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758

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755 | 756 | 757 | 758 | 759 | 760 | 761

WELTALL

  • 0412: Totale Sonnenfinsternis in Südengland und Norddeutschland.
  • zuletzt 758

MAYA

Palenque

Calakmul

Tikal

Quiriguá

Copan

  • 763: In den frühen 760er Jahren (763?) stirbt Kʼakʼ Yipyaj Chan Kʼawiil. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er in Tempel 11 bestattet, wobei das entsprechende Grab bislang noch nicht ausgegraben ist. Fortsetzung 763
  • zuletzt 749

PRÄ-INKAS

  • zuletzt 700

PIKTEN

  • 761: Óengus stirbt, wahrscheinlich über siebzig Jahre alt, als beherrschende Figur der nordbritischen Politik. Die nordumbrische Fortsetzung von Beda zeichnet ihn als blutigen Tyrannen, während die piktischen Königslisten berichten, dass ihm sein Bruder Bridei folgt und später sein Sohn Talorgan ab etwa 780 bis zu dessen Tod 782 König wird.​ Bis 839 stammen viele piktische Könige, darunter die Söhne eines Fergus im 9. Jahrhundert, aus der Familie Óengus’, was auf eine anhaltende Dynastie hinweist. 839 fallen Óengus’ Urenkel und „unzählige Männer“ in einer vernichtenden Niederlage gegen Wikinger, worauf eine Phase schneller Herrscherwechsel mit gewaltsamen Toden folgt, die erst mit der Thronbesteigung von Cináed mac Ailpín (Kenneth I.) um 842 endet.​ Moderne Historiker betonen Óengus’ militärische Erfolge, seine weiträumigen Feldzüge sowie seine kulturelle und kirchliche Förderung, besonders in St Andrews. Einige Forscher sehen in ihm den ersten Herrscher, der „ganz Scotia“, also Schottland nördlich des Forth, unter seine Autorität bringt und damit eine künftige Einheitsmonarchie vorbereitet, auch wenn die Tradition Kenneth I. als ersten „König von Schottland“ betrachtet. Fortsetzung 761
  • zuletzt 756

KELTEN

Uí Néill

  • 763: Domnall: Am 20. November 763 stirbt Domnall Midi und wird in der Klosteranlage von Durrow beigesetzt. Nach seinem Tod geht die Stellung des Hochkönigs an Niall Frossach über, doch Clann Cholmáin bleibt eine führende Kraft. Fortsetzung 764
  • 764: Domnall: 764 fällt Domnalls Sohn Diarmait Dub, der ein Heer aus den Ländereien der Abtei Durrow führt, im Kampf gegen Bressal mac Murchado, der die Truppen des Klosters Clonmacnoise kommandiert. 765 wird ein weiterer Sohn Domnalls, Murchad, in einer Schlacht gegen seinen eigenen Bruder Donnchad getötet. Ein dritter Sohn, Indrechtach, stirbt 797, kurz nach dem Tod seines Bruders und Hochkönigs Donnchad Midi.
  • 795: Domnall: Domnalls Tochter Eithne wird am 6. Mai 795 zusammen mit ihrem Gemahl Bran Ardchenn, König von Leinster, in Cell Cúile Dumai nahe dem heutigen Abbeyleix von Fínsnechta Cetharderc, einem Rivalen um den Leinster‑Thron, ermordet. Zu den späteren Nachkommen Domnalls zählen mehrere Hochkönige von Irland, darunter Conchobar mac Donnchada, Máel Sechnaill mac Máele Ruanaid, Flann Sinna, Donnchad Donn und Máel Sechnaill mac Domnaill.
  • Zuletzt 747

Ulaid

  • 759: Fiachnae: 759 greift Fiachnae in einen kirchlichen Konflikt in Armagh ein, unterstützt den Abt Fer-dá-Chrích gegen den Priester Airechtach, der von Dúngal mac Amalgado von den Uí Néill von Brega getragen wird. In der Schlacht von Emain Macha bei Armagh besiegt Fiachnae Dúngal und seine Verbündeten; Dúngal und sein Mitstreiter Donn Bó mac Con Brettan, König der Fir Rois, fallen in dieser Auseinandersetzung. Fortsetzung 761
  • 761: Fiachnae: 761 stößt Fiachnae nach Westen in das Gebiet der Uí Echach Cobo vor, eines Zweiges der Dál nAraidi im Westen des heutigen County Down, und besiegt sie in der Schlacht von Áth Duma, in der ihr König Ailill mac Feidlimid getötet wird.
  • 776: Fiachnae: 776 erleiden die Uí Echach Cobo eine weitere Niederlage, diesmal durch die Airthir, einen Airgialla-Stamm im Gebiet des heutigen County Armagh. Fiachnae: 776 und 783 geraten die eigentlichen Dál nAraidi in innere Bürgerkriege, die ihre Position in Nordostirland schwächen. In einem dieser Konflikte im Jahr 776 unterstützt Fiachnaes Sohn Eochaid den Thronprätendenten Tommaltach mac Indrechtaig; gemeinsam schlagen sie in der Schlacht von Drong den König der Dál nAraidi, Cinaed Ciarrge mac Cathussaig, sowie seinen Verbündeten Dúngal, König der Uí Tuirtri westlich des Lough Neagh, und töten beide. In den 770er Jahren wächst Fiachnaes Macht so stark, dass der Hochkönig Donnchad Midi ein persönliches Treffen mit ihm auf Inis na Ríg im Osten von Brega anstrebt. Wegen gegenseitigen Misstrauens bleibt Fiachnae auf dem Schiff und Donnchad an Land, sodass das Treffen scheitert; vermutlich soll die Zusammenkunft Einflusssphären klären, insbesondere Angelegenheiten der Uí Echach Coba, der Airthir und der Grenzregion der Conailli Muirtheimne im heutigen County Louth. Während Fiachnaes Regierungszeit beginnt die Expansion der Dál Fiatach nach Norden bis an die Ufer des Lough Neagh, wodurch die eigentlichen Dál nAraidi von ihren Verwandten, den Uí Echach Coba im Süden, räumlich abgeschnitten werden. Fiachnae gewährt dem Kloster Bangor, traditionell ein Dál-nAraidi-Kloster, seine Patronage und etabliert oder bestätigt Downpatrick als königliches Kloster, was die religiöse und politische Stellung seiner Dynastie weiter stärkt.
  • 789: Fiachnae: 789 endet Fiachnaes Regierungszeit mit seinem Tod, nachdem er fast vier Jahrzehnte als König von Ulaid geherrscht hat. Seine Söhne Eochaid mac Fiachnai und Cairell mac Fiachnai werden später Könige von Ulster, während ein weiterer Sohn, Loingsech mac Fiachnai, als Abt von Downpatrick wirkt und sein Neffe Diarmait Ua Áedo Róin 812 das Kloster Diseart Diarmad in Castledermot gründet und als Céli-Dé-Reformer die Verbindung Bangors mit Leinster erneuert. König Tommaltach mac Indrechtaig (789–790)
  • Liste der Könige
  • zuletzt 753

Connacht

  • König Ailill Medraige mac Indrechtaig (756–764)
    Es zur Schlacht von Druim Robaig (Dromrovay im späteren Süden des County Mayo), in der Ailill die Uí Briúin militärisch schlägt. Die Schlacht findet im Gebiet des Fir‑Chera‑Zweiges der Uí Fiachrach statt, was zeigt, dass die Uí Briúin dort offensiv in das Territorium der Uí Fiachrach eindringen. In dieser Schlacht sterben drei Söhne des vorherigen Uí‑Briúin‑Königs Forggus mac Cellaig. ​
  • Fortsetzung 764

Leinster

  • 759: Muiredach mac Murchada: 759 führt Domnall Midi ein Heer der Laigin bis nach Mag Muirtheimne bei Dundalk. Fortsetzung 760
  • 760: Muiredach mac Murchada: Muiredach stirbt 760 als König von Leinster aus der Dynastie der Uí Dúnlainge.
  • Könige von Leinster
  • zuletzt 744

Uí Mháine

  • 767: Im Jahr 767 wird Aedh Ailghin als König bzw. Herr von Uí Maine getötet und wird im Kloster Lullymore in der Grafschaft Kildare bestattet. Nach seinem Tod beginnt eine Phase kürzerer und wechselnder Herrschaften; Dunchadh ua Daimhine übernimmt später die Königswürde und stirbt 780. König Dunchadh ua Daimhine (767–780)
  • zuletzt 750

Dalriada

  • 768: Áed Find vom Cenél nGabráin wird als nächster Dál-Riata-König in den irischen Annalen genannt. Fortsetzung 776
  • 776/778: Muiredachs Tod wird in den Annals of the Four Masters berichtet; einige schottische Quellen nennen seinen Sohn Eógan als Nachfolger.
  • Zuletzt 737

Königreich Strathclyde

  • 760: Die von Phillimore rekonstruierte Fassung der Annales Cambriae setzt den Tod Dumnaguals in einer Schlacht auf das Jahr 760, sodass seine Herrschaft wahrscheinlich um diese Zeit endet. In den Jahren nach dem Tod Dumnaguals bleibt das Gebiet von Alt Clut voraussichtlich unter piktischer oder gemeinsamer piktischer und englischer Kontrolle, während keine eigenständige britische Königsherrschaft greifbar ist. Dumnagual ist der letzte britische König von Alt Clut, über den mehr bekannt ist als nur der Name, bis im späteren 9. Jahrhundert wieder detailliertere Nachrichten über Herrscher dieses Reiches einsetzen. Fortsetzung 760

Gwynedd

  • 768: Während der Regierungszeit Caradogs übernimmt die walisische Kirche im Jahr 768 durch das Wirken des Bischofs Elfodd die katholische Methode zur Berechnung des Osterdatums und beseitigt damit einen lange bestehenden kirchlichen Streitpunkt. Im Jahr 796 kommt es bei den Rhuddlan‑Mooren (walisisch Morfa Rhuddlan) zu einer Schlacht, deren Parteien wie auch deren Ausgang in den Quellen nicht genannt werden. Fortsetzung 796
  • 796: Das Werk Brut Aberpergwm, das lange als mittelalterlicher walisischer Text gilt und deshalb von den Herausgebern der Myvyrian Archaiology als echt akzeptiert wird, berichtet, Caradog falle in dieser Schlacht von 796. Später stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei Brut Aberpergwm um eine Fälschung von Iolo Morganwg handelt, wobei Thomas Stephens als Erster die Echtheit dieses Textes anzweifelt.
  • 798: Die einzigen gesicherten Hinweise auf Caradog in der historischen Überlieferung sind zum einen das Auftauchen seines Namens in Genealogien, etwa in der Handschrift Jesus College MS. 20, und zum anderen der Eintrag zu seinem Tod in den Annales Cambriae (bei Phillimore unter dem Jahr 798), der berichtet, dass er von Angelsachsen, vermutlich den Merciern, getötet bzw. "die Kehle durchgeschnitten" wird. Die Genealogie in Jesus College MS. 20 hält fest, dass der spätere König Hywel (Regierungszeit etwa 816 bis 825) der Sohn Caradogs ist. Demgegenüber vertreten historische Darstellungen wie die von John Edward Lloyd die Auffassung, Hywel sei der Sohn von Caradogs Vorgänger und der Bruder seines Nachfolgers, König Cynan (Regierungszeit etwa 798 bis 816), ohne dass Lloyd für diese Behauptung Quellen nennt. König Cynan Dindaethwy (798-816)
  • Zuletzt 754

Königreich Powys

ANGELSACHSEN

Northumbria

  • 759: Oswulf: Am 24. oder 25. Juli 759 hält sich Oswulf in Methel Wonghtun auf, dem späteren Market Weighton in Yorkshire. Dort wird er von Mitgliedern seines eigenen Haushalts ermordet, also von Personen aus seinem unmittelbaren Umfeld. Die Hintergründe des Anschlags bleiben in den Quellen unklar, doch deutet die Überlieferung auf eine politische Verschwörung hin. Als Drahtzieher des Komplotts gilt wahrscheinlich Äthelwald Moll, der unmittelbar nach Oswulfs Tod den Thron übernimmt. Es besteht zudem die Vermutung, dass Äthelwald Moll bereits in die Abdankung Eadberhts im Jahr 758 verwickelt ist und somit langfristig auf die Macht hinarbeitet. Mit Oswulfs Tod endet seine kurze Regierungszeit von 758 bis 759, und Äthelwald Moll wird sein Nachfolger als König von Northumbria. König Æthelwald Moll (759–765)
  • Fortsetzung 764
  • 764: Der Mönch und ehealige König Ceolwulf stirbt wahrscheinlich am 15. Januar in Lindisfarne, wo er auch bestattet wird. Am Grab Ceolwulfs sollen sich mehrere Wunder ereignen, was seine Verehrung als Heiliger fördert. Dennoch bleibt seine Verehrung im Wesentlichen regional begrenzt und ist eng mit dem Kult um den heiligen Cuthbert verbunden, statt einen völlig eigenständigen Kult zu bilden; sein Gedenktag wird auf den 15. Januar festgelegt.​
  • 766: Egbert stirbt am 19. Novemberin York und wird neben seinem Bruder in der Kathedrale begraben; sein Nachfolger wird Æthelberht. Aufgrund seiner Gelehrsamkeit erhält er von Wilhelm von Malmesbury den Beinamen „Schatzkammer aller freien Künste“. Ihm werden Werke wie das „Dialogus ecclesiasticae institutionis“ und das Bußbuch „Excarpsus“ zugeschrieben, während andere, wie das „Pontificale Ecgberhti“, später entstehen. Erzbischof Æthelbert (York, 766–780)
  • 767: Liudger: 767 reist er zur Domschule des Gelehrten Alkuin nach York, wo ihn Erzbischof Ethelbert von York im selben Jahr zum Diakon weiht. 768/769 kehrt er vorübergehend nach Utrecht zurück, hält sich aber insgesamt bis Mitte 772 in England auf.
  • 768: Eadbehr: In der Chronik des Symeon von Durham ist vermerkt, dass er dort 768 stirbt.​ Die Historia ecclesiae Dunelmensis desselben Autors hält fest, dass Eadberht in der Vorhalle der Kathedrale von York bestattet wird, neben seinem Bruder Erzbischof Ecgberht, der bereits 766 verstirbt.​ Sein Todestag wird als 19. oder 20. August 768 in York überliefert.​
  • 780: Im Jahr 780 legt Cynewulf sein Bischofsamt nieder. Er zieht sich in die Einsiedelei auf den Farne-Inseln zurück.
  • 783: In den Jahren 782 oder 783 stirbt Cynewulf in dieser Einsiedelei, wobei das Todesjahr meist mit 783 angegeben wird. Möglicherweise ist Cynewulf mit dem etwa zur selben Zeit lebenden Dichter Cynewulf identisch.
  • 875: Mönche fliehen wegen Wikingerüberfällen aus Lindisfarne und nehmen Cuthberts Gebeine mit.
  • 995: Nach einer langen Odyssee ruhen Cuthberts Gebeine in der Kathedrale von Durham.
  • 998: Weihe einer steinernen Kirche in Durham als Ruhestätte der Heiligen
  • Zuletzt 758

Mercia

  • 772: Offa: Zu Beginn der 770er Jahre erhebt sich im Südosten Widerstand gegen die mercische Vorherrschaft, an dem sich auch die Könige von Sussex beteiligen. In den Quellen tauchen die Herrscher von Sussex aber ab 772 nur noch mit dem Titel dux auf, was zeigt, dass Offa sich dort militärisch und politisch durchsetzt und ihre Königswürde bricht.
  • Fortsetzung 772
  • 774: Offa: Im Jahr 774 bezeichnet Offa sich zusammen mit Königin Cynethryth als König bzw. Königin von England, womit er als erster Angelsachse diesen Herrschertitel verwendet. Gegen Ende seiner Regierungszeit beherrscht er tatsächlich nahezu das gesamte Gebiet Englands südlich des Humber und erreicht damit den Höhepunkt der mercischen Machtentfaltung.
  • 774: Milred: Im Jahr 774 endet Milreds Amtszeit, als er stirbt; sein Todesjahr wird in kirchlichen Listen und Quellen teilweise auch mit 775 angegeben. Über seine Nachfolger ist nur der Name und die ungefähre Amtszeit bekannt, sodass sich eine Au; erst mit Koenwald tritt im Jahr 928 wieder ein Bischof auf, über den mehr bekannt ist.
  • 776: Offa: Gegen Kent schreitet er ebenfalls militärisch ein, und die Angelsächsische Chronik verzeichnet für das Jahr 776 eine Schlacht bei Otford, ohne allerdings den Sieger zu nennen. Aus der späteren Entwicklung geht jedoch hervor, dass Offa seinen Einfluss in Kent behauptet und Kent wie eine gewöhnliche Provinz seines Reiches behandelt.
  • 779: Offa: Nachdem Offa seine Stellung im Südosten gefestigt hat, wendet er sich stärker dem großen Rivalen Wessex zu. Zu diesem Zeitpunkt stellt Mercia bereits wieder eine beherrschende Macht unter den angelsächsischen Reichen südlich des Humber dar. Im Jahr 779 kommt es zur Schlacht von Bensington in Oxfordshire, in der Offa König Cynewulf von Wessex schlägt und die Grafschaft Berkshire zurückerobert, die früher zu Mercia gehört. Nach dieser Niederlage gerät Wessex erneut in den mercischen Einflussbereich, auch wenn an der Grenze zwischen Mercia und Wessex offenbar eine Phase relativer Ruhe einsetzt. An der gemeinsamen Grenze, etwa beim Bau einer Brücke in Oxford, verzichtet man auf zusätzliche Befestigungen, was auf ein eher stabiles Verhältnis hindeutet. Dagegen entstehen im walisischen Grenzraum – etwa in Hereford – neue Befestigungsanlagen, was zeigt, wo Offa militärische Gefährdung erwartet.
  • 779: Bischof Hygeberht (Lichfield, 779–787, Erzbischof Hygeberht (Lichfield, 787–799)
  • 780: Offa: An seiner Westgrenze ist Offa fast ständig in Kämpfe mit den Walisern verwickelt. Bereits 760 findet ein Gefecht bei Hereford statt, und weitere Feldzüge sind für die Jahre 778, 784 und 796 belegt. Um diese Grenze dauerhaft zu sichern, lässt Offa den nach ihm benannten Grenzwall errichten, den sogenannten Offa’s Dyke. Diese Anlage verläuft etwa 270 Kilometer entlang der walisisch‑mercischen Grenze und erreicht eine Höhe von ungefähr 2,50 Metern, wodurch sie sowohl militärischer Schutz als auch sichtbares Symbol seines Machtanspruchs ist.
  • 781: Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
  • 787: Offa: Um die Nachfolge zu sichern, lässt Offa im Jahr 787 seinen Sohn Ecgfrith in einer feierlichen Handlung zum Mitkönig krönen. Durch diese Maßnahme will er verhindern, dass nach seinem Tod erneut Thronstreitigkeiten wie nach Æthelbalds Ermordung ausbrechen.
  • 789: Offa: Während Offa im Inneren und an seinen Grenzfronten kämpft, pflegt er zugleich Außenbeziehungen zum Frankenreich unter Karl dem Großen. In Briefen spricht Karl ihn als „Bruder“ an, ordnet ihn aber dennoch nicht völlig auf gleicher Rangstufe mit sich selbst ein. Karl bietet 789 an, einen seiner Söhne mit Offas Tochter Aelfflaed zu verheiraten, was die Nähe der Reiche betont. Als Offa dagegen vorschlägt, eine Tochter Karls mit seinem eigenen Sohn Ecgfrith zu vermählen, lehnt Karl dieses Gegenangebot ab, was die Grenzen der politischen Gleichstellung deutlich macht.
  • 794: Offa: Im Jahr 794 erreicht Offa einen weiteren Machtzuwachs, als der König von East Anglia, Æthelberht II., stirbt, den Offa nach der Überlieferung der Angelsächsischen Chronik selbst töten lässt. Offa gliedert das Reich von East Anglia in das Königreich Mercia ein, wodurch sein Herrschaftsgebiet nochmals deutlich wächst.
  • 796: Offa: Am 26. Juli 796 stirbt Offa nach fast vierzigjähriger Regierung als König von Mercia. Sein Sohn Ecgfrith tritt die Nachfolge an, stirbt jedoch bereits nach wenigen Monaten, sodass mit Cenwulf ein anderer Adliger König wird und die mühsam gesicherte dynastische Kontinuität zerbricht. König Ecgfrith (787–796)
  • 928: Bischof Koenwald (Worcester, 928/929–958/959)
  • 1046: Bischof Ealdred (Hereford 1056–1060, Worcester 1046–1062), Erzbischof Ealdred (York, 1060–1069)
  • Zuletzt 758

East Anglia

  • 760: Im Jahr 758 wird nur noch Beorna als König von East Anglia genannt. Beorna lässt bis ungefähr 760 eigene Münzen prägen, etwa zu dieser Zeit gerät East Anglia unter die Herrschaft des Königs Offa von Mercien, und Æthelred I. folgt Beorna als König nach. König Æthelred I. (um 760–um 780) Fortsetzung 780
  • Zuletzt 759

Königreich Wessex

  • 779: Cynewulf: Nach der Phase der Schwäche in Mercia setzt sich der machtbewusste König Offa durch und stellt das Übergewicht seines Reiches wieder her; damit entsteht ein direkter Gegensatz zwischen Wessex unter Cynewulf und Mercia unter Offa. Im Jahr 779 kommt es zur Schlacht bei Bensington: Offa besiegt Cynewulf militärisch, nimmt dem Westsachsenkönig die Grafschaft Berkshire und vermutlich auch die Kontrolle über London. Trotz dieser Niederlage behält Cynewulf seine Königswürde und bleibt formell unabhängig; es gibt keine Hinweise darauf, dass er nach 779 als Unterkönig Offas regiert, doch die merkische Macht ist im Südosten klar spürbar. In den 780er Jahren setzt er seine Kämpfe und seine Politik gegenüber Adel und Kirche fort, bis sich ein alter Konflikt mit Cyneheard, dem Bruder des abgesetzten Sigeberht, zuspitzt.
  • Fortsetzung 786
  • 786: Cynewulf: Im Jahr 786 will Cynewulf Cyneheard endgültig aus dem Reich drängen; als der König sich in Meretun – wohl in der Nähe des späteren Merton – bei einer Geliebten aufhält, nutzt Cyneheard den Moment und überfällt ihn mit einer Gefolgschaft. Cynewulf wird in dem Gefecht in Meretun zusammen mit seinen anwesenden Gefolgsleuten getötet; Cyneheard kommt ebenfalls ums Leben, als die Männer des Königs und weitere Westsachsen zur Stelle eilen und ihn mit seinen Begleitern erschlagen. Die Schilderung dieses Kampfes in der Angelsächsischen Chronik stellt die Treue der Gefolgsleute in den Mittelpunkt: Die Männer Cynewulfs kämpfen weiter, obwohl ihnen angeboten wird, sich Cyneheard anzuschließen, und sterben lieber, als ihren gefallenen Herrn zu verraten. Nach Cynewulfs Tod folgt Beorhtric als neuer König von Wessex; die Herrschaft Cynewulfs bleibt in der Überlieferung vor allem durch seinen gewaltsamen Tod und seine Rolle im Ringen zwischen Wessex, Mercia und den walisischen Grenzgebieten präsent. König Beorhtric (786–802)
  • Zuletzt 757

Königreich Essex

​* Fortsetzung 798

  • 798: Sigerich Im Jahr 798 legt Sigerich sein Königsamt nieder; diese Abdankung wird ausdrücklich erwähnt und bildet den wichtigsten überlieferten Einschnitt in seinem Leben. Nach der Abdankung bricht er als Pilger nach Rom auf, das heißt, er gibt die weltliche Herrschaft auf, um eine religiös motivierte Reise in die Hauptstadt der lateinischen Christenheit zu unternehmen; sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Nach Sigerichs Abdankung übernimmt Sigered die Königswürde in Essex und führt die Herrschaft in diesem angelsächsischen Teilreich fort. König Sigered (798?–nach 823)

​​* Fortsetzung 823

  • Zuletzt 758

Königreich Kent

  • 760: Am 26. Oktober 760 stirbt Cuthbert als Erzbischof von Canterbury. Er wird in seiner Kirche St. John beigesetzt und ist damit der erste Erzbischof von Canterbury, der nicht in St Augustine’s Abbey begraben wird. In der Folgezeit verehrt man ihn als Heiligen mit einem Gedenktag am 26. Oktober, und seine erhaltenen Briefe an angelsächsische Missionare auf dem Kontinent bezeugen seine hohe Bildung und sein Gewicht in der angelsächsischen Kirche. Nach Cuthberts Amtszeit verändert sich der Bestattungsbrauch der Erzbischöfe von Canterbury deutlich, indem ihre Gräber nicht mehr wie zuvor in St Augustine’s Abbey liegen. Eine nachnormannische Kartularüberlieferung schreibt diese Änderung Cuthberts bewusster Anordnung zu, und die Archäologin Sonia Hawkes deutet den im ganzen Land feststellbaren Wandel der Gräberfelder als Ergebnis einer von Cuthbert geforderten Bestattung in Kirchhöfen statt außerhalb der Stadtgrenzen, doch liefern lediglich eine spätmittelalterliche Tradition und archäologische Muster Indizien, sodass diese Interpretation nicht als gesichert gelten kann. Erzbischof Bregowine (760–764) Fortsetzung 762
  • 762: König Sigered (Westkent, vor 762–um 764)
  • 762: König Eadberht II. (Ostkent, 762–um 764)
  • 1058: Bischof Siward (1058–1075)
  • zuletzt 750

FRÄNKISCHES REICH

Sortierung der Städte: Metz, Frankreich (~49° 07′ N) Utrecht, Niederlande (~52° 05′ N) Lüttich, Belgien (Liège, ~50° 38′ N) Büraburg, Hessen (bei Fritzlar, ~51° 08′ N) Erfurt, Thüringen (~50° 58′ N) Köln, Nordrhein-Westfalen (~50° 56′ N) Mainz, Rheinland-Pfalz (~50° 00′ N) Trier, Rheinland.Pfalz (~49° 45′ N) Würzburg, Bayern, Unterfranken damals noch Herrschaft der Hedenen (~49° 47′ N) Konstanz, Baden-Württemberg (47° 40′ N)

Ordne den Text im folgenden Link möglichst vollständig streng chronologisch an auf Deutsch und in Präsens: Ein ausführlicher, aber rechtlich sicherer Abschnitt zum Jahr 749 in Präsens. König (768–800), Kaiser Karl der Große (800–814)

  • 759: Otmar: Die Selbständigkeit des Klosters und die Volksverbundenheit führen zu Missfallen bei den fränkischen Grafen Warin und Ruthard sowie beim Bischof Sidonius von Konstanz.​ Es kommt zu Landbesitzstreitigkeiten und Konflikten um die Herrschaftsansprüche des Bischofs, der St. Gallen als Eigenkloster seinem Bistum unterstellen möchte.​ Diese Konflikte führen 759 zur Gefangennahme Otmars.​ Otmar wird einer falschen Anklage (Sittlichkeitsverbrechen, Ehebruch) vor Gericht gestellt und zum Hungertod in der Königspfalz Bodman verurteilt.​ Die Strafe wird gemildert, Otmar wird auf der Insel Werd in Gewahrsam gehalten.​ Am 16. November stirbt Otmar auf der Insel Werd.​ Rund 100 Jahre nach seinem Tod wird Otmar 864 durch den Konstanzer Bischof Salomo I. heiliggesprochen, sein liturgischer Gedenktag ist der 16. November.​ Im Bistum St. Gallen gilt Otmar als gleichgestellter Patronus aeque principalis.​ Theologiegeschichtlich gilt Otmar als ein Vorläufer der Ordensbewegungen des 12. und 13. Jahrhunderts, die Evangeliumsverkündigung und karitative Praxis verbinden.​ Heute betreuen Franziskaner das Otmarheiligtum mit Kapelle auf der Insel Werd.​ Otmar wird in künstlerischen Darstellungen als benediktinischer Abt mit Stab und Weinfässchen gezeigt.​ Das Weinfässchen verweist auf eine Legende zur Überführung seines Leichnams, bei der der Wein nicht leer wird; eine weitere Legende erzählt, dass sein Fässchen nie leer wird, egal wie viel er teilt.​ Sein Name gibt Ursprung zu Ortsnamen wie Ottmarsheim und Ottmarsfeld und beeinflusst den Familiennamen Ott.​ Kirchen und Sportvereine werden nach ihm benannt.
  • Fortsetzung 760
  • 760: 760 und 768 unternimmt Pippin wiederholt Feldzüge gegen Herzog Waifar von Aquitanien
  • 760: Gemeinsam mit Lullus regt Megingaud die älteste Lebensbeschreibung des hl. Bonifatius (Vita St. Bonifatii auctore Willibaldo) an, die etwa 760 verfasst wird.​
  • 760: Bischof Johannes II. von Konstanz, 760–782
  • 760: Megingaud: Auf Anregung Megingauds und Lullus’ entsteht um 760 durch Willibald von Mainz die älteste Lebensbeschreibung des heiligen Bonifatius (Vita St. Bonifatii auctore Willibaldo). Um 760 wird im Umfeld Megingauds also intensiv über Bonifatius gearbeitet, während er weiterhin das Bistum leitet.
  • 761: Um 761/762 stirbt Milo bei einem Jagdunfall im Meulenwald bei Trier. Sein Grab kann bisher in keinem der infrage kommenden Gotteshäuser Trier nachgewiesen werden. Sein Leben bleibt in der Kirchengeschichte umstritten; sein Verhalten ist vielfach Anlass für Kritik und legendenhafte Überlieferung
  • 762: Bischof Wiomad (Trier, 762–791)
  • 762: Megingaud wird bei der Dotation des Klosters Prüm erwähnt.​
  • 763: Sturmius: In der Auseinandersetzung um die Exemtion der Abtei versucht der Bischof von Mainz (nach älterer Auffassung Würzburg), diese wieder rückgängig zu machen. Sturmius wird daraufhin beim Hausmeier Pippin denunziert, von diesem als Abt abgesetzt und von 763 bis 765 in die Abtei Jumièges in der Normandie verbannt, während Fulda unter Beschlagnahmung des Zachariasprivilegs Lullus von Mainz unterstellt wird.
  • 764: Karlmann: 762 begleitet er seinen Vater auf einem Feldzug nach Wasconien und unterschreibt am 13. August 762 ein Königsdiplom, anschließend erhält er wie sein Bruder Grafschaften zur Verwaltung.
  • 765: Bischof Agilfried (Lüttich, 765–784?)
  • 765: Megingaud beteiligt sich an der Synode zu Attigny.​
  • 765: Sturmius: Pippin begnadigt den im Jahr 763 abgesetzten Abt Sturmius wieder, restituiert ihn im Amt und beendet damit die Herrschaft Luls über das Kloster. Das Kloster erhält das zuvor von Pippin eingezogene Zachariasprivileg zurück und wird nun in den Königsschutz aufgenommen, wodurch es den Status und die Pflichten eines Reichsklosters erhält. Dieser Status bringt umfangreiche weltliche Aufgaben bis hin zur Truppenstellung und häufige Abwesenheit des durch Reichsdienst gebundenen Abtes mit sich, was den ursprünglichen Intentionen Bonifatius teilweise widerspricht. Der Reichsklosterstatus ermöglicht dem Herrscher in der Folgezeit mehrfach erhebliche Eingriffe in die inneren Angelegenheiten Fuldas und trotz formal garantierter freier Abtswahl einen Einfluss auf die Besetzung des Abbatiats. Gleichzeitig erreicht Fulda damit aber das Höchstmaß an Unabhängigkeit, das ein Kloster in der karolingischen Zeit überhaupt erlangen kann. In den folgenden Jahrhunderten dient das Zachariasprivileg in verfälschter Gestalt als Grundlage für den stufenweisen Erwerb zahlreicher Rechte der Fuldaer Äbte.
  • 766: Am 6. März 766 stirbt Chrodegang in Metz und wird im Kloster Gorze bestattet; sein Gedenktag ist der 6. März.
  • 768: Vor seinem Tod teilt Pippin das Reich unter die Söhne Karl und Karlmann I. auf. Pippin stirbt am 24. September in Saint-Denis bei Paris und wird vor der Klosterkirche beigesetzt. Während der Französischen Revolution wird sein Grab geplündert und die Überreste in ein Massengrab außerhalb der Kirche verbracht.​ Mit seiner Ehefrau Bertrada der Jüngeren hat Pippin insgesamt sechs Kinder, darunter Karl der Große, Karlmann I., Gisela, Pippin, Rothaid und Adelheid.
  • 768: König Karlmann I. (Ostfrankenreich, 768-771): Pippin legt vor seinem Tod am 24. September 768 die Reichsteilung fest, bei der Karl den nördlichen Teil und Karlmann eine südliche Ländergruppe von der Mitte Aquitaniens bis nach Alemannien erhält. Am 9. Oktober 768 erfolgt in Soissons die gemeinsame Königssalbung Karls und Karlmanns, wobei beide Brüder als Könige über jeweils eigene Reichsteile anerkannt sind. Von Beginn der gemeinsamen Herrschaft an stehen Karl und Karlmann in Rivalität, und das Verhältnis der Brüder bleibt dauerhaft gespannt.
  • 769: Megingaud verzichtet auf sein Bischofsamt und zieht sich mit einigen Mönchen nach Rorlach/Rorinlacha zurück (möglicherweise bereits 768).​ Anschließend gründet er ein neues Benediktinerkloster an der „neuen Statt“, dem heutigen Neustadt am Main, und wird dort zweiter Abt.​
  • 769: Megingaud: 769, möglicherweise schon 768, verzichtet Megingaud auf sein Bischofsamt und zieht sich mit einigen Mönchen nach Rorlach/Rorinlacha zurück. Nach dem Rückzug gründet er an der „neuen Statt“, dem späteren Neustadt am Main, ein neues Benediktinerkloster und wird dort zweiter Abt. Sein Nachfolger in Würzburg, Berowelf, bedrängt Megingaud laut der Vita Burkardi noch jahrelang, schickt ihm aber später fünfzig Glaubensbrüder und Anhänger nach Neustadt. Wahrscheinlich spielt bei dieser Übersendung von Mönchen die geplante Sachsenmission Karls des Großen eine Rolle. Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
  • 769: Karlmann: 769 verweigert Karlmann seinem Bruder die militärische Unterstützung im aquitanischen Aufstand; Karl siegt allein und zieht anschließend das gesamte aquitanische Herrschaftsgebiet an sich.
  • 769: Turpin: Noch vor 769 gibt er der bereits bestehenden Priestergemeinschaft an der Remigius-Basilika eine monastische Regel und begründet so das Kloster Saint-Remi, dessen Abtwürde er sich vorbehält. Er richtet oder fördert auch Skriptorium und Bibliothek der Kathedrale von Reims. 769 nimmt Turpin als einer von zwölf fränkischen Bischöfen an einer Synode in Rom teil.
  • 769: Lullus: Ab 769 betreibt Lullus die Gründung der Abtei Hersfeld nach karolingischem Vorbild.
  • 770: Karlmann: 770 verstößt Karl seine erste Frau Himiltrud, mit der er den Sohn Pippin den „Buckeligen“ hat, und wendet sich politisch zeitweise dem Bündnis mit den Langobarden zu, was die Spannungen zwischen den Brüdern weiter verschärft. Gegen Ende 770 bringt Bertrada die langobardische Königstochter Desiderata ins Frankenreich, doch Karl schickt sie bald nach der Eheschließung wieder zurück, was zum offenen Bruch mit Langobardenkönig Desiderius führt.
  • 771: Karlmann: Am 4. Dezember 771 stirbt Karlmann überraschend in der Königspfalz Samoussy und wird in Reims bestattet. Nach seinem Tod flieht seine Witwe Gerberga mit den beiden Söhnen zu Desiderius nach Italien, während Karl die Herrschaft über den gesamten fränkischen Raum übernimmt und zum Alleinherrscher wird.
  • 771: Turpin: 771 wird König Karlmann I. im Kloster Saint-Remi in einem römischen Sarkophag beigesetzt; als zuständiger Bischof leitet Turpin sehr wahrscheinlich die Bestattungsfeier. Während der langen Alleinregierung Karls des Großen bleibt das Verhältnis zwischen Reims und dem Hof eher kühl, auch wenn Karl mehrere Stiftungen seines Bruders zugunsten von Saint-Remi bestätigt.
  • Mai 772: Karl der Große stellt dem Kloster Neustadt unter Abt Megingaud eine Urkunde mit Königsschutz und Immunität aus.​
  • 772: Karl der Große beginnt seine Sachsenfeldzüge im Jahr 772, nachdem sein Bruder Karlmann im Dezember 771 stirbt. Karl braucht Missionare und Ausbildungsstätten und nutzt dazu unter anderem das Kloster Neustadt; die fünfzig Mönche aus Würzburg sollen dort für die Mission vorbereitet werden. Im Mai 772 stellt Karl der Große dem Kloster Neustadt am Main unter Abt Megingaud eine Urkunde aus, die Königsschutz und Immunität gewährt.
  • 772: Liudger: Konflikte zwischen Angeln und Friesen veranlassen den Diakon Liudger schließlich, von England an das Utrechter Martinsstift zurückzukehren, das er erst nach dem Tod seines Lehrers Gregor von Utrecht im Jahr 775 verlässt.
  • 1. September 774: Abt Megingaud wohnt der Weihe der Nazariusbasilika in Lorsch bei und assistiert gemeinsam mit anderen Bischöfen, während Karl der Große anwesend ist.​
  • 774: Am 1. September 774 weiht der Mainzer Bischof Lull die Nazariusbasilika in Lorsch, Karl der Große ist anwesend und macht auf seinem Weg von Rom nach Fritzlar dort Station. Bei dieser Weihe assistiert nicht der Würzburger Bischof Berowelf, sondern Megingaud; mit ihm wirken die geistlichen Größen Weomad von Trier und der Hofbischof Angilram von Metz.
  • 774: Sturmius: 774 stellt Karl der Große die Abtei Fulda unter Königsschutz und verleiht ihr den Status eines königlichen Eigenklosters beziehungsweise einer Reichsabtei. Im selben Jahr weist Karl der Große der Abtei ein Missionsgebiet an Diemel und Weser zu, in dem Sturmius wirkt. In diesem Zusammenhang gründet Sturmius das Stift St. Bonifatii in Hameln; auch Minden gehört zu diesem Missionsgebiet.
  • 775: Liudger: Kurz nach Gregors Tod verfasst der Diakon Liudger zu dessen Andenken die Vita Gregorii, eine Lebensbeschreibung seines Lehrers. 775/776 übernimmt Liudger einen ersten Missionsauftrag in Deventer, wo er über dem Grab des Friesenmissionars Lebuin die Kirche neu errichtet.
  • 775: Gregor: Am 25. August stirbt Gregor in Utrecht. Er wird in der Abtei Susteren in der Nähe von Maastricht bestattet. Die Reliquie seines Hauptes befindet sich seit 1997 in einer unterirdischen Schatzkammer nahe der Kirche St. Amelberga (Basilica minor) in Susteren; als Reliquienhalter dient eine innen hohle Büste aus dem Jahr 1885, in deren Hohlraum sein Schädel aufbewahrt wird. Zusätzlich werden Knochenreliquien Gregors in der Außenkrypta derselben Kirche aufbewahrt. Gregor wird als Heiliger verehrt. Sein allgemeiner katholischer und evangelischer Gedenktag ist der 25. August; im Bistum Trier wird seiner am 26. August gedacht, im Bistum Utrecht am 8. November. Die Kaufmannskirche in Erfurt ist ihm geweiht, und in Trier-Pfalzel trägt die örtliche Grundschule seinen Namen. Bischof Alberich (Utrecht, 775–784)
  • 775: Lullus: 775 stellt er das Kloster Hersfeld unter den Schutz Karls des Großen und damit unter den Schutz der karolingischen Dynastie.
  • 776: Liudger: Ab 776 beginnt der Diakon Liudger im friesischen Ostergau mit der Friesenmission, die nach seiner Priesterweihe am 7. Juli 777 in Köln weitergeführt wird.
  • August 781: Eine weitere Urkunde von Karl dem Großen bestätigt den Besitz der Klostermark Neustadt am Main unter Abt Megingaud.​ Am 22. August weiht Megingaud die karolingische Klosteranlage mit der Abteikirche Peter und Paul in Neustadt am Main.​
  • 779: Sturmius: 779 begleitet Sturmius Karl den Großen auf einem Feldzug nach Sachsen, wo er erkrankt. Bald nach seiner Rückkehr nach Fulda stirbt er um den 17. Dezember 779 in Fulda. Sein Leben steht insgesamt in der Epoche der kontinentalen Mission des 8. Jahrhunderts, in der er als Schüler des angelsächsischen Missionars Bonifatius die kirchliche Organisation im mainfränkisch‑thüringischen Raum mitgestaltet und für die Unabhängigkeit Fuldas sowie die Sicherung der Bonifatius‑Reliquien kämpft. Nach seinem Tod wird Sturmius im Ostchor der Salvatorbasilika in Fulda bestattet; kurz darauf wird dort auch die Bonifatius‑Nichte Lioba beigesetzt, was einen Übergang von bloßem Totengedenken zur kultischen Verehrung erkennen lässt. Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
  • 780: Lullus: Um 780/781 erhält Lullus von Papst Hadrian I. das Pallium und wird erster regulärer Erzbischof von Mainz. In diesem Zusammenhang lässt Lullus eine ältere päpstliche Urkunde zugunsten Kölns verfälschen, um die Metropolstellung von Mainz zu sichern, da es an einer klaren Rechtsgrundlage für eine Mainzer Kirchenprovinz fehlt. In seinen letzten Amtsjahren vollendet Lullus die Kirchenreform des Bonifatius im Frankenreich und trägt maßgeblich zur Christianisierung Hessens und Thüringens bei, wobei er enger mit den fränkischen Königen als mit Rom kooperiert.
  • 781: Im August 781 stellt Karl der Große eine weitere Urkunde für das Kloster Neustadt aus, in der er den Besitz der Klostermark bestätigt. Am 22. August 781 erfolgt die Weihe der karolingischen Klosteranlage mit der Abteikirche Peter und Paul an der „neuen Stätte“ (Nivenstat, Nuovenstatt); Karl der Große nimmt daran teil. Auch die Bischöfe Willibald von Eichstätt und Lullus von Mainz sind bei dieser Weihe anwesend.
  • 782: Der Diakon Arn (und spätere Bischof) ist Benediktinermönch im Kloster des heiligen Amandus in Elno (später Saint-Amand-les-Eaux) in der Grafschaft Flandern. Am 26. Mai 782 übernimmt Arn das Amt des Abtes im Kloster Elno.
  • 26. September 783: Abt Megingaud: Am 26. September 783 stirbt Megingaud in Neustadt am Main. Zunächst wird er in Neustadt bestattet, später wird sein Sarg in den Würzburger Salvator-Dom überführt, die spätere Neumünsterkirche. Im 14. Jahrhundert wird sein Sarkophag in der Neumünsterkirche sichtbar aufgestellt; die Versinschrift auf der Sargplatte gilt als die älteste erhaltene Monumentalinschrift Frankens nach der Römerzeit. Die Inschrift preist Megingoz als zweiten Leiter des Ortes, den Bonifatius selbst zu Bischofsehren geführt hat, als frommen Hirten und nennt ausdrücklich sein Sterbedatum, den sechsten Tag vor den Kalenden des Oktober, also den 26. September.
  • 784: Liudger: 784 unterbricht die Sachsenerhebung unter Widukind seine Arbeit, und der Priester Liudger tritt eine Pilgerreise nach Rom an. Zwischen 784/785 und 787 hält er sich im Kloster Montecassino auf, bevor er nach Friesland zurückkehrt.
  • 786: Lullus: Am 16. Oktober 786 stirbt Lullus in Hersfeld und wird in der von ihm geförderten Abtei Hersfeld bestattet. Am 7. April 852 wird Lullus heiliggesprochen; sein Gedenktag ist der 16. Oktober. Zwischen 1063 und 1073 verfasst Lampert von Hersfeld die „Vita Lulli“, die Lullus’ Verehrung fördert und ihn zusammen mit Wigbert zum Hauptpatron der Abtei macht.
  • 787: Bischof Hildebold von Köln, 787-795, Erzbischof 795–818)
  • 787: Liudger: 787 ernennt Karl der Große den Priester Liudger zum Missionsleiter für das mittlere Friesland und überträgt ihm Leitung und Besitz des Petrusklosters zu Lothusa (Leuze).
  • 791: Liudger: Um 791 reist der Priester Liudger nach Helgoland, während weiter die Friesenmission läuft.
  • 792: Liudger: 792 kommt es zu einem Sachsen- und Friesenaufstand, der vermutlich dazu führt, dass Karl der Große den Priester Liudger die Missionsleitung im westlichen Sachsen überträgt. Um Münster entsteht daraufhin ein Missionsbistum mit ausgedehntem Pfarrsystem, ausgehend vom 793 von Liudger gegründeten Kanonikerstift. In Nottuln lässt er eine Kirche erbauen und fördert dort vermutlich die Gründung einer Gemeinschaft von Sanktimonialen, während er zugleich den Kontakt zu seinem friesischen Missionsgebiet bewahrt.
  • 794: Turpin: Am 1. September 794 stirbt Turpin in Reims, über die Jahre danach ist über das Erzbistum Reims nur sehr wenig bekannt, erst im Jahr 816 tritt wieder ein Erzbischof (Ebo) an, über den mehr bekannt ist.
  • 796: Liudger: Seit 796 betreibt der Priester Liudger im Raum Werden systematisch Gütererwerb, um eine spätere Klostergründung vorzubereiten. Er plant, eine eigene geistliche Gemeinschaft zu errichten, und erhält dazu aus Rom Reliquien von Salvator, Maria und den Aposteln. Frühere Versuche von Klostergründungen in Wierum, Wichmond und an der Erft scheitern, doch an der unteren Ruhr gelingt ihm das Vorhaben
  • 798: Liudger: Zum Ende der Sachsenkriege begleitet Liudger 798 Karl den Großen einmal auf einem Feldzug nach Minden, bleibt ansonsten aber einer friedlichen Missionsweise verpflichtet.
  • 800: Liudger: Um 800 gründet der Priester Liudger auf seinem erworbenen Besitz das Eigenkloster Werden, das lange von seinen Verwandten, den Liudgeriden, geleitet wird; er ist zugleich der erste Abt des Klosters
  • 805: Bischof Liudger (805–809) Parallel dazu entwickelt sich das künftige Bistum Münster weiter, und am 30. März 805 weiht Erzbischof Hildebold von Köln den Abt Liudger zum ersten Bischof von Münster, womit das Bistum sichtbar der Kölner Kirchenprovinz eingegliedert ist. In seiner Mission im westlichen Sachsen, dem Gebiet des heutigen westlichen Westfalen mit vielen kleinen Stämmen, setzt Liudger auf Predigt und Überzeugungsarbeit statt auf Zwangsbekehrung. Er vermeidet Kriegshandlungen, kehrt aber nach Eroberung neuer Gebiete dorthin zurück, um missionarisch zu wirken und so das christliche Territorium ohne Gewalt zu vergrößern. Sein Missionsstil unterscheidet sich damit deutlich von den zwangsweisen Maßnahmen Karls des Großen, der teilweise „mit Feuer und Schwert“ missionieren lässt. In seinen letzten Lebensjahren bereist Liudger seinen Bistumssprengel mehrfach.
  • 809: Liudger: Am Passionssonntag 809 feiert er in Billerbeck seine letzte heilige Messe, nachdem er von Coesfeld kommend auf dem Weg dorthin das Münsterland gesegnet hat, an einer Stelle, die später Ludgerirast heißt. In der Nacht zum 26. März 809 stirbt er in Billerbeck im Kreis seiner Brüder an der Stelle, wo sich heute der Südturm der Propsteikirche St. Ludgerus erhebt. Sein Leichnam wird zunächst nach Münster überführt und dort aufgebahrt. Am 28. April wird Liudger gemäß seinem letzten Willen nach Werden überführt und östlich der ersten Abteikirche außerhalb der Kirche in der Nähe des Hauptaltars bestattet. Ein inzwischen gefällter Baum markiert nach der Altfrid-Vita jene Stelle, von der aus Liudger zuvor die Bauarbeiten verfolgt hat, und im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts entsteht über diesem Grabort, dem locus arboris, die Krypta der Abteikirche.
  • 816: Erzbischof Ebo (Reims, 816–835, Bischof von Hildesheim 845–851)
  • 818: Abt Eigil (Fulda, 818–822) Eigils Leben bis 818: Eigil wird um 750 in Bayern in eine bairische Adelsfamilie geboren, Er ist mit Abt Sturmius verwandt, der sein Onkel ist. Noch im Kindesalter übergeben ihn seine Eltern als Oblaten dem Kloster Fulda, wo er unter Sturmius Schüler wird. Er wird Propst und fungiert als Schöffe im Abtsgericht. Unter Abt Ratgar entsteht im Kloster Fulda eine existenzbedrohende Krise. Ratgar führt ein hartes, kompromissloses Regiment, greift in die überlieferten Consuetudines ein und betreibt ein forciertes Bauprogramm. Eigil gehört in dieser Krise zu den Gegnern Ratgars. Er zählt zu den Verfassern des gegen Ratgars Amtsführung gerichteten Beschwerdebriefs, des Supplex Libellus, und gehört zu einer Gruppe von Mönchen, die auf dem Höhepunkt des Streits aus dem Kloster flieht. Nach der Absetzung Ratgars beginnt ein Interregnum in Fulda. Auf Befehl Kaiser Ludwigs des Frommen wird in dieser Zeit die Reform Benedikts von Aniane im Kloster eingeführt. Er folgt ihr jedoch nicht in allen Einzelheiten und lässt zum Beispiel weiterhin die Außenposten des Klosters von Mönchen und nicht – wie vorgeschrieben – von Laien verwalten. - Im Jahr 818 wird Eigil vierter Abt des Klosters Fulda. Er entwickelt einen kooperativen Führungsstil und setzt ausgleichende Maßnahmen ein. Eigil greift auf die integrativen Reformideen Benedikts von Aniane zurück. Er verbindet altmonastische Spiritualität, Askese, benediktinische Tradition und Reformgedanken und trägt so zur Überwindung der Krise bei. Unter seiner Leitung kommt es zu einer Versöhnung zweier Gruppen: der an einem idealen, asketischen Einsamkeitskloster festhaltenden Traditionalisten und der gegenüber den Neuerungen der karolingischen Renaissance in Bildung, Kunst und Kultur aufgeschlossenen Gruppierung. Obwohl er zuvor Gegner Ratgars ist, setzt sich Eigil als Abt später für dessen Begnadigung ein. Er bewirkt, dass Ratgar in das Fuldaer Nebenkloster Frauenberg zurückkehren darf. Wahrscheinlich ernennt Eigil den Leiter der Klosterschule, Hrabanus Maurus, mit dem er bei Bau- und liturgischen Projekten eng zusammenarbeitet, zum Propst und präsumptiven Nachfolger. Hrabanus repräsentiert den neuen geistigen Aufbruch im Kloster. Unter Eigils kurzem Abbatiat blüht das Klosterleben auf. Es entstehen die Voraussetzungen dafür, dass Fulda unter seinem Nachfolger Hrabanus Maurus zu einem der bedeutendsten Zentren geistiger Kultur aufsteigt. - Eigil verfasst im Vorfeld der 820 durchgeführten Translation der Gebeine des Gründerabtes Sturmi dessen Biographie. Dieses Werk trägt den Titel Vita Sturmi primi abbatis et fundatoris Fuldensis coenobii. Er veranlasst den Fuldaer Mönch Brun Candidus zur Abfassung der Vita des zweiten Fuldaer Abtes Baugulf. Damit begründet Eigil die Fuldaer Vitenreihe, die die ersten fünf Äbte Sturmi, Baugulf, Ratgar, Eigil und Rabanus Maurus sowie die Fuldaer Heiligen Bonifatius und Lioba umfasst. Fuldaschüler, die aus diesem geistigen Umfeld hervorgehen, sind unter anderem Ermenrich von Ellwangen, der den Sermo de Vita B. Soli über den Einsiedler Sola von Solnhofen verfasst, der Kaiserbiograf Einhard und Walahfrid Strabo. Walahfrid Strabo verfasst und ediert zahlreiche Viten wie die Vita S. Galli, Vita Mammae, Vita Blaithmaic, Vita S. Otmari sowie Einhards Vita Karoli und Thegans Gesta Hludowici. - Eigil vollendet die von seinen beiden Vorgängern begonnene Salvator-Basilika in Fulda. Diese Kirche heißt nach ihrem Erbauer später meist Ratgar-Basilika. Er lässt in diese Basilika nachträglich zwei Krypten einbauen, die zu den frühesten Hallenkrypten zählen. Zugleich fördert er damit die klösterliche Memoria und die liturgische Nutzung des Kirchenraums. Außerdem lässt Eigil eine Friedhofskapelle errichten, die Hrabanus Maurus konzipiert. Es entsteht die Michaelskirche, ein Zentralbau über acht Säulen mit Schlussstein in der Kuppel oder im Gewölbe und einer Krypta, die über einer Mittelsäule mit jonisierendem Kapitell gewölbt ist. - Um den Kult des Gründerabtes Sturmius, seines Verwandten, kümmert sich Eigil besonders. Er lässt dessen Grab im südlichen Seitenschiff der Salvator-Basilika neu anlegen, ordnet seine Translation und gestaltet seine liturgische Memoria neu. Zu dieser erneuerten Memoria zählt auch die Lesung der von Eigil verfassten Vita Sturmi während der Liturgie. Wahrscheinlich steht diese Einzelmaßnahme im Zusammenhang mit einer Liturgiereform, in deren Rahmen ein von Hrabanus Maurus kompiliertes Sakramentar, ein Gregorio-Gelasianum mixtum, in Fulda eingeführt wird. - Eigil beginnt außerdem mit dem Bau eines neuen Konventsgebäudes. Dieses Gebäude kann er jedoch vor seinem Tod nicht mehr fertigstellen.
  • 864: Überführung der Gebeine Rigoberts nach Reims.
  • 872: Beisetzung der Gebeine Rigoberts in der Kirche Saint-Thierry zu Reims; Teile der Reliquien gelangen später nach Paris. Gedenktag: 4. Januar.
  • zuletzt 758

Herzogtum Aquitanien

  • 760: Waifar: Im Jahr 760 verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Waifar und Pippin durch einen Streit um Kirchengut, weil Pippin verlangt, dass Waifar den Besitz fränkischer Kirchen in Aquitanien und Pippins Oberhoheit respektiert. Waifar reagiert darauf im selben Jahr mit einem Feldzug ins Frankenreich, bei dem er Autun, Chalon-sur-Saône und Narbonne überfällt und bis in die Nähe von Tours vorrückt. Fortsetzung 761
  • 761: Waifar: Pippin antwortet darauf mit Krieg gegen Aquitanien und beginnt, das Land zu überziehen; zwischen 761 und 763 sowie 766 und 768 führt er insgesamt sieben Feldzüge gegen Waifar. Pippin besetzt den Norden Aquitaniens, zerstört die dortigen Festungen oder lässt sie zu eigenen Burgen umbauen, wodurch er Waifars Machtbasis schrittweise schwächt.
  • 762: Waifar: Im Jahr 762 geht Bourges für Waifar verloren, was einen wichtigen Einschnitt in der Kontrolle über sein Herzogtum darstellt. In der Folge dringen die Franken immer tiefer in Aquitanien ein; beim Feldzug von 766 stehen sie bereits an der Garonne und bedrohen damit das Kerngebiet der aquitanischen Herrschaft.
  • 767: Waifar: Im Jahr 767 läuft Waifars Onkel Remistan, der sich Pippin zuvor schon unterworfen hat, wieder zu den Aquitaniern über, wird jedoch gefangen genommen und 768 in Bourges hingerichtet.
  • 768: Waifar: Bei einem letzten Feldzug Pippins, bei dem das fränkische Heer nochmals bis an die Garonne vorstößt, zerfällt Waifars Gefolgschaft, und Waifar wird schließlich offenbar von seinen eigenen Leuten ermordet, nach fränkischen Quellen auf Betreiben Pippins, am 2. Juni 768. Das Herzogtum geht unter die direkte Herrschaft von König Karlmann I.
  • zuletzt 754

Herzogtum Baiern

Reihenfolge der Städte: Regensburg, Bayern, Oberpfalz (49° 01′ N) Eichstätt, Bayern, Oberbayern (48° 53′ N) Freising, Bayern, Oberbayern (48° 24′ N) Passau, Bayern, Niederbayern (48° 34′ N) Augsburg, Bayern, Schwaben (48° 22′ N)

  • 761: Gaubald: Am 23. Dezember 761 stirbt Gaubald nach der Überlieferung und wird am Eingang der Ramwoldkrypta von St. Emmeram in Regensburg bestattet.​ Er gilt in der Kirche als Seliger und wird als solcher verehrt.​ In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts verfasst der Mönch Albricus (Albrich) aus dem Kloster Sankt Emmeram ein theologisches Sammelwerk, in dem sich ein Fragment eines Grabgedichts auf Gaubald befindet.​ Das Gedicht betont seine Bedeutung als im Glauben hervorragender Bischof und spielt auf die Translation der Gebeine Emmerams von St. Georg in Aschheim zum Kloster Sankt Emmeram an.​ In der neueren Forschung des 20. und 21. Jahrhunderts wird Gaubald unter anderem in einem Aufsatz von Frank Fuchs (1989), im Beitrag von Ekkart Sauser im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon sowie in einer Studie von Albert Lehner zur klerikalen Hierarchie in der Emmeramsvita behandelt.
  • Fortsetzung 762
  • 762: Bischof Sigerich (Regensburg, 762–768)
  • 762: 762 zählt Willibald zu den 44 Prälaten, darunter Chrodegang und Megingaud, die im Totenbund von Attigny einen Klerus-Gebetsverein schließen.
  • 762: Der Abt Arbeo gründet das Kloster Schäftlarn in Oberbayern.​
  • 763: Tassilo: Tassilo versucht, sich auch rechtlich vom Frankenreich zu lösen; Urkunden werden ab 763 nicht mehr nach den Regierungsjahren Pippins datiert, was auf ein wachsendes eigenständiges Herrschaftsverständnis deutet. - Die fränkischen Reichsannalen berichten rückblickend, Tassilo sei seit 757 den Franken lehnspflichtig und habe 763 einen Feldzug in Aquitanien eigenmächtig verlassen, obwohl er eidlich zur Heeresfolge verpflichtet sei. Die moderne Forschung sieht diesen um 790 entstandenen Bericht überwiegend als spätere Konstruktion, die dazu dient, den späteren Prozess gegen ihn zu legitimieren
  • 763: Unter dem Bischof Joseph von Verona wird Arbeo Abt des Klosters Scharnitz, das in der "Einsamkeit von Scharnitz" (Solitudine Scarantiense) durch den Huosi-Adligen Reginpert mit Zustimmung von Herzog Tassilo III. in diesem Jahr gegründet worden ist.
  • 763: Bischof Anthelm (Passau, 763/764-770?)
  • 764: Tassilo: 764 heiratet Tassilo Liutberga, die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius; der aus diesem Anlass gefertigte Tassilokelch trägt die Inschrift „Tassilo dux fortis – Liutpirc virga regalis“ und unterstreicht seinen Anspruch auf herausragende Stellung.
  • 764: Bischof Arbeo von Freising (764–784) Arbeo übernimmt die Nachfolge Josephs und wird Bischof von Freising. - 764-784: Er schreibt die Viten der bayerischen Heiligen und Bistumspatrone, darunter die „Vita Corbiniani“ über das Leben und Wirken des Hl. Korbinian.​ Die „Vita Corbiniani“ enthält wertvolle Informationen zur frühen bayerischen Geschichte.​ Darüber hinaus verfasst Arbeo die „Vita vel passio Sancti Haimhrammi martyris,“ in der er das Leben des Hl. Emmeram von Regensburg beschreibt.​ Arbeo ist auch als Verfasser oder Auftraggeber des deutschen Abrogans genannt, einem bedeutenden Zeugnis der althochdeutschen Sprache.​ Arbeo zeigt einen ausgeprägten Sinn für die landschaftlichen Schönheiten und beschreibt Bayern als fruchtbares und schönes Land.​ Er schreibt noch das Latein des frühen Mittelalters vor der karolingischen Bildungsreform, mit Einflüssen des romanisierten Vulgärlatein und Anklängen an Gregor von Tours.​ Arbeo veröffentlicht seine Werke in einer eigentümlichen Mischung aus Vulgarismen und rhetorischer Pracht.
  • 768: Tassilo: Die engen politischen und wirtschaftlichen Bande zu den Langobarden führen dazu, dass Tassilo sich in den 760er Jahren wiederholt in Italien aufhält und sich 768/69 mit Desiderius und dem Papst verbündet.
  • 769: 769 reist Willibald mit Erzbischof Lullus nach Würzburg, als Megingaud auf sein Bischofsamt verzichtet, um zusammen mit Lullus den Nachfolger zu bestimmen.
  • 769: Arbeo gründet das Kloster Innichen im Pustertal.​
  • 769: Tassilo: 769 stiftet Tassilo Innichen im heutigen Südtirol, indem er dem Abt Atto von Freising das Gebiet von Innichen im Pustertal zur Gründung eines Missionsklosters für Slawen übergibt.
  • 770: Bischof Wisurich (Passau, 770–777)
  • 772: Tassilo: 772 taufen Papst Hadrian I. in Rom Tassilos Sohn Theodo und salben ihn, was den hohen Rang der Familie und die Einbindung in die päpstliche Politik zeigt. 772 unterwirft Tassilo die Karantanen im Osten und erweitert damit seinen Machtbereich, zugleich dient diese Expansion der Missionierung der Slawen.​ Über das südliche Tirol, das er wohl als Mitgift seiner Frau Liutberga erhält, gewinnt er die Herrschaft und erlangt die Kontrolle über das Bistum Säben; damit verfügt er über Gebiete außerhalb des fränkischen Machtbereichs. - 772 folgt die Gründung des Stifts Niedernburg in Passau, das seine kirchenpolitische Präsenz an der Donau stärkt.
  • 772: Willibald: Beim Bau der Vierungskirche des Klosters Neustadt am Main in den Jahren 772 bis 781 dient Willibalds Bischofskirche in Eichstätt als architektonisches Vorbild.​
  • 772: Arbeo verlegt das Kloster Scharnitz nach Schlehdorf am Kochelsee.
  • 772: Nach einer Überlieferung stirbt Wikterp am 18. April 771 in Augsburg, andere Angaben setzen seinen Tod allgemein in die Zeit um 772 bzw. zwischen 749 und 752 an; die exakte Datierung bleibt unsicher. Bekannt ist, dass er in Epfach bestattet wird, was die Verbindung zu seinem mutmaßlichen Herkunftsort unterstreicht. Bischof Tozzo (Augsburg, 772–778)
  • 774: Tassilo: Mit der Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Großen 774 verliert Tassilo seinen wichtigsten Bündnispartner, was seine außenpolitische Lage deutlich schwächt.​ Herzog bleibt er zunächst, doch Karl nutzt die politische Lage, um den bayerischen Handlungsspielraum zu begrenzen und die fränkische Oberhoheit durchzusetzen.
  • 777: Tassilo: 777 gründet er das Stift Kremsmünster, das später zu einem wichtigen geistlichen und kulturellen Zentrum Baierns wird. Ebenfalls 777 entsteht der Legende nach das Kloster Neresheim, das ihm zugeschrieben wird, auch wenn die Überlieferung nicht eindeutig ist.​ Zwischen 777 und 784 erfolgt die Stiftung von Mattsee, das als weiteres Baustein seiner herzoglichen Klosterpolitik erscheint
  • 777: Willibald: Am 24. September 777 erhebt Willibald die Gebeine seines Bruders Wunibald, der schon am 18. September 761 in Heidenheim in seiner Gegenwart stirbt
  • 778: Willibald: am 24. September 778 weiht er die neue Klosterkirche in Heidenheim und beurkundet im gleichen Jahr das Testament des Straßburger Bischofs Remigius
  • 778: Bischof Simpert (Augsburg, 778–807) Simpert wird um das Jahr 750 geboren, vermutlich in adeligen fränkisch‑bayerischen Kreisen, Simpert kann ein Neffe des Herrschers sein. Spätestens 778 überträgt Karl der Große Simpert das Amt des Bischofs von Augsburg, nachdem Bischof Tozzo, der aus dem Elsass an den Lech kommt, mutmaßlich in diesem Jahr gestorben ist. Augsburg liegt in dieser Zeit im Spannungsfeld der Kämpfe der Franken mit den Bayern und den weiter östlich lebenden Awaren. 788 setzt Karl der Große den Bayernherzog Tassilo III. wegen Treueverletzung ab und gliedert das Herzogtum Bayern in das Frankenreich ein, was die politische Lage von Simperts Bistum grundlegend verändert.
  • 779: Arbeo gründet das Kloster Schliersee in Oberbayern.​
  • 779: Willibald: am 25. Februar 779 (unsicher datiert) bestattet er seine verstorbene Schwester Walburga in Heidenheim, woraufhin er zumindest zeitweise die Leitung beider Konvente übernimmt.
  • 780: Der 780 von Tassilo gestiftete Tassilokelch bleibt als kostbarster erhaltene Besitzgegenstand mit seinem Namen verbunden.​ Ihm und seiner Familie wird der sogenannte Tassilopsalter gewidmet, der sein geistliches Nachwirken unterstreicht.
  • 780: Willibald: Um 780 entsteht zu Lebzeiten Willibalds als viertes Kloster seines Bistums das Kloster Herrieden.
  • 781: Willibald: Am 22. August 781 nimmt Willibald an der Weihe der neuen Benediktinerabtei in Neustadt am Main teil, wo neben Karl dem Großen und Megingaud auch er und Lullus von Mainz in der Stiftungsurkunde erscheinen.
  • 782: Tassilo: 782 gründet Tassilo das Kloster Frauenchiemsee, das auf einer Insel im Chiemsee liegt und die Christianisierung und Erschließung des Raums fördert.
  • 784: Willibald: Am 25. März 784 beurkundet Willibald eine Schenkung der Äbtissin Emhilt von Milz an das Kloster Fulda.
  • 784: Arbeo stirbt am 4. Mai und wird in Freising beigesetzt.​ Sein Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 4. Mai und in Freising ist ihm die Aribostraße gewidmet.
  • 784: Virgil: Nach fast vier Jahrzehnten im Bischofsamt stirbt Virgil am 27. November 784 in Salzburg und wird im Dom bestattet. Am 11. Februar 1181 stößt Erzbischof Konrad III. beim Bau des romanischen Doms auf ein vermauertes Grab, in dem sich Virgils Gebeine mit Bild und Inschrift befinden. Am 18. bzw. 10. Juni 1233 wird Virgil offiziell heiliggesprochen, und 1288 erhält er einen Altar im Salzburger Dom, über dem seine Gebeine neu beigesetzt werden. Seitdem verehrt man ihn als Diözesanpatron, feiert sein Gedächtnis vor allem am 27. November und stellt ihn meist als Bischof mit Kirchen- oder Dommodell dar.
  • 785: Bischof Arn von (Salzburg 785–798), Erzbischof Arn (Salzburg, 798-821) 785 beruft Tassilo III. ihn als Nachfolger Virgils zum Bischof von Salzburg; am 11. Juni 785 empfängt er die Bischofsweihe. Arn wirkt gleichzeitig als Abt des Klosters Sankt Peter in Salzburg. Er entsendet einen Missionspriester namens Ingo mit 13 weiteren Priestern nach Karantanien, die dort von 785 bis 798 wirken. Arn fördert in Salzburg und im Kloster Saint-Amand Wissenschaft und Kunst. Er pflegt enge Freundschaften mit den Gelehrten Alkuin und Angilbert. Arn lässt in Salzburg eine Bibliothek anlegen und gibt die Aufzeichnung der Geschichte Salzburgs in den Annales Juvavenses maximi in Auftrag.
  • 786: Willibald: Am 8. Oktober 786 überträgt er weitere Besitztümer an das Kloster Fulda und stiftet für sich ein Totengedächtnis.​ Heinrich Wagner sieht darin ein starkes Indiz, dass der im Fuldaer Totenannalen des Jahres 788 genannte Bischof „Pacificus“ mit Bischof Willibald von Eichstätt identisch ist.
  • 787: Tassilo: 787 degradiert Karl den Großen Tassilo aus politischen Gründen zum Lehnsmann, wobei als Vorwürfe insbesondere das Bündnis mit den Langobarden zur Sicherung bayerischer Eigenständigkeit und später angebliche Verhandlungen mit den Awaren genannt werden.
  • 787: Am 7. Juli 787 oder 788 stirbt Willibald hochbetagt in Eichstätt und wird im Chor seines Domes bestattet; sein Nachfolger im Bischofsamt ist Gero/Gerhoh/Gerbo. Am 22. April 989 erhebt Bischof Reginold seine Gebeine, womit Willibald heiliggesprochen ist, und bestattet sie in einer westlich des Domes gelegenen neuen Außenkrypta.​ 1256 erfolgt unter Bischof Heinrich IV. eine Umbettung seiner Reliquien in das Schiff des Domes, 1269 die Bestattung in einem steinernen Schrein im Westchor, und 1745 werden die Reliquien erneut umgesetzt; seit der 1000-Jahr-Feier des Bistums 1745 ruhen sie in einem Glaskasten in einem Marmor-Hochsarkophag im Willibaldchor.​ 1514 schafft der Bildhauer Loy Hering eine Statue Willibalds vor dem Altar zum Mittelschiff des Domes hin. Über Jahrhunderte bleibt die Verehrung Willibalds im Unterschied zu Walburga im Wesentlichen auf seine Diözese beschränkt, und in der Kunst erscheinen als seine Attribute vor allem Bischofsstab, Buch (Regel Benedikts) und das erst später aufkommende Rationale.​ Im Spätmittelalter, in Zeiten von Seuchen und Hungersnöten, wird Willibald zusammen mit Walburga als Schutzheiliger neu entdeckt, und es entstehen zahlreiche ihm geweihte Wallfahrtskirchen und -kapellen.​ Seit 1712 findet bei der Wallfahrtskirche St. Willibald in Jesenwang jährlich der Willibald-Ritt mit Pferdesegnung statt, der an die nach Fürbitte Willibalds abgewendete Tierseuche erinnern soll; hier gilt er als Viehpatron. Darüber hinaus trägt eine Reihe von Gebäuden und Einrichtungen seinen Namen, darunter Willibaldsburg, Willibaldsbrunnen, das Willibald-Gymnasium und das Collegium Willibaldinum, und der Sedisvakanztaler des Bistums Eichstätt zeigt Willibald mit Walburga als Schutzpatrone auf den Wolken.
  • 787: Arn: 787 reist Arn nach Rom zu Papst Hadrian I. und versucht dort, zugunsten Herzog Tassilos zu vermitteln.
  • 788: Tassilo: Um 788 werden Kloster Münchsmünster und das Stift Niedermünster gegründet oder neu geordnet, was zeitlich bereits in die Phase seines politischen Niedergangs fällt. - 788 stellt Karl Tassilo in der Ingelheimer Pfalz in einem lehnsrechtlichen Prozess wegen der angeblichen Pflichtverletzung von 763 und wegen Hochverrats durch Kontakte zu den Awaren vor Gericht; anwesend sind auch seine eigenen Landsleute.​ Tassilo wird zunächst zum Tod verurteilt, dann begnadigt und endgültig in die Abtei Jumièges verbannt, was Karl ein gesichertes Aufmarschgebiet gegen die Awaren verschafft.​ Beweise für eine tatsächliche Schuld Tassilos lassen sich nicht erbringen; der Prozess erscheint als politisch motiviertes Instrument zur Ausschaltung eines mächtigen Verwandten.​
  • 788: 788 kommt es in Ingelheim zum Sturz und zur Verurteilung Tassilos, die Arn nicht verhindern kann. Nach dem Sturz des Herzogs wird Arn ein Freund und Vertrauter Karls des Großen. Nach 788 lässt Arn die Notitia Arnonis anfertigen, ein Verzeichnis der Besitztümer Salzburgs, das Karl der Große 790 bestätigt.
  • 789: Simpert: Zwischen 789 und 792 ist ein „Sintpert“ als Abt des Klosters Murbach im Elsass bezeugt; wegen Namensgleichheit und der wenigen gleichnamigen Bischöfe gilt es als relativ wahrscheinlich, dass es sich um denselben Simpert von Augsburg handelt. Ab 789 übt Simpert angeblich gleichzeitig das Amt des Bischofs von Neuburg‑Staffelsee aus, und ein päpstliches Schreiben vom 11. April 800 bezeichnet ihn ausdrücklich als „Bischof von Staffelsee“. Er soll zudem Abt des Klosters Staffelsee auf der Insel Wörth sein, auch wenn zur Geschichte dieses Bistums nur wenige Dokumente erhalten sind.
  • 791: Tassilo: Karl der Große hält sich in den Wintern 791 bis 793 in der ehemaligen bayerischen Herzogsstadt Regensburg auf, um die Eingliederung Baierns in das Fränkische Reich zu sichern und seine Herrschaft vor Ort zu festigen. Als Nachfolger in der bayerischen Herrschaft setzt er seinen Schwager Gerold, einen fränkisch-alamannischen Grafen und Bruder seiner dritten Ehefrau Hildegard, als Präfekten ein
  • 791: Arn: Seit 791 wirkt Arn als einer von zwölf erwählten Gesandten des Königs (missi dominici, Königsboten).
  • 794: Tassilo: 794 holt man Tassilo, inzwischen Mönch, noch einmal aus der Klosterzelle und führt ihn vor die Reichssynode in Frankfurt am Main.​ Dort muss er erneut öffentlich Reue bekennen und für sich sowie seine Nachkommen auf alle Rechte am Herzogtum Baiern verzichten, was dem Urteil von 788 nachträglich einen Anschein von Rechtmäßigkeit gibt.​
  • 796: Tassilo: Die Lebensdaten Tassilos werden auf die Spanne von etwa 741 bis zum 11. Dezember 796 geschätzt; sowohl Todesjahr als auch Todesort sind jedoch unsicher.​ Wahrscheinlich verbringt er seine letzten Jahre als einfacher Mönch im Kloster Lorsch, wo ihm eine Grabinschrift den Weg vom Herrscher über den König zum Mönch zuschreibt. 1709 kommt seine Lebensgeschichte in der Oper „Tassilone“ von Agostino Steffani auf die Bühne und macht ihn zum Gegenstand barocker Geschichtsdarstellung.​ Später erinnern die Tassilolinde in Wessobrunn, die Tassiloquelle in Bad Hall, mehrere Schulen, Straßen und seit 1999 der Tassilo-Preis der Süddeutschen Zeitung an seinen Namen.​ In der Überlieferung gilt Tassilo als Seliger, und sein Gedenktag ist der 11. Dezember, obwohl keine formelle Heiligsprechung erfolgt ist.
  • 797: Arn: 797 reist Arn im Auftrag des Frankenkönigs nach Rom zu Papst Leo III.
  • 798: Arn: Am 20. April 798 erreicht er die Erhebung Salzburgs zum Erzbistum; er selbst wird erster Erzbischof der neuen Erzdiözese. Der neuen Kirchenprovinz unterstehen als Suffraganbistümer Freising, Neuburg, Passau, Regensburg und Säben.
  • 799: Arn: 799 begleitet Arn Papst Leo III., der vor seinen Gegnern zu Karl dem Großen geflohen ist, zurück nach Rom.
  • 799: Simpert: Im Jahr 799 nimmt Simpert als persönlicher Beauftragter Karls des Großen an der Provinzialsynode in Reisbach in Niederbayern teil. Auf dieser Synode diskutieren die Anwesenden unter anderem rechtliche Fragen des Klerus sowie die Teilnahme von Laien am Gottesdienst. In dieser Zeit wächst Simperts Ansehen, sodass er in Kirche und Reichspolitik als wichtige Persönlichkeit gilt.
  • 800: Arn: Am 25. Dezember 800 ist Arn bei der Kaiserkrönung Karls des Großen in Rom anwesend.
  • 802: Simpert: Um 802 integriert Simpert das Bistum Neuburg‑Staffelsee in das Bistum Augsburg, das dadurch territorial und institutionell gestärkt wird. Unter seiner Amtsführung wird der Augsburger Dom vollendet und geweiht, was die religiöse Bedeutung der Stadt sichtbar erhöht. Simpert bestattet als Bischof den Abt Waldram des Klosters Benediktbeuern und weiht Eliland zu dessen Nachfolger. Er kümmert sich ebenso um das Gedeihen des Klosters Sankt Mang in Füssen und fördert so das monastische Leben im süddeutschen Raum. In den Auseinandersetzungen zwischen Bayern und Franken wird Augsburg schwer in Mitleidenschaft gezogen, und Simpert trägt viel zum Wiederaufbau der Stadt bei. Er gilt in dieser Phase vermutlich als enger Vertrauter Karls des Großen, während Augsburg unter dessen Herrschaft massiv gefördert wird.
  • 807: Simpert: Simpert stirbt an einem 13. Oktober, vermutlich im Jahr 807, in Augsburg, nachdem er von 778 bis 807 als Bischof von Augsburg wirkt. Sein offizielles Sterbedatum wird später mit „13. Oktober 807“ angegeben, obwohl die Jahreszahl ursprünglich nicht sicher überliefert ist. Seit 1492 ruhen seine Reliquien in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg, nachdem Abt Konrad Mörlin sich nachhaltig für die Überführung eingesetzt und den Kult des Heiligen gefördert hat. In dieser Kirche entsteht später ein barockes Grabdenkmal Simperts, das dem Bildhauer Johann Jakob Herkomer (1652–1717) zugeschrieben wird. Der Gedenktag Simperts ist der 13. Oktober, der sich an seinem Sterbetag orientiert. Er ist dritter Schutzpatron von Stadt und Bistum Augsburg neben Ulrich und Afra.
  • 809: Arn: ​Er nimmt 809 am Konzil von Aachen teil und formuliert dort Beschlüsse, die Kaiser Karl annimmt und an den Papst weiterleitet.
  • 821: Arn stirbt am 24. Januar 821 in Salzburg. Die römisch-katholische Kirche verehrt ihn als Seligen; sein Gedenktag ist der 24. Januar.
  • 822: Eigil stirbt 822 hochbetagt im Kreis seiner Brüder im Kloster Fulda, wahrscheinlich am 15. Juni oder alternativ am 6. August. Sein Sterbeort ist Fulda. Sein Grab befindet sich in der als Abtsgrablege konzipierten Krypta der von ihm in Auftrag gegebenen Michaelskirche. Der Überlieferung nach gräbt Eigil dieses Grab nach dem Vorbild Benedikts von Nursia mit eigenen Händen. Um 840 verfasst der Fuldaer Mönch Brun Candidus eine Biographie Eigils. Dieses Werk entsteht als opus geminum in zwei Büchern, eines in Prosa (Buch I) und eines in Versen (Buch II). Der katholische Gedenktag Eigils ist am 15. Juni.
  • zuletzt 757

LANGOBARDENREICH

  • König Desiderius (757–774)
    Desiderius marschiert in das Herzogtum Spoleto ein, nimmt Herzog Alboin gefangen und setzt das herzogtum zunächst nicht wieder als Lehen ein. herzog Liutprand von Benevent flieht nach Otranto; Desiderius setzt Arichis II. als neuen Herzog von Benevent ein und verheiratet ihn mit seiner Tochter Adelperga.
  • Erzbischof Leto Marcellino (745-759)
  • 759: Desiderius: 759 krönt Desiderius seinen Sohn Adelchis zum Mitkönig, um die Nachfolge zu sichern, und beide beschenken die Klöster San Salvatore in Brescia und Farfa in Spoleto reich mit Besitzungen. Desiderius nimmt über den byzantinischen Gesandten Georgios diplomatische Beziehungen zu Kaiser Konstantin V. auf und versucht, ein gegen den Papst gerichtetes Bündnis zu schließen, das aber nicht zustande kommt. Papst Paulus I. fühlt sich 759 von einer möglichen byzantinischen Invasion bedroht und sucht durch fränkische Vermittlung ein Bündnis mit Desiderius.
  • 759: Leto Marcellino stirbt am 4. April 759 in Mailand. Erzbischof Tomaso (759-783)
  • 760: Desiderius: Im April 760 macht Desiderius den fränkischen Gesandten Bischof Remedius und Dux Autchar Zugeständnisse, gerät aber bald in Streit mit dem Papst, weil er zugesagte Städte doch nicht abtritt. Nach langwierigen Verhandlungen unter Einbeziehung der Franken wird der Konflikt erst 765 beigelegt.
  • 764: Desiderius: Um 764 geht Desiderius ein Bündnis mit Herzog Tassilo III. von Bayern ein und verheiratet seine Tochter Liutberga mit ihm.
  • 767: Desiderius: Nach dem Tod Papst Pauls I. kommt es 767–768 zu heftigen Nachfolgestreitigkeiten in Rom, in die Desiderius eingreift und in deren Verlauf der Gegenpapst Konstantin II. abgesetzt wird. Die langobardische Partei unter dem Priester Waldipert kann ihren Kandidaten Philipp nicht durchsetzen, doch dank der vorübergehenden Schwäche des Frankenreiches wird Desiderius Schutzherr des Papstes. Papst Stephan III. (768–772) hängt politisch stark von Desiderius ab, verweigert jedoch 769 die Weihe des von Desiderius gewünschten Bischofs von Ravenna.
  • 770: Desiderius: 770 heiratet Karl der Große eine namenlose Tochter des Desiderius, die in der Forschung „Desiderata“ genannt wird, nachdem seine Mutter Bertrada die Ehe zur Absicherung des fränkischen Südens ausgehandelt hat.
  • 771: Desiderius: Nach dem Tod Karlmanns 771 flieht dessen Witwe Gerperga mit ihren Söhnen zu Desiderius nach Italien, und Desiderius setzt in Rom langobardenfreundliche Berater durch.
  • 772: Desiderius: Nachdem Karl 772 seine langobardische Gemahlin verstößt, bildet der Hof des Desiderius ein Zentrum der Opposition gegen den Frankenkönig. Im Frühjahr 772 besetzt Desiderius Faenza, Ferrara und Comacchio, verwüstet das Umland von Ravenna und drängt Papst Hadrian I., die Söhne Karlmanns zu fränkischen Königen zu salben. Hadrian I. verweigert diese Salbung, entlässt seine pro‑langobardischen Ratgeber, und Desiderius besetzt daraufhin weitere Städte wie Senigallia, Jesi, Urbino, Gubbio und Otricoli und brandschatzt im römischen Dukat. Er marschiert gegen Rom, lässt sich angeblich nur durch die angedrohte Exkommunikation von einem Angriff abhalten, worauf Hadrian die Franken zu Hilfe ruft.
  • 773: Desiderius: Die Franken überschreiten im Sommer 773 die Alpen, und Desiderius verschanzte sich in Pavia, das ab September 773 belagert wird.
  • 774: Desiderius: Nach rund neun Monaten kapituliert er am 4. Juni 774, übergibt die Stadt, wird mit seiner Gemahlin ins Frankenreich deportiert und verbringt den Rest seines Lebens in Klosterhaft in der Abtei Corbie, während sein Sohn Adelchis nach Konstantinopel entkommt. Mit der Gefangennahme des Desiderius geht das langobardische Königtum auf Karl über, der sich in Pavia krönen lässt, während das Herzogtum Benevent im Süden als relativ selbstständiger, aber abhängiger Satellit des Frankenreiches weiterbesteht. Karl bestätigt außerdem die Pippinische Schenkung an die Kirche, aus der sich später der Kirchenstaat entwickelt, und Desiderius ist letztmals 786 bezeugt, sein Todesjahr bleibt unbekannt.
  • Fortsetzung unter FRÄNKISCHES REICH

Herzogtum Friaul

  • Herzog Petrus (751–774)
  • König Desiderius enthebt den Abt des Klosters San Silvestro in Nonantola, Anselm, seines Amtes und verbannt ihn nach Montecassino. Der Catalogus regum Langobardorum et Italicorum beschreibt dieses Exil als Folge der Ungnade beim neuen Herrscher; dort soll Anselm die ganze Regierungszeit Desiderius’ bleiben. Die älteste Fassung des Catalogus abbatum Nonantulanorum aus der Zeit 933–941 gibt für die Verbannung nur sieben Jahre an. Ein Diplom Desiderius’ von 758, wohl auf der Grundlage eines verlorenen Originals gefälscht, ist noch an den "venerabilis vir Anselmus abbas" adressiert, während ein Dokument von Mai 762 einen bislang unbekannten Abt "Silvester" nennt, den auch ein Diplom Adelchis’ von 771/772 erwähnt. Daraus ergibt sich, dass Anselm wahrscheinlich erst nach 758, vielleicht zwischen 760 und 761, tatsächlich ins Exil geht. Im Kloster wird Abt "Silvester" möglicherweise nie anerkannt, weshalb er in den Abtskatalogen fehlt, während Anselm seine Aufgaben zuvor an Vigilantius überträgt, der jedoch nie den Titel Abt beansprucht.
  • 774: ehemaliger Herzog Anselm: Nach der Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Großen kann der ehemlaige Herzog Anselm 774 sein Amt als Abt von Nonantola wieder aufnehmen. Über seine weitere Tätigkeit ist fast nichts überliefert, doch ist bekannt, dass König Karl nach der Eroberung Pavias und der Absetzung Desiderius’ auf Widerstand des Herzogs von Brescia, eines Neffen des Königs, trifft. Der fränkische König versucht nach vergeblichen Drohungen durch Vermittlung Anselms, den Rebellen zur Aufgabe zu bewegen, doch bleibt diese Gesandtschaft erfolglos. Anselm wirkt damit auch in der Spätphase seines Lebens als politischer und kirchlicher Vermittler.
  • 752: ehemaliger Herzog Anselm: Am 3. März 803 stirbt der Abt Anselm in seinem Kloster Nonantola. In der katholischen Kirche wird er als Heiliger und als Schutzpatron der Stadt Nonantola verehrt, sein Gedenktag ist der 3. März
  • 774: 774 erobert der Frankenkönig Karl I. (Karl der Große) das Langobardenreich und setzt Hrodgaud als neuen Herzog von Friaul ein.

Herzogtum Spoleto

  • Herzog Alboin (757–758)
    Papst Stephan II. verfolgt das Ziel, das langobardische Königtum in die Hände von Desiderius zu legen und zugleich den Einfluss der fränkischen Könige in Mittelitalien zu stärken. Während Stephan politisch vermittelt, bemüht er sich zugleich darum, dass die Herzogtümer Benevent und Spoleto ihre Huldigung (Hommage) dem Frankenkönig Pippin dem Jüngeren (Pippin der Kleine) erweisen. Alboin von Spoleto und Liutprand von Benevent empfehlen bzw. übergeben ihre Herzogtümer symbolisch der Oberhoheit des Frankenkönigs, obwohl Pippin eine solche Unterstellung zuvor gar nicht verlangt. König Desiderius reagiert auf diese eigenständige Hinwendung der Herzöge zu den Franken mit militärischer Gewalt. Er rückt mit seinem Heer gegen Spoleto und Benevent vor, verwüstet beide Herzogtümer und setzt damit der faktischen Autonomie der dortigen Herzöge ein Ende. Im Zuge dieses Feldzuges wird Alboin von Spoleto gefangen genommen, während Liutprand von Benevent die Flucht ergreift. Desiderius übernimmt anschließend selbst die Ausübung der herzoglichen Gewalt in Spoleto und vereint so königliche und ducalen Befugnisse in seiner Person.

​ Herzogtum Benevent

  • Herzog Liutprand (751–758)
    König Desiderius marschiert in das Herzogtum Spoleto ein, nimmt den Herzog Alboin gefangen und lässt das Herzogtum zunächst unbesetzt. Liutprand von Benevent flieht in das byzantinische Otranto, und Desiderius setzt seinen Schwiegersohn Arichis II. als neuen Herzog von Benevent ein. Liutprands weiteres Schicksal ist unbekannt.
  • Herzog Arichis II. (758–787)
    Arichis II. wurde 734 geboren; die Namen seiner Eltern bleiben unbekannt, doch hat er eine Schwester, die er später zur ersten Äbtissin des von ihm gegründeten Klosters Santa Sofia in Benevent macht. Nach der Einsetzung gibt ihm Desiderius seine Tochter Adelperga zur Frau; Adelperga bringt ihren Lehrer, den Gelehrten Paulus Diaconus, an den Hof von Benevent mit. Sie ist für ihre Kenntnisse in Philosophie, Poesie, Geschichte und Exegese bekannt, und Paulus Diaconus wirkt als Lehrer und Autor am Hof. In den folgenden Jahren festigt und erweitert Arichis seine Herrschaft gegenüber Pavia, dem Papst, Neapel und Byzanz und baut die Eigenständigkeit Benevents aus. Er nutzt die Entfernung zum königlichen Zentrum in Norditalien und die Zersplitterung der Macht in Italien, um Benevent zu einem faktisch selbständigen langobardischen Herrschaftsraum zu machen, während die formale Oberhoheit des Königs bestehen bleibt.
  • 774: Arichis: Gleichzeitig pflegt er kulturelle und kirchliche Stiftungen: Er gründet das Kloster Santa Sofia in Benevent und setzt im November 774 seine Schwester als erste Äbtissin ein, womit er seine Familie auch geistlich und institutionell verankert. Im Jahr 774 erobert Karl der Große das Langobardenreich, setzt König Desiderius ab und nimmt selbst den Titel eines Königs der Langobarden an, womit die bisherige politische Ordnung in Italien zusammenbricht. Arichis II. reagiert auf die neue Lage, indem er mit Karl dem Großen ein Bündnis schließt, das die fränkische Oberhoheit formell anerkennt, Benevent aber faktisch selbstständig lässt. Noch im Jahr 774 nimmt Arichis II. den Titel eines princeps an und regiert mit königsgleicher Macht, wobei er sein Principat als Fortsetzung des langobardischen Königtums versteht und damit die Eigenständigkeit Benevents gegenüber dem nun fränkisch beherrschten Norden demonstriert. Nach 774 greift Arichis II. in Bereiche, die bisher dem Königtum vorbehalten sind, und nimmt das königliche Recht in Anspruch, Gesetze zu erlassen. Er novelliert den Edictus Rothari, das langobardische Gesetzeswerk, und tritt damit bewusst als gesetzgebender Herrscher auf, um seinen prinzlichen Rang zu untermauern. In der Darstellung seines Herrschertums orientiert er sich überwiegend an byzantinischen Vorbildern und verbindet langobardische Traditionen mit byzantinischer Repräsentation, um seine Stellung zwischen Franken und Byzanz symbolisch zu festigen.
  • 787: Arichis: Nach 780 verschärft sich die politische Lage in Italien durch die fränkisch‑byzantinische Annäherung, sodass Arichis II. eine vorsichtige Politik gegenüber Papst Hadrian I. und Karl dem Großen betreibt. Er lässt in Salerno einen Palast errichten und verstärkt die Befestigungen der Stadt, um dort einen stark gesicherten Zweitsitz beziehungsweise Rückzugsort zu haben, der näher an der Küste und der byzantinischen Einflusssphäre liegt. Um 787 greift er das byzantinische Kastell Amalfi an, zieht sich jedoch zurück, als Hilfstruppen aus Neapel eintreffen, und schließt Frieden, womit er zeigt, dass er zwar offensiv agiert, aber direkte Konfrontationen mit der byzantinisch‑neapolitanischen Allianz meidet. Im Jahr 787 entsendet Arichis II. seinen Sohn Romuald mit Geschenken zu Karl den Großen, der sich in Rom aufhält, um seine Bündnistreue zu den Franken zu bekräftigen und eine Eskalation zu verhindern. Karl nimmt jedoch Romuald, wahrscheinlich auf Betreiben Papst Hadrians I., als Geisel, marschiert mit seinem Heer nach Süden und zieht nach Capua in das Gebiet von Benevent, während sich Arichis II. in das stark befestigte Salerno zurückzieht. Unter diesem Druck schickt Arichis seinen Sohn Grimoald zu Karl dem Großen und handelt einen Friedensvertrag aus, der einen persönlichen Treueid und einen jährlichen Tribut von 7000 solidi vorsieht und außerdem die Abtretung der Städte Arce, Aquino, Arpino, Sora, Teano und Capua an den Kirchenstaat verlangt, um einen Korridor zwischen Rom und Neapel zu schaffen. Grimoald III. folgt als Geisel seines Vaters Karl dem Großen ins Frankenreich, während Romuald freigelassen wird und damit in Benevent verbleiben kann. Inzwischen endet die fränkisch‑byzantinische Allianz, und Arichis II. nutzt die neue Lage, indem er die vereinbarte Abtretung der Städte an den Papst nicht ausführt und stattdessen offenbar ein Bündnis mit Byzanz und seinem im Exil lebenden Schwager Adelchis anstrebt. Auf diese Weise versucht er, zwischen den Großmächten zu manövrieren und die territoriale Integrität seines Fürstentums zu bewahren, obwohl sein Sohn weiterhin als Geisel im Frankenreich festgehalten wird. Am 26. August 787 stirbt Arichis II. in Salerno, kurz bevor eine Gesandtschaft der Kaiserin Irene eintrifft, die ihm den Titel eines Patrikios verleihen soll, was seine Stellung im byzantinischen Herrschaftsverständnis zusätzlich erhöht hätte. Er wird in der Kathedrale von Salerno bestattet, was die Bedeutung dieser Stadt als zweitem Machtzentrum bestätigt. Solange Karl der Große zögert, Grimoald III. aus der fränkischen Geiselhaft nach Benevent zu entlassen, übernimmt Adelperga für einige Monate die Regentschaft, bis Grimoald III. schließlich als Herzog von Benevent und Salerno nachfolgt und die von Arichis II. geschaffene prinzliche Herrschaft fortsetzt.
  • 788: Herzog Grimoald III. (788-806)

Fortsetzung 759

  • Zuletzt 758

SPANIEN

Königreich Asturien

  • 761: Der Abt Máximo und sein Onkel Fromestano gründen die Stadt Oviedo, indem sie zu Ehren des Heiligen Vinzenz dort eine Kirche errichten.​
  • Fortsetzung 765
  • 765: Aus Angst, dass sein Bruder Vimarano aufgrund seiner Beliebtheit den Thron gewinnen könnte, tötet Fruela ihn eigenhändig. Dafür wird er "der Grausame" genannt.​ Als Zeichen der Reue adoptiert Fruela Vimaranos Sohn Vermudo als seinen eigenen Sohn.
  • 768: Fruela bringt einen Sohn zur Welt, der später als Alfons II. bekannt wird, und wird im gleichen Jahr von seinen Gegnern in Cangas ermordet. Fruela und seine Frau Munia werden gemeinsam in der Kathedrale von Oviedo bestattet.
  • zuletzt 757

KIRCHENSTAAT

  • Papst Paul I. (757–767)
    Im Jahr 758 verschärft sich die Lage, als die Langobarden die Herzogtümer Spoleto und Benevent in ihre Hand bringen. Dadurch geraten weitere vormals lose abhängige oder umstrittene Gebiete direkt unter langobardische Kontrolle und rücken politisch näher an Rom heran. Nach der Niederschlagung eines Aufstands im Herzogtum Benevent kehrt Desiderius nach Norden zurück und nutzt die Gelegenheit, Rom persönlich zu besuchen. In Rom übt er so starken Druck auf Paul aus, dass dieser gezwungen ist, einen Brief an König Pippin zu verfassen, in dem er die Anerkennung sämtlicher langobardischer Forderungen durch den Frankenkönig erbitten soll. Desiderius stellt in Aussicht, die Stadt Imola an den Papst zurückzugeben, knüpft dies aber daran, dass Paul Pippin dazu bewegt, langobardische Geiseln, die sich in fränkischer Hand befinden, freizugeben. Paul willigt ein und sendet Pippin ein entsprechendes Schreiben, um sowohl die Rückgabe Imolas als auch den Bestand des fränkisch-päpstlichen Bündnisses zu sichern. König Pippin bewertet die Lage jedoch so, dass gute Beziehungen zu Desiderius aus machtpolitischen Gründen notwendig bleiben. In der Folge bleibt Pauls doppelgleisige Taktik, zugleich die Unterstützung der Franken zu erhalten und dem Druck des Langobardenkönigs nachzugeben, weitgehend ohne greifbaren Erfolg. Trotz dieser Spannungen wendet sich Pippin später wieder unterstützend dem Papst zu und übernimmt eine Vermittlerrolle zwischen Rom und den Langobarden. Er tritt als Schiedsrichter in den territorialen Streitigkeiten auf und versucht, einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen des päpstlichen Stuhls und den Forderungen Desiderius’ herzustellen.
  • Fortsetzung 759
  • 759: Paul: Parallel dazu verschlechtert sich das Verhältnis zum oströmischen Kaiserreich immer weiter. Mehrfach, besonders deutlich im Jahr 759, fürchtet Paul, dass der Kaiser ein Heer nach Italien entsenden könnte, um Rom zu bedrohen oder zu kontrollieren. Diese Furcht führt dazu, dass Paul in ständiger Sorge vor einem Versuch steht, den fränkischen Einfluss in Italien zugunsten der Langobarden und im Sinne des Kaisers zu verschieben. Ein solcher Versuch, die Franken gegen den Papst auszuspielen und sie stärker an langobardische Interessen zu binden, wird tatsächlich unternommen, bleibt aber letztlich erfolglos, weil Pippin an seiner bisherigen Italienpolitik festhält.
  • Fortsetzung 765
  • 765: Paul: Im Jahr 765 gelingt es, die päpstlichen Vorrechte in den Herzogtümern Benevent und Toskana wiederherzustellen. Im Herzogtum Spoleto wird zumindest ein Teil dieser Privilegien erneut anerkannt, sodass die Stellung des Papstes in Mittelitalien relativ gestärkt hervorgeht.
  • 767: Paul: Paul I. regiert als Papst von seiner Wahl im Mai 757 bis zu seinem Tod im Jahr 767. Am 28. Juni 767 stirbt er in Rom, nachdem sein gesamtes Pontifikat von der Sicherung der päpstlichen Territorien und der Balance zwischen Franken, Langobarden und dem oströmischen Kaiser geprägt ist. Papst Stephan III. (768–772)

REPUBLIK VENEDIG

  • 761: 761 schließt Kaiser Konstantin V. mit Desiderius ein Bündnis mit dem Ziel, Ravenna zurückzugewinnen, wobei auch die Lagune Truppen stellen soll, doch dieses Vorhaben bleibt letztlich erfolglos.
  • Fortsetzung 764
  • 764: Domenico versucht offenbar, sich der Kontrolle durch diese Tribunen zu entziehen, während diese ihrerseits versuchen, den Dogen zu beherrschen. In den fortgesetzten Machtkämpfen in der Lagune verliert Domenico schließlich die Auseinandersetzung, wird gestürzt und geblendet; Zeitpunkt und Ort seines Todes bleiben unbekannt. Nach der spätmittelalterlichen Überlieferung regierte Domenico etwa acht Jahre, ehe die Venezianer ihm nach einer Verschwörung die Augen ausreißen und ihn des Amtes berauben. Mit seinem Nachfolger Maurizio Galbaio beginnt nach zeitgenössischer Darstellung eine längere Phase inneren Ausgleichs, und zugleich setzt die um 1000 entstandene, besser gesicherte Überlieferung ein. Doge Maurizio Galbaio (764–797)
  • zuletzt 756

KARANTANIEN

  • 767: Nach 767, nach der Weihe der Kirche in Maria Saal, stirbt Modestus, was die organisierte Missionsbewegung schwächt und ihr weiteres Vorankommen erschwert.
  • Fortsetzung 768
  • 769: Fürst Cheitumar stirbt, wodurch die christlich-fränkische Herrschaftstradition in Karantanien in eine Krise gerät.​ Nach Cheitumars Tod versucht Valhun, sich in dieser Herrschaftstradition als Nachfolger durchzusetzen und die Kontrolle über Karantanien zu übernehmen. Die heidnischen Slawen organisieren jedoch mehrere Aufstände gegen die neue Ordnung, was die Lage destabilisiert und die fränkisch-bairische Position schwächt.​
  • 772: Erst 772 kann Herzog Tassilo III. von Baiern militärisch in Karantanien eingreifen, die Aufstände niederschlagen und Valhun als Herrscher einsetzen, wodurch die fränkisch-bairische Oberherrschaft erneut gefestigt wird. Die Christianisierung Karantaniens wird danach nicht mehr primär durch eine feste Diözesenstruktur, sondern vor allem durch Wanderpriester fortgesetzt, die weiterhin im Land missionieren.
  • zuletzt 757

ERSTES BULGARISCHES REICH

  • 759: Im Jahr 759 marschiert Kaiser Konstantin V. erneut nach Norden in Richtung Bulgarien. Am Rischkipass geraten die Byzantiner in einen Hinterhalt beziehungsweise in eine ungünstige Lage und werden von den Bulgaren geschlagen. Winech weigert sich nach diesem Sieg, die geschlagenen Byzantiner zu verfolgen und ihre Niederlage auszunutzen. Diese Weigerung löst Unzufriedenheit in Bulgarien aus und führt dazu, dass Winech gestürzt und getötet wird. Auf den bulgarischen Thron folgt anschließend Khan Telez aus dem Haus Ugain. [http://de.wikipedia.org/wiki/Telez Knjas Telez (761–765) Fortsetzung 765
  • Zuletzt 753

BYZANTINISCHES REICH

  • 759: Im Jahr 759 dringt Konstantin V. erneut nach Bulgarien ein, erleidet jedoch in der Schlacht am Rischkipass eine vernichtende Niederlage gegen die Bulgaren. Diese Niederlage zeigt, dass der Konflikt trotz des Sieges von Marcellae militärisch keineswegs entschieden ist.
  • Fortsetzung 769
  • 769: Irene: Irene wurde um 752 in Athen geboren und wuchs als Waise in einer vornehmen Familie aus Athen auf, wahrscheinlich der Familie der Sarantapechos. 769 wählt Kaiser Konstantin V. sie als Braut für seinen Sohn Leo; am 17. Dezember 769 heiratet Irene den Thronfolger Leo in Konstantinopel und wird gleichzeitig zur Kaiserin gekrönt.
  • 769: 769 heiratet der Thronfolger Leo Irene aus Athen, die spätere Regentin des Reiches.
  • 762: Im Jahr 762 deportiert Konstantin Slawen aus den Grenzgebieten und im Folgejahr siegt er bei Anchialus, gefolgt von der Tötung bulgarischer Adliger durch die Zirkusparteien in Konstantinopel.
  • 765: Mehrere Aufstände und Verschwörungen gegen seine Herrschaft werden aufgedeckt und teils blutig niedergeschlagen, vor allem 765, als zahlreiche Würdenträger öffentlich bestraft und Patriarch Konstantin II. abgesetzt wird. - Nach weiteren Feldzügen 765 und der Ermordung von Toktu und Pagan destabilisiert Konstantin Bulgarien nachhaltig; insgesamt verlieren sechs bulgarische Monarchen wegen Kriegsniederlagen ihren Thron.
  • 766: Konstantin II.: Im Juni 766 wird eine Verschwörung unter Konstantin Podopagouros gegen Kaiser Konstantin V. aufgedeckt, in die auch Patriarch Konstantin II. verwickelt ist. Nach der Aufdeckung der Verschwörung wird Konstantin II. im Jahr 766 als Patriarch abgesetzt und ins Gefängnis geworfen. Patriarch Niketas I. (Konstantinopel, 766–780)
  • 767: Konstantin II.: Am 7. Oktober 767 wird der ehemalige Patriarxh Konstantin II. durch den Hippodrom von Konstantinopel geführt, dort öffentlich zur Schau gestellt und schließlich enthauptet.
  • 771: Irene: Im Januar 771 bringt Irene ihren Sohn Konstantin zur Welt, den späteren Kaiser Konstantin VI.
  • 775: Der bulgarische Herrscher Telerig kontaktiert Konstantin, um Hilfe zu erbitten, woraufhin der Kaiser seine Geheimagenten preisgibt, die daraufhin in Bulgarien aufgedeckt und getötet werden. Constantine bricht erneut zu einem Kriegszug gegen Bulgarien auf, erkrankt unterwegs an Karbunkeln und stirbt auf dem Rückweg nach Konstantinopel am 14. September 775.​ Konstantin hinterlässt eine starke Verwaltung und Armee, wohlhabenden Staat und gefestigte Zentralmacht. Er ignoriert Randgebiete wie Italien, verliert diese letztlich durch politische Entwicklungen und die Ablehnung der Ikonoklasmuspolitik in Rom und Italien. Durch seine ikonoklastische Haltung wird er von späteren und zeitgenössischen byzantinischen Autoren verteufelt; die Bevölkerung und das Heer hingegen sehen ihn als erfolgreichen und prophezeihenden Herrscher. Nach seinem Tod entfernt man auf Initiative der Ikonodulen seine Gebeine aus der Kaisergruft. Spätere militärische Niederlagen der Byzantiner führen dazu, dass Soldaten des Tagmata an seinem Grab um neue Führung beten. Die Überlieferungen zur Regierungszeit Konstantins stammen fast ausschließlich von ikonodulen Autoren und gelten daher als tendenziös und in Bezug auf seine Motive und die Ausmaß der Unterdrückung nur eingeschränkt zuverlässig.
  • 775: Kaiser Leo IV. (775–780) Am 14. September 775 stirbt Konstantin V. während eines Feldzuges gegen das Bulgarische Reich, und Leo tritt als alleiniger Kaiser die Herrschaft an. Zu diesem Zeitpunkt leidet Leo an Tuberkulose, und die Jugend seines Sohnes Konstantin VI. ermutigt seine Halbbrüder Nikephoros und Christophoros, als caesares auf den Thron zu hoffen.
  • 775: Irene: 775 stirbt Konstantin V.; Leo besteigt als Leo IV. den Thron, Irene ist nun kaiserliche Gemahlin ohne eigene formale Macht.
  • 776: Leo IV: 776 erhebt Leo seinen Sohn Konstantin zum Caesar und erklärt ihn damit ausdrücklich zu seinem Nachfolger, was die Hoffnungen der Halbbrüder zunichtemacht. Kurz darauf wird eine Verschwörung der Halbbrüder Nikephoros und Christophoros gegen Leo entdeckt; trotz der öffentlichen Meinung, die ihre Hinrichtung fordert, begnadigt Leo sie und verbannt lediglich mehrere andere Mitverschwörer nach Cherson. In den Jahren 776–777 sucht der bulgarische Khan Telerig in Konstantinopel Zuflucht, wird im Beisein Leos getauft und heiratet eine Verwandte der Kaiserin Irene. Dieses Ereignis zeigt enge Beziehungen zwischen dem Byzantinischen Reich und den Bulgaren unter Leo, die auf den erfolgreichen Feldzügen Konstantins V. gegen Bulgarien zwischen 760 und 775 beruhen und eine Phase des Friedens begründen. Leo setzt die Umsiedlungspolitik seines Vaters fort und lässt Gefangene aus Städten an der arabischen Grenze, darunter Germanikeia, Melitene und Theodosioupolis, in neu errichtete Militärlager oder Festungen (castra) in Thrakien übersiedeln. 775–785 regiert Kalif al-Mahdi das Abbasidenkalifat, und 776 beginnt er persönlich einen Einfall in das Byzantinische Reich
  • 776: Leo IV: 778 reagiert Byzanz mit einem Gegenschlag und fällt mit einem Heer aus mehreren Themen in Syrien ein: dem Opsikion-Thema unter Gregorios, dem Anatolikon-Thema unter Artabasdos, dem Armeniakon-Thema unter Karisterotzes, dem Bukellarier-Thema unter Tatzates und dem Thrakesion-Thema unter dem bevorzugten Feldherrn der isaurischen Dynastie, Michael Lachanodrakon. Lachanodrakon belagert zunächst Germanikeia, hebt die Belagerung dann jedoch wieder auf – laut Theophanes den Bekenner, weil er bestochen wird – und beginnt, das Umland zu plündern und zahlreiche jakobitische Christen nach Thrakien zu deportieren. Die Abbasiden greifen Lachanodrakon während dieser Plünderungen an, werden jedoch von mehreren byzantinischen Heeren entscheidend geschlagen, und die beteiligten byzantinischen Feldherren erhalten bei ihrer Rückkehr nach Konstantinopel einen triumphalen Einzug.
  • 776: Leo IV: 779 gelingt es Leo, einen weiteren Angriff der Abbasiden auf Kleinasien erfolgreich zurückzuschlagen.
  • 776: Leo IV: Am 8. September 780 stirbt Leo in Konstantinopel an einem heftigen Fieber infolge seiner Tuberkulose. Sein etwa neunjähriger Sohn Konstantin VI. folgt ihm als Kaiser nach, während Irene als Regentin die tatsächliche Regierungsgeschäfte übernimmt.
  • 780: Regentin Irene (780-790) 780 stirbt Leo IV. überraschend, Konstantin VI. wird als Kind zum Kaiser ausgerufen, und Irene übernimmt als seine Mutter die Regentschaft. Noch 780 scheitert der Versuch des Logotheten Nikephoros, den Thron an sich zu reißen, und Irene lässt ihn scheren und in ein Kloster bringen.
  • 781: Irene: 781 versucht der Stratēge Elpidios, sich in Sizilien zum Kaiser zu erheben; Irene lässt ihn absetzen und fliehen, und er schließt sich den Arabern an. 781/782 bricht Irene Verhandlungen über eine Heirat ihres Sohnes mit Rotrud, der Tochter Karls des Großen, ab, nachdem sie zunächst ein Verlöbnis eingeleitet hat.
  • 782: Irene: 782 führt Irene einen Feldzug gegen die Araber, der mit einer Niederlage der Byzantiner endet und sie zu einem Tributfrieden mit dem Kalifen Hārūn ar-Raschīd zwingt.
  • 783: Irene: 783 schickt sie den eunuchischen General Staurakios gegen Slawen und Bulgaren auf dem Balkan, wo dieser erfolgreich operiert und byzantinische Herrschaft festigt.
  • 784: Irene: 784 setzt Irene ihren Vertrauten Tarasios als Patriarchen von Konstantinopel ein, um die kirchliche Politik in ihrem Sinn zu lenken.
  • 784: Patriarch Tarasios (784–806) Tarasios wird um 730 in Konstantinopel geboren und wächst dort als Sohn eines hochrangigen Richters in einer angesehenen Familie auf. Er hat einen älteren Bruder namens Sisinnios, der später bei einem Einfall in Kalabrien in den Jahren 788–789 gefangen genommen wird.​ Er schlägt zunächst eine weltliche Laufbahn ein, wird Senator und steigt schließlich zum kaiserlichen Sekretär (asekretis) für Kaiser Konstantin VI. und seine Mutter, die Kaiserin Irene von Athen, auf. Als Patriarch Paul IV. von Konstantinopel ins Kloster zurücktritt, empfiehlt dieser den Laienbeamten Tarasios als seinen Nachfolger.​ Tarasios zeigt eine ikonodulen Haltung und ist bereit, kaiserliche Anordnungen zu befolgen, solange sie dem Glauben nicht widersprechen, weshalb Irene ihn 784 zum Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel auswählt, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch Laie ist. Er nimmt das Amt nur unter der Bedingung an, dass die Kircheneinheit mit Rom und den orientalischen Patriarchaten wiederhergestellt wird und ein Konzil zur Ikonoklastenfrage einberufen wird; dafür wird er zum Diakon, dann zum Priester und schließlich zum Bischof geweiht.​ Vor seiner endgültigen Annahme des Patriarchenamtes fordert und erhält Tarasios das Versprechen, dass die Verehrung der Ikonen in der Kirche wiederhergestellt wird.
  • 787: Irene: 787 beruft sie das Zweite Konzil von Nicäa ein, auf dem die Verehrung von Ikonen wieder zugelassen und dogmatisch festgelegt wird, dass Ikonen geehrt, aber nicht angebetet werden dürfen. 787/788 verstärkt Irene ihren Einfluss am Hof und stützt sich auf eine Partei der Ikonodulen, während sie gleichzeitig aristokratische Gegner zurückdrängt. - Im Jahr 787 verwirft das Zweite Konzil von Nicäa das Konzil von Hiereia (754) und bezeichnet es als „Pseudosynode“. Die neuere Forschung, etwa von Leslie Brubaker sowie von Torsten Krannich, Christoph Schubert, Claudia Sode und Annette von Stockhausen, untersucht und bewertet die ikonoklastische Synode von Hiereia 754 im Kontext des byzantinischen Bilderstreits.
  • 787: Tarasios: Im Rahmen seiner Bemühungen um bessere Beziehungen zu Rom bewegt er Irene dazu, Papst Hadrian I. einzuladen, Gesandte zu einem neuen Konzil nach Konstantinopel zu schicken, das die Häresie verurteilen soll; nach einem gescheiterten Auftakt 786 in der Apostelkirche kommt das Konzil 787 in Nikaia erneut zusammen. Dieses Zweite Konzil von Nikaia verurteilt den Ikonoklasmus, billigt die Ikonenverehrung offiziell, und Tarasios führt anschließend eine gemäßigte Politik gegenüber ehemaligen Ikonoklasten, was ihm den Widerstand Theodoros des Studiten und seiner Anhänger einträgt.​
  • 788: Irene: 788 löst sie die Verlobung Konstantins mit Rotrud endgültig und lässt für ihn eine neue Braut, Maria von Amnia, auswählen, um ihre außenpolitische Linie zu ändern.
  • 790: Irene: 790 erklärt Konstantin VI. seine Volljährigkeit und verlangt Alleinherrschaft; Irene versucht, ihre Regentschaft fortzuführen, was zu Unmut im Heer führt. 790 meutern armenische Truppen, rufen Konstantin zum alleinigen Basileus aus und zwingen Irene, ihre Ansprüche zeitweilig aufzugeben und sich aus der Politik zurückzuziehen.
  • 792: Mitkaiserin Irene (792-797), Kaiserin Irene (797-802) 792 versöhnt sich Konstantin mit seiner Mutter, erhebt Irene wieder zur Mitkaiserin und setzt sie erneut an die Spitze der Regierungsgeschäfte. In den folgenden Jahren tritt Konstantin militärisch erfolglos gegen Bulgaren auf, was seinen Ruf im Heer weiter schwächt und Irenes Position stärkt.
  • 795: Irene: 795 verstößt Konstantin seine Gemahlin Maria von Amnia und heiratet Theodote, was einen Skandal auslöst und Teile von Klerus und Volk gegen ihn aufbringt. 795/796 nutzt Irene die Unzufriedenheit mit Konstantin, um ihre Anhänger im Palast und in der Verwaltung zu sammeln und einen Umsturz vorzubereiten.
  • 795: Tarasios: Etwa ein Jahrzehnt später gerät Tarasios in eine neue Auseinandersetzung, als Kaiser Konstantin VI. im Januar seine Frau Maria von Amnia verstößt und Tarasios diese Scheidung widerwillig hinnimmt. Viele Mönche empören sich darüber, und obwohl Tarasios sich weigert, der zweiten Eheschließung mit Theodote persönlich vorzustehen, wird ihm doch vorgeworfen, sie ermöglicht zu haben, sodass er schließlich unter starkem Druck von Theodoros dem Studiten den Priester exkommuniziert, der diese zweite Ehe geschlossen hat.​ In den folgenden Jahren dient Tarasios weiterhin loyal den aufeinanderfolgenden Herrschern Irene und Nikephoros I., wird aber wegen angeblicher Duldung von Simonie kritisiert. Seine Nachgiebigkeit gegenüber sehr unterschiedlichen Kaisern trägt jedoch dazu bei, dass er im Amt bleibt und bis zu seinem Tod am 25. Februar 806 Patriarch von Konstantinopel ist; spätere Ernennungen von Laien wie Nikephoros I. und Photios I. zu Patriarchen orientieren sich teilweise an seinem Beispiel.​
  • 797: Irene: 797 lässt Irene eine Verschwörung gegen Konstantin durchführen; der Kaiser wird gefangen genommen, geblendet und stirbt später an den Folgen, wodurch Irene alleinige Herrscherin wird. Nach 797 lässt sie sich auf Münzen und Siegeln mit eigenen Titeln darstellen, meist als Basilissa oder Augusta, und verzichtet offiziell auf den männlichen Titel Basileus, auch wenn einige Quellen ihr die Form „Irene Basileus“ zuschreiben. Um 797 beginnt Irene, die Steuern zu senken, um Popularität bei Volk und Hauptstadtbevölkerung zu gewinnen, was jedoch die Finanzen des Reiches belastet. In den folgenden Jahren verschlechtern sich die Staatsfinanzen; Irene muss wertvolle Kirchenschätze und kaiserliche Güter veräußern, um Einnahmen zu erzielen. Zwischen ihren wichtigsten Höflingen, insbesondere Staurakios und Aëtios, entstehen heftige Rivalitäten um Einfluss, die die Regierungspolitik der Kaiserin schwächen. Einflussreiche Kreise des Hofes versuchen mehrmals, ihren Schwager Nikephoros, einen Sohn Konstantins V., auf den Thron zu bringen; Irene kann diese Pläne zunächst vereiteln.
  • 800: Irene: 800 erklärt Papst Leo III., dass in Rom der Kaiserthron vakant sei, da Irene als Frau nach römischem Recht kein legitimes Oberkommando über das Heer führen kann, und krönt Karl den Großen am 25. Dezember in Rom zum Kaiser. Um 800 prüft Irene zeitweise Heiratspläne mit Karl dem Großen, die eine Vereinigung der beiden Reichshälften ermöglichen sollen, doch diese Pläne bleiben unausgeführt. In den letzten Regierungsjahren verschärft sich der innenpolitische Widerstand gegen Irene, vor allem im Heer und unter den Finanzbeamten, die ihre Politik als ruinös empfinden.
  • 802: Irene: 802 schmiedet der Logothete Nikephoros, der Finanzminister, einen Plan, Irene zu stürzen, und gewinnt dazu Unterstützung im Militär und in der Verwaltung. Am Morgen des 31. Oktober 802 dringt Nikephoros mit Anhängern in den Palast von Eleutherios ein, nimmt Irene gefangen und setzt sie ab. Noch am selben Tag wird Nikephoros ohne Blutvergießen in Konstantinopel zum neuen Kaiser gekrönt, während Irene in die Verbannung geschickt wird. 802/803 wird Irene auf die Insel Lesbos gebracht, wo sie in bescheidenen Verhältnissen lebt und keine politische Rolle mehr spielt. Kaiser Nikephoros I. (802–811)
  • 803: Irene: Am 9. August 803 stirbt die ehemalige Kaiserin Irene auf Lesbos; die orthodoxe Kirche verehrt sie wegen ihrer Rolle in der Wiederherstellung der Ikonenverehrung später als Heilige.
  • 806: Tarasios: Nach seinem Tod wird Tarasios trotz mancher Kritik an seiner Schwäche gegenüber der kaiserlichen Macht in den Ostkirchen als Heiliger verehrt, weil er die Ikonen verteidigt und sich für Frieden und Einheit der Kirche einsetzt. Sein Gedenktag wird in den Ostkirchen am 25. Februar (nach julianischem Kalender mit entsprechendem gregorianischem Datum) und in der lateinischen Kirche am 18. Februar gefeiert.
  • Zuletzt 757

IBERIEN

  • 760: Nach dem Ende seiner Herrschaft folgt ihm sein Sohn Nerse als Fürst nach und übernimmt die Stellung an der Spitze Iberiens. Adarnase III bleibt damit als Bindeglied zwischen der Generation seines Vaters Nerse I. Nersiani und der seines Sohnes Nerse in der Nersianiden-Dynastie verankert. Fürst Nerse (760–772,775–779/80) Fortsetzung 756
  • Zuletzt 748

DABUYIDEN

  • 759: Kurz darauf nutzt Khurshid den Aufstand von Abd al-Jabar ibn Abd al-Rahman, des Gouverneurs von Chorasan, um die Unterwerfung unter das Kalifat erneut abzustreifen.​ Kalif al-Mansur reagiert, indem er seine Generäle Abu al-Khaṣib Marzuq und Khazim ibn Khuzayma mit dem Auftrag nach Tabaristan schickt, das Land vollständig zu unterwerfen und als reguläre Provinz ins Kalifat einzugliedern. Khurshid zieht sich in die Gebirgsfestung al-Tak zurück, wo er 759–760 belagert wird. Er entkommt persönlich nach Daylam, doch al-Tak fällt schließlich, und mit der Festung geraten seine Familie und zahlreiche Angehörige seines Hofes in abbasidische Gefangenschaft und werden nach Bagdad gebracht.​
  • Fortsetzung 760
  • 760: Von Daylam aus versucht Khurshid, sein Reich zurückzugewinnen. Er wirbt ein Heer aus den Gebirgsbewohnern der Region an und fällt 760 nach Tabaristan ein, wird jedoch von den abbasidischen Kräften zurückgeschlagen und zieht sich erneut nach Daylam zurück. Nachdem er von der Gefangennahme seiner Familie erfährt, soll er ausrufen, dass nach einem solchen Schlag jedes Verlangen nach Leben und Freude erloschen sei und dass der Tod selbst Trost und Erleichterung sei. Daraufhin nimmt er Gift und bringt sich vermutlich 761 selbst um.​ Nach Khurshids Tod wird Tabaristan zu einer regulären Provinz des Kalifats, die von Amul aus durch einen arabischen Gouverneur verwaltet wird. Die lokalen Adelsgeschlechter der Bavandiden, Kariniden und Zarmihriden, die zuvor den Dabuyiden untertan sind, behalten weiterhin die Kontrolle über das gebirgige Hinterland, jetzt jedoch als tributpflichtige Vasallen der Abbasiden. In Tabaristan werden noch bis 764 Münzen im Namen Khurshids geprägt; danach erscheint auf den Prägungen der Name des abbasidischen Gouverneurs, was in älteren Studien dazu führt, dass dort fälschlich 767 als Todesjahr Khurshids angegeben wird.​ Nach der Gefangennahme seiner Familie erhalten Khurshids Söhne, darunter der Kronprinz Dadmihr, Hormozd und Vandad-Hormozd, arabische Namen; ihr weiteres Schicksal bleibt jedoch unklar. Chinesische Quellen berichten dagegen, dass einer von Khurshids Söhnen sich auf einer Gesandtschaft am Tang-Hof befindet, als Tabaristan erobert wird. Khurshids Töchter werden als Nebenfrauen an Mitglieder der Abbasidenfamilie verteilt; eine von ihnen wird Konkubine al-Mansurs, eine andere Konkubine seines Bruders Abbas ibn Muhammad.​ Al-Bakhtariyya, eine Tochter Farrukhan-i Kuchaks, gelangt ebenfalls an den abbasidischen Hof und wird Konkubine al-Mahdis. Eine weitere der Nebenfrauen al-Mahdis, Schakla, gilt in den Quellen als Tochter Khurshids. Während der Vierten Fitna (Bürgerkrieg) wenden sich 817 Teile der Bevölkerung Bagdads an die Söhne dieser Frauen und fordern sie auf, sich als Gegenkalifen gegen al-Ma'mun (regiert 813–833) ausrufen zu lassen. Al-Bakhtariyyas Sohn al-Mansur ibn al-Mahdi lehnt dies ab, doch sein Halbbruder Ibrahim ibn al-Mahdi nimmt die Rolle an und herrscht bis 819 als Gegenkalif in Bagdad
  • Zuletzt 755

ARABER

(140/141 - 13./14. Mai)

Abbasiden

  • Kalif al-Mansūr (754–775)
    Schon von Beginn seines Kalifats an fürchtete al-Mansūr die Aliden, besonders die Brüder Muhammad an-Nafs az-Zakīya und Ibrāhīm ibn ʿAbdallāh, die den Abbasiden die Macht streitig machen. Die beiden halten sich seit Juni 754 verborgen, woraufhin al-Mansūr im ganzen Reich nach ihnen suchen lässt. Auf seiner Wallfahrt 758 erfährt al-Mansūr, dass Muhammad in den Bergen des Stammes Dschuhaina westlich von Medina lebt, kann ihn dort aber nicht festnehmen. Um die Brüder zu fassen, lässt er ihren Vater ʿAbdallāh gefangensetzen und in der Haft misshandeln, während Muhammad und Ibrāhīm auf der Arabischen Halbinsel umherreisen und Anhänger sammeln, ohne offen hervorzutreten. Besonders beunruhigt ihn, dass Muhammad an-Nafs az-Zakīya den angesehenen Gelehrten ʿAmr ibn ʿUbaid anschreibt, um ihn zu gewinnen. Al-Mansūr lässt ʿAmr kommen, befragt ihn zu dem Kontakt, und ʿAmr erklärt, er habe Muhammads Wunsch nicht entsprochen, lehnt aber den geforderten Treueschwur mit Hinweis auf mögliche Taqīya ab; die Mahnpredigt, die er dem Kalifen dabei hält, geht in die arabische Literatur ein.
    Seit 758/59 fungiert al-Mahdi als Gouverneur in Rey und wird von seinem Vater als designierter Thronfolger eingesetzt.
  • Statthalter Abu Awn Abd al-Malik ibn Yazid (Ägypten, 2. Amtszeit 755–758)
  • Abu l-Chattab al-Maafiri, Imam der berberischen Ibaditen, erobert die Provinz Ifrīqiya (das spätere Tunesien) und setzt in der Provinzhauptstadt Kairuan den Perser Ibn Rustam als Statthalter ein, den Begründer der Rustamiden-Dynastie.
  • Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
  • Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
  • Papst und Patriarch Michael I. (Alexandria, 743–767)
  • Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
  • Fortsetzung 759
  • 759: al-Mansūr: Als Ziyād ibn ʿUbaidallāh, der Statthalter von Medina, 759 eine Chance ungenutzt lässt, Muhammad zu ergreifen, lässt al-Mansūr ihn in Fesseln legen und durch Muhammad ibn Chālid al-Qasrī ersetzen. Al-Qasrī gibt viel Geld für die Verfolgung der beiden Aliden aus, bleibt aber erfolglos.
  • 759: Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Ägypten, 760–762) Anschließend wird er zum Gouverneur von Ägypten ernannt, ein Amt, das er von 759 bis 761 ausübt. In dieser Zeit festigt er die abbasidische Herrschaft in der Provinz.
  • Fortsetzung 760
  • 760: Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Ägypten, 760–762)
  • '761: al-Mansūr: Ende 761 ernennt al-Mansūr Riyāh ibn ʿUthmān zum Statthalter von Medina, der ihm verspricht, die Brüder zu finden. Riyāh entdeckt tatsächlich Muhammads Versteck am Berg Radwā, doch Muhammad entwischt ihm kurz vor der Ergreifung. Um Muhammad zum Vorschein zu zwingen, befiehlt al-Mansūr, alle Hasaniden in Medina zu verhaften und in Ketten in den Irak zu überführen. Einige von ihnen lässt der Kalif auspeitschen, andere enthaupten oder lebendig begraben.
  • 762: Humayd: In den Jahren 762/763 dient Humayd unter Isa ibn Musa bei der Niederschlagung des Aufstands von Muhammad an-Nafs az-Zakiyya. Er beteiligt sich damit an der Sicherung der inneren Stabilität des jungen Abbasidenkalifats.
  • '762: al-Mansūr: Am 22. September 762 erscheint Muhammad an-Nafs az-Zakīya vor Medina, nimmt die Stadt im Handstreich ein und setzt Riyāh gefangen. Mehrere bedeutende Persönlichkeiten der Stadt, darunter der Rechtsgelehrte Mālik ibn Anas, lösen sich von den Abbasiden und schließen sich Muhammad an. Der Verwandte Muhammads, al-Hasan ibn Muʿāwiya, wird als Statthalter nach Mekka gesandt, nimmt auch diese Stadt rasch ein und gewinnt die Bewohner für die Aliden. Es entsteht ein Briefwechsel zwischen al-Mansūr und Muhammad, in dem der Kalif ihm für den Fall der Unterwerfung völlige Straffreiheit in Aussicht stellt, was jedoch ohne Wirkung bleibt. Al-Mansūr schickt daraufhin seinen Verwandten ʿĪsā ibn Mūsā mit einem Heer von 4000 Kämpfern gegen Muhammad. Als sich dieses Heer Medina nähert, sagen sich viele Einwohner wieder von Muhammad los und raten ihm, erneut unterzutauchen, doch am 6. Dezember 762 wird er im Kampf getötet, und sein Haupt wird an den Kalifen gesandt. Inzwischen hat Muhammads Bruder Ibrāhīm mit Unterstützung der Zaiditen die Stadt Basra eingenommen. Zusammen mit seinen Anhängern zieht er in Richtung Kufa, um die schwach befestigte Stadt zu erobern, und erhält Unterstützung von Anhängern der Muʿtazila sowie von Fiqh- und Hadith-Gelehrten wie Abū Hanīfa und al-Aʿmasch. Al-Mansūr lässt zur Abwehr Truppen aus Syrien und der Dschazīra heranziehen und beordert ʿĪsā ibn Mūsā nach der Niederschlagung des Aufstandes in Medina sofort mit seinen Truppen in den Irak. Gemeinsam besiegen die kalifalen Truppen Ibrāhīm und seine Anhänger am 21. Januar 763 in Bāchamrā südlich von Kufa. - Schon vor Ausbruch des alidischen Aufstandes, am 30. Juli 762, legt al-Mansūr den Grundstein für seine neue Hauptstadt Bagdad. Nach der Niederschlagung der Aufstände widmet er sich dem Ausbau der Reichsverwaltung. Durch diesen Ausbau wächst der Einfluss der Iraner in der Beamtenschaft und zunehmend auch in der Aristokratie. Die Konzentration der Verwaltung in der Person des Kalifen steigert dessen Macht erheblich. Al-Mansūr beginnt, die Herrschaft des Kalifen als gottgewollte Theokratie zu deuten. Er setzt zudem durch, dass der Kalif seinen Nachfolger frei bestimmen kann, um Machtkämpfe nach seinem Tod zu verhindern.
  • 762: Muhammad an-Nafs az-Zakīya nimmt Medina ein, mehrere bedeutende Persönlichkeiten schließen sich ihm an. Sein Verwandter al-Hasan ibn Muʿāwiya erobert Mekka. al-Mansūr bietet Muhammad Straffreiheit, wenn er sich ergibt, doch dieser lehnt ab. al-Mansūr schickt Truppen gegen Muhammad, der im Kampf 763 getötet wird. Am 30. Juli legt al-Mansūr den Grundstein für Bagdad, das zur Hauptstadt wird. Nach dem Niederschlagen des Aufstandes widmet er sich dem Ausbau der Verwaltung. Der Einfluss iranischer Beamter steigt, und al-Mansūr etabliert die Kalifats-Herrschaft als gottgewollte Theokratie. Er bestimmt, dass der Kalif seinen Nachfolger frei wählen kann.
  • 763: Ibrāhīm nimmt mit Unterstützung der Zaiditen Basra ein und marschiert Richtung Kufa. al-Mansūr mobilisiert Truppen und besiegt Ibrāhīm und seine Anhänger am 21. Januar.
  • 764: Theeodoros: Im Jahr 764 verhängt Theodoros das Anathema gegen Cosmas II., den Bischof von Epiphaneia, weil dieser von der Partei der Bilderfreunde zu den Bildergegnern übergetreten ist.
  • 764: Abd Allah: Auf Befehl al-Mansurs wird der ehemalige Statthalter Abd Allah daraufhin in Haft genommen. Im Jahr 764 wird er in ein eigens unterminiertes Haus gebracht, das über ihm einstürzt und ihn unter den Trümmern begräbt. Zum Zeitpunkt seines Todes gilt Abd Allah als etwa 52 Jahre alt. Trotz seiner Rebellion folgt ihm in Syrien sein Bruder Salih, dessen Familie in der Provinz für etwa ein halbes Jahrhundert die führenden abbasidischen Machthaber stellt.
  • 765: Jaʿfar: Im Jahr 765 (148 n. H.) stirbt Jaʿfar al-Sadiq in Medina im Alter von etwa 64 Jahren; schiitische Quellen führen seinen Tod auf eine Vergiftung im Auftrag al-Mansurs zurück. Er wird auf dem Friedhof al-Baqi in Medina beigesetzt, dessen schiitische Grabstätten 1926 von wahhabitischen Kräften zerstört werden, sodass seine einstige Pilgerstätte heute nur noch in der Erinnerung fortlebt. Nach seinem Tod zerbricht seine Gefolgschaft in mehrere Richtungen, weil die Nachfolgefrage umstritten ist. Die größte Gruppe folgt seinem Sohn Musa al-Kazim und entwickelt sich zur Zwölfer-Schia, während andere auf Ismaʿil ibn Jaʿfar oder dessen Sohn Muhammad ibn Ismaʿil setzen (Ismaʿiliyya), Abdullah al-Aftah oder Muhammad al-Dibaj anerkennen oder sogar erwarten, dass Jaʿfar als verborgener Mahdi zurückkehrt. In der Zwölfer-Schia stützt sich ein Großteil der überlieferten Rechtssätze und Hadithe auf Jaʿfar und seinen Vater, was die jaʿfaritische Rechtsschule dauerhaft prägt. Auch die ismailitische Rechtslehre beruft sich stark auf sein überliefertes Material, und seine Figur wird in fast allen frühislamischen intellektuellen Strömungen zitiert, was die Rekonstruktion seiner tatsächlichen Positionen schwierig macht. Sunnitische Gelehrte wie Malik ibn Anas und al-Dhahabi schätzen Jaʿfar als zuverlässigen Hadithüberlieferer und Rechtsgelehrten, und seine Berichte erscheinen in wichtigen sunnitischen Sammlungen. Viele Sufi-Orden führen ihre spirituellen Ketten auf ihn zurück, schreiben ihm mystische Deutungen des Korans und Aussagen über den inneren Weg zu, auch wenn ein Teil dieser Literatur wahrscheinlich später unter seinem Namen entstanden ist. Zahlreiche Werke über Koranexegese, Mystik, Recht und Naturlehre werden Jaʿfar zugeschrieben, doch lässt sich kein Text sicher als von ihm selbst verfasst nachweisen. Vieles wird wohl von Schülern oder späteren Autoren in seinem Namen niedergeschrieben, etwa mystische Koran-Kommentare, das „Buch des Jafr“, Traktate über Gottesbeweise oder Schriften zur Traumdeutung. Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799), Imam der Ismailiten: Ismāʿīl ibn Dschaʿfar (765), Imam der Schia: Abdullah al-Aftah (765–766)
  • 765: al-Mansūr stirbt am 7. Oktober nach einem Sturz vom Pferd in Biʾr Maimūn. Sein Sohn al-Mahdi folgt ihm als Kalif nach, und Bagdad steigt bald zur wichtigsten Metropole der muslimischen Welt auf.
  • 765: Schia-Imam Mūsā al-Kāzim (765–799) Musa al‑Kazim wird im Jahr 128 AH (745/746 n. Chr.) geboren, in der Überlieferung meist in der Region des Hedschas zwischen Mekka und Medina oder in Medina selbst. Er wächst unter der Obhut seines Vaters Jaʿfar as‑Sadiq auf und lebt etwa zwanzig Jahre mit ihm zusammen. Seine Kindheit fällt in die letzten Jahre der Umayyaden und den Übergang zur Abbasiden‑Herrschaft; kurz nach seiner Geburt endet die Dynastie Marwan Himars, und die ersten Abbasiden‑Kalifen übernehmen die Macht. Im Jahr 148 AH (765 n. Chr.) stirbt Jaʿfar as‑Sadiq, und Musa al‑Kazim übernimmt nach schiitischer Auffassung das Imamat im Alter von etwa zwanzig Jahren. Nach dem Tod seines Vaters bleibt er in Medina, zieht sich von der offenen Politik zurück und widmet sich religiöser Unterweisung und geistlicher Führung. In dieser Zeit kommt es zu inner‑scharischen Auseinandersetzungen (z.B. um Abd Allah al‑Aftah), deren Anhänger sich bald wieder Musa al‑Kazim als Imam zuwenden. Die ersten Jahre seines Imamats fallen in die Zeit des Kalifen al‑Mansur und anschließend al‑Mahdi (Regierungszeit 775–785 n. Chr.). Unter al‑Mahdi wird Musa al‑Kazim mindestens einmal nach Bagdad gebracht und kurzzeitig inhaftiert; der Kalif lässt ihn nach einer Vision wieder frei, worauf Musa al‑Kazim verspricht, nicht gegen ihn zu rebellieren. Er beginnt, ein geheimes Netz von Vertretern und Bevollmächtigten aufzubauen, die in verschiedenen Regionen der Abbasiden‑Herrschaft seine Anhänger betreuen und religiöse Abgaben einsammeln. Während der kurzen Herrschaft von al‑Hadi und danach unter Harun ar‑Raschid wird seine Überwachung verschärft; ein Großteil seines Erwachsenenlebens verläuft unter Hausarrest oder in Gefangenschaft. Unter Harun ar‑Raschid wird er aus Medina abgeführt, zunächst nach Basra in das Haus von ʿIsa b. Jaʿfar eingesperrt und später in Gefängnisse von Bagdad verlegt. Trotz der Haft pflegt er weiter Lehrgespräche, Debatten und die schriftliche Beantwortung von Anfragen, sodass zahlreiche Hadithe und kurze Abhandlungen von ihm überliefert werden.
  • 766: Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Ostikanat Arminiya, 766–768, Chorasan, 768–776)
  • 766: Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Arminiya, 766–768), Chorasan 768-776 Etwa drei Jahre später wird Humayd zum Gouverneur von Armenien (Arminiya) ernannt. Er übernimmt damit ein weiteres wichtiges Grenzgebiet des Kalifats.
  • 766: Statthalter Abu Awn Abd al-Malik ibn Yazid (Chorasan, 766-767) Im Jahr 766/67 tritt Abu ʿAwn wieder hervor, als er sich an der Niederschlagung des Aufstands von Ustāḏ Sīs in Ḫurasan beteiligt. Ustāḏ Sīs, der durch die Truppen Ḫāzim ibn Ḫuzayma al-Tamīmīs stark unter Druck steht, beschließt zu kapitulieren und sich selbst sowie seine Anhänger dem Schiedsentscheid Abu ʿAwns zu unterstellen, den er nach einigen Quellen vielleicht noch aus Revolutionszeiten persönlich kennt. Abu ʿAwn ordnet die Verhaftung Ustāḏ Sīs’ und seiner Familie sowie ihre Verschickung nach Bagdad an, lässt aber den Rest seiner Gefolgsleute – etwa 30.000 Mann – frei.
  • 767: Michael: Michael I stirbt im Jahr 767 während seines Pontifikats als Patriarch von Alexandria. Papst und Patriarch Menas I. (767-776)
  • 768: Humayd: Im Jahr 768 wird Humayd zum Gouverneur von Chorasan ernannt. Dieses Amt behält er bis zu seinem Tod im Jahr 776.
  • 768: Kosmas I. stirbt im als griechisch-orthodoxer Patriarch von Alexandria. Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
  • 769: Salih: der ehemalige Statthalter Salih ibn Ali stirbt 769 in Syrien.
  • 770: Theeodoros: Im Jahr 770 stirbt Theodoros als Patriarch von Jerusalem; sein Nachfolger wird Elias II. Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
  • '775: al-Mansūr: Al-Mansūr stirbt am 7. Oktober 775 in Biʾr Maimūn nach einem Sturz von seinem Pferd. Sein als Thronfolger bestimmter Sohn al-Mahdi folgt ihm als Kalif nach und regiert von 775 bis 785. Die von al-Mansūr gegründete Stadt Bagdad entwickelt sich rasch zur bedeutendsten wirtschaftlichen und kulturellen Metropole der muslimischen Welt. In den Personendaten wird sein Geburtsdatum mit August 714 und sein Sterbedatum mit dem 7. Oktober 775 angegeben.
  • 775: Kalif Al-Mahdi (775–785) Im Jahr 775 übernimmt er als dritter Kalif der Abbasiden die Herrschaft von seinem Vater al-Mansur. Er setzt den Ausbau der Reichsverwaltung fort, hält am politischen Kurs al-Mansurs fest und stützt sich vorwiegend auf abbasidische Familienmitglieder. Er misst dem religiösen Aspekt seines Amtes besonderes Gewicht bei, was sich im Herrschernamen al-Mahdi („der Rechtgeleitete“) zeigt. Das Reich ist weitgehend befriedet; nur der Aufstand des Muqanna in Chorassan 775/76–779 sowie andauernde Unruhen der Charidschiten in Ifrīqiya/Maghreb und im Iran stören die Ordnung. Gegenüber den Aliden verfolgt er eine Versöhnungspolitik und erreicht, dass es während seiner Regierungszeit keine größeren alidischen Erhebungen gibt. Im Gegensatz zur „bescheidenen“ Hofhaltung al-Mansurs führt er in Bagdad nach persischen, besonders sassanidischen Vorbildern einen prachtvollen Hofstaat. Er fördert Kultur und Wissenschaft; der gelehrte syrische Christ Theophilos von Edessa wirkt als Astrologe an seinem Hof und erhält seine Unterstützung. Mit der Sklavin al-Chaizuran zeugt er mehrere Kinder: al-Hadi (um 764–786), Harun ar-Raschid (766–809), Isa ibn al-Mahdi sowie als jüngstes Kind und einzige Tochter Banuka bint al-Mahdi (um 766–782/3). Im Jahr 775 entlässt er al-Chaizuran aus der Sklaverei, heiratet sie und ernennt ihren Sohn al-Hadi zum Thronerben, womit er die gesellschaftliche Konvention durchbricht, dass der Sohn einer (ehemaligen) Sklavin nicht Thronfolger sein soll.
  • 775: In den Jahren 775/76 wird Abu ʿAwn zum Gouverneur von Ḫurasan ernannt. Bereits im folgenden Jahr wird er jedoch seines Amtes enthoben, weil es ihm nicht gelingt, den Aufstand des al-Muqannaʿ niederzuschlagen, und Muʿāḏ ibn Muslim tritt an seine Stelle. Nach Hugh N. Kennedy stirbt Abu ʿAwn um 784/785.
  • 776: Humayd: Nach seinem Tod folgt ihm für kurze Zeit sein Sohn Abdallah als Gouverneur von Chorasan nach. Abdallah spielt später eine bedeutende Rolle im Bürgerkrieg der Vierten Fitna.
  • 780: Al-Mahdi: Unter Prinz Harun beginnen 780 als Reaktion auf feindliche Übergriffe neue Feldzüge gegen Byzanz.
  • 782: Al-Mahdi: Die muslimischen Truppen stoßen 782 weiter auf byzantinisches Gebiet vor und erzwingen byzantinische Tributzahlungen. Im Jahr 782 macht er auf Betreiben al-Chaizurans auch ihren Sohn Harun ar-Raschid zum zweiten Thronerben. Zu seiner Tochter Banuka bint al-Mahdi pflegt er eine besonders enge väterliche Beziehung und missachtet erneut gesellschaftliche Normen. Er lässt Banuka ihn auf Reisen begleiten und verkleidet sie als Mann, um Gerede zu vermeiden; in Basra wird die Tarnung durch ihren wachsenden Busen enttarnt. Als Banuka 782/783 stirbt, ist er untröstlich und fordert das Volk auf, ihm Beileid zu bekunden, was in großer Zahl geschieht; geistliche Würdenträger und Literaten kritisieren später diese außergewöhnliche Ehrung für eine Frau und Tochter einer früheren Sklavin.
  • 785: Al-Mahdi: Gegen Ende seiner Regierung gewinnen Haremsintrigen an Bedeutung, als die berberische Haremsdame Haizuran Einfluss gewinnt und für die Thronfolge ihres Sohnes Harun eintritt. Al-Mahdi bestätigt jedoch die Thronfolge seines Sohnes Musa (al-Hadi) und legt Hārūn ar-Raschīd als dessen Nachfolger fest. Im Jahr 785 stirbt al-Mahdi unerwartet; sein Tod wird mit einer mutmaßlichen Vergiftung durch seine Sängersklavin Hasana in Verbindung gebracht.
  • 843: Patriarch Sergios I. (Jerusalem, 843–850)]
  • Zuletzt 758

Emirat von Córdoba

  • 763: Abd ar-Rahman stellt sich vor den Toren Córdobas einem von den Abbasiden unterstützten Heer, siegt, lässt den Anführern die Hände abschlagen und sendet sie als demonstrative Herausforderung an den Kalifen im Osten.​
  • Fortsetzung 766
  • 766: Von 766 bis 776 schlägt Abd ar-Rahman wiederholte Berberaufstände in al-Andalus nieder und setzt sich gegen weitere Verschwörungen arabischer Adliger durch. In den späten 770er Jahren wehrt er eine neue von dem Fürsten Shaqiya geführte Erhebung ab und sichert damit erneut seine Stellung als Emir.
  • 788: Abd ar-Rahman stirbt in Córdoba, und sein Sohn Hischam I. folgt ihm unmittelbar auf den Thron, wobei die von ihm begründete Dynastie al-Andalus bis 1031 prägt. Emir Hischam I. (788–796)
  • zuletzt 756

MAKURIA

TURK-SCHAHI

UIGURISCHES KAGANAT

  • Kagan Bayanchur (747–759)
    Sieg der Uiguren über die Kirgisen
    Am 25. August heiratet Bayanchur Prinzessin Xiaoguo, eine leibliche Tochter Kaiser Suzongs. Eine Ehe mit einer wirklichen Tochter eines chinesischen Kaisers ist für einen uigurischen Herrscher bis dahin beispiellos. Bayanchur adoptiert außerdem seine Schwägerin und verheiratet sie mit Prinz Li Chengcai, dem Prinzen von Dunhuang und Sohn Li Shoulis, Prinz von Bin. Kaiser Suzong verleiht ihr den Titel Prinzessin Pijia. Bayanchur hat mindestens zwei Söhne: Ulu Bilge Tardush Yabghu, Befehlshaber des westlichen Reichsteils und Oberkommandierender der Uiguren im An‑Lushan‑Aufstand, der vermutlich 759 von seinem Vater hingerichtet wird, sowie Bögü Qaghan, Befehlshaber des östlichen Reichsteils und späterer Nachfolger. Beide Söhne verkörpern Bayanchurs Strategie, das Reich durch Familienmitglieder regional zu kontrollieren.
  • Fortsetzung 759
  • 759: Bayanchur: Im Mai 759 führt Bayanchur einen erfolgreichen Feldzug gegen die Jenissei-Kirgisien in den Sajangebirgen. Kurz nach Abschluss dieses Zuges stirbt er während eines Festes. Nach Bayanchurs Tod kehrt Prinzessin Xiaoguo nach China zurück. Bögü Qaghan folgt seinem Vater als Herrscher des Uigurischen Khaganats. In der Gegenwart erscheint Bayanchur Khan in der Populärkultur, etwa in der chinesischen Fernsehserie „The Glory of Tang Dynasty“ (2017), in der ihn der Schauspieler Yu Xiaowei verkörpert. Seine vielfältigen Titel und Allianzen machen ihn zu einer Schlüsselfigur der uigurisch‑tangzeitlichen Geschichte. Kagan Bögü (759–780)
  • Fortsetzung 780
  • zuletzt 757

TÜRGESCH

  • 759: Am 24. September 759 erscheint Ata Boyla in den chinesischen Quellen Cefu Yuangui und Neues Buch der Tang als Khagan der Türgesh, der Gesandte an den Tang-Hof schickt. In den Jahren nach 759 steht Ata Boyla weiterhin an der Spitze der Türgesh, während sein Reich zunehmend unter Druck der benachbarten Karluken gerät. Fortsetzung 766
  • 766: Im Jahr 766 dringen die Karluken in das Gebiet der Türgesh ein und zerstören den Türgesh-Staat. Viele Türgesh fliehen vor dieser Invasion, sodass ein großer Teil der Flüchtlinge in das Gebiet von Yanqi (Karaschar) ausweicht. Ata Boyla führt seine Türgesh-Gefolgsleute während dieser Fluchtbewegung nach Yanqi. Von dort aus unterstellt er sich mit seinem Volk dem Uiguren-Khaganat und erkennt dessen Oberherrschaft an.
  • Zuletzt 756

INDIEN

Kaschmir

  • 760: Lalitaditya stirbt auf einem Feldzug nach Norden unter bislang nicht eindeutig geklärten Umständen, möglicherweise im Kampf oder bei einem verlustreichen Abenteuer. Mit seinem Tod endet eine Epoche, die als das goldene Zeitalter Kaschmirs gilt, geprägt von kulturellem Fortschritt, architektonischer Blüte und politischer Größe. Über die nachfolgenden Könige sind keine Wikipedia-Artikel vorhanden, sodass an dieser Stelle die Chronik von Kaschmir endet.
  • Zuletzt 747

Pratihara

Malla

Chauhan-Dynastie

Östliche Chalukya

Rashtrakuta

  • 774: Sein ältester Sohn Govinda II. tritt als designierter Nachfolger auf und übernimmt nach Krishnas Tod die Herrschaft. Krishna I stirbt im Jahr 774, nachdem er von 756 bis 774 als Kaiser der Rashtrakutas regiert hat und eine gefestigte Großmacht im Dekkan hinterlässt. König Gowinda II. (774–780)
  • Fortsetzung 780
  • zuletzt 756

Westliche Ganga-Dynastie

Pallava

Anuradhapura

TIBET

  • 762: Trisong: Um 762, im Alter von 20 Jahren, konvertiert Trisong Detsen selbst zum Buddhismus. 762 bzw. 763 entsendet er eine zweite Mission nach China unter Führung des Ministers Ba Salsnan nach Yizhou. Die Forschung nimmt heute an, dass Salsnan dort Baotang Wuzhu, den Gründer des Baotang‑Klosters in Chengdu, trifft; beide, Kim Hwasang und Baotang Wuzhu, gehören der Chan‑Richtung der Ostberg‑Lehre an. 763 befiehlt Trisong Detsen zugleich einen Feldzug von 200 000 Mann an die Grenze zum Tang‑Reich, besiegt die chinesischen Truppen, nimmt die Hauptstadt Chang’an ein und zwingt Kaiser Daizong zur Flucht. Zwischen etwa 761 und den späten 770er Jahren lädt Trisong Detsen indische Meister wie Padmasambhava, Śāntarakṣita und Vimalamitra nach Tibet ein, um die Lehre des Buddha auf neuestem Stand zu übermitteln. Padmasambhava „zähmt“ aus buddhistischer Sicht die widerständigen Kräfte und entwirft die Pläne, während Śāntarakṣita als Abt hilft, das erste Kloster Tibets, Samye, zu errichten. Parallel beginnt ein groß angelegtes Übersetzungsprojekt, bei dem buddhistische Schriften aus Pali und Sanskrit ins klassische Tibetisch übertragen werden.
  • Fortsetzung 778
  • 778: Trisong: 778 schließt der König ein Bündnis mit Nanzhao, um gemeinsam die Chinesen im Gebiet des heutigen Sichuan anzugreifen.
  • 779: Trisong: 779 initiiert Śāntarakṣita sieben Tibeter zu Mönchen, darunter vermutlich frühere Soldaten, und begründet damit eine erste ordensmäßige Sangha in Tibet. In dieser Zeit entwickelt sich unter Trisong Detsens Schirmherrschaft auch Sowa Rigpa, die traditionelle tibetische Medizin.
  • 783: Trisong: 783 schließt Tibet mit China einen Friedensvertrag, in dem Tibet alle Gebiete im heutigen Qinghai zugesprochen werden. In der gleichen Epoche beginnt Trisong Detsen, Tibet westwärts bis an den Amu‑Darya auszuweiten und den Abbasiden‑Kalifen Hārūn ar‑Raschīd zu bedrohen. Der Kalif fühlt sich dadurch so beunruhigt, dass er ein Bündnis mit dem chinesischen Kaiser schließt, sodass Tibet im Westen mit arabischen Kriegen beschäftigt ist, während der Druck auf China im Osten und Norden nachlässt. - Bis spätestens Ende der 780er Jahre gilt Trisong Detsen als bedeutender Förderer der indo‑tibetischen Vajrayana‑Tradition, während parallel die chinesischen Chan‑Strömungen im Land präsent sind. In dieser Zeit etabliert sich die Vorstellung der drei Dharma‑Könige Songtsen Gampo, Trisong Detsen und Ralpachen, die als maßgebliche Stifter des tibetischen Buddhismus gelten. Trisong Detsen wird später außerdem traditionell mit dem Bau der Stupa von Boudhanath im Kathmandutal in Nepal verbunden.
  • 792: Trisong: Von 792 bis 794 veranstaltet Trisong Detsen bei Samye die berühmte zweijährige Debatte, die in westlicher Forschung als „Konzil von Lhasa“ bezeichnet wird. Dort diskutieren der Chan‑Meister Moheyan, der eine Form des chinesischen Chan vertritt, und der indische Gelehrte Kamalaśīla, Schüler Śāntarakṣitas, die Frage nach Weg und Methode zur Erleuchtung. Stein zufolge vertritt Kamalaśīla einen „allmählichen Weg“ mit Läuterungspraxen und Paramitas, siegt in der Debatte, und der König stellt sich auf seine Seite.
  • 794: Trisong: 794 bricht Nanzhao mit Tibet, führt die Schlacht von Shenchuan, um sich aus der tibetischen Umklammerung zu lösen, und erneuert anschließend das Bündnis mit dem Tang‑Reich. Unterdessen festigen die kombinierten Anstrengungen von Padmasambhava, Śāntarakṣita und Kamalaśīla sowohl die indisch‑buddhistische Philosophie als auch den tantrischen Buddhismus dauerhaft in Tibet. Gegen Ende seiner Herrschaft hat Trisong Detsen das Reich über frühere Grenzen hinaus erweitert, die Grenze zu China 783 neu festgelegt und zeitweise die chinesische Hauptstadt besetzt.
  • 797: Trisong: Trisong Detsen hat drei Söhne: Mutri, Muné Tsenpo (Murub) und Mutik Tsenpo (Sadnalegs); der älteste, Mutri Tsenpo, stirbt früh. 797 zieht sich Trisong Detsen in den Palast von Zungkar zurück, verfasst Dharmatexte und übergibt den Thron an seinen zweiten Sohn Muné Tsenpo. Muné Tsenpo verfolgt in etwa eineinhalb Jahren zahlreiche spirituelle und weltliche Ziele und besteht laut Testament von Ba darauf, dass das Begräbnis seines Vaters nach buddhistischen, nicht nach traditionellen Riten abläuft.
  • Zuletzt 751

KHMER

Chenla

  • Zuletzt 716

CHAMPA

  • Zuletzt 686

CHINA

(57./58. Zyklus - Jahr des Erde-Hundes; am Beginn des Jahres Feuer-Hahn)

Tang-Dynastie

  • 760: Im Jahr 760 kommt es zu weiterer Auflehnung eines Tang-Generals, Liu Zhan, der mehrere Monate lang das untere Jangtse-Gebiet hält, bevor er besiegt wird.​ In Chang'an etabliert sich Suzong zunehmend als Marionette von Li Fuguo, der durch Intrigen die Familie und Vertrauten von Xuanzong vertreibt und zunehmend allein herrscht. Suzong selbst bedauert diese Entwicklung, ist aber machtlos.
  • 760: An-Lushan-Rebellion: Im Sommer 760 gelingt es den Regierungstruppen, Luoyang, die Hauptstadt der Rebellen, zu erobern. Der Konflikt flammt jedoch weiter auf, weil An Lushans General Shi Siming den Aufstand fortführt; deshalb setzt sich auch die Bezeichnung An-Shi-Rebellion durch.
  • Fortsetzung 761
  • 761: Im Jahr 761 wird Shi Siming ermordet, sein Sohn Shi Chaoyi übernimmt die Yan-Führung, kann die Generäle aber nicht mehr kontrollieren; die Tang-Truppen drängen Yan zurück, aber endgültiger Sieg bleibt aus. - Am 23. Oktober 761 erklärt Suzong den elften Monat zum Beginn des neuen Jahres.
  • 762: Nach der Rückeroberung Chang’ans zieht sich der ehemalige Kaiser Xuanzong ins Privatleben zurück, wird aber von Intrigen am Hof weiter verfolgt. Er stirbt 762, nach einem politisch wirksamen, aber später kritisierten Leben, das mitverantwortlich für den langfristigen Niedergang der Tang-Dynastie gemacht wird.
  • 762: Nach Xuanzongs Tod im Sommer stellt sich die Nachfolgefrage. Da Suzong bereits schwer krank ist, überträgt er die Regentschaft auf Li Yu. Ehemalige Verbündete wenden sich gegeneinander: Kaiserin Zhang schließt einen Pakt mit Suzongs Sohn Li Xi, um Li Fuguo zu ermorden. Li Fuguo erfährt rechtzeitig von dem Plan, lässt Kaiserin Zhang, Li Xi und ihre Verbündeten verhaften und hinrichten. Suzong stirbt wenige Tage später.​Suzongs Sohn Li Yu wird als Kaiser Daizong eingesetzt, und die Tradition mächtiger Eunuchen entwickelt sich weiter. - Am 13. Mai 762 kehrt Suzong zum ursprünglichen Jahresbeginn zurück.
  • 762: Li Kuo: 762 stirbt Suzong, Kaiser Daizong (762–779) Li Yu besteigt als Kaiser Daizong den Thron. Daizong macht Li Kuo zum Oberbefehlshaber der Armee, verleiht ihm erst den Prinzentitel von Lu, dann von Yong, und schickt ihn mit seinem Stab nach Shan‑Zhou, um mit Tang‑ und Huige‑Truppen den Schlag gegen das von Shi Chaoyi gehaltene Luoyang vorzubereiten. Bei diesem Feldzug begegnet Li Kuo dem Huige‑Herrscher Dengli Khan Yaoluoge Yidijian und behandelt ihn als Gleichrangigen, was diesen erzürnt, da die Tang zu dieser Zeit stark auf die Huige angewiesen sind. Yaoluoge lässt mehrere von Li Kuos Offizieren auspeitschen, zwei sterben, verschont aber Li Kuo und schickt ihn ins Tang‑Lager zurück, was bei Li Kuo einen nachhaltigen Hass auf die Huige auslöst.
  • 763: Li Kuo: 763 fällt Luoyang, Shi Chaoyi begeht auf der Flucht Selbstmord; Li Kuo erhält den hohen Titel Shangshu Ling und sein Bild wird neben dem von Guo Ziyi und anderen Generälen in der Lingyan‑Halle aufgehängt. Ebenfalls 763 dringen Tibeter nach Chang’an vor, zwingen Kaiser Daizong zur Flucht und besetzen die Hauptstadt kurzzeitig. Li Kuo wird nominell Oberbefehlshaber im Raum Guanzhong, während faktisch Guo Ziyi als sein Stellvertreter die militärische Führung ausübt.
  • 763: An-Lushan-Rebellion: Erst Anfang 763 können die kaiserlichen Truppen die letzten Aufständischen endgültig besiegen, womit der Krieg formal endet. Der Sieg erweist sich als Pyrrhussieg, da die Tang-Dynastie zwar militärisch triumphiert, politisch und wirtschaftlich aber dauerhaft geschwächt bleibt. - Auswirkungen: Zeitgenössische Volkszählungen verzeichnen 754 etwa 53 Millionen Einwohner und 764 nur noch rund 17 Millionen, was ältere Darstellungen zu der Annahme führt, in der Rebellion würden 36 Millionen Menschen sterben. Heute wird diese drastische Differenz vor allem als Hinweis auf den Zusammenbruch der Verwaltung gewertet, der verlässliche und flächendeckende Zählungen unmöglich macht. Das tatsächliche Ausmaß der Bevölkerungsverluste lässt sich nach heutigem Forschungsstand nicht genau bestimmen. Sicher ist jedoch, dass der Krieg weite Teile des Landes verwüstet und die Tang-Dynastie dauerhaft schwächt. China verliert durch die inneren Zerstörungen deutlich an politischem Einfluss auf seine Nachbarn. Gleichzeitig gewinnen Uiguren und Tibeter an Macht und Unabhängigkeit, was die geopolitische Lage Ost- und Zentralasiens langfristig verändert.
  • 764: Li Kuo: 764 ernennt Daizong Li Kuo zum Kronprinzen. Er versucht, den Titel Shangshu Ling an Guo Ziyi zu übertragen, doch Guo lehnt ab, da zuletzt nur Li Kuo und früher Kaiser Taizong diesen Titel geführt haben. 765 tritt eine buddhistische Nonne Guangcheng auf und behauptet, Kaiserinmutter Shen zu sein, erweist sich aber unter Verhör nur als Amme Li Kuos und wird von Daizong zu Tode gegeißelt.
  • 778: Li Kuo: Die Aktivitäten Li Kuos als Kronprinz bleiben in den offiziellen Chroniken weitgehend unerwähnt, doch 778 erklärt Daizong nach der Hinrichtung des korrupten Kanzlers Yuan Zai, Li Kuo habe dessen Verfehlungen aufgedeckt.
  • 779: Kaiser Tang Dezong (779–805) 779 erkrankt Daizong schwer, Li Kuo regiert kurzzeitig als Regent und tritt nach Daizongs Tod noch im selben Jahr als Kaiser Dezong die Nachfolge an. Unmittelbar nach seinem Herrschaftsantritt 779 setzt Dezong eine Reihe markanter Akzente zur Abgrenzung von der Politik seines Vaters. Er verbannt den Kanzler Chang Gun, ersetzt ihn durch Cui Youfu und lässt auf Cuīs Empfehlung Yang Yan zum Kanzler ernennen. Den mächtigen Feldherrn Guo Ziyi drängt er, wenn auch mit vielen Ehrentiteln, in den Ruhestand und verteilt dessen Kommandos auf Li Huaiguang, Chang Qianguang und Hun Jian. Dezong lässt die Tiere des kaiserlichen Tiergartens freilassen, entlässt zahlreiche Palastdamen und verbietet Eunuchen in Kurierfunktion das Annehmen von Geschenken. Den lange halbautonomen Militärgouverneur Cui Ning von Xichuan lässt er nach Chang’an kommen und entzieht ihm de facto die Kontrolle über die Region. Auf Vorschlag Yang Yans reformiert er das Steuersystem grundlegend und führt das Gesetz der „Zwei Steuern“ (Liangshui fa) ein, das Grundeigentümer entlastet und nun auch Händler besteuert. Dezong nimmt die Suche nach seiner Mutter Shen wieder auf, ehrt sie in Abwesenheit als Kaiserinwitwe und beauftragt Beamte und Mitglieder des Shen‑Clans mit der Suche, die zugleich mit Titeln bedacht werden. 781 halten die Suchenden fälschlich eine Adoptivtochter des alten Eunuchen Gao Lishi für die Kaiserinwitwe, bringen sie nach Chang’an und ehren sie, bis ihr Bruder Gao Chengyue die Täuschung meldet und die Frau gesteht. Dezong verzichtet bewusst auf Bestrafung, um zukünftige Hinweise nicht zu ersticken; auch spätere angebliche „Kaiserinmütter Shen“ erweisen sich als Betrügerinnen, die echte Shen bleibt verschwunden.
  • 780: Dezong: Parallel erwägt Dezong auf Yang Yans Anregen Feldzüge zur Rückgewinnung der an Tibet verlorenen westlichen Präfekturen. Er setzt den für seine Härte berüchtigten Li Huaiguang als Oberkommandierenden ein, was 780 in Jingyuan eine Meuterei auslöst. Dezong lässt die Jingyuan‑Revolte zwar niederschlagen, bricht aber seine Tibet‑Pläne ab.
  • 781: Dezong: Beim Regierungsantritt Dezongs existieren vier große, faktisch autonome Militärbezirke: Pinglu unter Li Zhengji, Weibo unter Tian Yue, Chengde unter Li Baochen und Shannan Ost unter Liang Chongyi. Diese Gouverneure sind miteinander verbündet und wollen ihre Herrschaften erblich in der Familie weitergeben. 781 stirbt Li Baochen, sein Sohn Li Weiyue bittet formell um Bestätigung als Nachfolger, doch Dezong verweigert dies und nutzt den Fall zum Angriff auf das erblich gewordene Militärgouverneurswesen. Die vier Regionen rüsten daraufhin zum Krieg, und als noch im selben Jahr Li Zhengji stirbt, wird auch dessen Sohn Li Na nicht anerkannt. Dezong setzt Li Xilie von Huaixi gegen Shannan Ost ein, Ma Sui, Li Baozhen und Li Sheng gegen Weibo und Zhu Tao von Lulong gegen Chengde. Ma, Li Baozhen und Li Sheng schlagen Tian Yues Truppen, belagern dessen Hauptstadt Wei‑Zhou, Li Xilie treibt Liang Chongyi in den Selbstmord, und Zhu Tao gewinnt mit Hilfe von Zhang Xiaozhong, der Li Weiyue verrät, die Oberhand; Wang Wujun tötet Li Weiyue und ergibt sich, während Li Na bei Pu‑Zhou eingeschlossen wird.
  • 782: Dezong: Bis Frühjahr 782 scheint Dezong kurz vor dem Durchbruch zur Wiederherstellung der kaiserlichen Autorität zu stehen. Doch er verprellt Zhu Tao, indem er ihm nicht die gewünschte Präfektur Shen‑Zhou gibt, und beleidigt Wang Wujun, indem er ihn nur als untergeordneten Militärpräfekten einsetzt. Außerdem weist er Li Nas Kapitulation zurück. Zhu und Wang verbünden sich daraufhin mit Tian Yue, entsetzen Wei‑Zhou, schlagen die kaiserlichen Heere und ermöglichen Li Na die Flucht nach Yun‑Zhou; alle vier Kommandeure nehmen Fürstentitel an und distanzieren sich vom Tang‑Hof, behalten aber Dezongs Äranamen bei und ziehen schließlich auch Li Xilie auf ihre Seite. In dieser Phase stirbt Cui Youfu, Lu Qi rückt neben Yang Yan zum Kanzler auf, beeinflusst Dezong stark und überzeugt ihn von Yangs angeblichem Hochverrat, worauf Yang hingerichtet wird. Unter Lus Einfluss wird Dezong zunehmend hart, was Beamte und Volk gegen ihn einnimmt. Zur Finanzierung der Mehrfrontenkriege führt er neue Haus‑ und Verkehrsteuern ein, die die Bevölkerung schwer belasten und zur Denunziation bei Steuervergehen ermutigen; Beschwerden mehren sich im ganzen Reich. Der Gelehrte Lu Zhi warnt Dezong eindringlich vor weiteren Feldzügen und neuen Abgaben, da das Reich kurz vor einem Flächenaufstand steht, doch Dezong ignoriert ihn.
  • 783: Dezong: Am 2. November 783 meutern in Chang’an stationierte Soldaten aus Jingyuan, weil sie keine erwarteten Belohnungen erhalten und nur vegetarische Kost bekommen. Sie greifen den Palast an, zwingen Dezong zunächst zur Flucht nach Xianyang und weiter nach Fengtian. Die Aufständischen rufen Zhu Taoes Bruder Zhu Ci, einen früheren Militärgouverneur von Jingyuan, zu ihrem Anführer aus, der bald ein eigenes Qin‑Königtum proklamiert, zahlreiche Beamte gewinnt und andere zwingt, sich mit dem Kaiser nach Fengtian zurückzuziehen. Zhu Ci belagert Fengtian über einen Monat hinweg, die kleine Stadt steht kurz vor dem Fall. Li Huaiguang marschiert jedoch eilig vom Weibo‑Frontabschnitt heran, so dass Zhu die Belagerung verstärkt, die Stadt aber nicht einnimmt und sich mit Li Huaiguangs Nahen wieder nach Chang’an zurückzieht. Trotz Li Huaiguangs entscheidender Hilfe verweigert Dezong ihm eine persönliche Audienz und befiehlt ihm stattdessen, gemeinsam mit Li Sheng, Li Jianhui und Yang Huiyuan Chang’an zurückzuerobern. Lu Qi, der weiß, dass Li Huaiguang ihn hasst, hat diesen Rat gegeben, um seiner eigenen Anklage zu entgehen. Li Huaiguang entfremdet sich, reicht zwar Bittschriften zur Verbannung Lu Qis und seiner Gefolgsleute ein; Dezong verbannt Lu, Bai Zhizhen und Zhao Zan.
  • 784: Dezong: Auf Vorschlag Lu Zhis erlässt Dezong am Neujahrstag 27. Januar 784 einen großen Gnadenerlass, macht sich selbst für die Aufstände verantwortlich, begnadigt sämtliche Warlords und ihre Truppen mit Ausnahme von Zhu Ci und befreit die an der Anti‑Zhu‑Kampagne beteiligten Soldaten von Steuern. Wang Wujun, Tian Yue und Li Na legen daraufhin ihre Fürstentitel ab und erkennen die Tang‑Oberhoheit erneut an, Dezong bestätigt sie als Militärgouverneure ihrer Gebiete. Li Xilie dagegen ruft ein eigenes Reich Chu aus, während Zhu Tao nach Süden zieht, um sich Zhu Ci anzuschließen. Als Tian Yue sich weigert, sich Zhu Tao anzuschließen, wird Weibo angegriffen, hält aber stand. Nach Tian Yues Ermordung übernimmt sein Cousin Tian Xu, der zunächst die Nähe zu Zhu Tao sucht, dann aber mit Wang Wujun und Li Baozhen ein Bündnis eingeht und Zhu Tao militärisch schlägt, so dass dieser nach Lulong flieht. Unterdessen verhandelt der entfremdete Li Huaiguang heimlich mit Zhu Ci, der sein Reich inzwischen in Han umbenannt hat. Zhu verspricht, Li Huaiguang als älteren Bruder zu behandeln und mit ihm die Guanzhong‑Region zu teilen, beide jeweils als Kaiser eines eigenen Staates. Am 20. März 784 erhebt sich Li Huaiguang offen und schließt sich Zhu an, worauf Dezong von Fengtian nach Liang‑Zhou ausweicht. Mehrere wichtige Offiziere Li Huaiguangs – Han Yougui, Dai Xiuyan, Luo Yuanguang und Shang Kegu – verweigern den Aufstand und stellen sich unter Li Shengs Befehl, den Dezong zum Oberkommandierenden im Raum Guanzhong macht. Als Li Huaiguang geschwächt ist, behandelt Zhu Ci ihn nur noch als Untergeordneten, was Li verbittert und verängstigt; er zieht sich nach Hezhong zurück. Li Sheng bereitet den entscheidenden Angriff auf Chang’an vor, beginnt am 12. Juni 784 die Offensive und nimmt die Stadt am 20. Juni ein. Zhu Ci flieht Richtung Tibet, wird aber von eigenen Soldaten getötet, sein Staat Han endet. Am 3. August 784 kehrt Dezong nach Chang’an zurück. Dezong bemüht sich anschließend, Li Huaiguang zur Rückkehr in die Loyalität zu bewegen, und dessen erste Reaktion ist positiv. Doch als der Gesandte Kong Chaofu in Hezhong ankommt, empfinden Li Huaiguangs Soldaten sein Auftreten als respektlos, töten ihn offenbar mit stillschweigender Billigung ihres Befehlshabers, worauf Li Huaiguang weiter Widerstand leistet. Bis Herbst 785 zwingen ihn die vereinten Truppen von Ma Sui und Hun Jian, in Hezhong Selbstmord zu begehen; seine Armee unterwirft sich wieder Tang.
  • 786: Dezong: Li Xilie setzt seine Expansionsversuche fort, stößt jedoch mehrfach auf Widerstand kaiserlicher Generäle. Im Sommer 786, als Li Xilie erkrankt, vergiftet ihn sein General Chen Xianqi, tötet dessen Familie und unterstellt sich wieder Dezong, wird aber selbst kurz darauf von Wu Shaocheng ermordet, der nominell weiter dem Tang‑Hof huldigt. Nominal steht das Reich damit wieder vollständig unter Dezongs Oberhoheit. Gleichzeitig ist das Reich durch die jahrelangen Kriege schwer geschwächt, tibetische Heere nutzen die Lage und fallen wiederholt in Tang‑Gebiet ein. Der tibetische Kanzler Shang Jiezan ist überzeugt, die Tang erobern zu können, wenn er die drei Generäle Li Sheng, Ma Sui und Hun Jian ausschaltet. Dezong ist inzwischen von mächtigen Feldherren zunehmend verängstigt; Gerüchte Shangs und Intrigen des Kanzlers Zhang Yanshang wecken Misstrauen gegen Li Sheng, der zu dieser Zeit als Militärgouverneur von Fengxiang dient.
  • 787: Dezong: 787 ruft Dezong Li Sheng nach Chang’an zurück, beruft ihn zum Kanzler und nimmt ihm das Militärkommando. Shang bietet über Ma Sui einen Friedensvertrag an; Dezong glaubt an seine Aufrichtigkeit, missachtet Li Shengs Warnungen und stimmt zu. Auf Shangs Wunsch schickt er Hun Jian zur Vertragsunterzeichnung; am 8. Juli 787 gerät Hun in einen Hinterhalt, entgeht aber dank des Eingreifens von Luo Yuanguang und Han Yougui der Gefangennahme. Ma Sui, der den Frieden eingefädelt hat, wird zur Verantwortung gezogen, nach Chang’an beordert und seines Kommandos in Hedong enthoben. Nach diesem Debakel holt Dezong Li Mi aus der Provinz zurück und macht ihn zum Kanzler, der bald de facto alleiniger Regierungschef wird. Auf Li Mis Rat hin ermuntert der Hof Soldaten, sich in den Grenzgebieten zu Tibet anzusiedeln, und verspricht ihnen Land sowie Saatgut, um das Grenzland neu zu bevölkern und zu sichern. Li Mi plädiert außerdem für ein Heiratsbündnis mit dem Huige‑Herrscher Yaoluoge Dunmohe, was Dezong wegen seines alten Hasses zunächst ablehnt, dann aber auf Zustimmung von Li Sheng und Ma Sui doch akzeptiert. Da Huige inzwischen gegen Tibet kämpft und der Vasall Nanzhao sich von Tibets Feldzügen distanziert, ebbt der tibetische Druck ab und Tang‑Generäle erzielen wieder Erfolge. Inzwischen fordert Dezong regelmäßig Tribute von den Militärgouverneuren für seine private Schatzkammer. Li Mi versucht, diesen Schatzhunger zu zügeln, indem er eine feste Jahresdotation für den Kaiser einführt, die Dezong zunächst akzeptiert. Gleichwohl verlangt er weiter geheime Tribute und befiehlt den Gouverneuren, Li Mi nicht zu informieren; als Li Mi es dennoch erfährt, verfällt er in Resignation und wagt keine erneute Kritik.
  • 789: Dezong: 789 stirbt Li Mi, Dou Can, den dieser empfohlen hat, steigt für einige Zeit zum dominierenden Kanzler auf, verliert aber bald die kaiserliche Gunst, wird verbannt und schließlich zum Selbstmord gezwungen. Lu Zhi rückt zum Hauptkanzler auf und entwirft umfangreiche Reformpläne für Beamtenwesen, Nachschubsystem und Kontrolle der Militärprovinzen.
  • 792: Dezong: Dezong ist inzwischen so furchtsam gegenüber regionalen Kommandeuren, dass er neue Gouverneure nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung der führenden Offiziere der jeweiligen Truppen einsetzt. So will er 792 nach dem Tod von Liu Xuanzuo in Xuanwu dessen Großonkel Wu Cou einsetzen, gibt diesen Plan aber auf, als die Soldaten Liu Xuanzuos Sohn Liu Shining ausrufen und akzeptiert ihn als Militärgouverneur. Lu Zhi gerät bald in Konflikt mit Dezongs Günstling Pei Yanling, der kaiserliche Gunst gewinnt, indem er angebliche neue Einnahmequellen erschließt. Bis 794 verliert Lu den Machtkampf und sein Kanzleramt, 795 folgt die Verbannung.
  • 794: Dezong: Nach dem Sturz des Kanzlers Lu misstraut Dezong Kanzlern generell immer stärker und nimmt die Auswahl von Beamten persönlich an sich. Da er nicht alle Kandidaten kennen kann, stützt er sich noch mehr auf Empfehlungen von Pei Yanling und anderen Favoriten wie Li Qiyun, Wang Shao, Li Shi, Wei Zhiyi und Wei Qumou. Deren Wort kann Karrieren zerstören oder befördern, und viele Beamte suchen ihren Aufstieg durch Schmeichelei bei diesen Männern. Gleichzeitig öffnet sich Dezong immer stärker für Tributzahlungen der Militärgouverneure. Die Regionalherren senden reiche Gaben nach Chang’an, um ihre Positionen zu sichern und kaiserliche Gunst zu gewinnen. Zugleich steigen eunuchische Kommandeure wie Dou Wenchang und Huo Xianming an die Spitze der Shence‑Garden‑Armee auf, aus deren Reihen viele Militärgouverneure hervorgehen, was die Macht dieser Hofeunuchen stark vergrößert.
  • 799: Dezong: 799 beginnt Wu Shaocheng, der nun Zhangyi (früher Huaixi) beherrscht, sein Umland zu plündern, ohne dass die Quellen klare Motive nennen. Dezong befiehlt die Militärgouverneure der Nachbarregionen – Yu Di (Shannan Ost), Han Hong (Xuanwu), Yi Shen (Anhuang) und Shangguan Shui (Chenxu) – zum gemeinsamen Angriff. Anfangs haben sie Erfolg, scheitern aber an mangelnder Koordination und brechen um die Jahreswende 800 plötzlich zusammen, wodurch Wu große Vorräte erbeutet. Darauf überträgt Dezong Han Quanyi von Xiasui den Oberbefehl, doch dieser wird mehrfach von Wu geschlagen. Auf Rat des Xichuan‑Gouverneurs Wei Gao und des Kanzlers Jia Dan stellt Dezong Wu Shaocheng Ende 800 eine Begnadigung in Aussicht und beendet so den erfolglosen Feldzug. Um diese Zeit haben Wei Gao und der Nanzhao‑König Yimouxun, der nach der Schlacht von Shenchuan wieder in das chinesische Tributsystem eingetreten ist, den Tibetern mehrere Niederlagen beigebracht. Tibet stellt nun eine deutlich geringere Bedrohung für die Sicherheit der Tang‑Grenzen dar.
  • 805: Dezong: Währenddessen ist der älteste Sohn Dezongs, Kronprinz Li Song, eng mit den jungen Beamten Wang Pi und Wang Shuwen befreundet. Wang Pi, Wang Shuwen und ihre Kreise – darunter Wei Zhiyi, Lu Chun, Lü Wen, Li Jingjian, Han Ye, Han Tai, Chen Jian, Liu Zongyuan und Liu Yuxi – entwerfen Reformpläne für die Zeit nach Li Songs Thronbesteigung und bilden faktisch eine Schattenregierung. Im Winter 804 erleidet Li Song einen Schlaganfall, wird teilweise gelähmt und stumm. Im Frühjahr 805 führt Li Songs Krankheit bei Dezong zu tiefer Depression und schließlich schwerer Erkrankung. Dezong stirbt am 25. Februar 805 in Chang’an, und trotz Spekulationen über die Regierungsfähigkeit des kranken Kronprinzen besteigt Li Song den Thron als Kaiser Shunzong.
  • zuletzt 757

KOREA

Silla

  • 765: Gyeongdeok: Gegen Ende seiner Regierung ist Gyeongdeoks Herrschaft als eine Blütezeit des vereinigten Silla bekannt, besonders im Hinblick auf buddhistische Kunst, Architektur und Verwaltungskultur. Er setzt seine Politik der Zentralisierung, der Angleichung an chinesische Verwaltungsformen und der Förderung buddhistischer Bauten konsequent fort. Im Jahr 765 stirbt Gyeongdeok, nachdem er über zwei Jahrzehnte regiert hat. Nach seinem Tod tritt sein Sohn Hyegong, zunächst unter der Regentschaft von Gyeongdeoks Mutter, den Thron an und führt die Dynastie fort. In Gyeongju befindet sich ein großes Königsgrab, das gemeinhin Gyeongdeok zugeschrieben wird. Die Identifizierung des Grabes ist umstritten, doch die Stätte ist heute als Historische Stätte Nr. 23 Südkoreas geschützt. König Hyegong (765–780)
  • Fortsetzung 780
  • Zuletzt 757

Balhae

  • 774: Ab 774 verwendet Mun zusätzlich die Ära-Bezeichnung Poryŏk, die mindestens bis 781 in Gebrauch bleibt. Die Tang-Dynastie erkennt ihn offiziell als König an, während Balhae ihn im eigenen Herrschaftsdiskurs mit Titeln wie „Taehŭng poryŏk hyogam kŭmnyun sŏngbŏp Taewang“, „Kadokpu“, „Seongwang“ und „Kiha“ als himmlischen Nachkommen und kaiserliche Gestalt darstellt. Fortsetzung 793
  • 793: König Tae Wŏnŭi (793)
  • Liste der Könige von Balhae
  • zuletzt 737

JAPAN

  • Tennō Kōken (1. Amtszeit 749–758)
    Nach politischen Druck im Hof tritt Kōken zugunsten von Ōi als Kaiser Junnin zurück und nimmt den Titel Daijō Tennō an.​ Nach ihrer Abdankung regiert Kaiser Junnin unter dem Einfluss von Kaiserin Kōmyō und Nakamaro.
  • Tennō Junnin (758–764)
    Kōken übergibt dem Prinzen Ōi den Thron, behält sich aber weiterhin wichtige Mitspracherechte bei der Regierung vor.​ Als Tennō Junnin regiert er von 758 bis 764 und versucht, den Einfluss der Mönche am Hof einzudämmen.​ Er schafft die jährlich im ersten Monat in allen Tempeln abgehaltene Kichijō-keka-Zeremonie ab, was ihn in der Mönchsgemeinschaft unbeliebt macht, da viele Mönche diese Feier als Einnahmequelle nutzen.​
  • Fortsetzung 761
  • 761: Nach Kōmyōs Tod 760 beginnt die ehemalige Kaiserin Kōken sich politisch gegen Nakamaro zu stellen und wird 761 schwer krank. Der buddhistische Mönch Dōkyō heilt sie und wird ihr enger Vertrauter. Kōken wird Nonne und lässt sich das Haar schneiden. Sie festigt wieder ihre Machtposition und entzieht Junnin entscheidende Kompetenzen, die sie auf sich selbst überträgt
  • Fortsetzung 762
  • 762: Fujiwara no Nakamaro, Junnins Kanzler und politischer Verbündeter, stellt sich gegen den Mönch Dōkyō, der als einflussreicher Günstling der ehemaligen Tennō Kōken auftritt.​ Junnin und Nakamaro verlieren den Machtkampf; 762 übernimmt Kōken wieder faktisch die Macht, ohne sofort erneut den Thron zu besteigen, und Junnin lässt sich zum Mönch ordinieren und zieht sich in einen Tempel zurück.​ Erst im späten 19. Jahrhundert wird Junnin offiziell in die Liste der Tennō aufgenommen.​ In älteren Dokumenten erscheint er unter der Bezeichnung Haitei, "thronloser Kaiser", was seine damalige Stellung als abgesetzter Herrscher widerspiegelt.
  • 764: Tennō Kōken (2. Amtszeit 764–770) Abe besteigt erneut den Thron, nun unter dem Namen Shōtoku, und verdrängt Junnin endgültig aus der Herrschaft; Junnin wird auf die Insel Awaji verbannt und stirbt dort 765 einen Tag nach einem gescheiterten Fluchtversuch eines nicht natürlichen Todes.​ Shōtoku sieht sich als buddhistische Herrscherin und „Bodhisattva“, festigt die Macht von Dōkyō und anderen loyalen Generälen, darunter Fujiwara no Kurajimaro. Sie führt zahlreiche buddhistische Ideale und Institutionen ein, fördert den Bau neuer Tempel und statuiert die Einbindung von Mönchen in den Staatsrat. Eine Landreform zugunsten buddhistischer Tempel, Einschränkungen für Aristokraten, sowie Amnestien und die Umverteilung von Reisfeldern folgen. Sie beruft keine Nachfolgerin aus politischen Gründen, sondern lässt die Auswahl offen und erklärt sich als alleinige „Himmels Erbin“.
  • 770: Dōkyō wird zum buddhistischen König „Hō-ō“ ernannt und erhält ein eigenes Regierungspalais. Die Machtkonzentration auf Tempelbesitz und Mönche löst Unmut im Adel aus. Shōtoku veranlasst den Bau der Hyakumantō Darani, einer Million kleiner Holz-Stupas mit buddhistischen Gebeten, verteilt sie 770 an Nara-Tempel. Ein Orakel aus Usa prophezeit 769, Dōkyō solle Kaiser werden. Ein Botschafter entlarvt dies als unzulässig und verhindert Dōkyōs Ernennung.​ 770 erkrankt Shōtoku in Yuge, kehrt nach Nara zurück und stirbt im achten Monat ohne Nachfolgerin zu ernennen. Mitglieder der Fujiwara setzen mit einem gefälschten Edikt Prince Shirakabe als neuen Kaiser Kōnin ein. Nach ihrem Tod wird der Bau der neuen Hauptstadt gestoppt, Dōkyō verliert seine Macht und wird ins Exil geschickt. Kōken/Shōtoku gilt als letzte klassische Herrscherin Japans, künftige Kaiserin-Regentinnen erscheinen erst mit Meishō und Go-Sakuramachi im Edo-Zeitalter. Historiker führen das Verbot weiblicher Herrscher auf die enge Beziehung zwischen Shōtoku und Dōkyō zurück
  • 781: Tennō Kammu (781–806) 781 besteigt Kammu im Alter von etwa 45 Jahren den Thron und wird der 50. Tennō von Japan. Seine Thronbesteigung stößt auf Widerstand, weil seine Mutter nicht-japanische Wurzeln hat; wichtiger politischer Förderer ist Fujiwara no Momokawa.​ Zu Beginn seiner Herrschaft versucht Kammu, die kaiserliche Macht zu stärken, Verwaltungsstrukturen zu ordnen und das Reich militärisch zu festigen. Er führt Feldzüge gegen die Emishi im Norden Honshūs, stützt sich dabei auf regionale Clans und etabliert in diesem Zusammenhang den Titel Shōgun.​
  • 784: Kammu verlegt die Hauptstadt von Heijō-kyō nach Nagaoka-kyō, um sich dem Einfluss der mächtigen buddhistischen Tempel von Nara zu entziehen. Kurz darauf kommt es zur Ermordung von Fujiwara no Tanetsugu, was politische Spannungen und Verdächtigungen am Hof auslöst.​ Kammus Bruder Prinz Sawara, zuvor Kronprinz, wird der Verwicklung in diesen Mord beschuldigt, verbannt und stirbt auf dem Weg ins Exil nach Awaji. Später wird er unter dem postumen Titel Sudō Tennō geehrt, weil sein unruhiger Geist nach damaligem Glauben Unglück über Kaiserhaus und Fujiwara bringt.​ Die Jahre in Nagaoka-kyō sind von Unglücken, Aufständen, Hungersnöten und der allgemeinen Belastung durch Wehrpflicht und Kriege geprägt. In religiöser Deutung erscheinen Himmelszeichen und ein Mondfinsternis-Omen als Hinweis, dass der Standort der Hauptstadt unheilvoll ist.​
  • 794: Kammu lässt den Bau von Nagaoka-kyō abbrechen und verlegt die Hauptstadt nach Heian-kyō, das spätere Kyōto, womit die Heian-Zeit beginnt. In Heian-kyō richtet er unter anderem die Trainingshalle Butokuden ein, die als wichtige militärische und rituelle Einrichtung gilt.​ Kammu entsendet die Mönche Saichō und Kūkai nach China, damit sie Lehren des Buddhismus studieren, aus denen später in Japan Tendai- und Shingon-Schulen hervorgehen. Dadurch fördert er religiöse und kulturelle Entwicklungen, die die Heian-Zeit prägen.​ Während seiner Herrschaft entstehen auch Nebenlinien des Kaiserhauses: Kammu ist Vater der späteren Tennō Heizei, Saga und Junna und Ahnherr des Taira-Klans, dem zahlreiche Prinzen ohne Hofamt angehören. Gegen Ende seiner Regierungszeit nimmt der Einfluss der Fujiwara-Familie wieder zu, auch wenn Kammu zeitweise deren Macht begrenzt.​
  • 806: Kammu stirbt in Heian-kyō
  • Zuletzt 757

KALINGGA

  • Zuletzt 725

QUELLEN

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21.10.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

19.01.2026 Grundstock ergänzt

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