Zum Inhalt springen

-415

Aus WikiReneKousz
Version vom 9. Juli 2026, 21:21 Uhr von Rk (Diskussion | Beiträge) (Neuen Grundstock erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
-418 | -417 | -416 | -415 | -414 | -413 | -412

CHRONIK

0510D: Hermenfrevel

  • 10./11. Mai: Während der Vorbereitungen zur Sizilienexpedition kommt es zum Hermenfrevel: Zahlreichen Hermen in Athen werden die Köpfe abgeschlagen. In Verdacht gerät unter anderem der führende Politiker der Stadt und für die Expedition verantwortliche Feldherr Alkibiades. Dieser läuft in der Folge zu Sparta über.

WELTALL

  • 663: Miyake-Ereignis Um das Jahr 663 v. Chr. herum trifft ein weiterer starker Strom energiereicher Teilchen die Erde und löst ein Miyake‑Ereignis in historischer Zeit aus. Die erhöhte kosmische Strahlung bewirkt erneut einen sprunghaften Anstieg kosmogener Isotope, sodass in der Atmosphäre mehr C14 produziert wird, das sich in den Jahresringen von Bäumen auf der Nord‑ und Südhalbkugel nachweisen lässt. In modernen Untersuchungen fällt diese Zeitspanne durch einen markanten Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen und durch entsprechende Signaturen in polaren Eisbohrkernen auf. Die Datierung zeigt, dass sich dieses Ereignis nur wenige Jahrhunderte vor Beginn der schriftlich überlieferten Antike ereignet und damit einen wichtigen Referenzpunkt für die Verknüpfung naturwissenschaftlicher Chronologien mit historischen Zeitskalen liefert. Zusammen mit den Ereignissen von 774 und 993 n. Chr. zeichnet 663 v. Chr. ein Bild wiederkehrender, außergewöhnlicher Strahlungsausbrüche, deren Ursache weiterhin unklar bleibt, die aber im Mittel in tausendjährigen Abständen auftreten.
  • Fortsetzung 407
  • 5259: Miyake-Ereignis Im Jahr 5259 v. Chr. setzt ein weiterer kurzzeitiger, aber sehr intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung ein, der die Erde trifft und als Miyake‑Ereignis in Erscheinung tritt. Die kosmische Strahlung verstärkt die Produktion kosmogener Isotope, insbesondere von C14, in der oberen Atmosphäre deutlich über das normale Niveau hinaus. Bäume, die in dieser Zeit wachsen, nehmen das dadurch angereicherte Kohlendioxid auf und bilden Jahresringe, in denen der Radiokohlenstoff‑Gehalt auffällig ansteigt. In der heutigen Laboranalyse erscheint das Jahr 5259 v. Chr. im zeitlichen Verlauf der C14‑Konzentration als gut definierter Peak, dessen Form und Ausdehnung Rückschlüsse auf Dauer und Intensität des zugrunde liegenden kosmischen Ereignisses zulassen. Forschungsarbeiten, die Baumringdaten mit Eisbohrkernen kombinieren, identifizieren 5259 v. Chr. als eines der markantesten bislang entdeckten Ereignisse vor der historischen Zeit und erweitern damit das bekannte Spektrum möglicher Intensitäten dieser Strahlungsausbrüche.
  • 5410: Miyake-Ereignis Im Jahr 5410 v. Chr. ereignet sich ein weiterer intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung, der ein Miyake‑Ereignis in der globalen Isotopensignatur hinterlässt. Die erhöhte kosmische Strahlung erzeugt in der Atmosphäre zusätzliche Mengen an C14, die sich im Kohlendioxid anreichern und in die Biomasse der zu dieser Zeit lebenden Bäume eingehen. In den Jahresringen dieser Bäume bildet sich ein plötzlicher Anstieg des Radiokohlenstoff‑Gehalts ab, der sich mit dendrochronologischen Methoden Jahr für Jahr nachvollziehen lässt. Später werden Holzproben aus archäologischen Kontexten und natürlichen Ablagerungen hochpräzise auf ihren C14‑Gehalt untersucht, wobei 5410 v. Chr. als eigenständiger Peak mit charakteristischer Peakbreite sichtbar wird. Die Analysen verdeutlichen, dass dieses Ereignis nicht isoliert auftritt, sondern zusammen mit anderen Miyake‑Ereignissen eine Abfolge starker Strahlungsausbrüche bildet, die weiterhin nicht eindeutig einer bestimmten astrophysikalischen Quelle zugeordnet werden kann.
  • 7176: Miyake-Ereignis Im Jahr 7176 v. Chr. erreicht erneut ein starker Strom kosmischer Strahlung die Erde und löst ein weiteres Miyake‑Ereignis aus. In der Atmosphäre erhöhen die energiereichen Teilchen die Produktionsrate kosmogener Isotope; es entsteht insbesondere vermehrt C14, das über das atmosphärische Kohlendioxid in das Holz wachsender Bäume gelangt. Die Bäume dieser Zeit bilden Jahresringe mit deutlich erhöhtem Radiokohlenstoff‑Anteil, sodass sich für 7176 v. Chr. ein markanter Sprung im C14‑Profil zeigt. In der Gegenwart analysieren Forschende Baumproben und erkennen diesen abrupten Anstieg als Signatur eines Miyake‑Ereignisses, das sich zeitlich klar von den umliegenden Jahren absetzt. Parallel dazu stützen Eisbohrkerne aus polaren Regionen die Rekonstruktion, indem sie entsprechende Veränderungen anderer kosmogener Isotope wie Beryllium‑10 dokumentieren. Damit etabliert sich 7176 v. Chr. als eines der frühen, heute nachweisbaren Ereignisse in der statistischen Reihe solcher extremen Strahlungsausbrüche, die im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten.
  • 12350: Miyake-Ereignis Um das Jahr 12 350 v. Chr. entsteht in der Atmosphäre der Erde ein außergewöhnlich starker Ausbruch kosmischer Strahlung, der das bislang extremste bekannte Miyake‑Ereignis markiert. In diesem Zeitraum prasseln besonders energiereiche Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und erzeugen dort in großem Umfang kosmogene Isotope wie Radiokohlenstoff C14 und Beryllium‑10. Diese neu gebildeten Isotope mischen sich in das atmosphärische Kohlendioxid, das Pflanzen über die Photosynthese aufnehmen, sodass das Signal des Ereignisses sich dauerhaft in den Jahresringen lebender Bäume einprägt. Zehntausende Jahre später liegen fossile Baumreste vor, in denen Forschende einen abrupten und ungewöhnlich hohen Anstieg des C14‑Gehalts feststellen und daraus schließen, dass um 12 350 v. Chr. ein kosmischer Strahlungsausbruch stattfindet, der die bisherigen Miyake‑Ereignisse an Stärke deutlich übertrifft. Auf Basis hochauflösender Messdaten entsteht eine zeitliche Kurve der Radiokohlenstoff‑Konzentration, in der das Ereignis als scharfer Peak mit charakteristischem zeitlichen Verlauf sichtbar wird, der sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinzieht.

OLMEKEN

MAYA

Xunantunich

  • 700: Xunantunich Zwischen 700 und 300 wächst die Bevölkerung Early Xunantunichs wie die anderer Orte der Region deutlich an. Die Lage direkt am Fluss begünstigt den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Fisch und fruchtbaren Ackerböden. Zugleich ermöglicht sie schon zu dieser Zeit die Teilnahme am Handelsnetz zwischen der Karibik, dem Peten und den Maya Mountains.
  • Fortsetzung 500
  • 800: Xunantunich Zwischen 800 und 700 entsteht in Early Xunantunichs eine E-Gruppe. Zu dieser Zeit ist sie noch Ausdruck eines gemeinschaftlich und öffentlich zelebrierten Ritus, zugleich aber ein erstes Anzeichen sozialer Differenzierung und beginnender Hierarchie. In dieselbe Zeit fällt die lokale Entwicklung hin zu herausgehobenen Ahnen und schließlich zur Etablierung eines Königtums.
  • 1100: Xunantunich: Gesichert ist die Besiedlung ab der Muyal-Phase seit 1100 In dieser Zeit gehört Early Xunantunichs bereits zu den frühen Siedlungsräumen des Ortes. Die lokale Periodisierung ordnet diese Phase der frühen bis mittleren Präklassik zu.
  • 2500: Xunantunich Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus dem Areal Early Xunantunichs rund 800 Meter östlich des heutigen Zentrums. Sie reichen zurück bis in die präkeramische Zeit um ungefähr 2500 v. u. Z., wobei nicht klar ist, ob der Ort seither kontinuierlich bewohnt war. Das Areal liegt am Mopan und bildet den ältesten bekannten und zugleich am längsten nachweislich besiedelten Teil von Xunantunich.

GERMANEN

KELTEN

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCXXXIX = 339)

