1911

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Januar

0102D: Belagerung der Sidney Street

  • Die Belagerung der Sidney Street war eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen staatlichen Ordnungskräften und einer Gruppe baltischer Anarchisten im Londoner East End am 1. Januar. Die Belagerung endete mit dem Tod der meisten Anarchisten. Die Affäre schlug hohe politische Wellen wegen der Verwicklung des damaligen britischen Innenministers Winston Churchill.

0111D: Max-Planck-Gesellschaft

  • Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (MPG) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Berlin und Verwaltungssitz in München. Nach § 1 der Vereinssatzung ist es der Zweck der Max-Planck-Gesellschaft, die Wissenschaft zu fördern, insbesondere durch die Unterhaltung von Forschungsinstituten. Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. besteht derzeit aus rund 80 rechtlich unselbständigen Max-Planck-Instituten und der Generalverwaltung, die als Hilfsorgan für den Vorstand fungiert und von einem oder mehreren Generalsekretären geleitet werden kann. Im Gegensatz zu anderen gemeinnützigen Einrichtungen ist die Max-Planck-Gesellschaft kein Dachverein, in dem rechtlich selbständige Max-Planck-Institute, wie derzeit die Stiftung Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und die Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH als juristische Personen Mitglieder sind. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik war bis 1970 eine GmbH und wurde dann vermögenslos gestellt und in die MPG überführt. Das MPI für Plasmaphysik wurde von Anfang an abweichend von den übrigen rechtlich unselbständigen Max-Planck-Instituten nur durch Bayern und nur durch den Bund sowie aus Euratommittel finanziert. Es ist deshalb auch nach Inkrafttreten der Ausführungsvereinbarung MPG - AV-MPG - von 1975 gemäß der Protokollnotiz zu § 1 AV-MPG nach den Regelungen für von Bund und den jeweiligen Sitzländern geförderte Großforschungseinrichtungen dort aufgeführt. Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft kennt nur Wissenschaftliche Mitglieder - dies sind in der Regel die Direktoren der rechtlich unselbständigen Max-Planck-Institute sowie auswärtige wissenschaftliche Mitglieder - sowie fördernde Mitglieder, die entweder natürliche Personen oder juristische Personen wie Firmen sein können, welche die gemeinnützige Forschung in den Max-Planck-Instituten fördern. Die Max-Planck-Gesellschaft widmet sich vorwiegend der natur-, sozial- und geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung und arbeitet in Kooperation mit den Universitäten, bleibt aber unabhängig davon. Sie beschäftigt sich mit Forschungszielen, die aufgrund ihrer Transdisziplinarität oder der hohen notwendigen Ressourcen nicht von anderen Forschungseinrichtungen der Grundlagenforschung durchgeführt werden können. Die Forschungsergebnisse dienen der Allgemeinheit und haben das Ziel, Schwerpunkte exzellenter Forschung in bestimmten Forschungsbereichen in Ergänzung zur Forschung an Hochschulen und anderen Forschungsorganisationen zu bilden. Die Max-Planck-Gesellschaft ist durch ihren jeweiligen Präsidenten in der sogenannten Allianz der Wissenschaftsorganisationen vertreten, in der die Spitzen der deutschen Forschungsorganisationen sich regelmäßig beraten und austauschen. Sie ist eine in Deutschland führende Forschungsinstitution in der Grundlagenforschung und hat auch weltweit eine führende Reputation. So wurde sie 2006 vom Times Higher Education Supplement-Ranking von nicht-universitären Forschungsinstitutionen (peer review durch Akademiker) zur weltweit besten nicht-universitären Forschungseinrichtung und hinter AT&T und dem Argonne National Laboratory zur weltweit drittbesten Institution in der Technologieforschung gekürt.
  • Die Max-Planck-Gesellschaft gehört heute zu den renommiertesten Wissenschaftsorganisationen in Deutschland und genießt auch weltweit große Anerkennung. Ihre Vorgängerin, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, wurde am 11. Januar 1911 gegründet. (dradio.de 2011)

0124D: in Japan werden zwölf oppositionelle Anarchisten hingerichtet

  • Den Verschwörern galt der Tenno als Symbol für einen von Elend und Unterdrückung gekennzeichneten Staat. Im Jahr 1910 planten 25 Männer und eine Frau ein Attentat auf den japanischen Kaiser. Und einen radikalen Systemumsturz. (dradio.de 2011)

0126D: Der Rosenkavalier (Srauss)

  • "Der Rosenkavalier. Komödie für Musik" (op. 59) ist eine Oper in drei Aufzügen. Die Musik stammt von dem deutschen Komponisten Richard Strauss, das Libretto von dem österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal. Das Werk wurde am 26. Januar 1911 in der Dresdener Semperoper (Königliches Opernhaus) uraufgeführt.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Heute vor 100 Jahren wurde in Dresden "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss zum ersten Mal aufgeführt. Die Oper auf das Libretto Hugo von Hofmannsthals, von Anfang an ein durchschlagender Erfolg, ist das populärste Musiktheaterwerk des Komponisten geblieben. (dradio.de 2011)

Februar

0215D: Die Hose (Sternheim)

  • "Die Hose" ist der Titel eines bürgerlichen Lustspiels von Carl Sternheim. Die Uraufführung dieses Theaterstücks am 15. Februar 1911 löste einen Skandal aus. Die rüde Direktheit und der ätzende Spott gegen den deutschen Spießbürger führten zu einem zeitweiligen Verbot des Stückes.
  • "Die Hose" - ein in der Prüderie der Kaiserzeit ungeheuerliches Wort. In seiner Komödie entlarvt Carl Sternheim mit scharfer Zunge die Doppelmoral der bourgeoisen Gesellschaft. Vor 100 Jahren feierte das Stück in Berlin Premiere. (dradio.de 2011)

März

0319D: Internationaler Frauentag

  • Der kurz Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen.
  • In Berlin versammelten sich rund 45.000 Frauen, weltweit gingen mehr als eine Million Feministinnen auf die Straße - der " Aufschrei der erwachten Frauen nach der Freiheit" war am 19. März 1911 während des ersten Internationalen Frauentages deutlich zu hören. Die demonstrierenden Frauen forderten das Wahlrecht, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Mutterschutz für Arbeiterinnen und den Zehn-Stunden-Tag. Erst 1914 wird der Frauentag auf den 8. März gelegt. (dradio.de 2006)
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das beste Beispiel: Frauen bekleiden politische Ämter, sagen ihre Meinung und gehen zur Wahl. Doch das war nicht immer so. Und so erstritten sich Frauen vor 100 Jahren erstmals ein "Mittel, politische Macht zu erlangen." (dradio.de 2011)

0320D: Beilis-Affäre

  • Die Beilis-Affäre war ein Ritualmordprozess gegen den Kiewer Juden Menachem Mendel Beilis. Ausgangspunkt war 1911 der Mord an einem 12-jährigen Jungen. Der Prozess erregte wegen seiner politischen Instrumentalisierung europaweit Empörung.

