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WELTALL
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KELTEN
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RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CDIX = 409)
- Konsul Titus Manlius Imperiosus Torquatus (2.Amtszeit)
- Die Samniten schließen ein Bündnis mit den Sidicinern – die Folge ist der Erste Samnitenkrieg.
- Rom erobert die volskische Stadt Sora. Das Latium ist praktisch von Rom befriedet; auch die Aurunker an der Liris-Mündung werden unterworfen.
- Marcus Valerius Corvus wird kurulischer Ädil
- Fortsetzung 344
- 346: Konsul Marcus Valerius Corvus (2. Amtszeit) Corvus wird zum zweiten Mal Konsul. In seinem zweiten Konsulat besiegt er die Antiater und die Volsker, zerstört Satricum mit Ausnahme des Tempels der Mater Matuta und feiert einen Triumphzug. Fortsetzung 345
- 347: Konsul Titus Manlius Imperiosus Torquatus (1.Amtszeit)
- 348: Konsul Marcus Valerius Corvus (1. Amtszeit) Nach seinem Sieg im Vorjahr steigt seine Popularität, und er wird im Alter von 22 Jahren in Abwesenheit zum Konsul gewählt. In seiner Amtszeit wird ein Vertrag zwischen Rom und Karthago geschlossen. Im darauffolgenden Jahr wird er vermutlich Prätor
- 348: Diktator Titus Manlius Imperiosus Torquatus (2.Amtszeit) 348 v. Chr. wird er erneut zum Diktator ernannt, diesmal zur Durchführung der Wahlen.
- 349: Marcus Valerius, Mitglied der patrizischen gens Valeria, tritt als Militärtribun unter dem Konsul Lucius Furius Camillus im Krieg gegen die Gallier hervor. Vor einer Schlacht fordert ein großer gallischer Krieger die Römer zum Zweikampf heraus. Er erhält die Erlaubnis und nimmt an. Ein Rabe landet auf seinem Helm und lenkt den Feind ab, sodass Marcus Valerius ihn besiegen kann. Für seinen Sieg erhält er zehn Ochsen, eine goldene Krone und den Beinamen "Corvus" (Rabe), unter dem er bekannt wird.
- 352: Konsul Gaius Marcius Rutilus (2. Amtszeit) 352 v. Chr. übernimmt er erneut das Konsulat und bekleidet damit zum zweiten Mal dieses Amt. Gegen Ende dieser Amtszeit kandidiert er für das Amt des Zensors, setzt sich trotz des Widerstands der Patrizier durch und wird Zensor, womit er als plebejischer Zensor eine weitere politische Schranke überwindet.
- 352: Publius Decius Mus lebt als römischer Politiker und Feldherr im 4. Jahrhundert v. Chr. und ist vor allem für sein Selbstopfer in der Schlacht am Vesuv durch das Ritual der devotio bekannt. Im Jahr 352 v. Chr. tritt Decius Mus erstmals in der Geschichte auf, als er zum quinquevir mensarius ernannt wird, einem öffentlichen Bankbeamten, der dazu dient, die Schulden der Bürger teilweise zu erleichtern. Er gehört der plebejischen Gens Decia an und ist der Sohn eines Quintus.
- 353: Diktator Titus Manlius Imperiosus Torquatus (1.Amtszeit) 353 v. Chr. erhält Titus Manlius zum ersten Mal die Diktatur und rüstet zum Angriff auf Caere. Die Bürger von Caere schicken Gesandte nach Rom und erhalten Frieden, woraufhin das römische Heer gegen die Falisker zieht, die sich jedoch zurückgezogen haben; das Land wird verwüstet, die Städte aber geschont, bevor man nach Rom zurückkehrt.
- 356: Diktator Gaius Marcius Rutilus 356 v. Chr. wird er zum Diktator ernannt, um eine Invasion der Etrusker abzuwehren, die in das römische Gebiet eindringt. Er greift das etruskische Heer in seinem Feldlager überraschend an, schlägt es, vertreibt die Etrusker aus dem römischen Territorium und erhält dafür auf Wunsch des Volkes, gegen den Willen des Senats, einen Triumphzug.
- 357: Konsul Gaius Marcius Rutilus (1. Amtszeit) Vor 357 v. Chr. gehört Gaius Marcius Rutilus der plebejischen Familie der Marcier an und macht eine politische Karriere, die ihn für höhere Ämter qualifiziert. 357 v. Chr. wird er zum ersten Mal zum Konsul gewählt und tritt als römischer Konsul in das höchste ordentliche Staatsamt ein.
- 361: 361 v. Chr. dient Titus Manlius Imperiosus Torquatus als Militärtribun im Heer des Konsuls Titus Quinctius Poenus Capitolinus Crispinus gegen die Gallier am Anio. Ein riesenhafter Gallier fordert die Römer zum Zweikampf heraus, doch lange wagt niemand anzutreten, bis Titus mit Zustimmung des Konsuls hervortritt. Obwohl körperlich unterlegen, tötet er den Gallier mit Hieben in Bauch und Unterleib, nimmt dem Toten das Halsgeschmeide (torc) ab und legt es sich um den eigenen Hals, woraus sich sein Beiname Torquatus ableitet, der später an seine Nachkommen weitergegeben wird.
- 363: Titus Manlius Imperiosus Torquatus wächst als Angehöriger der alten patrizischen gens Manlia in Rom auf und gilt später als einer der frühen Helden der Republik. Sein Vater, Lucius Manlius Capitolinus Imperiosus, wird 363 v. Chr. zum Diktator ernannt, angeblich um religiöse Pflichten zu erfüllen, beginnt aber stattdessen mit Kriegsrüstungen. Dies ruft starken Widerstand der Volkstribunen hervor, und nach dem Rücktritt des Vaters wird gegen ihn ein Prozess vorbereitet, in dem man ihm auch vorwirft, den stotternden Titus von Rom verbannt und zur Landarbeit gezwungen zu haben. Titus erfährt von der drohenden Anklage und geht noch im selben Jahr zum Haus des Tribunen Marcus Pomponius, wo man von ihm weitere Belastungen des Vaters erwartet. Als man ihn unter vier Augen einlässt, zieht er ein verborgenes Messer, droht dem Tribunen mit dem Tod und zwingt ihn, öffentlich zu schwören, keine Volksversammlung zur Anklage seines Vaters abzuhalten, was Pomponius dann auch tut. Durch diese als vorbildliche kindliche Pietät gedeutete Tat gewinnt Titus Ansehen und wird noch im selben Jahr zum Militärtribunen gewählt.
ILLYRER
- 356: Pleuratus I. Fortsetzung 344
GRIECHEN
(3./4. Jahr der 108. Olympiade)
Syrakus
- Tyrann Dionysios II. (2. Amtszeit 346-344/343)
- Tyrann Timoleon (345–337)
Die Griechen Siziliens leiden unter inneren Fehden und Parteikämpfen, in die Karthago immer wieder eingreift. Um 345/344 schicken die Syrakusaner Gesandte nach Korinth, um Hilfe zu erbitten. Die korinthische Führung will der Tochterstadt helfen, scheut aber die Verantwortung für einen Stabilisierungsversuch. Timoleon wird von unbekannter Seite als Aisymnetes, also als Schlichter und Sonderbevollmächtigter, vorgeschlagen und in der Volksversammlung einstimmig mit der Führung der Mission betraut. - Fortsetzung 343
- 346: Dionysios: 346 v. Chr. nutzt Dionysios II. das in Syrakus entstandene Machtvakuum und erobert die Stadt zurück. Während er sich wieder in Syrakus etabliert, nutzen die Einwohner von Lokroi seine Abwesenheit, um sich gegen ihn zu erheben. In schweren Kämpfen vertreiben sie seine dortige Söldnertruppe. Die in Lokroi zurückgebliebene Familie des Dionysios II. wird ermordet, nur Apollokrates, der am Angriff auf Syrakus teilnimmt, entkommt. Dionysios verliert damit seine Frau, seine Kinder und seinen gesamten Herrschaftsbereich auf dem Festland. Auf Sizilien beschränkt sich seine Macht fortan auf Syrakus, während in den anderen Städten zumeist lokale Gewaltherrscher auftreten. Hiketas bemächtigt sich der Stadt Leontinoi (Lentini) und verbündet sich mit den Karthagern sowie den syrakusischen Gegnern des Dionysios II. Nach wechselhaften Kämpfen gelingt es Hiketas, Syrakus einzunehmen. Dionysios verschanzte sich erneut auf der Festungsinsel Ortygia. Fortsetzung 345
- 354: Dionysios: 354 v. Chr. fällt Dion inneren Konflikten in Syrakus zum Opfer. In den darauf folgenden Wirren gelingt es Dionysios’ Halbbruder Hipparinos, Syrakus zu erobern und die Tyrannenherrschaft wiederherzustellen. Nach Hipparinos’ Tod folgt sein Bruder Nysaios, der als schwacher Herrscher beschrieben wird.
- 355: Dionysios: 355 v. Chr. kapituliert diese Besatzung gegen freien Abzug. Apollokrates begibt sich zu seinem Vater aufs Festland. Dionysios II. zieht sich nach Lokroi, die Heimatstadt seiner Mutter Doris, zurück und versucht von dort, den Rest seines früheren Herrschaftsbereichs in Unteritalien und auf Sizilien zu behaupten. In Lokroi wird er zunächst bereitwillig aufgenommen, beginnt dann aber selbst als Tyrann zu herrschen. Feindlich gesinnte antike Quellen schreiben ihm in Lokroi brutale Gewalttaten zu.
