1918

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Januar

0103D: Jännerstreik

  • Im Jännerstreik 1918 in Österreich-Ungarn, forderten die streikenden Arbeiter, parallel zum Januarstreik im Deutschen Kaiserreich, bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie ein Ende des Ersten Weltkrieges.

0108D: 14-Punkte-Programm

  • Als 14-Punkte-Programm werden die Grundzüge einer Friedensordnung für das vom Ersten Weltkrieg erschütterte Europa bezeichnet, die Präsident Woodrow Wilson am 8. Januar 1918 in einer programmatischen Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses umriss.
  • Wie können Nationen ihre Konflikte friedlich lösen? Die Gründung der Vereinten Nationen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war eine Antwort auf diese Frage. Der Vorläufer der Vereinten Nationen war der Völkerbund, eine Idee des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson. (dradio.de 2008)
  • Frieden, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung für alle Nationen der Welt: Nichts Geringeres hatte US-Präsident Wilson im Sinn, als er vor 100 Jahren seine 14 Bedingungen für eine stabile Weltordnung verkündete. In Europa machte er sich mit diesem Masterplan keine Freunde. (dradio.de 2018)

0127D: Finnischer Bürgerkrieg

  • Als Finnischer Bürgerkrieg wird eine bewaffnete Auseinandersetzung bezeichnet, die das unmittelbar zuvor unabhängig gewordene Finnland im Wesentlichen vom 27. Januar bis zum 5. Mai 1918 erschütterte. Im Hintergrund des Bürgerkrieges standen aufgestaute gesellschaftliche Gegensätze, aber auch die Auswirkungen der revolutionären Ereignisse in Russland, zu welchem Finnland bislang als autonomes Großfürstentum gehört hatte. Die Abdankung des russischen Zaren und finnischen Großfürsten infolge der Februarrevolution 1917 stürzte Finnland in eine Verfassungskrise, in welcher die öffentliche Ordnung zunehmend zerfiel. Eine durch den Ersten Weltkrieg bedingte Lebensmittelkrise bewirkte im Zusammenspiel mit der Propaganda der russischen Bolschewiki eine Radikalisierung und Militarisierung der Arbeiterbewegung. Diese Entwicklung führte schließlich Ende Januar 1918 zu einem sozialistischen Umsturzversuch. Durch Revolution wurde im Süden Finnlands ein von der Arbeiterschaft geführter Staat errichtet, im Nordteil des Landes konnten sich die Bürgerlichen jedoch behaupten. Nachdem es den bürgerlichen „weißen“ Truppen unter dem Oberbefehl von Carl Gustaf Emil Mannerheim besser als den „Roten“ gelungen war, ihre Kampfverbände für die Kriegsführung auszubilden, gingen sie Mitte März in die Offensive und nahmen nach schweren Kämpfen die Stadt Tampere ein. Deutsche Kampfverbände, die den Weißen zur Hilfe gekommen waren, rückten zugleich im Süden vor. Nach der Eroberung von Viipuri Ende April gaben Anfang Mai die letzten Aufständischen auf. Zu den Nebenerscheinungen des Krieges gehörten politische Gewalthandlungen beider Seiten und zu seinem Nachspiel eine Hunger- und Seuchentragödie unter den Roten in den Gefangenenlagern.

0128D: Januarstreik

  • In den Januarstreiks von 1918 im Deutschen Reich forderten über eine Million Arbeiter bessere Lebensbedingungen, bessere Arbeitsbedingungen, ein Ende des Ersten Weltkriegs und eine Demokratisierung der Verfassung des deutschen Kaiserreiches. Der Januarstreik 1918 war der dritte in einer Reihe von Massenstreiks gegen den Ersten Weltkrieg und seine Auswirkungen. Vorangegangen waren im Juni 1916 der Liebknechtstreik, ein Proteststreik gegen die Verhaftung des Sozialisten und Kriegsgegners Karl Liebknecht. Ein Jahr später folgte der Aprilstreik, auch Brotstreik genannt, da sich die Proteste hauptsächlich gegen die unzureichende Lebensmittelversorgung infolge der Rationierung richteten. Während der Liebknechtstreik noch vorwiegend eine Berliner Erscheinung war, hatten Aprilstreik und Januarstreik deutlich überregionale Dimension angenommen.
  • Zum Ende des Ersten Weltkrieges sah der revolutionär-sozialistische Spartakusbund seine Chance gekommen. Im kriegsmüden Deutschland rief er zum Generalstreik auf. Doch an den Lebensverhältnissen der Menschen änderte der Druck der Straße zunächst nichts. (dradio.de)

0131D: Schlacht bei der Insel May

  • Als Schlacht bei der Insel May (engl.: Battle of May Island) wird ein schwerer Schiffsunfall der britischen Royal Navy im Firth of Forth bezeichnet. In der Nacht zwischen dem 31. Januar und dem 1. Februar 1918 kollidierten in der schottischen Förde mehrere U-Boote der K-Klasse untereinander und mit Überwasserschiffen, wobei über hundert Seeleute den Tod fanden, zwei Unterseeboote sanken und mehrere Unter- und Überwasserkriegsschiffe beschädigt wurden.

Februar

0209D: Brotfrieden

  • Nach der Oktoberrevolution 1917 erklärte sich die Ukraine für unabhängig. Die Mittelmächte, darunter Deutschland und Österreich-Ungarn, befanden sich im Krieg gegen Russland. Sie erkannten die Ukraine an, forderten im Gegenzug Lebensmittellieferungen. Am 9. Februar 1918 wurde der Separatfrieden unterzeichnet. (dradio.de 2018)

0214D: in Russland wird der julianische durch den gregorianischen Kalender ersetzt

  • Bis vor 90 Jahren galt in Russland noch ein anderer Kalender als im gesamten westlichen Europa. Dann verordnete ausgerechnet der Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin den päpstlichen Kalender. Seitdem wird die Oktoberrevolution paradoxerweise im November gefeiert. (dradio.de)

0222D: Enigma (Maschine)

  • Die Enigma ist eine Rotor-Schlüssel­maschine, die im Zweiten Welt­krieg zur Ver­schlüsselung des gehei­men Nach­richten­ver­kehrs des deut­schen Mili­tärs ver­wendet wurde. Der in Frank­furt am Main gebo­rene Arthur Scherbius (1878–1929) mel­dete den „Chiffrier­apparat“ noch während der Zeit des Ersten Welt­kriegs zum Patent an, das zum 23. Februar 1918 er­teilt wurde. Die Ma­schine wurde später von allen drei Wehr­macht­teilen einge­setzt, wobei das Standard­modell die Enigma I war. Die U-Boote der deut­schen Kriegs­marine be­nutzten exklu­siv ein Modell mit vier Walzen, die Enigma-M4, von ihr auch als der Schlüssel M bezeichnet, das krypto­graphisch deut­lich stär­ker war als die bei Heer und Luft­waffe ver­wendete Vari­ante. Trotz mannig­faltiger Ver­besserungen der Ver­schlüsselungs­qualität der Ma­schine vor und wäh­rend des Krieges ge­lang es den Alliier­ten mit hohem perso­nellen und maschi­nellen Auf­wand, die deut­schen Funk­sprüche nahe­zu konti­nuierlich zu entziffern. (Artikel des Tages)

0223D: Rote Armee (Russland)

  • Nach der russischen Revolution 1917 waren Lenins radikale Bolschewiki an der Macht. Jetzt hieß es, die neue Ordnung auch militärisch zu verteidigen: gegen innere und äußere Feinde. Die Rote Armee wurde gegründet, das "werktätige Volk" mobilisiert. (WDR ZeitZeichen 2018)