April

0407D: Isaac de Camondo

  • Comte Isaac de Camondo (* 3. Juli 1851 in Konstantinopel; † 7. April 1911 in Paris) war ein Bankier, Musiker, Kunstsammler und Mäzen. Er entstammte einer jüdischen Bankiersfamilie und lebte ab Ende der 1860er Jahre in Frankreich, wo er ab 1874 in der Pariser Filiale des Familienunternehmens arbeitete. Später engagierte er sich auch in anderen Unternehmen. Als Diplomat vertrat er einige Jahre das Osmanische Reich als Generalkonsul in Paris. Camondo bewunderte die Musik von Richard Wagner und komponierte selber, darunter die Oper Le Clown, die in Frankreich und im Ausland zur Aufführung kam. Über mehrere Jahrzehnte trug er eine bedeutende Sammlung von Kunstwerken verschiedener Epochen und Kulturen zusammen. Herausragend ist seine Bedeutung als Sammler impressionistischer Werke, zu deren frühesten Förderern er gehörte. Seine umfangreichen Kunstsammlungen stiftete Camondo, teilweise schon zu Lebzeiten, dem Louvre. Seine Sammlung impressionistischer Gemälde ist heute im Musée d’Orsay zu sehen. (Artikel des Tages)

0419D: Der Panthersprung nach Agadir

  • Mit dem Einmarsch der eigenen Truppen in Marokko löst Frankreich am 19. April 1911 die zweite Marokko-Krise aus. Aber auch an den Großmachtsphantasien der Deutschen gibt es seitdem nichts mehr zu deuteln. (dradio.de 2011)

0427D: Huanghuagang-Aufstand

  • Der Huanghuagang-Aufstand wurde von Huang Xing angeführt und ist nach einem Hügel in Guangzhou (Kanton), Guangdong, China, benannt. Es war der letzte erfolglose Aufstand chinesischer Revolutionäre gegen die Qing-Dynastie vor dem Aufstand von Wuchang im gleichen Jahr (1911).

Mai

0506D: Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden

  • Die Internationale Hygiene-Ausstellung 1911 in Dresden entstand nach der Idee und maßgeblich auf Betreiben des erfolgreichen Odol-Fabrikanten Karl August Lingner. Mit 5,2 Millionen Besuchern ist sie die bisher am stärksten besuchte Ausstellung in Dresden gewesen. Ihre Eröffnung erfolgte am 6. Mai und sie lief bis zum 31. Oktober 1911.
  • "Gesundheit ist das höchste Gut": So lautete die zentrale Botschaft der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden, mit der Menschen in großem Stil darüber aufgeklärt werden sollten, was sie zur eigenen Gesunderhaltung beitragen können. 13 Nationen waren mit eigenen "Länderpavillons" vertreten. (dradio.de 2011)

0509D: Schwarze Hand

  • Die "Schwarze Hand" war eine den Geheimdiensten ähnliche serbische Offiziers-Vereinigung, der auch einige wenige Kroaten und Bosniaken (z. B. Oskar Tartaglia) angehörten. Ähnliche verschwörerische Offiziersverbindungen gab es im 19. Jahrhundert auch in Rumänien und dem Osmanischen Reich. Mitglieder der Schwarzen Hand waren am Attentat von Sarajevo beteiligt und befürworteten die Idee eines Großserbien, in dem ganz Bosnien Herzegowina und Serbien in einem Staat vereint sein sollten. Die Schwarze Hand galt als geheime Organisation, obwohl ihre Existenz und einige ihrer Mitglieder öffentlich bekannt waren.
  • Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt und gab sich Serbien als aggressiv, war aber nur ein Angstbeißer. Aus Angst, zwischen Österreich und Türkei zermahlen zu werden, propagierte es aggressiv die Vereinigung der serbisch besiedelten Balkanregionen. Dieser Vereinigung verschrieb sich die Geheimgesellschaft Vereinigung oder Tod. (dradio.de 2011)

0522D: Der brave Soldat Schwejk (Hašek)

  • "Der brave Soldat Schwejk" ist ein antimilitaristisch-satirischer Schelmenroman von Jaroslav Hašek. Der tschechische Originaltitel des Buches lautet: Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války (Die Schicksale des braven Soldaten Schwejk während des Weltkrieges). Schwejk (tschechisch Švejk) ist ein typischer Prager Charakter, der sich mit List und Witz durchs Leben schlägt und sich als Soldat der österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg mit Chuzpe vor dem Kriegseinsatz zu drücken versucht.
  • Jaroslav Hašek bezeichnete sich selber scherzhaft "als den größten tschechischen Schriftsteller". Dabei war zu seinen Lebzeiten noch nicht abzusehen, welch ein Erfolg seine Kurzgeschichten über den trotteligen Soldaten Schwejk werden würden. (dradio.de 2011)

0524D: Iamdudum in Lusitania (Pius X.)

  • Iamdudum in Lusitania (lt.: Schon längst in Lusitania /Portugal) ist der Name der Enzyklika Pius X. vom 24. Mai 1911 über die Trennung von Kirche und Staat in Portugal.