- 357: Tyrann Dionysios II. (1. Amtszeit 367-357) 357 v. Chr. fährt Dionysios II. mit seiner Flotte nach Unteritalien, weil er dort den Angriff Dions erwartet. Dion landet jedoch mit etwa 800 Mann auf fünf Schiffen im Westen Siziliens auf karthagischem Gebiet. Die Karthager unterstützen seinen Zug, und wie von Dion erhofft, bricht ein allgemeiner Aufstand aus. Dion nimmt Syrakus fast mühelos ein, nur die stark befestigte Stadtfestung auf der Insel Ortygia, das Machtzentrum des Tyrannen, bleibt in der Hand der Söldner Dionysios’. Dionysios II. kehrt nach Ortygia zurück und beginnt Verhandlungen mit Dion, die jedoch scheitern. Nach verschiedenen Kämpfen verliert Philistos, der Befehlshaber der Flotte des Tyrannen, eine Seeschlacht gegen die Syrakuser und kommt dabei ums Leben. Die Lage Dionysios’ wird aussichtslos, und er entkommt mit einigen Schiffen vom belagerten Ortygia. Ein Teil seiner Söldner bleibt unter dem Kommando seines ältesten Sohnes Apollokrates in der Festung Ortygia zurück.
- 360: Dionysios: 360/359 v. Chr. reist Platon abermals ab, da jede Grundlage für eine Zusammenarbeit mit Dionysios fehlt und er selbst in den Verdacht gerät, mit der Opposition zu sympathisieren. Spätestens nach diesem Scheitern sieht Dion keine Möglichkeit zur Versöhnung mehr und beginnt, gegen Dionysios II. zu agitieren. In den folgenden Jahren wirbt Dion Söldner für einen Feldzug gegen Dionysios an. Er rechnet damit, dass Dionysios allgemein verhasst ist und deshalb ein Aufstand ausbrechen wird, weshalb er eine relativ kleine Streitmacht für ausreichend hält.
- 361/360: Agathokles wird in Thermai auf Sizilien geboren. Schon früh beginnt Agathokles eine militärische Laufbahn und dient zunächst als Soldat, später als Offizier in Syrakus
- 361: Dionysios: 361 v. Chr. bewirkt Dionysios II. eine dritte Sizilienreise Platons, weil er den Philosophen für sich gewinnen will. Platon verfolgt nun vor allem das Ziel, für Dion eine Begnadigung und Rückkehr zu erreichen. Der Tyrann stellt eine Heimkehrerlaubnis für Dion in Aussicht, zieht sie aber spätestens dann zurück, als er Berichte erhält, Dion arbeite mit Platons Schülern an seinem Sturz. Statt Dion zu begnadigen, lässt Dionysios II. dessen Besitz in Syrakus konfiszieren.
- 365: Dionysios: 365/364 v. Chr. reist Platon aus Syrakus ab, da er nach Dions Verbannung keine Möglichkeit mehr sieht, sein politisches Reformprojekt zu verwirklichen. Dionysios II. schließt in der Folge Frieden mit den Karthagern.
- 366/365: Timoleon: Mitte der 360er Jahre nimmt Timophanes mit Gewalt die Akropolis von Korinth in Besitz und macht sich faktisch zum Tyrannen. Timoleon, sein Bruder und um 411 geboren, hat ihm zuvor in einer Schlacht das Leben gerettet und ihn wiederholt gebeten, auf die Tyrannis zu verzichten. Als Timophanes nicht einlenkt, beteiligt sich Timoleon an dessen Ermordung, um die Tyrannis zu beenden. Viele Korinther billigen dies als patriotische Tat, doch seine Mutter verflucht ihn, und ein Teil der Mitbürger reagiert empört. Unter dem Eindruck des Brudermords zieht sich Timoleon aus Politik und öffentlichem Leben zurück. Dieser selbst auferlegte Rückzug dauert etwa zwanzig Jahre. [Die französische Wikipedia datiert den Brudermord auf das Jahr 366/365]
- 366: Dionysios: 366 v. Chr. kommt Platons zweite Sizilienreise zustande, Dionysios II. empfängt ihn ehrenvoll und zeigt Interesse an der platonischen Philosophie. Platon wird aber durch seine enge Freundschaft mit Dion in die Hofintrigen hineingezogen, da sich eine Partei bildet, die Dions Bestrebungen bekämpft und ihm sowie Platon feindlich gegenübersteht. Anführer dieser Gegenpartei ist der Feldherr und Geschichtsschreiber Philistos, der einst bei Dionysios I. in Ungnade gefallen, verbannt und aus Syrakus entfernt worden war. Dionysios II. holt Philistos zurück, vermutlich um ein Gegengewicht zu Dions Einfluss zu schaffen. Dion plant zu dieser Zeit wohl bereits, Dionysios mit Platons Hilfe unter seinen Einfluss zu bringen oder ihn zu stürzen. Die Gegenpartei versucht, Dionysios zu überzeugen, Dions Plan sei eine Falle, die ihn durch die Philosophie von der Politik ablenken und dadurch aus der Macht drängen solle. Syrakus befindet sich noch immer in dem von Dionysios I. begonnenen Krieg gegen die Karthager, die angestammten Feinde der Stadt. Dion schreibt den Karthagern einen Brief und bietet sich als Vermittler für Friedensverhandlungen an. Dieser Brief wird abgefangen und Dionysios II. übergeben, der Dion auf Rat des Philistos des Landesverrats beschuldigt und ihn aus seinem Reich verbannt. Im Spätsommer 366 v. Chr. trifft Dion im griechischen Mutterland ein, wo er freundlich aufgenommen wird, während sein Vermögen in Sizilien unangetastet bleibt und er die Einkünfte daraus weiterhin bezieht.
- 367: Dionysios: 367 v. Chr. erkrankt Dionysios I. tödlich, und Dion versucht vergeblich, eine Beteiligung seiner Neffen Hipparinos und Nysaios an der Herrschaft zu erreichen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Dionysios II. als alleiniger Nachfolger scheinbar problemlos die Macht in Syrakus. Der etwa dreißigjährige, unerfahrene Dionysios II. herrscht nun, während der durch seine Verschwägerung mit der Tyrannenfamilie herausragend begünstigte, sehr reiche Dion zu den führenden Persönlichkeiten am Hof gehört. Um seine Stellung zu festigen, bewegt Dion Dionysios II. dazu, den Philosophen Platon aus Athen als Ratgeber einzuladen. Dion kennt Platon seit dessen erster Sizilienreise um 388 v. Chr. und stellt ihm nun die Aussicht in Aussicht, Dionysios für die platonische Staatsphilosophie zu gewinnen, um nach deren Prinzipien die politischen Verhältnisse zu reformieren.
- 380: Dionysios II.: Um 380–375 v. Chr. verheiratet Dionysios I. seine Tochter Arete mit Dion, dem jüngeren Bruder der Aristomache, der so mütterlicherseits Onkel seiner Frau ist, und etwa fünf Jahre früher hat er bereits Sophrosyne mit Dionysios II. verheiratet, der damit seine Halbschwester und zugleich Dions Nichte zur Frau nimmt. Durch diese Verbindungen knüpft Dionysios I. die beiden Zweige seiner Nachkommenschaft eng aneinander und verbindet sie zugleich mit der Familie Dions. Dion gehört wie einst sein Vater Hipparinos zum engsten Kreis des misstrauischen Tyrannen Dionysios I. und sammelt politische Erfahrung, während Dionysios II. von den Staatsgeschäften ferngehalten und nicht auf eine künftige Herrscherrolle vorbereitet wird. Dionysios I. misstraut seinem ältesten Sohn so sehr, dass er ihn nicht einmal von der Vorschrift ausnimmt, Besucher erst nach einer Waffenprobe vorzulassen.
- 380: Dionysios II.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
Leontinoi
- 347: Hiketas: 347 kehrt Dionysios II. mit einem Expeditionskorps aus Unteritalien zurück, setzt nach Sizilien über und gewinnt Syrakus erneut. Die überraschten Gegner wenden sich nun an Hiketas, die Opposition sammelt sich in Leontinoi und bereitet mit Hiketas und seinen Söldnern die Rückeroberung der Macht vor. Die syrakusanischen Gegner des Dionysios wenden sich an die Mutterstadt Korinth und bitten um militärische Hilfe, und zunächst unterstützt auch Hiketas dieses Hilfsgesuch. Gleichzeitig erkennt er jedoch, dass eine starke korinthische Intervention seine eigene Stellung bedroht, und er beginnt, ihre Entsendung als Gefahr zu sehen. Hiketas’ Ziel ist es nun, Syrakus selbst in Besitz zu bringen. Er marschiert gegen Syrakus, kann die Stadt aber nicht lange belagern, muss sich zurückziehen, schlägt jedoch auf dem Rückmarsch den verfolgenden Dionysios und besetzt anschließend Syrakus, während die Insel-Ortygia in der Hand des Dionysios bleibt. Trotz des Machtgewinns versucht Hiketas, die Entsendung eines korinthischen Expeditionskorps zu verhindern und rät von einer Expedition ab. Die Korinther beschließen dennoch, zu helfen, und senden eine Flotte unter Timoleon nach Sizilien. Nach der Ankunft Timoleons versucht Hiketas, ihn zur Rückkehr zu bewegen, indem er erklärt, Dionysios sei bereits vertrieben. Timoleon akzeptiert dies nicht, sondern nimmt den Kampf auf und greift Hiketas bei Adranum (Adrano) überraschend an, wo er dessen zahlenmäßig überlegene Streitmacht besiegt. Fortsetzung 343
- 354: Hiketas: 354 stürzt der athenische Offizier Kallippos Dion durch einen Staatsstreich und lässt ihn ermorden. Dions Schwester und zugleich Schwiegermutter Aristomache sowie seine schwangere Frau Arete werden auf Befehl des Kallippos inhaftiert, und Arete bringt im Gefängnis Dions zweiten Sohn zur Welt. Die Anhänger Dions sammeln sich in Leontinoi und stellen sich unter Hipparinos, einen Halbbruder des Dionysios II. und Neffen Dions. Mit einem Überraschungsangriff nehmen sie Syrakus ein, vertreiben Kallippos und befreien die Angehörigen Dions aus der Gefangenschaft. Hiketas befindet sich zu dieser Zeit offenbar unter den Anhängern des Hipparinos in Syrakus und übernimmt die Verantwortung für Aristomache und Arete. Er lässt beide nach Griechenland bringen; auf der Überfahrt kommen sie ums Leben, wobei Plutarch berichtet, Hiketas lasse sie auf Betreiben von Dions Feinden ermorden, was wahrscheinlich eine Verleumdung ist.