März

0303D: Friedensvertrag von Brest-Litowsk

  • Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk wurde im Ersten Weltkrieg zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten geschlossen. Er wurde nach längeren Verhandlungen am 3. März 1918 in Brest-Litowsk unterzeichnet. Damit schied Sowjetrussland als Kriegsteilnehmer aus. Bei dem Friedensschluss hatte vor allem die deutsche Oberste Heeresleitung (OHL) ihre Vorstellungen hinsichtlich einer territorialen Neugliederung der ehemals russischen Gebiete durchsetzen können. Die bolschewistische russische Regierung unterzeichnete den Vertrag unter dem Eindruck der deutschen militärischen Drohung unter Protest, weil sie fürchtete, ansonsten den Erfolg der Oktoberrevolution zu gefährden. In der Sowjetunion und später auch in der DDR wurde dieser Vertrag als „Raubfrieden von Brest-Litowsk“ bezeichnet. Die Ukraine, die zuvor mit Unterstützung der Mittelmächte ihre Unabhängigkeit von Russland erklärt hatte, hatte bereits am 9. Februar 1918, ebenfalls in Brest-Litowsk, mit den Mittelmächten einen Separatfrieden unterzeichnet. Somit war der Erste Weltkrieg in Osteuropa beendet. Am 21. März begann die deutsche Frühjahrsoffensive an der Westfront.
  • Im Verlauf des Ersten Weltkriegs setzte die deutsche Regierung zunehmend auf einen Separatfrieden mit Russland, um den Zweifrontenkrieg zu beenden. Nach dem Sturz des Zaren im Februar 1917 und dem Sieg der Bolschewiki im Oktober schien die Gelegenheit gekommen: Die Sowjet-Regierung bot Deutschland Friedensgespräche an. (dradio.de 2018)

0311D: Spanische Grippe

  • In zwei großen Wellen erfasste die Spanische Grippe die Welt. Ihren Anfang nahm sie im März 1918 - ab Herbst schlug sie dann mit aller Kraft zu: Weltweit starben binnen weniger Monate an die 50 Millionen Menschen. Den Zeitgenossen gab die Krankheit viele Rätsel auf. (dradio.de 2018)
  • Das Coronavirus bedroht die Welt: Die Zahl der Infektionen steigt, noch kennt die Medizin kein Gegenmittel. Das erinnert stark an die Spanische Grippe von 1918. Sie forderte rund 50 Millionen Tote – mehr als der Erste Weltkrieg. Auch in der Schweiz fielen 25'000 Menschen dem Virus zum Opfer. Die Spanische Grippe und das Coronavirus: Lassen Sie sich vergleichen? Das zeigt der Blick zurück. Gast in der Sendung «Zeitblende – Geschichte im Gespräch» ist der Walliser Historiker Andreas Tscherrig, der die Spanische Grippe in der Schweiz erforscht hat. (SRF Zeitblende 2020)

0321D: Deutsche Frühjahrsoffensive

  • Als Frühjahrsoffensive bezeich­net man eine Serie von vier Offen­siven des deut­schen Heeres an der West­front des Ersten Welt­kriegs im Frühjahr des letzten Kriegs­jahres 1918. Die erste begann am 21. März 1918; die vierte Mitte Juli – ein letzter deut­scher Offensiv­versuch an der Marne. Ange­fangen mit der Opera­tion Michael (auch Große Schlacht in Frank­reich oder Kaiser­schlacht genannt) war die Früh­jahrs­offen­sive der letzte Versuch des Deut­schen Kaiser­reichs, an der West­front einen für die Mittel­mächte güns­tigen Ausgang des Krieges herbei­zu­führen. Die Angriffs­opera­tionen kamen für die Entente-­Mächte über­raschend, da sie an einen nahen Zusammen­bruch des deut­schen Heeres glaubten. Nach einer schweren Krise kamen Groß­britan­nien und Frank­reich unter dem Druck der Lage überein, die West­front unter das Ober­kommando des franzö­sischen Marschalls Ferdinand Foch zu stellen. Gegen den ver­stärkten Wider­stand der beiden west­lichen Haupt­mächte erlahmte die Kraft der deut­schen Offen­siven schließ­lich nach drei Monaten; ab Mitte Juli 1918 ging die Initia­tive endgül­tig an die Entente über. (Artikel des Tages)

April

0407D: Vierte Flandernschlacht

  • Als Vierte Flandernschlacht wird die am 7. April 1918 beginnende vierte Schlacht um Ypern bezeichnet.

0421D: Manfred von Richthofen stirbt durch eine Zufallskugel

  • Manfred von Richthofen kämpfte im Ersten Weltkrieg als Jagdflieger und wurde wie kaum ein anderer zum Helden des Luftkampfes stilisiert. Am 21. April 1918, vor 100 Jahren, starb er - durch die Zufallskugel eines australischen Infanteristen. (dradio.de 2018)

0422D: Raid gegen Zeebrügge und Ostende

  • Der Raid gegen Zeebrügge und Ostende war ein Kommandounternehmen der Royal Navy gegen die im deutschbesetzten Teil Belgiens liegenden Häfen Zeebrügge und Ostende. Ziel war die Neutralisierung beider Häfen durch die Versenkung von Blockschiffen in den Seekanälen beider Häfen, um das Auslaufen der U-Boote zu verhindern. Zeebrügge und Ostende waren die Endpunkte dieser Seekanäle, die Brügge (die im Landesinneren gelegene U-Bootbasis in Flandern) mit der Nordsee verbanden.

Mai

0507D: Friede von Bukarest

  • Der Friede von Bukarest von 1918 bezeichnet den Friedensvertrag im Ersten Weltkrieg zwischen Rumänien einerseits und den Mittelmächten andererseits. Er wurde am 7. Mai 1918 abgeschlossen und folgte dem Waffenstillstand vom 9. Dezember 1917. Die Annullierung des Bukarester Friedens war eine der Bedingungen des Waffenstillstands zwischen den Mittelmächten und den Alliierten vom 11. November 1918.

0508D: Uraufführung von Goethes "Urfaust"

  • Jahrzehntelang galt der Text von Goethes "Urfaust" als verloren, bevor er 1887 im Nachlass einer Weimarer Hofdame als Kopie gefunden wurde - um sogleich wieder zu verschwinden. Erst am 8. Mai 1918 konnte der "Urfaust" in Frankfurt uraufgeführt werden. (dradio.de 2018)

0517D: Birgit Nilsson

0524D: Schlacht von Sardarapat

  • Die Schlacht von Sardarapat (armenisch Սարդարապատի ճակատամարտ; türk. Sardarapat Savaşı) war eine Schlacht der Kaukasuskampagne des Ersten Weltkrieges, die in der Nähe der Stadt Sardarapat (heute Armawir) von 24. bis 26. Mai 1918 stattfand. Sardarapat lag nur 40 km westlich von Eriwan und die Schlacht stoppte nicht nur den Vormarsch der Osmanen nach Armenien, sondern verhinderte auch eine möglicherweise totale Vernichtung der Armenier.