  • Konsulartribun Quintus Quinctius Cincinnatus (1. Amtszeit)
    Quintus Quinctius Cincinnatus gehört als einer von vier Konsulartribunen zu den Amtsträgern und übt das Imperium aus. Über die konkreten Handlungen der Konsulartribunen ist wenig bekannt. Der Volkstribun Lucius Decius bringt einen Vorschlag zur Kolonisierung von Bolae ein, der jedoch von seinen eigenen Kollegen mit einem Veto verhindert wird.
  • Konsulartribun Gaius Valerius Potitus Volusus (1. Amtszeit)
    Gaius Valerius Potitus Volusus wird zum Konsulartribunen gewählt. Im selben Jahr greifen die Bolaner die im Vorjahr entsandten römischen Kolonisten in Labicum an, in der Erwartung der Unterstützung durch die Aequer, die aber nicht eingreifen und die Bolaner verlieren nach einem kurzen, wenig bedeutenden Krieg Land und Stadt an die Römer. Im selben Jahr wird der Krieg gegen die Veienter aus religiösen Gründen aufgeschoben, weil der Tiber durch Überschwemmungen die Felder der Veienter verwüstet, während die durch eine drei Jahre zuvor erlittene Niederlage geschwächten Aequer den Bolanern nicht zu Hilfe kommen können, so dass die Römer Bola nach kurzer Belagerung einnehmen und Einfälle der Aequer in das Gebiet von Labici, bei denen neue Kolonisten angegriffen werden, zurückschlagen. In Rom geraten der Volkstribun Lucius Decius und seine Kollegen in Streit über die Entsendung von Kolonisten nach Bola nach dem Vorbild von Labici, doch das Veto der anderen Volkstribunen, die die Autorität des Senats betonen, verhindert seinen Vorschlag.
  • Konsulartribun Numerius Fabius Vibulanus (1. Amtszeit)
    Numerius Fabius Vibulanus wird zum Konsulartribunen gewählt. In diesem Jahr greifen die Bolaner die im Vorjahr entsandten römischen Kolonisten von Labicum an, in der Hoffnung auf Unterstützung durch die Äquer, die jedoch nicht eingreifen. Sie werden von den Römern leicht besiegt. „Doch während sie gehofft hatten, dass alle Äquer diese Untat billigen und verteidigen würden, verlieren sie, von den Ihren verlassen, Land und Stadt in einem Krieg, der nicht einmal der Beschreibung würdig ist, da er sich auf eine belanglose Belagerung und eine einzige Schlacht beschränkt.“ (Titus Livius, Ab urbe condita, IV, 4, 49).
  • Militärtribun Publius Cornelius Cossus
    Publius Cornelius Cossus als einer der Konsulartribunen der Römischen Republik im Amt, er gehört der patrizischen Familie der Cornelier an; die konkreten Handlungen der Konsulartribunen dieses Jahres sind nur unvollständig überliefert, doch wird berichtet, dass der Volkstribun Lucius Decius einen Antrag zur Kolonisierung der Stadt Bolae stellt, der jedoch durch ein Veto blockiert wird.
  • Fortsetzung 414
  • 416: Konsulartribun Quintus Fabius Vibulanus Ambustus (1. Amtszeit) Im Jahr 416 v. Chr. ist Quintus Fabius Vibulanus Konsulartribun und teilt dieses Amt mit Aulus Sempronius Atratinus, einem Cousin seines früheren Kollegen Gaius Sempronius Atratinus, sowie mit Marcus Papirius Mugillanus und Spurius Nautius Rutilus. Die konkreten Handlungen der Konsulartribunen dieses Jahres sind nicht überliefert, als Hauptereignis gilt der gescheiterte Versuch der plebejischen Tribunen Spurius Maecilius und Marcus Metilius, ein neues Ackergesetz durchzusetzen.
  • 416: Konsulartribun Spurius Nautius Rutilus (2. Amtszeit) Im Jahr 416 v. Chr. ist Spurius Nautius Rutilus erneut als Konsulartribun im Amt. In diesem Jahr versieht er das Amt gemeinsam mit Aulus Sempronius Atratinus, Marcus Papirius Mugillanus und Quintus Fabius Vibulanus. Die Volkstribunen Spurius Maecilius und Marcus Metilius bringen in diesem Jahr einen neuen Agrargesetzesvorschlag ein, der jedoch durch ihre eigenen Kollegen mit einem Veto belegt wird. Über das Verhalten der Konsulartribunen in dieser Angelegenheit ist nichts bekannt.
  • 416: Konsulartribun Marcus Papirius Mugillanus (2. Amrtszeit) Im Jahr 416 vor Christus wird Marco Papirio Mugillano zum tribunus consularis gewählt, zusammen mit Quintus Fabius Vibulanus Ambustus, Aulus Sempronius Atratinos und Spurius Nauzius Rutilus. Das Jahr ist, wie das vorherige, von ruhigen außenpolitischen Beziehungen und angespannten innenpolitischen Verhältnissen geprägt, verursacht durch das Wiederaufgreifen der Agrarfrage seitens der Volkstribunen.
  • Fortsetzung 415
  • 418: Konsulartribun Marcus Papirius Mugillanus (1. Amrtszeit) Im Jahr 418 vor Christus wird Marco Papirio Mugillano zum ersten Mal zum tribunus consularis gewählt, zusammen mit Lucius Sergius Fidenas und Gaius Servilius Axilla. Es wird beschlossen, den Labikanern den Krieg zu erklären, nachdem die Tusculaner den Senatoren berichten, dass diese sich bewaffnet auf dem Monte Algidus mit einigen Verstärkungen der Äquer lagern. Sofort entstehen Spannungen zwischen den Tribunen darüber, wie der Feldzug geführt werden soll. Es wird dann den Labikanern der Krieg erklärt. Da der Senat beschließt, dass zwei Tribunen in den Krieg ziehen und einer dagegen an der Spitze der Stadt bleiben soll, bricht sofort ein Streit zwischen den Tribunen aus, weil jeder seine eigene Überlegenheit im militärischen Bereich betont und die Regierung der Stadt verachtet, da er sie als undankbare und ruhmlose Aufgabe betrachtet. Nur der Eingriff von Quintus Servilius Priscus Fidenas, der im Jahr 435 vor Christus zum Diktator ernannt wird, um den Feldzug gegen Veji und Fidenae zu führen, gelingt es, die Frage der Aufgaben zu klären, indem er festlegt, dass Gaius Servilius, Sohn von Quintus, die Stadt verteidigen soll, während Sergius und Papirius die Legionen gegen den Feind führen sollen. Die Spannungen zwischen den beiden Tribunen hören jedoch nicht auf, die schließlich vereinbaren, das Heer abwechselnd im Tagesrhythmus zu befehligen. Gerade als Sergius das Kommando ausübt, werden die Römer von den Äquern in einer ungünstigen Position überrascht, die leicht viele von ihnen töten und die Überlebenden in die Flucht schlagen. Als in der Stadt die Nachricht von der Niederlage eintrifft, wird beschlossen, Quintus Servilius zum Diktator zu ernennen, damit der Feldzug ohne weitere Verluste für die Römer geführt wird. Quintus ernennt seinen Sohn Gaius Servilius zum magister equitum. In der Tat gelingt es den Römern, ermutigt durch die Führung des Diktators, zuerst die Äquer auf dem Feld zu besiegen, dann Labicum zu erobern, das in Brand gesteckt und geplündert wird. Schließlich beschließt der Senat infolge dieses Sieges, 1 500 Kolonisten nach Labicum zu schicken, von denen jeder 2 000 Iugera Land zugeteilt bekommt.
  • 419: Konsulartribun Spurius Nautius Rutilus (1. Amtszeit) Im Jahr 419 v. Chr. hält Spurius Nautius Rutilus erstmals das Imperium als einer von vier Konsulartribunen. Gemeinsam mit Agrippa Menenius Lanatus, Publius Lucretius Tricipitinus und Gaius Servilius Axilla bekleidet er in diesem Jahr das Amt. In diesem Jahr bildet sich unter den Sklaven der Stadt eine Verschwörung mit dem Ziel eines Aufstands und der Besetzung des Kapitols, doch zwei an der Verschwörung beteiligte Sklaven offenbaren den Plan dem Senat und den Volkstribunen. Die Anführer der Verschwörung werden gekreuzigt, und die beiden Sklaven, die den Plan verraten, erhalten als Belohnung ihre Freiheit sowie eine beträchtliche Geldsumme.
  • 421: Konsul Titus Quinctius Capitolinus Barbatus (1. Amtszeit) Titus Quinctius Capitolinus Barbatus wird zusammen mit Numerius Fabius Vibulanus zum Konsul gewählt. In diesem Jahr findet ein Krieg gegen die Äquer statt. Sein Kollege Fabius erzielt große militärische Erfolge und feiert dafür eine Ovatio. Die Konsuln überwachen außerdem die Einführung eines neuen Gesetzes, das die Zahl der Quästoren von zwei auf vier erhöht.
  • 421: Konsul Numerius Fabius Vibulanus)
    Numerius Fabius Vibulanus wird zum Konsul zusammen mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus gewählt. Fabius erhält das Kommando über den Feldzug gegen die Äquer, der zwar von den Römern siegreich geführt wird, jedoch in der Stadt nur mit einer einfachen Ovation gefeiert wird. „Die Äquer bringen kaum eine zaghafte Schlachtordnung zustande, die die Römer zerschlagen, ohne dass dem Konsul daraus großer Ruhm erwächst. Daher wird ihm der Triumph verweigert; doch weil er die Schmach der Niederlage des Sempronius getilgt hat, wird ihm gestattet, mit den Ehren einer Ovation in die Stadt einzuziehen.“ (Titus Livius, Ab urbe condita, IV, 3, 43). In Rom bringen die Senatoren zunächst den Vorschlag ein, die Zahl der Quästoren von zwei auf vier zu erhöhen, ziehen ihn jedoch zurück, als die Volkstribunen, die den Vorschlag aufgreifen, verlangen, dass wenigstens einer dieser neuen Quästoren aus der Plebs gewählt wird.
  • 423: Konsul Quintus Fabius Vibulanus Ambustus Quintus Fabius Vibulanus gehört zur patrizischen Familie der Fabier und zur Linie der Fabier Vibulani, die zu den ältesten und erfolgreichsten Konsularfamilien der römischen Republik zählt. Er ist vermutlich der Sohn von Quintus Fabius Vibulanus, der im Jahr 467 Konsul war und nach dem Sturz des Zehnmännerkollegiums im Jahr 449 ins Exil ging. Wenn diese Zuordnung stimmt, zeigen die Familienangaben, dass Marcus Fabius Vibulanus, Konsul im Jahr 442 und Numerius Fabius Vibulanus, Konsul im Jahr 421, seine Brüder sind, und Marcus Fabius Ambustus, der im Jahr 390 Pontifex Maximus erwähnt wird, möglicherweise sein Sohn ist. Im Jahr 423 ist Quintus Fabius Vibulanus Konsul der römischen Republik und teilt das Amt mit Gaius Sempronius Atratinus. In diesem Jahr führt sein Kollege Sempronius Krieg gegen die Volsker und scheitert dabei so sehr, dass er später wegen „Gefährdung seines Heeres“ vor Gericht gestellt wird. Es bleibt unklar, welche Rolle Fabius in diesem Zusammenhang spielt, während Sempronius nach einem langen Prozess, der bis in das Jahr 420 v. Chr. reicht, verurteilt und mit einer Geldstrafe belegt wird.
  • 493: Foedus Cassianum Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. rücken die Äquer und Volsker aus den Bergregionen in die latinische Ebene vor und bedrohen die Städte Latiums. Die latinischen Gemeinden sehen sich einer andauernden militärischen Gefahr ausgesetzt und suchen nach Wegen, ihre Verteidigung zu koordinieren. In dieser Situation beginnt sich ein lockerer Städtebund der Latiner herauszubilden, in dem Rom allmählich an Gewicht gewinnt. Bereits jetzt erscheint Rom innerhalb dieses Bündnisses als militärischer Hauptfaktor, auch wenn die Gleichrangigkeit der Partner formell betont wird. Gleichzeitig entwickelt sich in dieser Epoche die römische Republik nach dem Sturz der Könige zu einem Gemeinwesen, das seine Position in Latium sichern und ausbauen will. Die römische Führung schätzt ein, dass sie die latinischen Nachbarn nicht dauerhaft beherrschen kann, ohne ihre militärischen Ressourcen in ein einheitliches System einzubinden. Das wiederkehrende Aufeinandertreffen mit den latinischen Städten, mal als Rivalen, mal als Verbündete, macht vertragliche Regelungen immer dringlicher. 499–493 v. Chr. (traditioneller Kontext des Vertrages): Um 499 v. Chr. eskaliert ein Konflikt zwischen Rom und den latinischen Gemeinden, der in der berühmten Schlacht am Regillus-See gipfelt. Die römische Seite setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um ihre Vorrangstellung in Latium zu behaupten; die Latiner kämpfen wiederum dafür, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Die Schlacht endet nach traditioneller Überlieferung mit einem römischen Sieg, aber dieser Triumph erweist sich politisch als weniger eindeutig, als es der römische Stolz gerne darstellt. Nach dem Kampf steht fest, dass weder Rom noch der latinische Bund eine endgültige militärische Entscheidung erzwingen können, die alle Gegensätze ein für alle Mal beseitigt. In den Jahren nach der Regillus-Schlacht erkennen beide Seiten, dass eine institutionalisierte Zusammenarbeit langfristig vorteilhafter ist als ein fortgesetzter Abnutzungskrieg. Die römische Führung und die maßgeblichen Kräfte im latinischen Bund beginnen, über einen Vertrag zu verhandeln, der Rechte und Pflichten klar festlegt. Das Ziel besteht darin, die Kräfte gegen äußere Feinde – vor allem Äquer, Volsker, Etrusker und Herniker – zu bündeln und zugleich die gegenseitigen Beziehungen rechtlich zu ordnen. In dieser Atmosphäre reifen die Bedingungen für den später sogenannten Foedus Cassianum heran. 493 v. Chr. (traditionelles Abschlussdatum des Foedus Cassianum): Im Jahr 493 v. Chr. übernimmt der Magistrat Spurius Cassius Vecillinus in Rom eine führende Rolle und tritt als Initiator eines umfassenden Bündnisvertrags mit den Latinern auf. Er nutzt sein Amt, um den Interessen Roms und zugleich den Sicherheitsbedürfnissen der latinischen Städte Rechnung zu tragen. Rom und ungefähr dreißig latinische Städte schließen nach antiker Auffassung nun den Foedus Cassianum als formelles Bündnis zweier unabhängiger Kräfte. Der Vertrag trägt den Namen des römischen Verhandlungsführers Cassius und erhält durch seine Autorität und seine Vermittlung politisches Gewicht. Der Vertrag legt fest, dass Römer und Latiner in Zukunft eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft bilden. Beide Seiten verpflichten sich, ihre Truppen gegenseitig zu unterstützen und gegen äußere Feinde koordinierte Feldzüge zu führen. Der Text sieht vor, dass die Kriegsbeute aus gemeinsamen Unternehmungen gleichmäßig zwischen den Partnern verteilt wird. Damit sichert der Vertrag den Latinern einen materiellen Anteil an den Erfolgen Roms, während Rom seinerseits von den zusätzlichen Kontingenten und Stützpunkten profitiert. Ein weiterer zentraler Punkt des Vertrages betrifft private Rechtsstreitigkeiten im Handel zwischen Bürgern Roms und der latinischen Städte. Die Vereinbarung schreibt vor, dass solche Fälle am Ort des Vertragsabschlusses innerhalb von zehn Tagen zu entscheiden sind, eine Regelung, die als lex contractus bekannt ist. Sie schafft einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den wirtschaftlichen Verkehr und verhindert willkürliche Entscheidungen zu Lasten der jeweils fremden Bürger. Außerdem bestimmt der Vertrag, dass Änderungen oder Ergänzungen nur mit Zustimmung beider Seiten vorgenommen werden dürfen. Auf diese Weise fixiert das Bündnis eine formale Gleichberechtigung der Vertragspartner, auch wenn Rom faktisch bereits eine führende Position einnimmt. In römischer Überlieferung wird eine bronzene Abschrift des Vertrages im Forum aufgestellt, wo sie bis in die Zeit Ciceros sichtbar bleibt. Die Präsenz dieser Tafel stärkt das Bewusstsein der Römer für die eigene Bündnispolitik und dient zugleich als öffentliches Symbol der vertraglichen Bindung an die latinischen Nachbarn. Antike Autoren wie Dionysios von Halikarnassos bieten später eine Version des Vertragstextes und sichern damit einige der wichtigsten Klauseln für die Nachwelt. 5. Jahrhundert v. Chr. nach 493 (Wirkung des Bündnisses): In den Jahrzehnten nach 493 v. Chr. setzt sich das gemeinsame Verteidigungsbündnis faktisch in der Kriegführung gegen verschiedene italische Gegner um. Römer und Latiner bündeln ihre Truppen, koordinieren ihre Feldzüge und treten den Etruskern sowie den Hernikern mit vereinter militärischer Kraft entgegen. Die Erfolge dieser Kooperation festigen Rom in seiner Rolle als führende Macht, zumal immer mehr Operationen über die engeren Grenzen der alten latinischen Ebene hinausreichen. Innerhalb des Bündnisses wird Rom zunehmend als Zentrum der Entscheidung und als Hauptorganisator wahrgenommen. Gleichzeitig stabilisiert der Vertrag die Binnenordnung Latiums. Die latinischen Städte arrangieren sich mit der römischen Dominanz, solange sie am militärischen Schutz und an der Beute partizipieren. Die festgelegte Gleichverteilung der Kriegsbeute reduziert Konflikte um materielle Vorteile und gibt der Kooperation eine verlässliche Grundlage. Zugleich wirken die geregelten privaten Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern Roms und der latinischen Städte integrierend, weil sie Handel, Migration und Kontakte rechtlich absichern.
  • 578: Servianische Mauer 578–534 (Regierungszeit des Servius Tullius) Rom wächst über den ältesten Siedlungskern, die Roma quadrata, hinaus. König Servius Tullius lässt die Servianische Mauer errichten, um die Stadt zu sichern. Ihm wird außerdem die Einrichtung des Pomerium zugeschrieben – einer Grenzlinie, die die Stadt Rom vom umliegenden Land trennt. Diese Linie entspricht nicht dem Verlauf der Servianischen Mauer, sodass sie offenbar unabhängig von ihr besteht. Der Nachfolger des Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus, verstärkt die Servianische Mauer. Besonders im Bereich des Agger Tarquinii erhöht er die Befestigung.