- 357: Hiketas stammt aus Syrakus und ist enger Freund des Politikers Dion, der 357 mit einem Söldnerheer Syrakus erobert und die Herrschaft des Dionysios II. stürzt. Nach Dions Sieg entstehen schwere innenpolitische Konflikte; Dion gerät in den Verdacht, selbst nach der Tyrannis zu streben und verliert zunehmend Rückhalt.
Epirus
- 357: Arybbas arrangiert um 357 v. Chr. die Heirat seiner Nichte Olympias mit dem makedonischen König Philipp II., und Olympias zieht mit ihrem Bruder Alexander an den makedonischen Hof nach Pella.
- 357: Arybbas: Um 360 stirbt Neoptolemos I., und Arybbas wird Alleinherrscher über das gesamte Königreich der Molosser in Epirus. Arybbas heiratet Troas, die Tochter seines Bruders Neoptolemos I., also seine Nichte, um seine Stellung im Herrscherhaus zu festigen. Durch diese Ehe wird er Vormund der weiteren Kinder des Neoptolemos, darunter Olympias und Alexander, und sichert sich so Einfluss auf die nächste Generation der Dynastie. Er knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien, um seine Herrschaft außenpolitisch abzustützen. Um 360 greifen Illyrier das Gebiet der Molosser an, und Arybbas entwickelt eine List, um den Angriff abzuwehren. Er lässt die kampfunfähige Bevölkerung – Frauen, Kinder und Alte – nach Ätolien evakuieren und zieht sich scheinbar zurück, sodass die Illyrier ungehindert plündern. Als die Feinde sich beim Plündern zerstreuen, lässt Arybbas die Molosser in geschlossener Formation angreifen, besiegt die Illyrier und vertreibt sie aus Epirus Fortsetzung 343
- 360: König Neoptolemos I. (370-360)
- 360: Alexander: Als sein Vater Neoptolemos I. um 360, ist Alexander noch zu jung, um König zu werden, und sein Onkel Arybbas übernimmt die Herrschaft. Arybbas festigt seine Position, knüpft enge Beziehungen zu Philipp II. von Makedonien und verheiratet 357 seine Nichte Olympias mit dem makedonischen König; Alexander geht mit seiner Schwester an den Hof Philipps.
- 370: Arybbas ist Sohn des Molosserkönigs Alketas I. und gehört zum königlichen Haus der Aiakiden. Nach dem Tod seines Vaters um 370 teilt er sich die Herrschaft über Epirus mit seinem Bruder Neoptolemos I., jeder regiert einen Teil des Reichs. König Alketas I. (385–370)
- 370: Alexander I. (auch Alexander der Molosser) wird um 370 in Epirus geboren und gehört zur molossischen Dynastie der Aiakiden. Er ist der Bruder von Olympias, der späteren Mutter Alexanders des Großen.
Makedonien
Ordne den Text im folgenden Link möglichst vollständig streng chronologisch an auf Deutsch und in Präsens: Ein ausführlicher, aber rechtlich sicherer Abschnitt zum Jahr 345 v. Chr. in Präsens.
- König Philipp II. (359–336)
- Prinz Alexander (11)
- Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)
- Aristoteles (41)
Aristoteles lebt seit 347 am Hof des Hermias in Assos und Atarneus
- 346: Antipatros wurde um 398 in Paliura, Makedonien, als Sohn des Iolaos geboren. Er war bereits früh militärisch und diplomatisch aktiv und erhielt unter Amyntas III., dem Vater von König Philipp II., und dessen Brüdern wichtige militärische und diplomatische Aufträge. In diesem Jahr tritt Antipatros gemeinsam mit Parmenion in Athen als Unterhändler beim Philokratesfrieden auf. Etwa zur gleichen Zeit führt er das Kommando im Krieg in Thrakien. Fortsetzung 344
- 347: Aristoteles: Nach Platons Tod verlässt Aristoteles 347 Athen, vermutlich wegen Meinungsverschiedenheiten und politischer Schwierigkeiten. Er geht nach Assos in Kleinasien, eingeladen von Hermias von Atarneus, einem Bekannten aus der Akademie. Dort forscht er mit Theophrast ausgiebig in Botanik und Meeresbiologie, ein Bereich, den sie später auf Lesbos weiter verfolgen. In dieser Zeit heiratet Aristoteles Pythias, die Adoptivtochter und Nichte von Hermias, und bekommt eine Tochter gleichen Namens. - 367-347 Aufenthalt in Athen
- Um 349: Mithridates I. Ktistes kommt zur Welt. Sein Beiname „Ktistes“ bedeutet „Begründer“. Er gilt als der Gründer des Königreiches Pontos an der Südküste des Schwarzen Meeres. Diodor und Plutarch nennen ihn den Sohn eines Ariobarzanes. Neuere Studien nehmen an, dass dieser Ariobarzanes der Bruder eines Mithridates ist, der zuvor über Mariandynia und Mysien herrscht.
- 352: Philipp (III.) wird als Sohn von König Philipp II. und Philinna von Larissa geboren. Sein Geburtsname ist Arrhidaios und er gilt früh als geistig beeinträchtigt, wobei Historiker später angeben, Olympias habe ihn vergiftet, allerdings gibt es dafür keine Beweise.
- 356: Amyntas: Philipp II. eignet sich den makedonischen Thron vollständig an und verdrängt Amyntas faktisch aus der Herrscherposition. Trotz dieser Usurpation behandelt Philipp II. seinen Neffen weiterhin als vollwertiges Mitglied des Königshauses und hält ihn am Hof. Philipp II. lässt Amyntas mehrere adlige Söhne als Jugendgefährten, sogenannte syntrophoi, zur Seite stellen; einer dieser Gefährten ist Philotas. Amyntas führt offenbar den Königstitel, was eine inschriftlich erhaltene Ehrung durch die böotische Stadt Lebadeia nahelegt, wobei auch denkbar ist, dass die Einwohner ihm den Titel fälschlich beilegen. Die Stadt Oropos verleiht Amyntas die Ehrenbürgerwürde (Proxenie), was seine anerkannte Stellung im griechischen Raum widerspiegelt.
- Um 358: Seleukos wird als Sohn des makedonischen Generals Antiochos und der Laodike in Makedonien geboren. Seleukos wächst vermutlich am Hof von Philipp II. von Makedonien auf und dient als Page.
- 359: König Amyntas IV. (359–356) Amyntas ist etwa drei Jahre alt, als sein Vater Perdikkas III. im Kampf gegen die Illyrer fällt. Daraufhin übernimmt sein Onkel Philipp II. als Vormund die Regentschaft über Makedonien und regiert zunächst formal für den unmündigen Amyntas.
- 359: Lyppeios folgt um 359/8 auf König Agis und übernimmt das peionische Königtum. Kurz nach Philipps Machtübernahme in Makedonien wird Peionien militärisch geschlagen und teils unterworfen, Lyppeios bleibt aber als untergeordneter König im Amt. In den folgenden Jahren prägt Lyppeios Silbermünzen (z.B. Tetradrachmen) mit griechischen Legenden und Bildern von Zeus und Herakles, was eine starke makedonisch‑griechische Prägung des Reiches zeigt. Spätere antike und neuzeitliche Belege (Münzen, Inschriften, Nachschlagewerke) identifizieren die Namensvarianten Lyppeios/Lycceius/Lykkeios als dieselbe historische Person.
- um 360: Lysimachos wird in Pella geboren und ist Sohn des Agathokles. Sein Vater erhält von Philipp II. das makedonische Bürgerrecht. Lysimachos begleitet mit seinen Brüdern Alexander den Großen auf dessen Feldzug durch Asien und gehört zur Königlichen Leibgarde (Somatophylakes). Während der Feierlichkeiten in Susa erhält Lysimachos das nysäische Pferd von Kalanos, bevor dieser sich verbrennt.
- 360-324: Demetrios von Phaleron wird um 360 in Phaleron bei Athen geboren. Er ist der Sohn des Phanostratos und stammt aus einfachen Verhältnissen. Als junger Mann studiert er bei Theophrastos von Eresos, einem Schüler des Aristoteles, und bleibt zeitlebens dessen Freund. Er nimmt auch an den Vorlesungen des Aristoteles teil. Er schenkt Theophrastos einen Garten mit einem Musenheiligtum und einer Bibliothek – das heutige Gelände des Nationalgartens in Athen. Dort lernt er den Komödiendichter Menander und den Redner Deinarchos kennen.
- 367: Aristoteles: Mit siebzehn Jahren zieht Aristoteles nach Athen und tritt in Platons Akademie ein. Dort beschäftigt er sich mit Mathematik und Dialektik und beginnt, eigene Werke zu verfassen, darunter erste Dialoge nach dem Vorbild Platons. Er verteidigt das platonische Erziehungsideal gegen Isokrates und übernimmt Lehrtätigkeiten in der Akademie, wobei seine ersten Lehrschriften entstehen, die später im Organon zusammengefasst werden.
- 367: Ptolemaios wird um 367/366 in Makedonien geboren. Seine Mutter ist Arsinoë, sein Vater vermutlich Lagos, ein makedonischer Adeliger. Gerüchte über eine Abstammung von König Philipp II. machen die Runde, dienen aber wohl ptolemäischer Propaganda, um einen Anspruch auf das makedonische Königshaus zu rechtfertigen. Schon in jungen Jahren wächst er im Umfeld des makedonischen Hofes auf und entwickelt sich zu einem engen Freund Alexanders des Großen.
- 373: Aristoteles: Nach dem Tod seines Vaters im Alter von 11 Jahren wächst Aristoteles bei seinem Stiefbruder Proxenos von Atarneus in Mysien auf. Aristoteles freundet sich schon früh mit Hermias von Atarneus an, dem späteren Tyrannen der Stadt.