0530D: Frederick Trump

  • Frederick Trump (* 14. März 1869 in Kallstadt als Friedrich Trump; † 30. Mai 1918 in New York) war ein deutsch-amerika­nischer Unter­neh­mer, der sein Vermö­gen mit dem Be­trieb von Restau­rants im Nord­westen der USA und im kanadi­schen Yukon-Territo­rium, insbe­sondere wäh­rend des Klon­dike-Gold­rausches, machte. Er ist ein Groß­vater des Unter­nehmers und US-Präsi­den­ten Donald Trump. Im Alter von 16 Jahren ver­ließ er Deutsch­land als Armuts­flücht­ling. Nach­dem er 1904 als wohl­haben­der Bürger nach Kall­stadt zurück­ge­kehrt war, wurde ihm die zwi­schen­zeit­lich verlo­rene deut­sche Staats­bürger­schaft ver­sagt, weil man ihm unter­stellte, dass er in die USA gegan­gen sei, um dem Wehr­dienst zu ent­gehen. Er wurde mit seiner schwan­geren Ehe­frau des Landes verwie­sen, und daher wurde sein Sohn Fred, der spätere Vater Donald Trumps, nicht in Kall­stadt, sondern in New York geboren. 1908 stieg Frederick Trump in das Immo­bilien­geschäft ein, das dann Fred und später Donald fort­führ­ten. Frederick Trump starb 1918 als ein frühes Opfer der Spani­schen Grippe. (Artikel des Tages)

Juni

0608D: Deutsche Kaukasusexpedition

  • Die Deutsche Kaukasusexpedition war eine militärische Expedition, die vom Deutschen Kaiserreich zum ehemals russischen Transkaukasus während des Ersten Weltkrieges geschickt wurden. Das vorrangige Ziel der Expedition war es die Öllieferungen für das Deutsche Reich zu sichern und die neugegründete prodeutsche Demokratische Republik Georgien zu stabilisieren.

0612D: Ermordung der Zarenfamilie

  • Der Mord an der Zarenfamilie durch die Bolschewiki im Verlauf des russischen Bürgerkriegs begann am 12. Juni 1918 und endete am 29. Januar 1919. Die Bolschewiki wollten die Romanows beseitigen, um einer monarchistischen Konterrevolution entgegenzuwirken. Großfürst Michail Alexandrowitsch war das erste Opfer, ehe am 16./17. Juli der ehemalige Zar Nikolaus II. samt Familie in Jekaterinburg ermordet wurde. Einen Tag später mussten sechs weitere Mitglieder sterben. Im Januar 1919 wurden die letzten vier in Haft befindlichen Romanows erschossen. Insgesamt starben 18 Romanows und viele weitere Personen aus deren Umfeld während und nach den Morden an der Dynastie.
  • Am 17. Juli 1918 stirbt Nikolaj Romanow in einem Kugelhagel. Bolschewistische Revolutionäre bringen ihn, seine gesamte Familie und seine Bediensteten in einem Keller in Jekaterinburg um. Mit Nikolaj endet in Russland die Zarenherrschaft. (SRF Zeitblende 2018)

Juli

0715D: Zweite Schlacht an der Marne

  • Die Zweite Schlacht an der Marne war eine entscheidende Schlacht an der Westfront des Ersten Weltkriegs und fand vom 15. Juli bis zum 6. August 1918 statt. Eine deutsche Offensive beiderseits Reims wurde unter schweren Verlusten abgeschlagen und die deutschen Truppen auf die Linie vor der Frühjahrsoffensive zurückgeworfen.

0716D: Ermordung der Zarenfamilie

  • In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 wurde in Jekaterinburg der letzte russische Zar Nikolaus II. erschossen. Nicht einmal seine Kinder wurden von den Bolschewiken geschont: die ganze Sippe des mächtigen Autokraten sollte ausgerottet werden. In einem halbdunklen Keller im Ural wurde das Ende der Dynastie der Romanows besiegelt- einer Dynastie, die über 300 Jahre das Russische Reich beherrscht hatte. (dradio.de 2008)
  • Die Ermordung des letzten Zaren von Russland sorgte überall in Europa für Schlagzeilen. Am 16. Juli 1918 erschossen die Bolschewiki Nikolaus II., seine Frau und die fünf Kinder in ihrem Gefängnis in Jekaterinburg - und vergruben sie in einem nahe liegenden Waldstück. (dradio.de 2018)

0718D: Elisabeth Alexandra Luise Alice von Hessen-Darmstadt

  • Prinzessin Elisabeth Alexandra Luise Alice von Hessen-Darmstadt und bei Rhein (* 1. November 1864 in Darmstadt; † 18. Juli 1918 in Alapajewsk), als Großfürstin in Russland als Jelisaweta Fjodorowna bekannt, war eine deutsche Prinzessin und Enkelin von Queen Victoria. Sie war die ältere Schwester der letzten russischen Zarin Alexandra und durch Heirat mit Großfürst Sergei Alexandrowitsch auch selbst Mitglied der kaiserlichen Familie von Russland. Nachdem ihr Mann 1905 einem Attentat zum Opfer gefallen war, wandte sie sich verstärkt dem russisch-orthodoxen Glauben zu, zu dem sie 1891, obwohl protestantisch erzogen, übergetreten war. Sie gründete das Martha-Maria-Kloster in Moskau und stand ihm als Äbtissin vor. In den Wirren des Bürgerkriegs in Russland wurde sie 1918 zusammen mit anderen Mitgliedern der Zarenfamilie verbannt und am 18. Juli ermordet. Heute wird sie in der Russisch-Orthodoxen Kirche als Neumärtyrerin und Heilige verehrt. (Artikel des Tages)

0726D: Fanny zu Reventlow

  • Fanny Gräfin zu Reventlow (* 18. Mai 1871 in Husum; † 26. Juli 1918 in Locarno, Schweiz) war eine deutsche Schrift­stellerin, Über­setzerin und Malerin. Ihr berühm­testes Buch ist der Schlüssel­roman Herrn Dames Aufzeich­nungen (1913). Zu Leb­zeiten ver­öffent­lichte sie unter der Ver­fasser­angabe F. Gräfin zu Reventlow. Heute ist sie auch als Franziska Gräfin zu Reventlow bekannt. Nicht nur in Ellen Olestjerne, auch in ihren späteren Werken verar­beitete Reventlow viel auto­biografi­sches Material; das führte dazu, dass bisweilen alles, was in ihren litera­rischen Texten vor­kommt, auch auf ihre Bio­grafie über­tragen wurde. So wurde etwa auf­grund der Erzählung Das gräfliche Milchgeschäft ange­nommen, sie habe zeit­weilig auch als Milch­verkäuferin gear­beitet – wofür aber jeder Beleg fehlt. Das anhal­tende Inte­resse an Fanny Reventlow galt entspre­chend nicht nur ihrem litera­rischen Werk, son­dern zum großen Teil auch ihrer Person und Bio­grafie, speziell ihren diver­sen Liebes­beziehungen. Als die „Schwabinger Gräfin“ ging sie in die Geschichte der Münch­ner Moderne ein. (Artikel des Tages)

0728D: Reisunruhen

  • Vom kriegserschütterten Europa weitgehend unbemerkt, gingen 1918 in Japan Millionen Menschen auf die Straße. Ihr Protest richtete sich gegen niedrige Löhne und ständig steigende Preise für Lebensmittel. Daraus wurde der größte gesellschaftliche und politische Aufstand in der Geschichte des Inselstaats. (dradio.de 2018)

August

0808D: Schlacht bei Amiens

  • Die Schlacht bei Amiens fand am 8. August 1918 während des Ersten Weltkriegs statt. Sie folgte auf die Zweite Schlacht an der Marne und leitete die alliierte Hunderttageoffensive ein.