0525D: mexikanische Revolutionäre stürzen den Diktator Porfirio Díaz

  • Mexiko feierte 2010 die 200 Jahre seiner Unabhängigkeit. In diese Zeit fällt eine der längsten Diktaturen seiner Geschichte: die Herrschaft von General Porfirio Díaz. Sie war gekennzeichnet von blutiger Unterdrückung, aber auch von wirtschaftlichem Aufschwung und einer ersten Modernisierung des Landes. Heute vor 100 Jahren wurde der Diktator gestürzt. (dradio.de 2011)

0530D: Indianapolis 500

  • Für die einen sind die 500 Meilen von Indianapolis das größte und aufregendste Rennen der Welt. Für die anderen ist es noch bekloppter als Autorennen sowieso schon sind, denn hier heißt es im Grunde drei Stunden lang: Vollgas. Am 30. Mai 1911 wurde das legendäre „Indy 500“ zum ersten Mal gefahren. Autor: Matthias Wurms. (WDR Stichtag 2016)

Juli

0701D: Zweite Marokkokrise

0719D: Reichsversicherungsordnung (Deutsches Reich)

  • Am 19. Juli 1911 setzte der Kaiser die Reichsversicherungsordnung mit seiner Unterschrift in Kraft. Für die Rechts- und Verwaltungsgeschichte war sie von größter Bedeutung, schließlich wurde sie erst 1976 schrittweise vom Sozialgesetzbuch abgelöst und gilt in Teilen bis heute. (dradio.de 2011)

0724D: Entdeckung der Inkastadt Machu Picchu

  • Anfang des Monats war sie in den Schlagzeilen: Die alte Inka-Stadt Machu Picchu in den Bergen von Peru. Leider keine guten Schlagzeilen. Ein deutscher Tourist hat dort eine Absperrung ignoriert und ist auf einem der steilen Abhänge zu Tode gestürzt, als er ein Selfie machen wollte. Entdeckt wurde Machu Picchu erst am 24. Juli 1911. (WDR Stichtag 2016)
  • Machu Picchu wurden durch den US-amerikanischen Forscher Hiram Bingham in den peruanischen Anden entdeckt. Die Ruinen zählen zu den berühmtesten archäologischen Stätten der Welt. Heute ist bekannt, dass die Siedlung keineswegs ein Machtzentrum der Inka darstellte, wie lange vermutet wurde. (dradio.de 2011)

August

0810D: Parliament Act (Vereinigtes Königreich)

  • Der Parliament Act ist ein Gesetz des britischen Parlaments vom 10. August 1911 (abgeändert 1949). Es beschneidet die Rechte des Oberhauses (engl. House of Lords) im Parlament, indem es festlegt, dass das Oberhaus Gesetze, die vom Unterhaus (engl. House of Commons) beschlossen wurden, nicht mehr aufheben oder beliebig lang hinauszögern kann. Damit bestätigt es das Unterhaus als die oberste gesetzgebende Gewalt. Am 16. Dezember 1949 wurden die Rechte des Oberhauses durch einige Änderungen im Parliament Act weiter eingeschränkt, indem die Zeitspanne des aufschiebenden Vetos gegen Gesetzesentwürfe von zwei Jahren auf ein Jahr verkürzt wurde. Vor der Verabschiedung des Parliament Act schwelte ein Machtkampf zwischen Ober- und Unterhaus, der durch Verabschiedung des Gesetzes eindeutig zugunsten des Unterhauses entschieden wurde. Die Mitglieder des Oberhauses sind – im Gegensatz zum Unterhaus – nicht vom Volk gewählt; der Parliament Act war deshalb ein wichtiger Schritt zu einer demokratischeren Gesetzgebungsstruktur. Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung, der Parliament Act kann jedoch als Teil des britischen Verfassungsrechts angesehen werden.

0821D: In Paris wird das berühmte Gemälde aus dem Pariser Louvre gestohlen

  • Zeitungen vermuteten ein Komplott des Deutschen Kaiserreiches, Pablo Picasso wurde von der Polizei verhört: 1911 erschütterte der Diebstahl der Mona Lisa Frankreich. Bis sie hinter einem italienischen Ofen wieder auftauchte. (dradio.de 2011)

September

0907D: St. Pauli Elbtunnel

  • Der 1911 eröffnete St. Pauli Elbtunnel – in Abgrenzung zum seit 1975 bestehenden Neuen Elbtunnel auch Alter Elbtunnel genannt – unterquert die Norderelbe auf einer Länge von 426,5 Metern und verbindet mit zwei Tunnelröhren die nördliche Hafenkante bei den St. Pauli-Landungsbrücken (Nordeingang) mit der Elbinsel Steinwerder (Südeingang). Er wird als öffentlicher Verkehrsweg, sowohl von Fußgängern und Radfahrern sowie eingeschränkt von Kraftfahrzeugen, genutzt. Er galt bei seiner Eröffnung als technische Sensation, steht seit 2003 unter Denkmalschutz und wurde 2007 für die Auszeichnung Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.
  • Er galt als Meisterwerk des Tunnelbaus, als er am 7. September 1911 mit Glanz und Gloria eingeweiht wurde. "Seine einem Mausoleum nicht unähnliche Gestalt ist wohl geeignet, beim Beschauer ein Grübeln über dessen Bestimmung zu wecken", kommentierte damals die Presse. Heute hat der "alte Elbtunnel" Kultstatus. (dradio.de 2011)

0914D: Pjotr Arkadjewitsch Stolypin

  • Pjotr Arkadjewitsch Stolypin (1862-1911) war ein russischer Staatsmann, der im Amt des Premierministers von 1906 bis 1911 tiefgreifende Reformen im russischen Kaiserreich durchsetzte.
  • Lenin bezeichnete ihn als Henker und Mörder, liberale Politiker sahen in ihm einen Reformer, der der russischen Geschichte einen anderen Lauf hätte geben können. Ein Attentat auf Pjotr Stolypin, den tatkräftigen Ministerpräsidenten des letzten russischen Zaren, beendete am 14. September 1911 die Laufbahn des umstrittenen Politikers. (dradio.de 2011)

0917D: Teuerungsrevolte

  • Die Teuerungsrevolte, auch Teuerungs- oder Septemberunruhen genannt, waren Ausschreitungen nach einer Arbeiterdemonstration und deren gewaltsame Niederschlagung in Wien am 17. September 1911. Zum ersten Mal nach dem Oktoberaufstand 1848 wurde in Wien wieder das Feuer auf Demonstranten eröffnet.

0929D: Italienisch-Türkischer Krieg

  • Der Italienisch-Türkische Krieg war ein militärischer Konflikt zwischen dem Königreich Italien und dem Osmanischen Reich, der vor allem im Mittelmeer und in Nordafrika ausgetragen wurde. Er begann mit der italienischen Kriegserklärung am 29. September 1911 und endete mit dem Frieden von Ouchy am 18. Oktober 1912. In ihm trat das Osmanische Reich Tripolitanien, die Cyrenaika und den Dodekanes an Italien ab.