- 382-335: Antigonos wird um 382 als Sohn von Philippos geboren und wächst vermutlich im Haus seines Stiefvaters Periandros in Pella auf. Er hat mindestens zwei Brüder und einen Halbbruder (Marsyas). Er heiratet Stratonike, die möglicherweise aus dem makedonischen Königsgeschlecht der Argeaden stammt. Sie bringt ihm die Söhne Demetrios I. Poliorketes und Philippos. Antigonos gehört zur Altersgeneration von Philipp II., dem makedonischen König, und dient diesem als Feldherr und Gefährte (hetairos). Er verliert ein Auge, wodurch er den Beinamen „der Einäugige“ erhält. Laut Plutarch duldet Antigonos keine Respektlosigkeiten gegenüber seiner Sehbehinderung. Als der Sophist Theokritos von Chios ihn beleidigt, sperrt Antigonos ihn ein und verhängt das Todesurteil, das schließlich vollstreckt wird, da Theokritos die geforderte Bußhaltung verweigert.
- 384: Aristoteles wird in Stageira, Chalkidike, östlich von Thessaloniki, geboren. Sein Vater, Nikomachos, ist Leibarzt von König Amyntas von Makedonien und gehört vermutlich der medizinischen Gilde der Asklepiaden an, was Aristoteles früh für Biologie und Medizin interessiert. Seine Mutter, Phéstias, stammt aus Chalkis auf der Insel Euböa und arbeitet als Hebamme.
Athen
- 351/350 Erste Philippika Fortsetzung 344
Sparta
- 346: In der Schlussphase des Dritten Heiligen Krieges, will Archidamos den Phokern mit 1000 Mann zu Hilfe kommen, wird aber wohl aus Misstrauen des phokischen Anführers Phalaikos schroff abgewiesen und kehrt nach Sparta zurück. Fortsetzung 344
- 352: Archidamos greift die arkadische Bundesstadt Megalopolis an und führt in den folgenden Kämpfen auf dem Peloponnes, besonders in Argos und Arkadien, meist selbst das lakedaimonische Heer. Trotz einzelner Siege bleibt dieses Unternehmen insgesamt erfolglos.
- 359: Um 359/358 folgt Archidamos seinem Vater Agesilaos II. als König von Sparta nach. Beim Ausbruch des Dritten Heiligen Krieges 356 v. Chr. unterstützt er den phokischen Führer Philomelos privat mit 15 Talenten bei dessen Widerstand gegen den Beschluss der Amphiktyonie, wobei Philomelos diese Hilfe angeblich durch Bestechungsgelder und die Übergabe eines Teils der in Delphi geraubten Schätze erkauft.
- 362: Archidamos verteidigt Sparta mit großer Tapferkeit gegen einen Angriff des thebanischen Feldherrn Epaminondas. Der antike Autor Xenophon berichtet übertrieben, Archidamos halte mit nur 180 Mann der gesamten thebanischen Armee stand, bis Agesilaos rechtzeitig zurückkehrt und die bereits teilweise eroberte Stadt endgültig rettet. Die sechste Rede des Isokrates trägt den Namen „Archidamos“ und ist wohl im Zusammenhang mit in Sparta geführten Friedensverhandlungen 366/365 v. Chr. gedacht, wird aber vielleicht erst einige Jahre später verfasst. In dieser Rede begründet Archidamos den Anspruch Spartas auf Messene und ermutigt seine Mitbürger, in dieser Frage nicht nachzugeben, was auch der tatsächlichen Stimmung in den Verhandlungen entspricht.
- 364: Als die Arkader in das mit Sparta verbündete Elis einfallen, marschiert Archidamos auf Bitte der Eleer erneut nach Südwest-Arkadien und nimmt die Stadt Kromnos ein, in der er eine spartanische Garnison zurücklässt. Nach seiner Rückkehr greifen die Arkader und ihre Verbündeten die Besatzung in Kromnos an und belagern sie; um sie abzuziehen, verwüstet Archidamos Teile Arkadiens, doch seine Versuche bleiben erfolglos, und als er versucht, die Feinde von einer Anhöhe zu vertreiben, gerät er in eine ungünstige Lage und wird zurückgedrängt.
- 367: Archidamos führt im Auftrag seines Vaters ein Heer, zu dem Hilfstruppen des Tyrannen Dionysios I. von Syrakus gehören, gegen die in Lakonien aufständische Stadt Karyai, erobert sie vorübergehend und bestraft sie. Danach fällt er in Südwest-Arkadien ein, verwüstet die Landschaft Parrhasia und kommt seinen sizilischen Bundesgenossen zu Hilfe, als Arkader, Argiver und Messenier diesen auf dem Rückmarsch nach Lakonien den Weg versperren. Er hält eine anfeuernde Rede, erinnert die Spartaner an ihre nationale Ehre und schlägt daraufhin die feindlichen Truppen in der sogenannten „tränenlosen Schlacht“, in der nach lakonischem Bericht kein Spartaner fällt; dieser Sieg löst in Sparta große Freude aus.
- 370: Kleomenes II. ist der zweite Sohn von König Kleombrotos I., der der Agiaden-Dynastie Spartas angehört. Nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht von Leuktra 371 ist zunächst sein älterer Bruder Agesipolis II. auf den Thron gefolgt. Dieser stirbt jedoch kurz darauf, sodass Kleomenes II. nun König von Sparta wird. Kleomenes II. regiert außerordentlich lange, nämlich nach Diodoros von Sizilien 60 Jahre und 10 Monate. Trotz der Länge seiner Herrschaft sind nur sehr wenige Details über sein Leben und Wirken bekannt. Er hat den Ruf, politisch unauffällig oder sogar bedeutungslos zu sein, was von einigen Historikern als "Nullität" beschrieben wird. Möglicherweise führt die scheinbare Schwäche Kleomenes’ dazu, dass Aristoteles in seiner Politik ein kritisches Bild des spartanischen Königshauses zeichnet. Während seiner Regentschaft konzentriert sich Kleomenes vermutlich auf die Innenpolitik Spartas, während die militärische Führung den Eurypontiden Agesilaos II., Archidamos III. und Agis III. überlassen wird. Die Spartaner hüten ihre Staatsangelegenheiten streng vor Ausländern, was das Schweigen der antiken Quellen über Cleomenes erklärt.
- 371: Archidamos III. wird um 400 v. Chr. in das spartanische Königsgeschlecht der Eurypontiden geboren; er ist Sohn des Königs Agesilaos II. und Enkel des Archidamos II.. Schon als Prinz vertritt er mehrfach seinen alt gewordenen Vater und übernimmt bei Feldzügen den Oberbefehl über das spartanische Heer. Im Jahr 371 rückt Archidamos anstelle des erkrankten Agesilaos mit dem restlichen spartanischen Aufgebot aus, um die Überlebenden des bei Leuktra von den Thebanern geschlagenen spartanischen Heeres zu retten. Jason von Pherai vermittelt jedoch bereits zwischen den Thebanern und den geschlagenen Spartanern, sodass Archidamos die eigenen Truppen, die sich schon auf dem Heimweg befinden, bei Aigosthena an der Grenze von Megara und Böotien trifft und mit ihnen nach Sparta zurückkehrt.
Atarneus
- 347: Aristoteles verlässt nach Platons Tod Athen und folgt einer Einladung des Hermias nach Assos bzw. Atarneus. Hermias nimmt mehrere platonische Philosophen auf, sodass sich dort eine Art Außenstelle der Akademie bildet. Unter dem Einfluss des Aristoteles mildert Hermias seine zunächst strenge Tyrannis und orientiert seine Herrschaft stärker an platonischen Prinzipien. Diese gemäßigte Regierungsweise stärkt die Unterstützung durch benachbarte Gemeinden und erlaubt ihm, sein Territorium entlang der Küste weiter zu vergrößern. Fortsetzung 341
- 350: Hermias isr ein bithynischer Eunuch und Sklave des Finanzmannes Eubulos, der über Atarneus herrscht. Eubulos setzt ihn als Vertrauten ein und bildet ihn für Verwaltungsaufgaben aus. Nach einiger Zeit gewinnt Hermias die Freiheit und erhält von Eubulos die Städte Atarneus und Assos vermacht. Nach dem Tod des Eubulos übernimmt Hermias um etwa 351–350 v. Chr. allein die Herrschaft über Atarneus und baut eine Tyrannis auf. Hermias regiert Atarneus in Aiolis an der kleinasiatischen Küste gegenüber Lesbos und dehnt seine Macht auf Assos und weitere benachbarte Gebiete aus. Er gestaltet Atarneus zur Residenzstadt und macht Assos zu einem festen Eckpunkt seines Machtbereiches. Zur Sicherung seines Herrschaftsbereichs gegen Persien verbündet sich Hermias mit Makedonien und gewinnt das Vertrauen Philipps II. von Makedonien. Seine Städte gehören zu denjenigen, die sich faktisch der persischen Oberhoheit entziehen und zeitweise in Opposition zum Perserreich stehen.