0808D: Schwarzer Tag des deutschen Heeres

  • Als "Schwarzer Tag des deutschen Heeres" wird nach einem Ausspruch General Erich Ludendorffs der 8. August 1918, der Auftakt der alliierten Schlussoffensive (Offensive der hundert Tage) vom 8. August bis zum 11. November, bezeichnet. Den alliierten Truppen gelang am 8. August 1918 in der Schlacht von Amiens der Durchbruch an der Westfront: sie zwangen die deutschen Truppen zum Rückzug auf breiter Front. Ausschlaggebend für diesen Sieg war die massive Überlegenheit der Alliierten, die durch den Kriegseintritt der USA entstanden war. Bereits einen Tag später wurde die Lage allerdings wieder stabilisiert und der Vormarsch der alliierten Truppen gestoppt.
  • An diesem Sommertag rollten Hunderte schwere Panzer auf die deutschen Linien in Frankreich zu. Sie drängten die Truppen des Kaiserreiches nicht nur zurück, sondern nahmen den deutschen Soldaten auch den Glauben, dass dieser Weltkrieg für sie mit einem Sieg oder einem Remis enden könnte. (WDR ZeitZeichen 2018)
  • Am 8. August starteten die Alliierten des Ersten Weltkriegs eine Großoffensive auf die deutschen Stellungen bei Amiens. Sie brachte immense Verluste für die deutschen Truppen, tiefe Einbrüche in deren Westfront - und leitete die endgültige Niederlage der Mittelmächte ein. (dradio.de 2018)

0830D: Attentat auf den russischen Revolutionsführer Lenin

  • ie war 28 Jahre alt und hielt den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Russlands für einen „Verräter der Revolution“. Vor 100 Jahren verübte die Anarchistin Fani Kaplan ein Attentat auf Wladimir Iljitsch Lenin. Er überlebte schwer verletzt, sie wurde erschossen. (dradio.de 2018)

September

0912D: Schlacht von St. Mihiel

  • Die Schlacht von St. Mihiel war eine Schlacht des Ersten Weltkrieges, die zwischen dem 12. und 15. September 1918 stattfand. Beteiligte waren die American Expeditionary Force mit Teilen französischer Truppen unter dem Kommando von John Pershing und deutschen Truppen auf der anderen Seite. Der United States Army Air Service, der später zur United States Air Force wurde, spielte eine bedeutende Rolle in dieser Schlacht.

0918D: Palästinaschlacht

  • Die Palästinaschlacht (18. bis 19. September 1918) bei Megiddo war die letzte große Schlacht des Ersten Weltkriegs im Nahen Osten und führte zum vollständigen Zusammenbruch der Front und zur Niederlage des Osmanischen Reiches unter Liman von Sanders im Ersten Weltkrieg. Schon am Tag darauf nahmen die Briten unter General Allenby das Hauptquartier der türkischen Armee im Westjordanland ein.

0926D: Meuse-Argonne-Offensive

  • Die Maas-Argonnen-Offensive (Meuse ist der französische Name für den Fluss Maas) war eine größere Schlacht im Ersten Weltkrieg. Sie war der größte Sieg für die amerikanischen Expeditionsstreitkräfte in diesem Krieg. Die Offensive fand zwischen dem 26. September und dem 11. November 1918 im Verdun-Sektor statt, unmittelbar nördlich und nordwestlich der Stadt Verdun. Sie war Teil der von Marschall Ferdinand Foch geplanten, später so genannten Hunderttageoffensive, die entlang der gesamten Westfront Druck auf die Deutschen ausüben sollte.

Oktober

1001D: Zugunglück von Geta

  • Das Zugunglück von Getå ereignete sich am 1. Oktober 1918 in der schwedischen Gemeinde Norrköping beim kleinen Ort Getå. Mit mindestens 42 Opfern war es das schwerste Unglück in der Eisenbahngeschichte Schwedens. Die genaue Anzahl der getöteten Personen wurde nicht ermittelt. Das Unglück an einer steilen Böschung aus Lehm- und Kiesschichten, die hinab zum Ufer der Bucht Bråviken führte, wurde durch einen Erdrutsch verursacht. Die Lok mit zehn Wagen erreichte die Stelle kurz nach dem Erdrutsch, entgleiste und stürzte auf die seitlich gelegene Landstraße. Die große Anzahl von Opfern beruhte nicht allein auf der Kraft des Aufpralls, sondern auch auf der Tatsache, dass glühende Kohle die Wagen in Brand setzte, in denen die Passagiere eingeklemmt waren. Die geotechnische Untersuchung der Unglücksstelle hatte landesweit große Auswirkung auf spätere Realisierungen von Bauprojekten.

1003D: Zar Boris III. (Bulgarien)

  • Boris III. soll ein zaghafter Monarch gewesen sein. Vielleicht war dies letzten Endes ein Glück für die bulgarischen Juden, die ihn in den 1990ger Jahren mit dem Begriff "Moral Statesman" gewürdigt haben. (WDR ZeitZeichen 2018)

1013D: Proporzwahl in der Schweiz

  • Die Schweiz, regiert von einer einzigen Partei: In den ersten 70 Jahren des Bundesstaates war das so, als die Freisinningen die alles dominierende Kraft im Bundesrat und im Nationalrat waren. Das änderte sich ab 1918, mit der Einführung des Proporzwahlrechts. Ein Entscheid mit weitreichenden Folgen. In dieser Sendung erklärt der Historiker Bernard Degen, warum die Einführung des Proporzwahlrechts ein Meilenstein in der Geschichte des schweizerischen Bundesstaates war und warum auch der Landesstreik von 1918 etwas mit diesem Entscheid zu tun hatte. Und der Politologe Adrian Vatter zeigt auf, wie das Proporzwahlsystem die Schweizer Politik über Jahrzehnte stabilisiert hat, bis heute. Und welche Herausforderungen mit dem Proporz auf uns zukommen werden. (SRF Zeitblende 2018)

1018D: Arbeitskommune der Wolgadeutschen

  • Etwa 2,5 Millionen Russlanddeutsche sind bis heute in die Bundesrepublik ausgereist – unter ihnen viele ehemalige Wolgadeutsche. Ein besonderes Kapitel ihrer langen, oft leidvollen Geschichte bildet die „Autonome Arbeitskommune“, die heute vor 100 Jahren per Lenin-Dekret gegründet wurde. (dradio.de 2018)

1024D: Flottenbefehl vom 24. Oktober

  • Mit dem Flottenbefehl vom 24. Oktober 1918 beabsichtigte die Deutsche Admiralität kurz vor dem Ende des Ersten Weltkrieges eine Entscheidungsschlacht mit der Britischen Grand Fleet im Englischen Kanal. Nach dem Befehl, das Auslaufen der Hochseeflotte vorzubereiten, brachen zunächst vereinzelte Meutereien, später dann ein weitreichender Matrosenaufstand aus. Der Aufstand war Ausgangspunkt der Novemberrevolution, die zur Ausrufung der Republik führte. Schon nach den ersten Meutereien wurden die Schlachtpläne fallengelassen. Ausgangspunkt des Befehls war die Einstellung des U-Boot-Krieges am 20. Oktober. Dies war eine der Bedingungen der USA, um die Vermittlung mit Frankreich zu beginnen. Durch die Einstellung des gegen Handelsschiffe gerichteten U-Boot-Krieges wurden jedoch sowohl die U-Boote als auch die großen Schiffe, die bisher Eskortaufgaben übernommen hatten, frei für neue Unternehmungen. Die U-Boote wurden dann vor den britischen Stützpunkten stationiert und bis zum 24. Oktober wurde ein Plan ausgearbeitet, eine Entscheidungsschlacht gegen die Royal Navy im Ärmelkanal zu suchen. Da die Grand Fleet ihre Stützpunkte in Schottland hatte, hätte sie einen 2-tägigen Anmarschweg, der durch die U-Boote, Luftschiffe und Minensperren gefährdet wäre. Die Hochseeflotte sollte in einer schnellen nächtlichen Aktion unbemerkt gegen die flandrische Küste und die Themsemündung vorstoßen. Dort sollte dann eine Entscheidung gegen die vorher geschwächte Grand Fleet herbeigeführt werden.