Oktober

1002D: in Preußen wird die Schulstunde auf 45 Minuten festgesetzt

  • Frankreich, die Niederlande oder die USA kennen Schulstunden mit 50, 60 oder 90 Minuten. In Deutschland wurde die 45-Minuten-Unterrichtsstunde zu Zeiten des deutschen Kaiserreichs eingeführt - aus Spargründen. Heute verabschieden sich immer mehr Schulen davon. (dradio.de 2011)

1010D: Xinhai-Revolution

  • Die Xinhai-Revolution, benannt nach dem chinesischen Jahr Xinhai (~ 1911), bedeutete das Ende der Qing-Dynastie unter Pu Yi, dem letzten der Mandschu-Kaiser. Sie begann am 10. Oktober 1911 und endete in der Gründung der Republik China am 12. Februar 1912.

1010D: Wuchang-Aufstand

  • Der Wuchang-Aufstand bildete nach einer langen Reihe erfolgloser Aufstände den Beginn der nach dem chinesischen Jahr Xinhai (~ 1911) benannten Xinhai-Revolution und damit den Beginn der republikanischen Ära Chinas.
  • Die Revolution in China begann mit einem Unfall in der Provinz: In der Stadt Wuchang am Yangtse-Fluss flog ein Munitionslager in die Luft und löste am 10. Oktober 1911 einen Aufstand aus. Die Rebellen setzten eine Militärregierung ein und proklamierten im Namen ganz Chinas die Republik. (dradio.de 2011)

1014D: Das weite Land (Schnitzler)

  • "Das weite Land" ist eine Tragikomödie in fünf Akten von Arthur Schnitzler, die am 14. Oktober 1911 am Volkstheater in Wien uraufgeführt wurde. Der Text erschien im selben Jahr bei S. Fischer in Berlin. Der Wiener Fabrikant Friedrich Hofreiter bricht mehrfach die Ehe, kann aber die darauf folgende Untreue seiner Gattin Genia nicht verzeihen. Der gemeinsame halbwüchsige Sohn Percy kann die zerbrochene Ehe nicht kitten.
  • Mein "bestgebautes Stück" nannte der Dramatiker Arthur Schnitzler seine Tragikomödie "Das weite Land", die am 14. Oktober 1911 in Wien und an sieben weiteren deutschsprachigen Bühnen uraufgeführt wurde. Die Geschichte einer problematischen Ehe avancierte zu einem Klassiker des 20. Jahrhunderts. (dradio.de 2011)

November

1101D: im italienisch-türkischen Krieg wird erstmals in der Geschichte eine Bombe aus einem Flugzeug abgeworfen

  • Im italienisch-türkische Krieg wurde erstmals eine Bombe aus einem Flugzeug abgeworfen. Das Königreich Italien und das Osmanischen Reich führten um die Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer Krieg. Das nationalistische Italien propagierte die Idee, durch koloniale Expansion die sozialen Probleme zu lösen. (dradio.de 2011)

1104D: Marokko-Kongo-Vertrag

  • Mit dem sogenannten Marokko-Kongo-Abkommen erkannte das Deutsche Reich die französische Vorherrschaft über Marokko an. Die Unterzeichnung des Marokko-Kongo-Vertrags am 4. November 1911 in Berlin beendete die Zweite Marokkokrise. Im Gegenzug trat Frankreich Teile des französischen Kongo und Französisch-Äquatorialafrikas, das so genannte Neukamerun, an das Deutsche Reich ab. Ein kleineres Gebiet im Nordosten Kameruns, auch Entenschnabel genannt, ging an Frankreich.

Dezember

1201D: Jedermann (Hofmannsthal)

  • "Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes" ist ein Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, das am 1. Dezember 1911 im Berliner Zirkus Schumann unter der Regie von Max Reinhardt uraufgeführt wurde. Das Bühnenbild der Uraufführung entwarf Ernst Stern. Seit 1920 wird das Stück jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen aufgeführt, die Hofmannsthal mitbegründete. Nach dem Vorbild spätmittelalterlicher Mysterienspiele und dramatischer Bearbeitungen aus der frühen Neuzeit (Elckerlijc/Everyman, Homulus, Hecastus) treten im Jedermann neben den Figuren von Gott und Teufel auch der Tod, der Mammon, der Glaube und andere abstrakte Begriffe als Personifikationen auf. Der wohlhabende Jedermann sieht sich mit dem unerwarteten Tod konfrontiert, der ihn vor seinen Schöpfer führen will. Weder sein treuer Knecht, noch seine Freunde, noch sein Geld wollen ihn ins Grab begleiten; erst der Auftritt seiner Werke und des Glaubens bringen ihn dazu, sich zum Christentum zu bekennen und als reuiger Bekehrter ins Grab zu steigen.
  • Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" gehört zu Salzburg wie die Nockerln, der Schnürlregen und Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei hat das "Spiel vom Sterben des reichen Mannes" seine Wurzeln im Berlin der Kaiserzeit. Dort wurde es vor 100 Jahren uraufgeführt. (dradio.de 2011)
  • Der Jedermann ist bei den Salzburger Festspielen eine echte Institution: Alle Jahre wieder eröffnet das „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ vor der barocken Kulisse des Salzburger Doms das Theater- und Musikfestival. Besucher reißen sich um die Karten und die berühmtesten deutschsprachigen Schauspieler um die Rollen – und das, obwohl das Stück von der Kritik immer wieder als volkstümlich und rührselig, verlogen und naiv verspottet wurde. In der Tat, subtile Aussagen sucht man darin vergeblich, dafür hat es pfundweise Moral: Der reiche Jedermann führt ein frevelhaftes Leben und soll vor Gottes Gericht geführt werden. In seiner Todesstunde verlassen ihn Geliebte, Freunde und Verwandte und er erkennt, dass alle materiellen Güter vergänglich sind. In letzter Minute findet er zum Glauben, bereut seine Sünden und wird durch die Gnade Gottes gerettet. Man sieht der Handlung an, dass aus dem Mittelalter überlieferte Formen des religiösen Mysterienspiels als Vorlage dienten. Hofmannsthal wollte diese wieder zum Leben erwecken, weil er in der Geschichte von Jedermann eine allgemeingültige, zeitlose Wahrheit vermutete. Tatsächlich ist es den Theaterregisseuren in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen, das Stück zu entstauben und seine Botschaft einem breiten Publikum zugänglich zu machen. (getAbstract)