Bosporanisches Reich
- 347: Paerisades I. ist der Sohn von Leukon I., der das Bosporanische Reich von einer kleinen Hegemonie rund um Panticapaeum zu einem großen hellenistischen Königreich im Kimmerischen Bosporus ausbaut. Seine Mutter heißt vermutlich Theodosia, wobei dies nicht sicher belegt ist. Paerisades tritt zunächst als Mitregent von Spartokos II. auf und regiert über kleinere Teile des Königreichs wie Theodosia, da er nicht der älteste Sohn ist. Fortsetzung 342
- 349: König Gorgippos (389–349)
Bithynien
- 378: Bas, 397 oder 396 als Sohn des bithynischen Herrschers Boteiras geboren, übernimmt 378/377 die Herrschaft über Bithynien, vermutlich noch in lockerer Abhängigkeit vom Perserreich. Fortsetzung 334
Salamis
- König Pnytagoras (351–331)
Nach seiner Machtergreifung schließt sich Pnytagoras dem von König Tabnit von Sidon begonnenen Aufstand gegen die Perser unter Artaxerxes III. an. Phokion und der abgesetzte Euagoras II. belagern Pnytagoras daraufhin längere Zeit in Salamis, bis er sich schließlich den Persern ergibt. Trotz seiner vorherigen Rebellion wird Pnytagoras von den Persern überraschend in seinem Amt als König von Salamis bestätigt, und Euagoras II. kehrt nicht mehr auf den Thron zurück. - Fortsetzung 333
- 351: Pnytagoras kommt um 360 in Salamis auf Zypern an die Macht, indem er seinen perserfreundlichen Halbonkel Euagoras II. stürzt und dessen Königsherrschaft beendet. Fortsetzung 345
- 351: König Euagoras II. (361–351)
ODRYSEN
- 347: Während eines makedonischen Feldzuges in Thrakien unter Philipps General Antipater in den Jahren 347/346 v. Chr. kann Teres seine Krone behalten. Offenbar verbündet er sich in dieser Phase mit Philipp II. gegen den ostthrakischen König Kersobleptes.
- 351: Teres gilt im Allgemeinen als Sohn des Amadokos II., wobei sich diese Annahme vor allem aus der dynastischen Abfolge und aus Münztypen ergibt. Wahrscheinlich stützt eine Inschrift auf einer Silberschale aus Braničevo in Nordostbulgarien diese Deutung, die „Tērēs, (Sohn) des Amatokos“ nennt. Amadokos II, der im zentralen Teil Thrakiens herrscht, verschwindet aus den Quellen, als Philipp II. von Makedonien 352/351 v. Chr. militärisch in Thrakien eingreift. In diesem Zusammenhang tritt Teres erstmals hervor und übernimmt offenbar zu diesem Zeitpunkt die Herrschaft über das zentrale Thrakien. Der Redner Demosthenes erklärt, Philipp II. habe „einige Könige vertrieben und sie durch andere ersetzt“, und Teres kommt möglicherweise als von Philipp eingesetzter König an die Macht. Diese Bemerkung wird jedoch meist eher auf die Erben des Berisades im westlichen Thrakien bezogen als direkt auf Teres. König Amadokos II. (360-351)
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes III. (358–338)
Aufstand von Sidon (am ehesten wohl um 345, eventuell auch 346): Kurz nach dem Scheitern des ägyptischen Feldzuges des Artaxerxes haben die Phönizier ihre Unabhängigkeit vom persischen Reich erklärt. Diesem Beispiel sind auch Herrscher in Anatolien und auf Zypern gefolgt, sodass sich der Aufstand regional ausweitet. Artaxerxes beauftragt den Satrapen von Syrien, Belesys, und Mazaeus, den Satrapen von Kilikien, Sidon anzugreifen und die Phönizier unter Kontrolle zu bringen. Beide Satrapen greifen Sidon an, erleiden aber schwere Niederlagen gegen den Vasallenkönig von Sidon, Tennes. Tennes verfügt dabei über 4000 griechische Söldner, die Nektanebos II. aus Ägypten sendet und die unter dem Kommando von Mentor von Rhodos stehen. Infolge dieser Siege vertreibt Tennes die persischen Truppen vollständig aus Phönizien. Nach diesen Rückschlägen stellt Artaxerxes persönlich ein großes Heer gegen Sidon auf. Dieses Heer umfasst 300'000 Fußsoldaten, 30'000 Reiter, 300 Trieren sowie 500 Transport- und Versorgungsschiffe. Artaxerxes sucht außerdem militärische Unterstützung in Griechenland und wendet sich an mehrere Poleis. Athen und Sparta verweigern ihm die Hilfe, doch er erhält 1000 schwerbewaffnete thebanische Hopliten unter Lacrates, 3000 Argiver unter Nicostratos sowie 6000 Äoler, Ionier und Dorer aus den griechischen Städten Anatoliens. Diese griechischen Kontingente erreichen zusammen eine Stärke von höchstens 10'000 Mann, bilden aber – zusammen mit griechischen Söldnern aus Ägypten, die später zu ihm überlaufen – den Kern, auf den Artaxerxes sein Hauptvertrauen setzt. Diese griechischen Truppen tragen maßgeblich zum späteren Erfolg des Feldzuges gegen Sidon bei. Als sich das große Heer des Artaxerxes Sidon nähert, verliert Tennes zunehmend den Mut und versucht, sich durch Verrat zu retten. Er bemüht sich, sich die Begnadigung des Königs zu erkaufen, indem er 100 führende Bürger Sidons an Artaxerxes ausliefert und ihn anschließend in die Befestigungen der Stadt einlässt. Artaxerxes lässt die 100 ausgelieferten Bürger mit Speeren durchbohren. Als weitere 500 Sidonier als Bittsteller zu ihm herauskommen, um seine Gnade zu erflehen, veranlasst er, dass auch sie das gleiche Schicksal erleiden. Sidon wird daraufhin bis auf die Grundmauern niedergebrannt, entweder durch Artaxerxes selbst oder durch die Bürger von Sidon. In dem Brand kommen 40'000 Menschen ums Leben. Im Anschluss verkauft Artaxerxes die Ruinen der Stadt zu hohen Preisen an Spekulanten. Diese hoffen, ihre Investition durch Schätze wieder hereinzuholen, die sie in den Trümmern und Aschenresten ausgraben wollen. Nach der Einnahme und Vernichtung Sidons lässt Artaxerxes III. Tennes hinrichten. Später deportiert Artaxerxes Juden, die den Aufstand unterstützt haben, nach Hyrkanien an der Südküste des Kaspischen Meeres. - Satrap Ariarathes I. (Nordkappadokien, 350?-322)
- Satrap Idrieus (Karien, 351–344)
- Satrap Mazaios (Kilikien, 351-333?)
- Fortsetzung 344
- 350: Stateira ist die Tochter des persischen Adligen Arsames; möglicherweise ist sie auch die Tochter von Sisygambis oder einer anderen Gattin/Konkubine von Arsames. Dareios III. heiratet spätestens kurz nach 350 Stateira. Sie ist Schwestergemahlin des persischen Königs und möglicherweise die Mutter von Stateira (der Jüngeren) und Drypetis.
- 350: Satrap Ariamnes (Nordkappadokien, 362-350) Fortsetzung 345
- 351: Um 351 plant Artaxerxes III. einen Einfall in Ägypten, doch liegen dazu keine zeitgenössischen Belege vor. Aristoteles berichtet eine Episode, in der Alexander einen Fluss umlenken will, nachdem er von Krokodilen erfährt, doch bleibt unklar, ob sich dies auf den Nil oder den Indus bezieht; Danielle Bonneau hält es für möglich, dass diese Anekdote eigentlich Artaxerxes III. und seine Ägyptenpläne betrifft. Eine oft postulierte direkte Reaktion auf die Ägyptenpläne in Form phönizischer Satrapenaufstände ist nicht zeitgenössisch belegt und bleibt Annahme. Die Auflehnung von Tabnit (griechisch Tennes), dem Herrscher von Sidon, kann auch Folge der hohen Tribute sein, die er an Artaxerxes III. zu leisten hat. Ein Bruchstück der babylonischen Chronik berichtet für das 14. Regierungsjahr des Ochos: Im Monat Tašritu (Oktober 345 v. Chr.) kommen Gefangene aus Sidon nach Babylon und Susa, und am 16. dieses Monats betreten einige Frauen aus Sidon den Palast des Königs. Die Aufstände in Phönizien, Syrien, Sidon und auf Zypern beginnen sicher einige Monate vor Oktober 345 v. Chr., möglicherweise bereits 346 v. Chr., während Mazaios und Belesys II. den Auftrag erhalten, sie niederzuschlagen, da Artaxerxes III. mit der Vorbereitung eines Feldzuges gegen Ägypten beschäftigt ist. Datierungen, die diese Satrapenrevolten über mehrere Jahre von 351 bis 346 v. Chr. ansetzen, gelten als unwahrscheinlich. Der von Diodor behauptete Zusammenhang zwischen einem persischen Aufmarsch gegen Ägypten im Jahr 351 v. Chr. und den späteren Revolten von 346 bis 345 v. Chr. sowie die von Isokrates angenommene Datierung der Unruhen auf 347 v. Chr. lassen sich nicht halten.
- 351: Idrieus: Idrieus ist der zweite Sohn des Satrapen Hekatomnos von Karia. Er ist mit seiner Schwester Ada verheiratet und gehört damit der Dynastie der Hekatomniden an. Im Jahr 351 v. Chr. folgt Idrieus gemeinsam mit Ada auf den karischen Thron, nachdem ihre Schwester Artemisia II. stirbt. Ada herrscht formell in untergeordneter Stellung, teilt aber von Beginn an seine Herrschaft und erscheint mit ihm auf dynastischen Porträts. Kurz nach seinem Regierungsantritt fordert der persische König Artaxerxes III. Ochus von Idrieus Schiffe und Truppen für die Eroberung von Zypern, und Idrieus kommt dieser Forderung bereitwillig nach. Idrieus stellt eine Flotte von 40 Trieren und ein Heer von 8000 Söldnern auf, die unter Evagoras und den athenischen Feldherrn Phokion nach Zypern entsandt werden; dies ist das einzige sicher überlieferte Ereignis seiner Regierung. Bis 346 verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Idrieus und dem Großkönig, und es kommt offenbar zu offener Feindschaft. Trotz dieser Feindschaft bleibt Karia wohlhabend; Isokrates beschreibt Idrieus als einen der reichsten und mächtigsten Fürsten Asiens. In derselben Zeit fügt Idrieus seinen ererbten Besitzungen die wichtigen Inseln Chios, Kos und Rhodos hinzu. Karia erlebt unter seiner Herrschaft anhaltenden politischen Einfluss und wirtschaftlichen Aufschwung. Idrieus entfaltet eine rege Bautätigkeit in Halikarnassos und ist dort als Bauherr belegt. Er vollendet wahrscheinlich das Mausoleum, das Grab seines Bruders Mausolos, das von Artemisia II. begonnen und bei deren Tod unvollendet geblieben ist. In Labraunda setzt Idrieus die von Hekatomnos und Mausolos begonnene hellenisierende Bautätigkeit fort. Inschriften belegen, dass er den Zeus-Tempel, die südliche und östliche Toranlage (Propyläen) und das sogenannte „dorische Haus“ (Oikos) stiftet. In seinen Weihinschriften bezeichnet sich Idrieus im Unterschied zu Mausolos als „Mylasan“ und betont so seine lokalen Wurzeln. Einige dieser Widmungen entstehen möglicherweise noch vor seiner Satrapenherrschaft; vermutlich nutzen Idrieus und Ada den sogenannten „Andron A“ in Labraunda als Residenz, solange Mausolos und Artemisia II. noch leben.
