1882

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März

0324D: Robert Koch entdeckt den Tuberkulose-Erreger

  • Tuberkulose ist weltweit auf dem Vormarsch. Jährlich erkranken über acht Millionen Menschen. Den 24. März hat die Weltgesundheitsbehörde zum Welt-Tuberkulosetag erklärt. Denn am 24. März 1882 hatte Robert Koch die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers bekannt gegeben. (dradio.de)

APRIL

0401D: Erste Internationale Kunstausstellung Wien

  • Die Erste Internationale Kunstausstellung im Künstlerhause wurde vom 1. April bis zum 30. September 1882 als Sonderausstellung zur dauernd installierten Kunstausstellung im Wiener Künstlerhaus veranstaltet. Sie war die erste bedeutende österreichische Kunstschau, zu der sich internationale Künstler mit ihren Werken in Wien einfanden.

0429D: Elektromote

  • Elektromote – ursprünglich Electromote geschrieben – war die Bezeichnung für den ersten Oberleitungsbus der Welt. Hierbei handelte es sich um eine elektrisch angetriebene Wagonette. Diese wurde ab dem 29. April 1882 von Werner Siemens auf einer 540 Meter langen Versuchsstrecke in der damals noch selbstständigen Villen- und Mietshaussiedlung Halensee bei Berlin vorgeführt, heute Teil des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Versuchsfahrzeug wies bereits Antrieb und Energieversorgung eines Oberleitungsbusses auf und gilt somit als weltweit erster Vertreter dieses Verkehrssystems. Der erste auf dieser Technik aufbauende Betrieb mit planmäßigem Personenverkehr wurde aber erst 1900 von der Pariser Compagnie de Traction par Trolley Automoteur eröffnet, während der erste mit einem Verbrennungsmotor ausgestattete Omnibus der Welt 1895 von Carl Benz gebaut und bei der Netphener Omnibusgesellschaft eingesetzt wurde. Die Bezeichnung Elektromote leitete sich aus dem englischen Begriff electric motion für ‚elektrische Bewegung‘ ab. Bei der Entwicklung des Systems stand Werner Siemens in engem Kontakt mit seinem nach England ausgewanderten Bruder Carl Wilhelm Siemens.
  • Mit dem schienenlosen Gefährt erfüllte sich Werner Siemens einen alten Traum. Am 29. April 1882 stellte der Erfinder seine "Elektromote" der Öffentlichkeit vor. Die elektrisch betriebene Wagonette war der Urahn des Oberleitungsbusses. (BR2 Kalenderblatt)

MAI

0506D: Chinese Exclusion Act

  • Der Chinese Exclusion Act (deutsch: Gesetz zum Ausschluss der Chinesen) war ein US-amerikanisches Bundesgesetz, das vom U. S. Kongress am 6. Mai 1882 verabschiedet wurde. Der Chinese Exclusion Act führte inhaltlich die 1880 erfolgte Revision des 1868 geschlossenen Burlingame Treaty fort. Mit der Revision des Burlingame Treaty war die Zuwanderung chinesischer Migranten in die USA suspendiert worden, eine Maßnahme, die mit dem Chinese Exclusion Act gesetzlich festgeschrieben wurde.

0506D: Phoenix-Park-Morde

  • Die Phoenix-Park-Morde beziehen sich auf die Ermordung von zwei hochrangigen Mitgliedern der britischen Regierung aus dem Dublin Castle durch die Irish National Invincibles im Jahr 1882.

0515D: Maigesetze (Russland)

  • Die Maigesetze des Russischen Reiches, die im Mai 1882 offiziell als „zeitlich begrenzte Verordnungen“ (russ. Временные правила) erlassen und im März 1917 während der Russischen Revolution aufgehoben wurden, waren eine Reihe von antijüdischen Maßnahmen. Sie wurden von Zar Alexander III. als Reaktion auf die Pogrome in Kraft gesetzt, zu denen es nach dem Attentat auf seinen Vorgänger Alexander II. in zahlreichen russischen Städten gekommen war, und dienten der Einschränkung der Freizügigkeit der russischen Juden.

0520D: Dreibund

  • Als Dreibund wird das geheime Defensivbündnis zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und dem Königreich Italien bezeichnet, das am 20. Mai 1882 durch den Beitritt Italiens zum im Oktober 1879 geschlossenen Zweibund, der als separates Vertragswerk weiterbestand, entstand. Unmittelbarer Anlass war der Einmarsch französischer Truppen in Tunesien, das mit dem Bardovertrag vom 12. Mai 1882 zum französischen Protektorat erklärt wurde. Der Vertrag verpflichtete die Unterzeichner zu gegenseitiger Unterstützung im Falle eines gleichzeitigen Angriffs zweier anderer Mächte oder eines unprovozierten französischen Angriffs auf das Deutsche Reich oder Italien. Auf Wunsch Italiens wurde eine Klausel beigefügt, dass dessen Teilnahme nicht als gegen Großbritannien gerichtet verstanden werden sollte. Österreich wiederum wurde, wie schon im Zweibund-Vertrag, von der Verpflichtung befreit, Deutschland gegen Frankreich zu unterstützen. Am 30. Oktober 1883 trat Rumänien dem Dreibund bei, der bis 1912 alle fünf Jahre erneuert wurde. Italien, das nach dem Risorgimento am Wettlauf um Afrika teilnehmen wollte, sah durch Frankreichs Politik in Nordafrika seine kolonialen Ambitionen gefährdet. In der Folge konzentrierten sich die italienischen Bestrebungen auf Ostafrika, wo es mit Eritrea und Italienisch-Somaliland in den 1880ern versuchte, ein Kolonialimperium aufzubauen (siehe Italienisch-Ostafrika). Es blieb dabei aber von der freien Durchfahrt durch den Suez-Kanal abhängig, der seit der Intervention 1881/82 von Großbritannien kontrolliert wurde. Durch die Niederlage im Italienisch-Äthiopischen Krieg 1895/96 erlitt diese Politik einen schweren Rückschlag. Ein Erfolg gelang Italien erst wieder 1911 mit der Eroberung Libyens im Italienisch-Türkischen Krieg. Der Dreibund rundete Bismarcks Neuaufbau seines Bündnissystems nach dem Berliner Kongress 1878 ab. Mit ihm wurde nun auch Italien vertraglich an das Deutsche Reich gebunden. Zum einen sollte damit der Rivalität zwischen Österreich und Italien auf dem Balkan und an der östlichen Adriaküste die Schärfe genommen werden, andererseits konnte Italien langfristig als militärischer Partner in einem deutsch-französischen Krieg die südliche Flanke des Deutschen Reiches entlasten. Italien erhoffte sich vom Dreibund einen Rückhalt gegenüber Frankreich und Großbritannien bei seinen kolonialen Ambitionen in Nordafrika. De jure zerbrach das Bündnis 1915 mit dem Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg auf der Seite der Entente (Londoner Vertrag). Tatsächlich spielte der Dreibund schon seit der Jahrhundertwende keine tragende Rolle mehr in der deutschen Außenpolitik: Italien gelangte 1902 zu einem Interessenausgleich mit Frankreich über die kolonialen Sphären in Nordafrika und mit Russland 1909 über die beiderseitigen Interessen auf dem Balkan. Die Bosnische Annexionskrise von 1908 belastete das Verhältnis zu Österreich-Ungarn schwer und der italienisch-türkische Krieg von 1911/12 war nicht mit den deutschen Bemühungen zur Verbesserung des deutsch-türkischen Verhältnisses zu vereinbaren. Das Deutsche Reich setzte auch deshalb bereits frühzeitig umso fester auf die bestehenden Verbindungen mit Österreich-Ungarn im Zweibund.

JUNI

0614D: Kreuzbergerkenntnis

  • Das so genannte Kreuzbergerkenntnis (auch: Kreuzbergurteil) ist ein Urteil des Preußischen Oberverwaltungsgerichts mit Sitz in Berlin vom 14. Juni 1882, mit dem das Gericht die polizeiliche Gewalt einschränkte um die Gewaltenteilung zu gewährleisten und die Entpolizeilichung der öffentlichen Verwaltung einleitete.