1214D: Roald Amundsen erreicht den Südpol

  • Ursprünglich war der Nordpol sein Ziel, doch der Amerikaner Robert Peary kam ihm zuvor. Also disponierte der Norweger Roald Amundsen um. Nach einem 1500 Kilometer langen Marsch war es am 14. Dezember 1911 so weit: Am Südpol flatterte die norwegische Fahne. (dradio.de 2011)
  • "All die Mühsal, all die Entbehrungen, all die Qual. Wofür? Für nichts als Träume, die jetzt zerbrochen sind." Robert Falcon Scott sinkt erschöpft und verzweifelt in die Knie. Der britische Marineoffizier hatte den Wettlauf zum Südpol verloren - und eine dunkle Vorahnung erfüllte ihn: "Mir graut vor dem Rückweg." Er behielt Recht: Seine ganze Mannschaft erfror in der Eishölle. Nur wenige Meilen vom rettenden Depot entfernt, verließen auch Scott die Kräfte. Sein letztes Tagebuchgekritzel: "Bitte sorgt für unsere Hinterbliebenen." Als Erster hatte der Forscher Roald Amundsen den Südpol erreicht - am 14. Dezember 1911 hisste er dort Norwegens Flagge. Und war begeistert: "Eine endlose Ebene, die kein menschliches Auge je geschaut, kein menschlicher Fuß je betreten hatte." Die Welt respektierte diesen Erfolg - doch die Sympathien galten Scott. Ein Symbol für die bewahrte Menschlichkeit unserer Zeit: Vor der Geschichte gewannen im 20. Jahrhundert oft die, die verloren hatten. (Quelle: www.phoenix.de) (youtube.com: 100 Jahre)

1218D: erste Ausstellung der Künstlergruppe "Blauer Reiter" eröffnet

  • Als Gegenveranstaltung zur Jahresschau der "Neuen Münchner Künstlervereinigung" gründen Wassily Kandinsky, Franz Marc, Alexej von Jawlensky und Paul Klee die Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". Dazu entstand ein sehr erfolgreicher Kunstalmanach. (dradio.de)

1221D: Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis (Moskau)

  • Die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria ist eine neugotische Kirche im Zentrum Moskaus und die Kathedrale des Erzbistums Mutter Gottes von Moskau. Sie ist eine von zurzeit nur zwei geöffneten katholischen Kirchen in Moskau und die größte katholische Kathedrale in ganz Russland. Erbaut 1911 nach einem Entwurf von Tomasz Bohdanowicz-Dworzecki als Filialkirche der polnischen Gemeinde, wurde die Kirche 1938 von der kommunistischen Regierung geschlossen, umgebaut und fast 60 Jahre lang für profane Zwecke genutzt. Erst 1996 wurde sie nach jahrelangen Verhandlungen wieder ihrer religiösen Bestimmung als Kirche übergeben und nach einer umfassenden Renovierung 2001 neu geweiht. Den Status einer Kathedrale erhielt sie 2002. In der Kathedrale finden regelmäßige Gottesdienste auf Russisch, Polnisch, Koreanisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Armenisch und Latein sowie Wohltätigkeitskonzerte der Orgel- und Kirchenmusik statt. Der Kathedrale angeschlossen ist eine Bibliothek, die Hauptredaktion der russischen katholischen Zeitschrift „Der katholische Bote – das Licht des Evangeliums“ (russ. „Католический вестник — Свет Евангелия“) sowie das Büro des örtlichen Caritasverbandes. Die Kathedrale ist in die Liste des Kulturerbes der Russischen Föderation eingetragen und steht unter Denkmalschutz.
  • Um 1890 war die polnische katholische Gemeinde in Moskau stark angewachsen. Deshalb beschloss der polnische Gemeinderat, die Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria zu errichten. Seit der Weihe 1911 ist sie die größte katholische Kirche in Russland. (dradio.de 2011)

Lexikon

Auf verwachsenem Pfade (Janacek)

  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • «Ich will in jedem Ton spüren, dass er durch die Feuer-Esse des Herzens ging», sagt Leos Janácek über seine kleinen Kompositionen für Klavier «Auf verwachsenem Pfade». Was nicht ganz einfach ist, handelt es sich doch bei diesen Klavier-Miniaturen um seine ganz persönlichen Erinnerungen und Stimmungsbilder. «Kommt mit!» oder «Es stockt das Wort» oder «So namenlos bange» heissen sie. Wie stark muss da die Herzens-Esse eingeheizt werden? Gäste sind Michael Kaufmann, Leiter der Hochschule für Musik in Luzern, und die Dirigentin Olga Machonova Pavlu. (DRS1 Diskothek im Zwei 2011)

Bahn­strecke Lamperts­mühle-Otter­bach–Otter­berg

  • Die Bahn­strecke Lamperts­mühle-Otter­bach–Otter­berg war eine 3,9 Kilo­meter lange Stich­bahn, die 1911 von den König­lich Bayer­ischen Staats­eisen­bahnen zu­nächst aus­schließ­lich für den Güter­verkehr eröff­net wurde. Ihr Haupt­zweck be­stand darin, die nörd­lich von Kaisers­lautern liegende Stadt Otter­berg an das Eisen­bahn­netz anzu­schließen, was letztere seit Jahr­zehn­ten gefor­dert hatte. Personen­verkehr gab es von 1919 bis 1954. An­schließend führte die Deut­sche Bundes­bahn bis 1969 Güter­ver­kehr auf der Strecke durch. Ab diesem Zeit­punkt diente die Strecke noch als An­schluss­gleis für zwei Unter­neh­men, bis am 1. Februar 1980 der Betrieb einge­stellt und die Gleise abge­baut wurden. Heute ver­läuft auf einem Teil der Strecke ein Wander- und Radweg. (Artikel des Tages)

Das Lied von der Erde (Mahler)

  • Das Lied von der Erde ist ein großer sinfonischer Liederzyklus, den Gustav Mahler 1908-1909 auf Nachdichtungen altchinesischer Lyrik von Hans Bethge komponierte. Als Besetzung sind großes Sinfonieorchester und zwei Solisten (Alt oder Bariton sowie Tenor) vorgesehen. Die Uraufführung fand postum am 20. November 1911 in München unter Bruno Walter statt.