- 351: Mazaios: Mazaios ist Angehöriger der hohen persischen Aristokratie und vermutlich Nachkomme des Hydarnes, weshalb er seinen ältesten Sohn später ebenfalls Hydarnes nennt. Unter Großkönig Artaxerxes III. tritt Mazaios zunächst als Satrap von Kilikien auf und folgt dort Datames im Amt nach. Seine Stellung ist durch von ihm geprägte Münzen aus Tarsos und anderen kilikischen Städten belegt, und er genießt am achämenidischen Hof hohes Ansehen. 351/350 erscheint Mazaios erstmals in den erhaltenen Quellen, als er gemeinsam mit dem syrischen Satrapen Belesys II. den Auftrag erhält, den Aufstand der Phönizier unter König Tabnit (Tennes) von Sidon niederzuschlagen. Die Rebellion wird vom ägyptischen Pharao Nektanebos unterstützt, der 4000 griechische Söldner unter Mentor von Rhodos entsendet, und Mazaios sowie Belesys erleiden zunächst eine Niederlage gegen Mentors Truppen. Später zieht Artaxerxes III. persönlich mit einer starken Armee gegen Sidon, das ihm von Tennes verräterisch übergeben wird, und lässt Tennes trotz dessen Dienstes beseitigen.
- 358: Artaxerxes III. (Ochos) wird um 390 v. Chr. geboren und ist ein Sohn des Königs Artaxerxes II. aus der Dynastie der Achämeniden. Nach 46 Regierungsjahren seines Vaters folgt er diesem nach dessen Tod auf den Thron nach und lässt zuvor seine Brüder töten, um Thronansprüche aus dem Weg zu räumen. Er kann den Thron nach den babylonischen Tafeln frühestens im Dezember 359 v. Chr. und spätestens im April 358 v. Chr. besteigen, wobei sein erstes Regierungsjahr nicht vor Dezember 359 v. Chr. beginnen kann. Zu Beginn seiner Herrschaft führt Artaxerxes III. Krieg gegen die Kadusier am Kaspischen Meer. Die von Diodor überlieferte Chronologie zu diesen frühen Jahren ist jedoch problematisch, weil seine Angaben im 15. Buch ungenau und fließend sind.
- 358: Nach der Ermordung von Datames um 362, wahrscheinlich nach dem Regierungsantritt von Artaxerxes III. (358–338) teilen die persischen Zentralbehörden die Satrapie Kappadokien in einen nördlichen und einen südlichen Verwaltungsbezirk auf, um Datames' angesammelte Macht zu entziehen und die Effizienz zu steigern. In den 340er Jahren (gemäss englischer Wikipedia eventuell bereits im Jahr 350) übernimmt Ariarathes von seinem Vater Ariamnes die Herrschaft über Nordkappadokien, das später zum Königreich Pontos wird. Aufgrund der stabilen Herrschaft kann er Artaxerxes III. Truppen für dessen Feldzug nach Ägypten zur Verfügung stellen.
- 362: Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)
- 404: Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
- 405: Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.
ÄGYPTEN
Spätzeit, 30. Dynastie
- Pharao Nektanebos II. (359-341)
345/344 unterstützt Nektanebos den phönizischen Aufstand gegen Persien unter König Tennes von Sidon, indem er 4000 griechische Söldner unter dem Kommando seines Dieners Mentor von Rhodos entsendet. Als sich die Streitkräfte des Perserkönigs Artaxerxes III. nähern, nimmt Mentor heimlich Kontakt zu den Persern auf und kollaboriert mit Tennes. - Fortsetzung 344
- 351: Um 351 v. Chr. unternimmt das Achämenidenreich einen erneuten Eroberungsversuch, wird aber nach etwa einem Jahr Krieg von Nectanebo und seinen Bundesgenossen Diophantos von Athen und Lamius von Sparta geschlagen. Nach diesem Sieg wird Nectanebo II als „göttlicher Falke“ verehrt, und es entstehen Kulte zu seinen Ehren. Fortsetzung 345
- 359: Anschließend besteigt Nectanebo II den Thron und ist damit der dritte und letzte Herrscher der 30. Dynastie. - Zu Beginn seiner Regierungszeit leitet Nectanebo II in Memphis die Bestattungszeremonie eines Apis-Stieres und lässt an den östlichen und westlichen Apis-Tempeln neue Reliefdekorationen anbringen. Er errichtet unter anderem einen Tempel des Khnum auf der Insel Abu (Elephantine) und einen Amun-Tempel in Sekhtam und stiftet ein Diorit-Naos für Anhur-Schu, dessen Fragment in Tjebnutjer gefunden wird. Unter seiner Herrschaft gewinnt der Buchis-Kult stark an Popularität, und er erlässt ein Dekret, das Steinbrucharbeiten in den „Geheimnisvollen Bergen“ bei Abydos verbietet. - Nectanebo II entfaltet eine sehr umfangreiche Bautätigkeit im ganzen Land, die an das Niveau großer Könige des Neuen Reiches heranreicht. Sein Name erscheint an zahlreichen bedeutenden Kultorten wie Heliopolis, Athribis und Bubastis, während er in seinem Heimatgebiet Sebennytos und am heutigen Behbeit el-Hagar besonders intensiv baut. Die Reliefs der Tempel von Sebennytos prägen später deutlich den Stil der ptolemäischen Kunst. Seine starke religiöse Bautätigkeit dient neben persönlicher Frömmigkeit wahrscheinlich auch dazu, seine Stellung als Usurpator durch religiöse Legitimation zu festigen. Pharao Tachos (360-359)
- 360: Zu Beginn des Jahres 360 v. Chr. bereitet Teos, Vorgänger und Onkel Nectanebos, einen großen Angriffskrieg gegen äußere Feinde vor und sammelt Heer und Flotte entlang der Mittelmeerküste. Nectanebo II begleitet Teos auf diesem Feldzug und führt dabei die ägyptischen machimoi-Truppen. Teos finanziert den Krieg, indem er neue Steuern erhebt und Tempelbesitz beschlagnahmt, was besonders die Priesterschaft empört und Nectanebo ihre Unterstützung zuführt. Teos ruft Agesilaos von Sparta und Chabrias aus Athen zu Hilfe, doch Agesilaos weigert sich, gegen Ägypter zu kämpfen, und Chabrias kehrt mit seinen Söldnern nach Athen zurück. Teos flieht daraufhin an den persischen Hof und stirbt später dort eines natürlichen Todes. In Ägypten tritt nun ein Thronprätendent aus Mendes auf, der sich zum Pharao ausruft und vermutlich aus der Familie des früheren Königs Nepherites I. stammt. Der Usurpator versucht, Agesilaos auf seine Seite zu ziehen, doch dieser bleibt aus Furcht, als Verräter zu gelten, Nectanebo treu. Im Nildelta geraten Nectanebo und Agesilaos in einer Stadt in eine Belagerung durch die zahlenmäßig überlegenen Anhänger des Prätendenten, können aber im Herbst 360 v. Chr. den Aufstand militärisch niederschlagen.
KUSCH
- 350: Akhraten herrscht etwa von 350 bis 335 als König von Kusch; er ist möglicherweise ein Sohn des Königs Harsiotef und gehört wahrscheinlich zur gleichen Generation wie Nastasen und ist vielleicht dessen Bruder. Während seiner Herrschaft entsteht eine Kapelle, in der sein Name in einer Kartusche belegt ist. Aus demselben Zeitraum stammt eine schwarze Granitstatue aus dem Barkal-Tempel 500, die später in Boston unter der Inventarnummer 23.735 aufbewahrt wird. Die Statue ist kopflos und ihr fehlen die Füße, sodass ihr ursprüngliches Aussehen nur teilweise rekonstruierbar ist. Trotz dieses fragmentarischen Erhaltungszustands dient sie als wichtiges Zeugnis für Akhratens Darstellung als König. Gegen Ende seiner Regierungszeit bereitet sich der Übergang der Herrschaft auf seinen Nachfolger vor.