1028D: Asternrevolution

  • Als Asternrevolution (ungarisch: Őszirózsás forradalom, dt. auch Herbstrosenrevolution) werden die Demonstrationen, Unruhen und Streiks von Soldaten und Zivilisten genannt, die in Budapest und anderen Städten zwischen dem 28. und 31. Oktober 1918 stattfanden. Der Name leitet sich von den Astern ab, die die Soldaten anstelle der entfernten Embleme der k.u.k. Armee an ihre Mützen hefteten und die zu ihrem Symbol wurden.

1028D: Oktoberreform

  • Als Oktoberreform wird die mit der Oktoberverfassung vollzogene Änderung des politischen Systems des Deutschen Kaiserreiches hin zu einer parlamentarischen Monarchie (später: Demokratie) bezeichnet, die im September 1918 begann und von der amtierenden Führung ausging. Der Grund für die Reform war die Warnung der Obersten Heeresleitung, dass der Krieg verloren sei und man einen Waffenstillstand schließen müsse. Die OHL hoffte damit, die Bedingungen für den Waffenstillstand verbessern zu können, wollte aber vor allem auch den Politikern und Parteien, die die Macht übernahmen, die Schuld für die Niederlage zuschieben.

1029D: Novemberrevolution

  • Die Novemberrevolution von 1918/19 führte in der Endphase des Ersten Weltkriegs zur Umwandlung des Deutschen Reiches von einer konstitutionellen Monarchie in eine parlamentarisch-demokratische Republik. Die tieferen Ursachen der Revolution lagen in den sozialen Spannungen, die im Kaiserreich herrschten, in dessen vordemokratischer Struktur und in der Reformunfähigkeit seiner Machteliten. Ihr unmittelbarer Auslöser war die Politik der Obersten Heeresleitung (OHL), insbesondere der Beschluss der Marineleitung, angesichts der schon feststehenden Kriegsniederlage Deutschlands, die deutsche Kriegsflotte in eine letzte Schlacht gegen Großbritanniens Royal Navy zu schicken. Die gegen diesen Plan gerichtete Meuterei einiger Schiffsbesatzungen und der anschließende Kieler Matrosenaufstand entwickelten sich innerhalb weniger Tage zu einer Revolution, die das ganze Reich erfasste. Sie führte am 9. November 1918 zur Ausrufung der Republik, der wenig später die formelle Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und aller anderen Bundesfürsten folgte. Weiterführende, von sozialistischen Ideen geleitete Ziele der Revolutionäre scheiterten im Januar 1919 am Widerstand der SPD-Führung. Aus Furcht vor einem Bürgerkrieg wollte sie – wie auch die bürgerlichen Parteien – die alten kaiserlichen Eliten nicht vollständig entmachten, sondern sie mit den neuen demokratischen Verhältnissen versöhnen. Dazu ging sie ein Bündnis mit der OHL ein und ließ den so genannten Spartakusaufstand mit Hilfe rechtsgerichteter Freikorpstruppen gewaltsam niederschlagen. Ihren formellen Abschluss fand die Revolution am 11. August 1919 mit der Verabschiedung der neuen Weimarer Verfassung.

1029D: Kieler Matrosenaufstand

  • Der Kieler Matrosenaufstand, der Ende Oktober 1918 in der Befehlsverweigerung auf einzelnen Schiffen der vor Wilhelmshaven ankernden deutschen Marine seinen Ursprung hatte, und schließlich in eine Meuterei mehrerer Schlachtschiffbesatzungen gegen den Befehl, am Ende des Ersten Weltkriegs gegen die britische Marine auszulaufen, eskalierte, mündete Anfang November in den offenen Aufstand der Kieler Matrosen. Dieser weitete sich binnen weniger Tage zur Novemberrevolution aus, und führte zum Sturz der Monarchie in Deutschland.

November

1103D: Waffenstillstand von Villa Giusti

  • Der Waffenstillstand von Villa Giusti wurde am 3. November 1918 in der Villa des Grafen Giusti del Giardino bei Padua zwischen Österreich-Ungarn und der Entente/Italien geschlossen. Dieser beendete die Kämpfe der Italienfront des Ersten Weltkriegs zwischen den Truppen Italiens sowie der Triple Entente auf der einen Seite und Österreich-Ungarns sowie des mit ihm verbündeten Deutschen Reichs auf der anderen Seite.

1103D: Kieler Matrosenaufstand

  • Ende Oktober 1918 wollte die deutsche Marineführung ihre Kriegsflotte zu einem letzten Gefecht in die Schlacht schicken. Doch die kriegsmüden Matrosen weigerten sich. Was als Meuterei begann, entwickelte sich zum Volksaufstand, der innerhalb weniger Tage Berlin erreichte und zum Untergang des Kaiserreiches führte. (dradio.de 2018)

1107D: Kurt Eisner proklamiert in München den "Freistaat" Bayern

  • Er war Schriftsteller und Journalist. Ein kritischer Geist in der Politik. Als SPD-Politiker unterstützte Kurt Eisner 1914 nach Kriegsausbruch noch die Reichsregierung. Denn er glaubte der Propaganda, dass der Zar den Krieg vom Zaun gebrochen habe. (WDR ZeitZeichen 2018)
  • Wer schon im 19. Jahrhundert keine Fremdwörter mochte, sagte statt "Republik" lieber "Freistaat". Gemeint war damit dasselbe und vor allem ein von der Monarchie befreiter Staat. Vor 90 Jahren, nach dem Ausbruch der Novemberrevolution im deutschen Reich, proklamierte der USPD-Politiker Kurt Eisner in München den Freistaat Bayern. (dradio.de 2008)
  • Am 8. November 1918 proklamierte der USPD-Politiker Kurt Eisner den „Freistaat Bayern“. Noch bevor in Berlin die Republik ausgerufen wurde, setzte das Volk in Bayern damit der Herrschaft des Adels ein Ende. (dradio.de 2018)

1108D: Novemberrevolution in Braunschweig

  • Unter der November­revolu­tion in Braun­schweig ver­steht man jene Ereig­nisse, die in der Stadt Braun­schweig zwischen Novem­ber 1918 und Mai 1919 statt­fanden. In der End­phase des Ersten Welt­krieges, so auch Anfang Novem­ber, war es in der Stadt unter ande­rem auf­grund der schlech­ten Versor­gungs­lage zu Unruhen und Groß­demonstra­tionen gekom­men. Aufstän­dische befrei­ten Gefangene, wichtige städti­sche Einrich­tungen wurden von ihnen besetzt, der größte Teil der Garni­son war zu den Revolutio­nären über­gelaufen. Am Nach­mittag des 8. Novem­ber unter­zeich­nete Herzog Ernst August von Braun­schweig die ihm vom Arbeiter- und Soldaten­rat vorge­legte Ab­dankungs­erklärung und ging ins Exil. Ernst August war der Schwieger­sohn Wilhelms II., des letzten deutschen Kaisers. Dieser dankte einen Tag später ab. Die Macht in Stadt und Land Braun­schweig über­nahm zunächst der Arbeiter- und Soldaten­rat unter der Führung von August Merges. In der Folge kam es zu monate­langen Unruhen und Straßen­kämpfen in Braunschweig. (Artikel des Tages)

1109D: Ausrufung der Republik in Deutschland

  • Die Ausrufung der Republik in Deutschland erfolgte am 9. November in Berlin gleich zweimal: durch den SPD-Politiker Philipp Scheidemann unter bürgerlich-demokratischen und durch den Führer des Spartakusbundes Karl Liebknecht unter sozialistischen Vorzeichen. Die SPD und die bürgerlich-demokratischen Parteien setzten sich nach zum Teil bürgerkriegsartigen Unruhen mit ihren Vorstellungen durch: Das Deutsche Reich wurde von einer Monarchie zur parlamentarisch-demokratischen Republik mit einer liberalen Verfassung. Scheidemanns Proklamation markiert damit das Ende des Kaiserreichs und die Geburtsstunde der Weimarer Republik, der ersten deutschen Republik, die den gesamten Nationalstaat umfasste.
  • 9. November 1918: "Schamloser Verrat", tobt Deutschlands Kaiser Wilhelm II. im belgischen Spa. Die Nachricht über das Ende seiner Herrschaft ereilt ihn im deutschen Hauptquartier hinter der Front. "Die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe die Republik!", ruft der SPD-Abgeordnete Philipp Scheidemann wenig später vom Berliner Reichstag herab. Der Umsturz entstand aus der Niederlage: Im August war das deutsche Heer geschlagen, der Erste Weltkrieg verloren. Es ist der Anfang der deutschen Demokratie - doch ihr stehen schwere Zeiten bevor: Reparationszahlungen an die Sieger, Hyperinflation, aber auch Umsturzversuche von rechts und von links. Wirklich begeistern kann sich kaum jemand für diese erste deutsche Republik: "Weimar" gilt im Rückblick als "Demokratie ohne Demokraten".(youtube.com: 100 Jahre)
  • Wie die erste deutsche Demokratie scheiterte: Die demokratische Zukunft begann mit einem Fehlstart. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg 1918 empfand ein Großteil der Deutschen die neue Republik als von den Siegern aufgezwungene Kriegsfolge. Der wirtschaftliche Niedergang in den folgenden Jahren verstärkte die Ablehnung noch. Viele sehnten sich zurück ins Kaiserreich. Im Herbst 1918 ist der Erste Weltkrieg militärisch bereits verloren. Trotzdem soll die Kaiserliche Flotte noch einmal auslaufen - zu einer Schlacht gegen England. Doch die Matrosen wollen sich nicht opfern lassen. Am 1. November treten sie in Streik. Soldaten schließen sich an. Aus Meuterei wird Revolution: Am 9. November erzwingt ein landesweiter Generalstreik die Abdankung des Kaisers, der nach Holland ins Exil geht. Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann tritt an ein Fenster des Berliner Reichstags und ruft die Republik aus. (Die Deutschen im 20. Jahrhundert)

1109D: Weimarer Republik

  • Als Weimarer Republik wird der Abschnitt der deut­schen Geschichte von 1918 bis 1933 bezeich­net, in dem erst­mals eine parla­mentari­sche Demo­kratie in Deutsch­land bestand. Diese Epoche begann mit der Ausru­fung der Repu­blik am 9. Novem­ber 1918. Auf die ersten Jahre, die von den Aus­wirkun­gen des ver­lore­nen Ersten Welt­krieges geprägt waren, folgte zwischen 1924 und 1929 eine Phase der politi­schen und wirt­schaft­lichen Stabili­sierung. Die durch den Zusammen­bruch der New Yorker Börse im Oktober 1929 ausgelöste Welt­wirtschafts­krise traf Deutschland beson­ders stark und führte zu einer rapide anwach­senden Massen­arbeits­losigkeit. Parallel zur Wirt­schafts­krise voll­zog sich ein Anwach­sen der national­sozialis­tischen Bewe­gung. Die Weima­rer Repu­blik endete faktisch mit der NS-Macht­ergrei­fung, die der Ernen­nung Adolf Hitlers zum Reichs­kanzler am 30. Januar 1933 folgte. Unge­achtet ihrer extre­men politi­schen Instabil­ität war die Zeit der Weima­rer Repu­blik in den „Golde­nen Zwanzi­gern“ auch durch eine außer­ordent­liche künstle­rische und wissen­schaft­liche Kreativi­tät und Produk­tivität geprägt. (Artikel des Tages)

1110D: Ebert-Groener-Pakt

  • Im Ebert-Groener-Pakt (auch "Pakt mit den alten Mächten") vereinbarten Friedrich Ebert als SPD-Vorsitzender und Mitglied des Rates der Volksbeauftragten und General Wilhelm Groener als Chef der Obersten Heeresleitung während der Novemberrevolution von 1918 ein gemeinsames Vorgehen gegen linksradikale Gruppierungen. Von Seiten Eberts gedacht, um einen geordneten Übergang von der Monarchie zur Demokratie zu gewährleisten, führte er de facto zur blutigen Niederschlagung von Aufständen, die auf die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft abzielten. Der Pakt stabilisierte anfangs die aus der Revolution entstandene Weimarer Republik, verhinderte langfristig aber auch eine demokratische Reform der monarchistisch und republikfeindlich geprägten Reichswehr, die auf Dauer einen Staat im Staate bildete.

1111D: Waffenstillstand von Compiègne

  • Der Waffenstillstand von Compiègne wurde am 11. November zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Großbritannien geschlossen und beendete die Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg. Der Vertrag wurde in einem Eisenbahn-Salonwagen unterzeichnet, der östlich des nordfranzösischen Compiègne auf einer Waldlichtung bei Rethondes stand.
  • Vor 90 Jahren endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne der Erste Weltkrieg. Die Erleichterung über das Ende des beispiellosen Mordens wurde schon bald von anderen Empfindungen verdrängt: von Triumphgefühlen bei den Siegern, von verletztem Nationalstolz und Hass im geschlagenen Deutschland. Hier wurde die Legende von der angeblich im Felde unbesiegten Armee zum Keim neuer Gewalt. (dradio.de 2008)
  • Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Im Wald von Compiègne unterzeichnete der Leiter der deutschen Delegation den Waffenstillstandsvertrag. Die harten Bedingungen sollten verhindern, dass Deutschland den Kampf fortsetzen konnte. In der deutschen Öffentlichkeit sorgten sie für Empörung. (dradio.de 2018)
  • Nach langen Verhandlungen unterzeichnen Deutschland, Frankreich und Großbritannien in den frühen Morgenstunden in einem Eisenbahnwaggon in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Compiègne ein Waffenstillstandsabkommen. Damit endet der 1. Weltkrieg, in dem 8,5 Millionen Menschen starben und mehr als 21 Millionen verwundet wurden. Das Abkommen und der 7 Monate später folgende Friedensvertrag schreiben Deutschland die alleinige Kriegsschuld zu, Deutschland verzichtet auf den Friedensvertrag mit Russland, muss u.a. 1/7 seines Staatsgebietes und seine Kolonien abtreten und die astronomische Summe von 132 Milliarden Goldmark zahlen. (aref.de)

1111D: Landesstreik

  • Der Landesstreik war ein Generalstreik, der vom 11. bis zum 14. November 1918 in der Schweiz stattfand. Es beteiligten sich gegen 250'000 Arbeiter und Gewerkschafter. Der Landesstreik gilt als wichtigste gesellschaftspolitische Auseinandersetzung der schweizerischen Zeitgeschichte.
  • November 1918: Der Generalstreik wird ausgerufen. Drei Tage steht in der Schweiz alles still. Die Armee zeigt Präsenz. Es gibt Demonstrationen, Blockaden, Versammlungen. Unter anderem werden bessere Arbeitsbedingungen verlangt und erstmals ist auch das Frauenstimmrecht ein wichtiges Thema. Truppenaufmarsch auf dem Bubenbergplatz in Bern. Wo sind die Frauen? Die Frauen werden kaum erwähnt im Zusammenhang mit dem Landesstreik, sie waren aber durchaus präsent. Sie beteiligten sich aktiv und nicht nur hinter den Kulissen. Viele Frauen seien damals vom Generalstreik politisiert worden, sagt die Doktorandin Katharina Hermann. In ihrer Dissertation untersucht sie den Landesstreik aus Frauen- und geschlechterspezifischer Sicht und in der Zeitblende gibt sie Einblick. (SRF Zeitblende 2018)

1112D: Anifer Erklärung

  • Die Anifer Erklärung war die Entbindung der bayerischen Beamten und Soldaten vom Treueid auf den König durch König Ludwig III. Sie erfolgte nach der Ausrufung des Freistaats Bayern am 12. November 1918 im Wasserschloss Anif bei Salzburg und wurde am 13. November in München verkündet.