Erzählung "Peter Pan" (Barrie)

  • Wendys Abenteuer mit Peter Pan in Nimmerland begeistern seit über 100 Jahren junge wie alte Leser. Was macht den ungeheuren Erfolg dieser Geschichte aus? Ein Grund ist bestimmt die Offenheit der Idee von der fantastischen Insel Nimmerland: Jedes Kind darf hier seine eigene Welt erschaffen und ist eingeladen, das Bestehende weiterzudenken. Freie Adaptionen wie der Kinofilm Hook zeigen, dass sich die Grundzüge der Geschichte auf neue Umstände und Zeiten übertragen lassen, ohne dass die Handlung ihre große Anziehungskraft verliert. Die Figur des Peter Pan ist Sinnbild kindlicher Fantasie und Autonomie – ein frecher Junge mit unbändiger Abenteuerlust, der sich in eine Reihe mit beliebten Figuren wie Pippi Langstrumpf oder Tom Sawyer stellen lässt. Erwachsene fühlen sich diesen Figuren auf besondere Art verbunden. An manchen Tagen kommt man nicht umhin, sich zu fragen: Ja, genau, warum sind wir eigentlich erwachsen geworden? Zum Glück ist ein kleiner Ausflug in die Kindheit jederzeit möglich. Wer sich einen Rest Fantasie bewahrt hat (und es zudem verschmerzen kann, dass die Elfe Tinker Bell in dieser Übersetzung zu „Gypsy Bell“ verunstaltet wird), der sollte zwischendurch einmal wieder sein Boot an den Zauberküsten Nimmerlands festmachen und Peter Pan erneut zur Hand nehmen. (getAbstract)

Fluoreszenzmikroskopie

  • Fluoreszenzmikroskopie ist eine spezielle Form der Licht­mikro­skopie. Sie beruht auf dem physikali­schen Effekt der Fluoreszenz. Wenn fluoreszierende Stoffe mit Licht bestimmter Wellen­längen ange­regt werden, strahlen sie Licht anderer, längerer Wellen­längen ab (Stokes-Verschiebung). Das Abstrah­len wird als Emission bezeich­net. Bei der Fluo­reszenz­mikro­skopie wird das erzeugte, ver­größerte Bild des unter­suchten Objekts nur durch abge­strahltes (emittiertes) Licht erzeugt. Durch Farb­filter wird sicher­gestellt, dass das Anregungs­licht blockiert wird. Fluo­reszenz­mikrosko­pische Bilder sind dann informa­tiv, wenn nicht das ganze mikrosko­pische Präparat gleich­mäßig fluores­ziert, sondern wenn nur einige Struk­turen leuchten. Diese Struk­turen erzeu­gen helle Signale vor dunklem Hinter­grund. Jedes fluores­zierende Mole­kül im Präpa­rat kann dabei als neue Licht­quelle ange­sehen werden. Liegt die Inten­sität der von diesen Mole­külen abge­strahlten Fluores­zenz über der Nachweis­grenze, können mit der Fluo­reszenz­mikro­skopie auch Struk­turen nachge­wiesen werden, die weit kleiner sind als die Auf­lösungs­grenze des Mikroskops. (Artikel des Tages)

Gemälde "Die gelbe Kuh" (Marc)

  • "Die gelbe Kuh" ist ein Gemälde des deutschen Malers Franz Marc aus dem Jahr 1911. Es ist eines der bekanntesten Werke des Künstlers und zeigt eine seiner zahlreichen Tierdarstellungen im Stile des Expressionismus. Die Ausführung erfolgte in Öl auf Leinwand mit den Maßen 140,5 × 189,2 Zentimeter.[1] Als zentrales Motiv dominiert eine springende gelbe Kuh das Gemälde. Sie ist von einer farbigen, strukturierten Landschaft umgeben . Die Konzeption des Bildes prägt der Kontrast zwischen dynamischem Motiv und ruhigem Hintergrund. Die gelbe Kuh fällt in die prägende Phase von Marcs Werk. Die zu dieser Zeit von ihm mitentwickelte Farbsymbolik durchdringt das Bild. Bei ihr steht nicht eine naturalistische Farbwiedergabe, sondern die Vermittlung der zugeschriebenen Gefühlswelt des Motivs im Vordergrund. So erhält die Darstellung bewusst eine subjektive Botschaft des Malers und vermittelt seine Sichtweise der Welt. Für Marc verkörperten Tiere ein Ideal, das er menschlicher Naturbeherrschung entgegen hielt. Spätere Deutungen seiner Gelben Kuh verweisen auf autobiografische Einflüsse und bringen das Bild in einen Zusammenhang zur Beziehung zu seiner Frau Marie. Seit 1949 befindet sich das Gemälde im Besitz der Solomon R. Guggenheim Foundation, die es im New Yorker Solomon R. Guggenheim Museum ausstellt. Zuvor präsentierten es unter anderem Ausstellungen des Blauen Reiters in München und die Galerie Nierendorf.

Gemälde "La strada entra nella casa" (Boccioni)

  • La strada entra nella casa (Die Straße dringt in das Haus) ist ein Gemälde von Umberto Boccioni. Das Werk entstand nach seinem Parisaufenthalt im November des Jahres 1911, einer sehr intensiven Schaffensperiode Boccionis. Anfangs schlicht mit Balkon betitelt, wurde es bereits ein Jahr später erstmals und unter dem Titel La rue entre dans la maison gezeigt, und zwar anlässlich der ersten im Ausland organisierten Futuristen-Ausstellung in der Pariser Galerie Bernheim-Jeune vom 5. bis 24. Februar 1912. Die Wanderausstellung ging im darauffolgenden April nach Berlin in Herwarth Waldens Sturm-Galerie, wo sie 35 Gemälde umfasste, anschließend nach London in die Sackville Gallery. In Berlin erwarb, neben anderen Gemälden, der Bankier und Sammler Albert Borchardt ebendieses Gemälde. Heute befindet es sich im Sprengel Museum in Hannover.

Goyescas (Granados)

  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Es wird geflirtet, verführt und auch gelitten in dieser Musik. In seiner Klaviersuite «Goyescas», angeregt von Bildern des Malers Francisco de Goya, breitet Enrique Granados in knapper Form ein ganzes Liebesdrama aus. Angefangen bei der ersten Verführung bis zum Tod des Geliebten. Wie viel Phantasie braucht es für diese Musik? Welche Klangfarben? Und welche rhythmische Prägnanz? Der Pianist Tomas Dratva und der Musikjournalist Thomas Meyer diskutieren verschiedene Aufnahmen dieses zentralen Werks der spanischen Klaviermusik. (SRF Diskothek im Zwei)

Haber-Bosch-Verfahren

  • Das Haber-Bosch-Verfahren ist ein großindustrielles chemisches Verfahren zur Synthese von Ammoniak. Es ist nach den deutschen Chemikern Fritz Haber und Carl Bosch benannt, die das Verfahren am Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten. Als bedeutendes Chemieverfahren mit einem Produktionsausstoß von mehr als 100 Millionen Tonnen jährlich deckt es den überwiegenden Teil des weltweiten Bedarfs an Ammoniak. Ammoniak ist eine chemische Substanz, die überwiegend für die Herstellung von Ammoniumnitrat, Ammoniumsulfat, Ammoniumphosphaten sowie Harnstoff genutzt wird. Diese Stoffe werden als Düngemittel verwendet und tragen zur Ernährung eines Großteils der Weltbevölkerung bei. Im Zusammenhang mit dem Haber-Bosch-Verfahren vergab die Nobelstiftung 1918 den Nobelpreis für Chemie an Fritz Haber, 1931 an Carl Bosch sowie 2007 an Gerhard Ertl, unter anderem für die vollständige theoretische Erklärung des Mechanismus der Ammoniakbildung. (Artikel des Tages)

Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften

  • Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (KWG) war bis Ende des Zweiten Weltkrieges die Trägerin der Kaiser-Wilhelm-Institute (KWI), führender Forschungsinstitute, die vor allem der Grundlagenforschung in Deutschland dienten. Die KWG hatte ihren Sitz in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ihre Institute nach und nach von der neu gegründeten Max-Planck-Gesellschaft übernommen, die sich als Nachfolgerin und Erbin der KWG versteht. Die endgültige Auflösung der KWG erfolgte erst am 21. Juni 1960. Alle „Wissenschaftlichen Mitglieder“ der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft sind in der Liste der Wissenschaftlichen Mitglieder der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft aufgeführt.

Ma Mère l'oye (Ravel)

Oper "Herzog Blaubarts Burg" (Bartók)

  • Herzog Blaubarts Burg (ungarischer Originaltitel A kékszakállú herceg vára) ist eine 1911 von Béla Bartók komponierte Oper in einem Akt mit einem Libretto von Béla Balázs. Die Uraufführung fand am 24. Mai 1918 im Königlichen Opernhaus in Budapest statt. Die Oper beruht auf dem Märchen Blaubart. Musikalische Motive der Oper klingen später in Bartóks Konzert für Orchester wieder an.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Was ist nur in diese Judit gefahren? Sie verlässt ihren Verlobten, sie verlässt ihre Familie, magisch ist sie angezogen von Herzog Blaubart und seiner dunklen kalten Burg. Da ist offenbar ihre «Mission». Mit ihrer bedingungslosen Liebe bringt sie Blaubart in der Tat dazu, dass er ihr all seine verborgenen Räume aufsperrt: die Folterkammer, die Waffenkammer, der Zaubergarten, die Schatzkammer, der Tränensee. Und auch die letzte der sieben Türen geht auf: Dort leben Blaubarts Frauen, tot, aber in ewiger Schönheit und Judit wird auch eine von ihnen. Entlang der ungarischen Sprache vertont der junge Béla Bartók das Libretto von Béla Balacz. Noch steht er unter dem Eindruck von Richard Strauss, aber seine intesnive Beschäftigung mit der ungarischen Volks- und Bauernmusik ist nicht zu überhören, genau so wenig wie ein Dur-Moll-System, das sich aufzulösen beginnt. Gäste von Gabriela Kaegi sind der Dirigent Kevin John Edusei und die Musikwissenschaftlerin Doris Lanz. (SRF Diskothek im Zwei 2015)

Roman "Wellen" (Keyserling)

  • Eduard von Keyserlings impressionistischer Roman Wellen zeichnet ein Psychogramm der Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg. Das Selbstverständnis des Adels erodiert. Nervös und erregt taumelt man einer ungewissen Zukunft entgegen. Diese atemberaubende weite Perspektive entwickelt Keyserling in einer auf den ersten Blick eher beschaulichen Geschichte: Unter greller Sommersonne mietet sich in einem Fischerdorf an der Ostsee eine Offiziersfamilie ein. Auch eine schöne Gräfin, die mit einem Maler durchgebrannt ist, hat auf ihrer Flucht vor den Zwängen der Gesellschaft hierhergefunden. Schnell richten sich alle Blicke auf sie – lüsterne Männerblicke, erschrockene Frauenblicke (nicht selten durch ein Opernglas), sehnsüchtige Mädchenblicke. Wer sich – durchaus aus ganz gegenwärtigen Motiven – für die emotionalen Lagen einer Gesellschaft im Umbruch interessiert, für all ihre unstillbaren Sehnsüchte, ihre Melancholie, ihre Ängste und ihre teils groteske Komik, für den ist Keyserlings mitreißend poetischer Roman augenöffnend. (getAbstract 2018)

Schauspiel "Die Ratten" (Hauptmann)

  • Die Ratten ist eine Tragikomödie in fünf Akten von Gerhart Hauptmann. Die Uraufführung fand am 13. Januar 1911 im Lessingtheater Berlin statt. Das Stück spielt in Berlin am Ende des 19. Jahrhunderts; Handlungsort ist eine ehemalige Kaserne (Alexanderstraße 10 / Ecke Voltairestraße, nahe dem Alexanderplatz). Sie wurde um 1880 von etwa 60 Familien bewohnt und im Volksmund „Wanzenburg“ genannt. Das Drama zählt zu den späten Stücken aus der Epoche des Naturalismus. Der Literaturhistoriker Hans Mayer nannte Die Ratten den vielleicht „wichtigsten Beitrag Gerhart Hauptmanns zum modernen Welttheater“, wobei es sich um „eine Großstadtdichtung ganz eigentümlicher Art [handele], die das Geschehen im Berliner Mietshaus stark in die Nähe expressionistischer Großstadtdichtung rückt“.
  • Schon lange hatte Hauptmann den Drang verspürt, über die junge Metropole Berlin zu schreiben. „Dämonen“ sah er hier am Werk, ein „Inferno“, dem er „den Spiegel vorhalten“ wollte. Seine „Berliner Tragikomödie“ lässt sich mit Fug und Recht als dieser Spiegel bezeichnen – ein Hohlspiegel, in dem sich das ganze damalige Elend der Stadt bündelt, so wie sich im realen Berlin sämtliche Tendenzen und Strömungen, Ideen und Ideologien, Krankheiten und Nöte des überlebten wilhelminischen Staatsgebäudes versammelten. Zwischen 1850 und 1900 hatte sich die Einwohnerzahl Berlins vervierfacht. Was heute schicke Altbauwohnungen in angesagten Vierteln sind, waren damals Massenunterkünfte für das recht- und mittellose Industrieproletariat. Die berüchtigten Mietskasernen waren Brutstätten für Seuchen, Ungeziefer und Kriminalität. Berlin war drauf und dran, an seinem Wachstum zugrunde zu gehen. Auch das bürgerliche Lebensmodell geriet ins Wanken. Dem schicksalhaften Strudel ökonomischer und sozialer Zwänge, in dem die einst fein säuberlich getrennten sozialen Milieus blind aneinander vorbei- und dennoch gemeinsam in den Abgrund taumelten, gab Hauptmann in Die Ratten einen literarischen Ausdruck, der wohl nie an Aktualität verlieren wird. (getAbstract)