- 369: König Harsiotef (404-369)
KARTHAGO
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 310
INDIEN
Magadha
- König Mahapadma Nanda (ca 345-329)
Gemäss den Puranas ist Mahapadma Nanda der Sohn des letzten Shaishunaga‑Königs Mahanandin und einer Shudra‑Frau. Diese Texte sehen in ihm den Begründer der Nanda‑Dynastie von Magadha und bezeichnen ihn als ersten Nanda‑König. Jainische Quellen wie Parishishtaparvan und Avashyaka Sutra kennen den Namen Mahapadma nicht und berichten stattdessen, der erste Nanda‑König sei der Sohn einer Kurtisane und eines Barbiers. Nach diesen Texten folgt dieser Nanda dem König Udayin auf den Thron, nachdem Udayin durch einen Rivalen getötet worden ist. Greco‑römische Quellen stützen die Vorstellung, dass der Dynastiegründer aus niedrigem Stand stammt: Sie berichten, ein Barbier stürzt den letzten König der vorangehenden Dynastie. Der römische Historiker Curtius schreibt nach der Darstellung des Poros, dieser Barbier werde wegen seines Aussehens der Geliebte der früheren Königin, ermordet heimtückisch den regierenden König, tritt zunächst als Vormund der Prinzen auf und tötet sie später, um die Herrschaft ganz zu übernehmen. Die buddhistischen Texte erwähnen den Namen Mahapadma nicht, sondern bezeichnen den ersten Nanda‑Herrscher als Ugrasena. Nach einer verbreiteten Deutung ist Ugrasena möglicherweise ein anderer Name für Mahapadma, doch die buddhistischen Quellen geben ihm eine „unbekannte Herkunft“ statt einer gemischten königlich‑shudrischen Abstammung. In der buddhistischen Tradition ist Ugrasena ein Mann aus einem Grenzgebiet, der von einer Räuberbande verschleppt und später deren Anführer wird. Die acht nachfolgenden Nanda‑Könige gelten hier als seine Brüder, nicht als seine Söhne, und insgesamt regiert die Nanda‑Dynastie nach dieser Überlieferung 22 Jahre, wobei Dhana Nanda der letzte König ist. Greco‑römische Autoren nennen den zur Zeit von Alexanders Feldzug herrschenden Nanda‑König Agrammes. Dieser Name wird oft als Entstellung des Sanskrit‑Begriffs Augraseniya gedeutet, "der Sohn oder Nachkomme des Ugrasena“ bedeutet und so die buddhistische Namensform widerspiegelt. Die Puranas beschreiben Mahapadma als ekarat (einziger Souverän) und als sarva‑kshatrantaka (Vernichter aller Kshatriyas). Ihm wird zugeschrieben, zahlreiche Kshatriya‑Geschlechter zu besiegen oder zu vernichten, darunter die Maithalas, Kasheyas, Ikshvakus, Panchalas, Shurasenas, Kurus, Haihayas, Vitihotras, Kalingas und Ashmakas, wodurch er das Reich weit über Magadha hinaus ausdehnt. Jainische Texte berichten zusätzlich, dass sein Hauptminister Kalpaka ein gewaltloser Jain ist, der sein Leben für den Frieden opfert. So entsteht in dieser Tradition das Bild eines machtbewussten Königs, der zugleich mit einem pazifistisch gesinnten Berater verbunden ist. Die Puranas schreiben Mahapadma eine ungewöhnlich lange Herrschaft zu. Das Matsya Purana nennt 88 Regierungsjahre, während das zeitnahe Vayu Purana von 28 Jahren spricht. Moderne Forscher versuchen, seine Thronbesteigung in die Geschichte einzuordnen und kommen zu unterschiedlichen Datierungen. F. E. Pargiter setzt seine Krönung auf 382, R. K. Mukherjee auf 364 und H. C. Raychaudhuri etwa auf 345; der Beginn der Nanda‑Herrschaft wird in der Forschung teils sogar schon ins 5. Jahrhundert v. Chr. gelegt. Nach den Puranas regieren nach Mahapadma seine acht Söhne nacheinander insgesamt weitere 12 Jahre, namentlich ist nur Sukalpa überliefert. Zusammengenommen entsteht dort das Bild einer sehr langen Nanda‑Phase unter Mahapadma selbst und einer kurzen Kettenherrschaft seiner Söhne. Demgegenüber sieht die buddhistische Tradition, wie erwähnt, die acht nachfolgenden Nandas als Brüder des ersten Königs und begrenzt die gesamte Nanda‑Herrschaft auf 22 Jahre. In allen großen Traditionen endet die Dynastie jedoch mit Dhana Nanda, den auch die griechisch‑römischen Quellen als Nanda‑Herrscher zur Zeit Alexanders kennen - Fortsetzung 326
Anuradhapura
- 367: Mutasiva ist König des Königreichs Anuradhapura in Sri Lanka, dessen Hauptstadt Anuradhapura ist. Er ist der Sohn von König Pandukabhaya. Bis 307 regiert er sechzig Jahre lang. Seine Regierungszeit ist von einem ununterbrochenen Frieden im Land geprägt. Während seiner Herrschaft ist den Menschen die Existenz der Perlen vor der Küste von Ceylon bekannt. Sie kennen acht verschiedene Perlensorten und betreiben den Abbau von Edelsteinen. In dieser Zeit lässt Mutasiva den Mahamevnāwa-Park in Anuradhapura anlegen, der als der größte und schönste Park im alten Lanka gilt. Er ist auch der erste König, der einen Park errichten lässt. Mutasiva hat zehn Söhne, von denen einige – Devanampiya Tissa, Uttiya, Mahasiva, Suratissa und Asela – ihm als Könige nachfolgen. Fortsetzung 307
- 367: König Pandukabhaya (437–367)
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(39./40. Zyklus - Jahr der Feuer-Ratte; am Beginn des Jahres Holz-Schwein)
Qin
- 349: 349/348 v. Chr. verlegt er die Hauptstadt von Liyang nach Xianyang und leitet die zweite Reformphase ein, die u. a. die Abschaffung des Brunnengelandes, die Einführung des Privateigentums an Boden samt freier Übertragung, eine landesweite Bezirksverwaltung, Kopfsteuern und einheitliche Maße und Gewichte umfasst. Ebenfalls werden private philosophische Schriften verbrannt, der Einfluss mächtiger Clans begrenzt, wandernde Beamte verboten und strenge Wohnsitzregistrierungen durchgesetzt. Durch die fortgesetzten Reformen wird Qin reich und militärisch stark; Berichte schildern wohlhabende Untertanen, geringe Kriminalität und eine Bevölkerung, die öffentliche Pflichten mutig, private Konflikte aber vorsichtig angeht. König Xian von Zhou erkennt Herzog Xiao als Hegemon an und sendet 343 v. Chr. auch rituelles Opferfleisch nach Qin, was seine Stellung im Zhou‑System bestätigt. 348 v. Chr. besucht Marquis Zhao von Han Qin zu einem Waffenstillstand, und 342 v. Chr. führt der Kronprinz Si (der spätere König Huiwen) 92 Rong‑Stämme des Westens nach Osten, um dem Zhou‑König Tribut zu bringen und Qins Führungsrolle im Westen zu demonstrieren. Im Hintergrund bleibt die Rückgewinnung der von Wei besetzten Hexi‑Region ein Hauptziel, das schon Herzog Xian verfolgt. In dessen Zeit gewinnt Qin zwar Schlachten bei Luoyin, Shimen und Shaoliang gegen Wei, kann Hexi jedoch nicht dauerhaft sichern. Erst nach den beiden Reformwellen unter Herzog Xiao verfügt Qin über genügend Stärke, um dieses Ziel systematisch anzugehen. Fortsetzung 344
- 350: 350 v. Chr. lässt Herzog Xiao im Guanzhong‑Becken, am Nordufer des Wei‑Flusses und mit Zugang zum Gelben Fluss und dem Hangu‑Pass, den Jique‑Palast und eine neue Hauptstadt errichten, um die Expansion nach Osten zu erleichtern.
- 351: 351 v. Chr. führt Shang Yang erneut Qin‑Truppen, belagert Guyang und nimmt die Stadt. In derselben Zeit schließen König Hui von Wei und Marquis Cheng von Zhao ein Bündnis nahe dem Zhang‑Fluss, ziehen Weis Truppen von Handan ab und ermöglichen Wei, seine Kräfte wieder nach Westen gegen Qin zu konzentrieren, was zur Rückeroberung von Anyi und zur erneuten Belagerung von Guyang führt.
- 352: 353 v. Chr. ruft Marquis Cheng von Zhao um Hilfe bei Qi, worauf König Wei von Qi zwei Heere entsendet; eines beteiligt sich mit Song und Wei an der Belagerung von Xiangling, einer Festung Weis. Gleichzeitig durchbricht Wei zwar Handan, wird aber in der Schlacht von Guiling von einem anderen Qi‑Heer unter Tian Ji und Sun Bin schwer geschlagen, während Chu Gebiete zwischen Sui‑ und Hui‑Fluss an sich bringt. 352 v. Chr. nutzt Herzog Xiao die geschwächte Lage Weis und ernennt Shang Yang zum Da Liang Zao (etwa „Chefarchitekt des Staates“), beauftragt ihn mit einer Großoffensive und lässt Qin die alte wei‑sche Hauptstadt Anyi besetzen. Zum Schutz gegen Qin ordnet König Hui von Wei danach den Bau einer Verteidigungsmauer östlich von Guyang im Shang‑Kommandobezirk an, der später „Xiaoshan‑Große Mauer“ genannt wird.
- 354: 354 v. Chr. greift der Staat Zhao den Verbündeten Wei an und erobert die Orte Qi und Fuqiu, worauf Wei Zhao‑Hauptstadt Handan belagert. Während Weis Hauptheer vor Handan steht, nutzt Herzog Xiao die Lage und schickt ein Qin‑Heer gegen die wei‑sche Festung Yuanli; es tötet 7 000 wei‑sche Soldaten und besetzt Shaoliang. Im gleichen Jahr befiehlt Herzog Xiao Gongsun Zhuang einen Angriff auf Han und die Belagerung von Jiaocheng; obwohl die Stadt nicht fällt, sichern sich die Qin‑Truppen Shangzhi, Anling und Shanshi und befestigen sie als Einflussbrücke in die Grenzregion von Han und Wei.
- 355: Die Reformen vom Vorjahr beginnen die Staatskraft Qins deutlich zu steigern. 358 v. Chr. schlägt Qin Han bei Xishan, 357 v. Chr. schickt der Chu‑König Xuan seinen rechten Hofminister Hei zur Heirat mit der Tochter Herzog Xiaos nach Qin, wodurch ein Bündnis entsteht, und 355 v. Chr. trifft Herzog Xiao König Hui von Wei zu einem Gipfel in Duping, was Qins Rückkehr in die Bündnispolitik der Großmächte markiert. Die innenpolitischen Veränderungen machen Qin zunehmend zu einem straff organisierten, militaristischen Staat, in dem strenge Gesetze, militärische und landwirtschaftliche Leistungen sowie Zwangsumsiedlungen zur Urbarmachung neuer Gebiete das gesellschaftliche Leben prägen.