GRIECHEN

(1./2. Jahr der 91. Olympiade)

Tarent

Syrakus

  • Hermokrates
    Hermokrates rät zur Bildung einer über Sizilien hinausgreifenden Koalition gegen Athen, das die Insel in seinen Einflussbereich zwingen will. Für kurze Zeit ist er einer der drei Strategen, wird dann aber von Konkurrenten verdrängt.
  • Fortsetzung 413
  • 424: Hermokrates Hermokrates tritt auf dem Friedenskongress von Gela erstmals politisch hervor und fordert die sizilianischen Griechen mit Erfolg auf, ihre inneren Streitigkeiten beizulegen.
  • Fortsetzung 415
  • 466: Tyrann Thrasybulos (467–466)
    Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen Thrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt.
  • Fortsetzung 407
  • 467: Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert.
  • 467: Tyrann Hieron I. (478–467) In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt.
  • 472 Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt.
  • 474 Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt.
  • 476 Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert.
  • 478 Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. Tyrann Gelon (485–478)

Molosser / Epirus

  • 430: Tharyps gehört zum molossischen Königshaus in Epirus und ist Begründer des Geschlechts der Aiakiden. Die Molosser leben in der Landschaft Epirus, sie sind dort beheimatet und bilden einen der großen Stammesverbände dieser Region. Tharyps wird um 430 im Kindesalter nominell König der Molosser. In dieser Zeit siedeln die Epiroten in kleinen, offenen Dörfern, Städte gibt es in Epirus außer einigen wenigen griechischen Kolonien nicht. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt muss Tharyps vor einer oligarchischen Verschwörung aus Epirus fliehen. Die Verschwörer paktieren mit Sparta und führen die Molosser auf spartanischer Seite in den Peloponnesischen Krieg. Der junge Tharyps findet in Athen Aufnahme, erhält dort seine Bildung und wird mit der klassischen griechischen Kultur vertraut. Die Athener verleihen Tharyps das Bürgerrecht, und die Stadt seiner Jugend bleibt ihm später weiterhin verbunden, als er wieder über die Molosser herrscht. Nachdem Tharyps zur tatsächlichen Herrschaft über die Molosser gelangt ist, führt er in seinem Königreich einiges von dem ein, was er im Exil kennengelernt hat. Er betätigt sich als Städtegründer, indem er unbefestigte Dörfer zu größeren, ummauerten Niederlassungen zusammenlegt (Synoikismos). Er führt die Schriftlichkeit in der Verwaltung ein und prägt eigene Münzen. Außerdem wird Tharyps die Ausarbeitung einer formalen Verfassung für sein Land zugeschrieben. Zu Zeiten Tharyps besetzen die Molosser die Orakelstätte Dodona. Dieses wichtige Heiligtum in Epirus gehört zuvor zum Gebiet der Thesproter. Mit der Übernahme der Orakelstätte beginnt der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus, und diese Entwicklung geht mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbünden sich mit Athen, und Tharyps bleibt dabei als König mit der Stadt verbunden, in der er seine Jugend verbracht hat.
  • Fortsetzung 385
  • 430: König Admetos (469-430) Admet stirbt ungefähr um 430 vor Christus
  • 469: Admet ist König des alten Epirus und herrscht über die Molosser. Er gilt als Begründer des Geschlechts der Pyrrhiden. Er ist Sohn von Alkandros, Enkel von Munichos und Urenkel von Driantos. - Admet wendet sich eines Jahres mit einer Bitte an die Athener. Er erhält von Themistokles, der damals im Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht steht, eine verächtliche Abweisung. Seit diesem Zeitpunkt ist Admet stark verbittert. Es ist klar, dass er sich an Themistokles rächen wird, falls dieser jemals in seine Gewalt gerät. Ein späteres Jahr im 5. Jahrhundert v. Chr. (Flucht des Themistokles) Themistokles wird aus Hellas verbannt. Er wird von allen verfolgt und gejagt. In dieser Lage erscheint Themistokles mit einer flehentlichen Bitte bei Admet. Admet nimmt Themistokles unerwartet unter seinen Schutz. Er hilft ihm, nach Makedonien überzusetzen.

Makedonien

  • König Perdikkas II. (448–413)
  • Archelaos
    Archelaos wird in einem um 415 mit Athen geschlossenen Vertrag nach Perdikkas und Alketas an dritter Stelle genannt. Damit wird er von seinem Vater legitimiert. Die Vater-Sohn-Reihung steht im Zusammenhang mit seiner Abstammung aus dem makedonischen Königshaus.
  • Fortsetzung 413
  • 417: Perdikkas II.: Bis zum Jahr 417 v. Chr. hat Perdikkas II Athen verlassen und schliesst sich einer spartanisch-argivischen Allianz an. Makedonien steht damit wieder auf der Seite Spartas und Argos.
  • Fortsetzung 415
  • 423: Perdikkas II.: Im Jahr 423 v. Chr. verbündet sich Perdikkas II mit Athen, nachdem die Beziehungen zu den Peloponnesiern wegen der Ereignisse bei Lynkestis dauerhaft beeinträchtigt sind. Durch dieses Bündnis nähert sich Makedonien erneut Athen an.
  • 424: Perdikkas II.: Nach dem Einfall des Sitalkes ist Perdikkas II mit den Spartanern verbündet und unterstützt im Jahr 424 v. Chr. den Spartaner Brasidas beim Angriff auf Amphipolis. Brasidas erobert Amphipolis von den Athenern, eine ihrer wichtigsten Kolonien, vor allem wegen des leichten Zugangs zu Holz für ihre Flotten. Dieser Verlust stellt für Athen einen schweren Schlag dar und bindet Athen über Jahre hinweg an makedonisches Holz, was die Verhandlungsmacht Makedoniens erheblich stärkt. Als Gegenleistung helfen die Spartaner Perdikkas II bei der Sicherung seiner Grenzen, indem sie einen Angriff auf König Arrhabaios von Lynkestis führen, unterstützt werden sollen dabei die Illyrer (Schlacht von Lynkestis). Die Illyrer wechseln jedoch die Seite und greifen Perdikkas II und seine spartanischen Verbündeten an. Die schlecht ausgebildeten makedonischen Truppen fliehen, und die Spartaner ziehen sich ebenfalls zurück und greifen aus Ärger den makedonischen Tross an. Diese Vorgänge belasten die Beziehungen zwischen Makedonien und dem Peloponnes über Jahre und führen dazu, dass Perdikkas II sich im Jahr 423 v. Chr. stärker Athen zuwendet und mit Athen ein Bündnis eingeht.
  • 429: Perdikkas II.: Im Jahr 429 v. Chr. berichtet Thukydides, dass Sitalkes mit einem grossen Heer und Amyntas im Gefolge in Makedonien einfällt, offenbar verärgert über ein von Perdikkas II im Jahr 431 gegebenes, aber nicht erfülltes Versprechen. Sitalkes greift „Untermakedonien von oben“ an, marschiert über den Berg Kerkine (heute Berg Ograzden) und dringt über Valandovo in das ehemalige Gebiet des Philippos ein, angeblich mit einem Heer von 150'000 Mann. Eine Reihe von Städten der Region, mit Ausnahme von Europus, läuft zu den Thrakern über, und die Makedonen ziehen sich in ihre befestigten Plätze zurück. Die makedonische Seite ist auf den Angriff offenbar nicht vorbereitet, möglicherweise weil Perdikkas II zuvor 1000 Makedonen zur Unterstützung des spartanischen Feldherrn Knemos bei dessen Einfall in das pro-athenische Akarnanien entsandt hat. Der makedonische Widerstand bleibt begrenzt, und Sitalkes verwüstet Mygdonien, Krestonien und Anthemos, abgesehen von einem wirkungslosen Kavallerieangriff der orestischen Verbündeten des Perdikkas II. Der Einfall stockt aus mehreren Gründen: Die Vorräte gehen im Winter zur Neige, und eine zugesagte athenische Flotte bleibt aus. Obwohl Athen und Sitalkes formell Verbündete sind, ist Athen offenbar besorgt über die Möglichkeit eines thrakischen Klientelherrschers auf dem makedonischen Thron angesichts des schnellen Vormarsches des ehrgeizigen Sitalkes. Zudem überredet Seuthes, ein einflussreicher Neffe und Offizier des Sitalkes, den König zur Rückkehr, nachdem Perdikkas II ihm heimlich eine grosse Mitgift und die Heirat seiner Schwester Stratonike versprochen hat. Thukydides berichtet, dass Sitalkes nach insgesamt dreissig Tagen Aufenthalt, von denen acht in Chalkidike verbracht werden, abzieht. Um 429/428 v. Chr. beendet Perdikkas II erfolgreich einen thrakischen Einfall in Makedonien, indem er seine Schwester Stratonike mit Seuthes, dem Neffen des thrakischen Königs Sitalkes, verheiratet. Diese Heiratsverbindung steht im Zusammenhang mit der im Rahmen des Rückzugs des Sitalkes vereinbarten Mitgift und Heirat.
  • 429: Amyntas II., auch Amyntas der Kleine, ist der Sohn Philipps und der Enkel Alexanders I. und König von Makedonien. Nach der Ermordung von Alketas II. und dessen Sohn Alexander verjagt Perdikkas II. seinen älteren Bruder und den legitimen Thronfolger Philipp aus Makedonien. Philipp, Amyntas’ Vater, flieht zu Sitalkes, dem König von Thrakien. In der Folgezeit beteiligt sich Philipp an verschiedenen Expeditionen gegen Perdikkas II. Im Jahre 429 v. Chr. versammelt Sitalkes ein 150.000 Mann starkes Heer und zieht gegen Perdikkas, um Amyntas auf den makedonischen Thron zu bringen. Es bleibt jedoch bei der Eroberung des nordöstlichen Teils Makedoniens, den Amyntas von nun an regiert.
  • 431: Perdikkas II.: Im Herbst 431 v. Chr. geht Athen nach diplomatischen Bemühungen des griechischen Schwagers Nymphodoros von Abdera ein Bündnis mit dem odrysischen König Sitalkes ein. Nymphodoros vermittelt eine Vereinbarung zwischen Athen und Perdikkas II, durch die Makedonien Therme zurückerhält, während Perdikkas II zusagt, gemeinsam mit den Athenern gegen die aufständischen Chalkidier zu marschieren. In diesem Zusammenhang gibt Athen Philippos endgültig auf, der mit seinem Sohn Amyntas nach Thrakien flieht.
  • 433: Perdikkas II.: Im Jahr 433 v. Chr. bildet Philippos ein Bündnis mit König Derdas I. von Elimiotis in Obermakedonien und mit Athen, in dem sie einander Verteidigung zusichern und sich verpflichten, die Feinde des Philippos nicht zu unterstützen. Perdikkas II reagiert darauf, indem er in einer Reihe von athenischen Tributstädten, darunter Potidaia, einen Aufstand entfacht. Athen entsendet 1000 Hopliten und 30 Schiffe nach Makedonien und nimmt Therme ein. Anschliessend belagern die Athener Pydna und erhalten dabei Verstärkung von weiteren 2000 Hopliten und 40 Schiffen. Während der Belagerung von Pydna erfahren die Athener, dass Korinth 1600 Hopliten und 400 Leichtbewaffnete zur Unterstützung von Potidaia geschickt hat. Um dieser neuen Bedrohung zu begegnen, schliesst Athen ein Bündnis mit Perdikkas II und marschiert nach Potidaia. Perdikkas II bricht das Bündnis sofort und marschiert ebenfalls nach Potidaia, wobei die Athener schliesslich den Sieg erringen. Die Schlacht um Potidaia führt zusammen mit der Schlacht von Sybota direkt zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges.
  • 448: König Alketas II. (454–448)
  • 454: Perdikkas II.: Im Jahr 454 v. Chr. stirbt Alexander I unerwartet und löst in Makedonien eine dynastische Krise aus. Perdikkas II besteigt als ältester Sohn den Thron, während mindestens zwei seiner vier Brüder, Philippos und Alketas, eigene lokale Herrschaftsbereiche (arkhai) erhalten. Nach dem Tod Alexanders I. in 454 v. Chr. und dem Regierungsantritt von Perdikkas II erhalten Philippos und Alketas jeweils eigene Herrschaftsbereiche, wobei Perdikkas II das Gebiet des Alketas zu einem unbekannten Zeitpunkt annektiert. Philippos behält die Kontrolle über das strategisch wichtige Axiostal um Amphaxitis, das sich für Perdikkas II als schwieriger zu überwinden erweist. - Während seiner Regierungszeit heiratet Perdikkas II mindestens zwei Frauen, Simache und Kleopatra. Simache ist die Mutter von Archelaos und Aeropos II und wird bei Platon in „Gorgias“ durch dessen Gesprächspartner beschuldigt, eine Sklavin des Alketas gewesen zu sein, wobei der Text festhält, dass es zweifelhaft ist, ob Archelaos als legitim angesehen würde, wenn seine Mutter eine Sklavin wäre, und Simache daher höchstwahrscheinlich einem makedonischen Elitekreis (wenn auch nicht königlich) entstammt. Kleopatra, möglicherweise aus Lynkestis oder sogar aus dem Argeadenhaus, bringt Perdikkas II einen derzeit ungenannten Sohn zur Welt. Gemäss Platon ertränkt Archelaos diesen Sohn im Alter von sieben Jahren in einem Brunnen, da er als legitimer Erbe gilt. Der Text führt aus, dass es starke Hinweise darauf gibt, dass Kleopatra nach dem Tod des Perdikkas II ihren Stiefsohn Archelaos heiratet, was von Historikern wie Nicholas Hammond bestritten wird. König Alexander I. (498/497–454)

Chalkidischer Bund (seit 432)

  • 432: Der chalkidikische Bund gründet sich. In den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. expandiert er bis in das Kernland des Königreiches Makedonien hinein. Die zunehmende Macht des Bundes und insbesondere die Stärke seiner Hauptstadt Olynth führen dazu, dass die makedonische Hauptstadt Pella in die Hände der Streitmacht des chalkidikischen Bundes fällt.
  • Fortsetzung 393

Pherai

Theben

Athen

  • Peloponnesischer_Krieg (431-404)
    Sizilienexpedition (415-413)
    Frühjahr - Vorgeschichte und Vorbereitung:
    Athen schickt nach der Bitte aus Segesta eine Gesandtschaft nach Segesta, um sich vom Vorhandensein des versprochenen Geldes zu überzeugen. Die Gesandten werden getäuscht, da die Segestaer sich von Nachbarstädten Schmuck und Geschirr leihen und diesen Reichtum bei allen Bewirtungen der Gesandten zeigen, sodass diese Abend für Abend Gold und Silber im Überfluss vorfinden, ohne zu ahnen, dass es sich stets um dasselbe Geschirr handelt. Als die Gesandten im Frühjahr nach Athen zurückkehren, berichten sie folglich vom Reichtum Segestas. Daraufhin beruft Athen die Volksversammlung ein. Der Politiker und Strategos Nikias warnt vor dem geplanten Feldzug, da Athen bereits genug Feinde hat und Sizilien groß und zu weit entfernt ist, weshalb das Risiko nicht kalkulierbar erscheint. Alkibiades, der den Nikiasfrieden ablehnt und sich von einem Sizilienzug Ruhm und Macht verspricht, plädiert dagegen für den Feldzug und überzeugt die Athener mit einer leidenschaftlichen Rede. Nikias versucht, die Volksversammlung noch einmal zur Besinnung zu bringen, indem er argumentiert, dass man eine zu gewaltige Flotte und ein zu großes Heer ausrüsten müsse, wenn man Erfolg haben wolle, muss aber bestürzt feststellen, dass die Versammlung sich davon nicht abschrecken lässt und nun eine Expedition ausrüstet, die sogar größer als die Vorgabe des Alkibiades ist. Die Athener rüsten eine sehr große Expedition aus. Sie stellen 134 Trieren bereit, davon 100 aus Athen und den Rest von Verbündeten, außerdem 5100 Hopliten, darunter 1500 Athener, 480 Bogenschützen, 700 Schleuderer, 30 Reiter, 30 Frachter und 100 Kähne mit Getreide sowie Bäcker, Steinmetzen, Bauleute und Belagerungsgerät, und viele Handelsschiffe schließen sich der Flotte an. Mit der Führung betraut Athen Nikias, gegen seinen Willen, Alkibiades und Lamachos, einen erfahrenen General und Kriegsbefürworter. Die allgemeine Begeisterung der Athener für das Unternehmen ist groß, aber es gibt auch Skeptiker wie Sokrates oder den Astronomen Meton, von dem Plutarch berichtet, dass er sein eigenes Haus in Brand setzt, um für verrückt gehalten zu werden und damit seinen Sohn von der Teilnahme an der Expedition freistellen zu lassen.
    Lage Siziliens:
    Sizilien ist Teil von Magna Graecia und gilt den Griechen als „Neue Welt“, die Insel hat in den letzten 200 Jahren einen großen ökonomischen Aufschwung erlebt und ist reich an Ressourcen, vor allem Getreide, wobei Teile, insbesondere der Westen, im Einflussbereich Karthagos liegen. Zur Zeit der Kolonisierung durch die Griechen leben Sikanen, Sikeler und Elymer auf der Insel, und Segesta ist eine Stadt der Elymer mit dem bereits seit 480 bestehenden Hilfsabkommen mit Athen. Syrakus ist zur Zeit der Expedition die größte Stadt in Sizilien, von der Größe und Einwohnerzahl her mit Athen mit 40'000 Einwohnern vergleichbar, mit einer demokratischen Regierungsform, obwohl die Tyrannis eine längere Tradition besitzt, und als Tochterstadt des dorischen Korinth mit engen Handelsbeziehungen dorthin ein natürlicher Verbündeter Spartas, des Erzfeindes von Athen.
    Hermenfrevel
    Im Sommer, mitten in den Vorbereitungen zur zweiten Sizilienexpedition, werden in einer Nacht fast allen Hermen in Athen die Köpfe abgeschlagen oder verstümmelt, während sich die Athener in einer Phase großer Anspannung befinden. Die Athener werden von diesem Vorfall überrascht, und als Folge entstehen wilde Verdächtigungen gegen verschiedene Personen, die auf irgendeine Weise aus der Norm der Gemeinschaft herausfallen. Im Zuge der Ermittlungen werden weitere religiöse Frevel aufgedeckt und untersucht, nach Zeugenaufrufen häufen sich zunehmend Aussagen und Verdächtigungen zum Hermenfrevel oder anderen religiösen Vergehen, hohe Kopfgelder werden ausgesetzt, und auch Sklaven und Metöken werden zur Aussage aufgefordert. Es erweist sich als besonders schwerwiegend, dass die Mysterien von Eleusis als Posse in Privathäusern aufgeführt werden, wobei unter anderem der für sein ausschweifendes Leben bekannte Alkibiades beteiligt ist, und Opfer der existenzbedrohenden Denunziationen werden auch andere Angehörige der Oberschicht, darunter der spätere Rhetor Andokides sowie der aus den platonischen Dialogen bekannte Phaidros und der Arzt Akumenos. In Athen werden die Vorkommnisse als schlechtes Vorzeichen für die bevorstehende Expedition nach Sizilien oder als Bedrohung für die Demokratie gewertet, wobei die Tyrannis-Angst in der Zeit der attischen Demokratie immer wie ein Damoklesschwert über der Polis schwebt. Ins Zentrum der Anklage tritt zunehmend Alkibiades, der als Feldherr kurz vor der Abfahrt nach Sizilien steht und sich seines Rückhalts bei seinen Untergebenen sicher fühlt, weshalb er einen sofortigen Prozess fordert, während seine Gegner politisch einschätzen, dass der Demos die Expedition nicht in Gefahr bringen will und daher verlangen, Alkibiades solle zuerst nach Sizilien fahren und der Prozess erst nach seiner Rückkehr geführt werden. Als in Athen die Anschuldigungen gegen Alkibiades immer schärfer werden, entscheidet sich die Stadt, den Feldherren zurückzuberufen, schickt das Schiff „Salaminia“, mit dem Alkibiades nach Athen zurückfahren soll, setzt gemeinsam mit ihm andere Soldaten der Expedition unter Verdacht, erlebt, wie Alkibiades das Schiff besteigt und bei einem Halt in Thurioi flieht, bevor er sich nach Umwegen nach Sparta begibt, in Abwesenheit zum Tode verurteilt wird und die Priester aufgefordert werden, Alkibiades zu verfluchen, während eine Priesterin sich weigert, diesen Fluch auszusprechen. In der Folgezeit widmet sich Thukydides im sechsten Buch seines Werkes dem Hermenfrevel und stellt vor allem die machtpolitischen Hintergründe heraus. In seiner Darstellung steht Alkibiades im Zentrum der Anklage, der aufgrund seiner Lebensführung und seines Erfolgs in vielen Lebenslagen ohnehin immer wieder Angriffen ausgesetzt ist, während der Hermenfrevel von seinen Gegnern genutzt wird, um ihn der Absicht einer Tyrannis zu verdächtigen und Thukydides berichtet, dass diese Gegner selbst die Absicht haben, die Macht zu übernehmen. Thukydides deutet auch das Angebot der Gegner von Alkibiades, den Feldherrn zunächst nach Sizilien ziehen zu lassen, als List, mit der sie während seiner Abwesenheit Verleumdungen verbreiten wollen, um eine bessere Ausgangsposition im kommenden Prozess zu gewinnen. Dieser Plan verläuft nach Thukydides erfolgreich, da die Gegner Hermenfrevel und Schändung der Eleusinischen Mysterien gegen Alkibiades in Abwesenheit anführen können, und der Wert der thukydideischen Ausführungen liegt nach dieser Darstellung vor allem in dem Einblick in die Machtkonstellationen und Auseinandersetzungen zwischen den politischen Akteuren in Athen. Problematisch ist in dieser Sichtweise, dass Thukydides genaue Kenntnisse über die Hintergründe einer Verschwörung beansprucht, die offenbar nicht einfach aufzudecken ist und über die eine ganze Polis rätselt, und dass er klar Partei für Alkibiades ergreift, seine Gegner als „schlechte Leute“ darstellt und zugleich zeigt, wie durch Gerüchte und eine gewisse Eigendynamik ein Bürger Athens, der vom gewohnten Durchschnitt abweicht, aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird. In dieser Perspektive erscheint ein Bürger, der nicht dem gängigen Bild entspricht, als jemand, dem solche Taten zugetraut werden, und Alkibiades muss seine teils exzentrische Lebensweise mit seiner Emigration bezahlen, während der Hermenfrevel – den Ausführungen des Thukydides folgend – lediglich als Vorwand gilt. Über 300 Jahre nach den Vorgängen zeigt der römische Historiker Cornelius Nepos in seiner Alkibiades-Biographie die grundlegenden Ereignisse und führt das zusätzliche Detail an, dass sämtliche Hermen Athens von der Schändung betroffen sind, mit Ausnahme der Hermen vor dem Haus des Andokides. Diese Behauptung ist in zeitnäher verfassten Quellen nicht nachgewiesen, während im Text festgehalten wird, dass Andokides wohl als Kronzeuge gegen Alkibiades auftritt.
    Sommer - Überfahrt und erster Feldzug:
    Die Flotte setzt zunächst nach Italien über, wo die griechischen Städte aus Angst, in den Krieg hineingezogen zu werden, die Aufnahme verweigern. Vorausgeschickte Schiffe nach Segesta kehren zur Flotte zurück und berichten, dass das versprochene Geld nicht vorhanden ist. Nach Beratungen, bei denen Nikias vergeblich auf die baldige Rückkehr nach Athen drängt, beschließt die Führung, zunächst in Sizilien Verbündete für einen Angriff auf Syrakus zu suchen. Unterdessen wird Alkibiades nach Athen zurückberufen, um sich dem Prozess wegen des Hermenfrevels zu stellen, entkommt aber auf dem Rückweg nach Athen nach Sparta, wo er in den folgenden Jahren Sparta im Kampf gegen seine Heimatstadt beraten soll. Die athenische Flotte fährt weiter die Küste Siziliens entlang, gewinnt einige wenige Verbündete wie die ionischen Poleis Naxos und Katane, erobert die mit Segesta verfeindete sikanische Stadt Hykkara und widmet sich dem Sklavenhandel, während der Sommer verstreicht. Bei Syrakus kommt es zur ersten Feldschlacht mit dem syrakusischen Heer, die die Athener für sich entscheiden, doch der Mangel an Kavallerie erweist sich als schwerwiegend, sodass man beschließt, in Katane und Naxos zu überwintern und Verstärkung abzuwarten. Syrakus schickt ein Hilfsgesuch nach Korinth und Sparta, und Alkibiades stachelt in Sparta die Spartaner auf und rät ihnen, nicht nur Syrakus beizustehen, sondern auch Dekeleia bei Athen zu besetzen, während Sparta zwar kein Heer, aber den erfahrenen General Gylippos entsendet und nur Korinth die Entsendung einer Flotte beschließt. Athen schickt währenddessen der Expedition 250 Reiter zur Verstärkung und Geld, um 400 weitere Reiter anzuwerben, sodass die Expedition, die anfangs erfolgversprechend startet, immer mehr Ressourcen Athens bindet.
    Thukydides (39)
    Thukydides schließt den dritten Teil seiner Geschichte des Peloponnesischen Krieges mit der Schilderung der brutalen Unterwerfung von Melos 415, im Mittelpunkt steht der berühmte Dialog zwischen Meliern und Athenern, in dem das Spannungsverhältnis zwischen Macht und Recht drastisch zur Sprache kommt. Im vierten Teil des Werkes beschreibt Thukydides die Sizilienexpedition der Athener 415–413 zur Erlangung der Herrschaft über Sizilien, die in einer entscheidenden Niederlage der athenischen Flotte und Hoplitenstreitmacht bei Syrakus endet.
  • Graphe paranomon (Form der gerichtlichen Klage)
    Die Klageart graphē paranomōn wurde vermutlich nach dem Tod des Perikles 429 eingeführt und dient der Überprüfung eines Gesetzes oder sonstigen Beschlusses der Volksversammlung Ekklesia, wobei dahinter die Überlegung steht, dass Beschlüsse psēphismata nicht in Widerspruch zu einem Gesetz und ein neues Gesetz nicht in Widerspruch zu einem bereits geltenden stehen soll. Die graphē paranomōn ist ab 415 belegbar und kann als Ersatz für den Ostrakismos angesehen werden, der zu derselben Zeit abgeschafft wird.
  • Alexandros (Schauspiel von Euripides)
    Euripides verfasst die Tragödie Alexandros, die 415 anlässlich der Dionysien als erster Teil einer Trilogie uraufgeführt wird; die beiden anderen Teile der Trilogie sind die Stücke Palamedes und die Troerinnen. Der Hirtensklave Alexandros nimmt an einem gymnischen Agon zu Ehren des vermeintlich toten Königssohns Paris in Troja teil und besiegt dabei einen trojanischen Prinzen; es kommt zum Streit darüber, ob der Sieg eines Sklaven anerkannt werden könne, und im Zuge des Streites stellt sich heraus, dass es sich bei Alexandros um den tot geglaubten Paris handelt, der von seinen Eltern wegen einer Prophezeiung auf dem Ida-Gebirge ausgesetzt und von Hirten gefunden und aufgezogen worden ist, sodass er, nachdem er als Königssohn wiedererkannt wird, wieder nach Troja aufgenommen wird, wodurch sich die Prophezeiung erfüllt und Troja letztlich zerstört wird.
  • Die Troerinnen (Schauspiel von Euripides)
    vermutlich März: Die Tragödie Die Troerinnen von Euripides wird anlässlich der Dionysien uraufgeführt. Es gehört zur Trilogie Alexandros – Palamedes – Troerinnen, die durch das Satyrspiel Sisyphos ergänzt wird. Die Handlung spielt im Zusammenhang mit dem Trojanischen Krieg, der am wahrscheinlichsten um das Jahr -1200 anzusiedeln sein dürfte.
  • Fortsetzung 414
  • 416: Peloponnesischer Krieg: Melierdialog 416 v. Chr. unterwirft Athen die Insel Melos mitten im Frieden und bestraft deren Bevölkerung mit der Hinrichtung aller Männer sowie der Versklavung von Frauen und Kindern. Diagoras von Melos prangert dieses Vorgehen an, und Thukydides verarbeitet es später im Melierdialog, in dem Athen sein Handeln mit dem Recht des Stärkeren rechtfertigt. Thukydides thematisiert den Verfall der Sitten und die Brutalisierung des Krieges sowie die Rolle der Volksversammlung und der Demagogen, die die Stimmung anheizen.
  • 416: Im Jahr 416 v. Chr. befindet sich der Nikiasfrieden, der den Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta vorerst unterbrochen hat, in seinem fünften Jahr. In Athen gibt es jedoch Kräfte, die diesen Frieden von Anfang an ablehnen, unter ihnen den ehrgeizigen und charismatischen Staatsmann Alkibiades, der eine ausschlaggebende Rolle spielt. Im Herbst 416 v. Chr. bitten Gesandte der sizilischen Stadt Segesta Athen um Beistand im Konflikt mit Syrakus und argumentieren, dass ein mächtiges Syrakus, das ganz Sizilien beherrscht, bald Sparta, den dorischen Verwandten auf der Peloponnes, zu Hilfe kommen und gegen Athen in den Krieg ziehen wird, sodass ein Eingreifen Athens als Präventivkrieg gilt. Die Gesandten versprechen außerdem die Finanzierung der Kriegskosten und erklären, dass Geld reichlich zur Verfügung steht.
  • 416: Sokrates (53) Sokrates erscheint als Ehrengast auf dem berühmten Symposion anlässlich des Tragödiensieges des jungen Agathon. In der platonischen Überlieferung nehmen dort auch Aristophanes und Alkibiades in wichtiger Rolle teil. Das Symposion gehört im Text zu den biographisch datierbaren Ereignissen des Sokrates.
  • Fortsetzung 415
  • 418: Peloponnesischer Krieg: 418 v. Chr. werden die Streitkräfte von Argos in der Schlacht von Mantineia von Spartas Aufgebot geschlagen. Athen konsolidiert in dieser Zeit seine Herrschaft über den Seebund.
  • 420: Thukydides (34) Wegen seiner detaillierten Schilderung der Umstände des Ausschlusses der Spartaner von den Olympischen Spielen 420 v. Chr. wird teils seine persönliche Anwesenheit in Olympia zu dieser Zeit für wahrscheinlich gehalten.