0615D: Strandkorb

  • Ein Strandkorb ist ein spezielles Sitzmöbel aus Korbgeflecht für den Strand, vergleichbar einem verkleideten Sessel. Sein Zweck ist, Schutz vor Sonne, Wind, Regen und Sandflug zu bieten.
  • Er gehört zu den schönsten Sitzgelegenheiten überhaupt. An ihm stimmt alles, Form, Wohlfühlfaktor, Anlass zum Gebrauch. Dabei wurde das Sitzmöbel eigentlich als Innenmöbel entwickelt. Deshalb staunten die Warnemünder sehr, als sie am 15. Juni 1882 den ersten Strandkorb aufgestellt sahen. (BR2 Kalenderblatt)

JULI

0726D: Parsifal

  • "Parsifal" ist der Titel des letzten musikdramatischen Werks von Richard Wagner. Wagner selbst bezeichnete das dreiaktige Stück als ein Bühnenweihfestspiel und verfügte, dass es ausschließlich im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt werden sollte. Wagner beschäftigte sich schon 1845 in Marienbad, als er Lohengrin entwarf und die erste Idee für Die Meistersinger von Nürnberg niederschrieb, mit dem Stoff der Sage, doch die erste Skizze mit dem Titel „Parzival“ entstand erst 1857 in Zürich. 1865 bat König Ludwig II. von Bayern, der seit 1864 Wagner finanziell unterstützte, den Parzival-Plan auszuführen. Daraufhin entstand der erste Prosaentwurf des Werks. Nachdem die ersten Bayreuther Festspiele mit der Aufführung des Ring des Nibelungen beendet waren, begann Wagner auf Bitten seiner Frau Cosima – die in ihren Tagebüchern den gesamten Entstehungsprozess detailliert festgehalten hat – im Januar 1877 mit der Verwirklichung seiner alten Parzival-Pläne. Bald änderte Wagner die Schreibweise des Namens zu „Parsifal“, indem er sich auf die angeblich persischen Worte für „rein“ (fal) und „Tor“ (parsi) bezog. Als im Herzen reiner Tor ist die Figur des Parsifal im Werk auch angelegt. Mit der Komposition begann Wagner im September 1877, im April 1879 waren die Orchesterskizzen für alle drei Akte fertig, doch sollte es noch bis Januar 1882 dauern, bis das Werk (während eines längeren Aufenthaltes in Palermo) vollständig komponiert und die Partitur vollendet war. Im November 1880 erklang erstmals das Orchester-Vorspiel des ersten Aufzugs in einer Privataufführung für König Ludwig II. von Bayern in München. Die Verlagsrechte verkaufte Wagner zu einem damals hohen Preis von 100.000 RM an die Nachfolger seines Verlegerfreundes Franz Schott in Mainz, die somit auch die 2. Festspiele mitfinanzierten.

AUGUST

0820D: Ouvertüre 1812 (Tschaikowski)

  • Die Ouvertüre 1812 ist eine Auftragskomposition Pjotr Iljitsch Tschaikowskis, die den Sieg Russlands in den napoleonischen Kriegen 1812 darstellen soll. Uraufgeführt wurde sie mit großem Erfolg in der Christ-Erlöser-Kathedrale (Moskau) am 20. August 1882. Das Stück wird mit feierlichen Klängen eingeleitet, die an die Gottesdienste in russischen Kirchen nach der Kriegserklärung erinnern sollen. Diese Szenen wurden in Krieg und Frieden von Tolstoi beschrieben. Ein Thema der marschierenden Armeen folgt, ausgeführt durch die Hörner. Die französische Marseillaise spiegelt die anfänglichen französischen Siege im Krieg und die Besetzung von Moskau im September 1812 wider. Das russische Volkstanzthema gedenkt der Schlacht, die Napoleons Nachhut schlägt. Der Rückzug von Moskau im Oktober 1812 wird durch ein langes Diminuendo (Leiserwerden) ausgedrückt. Die folgenden Kanonenschüsse sollen die militärischen Angriffe der russischen Artillerie auf die französischen Flanken darstellen. Mit Glockengeläut und der musikalischen Darstellung eines Feuerwerks wird schließlich der Sieg und die Befreiung von der französischen Besatzung gefeiert. Unter den Kanonen und Hörnern hört man die russische Zarenhymne von Alexei Lwow: Gott erhalte den Zar. Die russische Hymne wird im Kontrapunkt zur vorher gehörten Marseillaise geführt.

SEPTEMBER

0909D: Internationale antijüdische Kongresse

  • Ein „Internationaler antijüdischer Kongress“ fand erstmals 1882 in Dresden, ein weiterer 1883 in Chemnitz statt. Die Kongresse waren Teil des deutschen Antisemitismus, der sich seit 1879 im Berliner Antisemitismusstreit und der Antisemitenpetition von 1880/81 politisch zu organisieren begann. Nachhaltige Auswirkungen auf dessen Entwicklung hatten sie nicht.

0913D: Schlacht von Tel-el-Kebir

  • In der Schlacht von Tel-el-Kebir in Ägypten besiegte am 13. September 1882 eine britische Armee unter Garnet Joseph Wolseley die Armee Arabi Paschas, des Führers der ägyptischen Urabi-Bewegung. Als Ergebnis der Schlacht wurde die Urabi-Bewegung niedergeschlagen und Ägypten durch Großbritannien besetzt.

LEXIKON

Berliner Philharmoniker

  • Die Berliner Philharmoniker sind ein Sinfonieorchester. Sie gelten als eines der weltweit führenden Ensembles. Das Orchester ist seit 2002 als Stiftung des öffentlichen Rechts unter Trägerschaft des Landes Berlin organisiert. 2004 erhielt das Orchester den Herbert-von-Karajan-Musikpreis in Baden-Baden. Derzeit verfügt das Orchester über 129 Planstellen. Nachdem das alte Stammhaus 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, ist seit 1963 die von Hans Scharoun konzipierte neue Berliner Philharmonie am Kemperplatz in Berlin-Tiergarten die Heimstätte der Berliner Philharmoniker.

Gemäldegalerie

Linzer Programm (Deutschnationalismus)

  • Das Linzer Programm war ein 1882 in Linz erarbeitetes Grundsatzpapier des österreichischen Deutschnationalismus. Das Dokument stand unter dem Motto „nicht liberal, nicht klerikal, sondern national“ und forderte die staatsrechtliche und wirtschaftliche Entflechtung der verschiedenen Völker Cisleithaniens, die engere Anbindung seiner deutschsprachigen Gebiete an das Deutsche Reich sowie Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und allgemeine Demokratisierung. Es enthielt darüber hinaus auch einige aus heutiger Sicht sozialistisch oder sozialdemokratisch scheinende sozialreformerische Vorschläge. Initiatoren und Leiter seiner Ausarbeitung waren die Politiker Victor Adler und Georg von Schönerer, der Politiker und Journalist Engelbert Pernerstorfer sowie der Historiker und Publizist Heinrich Friedjung. War das Linzer Programm ursprünglich ein Dokument breiten Konsenses unter antiklerikalen Reformpolitikern unterschiedlichen sozialen und intellektuellen Hintergrunds, so wurde es nach der Auseinanderentwicklung Adlers und Schönerers und vor allem nach der 1885 von Schönerer vorgeschlagenen Hinzufügung eines sogenannten Arierparagraphen praktisch nur noch von Anhängern Schönerers hochgehalten.

Präsident Fernández Oreamuno (Costa Rica)

  • Próspero Fernández Oreamuno (1834-1885) war von 10. August 1882 bis 12. März 1885 Präsident von Costa Rica.

Präsident Heureaux (Dominikanische Republik)

  • Ulises Heureaux (1845-1899) war ein dominikanischer Politiker und mehrfach Präsident der Dominikanischen Republik.

Präsident Lizano Gutiérrez (Costa Rica)

  • Saturnino Lizano Gutiérrez (1826-1905) war von 6. Juli bis 10. August 1882 Präsident von Costa Rica.

Präsident Santos (Uruguay)

  • Máximo Santos (18471889) war ein uruguayischer Militär und Politiker. Santos gehörte der Partido Colorado an und war vom 1. März 1882 bis zum 1. März 1886, sowie erneut vom 24. Mai 1886 bis zum 18. November 1886 Präsident von Uruguay.

Valencia (Schiff)

  • Die Valencia war ein 1882 in Dienst gestelltes Passagierschiff der US-amerikanischen Reederei Pacific Coast Steamship Company, das für den Liniendienst an der kanadischen und amerikanischen Pazifikküste eingesetzt wurde. Sie beförderte Passagiere und Fracht von Kalifornien nach Alaska und später nach Seattle. Am 22. Januar 1906 verfehlte die Valencia bei schwerer See und starken Winden vor Vancouver Island die Einfahrt in die Juan-de-Fuca-Straße und prallte auf ein Riff. Wegen der schlechten Wetterverhältnisse und der aufgewühlten See konnten Rettungsschiffe nichts für die Schiffbrüchigen tun. 136 Menschen kamen ums Leben. Der Untergang der Valencia gilt als eine der größten maritimen Katastrophen im pazifischen Nordwesten.

QUELLEN

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21.02.2009 Artikel eröffnet

27.10.2011 Grundstock erstellt

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