- 356: 356 v. Chr. ernennt Herzog Xiao Shang Yang zum linken Hilfskanzler (zuo shuzhang) und startet damit die erste große Reformphase. Nun folgen Maßnahmen wie die Neuordnung der Haushaltsregistrierung, Einführung einer strengen Kollektivhaftung (Lianzuo‑System), drakonische Militärgesetze mit klaren Belohnungen für Kampferfolge, Abschaffung erblicher Adelsprivilegien und Aufbau eines Zwanzigrang‑Systems militärischer Adelstitel. Parallel werden Landwirtschaft und Weberei gefördert, Privatfehden hart bestraft, das Qin‑Recht kodifiziert und die Kernfamilie gegenüber Großsippen gestärkt.
- 361: 361 v. Chr. stirbt Herzog Xian nach 24 Regierungsjahren, und sein 21‑jähriger Sohn Ying Quliang besteigt als Herzog Xiao von Qin den Thron. Zu dieser Zeit sind die sechs Großmächte der Streitenden Reiche bereits ausgebildet, das Zhou‑Königtum ist geschwächt, Wei hält weiterhin die frühere Hexi‑Region Qin, und Qin gilt, im fernen Westen isoliert, als „barbarischer“ Randstaat. Herzog Xiao will die Hegemonie seines Ahnherrn Herzog Mu wiederherstellen und erlässt einen berühmten öffentlichen Aufruf, in dem er fähige Männer auffordert, Strategien zur Stärkung Qins vorzulegen, und ihnen hohe Ämter sowie Land in Aussicht stellt. Im selben Jahr führt er zwei Feldzüge: nach Osten zur Belagerung der Stadt Shan (bei heutigem Hancheng) und nach Westen gegen die Westlichen Rong, wobei der Rong‑König Gua getötet wird; Zhao und Han nutzen den Herrscherwechsel und greifen Qin gemeinsam an. In diese Situation fällt der Aufruf auch in andere Staaten; der aus Wei stammende Rechtsgelehrte Wei Yang, später Shang Yang genannt, erfährt davon. Shang Yang dient zunächst als Mitarbeiter des Premierministers Gongshu Cuo in Wei und reist nach dessen Tod mit dem Gesetzeswerk „Kanon des Rechts“ nach Qin. Er wird durch den Günstling Jing Jian bei Herzog Xiao eingeführt und hält nacheinander mehrere Audienzen: zuerst vertritt er den „Weg des Kaisers“ (dao der Heiligen Könige), dann den „Weg des Königs“ (herrschen durch Wohlwollen), erreicht aber keine Zustimmung. In einer weiteren Audienz spricht er vom „Weg des Hegemons“ und erkennt zugleich, dass der Herzog schnelle, praktische Erfolge in seiner eigenen Lebenszeit anstrebt. In einer vierten, sehr langen Unterredung legt Shang Yang schließlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Staat und Finanzen vor, und Herzog Xiao ist so vertieft, dass er unbewusst näher zu ihm rückt; sie diskutieren tagelang ohne Ermüdung. Auf dieser Grundlage entwerfen sie Reformpläne, die trotz heftiger Opposition konservativer Adliger von Herzog Xiao voll unterstützt und schrittweise umgesetzt werden. Bereits 359 v. Chr. erlässt der Herzog auf Shang Yangs Drängen das „Landurbar‑Edikt“ (Ken-cao-Ling), das als Auftakt zur großen Reform gilt und vor allem die Landwirtschaft fördern, den Handel eindämmen, Adlige zur Feldarbeit heranziehen, Steuern vereinheitlichen und die Vorrangstellung der Landwirtschaft im Wertesystem verankern soll.
- 366: Im Jahr 366 v. Chr. besiegt Qin unter dem künftigen Herzog Xian ein Bündnis aus Han und Wei in der Schlacht von Shimen; Soldaten werden nach der Zahl abgeschlagener Feindköpfe befördert, und Qin entreißt Wei weiteres Land.
- 382: Herzog Xiao von Qin (persönlicher Name Ying Quliang) wird am 6. Dezember 382 v. Chr. im 4. Regierungsjahr seines Vaters Herzog Xian geboren.
Zhou
- 368: Ji Bian übernimmt die Herrschaft und wird König Xian von Zhou. Während seiner Regierungszeit schickt er Geschenke an viele der feudalen Staaten, insbesondere an die Staaten Qin und Chu, die formell seine Vasallen sind. Spät in seiner Regierungszeit erklären sich die Herrscher dieser Staaten selbst zu Königen und erkennen den König von Zhou nicht mehr einmal nominell als ihren Oberherrn an. Fortsetzung 321
- 369: König Lie (375–369)
Zhao
- 349: Markgraf Su tritt um 349 die Herrschaft im Staat Zhao an und regiert bis zu seinem Tod 326. In seiner Regierungszeit lässt er im Norden seines Herrschaftsgebietes eine befestigte Mauer gegen Steppenvölker errichten; diese Anlagen gelten als früher Abschnitt der später sogenannten Großen Mauer. Fortsetzung 326
Wei
- 361: Hui verlegt die Hauptstadt von Anyi nach Daliang, um sie vor dem Zugriff des Qin-Staates zu schützen. Anyi liegt auf einem Plateau südlich des Fen-Flusses, nahe des Zusammenflusses von Fen-, Wei- und Gelbem Fluss. Daliang befindet sich im Südosten von Wei an der Grenze zum Staat Song. Von da an wird Wei kurzzeitig auch Liang genannt. In den Jahren 361–355 führt Hui mehrere persönliche Treffen mit Herrschern benachbarter Staaten durch. Fortsetzung 344
- 362: Zwischen 362 und 359 tauscht Hui Gebiete mit Zhao im Norden und Han im Süden aus. Dadurch schafft er sinnvollere Staatsgrenzen, sichert die neue Hauptstadt und erhält mehr Kontrolle über wichtige Handelswege.
- 369: Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Marquess Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn von Marquess Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
- 370: Markgraf Wu (396–370)
Qi
- 356: Wei übernimmt um 356 die Herrschaft in Qi nach dem Tod seines Vaters. Er nennt sich als Erster Herrscher von Qi "König". Er erweist sich als würdiger Herrscher mit großem Einfluss und Wohlstand im Staat. Die Bürger gelten als fähig, die Generäle als entschlossen und die Armee als stark. Er geht sehr besonnen mit seinen Untergebenen um. Als Spione berichten, dass der General Zhangzi zum Feind (Qin) übergelaufen ist, glaubt König Wei dies nicht und behält Vertrauen. Bald darauf gewinnt Qi einen entscheidenden Sieg; Zhangzi wird als treu erwiesen und der König von Qin bittet Qi um Entschuldigung. Darüber hinaus ermuntert König Wei Kritik an seiner Person und belohnt nach einem gestaffelten System: Wer ihn persönlich kritisiert, erhält die höchste Belohnung, schriftliche Kritik bringt die zweithöchste und weitergeleitete Kritik die geringste Belohnung. Dies führt zunächst zu reger Kritik ("wie ein Marktplatz" vor seinem Zimmer). Nach einem Jahr existieren keine Petitionen mehr, weil alle Probleme gelöst sind und die Staaten Yan, Zhao, Han und Wei seinem Hof ihre Referenz erweisen. - Wei setzt Sun Bin als militärischen Berater ein. Sun Bin ist zuvor von Pang Juan (Wei) bestraft und an den Knien verstümmelt worden. Tian Ji, ein Befehlshaber von Qi, bringt Sun Bin auf Weisung des Königs nach Qi. Da Sun Bin nicht reiten kann, lehnt er den Armeebefehl ab, aber entwickelt in der Folge die Strategien zum Sieg von Qi in der Schlacht von Maling 342, was den Rivalenstaat Wei schwächt und Pang Juan den Tod bringt. Später in der Herrschaft führt König Wei militärische Aktionen gegen Qin und Zhao. - Wei lässt ein bronzenes Ritualgefäß gießen, das die früheste bekannte Erwähnung des Gelben Kaisers trägt (Chen Hou Yinqi dui). - Wei ist verheiratet mit Königin Wei; zudem gibt es Wey Ji (Clan von Wey), Mutter des Prinzen Jiaoshi, sowie Yu Ji (Clan von Yu, mit Namen Juanzhi). Seine Söhne sind Kronprinz Pijiang (regiert später als König Xuan von Qi), Prinz Ying (Vater von Lord Mengchang), Lord Jingguo (Premierminister, erhält das Lehen Xue 322 v. Chr.) und Prinz Jiaoshi. Fortsetzung 320
- 357: Herzog Huan (374–357)
- 376: Wei wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Viscount Xiang, Viscount Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Consort Xiao.
Chu
- 354: Während seiner Regierungszeit entsendet Chu Truppen, um den Staat Zhao gegen eine Invasion des Staates Wei zu unterstützen. Fortsetzung 340
- 369: King Xuan von Chu wird als Sohn von König Dao des Staates Chu geboren. Sein älterer Bruder König Su regiert vor ihm und stirbt 370 v. Chr. ohne Nachkommen. Xiong Liangfu folgt daraufhin seinem Bruder nach und wird 369 v. Chr. als König Xuan König des Staates Chu. Er gehört zum Haus Mi und herrscht in der Zeit der Streitenden Reiche.
JAPAN
- 392: Nach dem Tod seines Vaters besteigt Kōan am 27. Tag des 1. Mondmonats des Folgejahrs den Thron. Er gilt nach den Chroniken Kojiki und Nihonshoki als 6. Tennō von Japan. Die historische Existenz Kōans bleibt zweifelhaft, da er zu den "acht undokumentierten Kaisern" gehört, über die es nur knappe Überlieferungen gibt. Sein Eigenname lautet nach dem Nihonshoki Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter ist Yoso-tarashi-hime; laut Kojiki heißt er Ō-yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter Yoso-taho-hime no mikoto. Fortsetzung 342
- 393: Tennō Kōshō (475–393)
- 408: Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.
QUELLEN
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30.12.2025 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt