1937

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Januar

0121D: Marcel Boulestin startet die erste Fernseh-Kochshow

  • Fernseh-Kochshows boomen, Kochbücher überschwemmen die Ramschtische. Gleichzeitig florieren Fertiggerichte und Fast Food. Dass aber die erste TV-Kochshow ausgerechnet in England erfunden wurde, klingt grotesk. Dabei machte sie gar kein Brite, sondern der Franzose Marcel Boulestin. (dradio.de)

Februar

0203D: Zeitschrift für Tierpsychologie

  • Hilfe, mein Hund will einfach nicht den Postboten in Ruhe lassen! Der Wellensittich hat Angst vor Besuch, und der Goldfisch guckt immer so traurig. Fälle für den Tierpsychologen? Nun ja. (WDR ZeitZeichen 2017)

März

0308D: Howie Morenz

  • Howard William „Howie“ Morenz (* 21. September 1902 in Mitchell, Ontario; † 8. März 1937 in Montreal, Québec) war ein kanadischer Eishockeyspieler, der von 1923 bis 1937 für die Montréal Canadiens, Chicago Black Hawks und New York Rangers in der National Hockey League (NHL) auf der Position des Centers spielte. Mit den Canadiens gewann er dreimal den Stanley Cup. 1937 brach sich Morenz während eines Ligaspiels das linke Bein. Nach der folgenden Operation kam es zu Komplikationen und der Stürmer starb wenig später an den Folgen einer Embolie. Die Montréal Canadiens sperrten daraufhin seine Rückennummer 7, sie wird seither von keinem Spieler des Teams mehr getragen. Howie Morenz wurde 1945 in die neu gegründete Hockey Hall of Fame aufgenommen. (Artikel des Tages)

April

0426D: Luftangriff auf Guernica

  • Lässt sich ein Krieg nur aus der Luft gewinnen? Ohne den Einsatz von Bodentruppen? Erstmals wurden derartige Fragen in den 1930er Jahren diskutiert, von Hitlers Militärstrategen in Vorbereitung des Großen Kriegs. (WDR ZeitZeichen 2017)
  • Vor 70 Jahren bombardierten deutsche Flieger die baskische Kleinstadt Guernica, die heilige Stadt der Basken. Die Weltöffentlichkeit war erschüttert. Pablo Picassos Bild "Guernica" wurde zum Symbol des Bombenterrors gegen eine wehrlose Zivilbevölkerung. (dradio.de)

0428D: Cinecittà (Rom)

  • Die Studioanlagen der Cinecittà vor den Toren von Rom bilden die Traumfabrik des italienischen Kinos. Architektonisch lehnen sie sich an antike römische Vorbilder an. Benito Mussolini legte 1936 den Grundstein und weihte Cinecittà dann am 28. April 1937 ein. (dradio.de)

Mai

0506D: Zeppelin-Unglück in Lakehurst

  • Es war wohl die schiere Größe der letzten Riesenluftschiffe und ihre Fähigkeit, lautlos im Himmel hängen zu können, woran sich die Phantasie des Publikums vornehmlich entzündete. Als der größte aller Zeppeline, die "Hindenburg", heute vor 70 Jahren in Lakehurst bei New York verbrannte, ging auch eine fast surreale Art des Reisens zu Ende. (dradio.de)
  • Hupkonzert in den Straßen, der Verkehr kommt zum Erliegen. Ganz New York beobachtet, wie das Luftschiff "Hindenburg", mit 240 Metern Länge das größte und luxuriöseste Luftschiff der Welt, elegant einen Bogen um das Empire State Building zieht. CBS-Reporter Herb Morris berichtet live, wie beim Landemanöver auf dem Marinelufthafen Lakehurst am Heck der Hindenburg plötzlich Feuer ausbricht: "Schrecklich. Es fällt runter. Die Passagiere... meine Damen und Herren, ich kann nicht reden. Schlimmste Katastrophe der Welt." 13 Passagiere und 22 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Dass 62 Menschen die Katastrophe überleben, gleicht einem Wunder. (aref.de 2017)

0513D: Pogrom von Brest

  • Als Pogrom von Brest (1937) werden antijüdische Ausschreitungen bezeichnet, die am 13. Mai 1937 in der damals zu Polen gehörenden Stadt Brest (poln. Brześć nad Bugiem, „Brest am Bug“) Dutzende Verletzte forderten. In der Stadt lebten damals überwiegend Juden und Polen.

0528D: Golden-Gate-Brücke

  • Die Golden Gate Bridge (engl. Goldenes-Tor-Brücke) ist eine Hängebrücke am Eingang zur Bucht von San Francisco am Golden Gate in Kalifornien. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt San Francisco, der gesamten Bay Area und für viele neben der Freiheitsstatue von New York ein Symbol für die Vereinigten Staaten. Das Bauwerk überspannt seit 1937 die Golden-Gate-Straße, den Eingang zur San Francisco Bay, mit einer lichten Durchfahrtshöhe von 67 Metern bei Hochwasser und verbindet mit seinen sechs Fahrspuren San Francisco mit den nördlichen Gebieten des Marin County und dem weniger dicht besiedelten Napa- und Sonoma-Valley. Ein optisch als Bogenbrücke ausgelegtes Segment der Zufahrt der Brücke überspannt auf der Stadtseite das Fort Point.
  • Täglich rollen rund 100.000 Autos und 6000 Fahrräder über die Golden Gate Bridge. Sie ist Magnet für Bewohner und Besucher der Stadt an der US-Westküste. Lange hieß es, es sei unmöglich eine Hängebrücke über die Bucht zu bauen. Seit sie vor 75 Jahren eröffnet wurde hat sie Erdbeben, Bombendrohungen und große Feiern überstanden. (dradio.de)
  • Die Golden-Gate-Brücke wird für den Verkehr freigegeben. Mit 2,7 km Länge ist sie (bis 1964) die längste Hängebrücke der Welt. (aref.de)

0528D: Volkswagen AG (Firma)

  • Die Volkswagen AG, abgekürzt VW AG, mit Sitz in Wolfsburg, ist die Muttergesellschaft des Volkswagen-Konzerns und der größte Automobilhersteller Europas. Zum Konzern gehören heute die Marken Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Seat, Škoda, Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Scania. Ursprung des heutigen Konzerns ist die Entwicklung eines Volkswagens durch Ferdinand Porsche. Zu diesem Zweck wurde von der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ am 28. Mai 1937 in Berlin die Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens mbH (Gezuvor) gegründet. Anfang 1938 begann zunächst der Bau des „Vorwerkes“ Braunschweig; gefolgt vom eigentlichen Volkswagenwerk bei Fallersleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen von der Militärverwaltung der Britischen Besatzungszone unter dem Namen Wolfsburg Motor Works weiterbetrieben. Am 22. August 1960 wurde die Volkswagenwerk G.m.b.H., die sich nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Besitz des Landes Niedersachsen befand, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Auf Beschluss der Hauptversammlung 1985 ist der Name des Unternehmens seither „Volkswagen AG“. Neben der Automobilherstellung gehören auch Finanz- und Logistikdienstleistungen zum Volkswagen Konzern.

Juni

0611D: der Sowjet-Marschall Michail Tuchatschewski wird hingerichtet

  • Vor 70 Jahren wurde der sowjetische Vize-Verteidigungsminister Michail Tuchatschewski aus fadenscheinigen Gründen von einem Moskauer Sondergericht zum Tode verurteilt. Mit der Liquidation seines Widersachers begann Josef Stalin eine bis heute unvergleichbaren Massenmord von Offizieren der Roten Armee. (dradio.de)
  • Die Rote Armee spielte in der jungen Sowjetunion eine unangefochtene Rolle. Doch 1937 beginnt Stalin auch die Armeeführung seiner persönlichen Macht zu unterwerfen: Das Todesurteil gegen den populären Marschall Tuchatschewski wurde zum Auftakt einer monatelangen Terrorwelle. (dradio.de)

0629D: Amelia Earharts verschwindet im Pazifik

  • Bei dem Versuch, die Erde im Flugzeug zu umrunden, verschwand Amelia Earhart auf rätselhafte Weise über dem Pazifik. Am 29. Juni 1937 landete sie zum letzten Zwischenstopp in Neuguinea. Bis heute suchen Forscher nach Spuren der verschollenen Pilotin. (dradio.de 2017)

Juli

0701D: der evangelische Pastor Martin Niemöller wird von der Gestapo verhaftet

  • Der evangelische Pfarrer Martin Niemöller verbrachte während der Naziszeit über sieben Jahre in Konzentrationslagern. u Beginn stand er Adolf Hitler wohlwollend gegenüber. Doch die Anmaßung des neuen Regimes, die Treue zu Hitler über die christliche Botschaft zu stellen, war für den Theologen nicht akzeptabel - was er auch in seinen Predigten deutlich machte. (dradio.de)

0703D: Karl Jaspers wird die Lehrbefugnis an der Heidelberger Universität entzogen

  • Der Psychiater und Philosoph Karl Jaspers unterrichtete seit 1916 an der Universität Heidelberg, wo er zu den renommiertesten Gelehrten einer Alma Mater gehörte, die nicht zuletzt wegen ihres liberalen und demokratischen Geistes gerühmt wurde. 1933, mit Beginn der Kanzlerschaft Adolf Hitlers, wurde alles anders. (dradio.de)

0711D: Max Winter

  • Max Winter (* 9. Jänner 1870 in Tárnok, Österreich-Ungarn; † 11. Juli 1937 in Los Angeles, Kalifor­nien, Vereinigte Staaten) war ein öster­reichi­scher Repor­ter, Journa­list, Schrift­steller und Politi­ker. Er gilt als der Schöpfer der Sozial­repor­tage im deutsch­sprachi­gen Raum. Sein Werk zeich­net sich durch eine beacht­liche Viel­falt an Genres aus. Neben reali­täts­treuen und detail­reichen Repor­tagen nach dem Motto „Aufklä­rung und Auf­deckung“ schrieb er Gedichte, Märchen, Bühnen­stücke und auch einen Roman. Erst in den 1980er-Jahren wurde er als Pionier und Meister der Sozial­repor­tage wieder­ent­deckt und wird seit­her in Lehrbü­chern als Vor­bild präsen­tiert. Seine Sozial­repor­tagen haben das Genre sowohl thema­tisch als auch metho­disch und formal entschei­dend weiter­ent­wickelt. Histo­riker erkennen in seinen Sozial­repor­tagen Vor­läufer der moder­nen All­tags­geschichts­forschung. (Artikel des Tages)

0712D: Picassos "Guernica" sorgt international für Aufsehen

  • Die Bombardierung der Stadt Guernica im April 1937 durch die Truppen General Francos und der deutschen Nationalsozialisten veranlasste Pablo Picasso dazu, ein Monumentalbild als Manifest gegen Terror, Gewalt und Unterdrückung zu malen. Am 12. Juli 1937 wurde Picassos großformatiges "Guernica" erstmals in Paris der Öffentlichkeit gezeigt. (dradio.de)

0715D: KZ Buchenwald

  • Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 250.000 Menschen aus allen Ländern Europas im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt, darunter 11.000 Juden.[1] Während der Annäherung der 3. US-Armee übernahmen am 11. April 1945 die Häftlinge die Leitung des Lagers von der abziehenden SS; bereits seit dem 8. April hatten viele Häftlinge durch Boykott und Sabotage ihre „Evakuierung“ verhindert und die US-Armee per Funk um Hilfe gerufen.[2][3] Nach Abzug der US-Truppen wurden Teile des Geländes von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager Nr. 2 genutzt. Es existierte bis 1950 und forderte 7.000 Todesopfer. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers ließ die Regierung der DDR 1958 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnen. Heute finden sich in der ab 1991 neugestalteten Gedenkstätte Buchenwald viele Ausstellungen zur Geschichte des Konzentrationslagers.
  • In einem Waldgebiet auf dem Ettersberg, nur wenige Kilometer von Weimar entfernt, wurde am 15. Juli 1937 das Konzentrationslager Buchenwald eröffnet. Zehntausende kamen bis zur Befreiung am 11. April 1945 in Buchenwald ums Leben. (dradio Kalenderblatt)

0719D: Entartete Kunst (Ausstellung)

  • Die Ausstellung „Entartete Kunst“ war eine von den Nationalsozialisten organisierte Propagandaausstellung in München. Sie wurde am 19. Juli 1937 in den Hofgartenarkaden eröffnet und endete im November desselben Jahres. Parallel fand die einen Tag zuvor eröffnete „Erste Große Deutsche Kunstausstellung“ statt, so dass „Entartete Kunst“ und die vom Regime geförderte Kunst, die sogenannte „Deutsche Kunst", gegenübergestellt wurden. Der Münchner Ausstellung folgte bis 1941 eine Wanderausstellung unter demselben Titel, die in zwölf Städten Station machte, jedoch teilweise andere Exponate zeigte. Die Münchener Ausstellung wurde von Adolf Ziegler organisiert, der auch die vorhergehenden Beschlagnahmungen leitete. So wurden von der Kommission um Ziegler in Sammlungen und Museen wie dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln, dem Folkwang-Museum in Essen, der Kunsthalle in Hamburg, dem Landesmuseum in Hannover und der Neuen Abteilung der Nationalgalerie in Berlin als „entartet“ geltende Kunstwerke zur Verwendung in der Schau ausgesucht, von denen dann 600 tatsächlich gezeigt wurden. Sie repräsentierten die geschmähten Kunststile Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus und Neue Sachlichkeit. Um eine „chaotisch“ erscheinende Wirkung zu erzielen, wurden die Werke in den Ausstellungsräumen absichtlich unvorteilhaft gehängt und mit Schmäh-Sprüchen an den Wänden versehen. Damit war die gesamte Ausstellung auf ihre propagandistische Wirkung hin ausgerichtet. Die Ausstellung „Entartete Kunst“ hatte laut offiziellen Angaben 2.009.899 Besucher und war, auch wenn diese Zahl geschönt ist, bis dahin eine der meistbesuchten Ausstellungen Moderner Kunst.
  • "Entartete Kunst" - das war die Überschrift, unter der die Nazis ihren ideologischen Kampf gegen die künstlerische Avantgarde ihrer Zeit führten. Verfemt waren Werke, die nicht in das sogenannte völkische Weltbild passten. Verfolgt wurden ihre Urheber als missratene Künstler. Am 19. Juli 1937 wurde die zu Propagandazwecken konzipierte Wanderausstellung "Entartete Kunst" in München eröffnet. (dradio.de)

0722D: Karl Tschuppik

  • Karl Tschuppik (* 26. Juni 1876 in Horowitz oder Melnik, Böhmen, Österreich-Ungarn, heute Tschechien; † 22. Juli 1937 in Wien) war ein österreichischer Journalist, Feuilletonist, Publizist und Herausgeber. Karl Tschuppik arbeitete für Zeitungen wie das Prager Tagblatt, dem er von 1898 bis 1917 als Redakteur und Herausgeber angehörte, und publizierte in zahlreichen zumeist dem linksintellektuellen Spektrum zuordenbaren Zeitungen und Zeitschriften in Wien und Berlin. Er war einer der bedeutendsten österreichischen Publizisten vor 1938. Bei bedeutenden zeitgenössischen Publizisten und Journalisten wie Max Brod, Joseph Roth oder Friedrich Funder fanden seine Publikationen große Anerkennung, Friedrich Torberg würdigte ihn in seiner Tante Jolesch. Tschuppik sowie sein publizistisches Schaffen, das von der Ablehnung sowohl des Nationalsozialismus und Deutschnationalismus als auch des Austrofaschismus geprägt war, galten lange Zeit als vergessen. Für die nationalsozialistische Propaganda diente Tschuppik als häufiges Angriffsziel unter den Publizisten; so war er bereits auf der ersten, 1933 veröffentlichten „Schwarzen Liste“ der „schädliches und unerwünschtes Schrifttum“ verbreitenden Autoren nicht nur aufgelistet, sondern auch gesondert erwähnt. (Artikel des Tages)

0730D: NKWD-Befehl Nr. 00447 (Sowjetunion)

  • Der NKWD-Befehl Nr. 00447 (eigentlich Operativer Befehl des Volkskommissariats für Inneres der UdSSR Nr. 00447 „Über die Operation zur Repression ehemaliger Kulaken, Krimineller und anderer antisowjetischer Elemente“), auch kurz „Kulakenoperation“ genannt, war ein am 30. Juli 1937 erteilter, streng geheimer Deportations- und Mord­befehl des sowjetischen Innen­ministeriums NKWD. Auf seiner Grund­lage wurden von August 1937 bis November 1938 zirka 800.000 bis 820.000 Personen verhaftet, davon mindestens 350.000 – Schätzungen reichen bis zu 445.000 – erschossen, die übrigen in Lager des Gulag eingewiesen. Damit war dies die größte der Massen­operationen des Großen Terrors. Der Geheimbefehl wurde erst 1992 veröffentlicht. Die seither gefundenen Quellen zu seiner Vorbereitung und Umsetzung offenbaren, dass die Führung der Sowjetunion bzw. ihrer Kommunistischen Partei die Strafverfolgung und den Massenmord direkt befahl und leitete. Zugleich musste das bisherige Bild, wonach der Große Terror primär gesellschaftliche Eliten traf, revidiert werden. Denn anders als die öffentlichen Schauprozesse, richtete sich die „Kulakenoperation“ gegen einfache Bürger der Sowjetunion, darunter Bauern, Dorfgeistliche, als asozial oder kriminell eingestufte Personen und frühere Angehörige von Oppositionsparteien. (Artikel des Tages)

August

0821D: die Sowjetunion und China schliessen in Nanking einen Nichtangriffspakt

  • Japan trachtete Anfang der 1930er-Jahre nach der Vorherrschaft in Ostasien. Ein Zusammenstoß national-chinesischer und japanischer Truppen führte im Juli 1937 zum Krieg. Doch China erhielt Unterstützung aus Moskau. (dradio.de)

Oktober

1027D: Chester Carlson und sein Fotokopierverfahren

  • Der Physiker Chester Carlson meldete am 27. Oktober 1937 ein Patent an, das die Büroarbeit vom Fluch des Abschreibens befreien sollte: den automatischen Fotokopierer. Das Geschäft mit Kopien wurde allerdings erst mehr als 20 Jahre später zum Selbstläufer. (dradio.de 2017)

November

1105D: Hoßbach-Niederschrift

  • Die Hoßbach-Niederschrift, oft auch als Hoßbach-Protokoll bezeichnet, ist eine von Oberst Friedrich Hoßbach ohne Auftrag nach schlagwortartigen Notizen angefertigte Niederschrift über eine Besprechung am 5. November 1937 in Berlin, während der Adolf Hitler in einem mehrstündigen Monolog den wichtigsten Vertretern der Wehrmacht und dem Außenminister die Grundzüge seiner auf gewaltsame Expansion ausgerichteten Außenpolitik darstellte. Die Hoßbach-Niederschrift ist eine zentrale Quelle für die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs und diente der Anklagevertretung in den Nürnberger Prozessen als Beweismittel dafür, dass die Angeklagten einen Angriffskrieg vorbereiteten.
  • Das sogenannte "Hoßbach-Protokoll" hält eine Geheimrede Adolf Hitlers vor einem ausgesuchten Kreis am 5. November 1937 fest. Das Protokoll zeigt Hitlers Pläne, möglichst bald per Angriffskrieg das deutsche Gebiet zu vergrößern und lässt die zunehmende Radikalisierung der NS-Innen- und Außenpolitik erkennen. (dradio.de)

Dezember

1209D: Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg

  • Japanische Truppen beginnen im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg mit der Belagerung von Nanking.

1211D: Italien tritt aus dem Völkerbund aus

  • Nach dem Ersten Weltkriegs sollte mit der Gründung des Völkerbundes 1920 der Versuch unternommen werden, Konflikte friedlich zu lösen. Als Italien am 11. Dezember 1937 austrat, löste es sich von dieser Vorstellung - wenig später begann der Zweite Weltkrieg. (dradio.de)

1213D: Massaker von Nanking

  • Die Massaker von Nanking waren Kriegsverbrechen im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg der japanischen Besatzer in der chinesischen Hauptstadt Nanking. Laut der Ergebnisse der Kriegsverbrecherprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mindestens 200.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet und rund 20.000 Mädchen und Frauen vergewaltigt. Das Massaker begann nach der Besetzung der Stadt am 13. Dezember 1937 durch japanische Truppen und dauerte ungefähr sechs bis sieben Wochen.
  • Am 13. Dezember 1937 erreichte die japanische Armee die chinesische Hauptstadt Nanking. Bei dem anschließenden Massaker mordeten, vergewaltigten und plünderten die Japaner. Auf politischer Ebene wird bis heute um die Zahl der Opfer gestritten. (dradio.de)

Lexikon

Dersim-Aufstand

  • Der Dersim-Aufstand war nach der Niederschlagung des Scheich-Said-Aufstands der letzte große Kurdenaufstand in der Türkei. Er ereignete sich 1937/38 in der Region, die in etwa der heutigen Provinz Tunceli entspricht, und wurde angeführt von den Eliten der sogenannten Dersim-Kurden, welche zu den Zaza zählen. Als Anführer gilt Said Rıza. Staatlichen türkischen Berichten zufolge sollen zehn Prozent der damals insgesamt 65.000 bis 70.000 Einwohner der betroffenen Teile des historischen Dersims im Verlauf der Auseinandersetzungen getötet worden sein. Wahrscheinlich waren es 10.000 Todesopfer oder mehr. Die Regierung schlug die Revolte mit massiver Gewalt gegen Rebellen und Zivilisten nieder. Zahlreiche Bewohner wurden aus ihren Dörfern vertrieben, die anschließend zerstört wurden. Die Verluste auf Seiten der Armee betrugen etwa 100 Soldaten. Im Jahr 2011 entschuldigte sich die türkische Regierung für die Massaker und räumte 13.806 Todesopfer ein. (Artikel des Tages)

Flugzeug Grumman F4F Wildcat

  • Die Grumman F4F Wildcat war ein trägergestütztes Jagdflugzeug der United States Navy. Sie wurde ab 1935 als Nachfolger der bis dahin veralteten Doppel­decker­jagdflugzeuge entwickelt und war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs das Standard­jagdflugzeug auf den Flugzeugträgern der US-Marine. Die Wildcat trug bis in die erste Hälfte des Jahres 1943 die Hauptlast der Kämpfe auf dem pazifischen Kriegs­schauplatz und konnte durch geschickte Taktiken gegen die überlegenen, weil wendigeren, japanischen A6M-Zero-Jäger bestehen. Auch die Royal Navy setzte das Modell, bezeichnet als Martlet, auf ihren Flugzeug­trägern ein. Die Wildcat wurde ab Sommer 1943 durch die leistungs­fähigere F6F Hellcat ersetzt, blieb aber trotzdem bis 1945 vor allem auf Geleit­flugzeug­trägern im Einsatz. Die F4F gilt als Ursprung der berühmten „Katzen-Familie“ von Grumman, deren Tradition sich bis zur F-14 Tomcat fortsetzte. Heute sind noch etwa 18 flugfähige Maschinen erhalten, etliche weitere stehen in verschiedenen Museen rund um die Welt. (Artikel des Tages)]

Icelandair

  • Icelandair ist eine isländische Flug­gesellschaft mit Sitz in Keflavík, die ausschließlich internationale Flug­strecken bedient. Ihr Hub befindet sich am Flug­hafen Keflavík. Sie ist Teil der Holding Icelandair Group. Icelandair kontrolliert als größte Gesellschaft praktisch diesen Unternehmens­verbund, zu dem neben Icelandair die Inlands­flug­gesellschaft Air Iceland und die Fracht­flug­gesellschaft Bluebird Cargo gehören, sowie etliche Beteiligungen an vielen europäischen Flug­gesellschaften und mehrere kleinere Gesell­schaften, die in der Vermarktung aktiv oder in die Flug­hafen­infra­struktur eingebunden sind. Die Anfänge der Airline reichen mit der Gründung der Flug­gesellschaft Flugfélag Akureyrar bis ins Jahr 1937 zurück. 1973 fusionierte die daraus entstandene Flugfélag Íslands mit der Flug­gesellschaft Loftleiðir Icelandic zur Holding Flugleidir, mit internationalem Auftritt unter dem heute noch verwendeten Namen Icelandair. Bis Anfang 1999 war für 43 Jahre der Flughafen Luxemburg das wichtigste Zentral­europa-Drehkreuz der Airline. In den Jahren 2006 bis 2011 lag das jährliche Passagier­aufkommen im Bereich von 1,5 bis 1,8 Millionen. Die Flotte der Airline besteht aus 24 Flug­zeugen des Herstellers Boeing, mit 16 des Types 757-200. (Artikel des Tages)

Panzerkampfwagen IV

  • Der Panzerkampfwagen IV (kurz PzKpfw IV oder Panzer IV) war ein mittlerer deutscher Panzer des Zweiten Weltkrieges. Anfangs nur in sehr geringen Stückzahlen hergestellt, wurde der von Krupp entwickelte und von 1937 bis Kriegsende produzierte Panzer IV mit 8500 Exemplaren der meistgebaute deutsche Panzerkampfwagen. Der zunächst mit einer kurzen Kanone ausgestattete Panzer war ursprünglich als Unterstützungsfahrzeug gedacht, jedoch änderte sich sein Einsatzspektrum mit dem Einbau einer langen Kanone grundlegend. Obwohl er aufgrund der Rezeption in der Militärliteratur nicht den Bekanntheitsgrad eines Panther oder Tiger erreichte, war er in der zweiten Kriegshälfte der wichtigste deutsche Panzer. Darüber hinaus diente das Fahrgestell als Basis für zahlreiche Waffenträger. (Artikel des Tages)

Roman "Der Tod auf dem Nil" (Christie)

  • Der Tod auf dem Nil ist der 22. Kriminalroman von Agatha Christie. Er erschien zuerst am 1. November 1937 im Vereinigten Königreich im Collins Crime Club und im folgenden Jahr in den USA bei Dodd, Mead and Company. Die deutsche Erstausgabe wurde vom Scherz Verlag 1959 unter dem Titel Tod auf dem Nil herausgegeben; 2005 erschien eine neue Übersetzung von Pieke Biermann im S. Fischer Verlag. Es ermittelt Hercule Poirot gemeinsam mit Colonel Race. Der Roman spielt überwiegend in Ägypten auf einem Nildampfer.
  • Eigentlich will Hercule Poirot nur Urlaub machen. Doch auf dem Nildampfer, mit dem der belgische Meisterdetektiv eine Kreuzfahrt unternimmt, wird eine schöne Millionärserbin ermordet. Fast jeder der Mitreisenden kommt als Täter infrage, auch der Gatte des Opfers und seine Exgeliebte, die allerdings beide ein bombenfestes Alibi haben. Doch Poirot wäre nicht Poirot, wenn er sich dadurch täuschen ließe. Mit der gewohnten Mischung aus Charme und Beharrlichkeit befragt er die Passagiere und kommt nebenbei allerlei verborgenen Süchten und Marotten der britischen Upperclass auf die Spur. Immer wieder lässt er sich auf falsche Fährten lenken, doch am Ende findet er dank seiner brillanten Kombinationsgabe die Lösung. Man kann Agatha Christies klassischem Detektivroman einiges vorwerfen: Die Handlung wirkt bisweilen unglaubwürdig, die Charaktere sind recht einfach gestrickt und am Ende ist die heile Welt wiederhergestellt. Doch dies sind Kleinigkeiten angesichts der Tatsache, dass das Buch von der ersten bis zur letzten Seite einfach ein spannendes Lesevergnügen ist. (getAbstract)

Roman "Jenseits von Afrika" (Blixen)

  • Jenseits von Afrika ist ein Roman, eine Autobiografie, eine Erzählungssammlung und eine völkerkundliche Abhandlung in einem. Wer es als historisches Dokument des untergegangenen kolonialen Afrika liest, wird daraus Gewinn ziehen. Wer es als Emanzipationsgeschichte einer Frau zwischen Männern, einer Europäerin unter Afrikanern, einer Dänin unter Briten liest, ebenfalls. Als Zeugnis eines scheiternden Versuchs der Annäherung an Afrika ist es rührend und ernüchternd zugleich. Als bilderreiche Selbstinszenierung einer Möchtegern-Aristokratin ist es unangenehm entlarvend. Als literarischer Text ist es äußerst vielfältig und facettenreich, oft skizzenhaft und lose gestrickt, aber im Ganzen stimmig. Es blitzen auch immer wieder Momente von poetischer Kraft und kluge Metaphern auf. Nicht zuletzt aber als historisches Dokument genießt das Buch zu Recht Klassikerstatus. (getAbstract)

Roman "Jugend ohne Gott" (Horváth)

  • In seinem 1937 erschienenen Roman Jugend ohne Gott widmet sich Ödön von Horváth der Generation der damals 14-Jährigen. Unter der Diktatur zu Gehorsam, Menschenverachtung und Rassenhass erzogen, sind sie zu seelenlosen Monstern verkommen. Zu jung, um noch die Schrecken des Ersten Weltkrieges erlebt zu haben, träumen sie vom Kriegsheldentum. In einem aufs Äußerste verknappten, dabei doch bildhaften Stil beschreibt Horváth eine Jugend ohne Orientierung, Empathie und Zivilcourage. Auch der Ich-Erzähler, ein Lehrer, ist kein Held, sondern repräsentiert den Typus des Mitläufers. Erst durch einen Mordfall unter seinen Schülern entwickelt er den Mut, die Wahrheit zu sagen, und findet dadurch zu seinem Glauben an Gott zurück. Das zentrale Thema des Romans, der im Gewand eines Krimis daherkommt, ist der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft: Wie kann der Einzelne seine humanistischen Ideale in einer von Opportunismus und Eigennutz beherrschten Welt leben? Horváths mystisch-religiöse Antwort mag nicht jeden überzeugen, dennoch regt das Buch auch heute noch zum Nachdenken an. (getAbstract 2018)

Roman "Von Mäusen und Menschen" (Steinbeck)

  • Nichts wird gut in Von Mäusen und Menschen: Die Maus ist von Anfang an tot, und dann sterben wenig später ein alter und ein junger Hund, eine fiese Frau und ein kindlicher Riese. Vor allem aber stirbt für die Überlebenden der Traum von Freundschaft und einem würdevollen Leben. 1937 veröffentlicht, spiegeln sich in der Geschichte die seelischen Verwüstungen, die das gnadenlos angewandte Recht des Stärkeren in Zeiten der Weltwirtschaftskrise hinterlässt. Doch John Steinbeck wäre nicht ein Meister amerikanischer Erzählkunst, wenn er die düstere Geschichte nicht zwischen den Zeilen mit vorsichtigem Optimismus aufgehellt hätte. „Es gibt ein Grundthema in jeder ehrlichen Literatur“, schrieb er 1938. „Versuche, deine Mitmenschen zu verstehen. Wer einander versteht, ist auch freundlich zueinander. Einen Menschen gut zu kennen, führt niemals zu Hass und fast immer zu Liebe.“ Die Hoffnung ist in Steinbecks Werken nie mausetot. (getAbstract 2016)

Sinfonie op. 47 (Schostakowitsch)

  • Die 5. Sinfonie in d-Moll op. 47 von Dmitri Schostakowitsch ist eine Sinfonie in vier Sätzen für Orchester.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Über die fünfte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch gibt's viele Spekulationen: Ist sie eine Anpassung ans System oder eben gerade das Gegenteil - eine zynische Antwort darauf? 1937 wurde sie uraufgeführt, unter grossem Jubel des Publikums. Und auch die Parteiführung nahm es wohlwollend auf, das neue Opus von Schostakowitsch. Schostakowitsch war also rehabilitiert nach dem vernichtenden Artikel in der «Prawda» über seine Oper «Lady Macbeth von Mzenzk». Die Frage ist nur, ob man damals genau hingehört hat. Ob man tatsächlich überhört hat, dass der Schluss dieser 5. Sinfonie kein Triumphmarsch, sondern ein Todesmarsch ist: «Was in der Fünften vorgeht, sollte meiner Meinung nach jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen». So sagt Schostakowitsch später. Annelis Berger diskutiert in der Diskothek fünf Aufnahmen dieses Werkes mit ihren Gästen, Lena-Lisa Wüstendörfer und Hans-Georg Hofmann. (SRF Diskothek im Zwei 2014)

Stalin, der Diktator

  • Das Mädchen aus Sibirien lächelt glücklich, ihre schwarzen Mandelaugen strahlen. Vertrauensvoll schmiegt sich die siebenjährige Gelja Marzikova an die Schulter des fremden Mannes, überreicht ihm Blumen. Josef Stalin, der allmächtige Diktator, hat sie gütig lächelnd auf seinen Arm genommen. Stalin, wie er sich der Öffentlichkeit zeigt: als gutmütiges "Väterchen". Als er 1953 stirbt, ist Gelja, inzwischen Waise, endlos traurig. "Viel später habe ich erfahren, welch schreckliche Verbrechen Stalin begangen hat", sagt die alte Frau heute. Erst nach Jahrzehnten erkennen die Russen die wahre Fratze Stalins - viele jedoch glorifizieren ihn bis heute. Seinen Gräueltaten am eigenen Volk fielen mehr Menschen zum Opfer als den Deutschen im Weltkrieg. Auch Geljas Eltern. (Quelle: www.phoenix.de) (youtube.com: 100 Jahre)

Quellen

Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel, daraus wird dann der Einleitungstext im ersten Abschnitt zitiert. Alle anderen Quellen sind am blauen Link am Schluss des jeweiligen Abschnitts erkennbar, daraus stammt dann auch der Text des Abschnitts.