  • 421: Peloponnesischer Krieg: 421 v. Chr. wird der Nikiasfrieden geschlossen, der sich am Status quo ante orientiert. Sparta soll seine Gefangenen zurückerhalten und die thrakischen Stützpunkte räumen, während Athen im Gegenzug peloponnesische Stützpunkte aufgeben soll, aber einen der beiden Häfen Megaras behalten darf. Bald entstehen Missstimmungen, weil nicht alle Vertragspunkte erfüllt werden: Spartanische Truppen bleiben in Amphipolis, und Athen räumt Pylos nicht. In der Forschung wird die Zeit von 421 v. Chr. bis etwa 413 v. Chr. als Zeit des Nikiasfriedens bezeichnet. Spartas Verbündete, vor allem Korinth und Theben, sind mit dem Nikiasfrieden unzufrieden, weil ihre Interessen unberücksichtigt bleiben. Es kommt zu Spannungen im Peloponnesischen Bund. Sparta schließt unter Vermittlung des Nikias ein Bündnis mit Athen, das jedoch keinen reellen Wert hat. Argos, selbst eine Demokratie und Spartas Erzrivalin, arbeitet an einem anti-spartanischen Bündnis und schließt einen Pakt mit Athen, während Alkibiades in Athen an einem neuen Krieg mit Sparta arbeitet und die Ausgleichspolitik des Nikias unterminiert. Sparta bekräftigt seine Bande mit Theben und Korinth.
  • 421: Thukydides (33) Thukydides schildert im zweiten Teil seines Werkes den Verlauf des 431 v. Chr. begonnenen Archidamischen Krieges bis zum vereinbarten 50-jährigen Frieden zwischen Athen und Sparta 421 v. Chr., wobei ihm jeweils die einzelnen Jahre mit der Unterscheidung von Sommer- und Winterereignissen als Ordnungsprinzip dienen.
  • 422: Peloponnesischer Krieg: In der Schlacht von Amphipolis 422 v. Chr. sterben Kleon und Brasidas. Die Spartaner erringen einen glänzenden Sieg, verlieren aber ihren besten General. Mit dem Tod dieser beiden Gegner einer Verständigung entsteht der Weg zu einem Friedensvertrag.
  • 422: Sokrates (47) Sokrates nimmt an der Schlacht von Amphipolis teil. Damit sind seine militärischen Einsätze im Peloponnesischen Krieg konkret datierbar. Aus diesen Einsätzen wird im Text auch geschlossen, dass er nicht unbemittelt ist, weil Hopliten ihre Ausrüstung selbst finanzieren müssen.
  • 423: Sokrates (46) Aristophanes führt seine Komödie Die Wolken auf, in der Sokrates als Hauptfigur erscheint. In dieser Komödie wird Sokrates Gottlosigkeit und Verblendung der Jugend vorgehalten. Der Text beschreibt, dass Sokrates dort als „Priester des kniffligen Worts“ und als barfüßig, ohne Empfindlichkeit und voller Dünkel charakterisiert wird.
  • 424: Peloponnesischer Krieg: 424 v. Chr. fällt einer der beiden Häfen Megaras, Nisaia, in athenische Hände. Im selben Jahr beginnen die Operationen des spartanischen Generals Brasidas in Thrakien. Brasidas setzt Heloten ein, denen die Freiheit versprochen wird, und zieht unter dem Motto Freiheit und Autonomie gegen den Attischen Seebund ins Feld. Die Spartaner erobern 424 v. Chr. den wichtigen athenischen Stützpunkt Amphipolis. Ebenfalls 424 v. Chr. erleidet Athen bei Delion in Böotien eine schwere Niederlage in einer offenen Feldschlacht gegen Theben.
  • 424: Sokrates (45) Sokrates nimmt an der Schlacht von Delion teil. Beim Rückzug nach der Niederlage bewährt er sich durch Besonnenheit, Entschlossenheit und Mut und flieht nicht kopflos wie andere. In Platons Darstellung wird er in diesem Zusammenhang als jemand gezeigt, der Kälte, Hunger und sonstige Entbehrungen erträgt.
  • 424: Thukydides (30) Für das Jahr 424 v. Chr. wird Thukydides in das Zehnerkollegium der Strategen gewählt und sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert, das thrakische Amphipolis vor der Übernahme durch Brasidas zu schützen, scheitert jedoch, was die Athener ihm als schuldhaftes Versagen anlasten und einen Beschluss zu seiner Verbannung fassen.
  • 425: Peloponnesischer Krieg: 425 v. Chr. landet eine athenische Truppe unter dem Strategen Demosthenes bei Pylos an der Westküste der Peloponnes. Eine spartanische Belagerung misslingt, und in der Schlacht von Sphakteria geraten 120 Spartiaten in Gefangenschaft. Kleon erlangt Ruhm, weil er auf eine militärische Entscheidung bei Pylos drängt. Sparta zeigt sich in Sorge um die gefangenen Spartiaten friedenswillig, doch Athen lehnt unter dem Einfluss Kleons ab und stellt unannehmbare Gebietsforderungen.
  • 425: Im Jahr 425 v. Chr. interveniert Athen ein weiteres Mal mit mäßigem Erfolg in Sizilien gegen Syrakus. Diese Einsätze tragen dazu bei, dass die Athener ihr Interesse an der Insel vertiefen, die als Teil von Magna Graecia und als „Neue Welt“ gilt und in den vergangenen 200 Jahren einen glänzenden ökonomischen Aufschwung erlebt.
  • 425: Thukydides (29) Aus der Sicht mancher Forscher gilt es in diesem irreversiblen Geschichtsprozess, die Gunst der historischen Stunde zu nutzen, etwa von Seiten Athens das spartanische Friedensangebot von 425 v. Chr., weil ausgeschlagene Chancen unter den veränderten Bedingungen nicht wiederkehren.
  • 427: Peloponnesischer Krieg: 427 v. Chr. führt Athen unter Laches die erste sizilische Expedition durch, die für den Kriegsverlauf keine Bedeutung erhält. Im selben Jahr kommt es auf Kerkyra zu einem blutigen Bürgerkrieg (stasis), den Thukydides als Beispiel für den Verfall der Sitten schildert.
  • 427: Im Jahr 427 v. Chr. interveniert Athen während des Peloponnesischen Krieges bereits in Sizilien gegen Syrakus, allerdings mit mäßigem Erfolg. Diese frühen Unternehmungen wecken dennoch das Interesse der Athener an einer Herrschaft über die Insel Sizilien.
  • 428: Peloponnesischer Krieg: 428 v. Chr. fällt Mytilene auf Lesbos vom Seebund ab. Mytilene wird bald darauf wieder in das Bündnis gezwungen.
  • 428: Platon (18) Platon wird 428 oder 427 zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein.
  • 429: Peloponnesischer Krieg: 429 v. Chr. stirbt Perikles an der Seuche. In diesem Jahr bleibt aufgrund der Seuche ein spartanischer Sommereinfall in Attika aus. Nach dem Tod des Perikles tritt eine neue Generation von Politikern in Athen auf, unter ihnen Kleon und Nikias. Kleon befürwortet eine aggressivere Politik, während Nikias einen Ausgleich mit Sparta anstrebt. Die Volksversammlung wird als Forum stärker genutzt, und Alimentierungsmaßnahmen für ärmere Bevölkerungsschichten belasten langfristig die finanziellen Ressourcen Athens.
  • 430: Peloponnesischer Krieg: In Athen bricht 430 v. Chr. eine Seuche aus, der etwa ein Viertel der Bevölkerung zum Opfer fällt. Thukydides beschreibt die Symptome, doch bleibt die genaue Natur dieser Seuche, die auch als Pest von Athen bezeichnet wird, ungeklärt.
  • 430: Thukydides (24) 430 v. Chr. bricht unter den in ihren Mauern von den Spartanern eingeschlossenen Athenern die Attische Seuche aus, an der auch Thukydides erkrankt, deren Verlauf und die gewonnene Immunität der Überlebenden er anschaulich und sachverständig beschreibt.
  • 431: Peloponnesischer Krieg: Die eigentlichen Kampfhandlungen beginnen im Frühjahr 431 v. Chr. mit dem Überfall der mit Sparta verbündeten Thebaner auf Platää. Der Peloponnesische Krieg dauert von 431 v. Chr.
  • 435: Aison (Vasenmaler) Aison ist als griechischer Vasenmaler des attisch-rotfigurigen Stils tätig, seine etwa sechzig überlieferten Gefäße stammen aus der Zeit zwischen 435 und 415, er verbringt seine Karriere in mehreren Töpferwerkstätten, steht dort mit diversen anderen bekannten Vasenmalern in Kontakt, schafft seine ersten Werke in Form von Ephebenbildern in derselben Werkstatt wie der Kodros-Maler, fertigt seine erste signierte Prachtschale mit Motiven aus der Theseussage in der Werkstatt, in der der Penthesilea-Maler tätig ist und Aristophanes später sein Nachfolger wird, arbeitet in einer dritten Werkstatt mit dem Schuwalow-Maler und dem Eretria-Maler zusammen, bemalt dort vor allem geschlossene Gefäße, wobei alle drei Künstler offensichtlich in der Tradition des Polygnotos stehen, aus dieser Zeit stammt sein zweites Paradestück, ein Bauchlekythos im Archäologischen Nationalmuseum Neapel mit dem Motiv einer in der Tradition des Schildes der Athena Parthenos stehenden Amazonenschlacht, zwei weitere Lekythen im Louvre und im Archäologischen Nationalmuseum Athen zeigen offenbar eine Hinwendung des Malers zum Adonis-Kult, sein Stil beginnt sich in dieser Phase dem reichen Stil anzunähern, was sein Schüler, der Meidias-Maler, später fortsetzt, wie schon zu Beginn seiner Karriere beim Kodros-Maler verschwimmen mit der Zeit die Grenzen der Darstellung mit dem Meidias-Maler, sodass eindeutige Zuweisungen der Arbeiten, besonders bei Choenkannen mit dionysischen Motiven, zum Teil schwerfallen und er in der Wissenschaft dem Meidias-Kreis zugerechnet wird, im Gesamtwerk fällt eine unterschiedliche Qualität seiner Arbeiten auf, die wohl in erster Linie auf einen unsteten Lebenswandel mit häufigen Werkstattwechseln zurückgeführt wird, während eine in der Wissenschaft häufig gezeigte Geringschätzung für dieses Gesamtwerk Aison nicht gerecht wird. bis 404 v. Chr., wird von Waffenstillständen unterbrochen und endet mit einem Sieg Spartas. Bei Kriegsbeginn verfügt Athen nach Thukydides über 13.000 Hopliten, darunter Sokrates, sowie 16.000 Reservisten. Athen besitzt ein schwaches Landheer, aber eine starke Flotte, während Sparta über ein starkes Landheer verfügt. - Archidamischer Krieg: Von 431 v. Chr. bis 421 v. Chr. läuft der Archidamische Krieg, benannt nach Archidamos II. Athen folgt der von Perikles erdachten Strategie, keine Landschlacht einzugehen, die Bevölkerung Attikas hinter den Langen Mauern zu schützen und mit der Flotte die Küstenstädte der Peloponnes anzugreifen und Seewege zu blockieren. Sparta fällt mit seinem starken Landheer in Attika ein, verwüstet das Umland von Athen und versucht, Athen zu einer offenen Feldschlacht zu zwingen, während Athen dies wegen der Überlegenheit der spartanischen Phalanx vermeidet. Der sommerliche Einfall in Attika wiederholt sich jedes Jahr, außer 429 v. Chr. wegen einer Seuche und 426 v. Chr. wegen eines Erdbebens.
  • 431: Sokrates (38) 431–429: Im Peloponnesischen Krieg nimmt Sokrates als Hoplit mit schwerer Bewaffnung an der Belagerung von Potidaia teil. Er erträgt Kälte, Hunger und andere Entbehrungen und macht im Feld auf Laches und Alkibiades Eindruck. Den verwundeten Alkibiades rettet er in Potidaia samt Waffen und überlässt ihm eine Tapferkeitsauszeichnung, die ihm selbst zugestanden hätte.
  • 431: Thukydides (23) Bereits unmittelbar bei Ausbruch des Peloponnesischen Krieges ist Thukydides die beispiellose Bedeutung dieser kriegerischen Auseinandersetzung der griechischen Großmächte bewusst, und er beginnt sofort mit Aufzeichnungen des Geschehens.
  • 432: Im Sommer 432 v. Chr. fordern unzufriedene peloponnesische Bundesgenossen Sparta auf, endlich einzugreifen. In Sparta rät König Archidamos II. zur Vernunft, kann sich aber nicht durchsetzen. Es wird festgestellt, dass Athen den dreißigjährigen Frieden von 446 v. Chr. bricht, und es folgt die förmliche Kriegserklärung. In Athen treibt vor allem Perikles den Kurs auf einen Krieg voran.
  • 433: Nach ersten Niederlagen gegen Kerkyra rüstet Korinth eine große Flotte auf, so dass Athen um seinen Status als größte Seemacht fürchtet. Athen schließt im Sommer 433 v. Chr. ein Defensivbündnis (Epimachie) mit Kerkyra, das über die zweitgrößte Flotte Griechenlands verfügt. Korinth betrachtet dies als Verletzung des Friedens von 446 v. Chr. und wendet sich an Sparta. Athen verhängt wohl noch 433 v. Chr. per Volksbeschluss (Psephisma) ein Handelsverbot gegen die Polis Megara, mit der Athen seit dem Ende des ersten Peloponnesischen Krieges verfeindet ist (megarisches Psephisma). Megara, Mitglied des Peloponnesischen Bundes, versucht daraufhin, Sparta zum Handeln zu zwingen. Zeitgenossen wie Aristophanes sehen in diesem Beschluss eine entscheidende Ursache des Krieges und werfen Perikles vor, damit von inneren Schwierigkeiten ablenken zu wollen. In Potidaia auf der Chalkidike, einem Mitglied des Attischen Seebundes mit guten Beziehungen zu Korinth, verlangt Athen die Ausweisung korinthischer Beamter und den Abriss der Seemauern. Potidaia tritt aus dem Seebund aus, wird aber trotz Unterstützung durch Korinth von Athen schnell eingeschlossen. Thukydides bezeichnet diese Konflikte als Auslöser, nicht als Ursachen des Krieges, und sieht den wahren Grund in der Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens.
  • 436: Um 436 v. Chr. kommt es in Epidamnos zu einer Stasis, einem Bürgerkrieg, bei dem die „demokratische“ Partei Korinth und die Adelspartei Kerkyra um Hilfe bittet. Es entsteht ein Konflikt zwischen Korinth und Kerkyra um die Vorherrschaft im Ionischen Meer.
  • 446: 446/445: Der Krieg zwischen Athen und Sparta endet 445 v. Chr. mit einem Patt, und Megara wechselt wieder zu Sparta. Es entsteht der auf 30 Jahre geschlossene Friedensvertrag, in dem beide Seiten vereinbaren, die jeweiligen Bündnissysteme zu achten und bei Konflikten ein Schiedsgericht anzurufen. Das Verhältnis zu den „neutralen“ Poleis bleibt bewusst ausgeklammert, was sich später als folgenschwerer Fehler erweist.
  • 454: Thukydides Thukydides wird spätestens 454 geboren, weil er mindestens 30 Jahre alt sein muss, um das Strategenamt bekleiden zu können, das er 424 v. Chr. innehat.
  • 457: In den Jahren 457–446/445 entsteht ein Konflikt zwischen Athen und Sparta, der sich unter anderem aus dem Übertritt Megaras zu Athen ergibt. Theben, der nördliche Nachbar Athens, schließt ein Bündnis mit Sparta, um Hilfe gegen Phokis zu gewinnen, einen Verbündeten Athens. Als die Spartaner nach Böotien marschieren, stellt sich Athen ihnen entgegen und erleidet 457 v. Chr. in der Schlacht von Tanagra eine Niederlage. Zwei Monate später siegt Athen in der Schlacht von Oinophyta gegen Theben und erlangt für die nächsten zehn Jahre die Vorherrschaft über Mittelgriechenland. Wegen vermehrter Abfallbewegungen innerhalb des attischen Herrschaftsgebiets gesteht Athen Böotien später wieder die Autonomie zu.
  • 469: Sokrates Sokrates wird 469 v. Chr. in Alopeke bei Athen geboren. Laut Platon ist er 399 v. Chr. 70 Jahre alt, woraus sich dieses Geburtsjahr ergibt. Er stammt aus dem athenischen Demos Alopeke der Phyle Antiochis und ist der Sohn des Steinmetzen oder Bildhauers Sophroniskos; seine Mutter ist die Hebamme Phainarete. Auch ein Halbbruder mütterlicherseits namens Patrokles wird erwähnt, der wahrscheinlich mit dem Patrokles von Alopeke identisch ist. Seine Ausbildung verläuft in den üblichen Bahnen und umfasst Alphabetisierung, Gymnastik, Musikerziehung, Geometrie, Astronomie und das Studium der Dichter, vor allem Homers. Unter seinen Lehrern werden Aspasia, die Frau des Perikles, die Seherin Diotima, Anaxagoras, sein Schüler Archelaos, Prodikos und Damon genannt.
  • 480: Seit 480 v. Chr. besteht ein Hilfsabkommen zwischen Athen und der elymischen Stadt Segesta. Segesta ist eine Stadt der Elymer auf Sizilien und pflegt dieses Hilfsabkommen mit Athen, obwohl Teile der Insel, vor allem der Westen, zum Einflussgebiet Karthagos gehören.

Korinth

Olympia

Messenien

Sparta

  • 418: Agis: Epidauros wird weiterhin von den Argivern bedrängt. Agis II. zieht mit den spartanischen Streitkräften gegen Argos, vereint seine Truppen bei Phleius mit denen seiner Bundesgenossen, dringt in die Argolis ein und schneidet das argivische Heer von der Stadt Argos ab. Er lässt sich jedoch vor einer Schlacht zum Abschluss eines viermonatigen Waffenstillstands und zum Abzug überreden, was ihm Vorwürfe einbringt. Nachdem der Waffenstillstand gebrochen wird und Argiver gemeinsam mit Athenern Orchomenos erobern, drohen ihm Strafen, die jedoch aufgeschoben werden; stattdessen wird ihm ein Beirat von zehn Spartiaten zur Seite gestellt. Kurz darauf rückt er erneut aus, stellt in Tegea die Ordnung wieder her und marschiert im Spätsommer gegen Mantineia. In der folgenden Schlacht von Mantineia erringt er einen vollständigen Sieg und stellt die spartanische Vormacht auf der Peloponnes wieder her. Im Winter 418/417 findet in Argos eine Gegenrevolution statt, die den Sturz der oligarchischen prospartanischen Partei herbeiführt. Agis II. zieht nochmals gegen Argos, zerstört die mit Hilfe der Athener begonnenen langen Mauern, kann jedoch die spartafreundliche Partei nicht wieder an die Macht bringen.
  • Fortsetzung 415
  • 419: Argis: Die Argiver greifen auf Anstiften des Alkibiades Epidauros an. Agis II. zieht im Sommer mit dem spartanischen Heer bis zur Grenzstadt Leuktra, macht wegen ungünstiger Opfer Halt und führt seine Truppen zurück. Als die Argiver erneut Epidauros angreifen, marschiert er bis zur Grenzstadt Karyai, überschreitet jedoch wegen angeblich ungünstiger Opfer nicht die Grenze.
  • 421: Agis II. beschwört mit seinem Mitkönig Pleistoanax den vereinbarten Ausgleich mit Athen und gehört zu den Unterzeichnern des Nikiasfriedens, durch den der Peloponnesische Krieg vorläufig beendet wird.
  • 421: Pleistoanax: Pleistoanax setzt sich erneut für Frieden ein. Der Nikiasfrieden wird geschlossen. Einige Verbündete Spartas sind unzufrieden; Mantineia verlässt den Peloponnesischen Bund. Pleistoanax führt daraufhin eine Operation in Parrhasien durch, um eine Festung von Mantineia zu beseitigen und die dortigen Bewohner zu befreien.
  • 425: Agis II. rückt an der Spitze einer Armee verwüstend in Attika ein, zieht jedoch bereits nach 15 Tagen wieder ab.
  • 426: König der Agiaden: Pausanias (1. Amtszeit 445–426) Aufgrund eines Orakelspruchs kehrt Pleistoanax 426 v. Chr. wieder auf den Thron zurück. Pausanias bleibt dabei weiterhin als Prinz im Hintergrund.
  • 426: Agis II. rückt zu Beginn seiner Regierung im Frühjahr mit einem Aufgebot der Spartaner und ihrer Verbündeten aus, um in Attika einzufallen, kehrt jedoch wegen Erdbeben und Sturmfluten in Mittelgriechenland am Isthmus von Korinth wieder um. König der Eurypontiden: Archidamos II. (469–427)
  • 427: Pausanias: Pausanias’ Onkel Kleomenes führt noch an seiner Stelle das Heer gegen Athen zu Felde. Mit diesem Angriff soll die Eroberung von Mytilene durch die Athener verhindert werden. Obwohl Kleomenes erfolgreich ist, fällt dieses an den Feind.
  • 427: Pleistoanax: Nach dem Tod des Königs Archidamos II. kehrt Pleistoanax nach Sparta zurück. Seine Rückkehr wird möglicherweise durch Bestechung der Pythia durch seinen Bruder Aristokles begünstigt oder durch politische Umstände ermöglicht. In Sparta wird eine Zeremonie abgehalten, die seine Herrschaft erneut bestätigt und seine Autorität gegenüber seinem Sohn Pausanias festigt.
  • 443: Agesilaos ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.
  • 445: König der Agiaden: Pleistoanax (1. Amtszeit 458–445): Pleistoanax entzieht sich der Strafe, verlässt Lakonien und geht ins Exil nach Arkadien auf den Berg Lykaion. Dort errichtet er ein Haus im heiligen Bezirk des Zeus. Sein Sohn Pausanias wird etwa zur gleichen Zeit geboren. Pausanias herrscht nominell, während Pleistoanax im Exil bleibt.
  • 445: Pausanias wird als König von Sparta aus dem Haus der Agiaden genannt. Während der Verbannung seines Vaters Pleistoanax von 445 bis 426 v. Chr. wird der junge Pausanias König, steht aber noch unter der Vormundschaft seines Onkels Kleomenes. Da seinem Vater Bestechung durch Athen vorgeworfen wird, geht Pleistoanax 445 v. Chr. in die Verbannung. Pausanias tritt seine Nachfolge an und ist damals offenbar noch ein Kind.
  • 446: Pleistoanax: Pleistoanax führt im Sommer seinen ersten Feldzug während des Ersten Peloponnesischen Krieges. Er zieht mit Beratern, darunter Kleandridas, nach Attika, während Athen durch Aufstände in Megara und Euböa geschwächt ist. Perikles kehrt zurück, und beide Seiten verhandeln statt zu kämpfen. Athen verzichtet auf Gebietsansprüche auf dem Festland und zieht Garnisonen ab; das spartanische Heer kehrt heim. Am 2. September findet eine Sonnenfinsternis statt. Nach der Rückkehr werden Pleistoanax und Kleandridas der Bestechung beschuldigt. Pleistoanax wird angeklagt, vermutlich zu einer Geldstrafe verurteilt und geht ins Exil, während Kleandridas zum Tode verurteilt wird und nach Thurioi flieht. Die ausgehandelten Bedingungen fließen später in den Dreißigjährigen Frieden ein.
  • 457: Pleistoanax: Nikomedes führt als Regent ein Heer von 1500 Spartanern und 10 000 Verbündeten nach Doris, um einen Angriff aus Phokis abzuwehren. Er zieht die Athener bei Tanagra in eine Schlacht, die zwar gewonnen wird, aber zum Rückzug über Megara auf den Peloponnes zwingt.
  • 459: Pleistoanax: Pleistoanax folgt seinem kinderlos verstorbenen Vetter Pleistoarchos als König. Da er noch minderjährig ist, übernimmt sein Onkel Nikomedes die Regentschaft.