1112D: Wahlrecht für Frauen im Deutschen Reich

  • Die Französin Olympe de Gouges gilt als eine der ersten Frauenrechtlerinnen. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wehrte sie sich gegen Männer-Privilegien. Doch es dauerte noch über 100 Jahre, bis eine internationale Frauenbewegung erreichte, dass Frauen wählen dürfen. Am 12. November 1918 war es so weit. (dradio.de 2018)

1115D: Stinnes-Legien-Abkommen

  • Das Stinnes-Legien-Abkommen vom 15. November 1918 war ein Vertrag zwischen Spitzenvertretern der Gewerkschaften und der deutschen Industrie. Seinen Namen verdankt es den beiden federführenden Unterzeichnern: Carl Legien, dem damaligen Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, und dem Ruhrindustriellen Hugo Stinnes.

1123D: Achtstundentags für Arbeiter

  • Je nach Sichtweise lag es an der Industrialisierung oder am Kapitalismus: Der arbeitende Mensch musste sich einem durch die Erfindung der Stechuhr noch härteren Zeit-Diktat unterwerfen und nicht mehr wie gewohnt den natürlichen Gegebenheiten des Sonnenstandes. (WDR ZeitZeichen 2018)
  • Der Achtstundentag, eine Kernforderung der Arbeiterbewegung, steht heute wieder in der Kritik – zumindest von Seiten vieler Arbeitgeber. Zu unflexibel sei er, um auf Herausforderungen der globalisierten und digitalisierten Wirtschaft einzugehen. Vor 100 Jahren bedeutete seine Einführung einen Fortschritt. (dradio.de 2018)

1130D: Akt von Tilsit

  • Der Akt von Tilsit (litauisch: 'Tilžės aktas') war eine Petition, die am 30. November 1918 in Tilsit von zwei Dutzend preußisch-litauischen Intellektuellen unterzeichnet wurde. Hierin wurde eine Abtrennung Kleinlitauens bzw. Preußisch-Litauens von Preußen und Angliederung an das neu gegründete Litauen gefordert. Begründet wurde dies mit der dort lebenden litauisch sprechenden Minderheit.

1130D: Frauenwahlrecht im Deutschen Reich

  • Das Frauenwahlrecht in Deutschland feiert 100. Geburtstag. Ein Geschenk war die staatsbürgerliche Gleichstellung nicht. Über Generationen haben Frauen gegen immense Widerstände und Vorurteile dafür kämpfen müssen. Bis es 1918 in der Weimarer Republik endlich soweit war. (WDR ZeitZeichen 2018)

1130D: Der Untertan (Roman)

  • Mit seinem satirischen Bestseller „Der Untertan“ ist Heinrich Mann in die Literaturgeschichte eingegangen. In dem Roman nimmt er die Autoritätsgläubigkeit im wilhelminischen Kaiserreich aufs Korn und zeichnet mit seinem Protagonisten Diederich Heßling bereits 1918 das Bild des perfekten Nazis. (dradio.de 2018)

Dezember

1215D: Arbeitsgemeinschaftsabkommen

  • Im Arbeitsgemeinschaftsabkommen einigten sich am 15. November 1918 kurz nach der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände auf die Richtlinien, die ihre zukünftige Zusammenarbeit bestimmen sollten.

1216D: Gründung der Ersten Ungarischen Republik

  • Zu spät und vergeblich versuchte der österreichische Kaiser Karl I. am Ende des Ersten Weltkrieges sein auseinanderbrechendes Reich zu retten. Auch im Königreich Ungarn, Teil der k. u. k. Doppelmonarchie, wollte man endlich raus aus der Fremdbestimmung. Nach Streiks und Demonstrationen war es am 16. November 1918 so weit. (dradio.de 2018)

1217D: Dolchstoßlegende

  • Die sogenannte Dolchstoßlegende wurde kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges durch einen Zeitungsartikel in Umlauf gebracht. Sie besagte, dass das deutsche Heer um den Sieg gebracht wurde – wahlweise von den Bolschewiken, Juden oder anderen Gruppen. Ihre Auswirkung auf die Politik der Nazis war enorm. (dradio.de)

1218D: Frauen nehmen erstmals an Parlamentswahlen teil

  • Dass Frauen an den Wahlen zum britischen Unterhaus teilnehmen könnten, war bis ins 20. Jahrhundert für viele undenkbar. Am 14. Dezember 1918 jedoch durften sie erstmals ihre Stimme abgeben und auch kandidieren. Bis dahin war es für britische Frauenrechtlerinnen, die sogenannten Suffragetten, jedoch ein harter Kampf. (dradio.de 2018)

1220D: Friedrich Karl von Hessen lehnt die finnische Königskrone ab

  • Im großen Buch der Weltgeschichte gehen die kleinen Ereignisse oft unter. Das finnische Königsabenteuer am Ende des Ersten Weltkrieges zum Beispiel, als die Finnen einen Deutschen zu ihrem König machen wollten. Vor 90 Jahren hat Prinz Friedrich Karl von Hessen die ihm angebotene Königskrone offiziell abgelehnt. (dradio.de 2008)

1224D: Weihnachtskämpfe

  • Die Weihnachtskämpfe (teilweise auch Weihnachtsaufstand oder Weihnachtsunruhen genannt) waren militärische Auseinandersetzungen zwischen der Volksmarinedivision und regulären Truppen, die am 24. Dezember 1918 ihren Höhepunkt erreichten. Die Auseinandersetzungen bildeten den äußeren Anlass zum Zerbrechen der Koalition von SPD und USPD im Rat der Volksbeauftragten.

1227D: Posener Aufstand

  • Der Posener Aufstand (oder Großpolnische Aufstand) vom 27. Dezember 1918 bis zum 16. Februar 1919 (poln.: Powstanie wielkopolskie) war ein militärischer Aufstand von Polen in der preußischen Provinz Posen. Diese kämpften für eine Eingliederung der Provinz und damit der Region Großpolen in den nach dem Ersten Weltkrieg wiedererstandenen polnischen Staat. Der Aufstand endete mit einem militärischen und politischen polnischen Sieg. Der Hauptteil der bisherigen Provinz Posen wurde noch vor Inkrafttreten der Bestimmungen des Versailler Vertrages faktisch vom Deutschen Reich abgetrennt.

Lexikon

Der Tractatus logico-philosophicus (Wittgenstein)

  • Man könne die knapp hundert Seiten dieses Buches an einem Nachmittag lesen – und dennoch Jahre darüber grübeln, ohne sie völlig verstanden zu haben, so schrieb einmal ein Interpret über Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus. Gewiss: Das Buch, das der junge Philosoph z. T. in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges verfasste und das ihm schon bald nach Erscheinen den Ruf eines Genies eintrug, ist keine einfache Lektüre. So mühsam es aber ist, sich durch die mathematischen Formeln und logischen Ausführungen hindurchzuarbeiten, so bestechend ist das Werk in seiner klaren, schnörkellosen, bisweilen schroffen Sprache und seiner formale Strenge. Seine philosophiegeschichtliche Bedeutung ist kaum zur überschätzen: Das schmale Büchlein läutete den so genannten „linguistic turn“ ein, die Erkenntnis, dass man das Denken nur durch die Analyse der Sprache verstehen kann. Bei aller Logik ist der Tractatus auch ein Buch der Widersprüche: strikt antimetaphysisch und zugleich beseelt vom Glauben an etwas Höheres, Unaussprechliches; nüchtern im Stil und doch von spürbarer, leidenschaftlicher Intensität. Die Lektüre des Jahrhundertwerks bleibt bis heute ein anstrengendes, aber faszinierendes Erlebnis. (getAbstract)

Der Untergang des Abendlandes (Spengler)

  • Die Weltgeschichte als Geschichte des stetigen Fortschritts: Von der finsteren Barbarei der Vorzeit, über schmerzliche Kriege und lange Lernprozesse hat sich die Menschheit eine sichere Zivilisation erarbeitet und geht weiterhin einer glänzenden Zukunft entgegen, so die weit verbreitete Ansicht. Gegen solchen Fortschrittsoptimismus erhob Oswald Spengler wortgewaltig Einspruch. In seiner über 1000-seitigen Geschichtsphilosophie Der Untergang des Abendlandes legte er eine Art Lebenszyklustheorie der Hochkulturen vor: Alle Kulturen der Welt ähneln sich demnach in bestimmten Phasen; das ist ihre Homologie – ein Begriff, den Spengler der Biologie entlehnte. Der Clou dieses Verfahrens, für das er von den Fachwissenschaftlern stark kritisiert wurde: Es ließen sich Aussagen darüber machen, wie sich die Kultur des Abendlandes weiterentwickeln würde. Spengler kam zu dem niederschmetternden Ergebnis, das dem Buch den Titel gibt: Die Zeit des Abendlandes sei so gut wie abgelaufen, mit der modernen Zivilisation sei es in die letzte Phase des Verfalls eingetreten. Eine spannende These, die viel Staub aufwirbelte. Spenglers von Goethe und Nietzsche beeinflusstes Werk ist eines der wirkmächtigsten des 20. Jahrhunderts. Auch heute noch werden hin und wieder ähnliche Thesen geäußert, etwa von Samuel Huntington (Kampf der Kulturen). (getAbstract)

Freistaat Preußen

  • Der Freistaat Preußen trat 1918 an die Stelle der preußischen Monarchie und wurde nach der Verfassung von 1920 eine parlamentarische Demokratie. Während der Weimarer Republik erwies sich der größte Glied­staat als politisch stabiler als das Reich selbst. In Preußen regierten fast durchweg die Parteien der Weimarer Koalition (SPD, DDP und Zentrum), zeitweise erweitert um die DVP. Mit nur kurzen Unterbrechungen stellten die Sozial­demokraten mit Paul Hirsch und Otto Braun den Minister­präsidenten. Mit dem verfassungs­widrigen Preußen­schlag 1932 durch Reichs­kanzler Franz von Papen verlor das Land seine eigenständige Rolle und wurde der Reichs­regierung unterstellt. In der Zeit des National­sozialismus hörte der Frei­staat de facto auf zu existieren. Nach dem Ende des Zweiten Welt­krieges bestimmte das Kontroll­rats­gesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 auch de jure die Auflösung Preußens. (Artikel des Tages)

Geist der Utopie (Bloch)

  • Während des Ersten Weltkriegs, als der junge Ernst Bloch Geist der Utopie verfasste, hatten Erneuerungsbewegungen Hochkonjunktur. Expressionisten und Esoteriker, Sozialisten und jüdische Messianisten, sie alle verband die Hoffnung auf Erlösung, ob nun durch Kunst oder Rausch, Revolution oder Religion. Ernst Blochs fulminantes Debüt vereint all diese auf den ersten Blick unvereinbaren Strömungen zu einem streckenweise schwer verdaulichen Mix. In bester kulturkritischer Manier wettert der Autor gegen die geistig flache und triviale Moderne. Rettung bieten laut Bloch die organisch-expressionistische Kunst, Tagträume und religiöse Vorstellungen, die dem Menschen den Weg zu seinem eigenen Innern, zu seinem utopischen Noch-nicht-Bewussten und einem gelungenen Leben weisen. Blochs überschäumendes Pathos, sein Sendungsbewusstsein und messianischer Impetus mögen heute befremdlich wirken – seine Botschaft, hinter dem Schein des Tatsächlichen das Wahre zu erkennen, spricht jedoch nach wie vor viele Menschen an. (getAbstract 2018)

Histoire du Soldat (Strawinsky)

  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Wir schreiben das Jahr 1918, Europa liegt seit vier Jahren im Krieg, die Künste liegen darnieder, die Künstler leiden Hunger. Treffen sich der Komponist Igor Strawinsky und der Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz und beschliessen, zusammen mit dem Dirigenten Ernest Ansermet, mit einem gemeinsamen kleinen Projekt durch die Campagne Vaudoise zu ziehen. Ihr Vorbild sind mittelalterliche Gaukler, die mit dem Wagen und ihren Stücken von Dorf zu Dorf zogen und am Ende den Hut kreisen liessen. Aus Ramuz' Erinnerungen: «Warum nicht gemeinsam ein Stück schreiben, das keinen grossen Saal, kein grosses Publikum braucht; ein Stück, dessen Musik beispielsweise nur wenige Instrumente erfordern würde und das nur zwei oder drei Personen hätte?» So entsteht L'Histoire du Soldat, ein Gesamtschaustück mit einer richtig guten Story, mit raffinierten Figuren und einer hinreissenden Musik. Gäste von Gabriela Kaegi sind Désirée Meiser und Sylwia Zytynska. (SRF Diskothek im Zwei 2015)

Kölner Schule (Soziologie)

  • Die Kölner Schule be­zeich­net eine Theorie­strömung in der Sozio­logie, die auf den deut­schen Sozio­logen René König (1906–1992) zurück­geht. Neben der Frank­furter Schule und der Leip­ziger Schule zählt sie zu den drei wichtigs­ten Theorie­schulen der west­deut­schen Nach­kriegs­sozio­logie. Das Kölner For­schungs­insti­tut für Sozial­wissen­schaf­ten wurde 1918 gegrün­det und war somit das erste For­schungs­insti­tut in Deutsch­land, das sich nur den Sozial­wissen­schaf­ten wid­mete. Die 1950er Jahre galten als Zeit der Neu­begrün­dung der Sozio­logie nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Es entstan­den Haupt­fach­studien­gänge und For­schungs­ein­richtun­gen, die sich aus­schließ­lich der Sozio­logie widme­ten. Beson­dere Be­kannt­heit erlangte sie auf dem Gebiet der empiri­schen Sozial­for­schung. Aus ihr ging außer­dem die Kölner Zeit­schrift für Sozio­logie und Sozial­psycho­logie hervor, die heute als wich­tigste Fach­zeit­schrift der Sozio­logie im deut­schen Sprach­raum gilt. (Artikel des Tages)

Oper "Gianni Schicchi" (Puccini)

  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Erst eine tragische, dann eine lyrische Oper. Und als Abschluss seines Tryptichons wollte Giacomo Puccini einen komischen Einakter schreiben. Aber lange wollte ihm kein geeigneter Stoff in die Hände fallen. Doch dann las er die Geschichte über einen Schelm, einen schlauen Fuchs, der in Dantes Hölle schmorte - und die musikalischen Ideen für seinen Gianni Schicchi purzelten nur so aus ihm heraus. Mit wohlüberlegten Motiven malt er seine an der Commedia dell'Arte angelehnten Figuren: Gianni, der furbo, mit vier kurzen Noten, die Innamorati Lauretta und Rinuccio mit geschmeidigen Melodien, die lieben Verwandten, die nur hinter dem Geld her sind, mit parlando-Gesang. Gianni Schicchi ist die beste der drei Kurzopern, musikalisch scharf und ausgesprochen witzig. Gäste von Gabriela Kaegi sind der Musikkritiker Peter Hagmann und der Musikbibliothekar Markus Erni. (SRF Diskothek im Zwei 2016)

Quellen

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