn, seine genaue Kenntnis der Verhältnisse in Chorasan und seine Fähigkeiten als Staatsmann. Seine Ernennung hängt jedoch stark mit seiner relativ unbedeutenden, mudaritischen Stammeszugehörigkeit zusammen, die ihn von der Gunst des Kalifen abhängig macht und als Kompromiss inmitten der Stammesrivalitäten erscheint. Zwischen dem Tod Asads 738 und Nasrs Ankunft verwaltet entweder der syrische General Jaʿfar ibn Hanzala al‑Bahrani oder Asads Leutnant Judayʿ al‑Kirmani die Provinz. Judayʿ ist damals der einflussreichste Mann in Chorasan und eigentlich der naheliegende Kandidat für das Amt, wird aber wegen seiner yamanitischen Wurzeln für den Kalifen untragbar. Nach seiner Ernennung verlegt Nasr die Hauptstadt der Provinz von Balkh zurück nach Merv. Zugleich führt er erstmals in Chorasan ein System von Unterstatthaltern ein, die er aus seinem eigenen Gefolgschaftskreis auswählt, um sie zu belohnen und seine Kontrolle über die Provinz zu stärken. Nasr führt Steuerreformen ein, die überfällige Missstände beheben und die soziale Spannung zwischen Arabern und einheimischer Bevölkerung mindern. Diese Reformen verringern vor allem die Belastung konvertierter Nichtaraber und tragen dazu bei, dass lokale Eliten und Fürsten ihre Loyalität zum umayyadischen Regime erneuern. Parallel nutzt Nasr die Schwäche des Türgesch‑Kaghanats nach der Ermordung Suluks und überquert mit seinen Truppen energisch den Oxus. Zunächst richtet er einen Feldzug gegen Chaghaniyan, danach erobert er 740 in einem weiteren Unternehmen mit relativ geringem Widerstand große Teile Sogdiens einschließlich Samarkand zurück. Damit stellt er die umayyadische Herrschaft in weiten Teilen Transoxaniens wieder her, die zuvor unter dem Druck der Türgesch stark zurückgedrängt worden ist. Anschließend zielt Nasr darauf, alle Gebiete zurückzugewinnen, die einst Qutayba ibn Muslim unterworfen hat, und zugleich die Aktivitäten des abtrünnigen al‑Harith ibn Surayj zu begrenzen, der sich im Raum al‑Shash (Taschkent) festgesetzt hat. Nasr startet einen Feldzug nach al‑Shash; das Fürstentum Usrushana ergibt sich kampflos, doch am Jaxartes stellt sich dem muslimischen Heer ein 15.000 Mann starkes Aufgebot aus Shash, unterstützt von Ibn Surayjs Leuten und Türgesch unter Führung von Suluks Nachfolger Kursul, entgegen. Nasr schlägt nach arabischer Überlieferung die Türgesch zurück und besiegt einen ihrer Verbände, dessen Anführer er töten lässt. Er kann Shash aber nicht dauerhaft unterwerfen und schließt daher ein Abkommen mit dessen Herrscher, der Ibn Surayj nach Farab ausweist, wo dieser ungestört seine Opposition gegen die Umayyaden fortsetzt. Nasr unternimmt zusätzlich zwei Beutezüge gegen Farghana, bei denen das Umland geplündert und zahlreiche Gefangene gemacht werden. Die muslimische Rückeroberung reicht in dieser Phase offenbar kaum über Samarkand hinaus. Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 2. Amtszeit 724–734–738)
- 734: Nasr: 734 verhaftet er den amtierenden Statthalter von Balkh und übernimmt selbst das Gouverneursamt in der Stadt. Dort begegnet er der Rebellion des lokalen Heeres unter al‑Harith ibn Surayj, der Steuerreformen und die Gleichbehandlung der nichtarabischen Neubekehrten (mawālī) fordert.
- 731: Nasr: Im Juli 731 unterscheidet sich Nasr in der verlustreichen „Schlacht in der Engstelle“ hervorgehend als einer der wenigen erfolgreichen muslimischen Befehlshaber.
- 727: Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 1. Amtszeit 724–727)
- 724: Nasr: 724 führt Nasr ein mudaritisches Heer gegen Balkh, weil dort yamanitische Truppen den Dienst im Feldzug gegen Farghana verweigern. Seine Truppen, verstärkt durch Kontingente aus dem hephthalitischen Fürstentum Chaghaniyan, treffen die Yaman in Baruqan und schlagen sie.
- 705: Nasr: Nasr ibn Sayyār wird um 663 geboren und gehört zum arabischen Stamm der Kināna. Schon früh wächst er in einem Milieu auf, in dem militärische Dienste im Osten des Kalifats wichtig sind. Um 705 nimmt Nasr an einem Feldzug entlang des oberen Oxus unter Salih, dem Bruder Qutayba ibn Muslims, teil. Für seine Leistungen erhält er ein ganzes Dorf in dieser Region als persönliche Zuteilung.
BERBER
- Der Berber Salih ibn Taif erklärt sich zum Propheten und gründet später ein eigenes Reich der Bargawata.
TURK-SCHAHI
ZWEITES TÜRK-KAGANAT
- Kagan Özmiş (742–744)
- Kagan Ashina Shi (742–744)
Die Politik des Tang-Reiches zielt darauf, alle nördlich der chinesischen Grenze lebenden Völker zu Vasallen zu machen, und auch Özmiş Khagan soll dem Kaiser Respekt zollen. Özmiş sagt zunächst zu, den Hof Kaiser Xuanzongs zu besuchen und dem Kaiser Respekt zu erweisen, ändert dann aber seine Meinung und versucht, unabhängig zu bleiben. Seine Weigerung verärgert den Kaiser, der den General Wang Zhongsi beauftragt, Özmiş festzunehmen. Wang Zhongsi bildet eine Koalition aus Uiguren und Karluken, die Ashina Shi und seine Basmyl-Armee unterstützen soll. Die Koalition Ashina Shis besiegt Özmiş Khagan und Pan Kul; Özmiş entkommt zwar zunächst, wird jedoch bald ein zweites Mal geschlagen und 744 gemeinsam mit Pan Kul von Ashina Shi persönlich getötet. Kaiser Xuanzong hält sein Reich für bedroht, solange ein Khagan aus dem Haus Ashina am Leben ist. Es bildet sich eine antitürkische Koalition aus Uiguren und Karluken, gegen die Ashina Shi kämpft. In einer Schlacht gegen eben jene Koalition, die er einst selbst geführt hat, wird Ashina Shi geschlagen und getötet. - Kagan Kulun Beg (744-745)
Kulun Beg wird zum Kagan erhoben. Der chinesische Kaiser Xuanzong beschließt, die letzten Reste des Türk-Kaghanats zu vernichten. Xuanzong entsendet den General Wang Zhongsi gegen die Truppen Kulun Begs. In dieser Zeit wird Ashina Shi von Kutlug I. Bilge abgesetzt. - Fortsetzung 745
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Kutlug I. Bilge (744–747)
Kutlug Boyla wird zum Kagan gewählt dund nimmt den Thronnamen Kutlug Bilge an. Nach seiner Erhebung zum Kagan verlegt Kutlug Bilge seinen Hof nach Ordu‑Baliq im Orchon‑Tal. Er stabilisiert seine Herrschaft, indem er ein Bündnis mit dem Tang‑Reich pflegt und von der Tang‑Regierung die Titel Prinz von Fengyi und Huairen Kagan erhält.
Kutlug Bilge ernennt seinen Sohn Bayanchur zum östlichen shad, während der ältere Bruder Tay Bilge Tutuq zum westlichen yabgu und Thronerben gemacht wird. Bayanchur verbringt die folgenden sechs Jahre damit, seinen Bruder politisch und militärisch zu verdrängen, um selbst Erbe zu werden. - Fortsetzung 745
TÜRGESCH
- Kagan Kül-chor (739–744)
Der chinesische General Fumeng Lingcha zieht gegen Kül-chor ins Feld, besiegt ihn und lässt ihn hinrichten; als Nachfolger tritt Tumodu auf, der nun den Titel El Etmish Kutlug Bilge führt. - Kagan El Etmish Kutluk Bilge (744–749)
Nach Kül-chors Tod verfällt die Macht der Türgesch weiter im inneren Kampf, bis 766 die Karluken die letzten Türgesch-Khagane töten und als neue Herren über das Gebiet von Žetysu auftreten. Spätere arabische Quellen schreiben die Gefangennahme und Hinrichtung Kül-chors allerdings dem letzten umayyadischen Statthalter von Ḫurasān, Naṣr ibn Sayyār, im Jahr 739 zu, doch H. A. R. Gibb hält diese Tradition, sofern Kül-chor mit Baga Tarkhan identisch ist, für unhaltbar und deutet sie als übersteigerte Version der tatsächlichen Hinrichtung eines anderen türkischen Anführers durch Naṣr. - Fortsetzung 749
INDIEN
Kaschmir
Pratihara
Malla
Chauhan-Dynastie
Chalukya
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Holz-Affen; am Beginn des Jahres Wasser-Schafes)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
- Tennō Shōmu (724–749)
Im Frühjahr verlegt der Hof die Residenz nach Naniwa‑kyō, das zur neuen Hauptstadt wird. - Fortsetzung 745
QUELLEN
Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel; alle anderen Links sind nach der jeweiligen Quelle benannt.
10.04.2019 Artikel eröffnet
06.11.2023 Grundstock erstellt
28.12.2025 Grundstock ergänzt