Kos

Bosporanisches Reich

  • 432: Satyros I ist seit 432 v. Chr. Herrscher des Bosporanischen Reiches und baut während seiner Herrschaft auf der expansiven Außenpolitik seines Vaters Spartokos I. auf. Er nimmt Nymphaion ein, gerät in die politischen Entwicklungen des benachbarten Sindikerreiches hinein und beginnt mit der Belagerung von Theodosia, das wegen seines eisfreien Hafens und seiner Nähe zu den Getreidefeldern der östlichen Krim ein ernster Handelsrivale ist. Zudem wird seine Herrschaft als Phase beschrieben, in der er die Macht seines väterlichen Reiches ausbaut. Er erzielt zunächst Erfolg, indem er Nymphaion von Gylon nimmt und vielleicht auch Kimmerikon gewinnt, hat später aber erhebliche Schwierigkeiten mit dem benachbarten Sindikerreich sowie mit den griechischen Stadtstaaten Theodosia und Herakleia Pontike. Der Text betont außerdem die zunehmenden Spannungen durch seine außenpolitischen Unternehmungen. Mit den Sinden gerät Satyros nach dem Bericht des Polyaenos in schwere Konflikte, weil er Hekataeos, dem König der Sinden, seine Tochter gegeben haben soll, Hekataeos aber zugleich angewiesen habe, seine bestehende Frau Tirgatao zu töten. Stattdessen lässt Hekataeos Tirgatao in einem Turm einsperren, von wo sie entkommt, zu ihrem Stamm der Ixomaten gelangt und anschließend mit vielen Stämmen gegen Satyros Krieg führt. Als Satyros erkennt, dass er nicht siegen kann, bietet er seinen Sohn Metrodoros als Geisel an und erbittet Frieden. Kurz danach kommt es offenbar zu einem Anschlag auf Tirgataos Leben, vermutlich von Satyros organisiert; nach der Entdeckung dieser Intrige lässt Tirgatao Metrodoros töten und führt den Krieg erneut gegen Satyros. Dieser Krieg endet erst kurz nach dem Tod des Vaters durch Leucon und Gorgippos. König Spartokos I. (438-432)
  • Fortsetzung 400

Salamis

  • König Abdemon (415-411)
    Abdemon ist König von Salamis auf Zypern; Er ist phönizischer Herkunft und wird entweder in Tyros oder in Kition geboren. Um 415 setzt Abdemon den phönizischen Herrscher von Salamis ab. Euagoras, der angeblich aus einer griechischen Dynastie stammt, muss die Stadt verlassen und geht ins Exil nach Soli.
  • Fortsetzung 411

Troja

  • 1200: wahrscheinlichste Handlungszeit des Schauspiels "Die Troerinnen" von Euripides, das im Jahr -415 in Athen aufgeführt wird. - Prolog: Götterrede: Poseidon tritt auf und schildert, dass Troja zerstört ist und dass er die Stadt, deren Mauern er einst mitbaute, nun in Trümmern sieht, er beklagt das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner und macht deutlich, dass seine frühere Verbundenheit mit Troja dem jetzigen Untergang gegenübersteht. Athene erscheint und erklärt, dass die Griechen die Gottheit beleidigen, indem sie die Tempel schänden und die Besiegten misshandeln, sie kündigt an, die Griechen auf ihrer Heimfahrt zu bestrafen, und gewinnt Poseidon dafür, gemeinsam die Rückkehrer mit Stürmen und Unglück zu verfolgen, so dass die göttliche Ebene den Rahmen für das kommende Leid der Troerinnen bildet. - Zerstörung Trojas und Auftreten Hekabes: Hekabe sitzt als ehemalige Königin Trojas als Gefangene vor den Zelten der Griechen und klagt im Angesicht der rauchenden Trümmer der Stadt ihr Schicksal, sie erinnert an ihre frühere Stellung und an den Sturz Trojas und ruft die toten Angehörigen und die verlorene Stadt an. Andere trojanische Frauen, ebenfalls Gefangene, stimmen mit ihr Klagen an, sodass ein gemeinsamer Chor der Leidtragenden entsteht, in dem Hekabe als zentrale Gestalt beklagt, dass sie alles verloren hat, was ihr Leben ausmachte, und dass sie nun den Entscheidungen der Sieger ausgeliefert ist. - Zuteilung der Frauen und Nachricht von Kassandra: Ein Herold der Griechen erscheint und verkündet, dass die trojanischen Frauen den griechischen Feldherren als Sklavinnen zugeteilt werden, Hekabe erfährt, welchem Griechen sie selbst und ihre Töchter zugewiesen sind, und sie reagiert mit Entsetzen auf die Nachricht, dass Kassandra den Feldherrn Agamemnon erhält. Kassandra tritt in ekstatischer Stimmung auf, sie spricht als Seherin, prophezeit den Untergang Agamemnons und deutet an, dass der Sieger nicht ungestraft bleibt, sie verhöhnt zugleich den Ruhm der Griechen und macht deutlich, dass ihre eigene Versklavung und Schmach Teil eines größeren, von den Göttern bestimmten Geschehens ist, während Hekabe im Angesicht dieser Rede zwischen Hoffnung auf göttliche Gerechtigkeit und der unmittelbaren Angst um ihre Tochter schwankt. - Auftritt Andromache und Entscheidung über Astyanax: Andromache, Hektors Witwe, erscheint mit ihrem kleinen Sohn Astyanax und wird Hekabe vorgeführt, sie trägt die Last des Verlustes von Mann und Heimat und klagt gemeinsam mit Hekabe über die zerstörte Zukunft Trojas, wobei Hekabe in Andromache die Verkörperung des trojanischen Unglücks erkennt. Der Herold verkündet, dass die Griechen beschlossen haben, Astyanax zu töten, indem sie ihn von den Mauern Trojas stürzen, um zu verhindern, dass aus ihm ein zukünftiger Rächer entsteht, Andromache fleht vergeblich um das Leben des Kindes und kämpft zwischen der Mutterliebe und der Erkenntnis, dass jeglicher Widerstand nutzlos ist, während Hekabe in der Erwartung des neuerlichen Verlustes zusammenbricht. Andromache wird schliesslich von den Griechen weggeführt, sie muss ihren Sohn zurücklassen, und Hekabe bleibt mit der Aufgabe zurück, den Knaben, sobald er getötet ist, zu beklagen und zu bestatten. - Tod und Bestattung Astyanax’: Astyanax wird, wie beschlossen, von den Griechen getötet, indem man ihn von den Mauern der zerstörten Stadt hinabstürzt, und sein Leichnam wird Hekabe gebracht, damit sie ihn bestattet, sie nimmt den Körper des Kindes in Empfang und klagt über die Grausamkeit, die selbst ein unschuldiges Kind nicht verschont. Hekabe berichtet von seinen Verletzungen, beklagt, dass ein Knabe, der einst als Hoffnung Trojas galt, nun als gebrochener Leichnam vor ihr liegt, und richtet ihren Vorwurf gegen die Griechen, die in ihrer Angst vor einem künftigen Gegner jede Menschlichkeit vergessen, während die trojanischen Frauen den Leichnam mit Klagetönen umringen. Hekabe bereitet dem Kind ein notdürftiges Begräbnis, sie legt ihm, was sie noch hat, als Beigaben an und spricht über die Bitterkeit, dass selbst in der Bestattung nur noch Reste der einstigen Hofpracht übrig geblieben sind. - Streit um Helena: Helena wird vor Agamemnon gebracht, damit über ihr Schicksal entschieden wird, und Hekabe nutzt die Gelegenheit, um Helena anzuklagen, sie wirft ihr vor, durch ihren Aufenthalt in Troja und durch ihre Verstrickung mit Paris den Krieg ausgelöst zu haben, und fordert, sie für die zahllosen Toten verantwortlich zu machen. Helena verteidigt sich, indem sie auf göttlichen Zwang, auf Aphrodite und auf die Verführung durch Paris verweist, und versucht, ihre Rolle zu relativieren, während Agamemnon sich den gegenseitigen Vorwürfen von Hekabe und Helena gegenübersieht und eine Entscheidung treffen muss. Hekabe betont, dass Helena bewusst gehandelt und sich den Troern angeschlossen habe, und fordert ihre Bestrafung, sie macht geltend, dass die Frauen Trojas nicht für Helens Entscheidung büssen sollen, während Helena versucht, Agamemnon durch Erinnerung an gemeinsame Vergangenheit und durch Beschönigung der Ereignisse umzustimmen. - Ende Trojas und Abführung der Frauen: Am Ende des Dramas wird die endgültige Zerstörung Trojas sichtbar, die Griechen bereiten sich auf die Abfahrt mit ihren Gefangenen vor und setzen die Stadt in Brand, so dass Hekabe und der Chor der Troerinnen den Untergang ihrer Heimat in Flammen erleben. Hekabe sieht, wie die Stadt, die einst ihr Herrschaftsbereich war, als rauchende Ruine zusammenbricht, und sie und die anderen Frauen werden auf die Schiffe geführt, jede einer neuen Herrin- oder Sklavenrolle im griechischen Lager entgegen, während sie noch einmal Troja, ihre Familien und ihre Götter verabschieden. Der Chor beschliesst die Handlung, indem er den Verlust der Stadt und die Ungewissheit der Zukunft beklagt, und die Frauen ziehen ab, während im Hintergrund die brennende Stadt Troja untergeht.

ODRYSEN

  • 418: 418–415: Vielleicht aufgrund seines Bündnisses mit Perdikkas unterstützt Seuthes die Athener auch nicht gegen Perdikkas in den Jahren 418–415 v. Chr.; ob Seuthes’ Politik auf Loyalität, auf vorsichtiger Neutralität angesichts rasch wechselnder Bedingungen und Bündnisse, auf einer Präferenz für Frieden oder auf einer Schwächung der Kontrolle über unterworfene Völker beruht, ist unklar.
  • Fortsetzung 411
  • 424: Seuthes ist der Sohn von Sparatocos (Sparadocus) und der Enkel von Teres I., und während sein Vater Sparadocus der erste odrysische Monarch ist, der nachweisbare Münzprägung hinterlässt, folgt Seuthes im Jahr 424 v. Chr. seinem Onkel Sitalces auf den Thron; obwohl der zeitgenössische Thukydides lediglich angibt, dass Sitalces im Verlauf eines erfolglosen Feldzugs gegen die Triballer stirbt und von seinem Neffen Seuthes abgelöst wird, sehen einige Gelehrte aufgrund der Umstände und einer späteren Anschuldigung Philipps II. von Makedonien gegen die Athener Seuthes’ Thronbesteigung als Ergebnis einer Verschwörung, was jedoch nicht zwingend ist, und Seuthes wird bereits vor seiner Thronbesteigung als höchster Beamter des Sitalces beschrieben, während andere darauf hinweisen, dass die Odrysen wahrscheinlich dem Prinzip der Tanistry bei der Nachfolge folgen und Seuthes als Sohn des offenbar älteren Bruders von Sitalces einen Vorrang gegenüber dessen Söhnen haben könnte; nach seiner Thronbesteigung erhöht Seuthes I. den Tribut für seine Schatzkammer und ist in der Lage, jährlich etwa 400 Talente in Silber und Gold einzuziehen, Geschenke an den König nicht mitgerechnet. König Sitalkes (431–424)
  • 425: 425–423: Vielleicht aufgrund seines Bündnisses mit Perdikkas, der sich mit Sparta verbündet, unterstützt Seuthes die Athener nicht in ihrem Streit mit Sparta um den Besitz von Amphipolis in den Jahren 425–423 v. Chr.
  • 429: Seuthes Bereits vor seinem Regierungsantritt heiratet Seuthes Stratonike, eine Schwester von König Perdikkas II. von Makedonien, als Teil eines Friedensschlusses zwischen seinem Onkel und dem König von Makedonien im Jahr 429 v. Chr.; die Aussicht auf die Ehe und die Mitgift veranlasst Seuthes dazu, seinem Onkel zu raten, seine Truppen aus Makedonien abzuziehen.

ACHÄMENIDENREICH

  • Großkönig Dareios II. (423–404)
  • Satrap Ariobarzanes (Kios, 420-402)
  • Satrap Tissaphernes (Lydien, 1. Amtszeit 415-408)
    Tissaphernes, Jahrgang 445, gehört zu einer bedeutenden persischen Familie und ist der Enkel des Hydarnes, eines hervorragenden persischen Feldherrn, der zur Zeit von Xerxes’ Invasion in Griechenland den Befehl über die Unsterblichen führt. Seine Schwester Stateira wird Gemahlin des Artaxerxes II., und sein Bruder Terituchmes folgt seinem Vater als Satrap von Hyrkanien.
  • Hypatia
    Artikel des Tages: Hypatia (auch Hypatia von Alexandria; * um 355 in Alexandria; † März 415 oder März 416 in Alexandria) war eine griechische spätantike Mathematikerin, Astronomin und Philosophin. Von ihren Werken ist nichts erhalten geblieben, Einzelheiten ihrer Lehre sind nicht bekannt. Sie unterrichtete öffentlich und vertrat einen vermutlich mit kynischem Gedankengut angereicherten Neuplatonismus. Als Vertreterin einer nichtchristlichen philosophischen Tradition gehörte sie im überwiegend christlichen Alexandria der bedrängten paganen Minderheit an. Dennoch konnte sie lange unangefochten lehren und erfreute sich hohen Ansehens. Schließlich wurde sie aber das Opfer eines politischen Machtkampfs, in dem religiöse Gegensätze instrumentalisiert wurden. Eine aufgehetzte christliche Menge brachte sie in eine Kirche, ermordete sie dort und schändete den Leichnam. Der Nachwelt blieb Hypatia hauptsächlich wegen der spektakulären Umstände ihres Todes in Erinnerung. Kein anderer Einzelfall von Heidenverfolgung erregte so großes Aufsehen. Seit dem 18. Jahrhundert wird Hypatias Ermordung oft im Rahmen von Kritik am kirchlich organisierten Christentum als Beispiel für Intoleranz und für eine wissenschaftsfeindliche Haltung kirchlicher Kreise angeführt. In feministischer Literatur erscheint sie als frühe Vertreterin einer mit überlegenem Wissen ausgestatteten emanzipierten Weiblichkeit und als Opfer einer frauenfeindlichen Haltung ihrer Gegner. Moderne nichtwissenschaftliche Darstellungen und belletristische Bearbeitungen des Stoffs zeichnen ein Bild, das oft wenig Ähnlichkeit mit den quellenmäßig abgedeckten Befunden der Forschung hat.
  • Fortsetzung 414
  • 420: Ariobarzanes von Kios ist Satrap der Stadt Kios und beginnt seine Herrschaft.
  • Fortsetzung 415
  • 423: Dareios: Ochos setzt sich im Machtkampf durch, nimmt den Namen Dareios an und wird als Großkönig anerkannt. Seine Herrschaft beginnt. Er erhält Unterstützung aus Babylon, während seine Halbbrüder Xerxes II. und Sogdianos andernorts Ansprüche erheben. Sogdianos lässt Xerxes ermorden, wird später gefangen genommen und hingerichtet. Dareios schließt mit dem athenischen Gesandten Epilykos Frieden zwischen Persien und Athen.
  • 424: Dareios: Nach dem Tod von Artaxerxes I. kommt es zu einem Machtkampf zwischen seinen Söhnen. Xerxes II. wird nach kurzer Zeit von Sogdianos ermordet. Sogdianos hält sich nur etwa sechs Monate an der Macht, bevor Dareios ihn stürzt. Babylonische Texte datieren den Übergang von Artaxerxes I. zu Dareios II. zwischen Dezember dieses Jahres und Februar des folgenden Jahres.
  • 453: Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.

ÄGYPTEN

KUSCH

  • 431:Amanineteyerike ist ein kuschitischer König von Meroë und trägt mehrere Titel; er ist Sohn des Königs Malewiebamani und Bruder seines Nachfolgers Baskakeren. Sein Vorgänger ist entweder ein älterer Bruder oder ein Onkel. Auf einer seiner Stelen wird Meroë zum ersten Mal erwähnt. König Talakhamani (435–431)
  • Fortsetzung 405

KARTHAGO

  • 480: Nach der Niederlage von Hamilkar Mago bei Himera im Jahr 480 v. Chr. verliert die Stellung des „Königs“ an Macht. Mit dem Aufstieg des Rates der Hundertvier erhält dieser die Befugnis, karthagische Befehlshaber zu verurteilen und zu bestrafen. Die Magoniden bleiben dennoch während der Lebenszeit des Himilko weiterhin in karthagischen Außenangelegenheiten aktiv.
  • Fortsetzung 411
  • 550: Hanno: Die Familie des Himilko ist seit 550 in der karthagischen Politik aktiv und spielt bis 375 v. Chr. eine zentrale Rolle in den politischen und militärischen Angelegenheiten des Karthagischen Reiches. In dieser Zeit erweitert die Familie das Reich in Sizilien, Afrika, Iberien und Sardinien. Der Vater des Himilko, wahrscheinlich Hanno, führt eine bekannte Expedition an der westafrikanischen Küste bis nach Kamerun. Auch sein Onkel, möglicherweise der berühmte Himilko der Navigator, erkundet die Westküste Iberiens und Galliens und erreicht vielleicht sogar England, um den Zinnhandel mit den Kelten zu erschließen.

INDIEN

Shishunaga

Anuradhapura

  • 437: Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf.
  • Fortsetzung 367

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38. (39.) Zyklus, Jahr des Feuer-Tigers; am Beginn des Jahres Holz-Büffel)

Jin

  • 416: Nach dem Tod seines Vaters Herzog You von Jin setzt Markgraf Wen von Wei Herzog Lie von Jin auf den Thron von Jin.
  • Fortsetzung 408
  • 453: Der Staat Jin ist bereits in drei de facto Staaten Han, Zhao und Wei aufgeteilt, und die einzigen Gebiete unter der Kontrolle von Jin sind die Hauptstädte Jiang und Quwo.

Qin

  • Herzog Ling (424–415)
    Ling stirbt nach zehn Jahren die Regierungszeit; der Herzogsthron geht auf seinen Onkel Jian über, einen Sohn von Herzog Huai und jüngeren Bruder von Zhaozi, während der Sohn von Herzog Ling, Shixi, der später als Herzog Xian von Qin bekannt sein wird, ins Exil nach Wei geschickt wird.
  • Fortsetzung 414
  • 419: Im Jahr 419 v. Chr., im sechsten Jahr der Herrschaft von Duke Ling von Qin, greift Qin den Staat Wei bei der Stadt Shaoliang (少梁, im heutigen Hancheng in der Provinz Shaanxi) an.

wikipedia

  • Fortsetzung 415
  • 424: Im Jahr 424 v. Chr. beginnt die Regierungszeit von Duke Ling von Qin, der als Herzog des Staates Qin während der Östlichen Zhou-Dynastie die Nachfolge seines Großvaters Herzog Huai von Qin antritt, nachdem dessen Sohn, der Kronprinz Zhaozi (昭子), der Vater von Duke Ling, bereits früh verstorben ist, sodass die Minister Duke Ling, den Sohn Zhaozi, auf den Thron setzen.

wikipedia

  • 424: Xian: [Ying Shixi (auch Ying Lian) wird aus dem Haus Ying geboren, sein Vater ist Herzog Ling von Qin, der 25. Herrscher des Staates Qin.
  • 428: Jian Jian von Qin wird mit dem persönlichen Namen Ying Daozi geboren. Er ist der jüngere Sohn von Herzog Huai von Qin und der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling von Qin.

Zhou

  • 425: Weilie: Im Jahr 425 v. Chr. beginnt die Herrschaft von König Weilie von Zhou, nachdem sein Vater König Kao gestorben ist. Während der Herrschaft von König Weilie von Zhou schafft er Han, Wei und Zhao als Feudalstaaten, die von Jin getrennt sind, damit sie als Puffer zwischen seinem königlichen Gebiet und Qin dienen.
  • Fortsetzung 402
  • König Kao (440–426)

Wei

  • 424: Marquess Wen nimmt den Titel „Marquess“ aus eigener Initiative an und erklärt 424 v. Chr. zum ersten Jahr seiner eigenen Regierungszeit. In derselben Zeit bringt er die eigene Herrschaftstitelung in Einklang mit seiner Stellung als Herrscher von Wei.
  • 424: Im Jahr 424 v. Chr. führt Wei Si den Adelstitel „Markgraf“ (Hou) ein und nimmt als Herrscher des Staats Wei offiziell den Rang eines Markgrafen an. Gleichzeitig ist er damit der erste Träger dieses Titels im Staat Wei und begründet die Markgrafen‑Herrschaft seiner Familie.
  • Fortsetzung 409
  • 445: Wèi Sī wird Führer des Wei-Clans. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Viscount Huan an und übernimmt damit die Leitung des Hauses Wei.
  • 446: Im Jahr 446 v. Chr. herrscht im Staat Wei Wei Huan‑zi, der Vater von Wei Si, der später als Marquess Wen von Wei bekannt ist. In diesem Jahr stirbt Wei Huan‑zi, und sein Sohn Wei Si übernimmt die Führung des Hauses Wei und tritt damit als neuer Oberhaupt der Sippe hervor.
  • 446: Im sechsten Regierungsjahr von Duke Ai von Jin stirbt Wèi Huán-zǐ und sein Sohn Wèi Sī folgt ihm nach; Wèi Sī wird damit Marquess Wen von Wei. Er übernimmt die Führung des Wei-Clans und steht an der Spitze eines Hauses, das zu den adeligen Familien gehört, welche die Politik von Jin in der 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. bestimmen.

Qi

  • 455: Herzog Xuan von Qi (persönlicher Name Lü Ji) wird Herrscher des Staates Qi. Kurz nach seinem Amtsantritt stirbt Tian Heng, und sein Sohn Tian Pan folgt ihm als Premierminister und faktischer Herrscher.
  • Fortsetzung 413
  • 456: Herzog Ping (480–456)
  • 481: Tai: Im Jahr 481 v. Chr. tötet Tian Heng Herzog Jian von Qi. Seit diesem Zeitpunkt sind die Anführer des Clans Tian die faktischen Herrscher des Staates Qi, während die Herzöge von Qi nur noch nominell regieren.
  • 485: Bis 405 v. Chr. herrscht Herzog Xuan von Qi als nomineller Herrscher des Staates Qi. Er stirbt 405 v. Chr. nach 51 Regierungsjahren als titulärer Herrscher von Qi. Sein Sohn Lü Dai, Herzog Kang von Qi, folgt ihm auf den Thron.
  • 486: Im Jahr 386 v. Chr. bittet Tian He Markgraf Wu von Wei, für ihn am Hof von König An von Zhou, dem nominellen Herrscher über ganz China, einzutreten. Im selben Jahr erkennt König An Tian He offiziell als Herrscher von Qi an und beendet damit die über sechs Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Hauses Jiang. Tian He wird damit der erste rechtmäßige Herrscher von Qi aus dem Haus Tian und erhält postum den Titel Herzog Tai von Qi. Nach seiner förmlichen Anerkennung verbannt er Herzog Kang in eine Stadt an der Meeresküste.

Chu

JAPAN

  • 475: Nach dem Tod von Itoku und nach einem einjährigen Interregnum übernimmt Kōshō am 9. Tag des 1. Mondmonats den Thron. Seine Regierungszeit beginnt damit im Jahr 475 v. Chr., und der Text nennt für diese Zeit auch den Palast Ikegokoro beziehungsweise Wakinokami als seinen Herrschaftssitz.
  • Fortsetzung 408
  • 489: Kōshō Am 12. Tag des 2. Mondmonats im 22. Regierungsjahr seines Vaters Itoku wird Kōshō im Alter von 18 Jahren zum Kronprinzen ernannt. Der Text nennt für diesen Zeitpunkt ausdrücklich das Jahr 489 v. Chr.
  • 506: Kōshō Kōshō wird nach den alten Reichschroniken Kojiki und Nihonshoki als 5. Tennō von Japan geführt; seine historische Existenz ist zweifelhaft, und er gehört zu den „acht undokumentierten Kaisern“. Sein Eigenname ist Mi-matsu-hiko-kae-shine no mikoto, und in den Überlieferungen werden für seine Mutter unterschiedliche Namen genannt.

QUELLEN

Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel; alle anderen Links sind nach der jeweiligen Quelle benannt.

15.04.2011 Artikel eröffnet

26.05.2023 Grundstock erstellt

09.07.2026 Grundstock ergänzt

-418 | -417 | -416 | -415 | -414 | -413 | -412