Sinfonie op. 63 (Sibelius)

  • Die Sinfonie Nr. 4 in a-Moll op. 63 schrieb Jean Sibelius zwischen 1910 und 1911. Die Uraufführung erlebte sie am 3. April 1911 in Helsinki mit dem Sinfonischen Orchester Helsinki unter Leitung des Komponisten, wie schon bei den Sinfonien zuvor.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Vor 100 Jahren schrieb Jean Sibelius seine Vierte Sinfonie - ein eigentliches Bekenntniswerk. Betroffen von inneren und äusseren Krisen, setzte Sibelius mit der Sinfonie in a-Moll op. 63 ein Zeichen der Selbstbehauptung. Um 1911 durchlebte Sibelius persönlich eine Zeit der Krise. Die Entwicklungen der neuen Musik machten ihm zu schaffen, und die Politik steuerte auf den Ersten Weltkrieg zu. Als Antwort darauf schrieb Sibelius mit der Vierten Sinfonie seine modernste Musik. Matthias Arter und Patrick Müller diskutieren mit Roland Wächter einige der zahlreichen Aufnahmen. (DRS2 Diskothek im Zwei 2011)

Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße (München)

  • Das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße (kurz: Grünwalder Stadion oder nur Grünwalder, im Volksmund immer noch Sechzger-Stadion oder nur Sechzger, früher auch Sechzgerplatz) ist das drittgrößte Fußballstadion Münchens. Es liegt im Bezirk Untergiesing, unmittelbar am Mittleren Ring. 1911 wurde es durch den damaligen TV 1860 München errichtet und in den 1920ern ausgebaut. 1937 musste 1860 München das Stadion an die Stadt verkaufen, die es später nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufbauen ließ. Bis zur Einweihung des Olympiastadions 1972 war es die bedeutendste Sportstätte der Stadt. Heute wird das Stadion, das in seiner gegenwärtigen Form seit 1979 besteht, nur mehr von den Zweitvertretungen und den A-Jugend-Mannschaften des TSV 1860 München und des FC Bayern München genutzt. 1948 wurde mit rund 58.200 Personen im Stadion der Zuschauerrekord aufgestellt, mittlerweile ist die Kapazität offiziell auf 10.240 Zuschauer beschränkt.

Wieslauterbahn

  • Die Wieslauterbahn – seltener auch Wasgaubahn, Wieslautertalbahn oder Lauterbahn genannt – ist eine Nebenbahn in Rheinland-Pfalz. Sie zweigt im Bahnhof Hinterweidenthal Ost von der Hauptbahn Landau–Pirmasens ab und führt über Dahn nach Bundenthal-Rumbach. Ihre größte Bedeutung erlangte sie im Ausflugsverkehr. Auf der 1911 eröffneten Strecke wurde 1966 der Personenverkehr mit Ausnahme des Ausflugszugs „Der Bundenthaler“ von und nach Mannheim eingestellt. Im Jahr 1976 wurde auch dieser Zug eingestellt. Bis 1995 gab es noch Güterverkehr. Seit 1997 wurde an Sonn- und Feiertagen wieder Personenverkehr eingeführt, dessen Fortführung nach der Jahrtausendwende zeitweise gefährdet war, aber inzwischen mittelfristig gesichert ist. Jahrzehntelangen Stilllegungsplänen begegnete die regionale Bevölkerung wiederholt mit Widerstand und trug so zum Erhalt der Bahnstrecke bei.

Zeitschrift "Die Aktion"

  • "Die Aktion" war eine von Franz Pfemfert von 1911 bis 1932 herausgegebene literarische und politische Zeitschrift, die dem Expressionismus zum Durchbruch verhalf und für eine undogmatische linke Politik stand. Anfangs erschien Die Aktion wöchentlich, ab 1919 vierzehntäglich, ab 1926 schließlich nur noch unregelmäßig. Seit 1981 erscheint eine neue Die Aktion im Verlag Edition Nautilus.

Zwillingsparadoxon

  • Das Zwillings­para­doxon ist ein Ge­danken­experi­ment, das einen schein­baren Wider­spruch in der speziel­len Rela­tivitäts­theorie be­schreibt. Im Ge­danken­experi­ment fliegt ein Zwilling mit nahe­zu Licht­geschwindig­keit zu einem fernen Stern, wäh­rend der andere Zwilling auf der Erde zurück­bleibt. An­schließend kehrt der reisende Zwilling mit dersel­ben Ge­schwindig­keit wieder zurück. Nach der Rück­kehr auf die Erde stellt sich heraus, dass der dort zurück­geblie­bene Zwilling älter gewor­den ist als der gereiste. Dies ist eine Folge der Zeit­dilata­tion. Die Para­doxie besteht darin, dass bei linea­rer Betrach­tung jeder Zwilling anneh­men kann, dass der jeweils andere lang­samer altert. Die Höhe des Alters­unter­schieds zwi­schen den Zwillingen bei der Rück­kehr wird durch die Ge­schwindig­keit der Reise und durch die zurück­gelegte Entfer­nung be­stimmt. Die An­nahme einer Reise­geschwindig­keit nahe bei Licht­geschwindig­keit bewirkt zusam­men mit den astro­nomi­schen Entfer­nungen zum Stern einen Alters­unter­schied in Höhe von Jahren. (Artikel des Tages)

Quellen

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