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*Beginn des Konsulats von Gaius Servilius Structus Ahala und Lucius Papirius Mugillanus, der zum zweiten Mal dieses Amt ausübt. | *Beginn des Konsulats von Gaius Servilius Structus Ahala und Lucius Papirius Mugillanus, der zum zweiten Mal dieses Amt ausübt. | ||
== | ==WELTALL== | ||
[ | *'''663:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] Um das Jahr 663 v. Chr. herum trifft ein weiterer starker Strom energiereicher Teilchen die Erde und löst ein Miyake‑Ereignis in historischer Zeit aus. Die erhöhte kosmische Strahlung bewirkt erneut einen sprunghaften Anstieg kosmogener Isotope, sodass in der Atmosphäre mehr C14 produziert wird, das sich in den Jahresringen von Bäumen auf der Nord‑ und Südhalbkugel nachweisen lässt. In modernen Untersuchungen fällt diese Zeitspanne durch einen markanten Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen und durch entsprechende Signaturen in polaren Eisbohrkernen auf. Die Datierung zeigt, dass sich dieses Ereignis nur wenige Jahrhunderte vor Beginn der schriftlich überlieferten Antike ereignet und damit einen wichtigen Referenzpunkt für die Verknüpfung naturwissenschaftlicher Chronologien mit historischen Zeitskalen liefert. Zusammen mit den Ereignissen von 774 und 993 n. Chr. zeichnet 663 v. Chr. ein Bild wiederkehrender, außergewöhnlicher Strahlungsausbrüche, deren Ursache weiterhin unklar bleibt, die aber im Mittel in tausendjährigen Abständen auftreten. | ||
*In | *[[-425#WELTALL | Fortsetzung 425]] | ||
*'''5259:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] Im Jahr 5259 v. Chr. setzt ein weiterer kurzzeitiger, aber sehr intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung ein, der die Erde trifft und als Miyake‑Ereignis in Erscheinung tritt. Die kosmische Strahlung verstärkt die Produktion kosmogener Isotope, insbesondere von C14, in der oberen Atmosphäre deutlich über das normale Niveau hinaus. Bäume, die in dieser Zeit wachsen, nehmen das dadurch angereicherte Kohlendioxid auf und bilden Jahresringe, in denen der Radiokohlenstoff‑Gehalt auffällig ansteigt. In der heutigen Laboranalyse erscheint das Jahr 5259 v. Chr. im zeitlichen Verlauf der C14‑Konzentration als gut definierter Peak, dessen Form und Ausdehnung Rückschlüsse auf Dauer und Intensität des zugrunde liegenden kosmischen Ereignisses zulassen. Forschungsarbeiten, die Baumringdaten mit Eisbohrkernen kombinieren, identifizieren 5259 v. Chr. als eines der markantesten bislang entdeckten Ereignisse vor der historischen Zeit und erweitern damit das bekannte Spektrum möglicher Intensitäten dieser Strahlungsausbrüche. | |||
*'''5410:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] Im Jahr 5410 v. Chr. ereignet sich ein weiterer intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung, der ein Miyake‑Ereignis in der globalen Isotopensignatur hinterlässt. Die erhöhte kosmische Strahlung erzeugt in der Atmosphäre zusätzliche Mengen an C14, die sich im Kohlendioxid anreichern und in die Biomasse der zu dieser Zeit lebenden Bäume eingehen. In den Jahresringen dieser Bäume bildet sich ein plötzlicher Anstieg des Radiokohlenstoff‑Gehalts ab, der sich mit dendrochronologischen Methoden Jahr für Jahr nachvollziehen lässt. Später werden Holzproben aus archäologischen Kontexten und natürlichen Ablagerungen hochpräzise auf ihren C14‑Gehalt untersucht, wobei 5410 v. Chr. als eigenständiger Peak mit charakteristischer Peakbreite sichtbar wird. Die Analysen verdeutlichen, dass dieses Ereignis nicht isoliert auftritt, sondern zusammen mit anderen Miyake‑Ereignissen eine Abfolge starker Strahlungsausbrüche bildet, die weiterhin nicht eindeutig einer bestimmten astrophysikalischen Quelle zugeordnet werden kann. | |||
*'''7176:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] Im Jahr 7176 v. Chr. erreicht erneut ein starker Strom kosmischer Strahlung die Erde und löst ein weiteres Miyake‑Ereignis aus. In der Atmosphäre erhöhen die energiereichen Teilchen die Produktionsrate kosmogener Isotope; es entsteht insbesondere vermehrt C14, das über das atmosphärische Kohlendioxid in das Holz wachsender Bäume gelangt. Die Bäume dieser Zeit bilden Jahresringe mit deutlich erhöhtem Radiokohlenstoff‑Anteil, sodass sich für 7176 v. Chr. ein markanter Sprung im C14‑Profil zeigt. In der Gegenwart analysieren Forschende Baumproben und erkennen diesen abrupten Anstieg als Signatur eines Miyake‑Ereignisses, das sich zeitlich klar von den umliegenden Jahren absetzt. Parallel dazu stützen Eisbohrkerne aus polaren Regionen die Rekonstruktion, indem sie entsprechende Veränderungen anderer kosmogener Isotope wie Beryllium‑10 dokumentieren. Damit etabliert sich 7176 v. Chr. als eines der frühen, heute nachweisbaren Ereignisse in der statistischen Reihe solcher extremen Strahlungsausbrüche, die im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten. | |||
*'''12350:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis '''Miyake-Ereignis'''] Um das Jahr 12 350 v. Chr. entsteht in der Atmosphäre der Erde ein außergewöhnlich starker Ausbruch kosmischer Strahlung, der das bislang extremste bekannte Miyake‑Ereignis markiert. In diesem Zeitraum prasseln besonders energiereiche Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und erzeugen dort in großem Umfang kosmogene Isotope wie Radiokohlenstoff C14 und Beryllium‑10. Diese neu gebildeten Isotope mischen sich in das atmosphärische Kohlendioxid, das Pflanzen über die Photosynthese aufnehmen, sodass das Signal des Ereignisses sich dauerhaft in den Jahresringen lebender Bäume einprägt. Zehntausende Jahre später liegen fossile Baumreste vor, in denen Forschende einen abrupten und ungewöhnlich hohen Anstieg des C14‑Gehalts feststellen und daraus schließen, dass um 12 350 v. Chr. ein kosmischer Strahlungsausbruch stattfindet, der die bisherigen Miyake‑Ereignisse an Stärke deutlich übertrifft. Auf Basis hochauflösender Messdaten entsteht eine zeitliche Kurve der Radiokohlenstoff‑Konzentration, in der das Ereignis als scharfer Peak mit charakteristischem zeitlichen Verlauf sichtbar wird, der sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinzieht. | |||
==OLMEKEN== | |||
[http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schmausbr%C3%BCder '''Schauspiel "Die | *beim nächsten Eintrag: [[-400#OLMEKEN | Fortsetzung 400]] | ||
*Die | |||
==MAYA== | |||
'''Xunantunich''' | |||
*'''700:''' '''Xunantunich''' Zwischen 700 und 300 wächst die Bevölkerung [http://de.wikipedia.org/wiki/Xunantunich Early Xunantunichs] wie die anderer Orte der Region deutlich an. Die Lage direkt am Fluss begünstigt den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Fisch und fruchtbaren Ackerböden. Zugleich ermöglicht sie schon zu dieser Zeit die Teilnahme am Handelsnetz zwischen der Karibik, dem Peten und den Maya Mountains. | |||
*[[-500#MAYA | Fortsetzung 500]] | |||
*'''800:''' '''Xunantunich''' Zwischen 800 und 700 entsteht in [http://de.wikipedia.org/wiki/Xunantunich Early Xunantunichs] eine E-Gruppe. Zu dieser Zeit ist sie noch Ausdruck eines gemeinschaftlich und öffentlich zelebrierten Ritus, zugleich aber ein erstes Anzeichen sozialer Differenzierung und beginnender Hierarchie. In dieselbe Zeit fällt die lokale Entwicklung hin zu herausgehobenen Ahnen und schließlich zur Etablierung eines Königtums. | |||
*'''1100:''' '''Xunantunich:''' Gesichert ist die Besiedlung ab der Muyal-Phase seit 1100 In dieser Zeit gehört [http://de.wikipedia.org/wiki/Xunantunich Early Xunantunichs] bereits zu den frühen Siedlungsräumen des Ortes. Die lokale Periodisierung ordnet diese Phase der frühen bis mittleren Präklassik zu. | |||
*'''2500:''' '''Xunantunich''' Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus dem Areal [http://de.wikipedia.org/wiki/Xunantunich Early Xunantunichs] rund 800 Meter östlich des heutigen Zentrums. Sie reichen zurück bis in die präkeramische Zeit um ungefähr 2500 v. u. Z., wobei nicht klar ist, ob der Ort seither kontinuierlich bewohnt war. Das Areal liegt am Mopan und bildet den ältesten bekannten und zugleich am längsten nachweislich besiedelten Teil von Xunantunich. | |||
==GERMANEN== | |||
*beim nächsten Eintrag [[-350#GERMANEN | Fortsetzung 350]] | |||
==KELTEN== | |||
*Beim nächsten Eintrag: [[-500#KELTEN | Fortsetzung 500]] | |||
==RÖMISCHE REPUBLIK== | |||
(ab urbe condita CCCXXVII = 327) | |||
*[https://it.wikipedia.org/wiki/Agrippa_Menenio_Lanato_(console_439_a.C.) '''Konsul Agrippa Menenius Lanatus'''] <br />Gaius Servilius Axilla bekleidet das Amt des Konsuls. | |||
*[https://it.wikipedia.org/wiki/Lucio_Papirio_Mugillano_(console_427_a.C.) '''Konsul Lucius Papirius Mugillanus'''] <br />Lucius Papirius Mugillanus wird zum Konsul gewählt. In diesem Jahr kommt es nicht zu einem Zusammenstoß mit Veji, das beschuldigt wird, im Vorjahr im römischen Gebiet Raubzüge unternommen zu haben. Nachdem der Versuch einer friedlichen Beilegung des Streits mit den Etruskern scheitert, erreichen die Plebejer, dass die Frage des Krieges in den Zenturiatkomitien zur Abstimmung gestellt wird und dass dessen Führung den Konsulartribunen des folgenden Jahres übertragen wird. | |||
*In Rom wird das Gesetz lex de bello indicendo verabschiedet, wonach Kriegserklärungen von den Comitia Centuriata befürwortet oder abgelehnt werden. | |||
*Die Quästur kann ab jetzt auch von Plebejern ausgeübt werden. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Krieg_Roms_gegen_Veji Zweiter Krieg Roms gegen Veji (438-425)] <br />In diesem Jahr hat sich die Lage in Rom unter den Konsuln Lucius Papirius Mugillanus und Gaius Servilius Structus Ahala wieder etwas gebessert. Der Blick richtet sich erneut auf Veji, das sich trotz des Waffenstillstandsvertrags von 435 wieder zum Krieg rüstet. Die Römer warten jedoch zunächst mit einer Kriegserklärung. Sie schicken vielmehr die Fetialen mit der Forderung nach Wiedergutmachung nach Veji. Veji lehnt diese Forderung ab, woraufhin Rom ein Heer aufstellt. | |||
*[[-426#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 426]] | |||
*'''428:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Lucius_Quinctius_Cincinnatus_(consular_tribune) Konsul Lucius Quinctius Cincinnatus?] Der antike Geschichtsschreiber Diodor nennt Lucius Quinctius Cincinnatus und Aulus Sempronius Atratinus als Konsulnpaar zwischen den Amtsträgern der Jahre 428 und 427 v. Chr.; dabei handelt es sich vermutlich um eine Interpolation, zumal Titus Livius kein Konsulat der beiden nennt. In einzelnen antiken Quellen wird Lucius Quinctius Cincinnatus zudem möglicherweise ein Konsulat für 428 v. Chr. zugeschrieben. | |||
*'''428:''' [https://fr.wikipedia.org/wiki/Aulus_Cornelius_Cossus_(consul_en_-428) '''Konsul Aulus Cornelius Cossus'''] Im Jahr 428 v. Chr. wird Aulus Cornelius Cossus während einer von Seuche und Hungersnot geprägten Zeit gemeinsam mit Titus Quinctius Poenus Cincinnatus zum Konsul gewählt. Dieses Konsulnpaar gehört zu den letzten Konsularkollegien vor der Zeit der Militärtribunen mit konsularischer Gewalt. Während ihres Konsulats wird eine Kommission eingesetzt, um in Fidenae diejenigen zu richten, die im vorherigen Jahr gemeinsam mit den Veientern an einem Überfall auf römisches Gebiet beteiligt sind. Diejenigen, die ihre Abwesenheit aus der Stadt zur Zeit des Überfalls nicht nachweisen können, werden nach Ostia verbannt. An ihrer Stelle werden Kolonisten in Fidenae angesiedelt. In diesem Jahr trifft eine Dürre das römische Gebiet und verursacht weitere Seuchen. Nach Festus feiert Cossus während dieses Konsulats einen Triumph und legt die spolia opima im Tempel des Jupiter nieder. | |||
*'''428:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Cincinnatus '''Konsul Titus Quinctius Pennus Cincinnatus (1. Amtszeit)'''] Titus Quinctius Pennus Cincinnatus wird nach 431 zum zweiten Mal zum Konsul bestellt; sein Amtskollege ist Aulus Cornelius Cossus. Während dieses Konsulats bricht in Rom infolge einer Dürre eine verheerende Hungersnot aus. Nachdem außerdem einzelne Pestfälle auftreten, verbreiten sich in der Stadt abergläubische Rituale. Die Vejer führen mehrere Überfälle durch, doch ein Gegenfeldzug wird auf das nächste Jahr verschoben. Weil vermutet wird, dass die Fidener den Vejern bei den Angriffen geholfen haben, wird eine Untersuchungskommission eingesetzt. Die Vermutung bestätigt sich. Die schuldigen Fidener werden nach Ostia verbannt und durch römische Kolonisten ersetzt. | |||
*[[-427#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 427]] | |||
*'''429:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Sergius_Fidenas_(Konsul_437_v._Chr.) Konsul Lucius Sergius Fidenas (2. Amtszeit)] Lucius Sergius Fidenas wird im Jahr 429 v. Chr. erneut zum Konsul gewählt. | |||
*'''431:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Cincinnatus '''Konsul Titus Quinctius Pennus Cincinnatus (1. Amtszeit)'''] Titus Quinctius Pennus Cincinnatus, auch Titus Quinctius Poenus Cincinnatus, ist ein römischer Politiker des 5. Jahrhunderts v. Chr. Er gehört zu den Quinctii Cincinnati, einem Seitenzweig der Quinctier. Er ist der jüngste Sohn des Lucius Quinctius Cincinnatus und hat zwei Brüder: Kaeso Quinctius und Lucius Quinctius. Titus Quinctius Pennus Cincinnatus wird zusammen mit Gaius Iulius Mento erstmals zum Konsul von Rom gewählt. Die Volsker und die Aequer greifen die Römer wiederholt gemeinsam an, und die Heere stehen sich am Berg Algidus gegenüber. Der Senat befürchtet ein unkoordiniertes Vorgehen der beiden Konsuln und beschließt daher, die Heeresleitung einem Diktator anzuvertrauen. Zunächst wird Pennus Cincinnatus das Diktatoramt angetragen. Er überträgt es jedoch seinem Schwiegervater Aulus Postumius Tubertus, weil dieser den Ruf eines strengen und entschlossenen Befehlshabers besitzt. Tubertus beauftragt Gaius Iulius Mento mit der Verteidigung der Stadt Rom und übergibt Cincinnatus einen der beiden römischen Heeresteile. Die Römer wenden sich daraufhin dem Kampf gegen die Feinde zu und besiegen sie, wobei Cincinnatus eine schwere Verletzung erleidet. Cincinnatus errichtet sein Heerlager in Lanuvium, während Tubertus in Tusculum rastet. Im Verlauf der Nacht wird das Lager des Cincinnatus angegriffen. Cincinnatus hält seine Stellung, bis die vom Diktator entsandte Verstärkung eintrifft. Die Volsker und Aequer werden in das Lager der Volsker zurückgedrängt, das Cincinnatus mit seinen Truppen durch einen Sturmangriff einnimmt. Das Eingreifen der Truppen des Diktators führt die entscheidende Wende zum Sieg herbei, weshalb Tubertus die Ehren eines Triumphs erhält. Tubertus überlässt Cincinnatus anschließend das Kommando über beide Armeen, kehrt nach Rom zurück, feiert seinen Triumph und dankt danach ab. | |||
*'''431:''' [https://fr.wikipedia.org/wiki/Aulus_Cornelius_Cossus_(consul_en_-428) Pontifex maximus Aulus Cornelius Cossus] Im Jahr 431 v. Chr. bezeichnet Livius Aulus Cornelius Cossus als Pontifex Maximus. Er spricht dem Diktator Aulus Postumius Tubertus die Gelöbnisformeln vor, als dieser sich auf einen Feldzug gegen die Äquer und Volsker vorbereitet. | |||
*'''432:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Lucius_Furius_Medullinus_(consular_tribune_432_BC) '''Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit)'''] Der Feldherr Lucius Furius Medullinus ist Angehöriger der römischen Patrizierfamilie der Furier, die vermutlich aus Tusculum stammt, was aber nicht endgültig gesichert ist, obwohl in Tusculum ein Grab mit 7 Angehörigen der Furii gefunden worden ist. Er gehört dem im 5. und 4. Jahrhundert vor Chr. führenden Zweig der Medullini seiner Familie an, die ihr Cognomen von dem Ort Medullia herleiten. Lucius Furius Medullinus ist der Sohn eines weiteren Lucius. Der Name Lucius kommt bei den Furii Medullini häufig vor, so dass sein Vater nicht benannt werden kann. Sollte er identisch mit dem für das Jahr 405 überlieferten Konsulartribun sein, ist sein Großvater ein Spurius. Hierfür kommen zwei zeitlich passende Furii in Betracht: einmal Spurius Furius Medullinus Fusus und zum anderen Spurius Furius Medullinus Fusus. Über den Beginn seiner senatorischen Laufbahn und die Bekleidung der niederen Ämter ist nichts überliefert. In den Jahren 432, 425 und 420 v. Chr. ist er Konsulartribun. | |||
*'''433:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Sergius_Fidenas_(Konsul_437_v._Chr.) Konsulartribun Lucius Sergius Fidenas (1. Amtszeit)] Lucius Sergius Fidenas ist im Jahr 433 v. Chr. Militärtribun mit konsularischer Gewalt. | |||
*'''434:''' Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Zeitraum von 434 bis 427 v. Chr. ruhen die Feindseligkeiten zwischen Rom und den Etruskern. In Rom bestehen jedoch instabile politische und militärische Zustände. Sie sind durch Zwistigkeiten zwischen Plebejern und Patriziern, einen Krieg gegen die Aequer und Volsker, eine Pestepidemie mit erheblichen Verlusten bei Menschen und Tieren sowie durch eine Missernte geprägt. Insbesondere ist der Nachschub von Weizen stark gefährdet. | |||
*'''435:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Furius_Pacilus_Fusus Zensor Gaius Furius Pacilus Fusus] Gaius Furius Pacilus Fusus ist gemeinsam mit Marcus Geganius Macerinus Zensor. Beide führen erstmals den Zensus in der kürzlich auf dem Marsfeld errichteten Villa Publica durch. | |||
*'''435:''' [https://it.wikipedia.org/wiki/Gaio_Servilio_Axilla '''Diktator Gaius Servilius Axilla'''] Im Jahr 435 v. Chr. ist Quinctus Servilius Priscus Fidenas zum Diktator ernannt, um den Feldzug gegen Veji und Fidene zu führen. | |||
*'''435:''' Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 435 v. Chr. verschlimmert sich die Pestepidemie in Rom während des Konsulats von Gaius Iulius Iullus und Lucius Verginius Tricostus und erreicht besorgniserregende Ausmaße. Die Fidener nutzen diese Lage, um die Feindseligkeiten erneut zu eröffnen. Die Vejer schließen sich ihnen an. Beide Heere überschreiten den Aniene und errichten ihr Lager in unmittelbarer Nähe der Porta Collina. Die Konsuln ernennen nach einem Senatsbeschluss Quintus Servilius Priscus, auch Quintus Servilius Structus genannt, zum Diktator. Dieser bestimmt Postumus Aebutius Helva zum Befehlshaber der Kavallerie. Während der Diktator seine Armee vor dem Stadttor aufstellt, ziehen sich die Fidener und Vejer auf die umliegenden Hügel zurück. Das römische Heer holt sie bei Nomentum ein. Die Römer eröffnen die Kampfhandlungen, erringen den Sieg und treiben die Etrusker bis hinter die Stadtmauern von Fidenae zurück. Fidenae wird belagert, doch die Römer können die Stadt nicht im Sturmangriff erobern. Der Diktator lässt deshalb unter den Mauern einen Tunnel graben, durch den die Stadt schließlich eingenommen wird. Der Fall von Fidenae beunruhigt die umliegenden Stämme. Die Vejer und Falisker befürchten, dass die Römer sich für ihre Unterstützung des Lars Tolumnius im Jahr 437 v. Chr. rächen werden. Sie schicken Gesandte zu den anderen Städten des etruskischen Zwölfstädtebundes, um eine Versammlung einzuberufen. Die Römer bereiten sich auf eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten vor und wählen Mamercus Aemilius Mamercinus zum zweiten Mal zum Diktator. Dieser überträgt Aulus Postumius Tubertus das Kommando über die Kavallerie. Die Versammlung der etruskischen Städte weigert sich jedoch, den Vejern und Faliskern zu helfen, sodass diese keinen neuen Kriegszug planen können. | |||
*'''436:''' Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 436 v. Chr. bekleiden Marcus Cornelius Maluginensis und Lucius Papirius Crassus das Konsulat. Die Römer dringen in die Gebiete von Veji und Faleria vor, treffen jedoch auf keinen nennenswerten Widerstand. Eine inzwischen in Rom ausgebrochene Pestepidemie hindert sie daran, die beiden Städte einzunehmen. | |||
*'''437:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Sergius_Fidenas_(Konsul_437_v._Chr.) '''Konsul Lucius Sergius Fidenas (2. Amtszeit)'''] Lucius Sergius Fidenas ist ein römischer Politiker des 5. Jahrhunderts v. Chr. und wird im Jahr 437 v. Chr. zum Konsul gewählt. Er gehört zu den Sergii Fidenates, einem Zweig der gens Sergia. Bei der Schlacht von Fidenae wird Lucius Sergius Fidenas zuerst nach Fidenae entsandt; er fängt die vereinigten Kräfte von Fidenae und Veji am südlichen Ufer des Flusses Anio ab. Die folgende Schlacht ist blutig und unentschieden, führt aber schließlich zu einem römischen Sieg. Mamercinus kehrt daraufhin in Rom im Triumph zurück, wobei Cossus ebenfalls geehrt wird, weil er den etruskischen König getötet hat. Die Beute wird im Tempel des Jupiter Feretrius nahe bei denjenigen des Romulus niedergelegt. | |||
*'''437:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Lucius_Quinctius_Cincinnatus_(consular_tribune) Magister equitum Lucius Quinctius Cincinnatus]Im selben Jahr werden die Konsulwahlen für 437 v. Chr. organisiert. Einer der gewählten Konsuln, Lucius Sergius, bleibt dann am Fluss Aniene siegreich über die Vejer und erhält den Beinamen Fidenas. Nach dem Sieg am Aniene hat der Krieg auf beiden Seiten hohe Verluste gefordert, und die Konsulararmee geht stark geschwächt daraus hervor. Der Senat setzt daher 437 v. Chr. Mamercinus als Diktator ein. Nach dem Wiederauffüllen der Ränge erwählt Mamercinus Lucius Quinctius Cincinnatus als Magister equitum sowie den beinahe siebzigjährigen Quinctius Capitolinus Barbatus und Marcus Fabius Vibulanus als Heerführer. Es gelingt dem Diktator, die Feinde Roms erneut über den Aniene zurückzudrängen. Die Etrusker errichten daraufhin ihr Heerlager in der Nähe von Fidenae, nachdem sie von einem Heer der Falisker zusätzliche Verstärkung erhalten haben. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit erringen die Legionäre des römischen Heeres einen überwältigenden Sieg gegen Fidenae und seine Verbündeten, der mit einem Triumph in Rom gefeiert wird. Einer fälschlich Aurelius Victor zugeschriebenen Schrift zufolge soll Quinctius 437 v. Chr. als Diktator amtiert haben, was jedoch sonst in keiner Quelle belegt ist. Lucius soll 437 noch ein „junger Mann“ gewesen sein. | |||
*'''437:''' [https://fr.wikipedia.org/wiki/Aulus_Cornelius_Cossus_(consul_en_-428) Aulus Cornelius Cossus] Aulus Cornelius Cossus gehört zu den Cornelii Cossi, einem Zweig der gens Cornelia. Er ist ein Sohn des Marcus Cornelius und ein Enkel des Lucius Cornelius; sein vollständiger Name lautet Aulus Cornelius, Sohn des Marcus, Enkel des Lucius, Cossus. Er ist der Bruder des Publius Cornelius Rutilus Cossus, der Diktator und Konsulartribun ist, und möglicherweise des Servius Cornelius Cossus. Er ist der Vater des Gnaeus Cornelius Cossus und des Publius Cornelius Cossus. Livius beschreibt ihn als Mann von außergewöhnlicher Schönheit, Kraft und Tapferkeit, der von der Erinnerung an seine Vorfahren beseelt ist und deren Namen noch größer und ruhmreicher an seine Nachkommen weitergibt. Aulus Cornelius Cossus gilt als der zweite Mann nach Romulus, der Jupiter die spolia opima, die erbeuteten Waffen eines im Zweikampf getöteten feindlichen Heerführers, weiht. Nach den antiken Autoren weihen außer Romulus, Cossus und Marcellus keine weiteren Personen solche Beutestücke im Tempel des Jupiter Feretrius. Livius berichtet, dass Augustus im Tempel des Jupiter Feretrius auf dem leinenen Brustpanzer des erbeuteten Königs eine Inschrift mit dem Titel Konsul liest. Livius hält daran fest, obwohl er selbst und die älteren Autoren Cossus zur Zeit der Weihung als Militärtribun bezeichnen. Moderne Historiker bezweifeln die Aussage des Augustus. Sie weisen darauf hin, dass der Ausdruck Konsul erst später verwendet wird und zur Zeit des Cossus der Ausdruck Prätor gebräuchlich ist. Sie weisen außerdem darauf hin, dass der als verfallen beschriebene Tempel und ein mehrere Jahrhunderte alter leinener Brustpanzer die Lesbarkeit einer Inschrift fraglich erscheinen lassen. Der Artikel nennt ferner die Möglichkeit, dass Augustus Cossus als Konsul darstellt, um Marcus Licinius Crassus daran zu hindern, nach der Tötung des Anführers der Bastarnen dieselbe Ehre zu erhalten. Die unterschiedlichen für Cossus überlieferten Ämter zeigen nach dem Artikel außerdem chronologische Schwierigkeiten in der antiken Überlieferung. Die Ähnlichkeiten zwischen den Berichten über die beiden Einnahmen von Fidenae lassen nach dem Artikel vermuten, dass die beiden Belagerungen die doppelte Überlieferung einer einzigen Belagerung sein können. - Im Jahr 437 v. Chr. führen die Konsuln Krieg gegen die Fidenae, die von den Veientern unterstützt werden. Die Schlacht findet nahe den Ufern des Anio statt. Beide Seiten erleiden schwere Verluste, doch die Römer erringen schließlich den Sieg. Das römische Heer ist jedoch stark geschwächt, sodass der Senat die Ernennung eines Diktators beschließt. Mamercus Aemilius Mamercinus wird zum Diktator ernannt und wählt Lucius Quinctius Cincinnatus zum Magister equitum. Der Diktator drängt die Fidenae und die Veienter über den Anio zurück. Sie lagern vor Fidenae, wo ein faliskisches Heer zu ihnen stößt. Nach Livius ist das Heer des Königs Lars Tolumnius zahlenmäßig stärker als das römische Heer. Die etruskische Infanterie hält dem Zusammenstoß stand, während die Reiterei unter Führung des Königs selbst die römischen Linien durchbricht. Aulus Cornelius Cossus, der Militärtribun der Reiterei, greift daraufhin an und tötet Lars Tolumnius im Zweikampf. Dadurch flieht die übrige etruskische Reiterei. Nach den antiken Autoren kehrt der Diktator aufgrund eines Senatsbeschlusses im Triumph nach Rom zurück. Aulus Cornelius Cossus trägt die Beute des Königs und weiht sie im Tempel des Jupiter Feretrius. Dort werden zum ersten Mal seit Romulus wieder spolia opima niedergelegt. | |||
*'''437:''' Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 437 v. Chr. treffen die Römer Kriegsvorbereitungen und berufen Marcus Geganius Macerinus und Lucius Sergius zu Konsuln. Lucius Sergius übernimmt das Heereskommando und marschiert gegen die Etrusker, die den Aniene bereits überschritten haben. Die Schlacht ist auf beiden Seiten sehr verlustreich, doch die Römer erringen schließlich den Sieg, und Lucius Sergius erhält den Ehrennamen Fidenas. Mamercus Aemilius Mamercinus wird in Rom zum Diktator eingesetzt, um die weiteren militärischen Operationen zu leiten. Er überträgt Lucius Quinctius Cincinnatus die Befehlsgewalt über die Kavallerie und bestimmt Titus Quinctius Capitolinus sowie Marcus Fabius Vibulanus zu stellvertretenden Kommandierenden. Durch eine Truppenaushebung versucht er, die Verluste der vorangegangenen Schlacht auszugleichen. Die Etrusker werden über den Aniene zurückgedrängt und errichten ihr Heerlager auf den zwischen dem Fluss und Fidenae gelegenen Anhöhen. Nachdem sie Verstärkung durch die Falisker erhalten, verlassen sie die Anhöhen und verlegen ihr Lager in die unmittelbare Nähe der Stadtmauern von Fidenae. Die Römer schlagen ihr Lager am Zusammenfluss von Aniene und Tiber auf und sichern es durch Verteidigungsgräben. Die Falisker wollen sofort kämpfen, während die Vejer und die Fidener eine Hinhaltetaktik vorziehen, um ihre vorteilhafte Lage auszunutzen. König Lars Tolumnius gibt schließlich dem Drängen der Falisker nach und eröffnet die Schlacht. Die Heere treffen in der Ebene südlich von Fidenae aufeinander. Wegen seiner zahlenmäßigen Überlegenheit kann Tolumnius ein Truppenkontingent abzweigen, das die Römer umgehen und während der Schlacht das römische Lager angreifen soll. Auf dem rechten etruskischen Flügel stehen die Vejer, im Zentrum die Fidener und auf dem linken Flügel die Falisker. Auf römischer Seite befehligt Mamercus Aemilius Mamercinus den den Faliskern gegenüberstehenden Flügel, Titus Quinctius Capitolinus kommandiert den den Vejern gegenüberstehenden Flügel, und Lucius Quinctius Cincinnatus führt im Zentrum die Kavallerie. Die römische Kavallerie eröffnet die Schlacht im Zentrum, dicht gefolgt von der Infanterie. Die etruskischen Linien beginnen zurückzuweichen, doch die Kavallerie des Lars Tolumnius leistet unerwartet starken Widerstand, sodass sich die Reihen wieder schließen. Aulus Cornelius Cossus, Militärtribun der römischen Kavallerie, erkennt Tolumnius im Getümmel und tötet ihn im Zweikampf. Er nimmt ihm Waffen und Panzer, trennt ihm den Kopf ab und steckt diesen zur Abschreckung der Feinde auf eine Lanze. Die Etrusker weichen zurück und fliehen; der größte Teil wird noch vor dem Erreichen des Heerlagers getötet. Ein Teil der Fidener kann in die Berge entkommen. Das von Tolumnius abgezweigte Kontingent greift während der Schlacht das von Marcus Fabius Vibulanus verteidigte römische Heerlager an. Fabius Vibulanus wagt einen Ausfall und schlägt die Angreifer zurück. Die Römer nutzen ihren Vorteil, überschreiten den Tiber, verwüsten die Landschaft um Veji und kehren mit beträchtlicher Kriegsbeute zurück. Der Senat gewährt Mamercus Aemilius Mamercinus anschließend die Ehren eines Triumphs. Für die Siegesfeier lässt der Diktator eine Goldkrone im Gewicht eines römischen Pfundes anfertigen und im Tempel des Jupiter Capitolinus hinterlegen. Während der Zeremonien bringt Aulus Cornelius Cossus die Waffen und die Rüstung des getöteten Lars Tolumnius herbei und legt sie im Tempel des Jupiter Feretrius neben den früheren Waffengaben des Romulus nieder. Vor Cossus hat nur Romulus eine solche Ehre erhalten. | |||
*'''438:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Lucius_Quinctius_Cincinnatus_(consular_tribune) '''Konsulartribun Lucius Quinctius Cincinnatus (1. Amtszeit)'''] Lucius Quinctius Cincinnatus wird trotz der Unbeliebtheit seines standesbewussten Vaters bei den Plebejern zusammen mit Mamercus Aemilius Mamercinus und Lucius Iulius Iullus erstmals zum Militärtribun mit konsularischer Gewalt gewählt. Während seiner Amtszeit rebelliert die Kolonie Fidenae gegen Rom, verjagt die römische Garnison und verbündet sich mit Lars Tolumnius, dem Etruskerkönig von Veji. Die von Rom geschickten vier Botschafter werden auf dessen Befehl getötet, und dieser Vorfall ist der Auslöser für den Zweiten Krieg Roms gegen Veji. | |||
*'''438:''' Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 438 v. Chr. werden in Rom Lucius Quinctius Cincinnatus, Mamercus Aemilius Mamercinus und Lucius Iulius Iullus als Militärtribunen mit konsularischer Gewalt berufen. Fidenae, das seit seiner Annexion durch Romulus eine römische Kolonie ist, droht die Römische Republik zu verlassen und zu Veji überzuwechseln, das von König Lars Tolumnius regiert wird. Rom entsendet vier Gesandte, um die Ursachen der Unzufriedenheit der Fidener zu erfahren. Bei ihrer Ankunft werden die Gesandten jedoch getötet, wodurch eine sehr ernste diplomatische Krise entsteht. | |||
*'''439:''' [https://it.wikipedia.org/wiki/Agrippa_Menenio_Lanato_(console_439_a.C.) '''Konsul Agrippa Menenius Lanatus'''] Agrippa Menenius Lanatus wird in Rom zum Konsul gewählt, zusammen mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus, für dessen sechstes Konsulat. Lucius Minucius, auch für dieses Jahr zum Präfekten der Annona gewählt, beschuldigt Spurius Maelius, eine Verschwörung zur Wiederherstellung der Monarchie zu planen. Titus Quinctius, vom Senat beschuldigt, sich nicht ausreichend gegen die Verschwörung eingesetzt zu haben, schlägt vor, Cincinnatus die Diktatur zu übertragen, damit dieser mit den vollen Befugnissen seines Amtes handeln kann. Nachdem die Verschwörung durch die Tötung des Spurius Maelius durch Gaius Servilius Struttus Ahala, unterstützt vom Diktator, vereitelt worden ist, müssen die Senatoren jedoch dem Druck der Volkstribunen nachgeben, dass die Regierung Roms für das folgende Jahr von Tribunen mit konsularischer Gewalt geführt wird. | |||
*'''441:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Furius_Pacilus_Fusus '''Konsul Gaius Furius Pacilus Fusus'''] Gaius Furius Pacilus Fusus ist gemeinsam mit Manius Papirius Crassus Konsul. Ihre Amtszeit wird durch keinen äußeren Krieg beeinträchtigt. Die Konsuln widersetzen sich dem Volkstribunen Poetilius, der versucht, ein Gesetz zur Verteilung von Land an die Plebs beschließen zu lassen. | |||
*'''449:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Furius_Pacilus_Fusus Pontifex maximus Gaius Furius Pacilus Fusus] Gaius Furius Pacilus Fusus gehört zu den Furii Fusi, einem Zweig der Gens Furia. Sein Sohn ist Gaius Furius Pacilus, der im Jahr 412 Konsul wird. Sein Cognomen erscheint bisweilen auch in den Formen Paculus oder Pacilius. Möglicherweise sind Gaius Furius und Quintus Furius, der möglicherweise Pontifex maximus ist, dieselbe Person. Quintus Furius ist möglicherweise Pontifex maximus. Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Quintus Furius mit Gaius Furius identisch ist. | |||
*'''493:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Foedus_Cassianum '''Foedus Cassianum'''] Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. rücken die Äquer und Volsker aus den Bergregionen in die latinische Ebene vor und bedrohen die Städte Latiums. Die latinischen Gemeinden sehen sich einer andauernden militärischen Gefahr ausgesetzt und suchen nach Wegen, ihre Verteidigung zu koordinieren. In dieser Situation beginnt sich ein lockerer Städtebund der Latiner herauszubilden, in dem Rom allmählich an Gewicht gewinnt. Bereits jetzt erscheint Rom innerhalb dieses Bündnisses als militärischer Hauptfaktor, auch wenn die Gleichrangigkeit der Partner formell betont wird. Gleichzeitig entwickelt sich in dieser Epoche die römische Republik nach dem Sturz der Könige zu einem Gemeinwesen, das seine Position in Latium sichern und ausbauen will. Die römische Führung schätzt ein, dass sie die latinischen Nachbarn nicht dauerhaft beherrschen kann, ohne ihre militärischen Ressourcen in ein einheitliches System einzubinden. Das wiederkehrende Aufeinandertreffen mit den latinischen Städten, mal als Rivalen, mal als Verbündete, macht vertragliche Regelungen immer dringlicher. 499–493 v. Chr. (traditioneller Kontext des Vertrages): Um 499 v. Chr. eskaliert ein Konflikt zwischen Rom und den latinischen Gemeinden, der in der berühmten Schlacht am Regillus-See gipfelt. Die römische Seite setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um ihre Vorrangstellung in Latium zu behaupten; die Latiner kämpfen wiederum dafür, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Die Schlacht endet nach traditioneller Überlieferung mit einem römischen Sieg, aber dieser Triumph erweist sich politisch als weniger eindeutig, als es der römische Stolz gerne darstellt. Nach dem Kampf steht fest, dass weder Rom noch der latinische Bund eine endgültige militärische Entscheidung erzwingen können, die alle Gegensätze ein für alle Mal beseitigt. In den Jahren nach der Regillus-Schlacht erkennen beide Seiten, dass eine institutionalisierte Zusammenarbeit langfristig vorteilhafter ist als ein fortgesetzter Abnutzungskrieg. Die römische Führung und die maßgeblichen Kräfte im latinischen Bund beginnen, über einen Vertrag zu verhandeln, der Rechte und Pflichten klar festlegt. Das Ziel besteht darin, die Kräfte gegen äußere Feinde – vor allem Äquer, Volsker, Etrusker und Herniker – zu bündeln und zugleich die gegenseitigen Beziehungen rechtlich zu ordnen. In dieser Atmosphäre reifen die Bedingungen für den später sogenannten Foedus Cassianum heran. 493 v. Chr. (traditionelles Abschlussdatum des Foedus Cassianum): Im Jahr 493 v. Chr. übernimmt der Magistrat Spurius Cassius Vecillinus in Rom eine führende Rolle und tritt als Initiator eines umfassenden Bündnisvertrags mit den Latinern auf. Er nutzt sein Amt, um den Interessen Roms und zugleich den Sicherheitsbedürfnissen der latinischen Städte Rechnung zu tragen. Rom und ungefähr dreißig latinische Städte schließen nach antiker Auffassung nun den Foedus Cassianum als formelles Bündnis zweier unabhängiger Kräfte. Der Vertrag trägt den Namen des römischen Verhandlungsführers Cassius und erhält durch seine Autorität und seine Vermittlung politisches Gewicht. Der Vertrag legt fest, dass Römer und Latiner in Zukunft eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft bilden. Beide Seiten verpflichten sich, ihre Truppen gegenseitig zu unterstützen und gegen äußere Feinde koordinierte Feldzüge zu führen. Der Text sieht vor, dass die Kriegsbeute aus gemeinsamen Unternehmungen gleichmäßig zwischen den Partnern verteilt wird. Damit sichert der Vertrag den Latinern einen materiellen Anteil an den Erfolgen Roms, während Rom seinerseits von den zusätzlichen Kontingenten und Stützpunkten profitiert. Ein weiterer zentraler Punkt des Vertrages betrifft private Rechtsstreitigkeiten im Handel zwischen Bürgern Roms und der latinischen Städte. Die Vereinbarung schreibt vor, dass solche Fälle am Ort des Vertragsabschlusses innerhalb von zehn Tagen zu entscheiden sind, eine Regelung, die als lex contractus bekannt ist. Sie schafft einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den wirtschaftlichen Verkehr und verhindert willkürliche Entscheidungen zu Lasten der jeweils fremden Bürger. Außerdem bestimmt der Vertrag, dass Änderungen oder Ergänzungen nur mit Zustimmung beider Seiten vorgenommen werden dürfen. Auf diese Weise fixiert das Bündnis eine formale Gleichberechtigung der Vertragspartner, auch wenn Rom faktisch bereits eine führende Position einnimmt. In römischer Überlieferung wird eine bronzene Abschrift des Vertrages im Forum aufgestellt, wo sie bis in die Zeit Ciceros sichtbar bleibt. Die Präsenz dieser Tafel stärkt das Bewusstsein der Römer für die eigene Bündnispolitik und dient zugleich als öffentliches Symbol der vertraglichen Bindung an die latinischen Nachbarn. Antike Autoren wie Dionysios von Halikarnassos bieten später eine Version des Vertragstextes und sichern damit einige der wichtigsten Klauseln für die Nachwelt. 5. Jahrhundert v. Chr. nach 493 (Wirkung des Bündnisses): In den Jahrzehnten nach 493 v. Chr. setzt sich das gemeinsame Verteidigungsbündnis faktisch in der Kriegführung gegen verschiedene italische Gegner um. Römer und Latiner bündeln ihre Truppen, koordinieren ihre Feldzüge und treten den Etruskern sowie den Hernikern mit vereinter militärischer Kraft entgegen. Die Erfolge dieser Kooperation festigen Rom in seiner Rolle als führende Macht, zumal immer mehr Operationen über die engeren Grenzen der alten latinischen Ebene hinausreichen. Innerhalb des Bündnisses wird Rom zunehmend als Zentrum der Entscheidung und als Hauptorganisator wahrgenommen. Gleichzeitig stabilisiert der Vertrag die Binnenordnung Latiums. Die latinischen Städte arrangieren sich mit der römischen Dominanz, solange sie am militärischen Schutz und an der Beute partizipieren. Die festgelegte Gleichverteilung der Kriegsbeute reduziert Konflikte um materielle Vorteile und gibt der Kooperation eine verlässliche Grundlage. Zugleich wirken die geregelten privaten Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern Roms und der latinischen Städte integrierend, weil sie Handel, Migration und Kontakte rechtlich absichern. | |||
*'''578:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Servianische_Mauer '''Servianische Mauer'''] 578–534 (Regierungszeit des Servius Tullius) Rom wächst über den ältesten Siedlungskern, die Roma quadrata, hinaus. König Servius Tullius lässt die Servianische Mauer errichten, um die Stadt zu sichern. Ihm wird außerdem die Einrichtung des Pomerium zugeschrieben – einer Grenzlinie, die die Stadt Rom vom umliegenden Land trennt. Diese Linie entspricht nicht dem Verlauf der Servianischen Mauer, sodass sie offenbar unabhängig von ihr besteht. Der Nachfolger des Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus, verstärkt die Servianische Mauer. Besonders im Bereich des Agger Tarquinii erhöht er die Befestigung. | |||
==GRIECHEN== | |||
(1./2. Jahr der 88. Olympiade) | |||
'''Tarent''' | |||
*beim nächsten Eintrag: [[-388#GRIECHEN | Fortsetzung 388]] | |||
'''Syrakus''' | |||
*'''466:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Thrasybulos_von_Syrakus Tyrann Thrasybulos (467–466)] <br />Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen Thrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt. | |||
*[[-425#GRIECHEN | Fortsetzung 425]] | |||
*'''467:''' Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert. | |||
*'''467:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Hieron_I._von_Syrakus Tyrann Hieron I. (478–467)] In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt. | |||
*'''472''' Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt. | |||
*'''474''' Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt. | |||
*'''476''' Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert. | |||
*'''478''' Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelon_von_Syrakus Tyrann Gelon (485–478)] | |||
'''Kerkyra''' | |||
*Juli: Mit der Ermordung des demokratischen Politikers Peithias beginnt ein Bürgerkrieg in Kerkyra zwischen Demokraten und Aristokraten, der mit einem Sieg der proathenischen Demokraten endet. Einmischungsversuche sowohl von Athen als auch von Sparta blieben ergebnislos | |||
*August: Massaker auf Kerkyra. | |||
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'''Molosser / Epirus''' | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Tharyps König Tharyps (430–385)] <br /> | |||
*'''430:''' Tharyps gehört zum molossischen Königshaus in Epirus und ist Begründer des Geschlechts der Aiakiden. Die Molosser leben in der Landschaft Epirus, sie sind dort beheimatet und bilden einen der großen Stammesverbände dieser Region. Tharyps wird um 430 im Kindesalter nominell König der Molosser. In dieser Zeit siedeln die Epiroten in kleinen, offenen Dörfern, Städte gibt es in Epirus außer einigen wenigen griechischen Kolonien nicht. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt muss Tharyps vor einer oligarchischen Verschwörung aus Epirus fliehen. Die Verschwörer paktieren mit Sparta und führen die Molosser auf spartanischer Seite in den Peloponnesischen Krieg. Der junge Tharyps findet in Athen Aufnahme, erhält dort seine Bildung und wird mit der klassischen griechischen Kultur vertraut. Die Athener verleihen Tharyps das Bürgerrecht, und die Stadt seiner Jugend bleibt ihm später weiterhin verbunden, als er wieder über die Molosser herrscht. Nachdem Tharyps zur tatsächlichen Herrschaft über die Molosser gelangt ist, führt er in seinem Königreich einiges von dem ein, was er im Exil kennengelernt hat. Er betätigt sich als Städtegründer, indem er unbefestigte Dörfer zu größeren, ummauerten Niederlassungen zusammenlegt (Synoikismos). Er führt die Schriftlichkeit in der Verwaltung ein und prägt eigene Münzen. Außerdem wird Tharyps die Ausarbeitung einer formalen Verfassung für sein Land zugeschrieben. Zu Zeiten Tharyps besetzen die Molosser die Orakelstätte Dodona. Dieses wichtige Heiligtum in Epirus gehört zuvor zum Gebiet der Thesproter. Mit der Übernahme der Orakelstätte beginnt der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus, und diese Entwicklung geht mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbünden sich mit Athen, und Tharyps bleibt dabei als König mit der Stadt verbunden, in der er seine Jugend verbracht hat. | |||
*[[-385#GRIECHEN | Fortsetzung 385]] | |||
*'''430:''' [https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D0%B4%D0%BC%D0%B5%D1%82_%D0%9F%D0%B8%D1%80%D1%80%D0%B8%D0%B4%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9 König Admetos (469-430)] Admet stirbt ungefähr um 430 vor Christus | |||
*'''469:''' Admet ist König des alten Epirus und herrscht über die Molosser. Er gilt als Begründer des Geschlechts der Pyrrhiden. Er ist Sohn von Alkandros, Enkel von Munichos und Urenkel von Driantos. - Admet wendet sich eines Jahres mit einer Bitte an die Athener. Er erhält von Themistokles, der damals im Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht steht, eine verächtliche Abweisung. Seit diesem Zeitpunkt ist Admet stark verbittert. Es ist klar, dass er sich an Themistokles rächen wird, falls dieser jemals in seine Gewalt gerät. Ein späteres Jahr im 5. Jahrhundert v. Chr. (Flucht des Themistokles) Themistokles wird aus Hellas verbannt. Er wird von allen verfolgt und gejagt. In dieser Lage erscheint Themistokles mit einer flehentlichen Bitte bei Admet. Admet nimmt Themistokles unerwartet unter seinen Schutz. Er hilft ihm, nach Makedonien überzusetzen. | |||
'''Makedonien''' | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Perdikkas_II. König Perdikkas II. (448–413)] <br /> | |||
*'''429:''' Perdikkas II.: Im Jahr 429 v. Chr. berichtet Thukydides, dass Sitalkes mit einem grossen Heer und Amyntas im Gefolge in Makedonien einfällt, offenbar verärgert über ein von Perdikkas II im Jahr 431 gegebenes, aber nicht erfülltes Versprechen. Sitalkes greift „Untermakedonien von oben“ an, marschiert über den Berg Kerkine (heute Berg Ograzden) und dringt über Valandovo in das ehemalige Gebiet des Philippos ein, angeblich mit einem Heer von 150'000 Mann. Eine Reihe von Städten der Region, mit Ausnahme von Europus, läuft zu den Thrakern über, und die Makedonen ziehen sich in ihre befestigten Plätze zurück. Die makedonische Seite ist auf den Angriff offenbar nicht vorbereitet, möglicherweise weil Perdikkas II zuvor 1000 Makedonen zur Unterstützung des spartanischen Feldherrn Knemos bei dessen Einfall in das pro-athenische Akarnanien entsandt hat. Der makedonische Widerstand bleibt begrenzt, und Sitalkes verwüstet Mygdonien, Krestonien und Anthemos, abgesehen von einem wirkungslosen Kavallerieangriff der orestischen Verbündeten des Perdikkas II. Der Einfall stockt aus mehreren Gründen: Die Vorräte gehen im Winter zur Neige, und eine zugesagte athenische Flotte bleibt aus. Obwohl Athen und Sitalkes formell Verbündete sind, ist Athen offenbar besorgt über die Möglichkeit eines thrakischen Klientelherrschers auf dem makedonischen Thron angesichts des schnellen Vormarsches des ehrgeizigen Sitalkes. Zudem überredet Seuthes, ein einflussreicher Neffe und Offizier des Sitalkes, den König zur Rückkehr, nachdem Perdikkas II ihm heimlich eine grosse Mitgift und die Heirat seiner Schwester Stratonike versprochen hat. Thukydides berichtet, dass Sitalkes nach insgesamt dreissig Tagen Aufenthalt, von denen acht in Chalkidike verbracht werden, abzieht. Um 429/428 v. Chr. beendet Perdikkas II erfolgreich einen thrakischen Einfall in Makedonien, indem er seine Schwester Stratonike mit Seuthes, dem Neffen des thrakischen Königs Sitalkes, verheiratet. Diese Heiratsverbindung steht im Zusammenhang mit der im Rahmen des Rückzugs des Sitalkes vereinbarten Mitgift und Heirat. | |||
*'''429:''' Amyntas II., auch Amyntas der Kleine, ist der Sohn Philipps und der Enkel Alexanders I. und König von Makedonien. Nach der Ermordung von Alketas II. und dessen Sohn Alexander verjagt Perdikkas II. seinen älteren Bruder und den legitimen Thronfolger Philipp aus Makedonien. Philipp, Amyntas’ Vater, flieht zu Sitalkes, dem König von Thrakien. In der Folgezeit beteiligt sich Philipp an verschiedenen Expeditionen gegen Perdikkas II. Im Jahre 429 v. Chr. versammelt Sitalkes ein 150.000 Mann starkes Heer und zieht gegen Perdikkas, um Amyntas auf den makedonischen Thron zu bringen. Es bleibt jedoch bei der Eroberung des nordöstlichen Teils Makedoniens, den Amyntas von nun an regiert. | |||
*[[-424#GRIECHEN | Fortsetzung 424]] | |||
*'''431:''' Perdikkas II.: Im Herbst 431 v. Chr. geht Athen nach diplomatischen Bemühungen des griechischen Schwagers Nymphodoros von Abdera ein Bündnis mit dem odrysischen König Sitalkes ein. Nymphodoros vermittelt eine Vereinbarung zwischen Athen und Perdikkas II, durch die Makedonien Therme zurückerhält, während Perdikkas II zusagt, gemeinsam mit den Athenern gegen die aufständischen Chalkidier zu marschieren. In diesem Zusammenhang gibt Athen Philippos endgültig auf, der mit seinem Sohn Amyntas nach Thrakien flieht. | |||
*'''433:''' Perdikkas II.: Im Jahr 433 v. Chr. bildet Philippos ein Bündnis mit König Derdas I. von Elimiotis in Obermakedonien und mit Athen, in dem sie einander Verteidigung zusichern und sich verpflichten, die Feinde des Philippos nicht zu unterstützen. Perdikkas II reagiert darauf, indem er in einer Reihe von athenischen Tributstädten, darunter Potidaia, einen Aufstand entfacht. Athen entsendet 1000 Hopliten und 30 Schiffe nach Makedonien und nimmt Therme ein. Anschliessend belagern die Athener Pydna und erhalten dabei Verstärkung von weiteren 2000 Hopliten und 40 Schiffen. Während der Belagerung von Pydna erfahren die Athener, dass Korinth 1600 Hopliten und 400 Leichtbewaffnete zur Unterstützung von Potidaia geschickt hat. Um dieser neuen Bedrohung zu begegnen, schliesst Athen ein Bündnis mit Perdikkas II und marschiert nach Potidaia. Perdikkas II bricht das Bündnis sofort und marschiert ebenfalls nach Potidaia, wobei die Athener schliesslich den Sieg erringen. Die Schlacht um Potidaia führt zusammen mit der Schlacht von Sybota direkt zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges. | |||
*'''448:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Alketas_II._(Makedonien) '''König Alketas II. (454–448)'''] | |||
*'''454:''' Perdikkas II.: Im Jahr 454 v. Chr. stirbt Alexander I unerwartet und löst in Makedonien eine dynastische Krise aus. Perdikkas II besteigt als ältester Sohn den Thron, während mindestens zwei seiner vier Brüder, Philippos und Alketas, eigene lokale Herrschaftsbereiche (arkhai) erhalten. Nach dem Tod Alexanders I. in 454 v. Chr. und dem Regierungsantritt von Perdikkas II erhalten Philippos und Alketas jeweils eigene Herrschaftsbereiche, wobei Perdikkas II das Gebiet des Alketas zu einem unbekannten Zeitpunkt annektiert. Philippos behält die Kontrolle über das strategisch wichtige Axiostal um Amphaxitis, das sich für Perdikkas II als schwieriger zu überwinden erweist. - Während seiner Regierungszeit heiratet Perdikkas II mindestens zwei Frauen, Simache und Kleopatra. Simache ist die Mutter von Archelaos und Aeropos II und wird bei Platon in „Gorgias“ durch dessen Gesprächspartner beschuldigt, eine Sklavin des Alketas gewesen zu sein, wobei der Text festhält, dass es zweifelhaft ist, ob Archelaos als legitim angesehen würde, wenn seine Mutter eine Sklavin wäre, und Simache daher höchstwahrscheinlich einem makedonischen Elitekreis (wenn auch nicht königlich) entstammt. Kleopatra, möglicherweise aus Lynkestis oder sogar aus dem Argeadenhaus, bringt Perdikkas II einen derzeit ungenannten Sohn zur Welt. Gemäss Platon ertränkt Archelaos diesen Sohn im Alter von sieben Jahren in einem Brunnen, da er als legitimer Erbe gilt. Der Text führt aus, dass es starke Hinweise darauf gibt, dass Kleopatra nach dem Tod des Perdikkas II ihren Stiefsohn Archelaos heiratet, was von Historikern wie Nicholas Hammond bestritten wird. [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._(Makedonien) König Alexander I. (498/497–454)] | |||
'''Chalkidischer Bund''' (seit 432) | |||
*'''432:''' Der chalkidikische Bund gründet sich. In den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. expandiert er bis in das Kernland des Königreiches Makedonien hinein. Die zunehmende Macht des Bundes und insbesondere die Stärke seiner Hauptstadt Olynth führen dazu, dass die makedonische Hauptstadt Pella in die Hände der Streitmacht des chalkidikischen Bundes fällt. | |||
*[[-393#GRIECHEN | Fortsetzung 393]] | |||
'''Pherai''' | |||
*Beim nächsten Eintrag: [[-406#GRIECHEN | Fortsetzung 406]] | |||
'''Theben''' | |||
*Beim nächsten Eintrag [[-379#GRIECHEN | Fortsetzung 379]] | |||
'''Athen''' | |||
*In Athen bekleiden Diotimos und Eukles das Archontenamt. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Peloponnesischer_Krieg Peloponnesischer_Krieg (431-404)] <br />[https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Plataiai Belagerung von Plataiai (429-427)] <br />Im Sommer sind die restlichen Plataiaier fast verhungert. Die Spartaner bieten den Belagerten an, auf die Erstürmung zu verzichten, sofern diese sich einem Gerichtsverfahren unterwerfen; nur die Schuldigen sollen bestraft werden. Die Plataiaier willigen ein. Anstelle eines Gerichtsverfahrens stellen die Spartaner den Gefangenen jedoch nur die Frage, ob sie den Spartanern oder deren Verbündeten während dieses Krieges irgendeinen Dienst erwiesen haben, der ihre Schonung rechtfertigen würde. Niemand kann dies bejahen. Daraufhin werden alle Gefangenen nacheinander hingerichtet, nämlich 200 Plataier und 25 Athener. Die Frauen werden als Sklavinnen verkauft. Die Belagerung endet mit der Zerstörung Plataiais.<br />Ende Juni/Anfang Juli: Das von den Athenern belagerte Mytilene auf Lesbos kapituliert. Da die von Alkidas kommandierte Flotte nicht eintroffen ist, bewaffneten die Mytilener das gewöhnliche Volk, das daraufhin jedoch eine gerechtere Verteilung der Nahrungsmittel fordert. Nur eine Woche vor Eintreffen des Alkidas ziehen es die Oligarchen vor, die Waffen niederzulegen. Kleon greift hart durch und lässt die Verantwortlichen der Revolte hinrichten (ursprünglich wollte er sogar die gesamte Bevölkerung Mytilenes töten lassen) und die Stadtmauern schleifen. Ferner muss Mytilene seine Flotte an die Athener ausliefern und die Insel Lesbos wird von Kleruchen kolonisiert, ausgenommen Methymna, das Athen die Treue hielt. <br />Athen schickt 30 Schiffe um den Peloponnes und 60 nach Melos und anschließend nach Lokris. <br />Ende September: Erste Flottenexpedition Athens nach Sizilien, um Leontinoi und Rhegion zu Hilfe zu kommen (427/424) und mit der Athen beabsichtigt, Spartas Nachschub mit sizilischem Getreide zu unterbinden. Auslöser ist der Angriff von Syrakus auf Leontinoi. Syrakus ist mit anderen dorischen Städten Siziliens und Lokroi Epizephyroi verbündet (Kamarina bildet eine Ausnahme) und wird von Sparta unterstützt. Leontinoi ist seinerseits mit chalkidisch-ionischen Städten (wie beispielsweise Rhegion) sowie mit Catania verbündet. Der Sophist Gorgias von Leontinoi hatte sich nach Athen begeben, um vor den ehrgeizigen Plänen der Syrakuser zu warnen und Unterstützung für seine Stadt zu erbitten. Nach seinem erfolgreichen Gesuch verblieb er in Athen, um Rhetorik zu unterrichten – mit Kernpunkt auf dem Naturrecht, welches auf dem Recht des Stärkeren beruht. Die von Laches und Charöades geführte Entsatzexpedition kann aber nicht viel im Sinne Athens ausrichten, weswegen Laches später von Kleon angeklagt wird. | |||
*In Athen kommt es wegen des peloponnesischen Krieges zur Auseinandersetzung zwischen Kleon, dem Anführer der Demokraten, und Nikias, dem Fürsprecher der Konservativen, da Kleon zur Weiterfinanzierung des Krieges die Athener mit einer zusätzlichen Zahlung von 200 Talenten (Eisphora) belasten will. Eine nach Karien entsandte Expedition zur Eintreibung der Tributzahlungen stößt auf Widerstand und erleidet hohe Verluste. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Mytilenische_Debatte '''Mytilenische Debatte'''] <br />Die mytilenische Debatte betrifft Repressalien gegen den Stadtstaat Mytilene, der während des Peloponnesischen Krieges erfolglos versucht, die athenische Hegemonie zu beenden. Thukydides berichtet in Buch drei seiner Geschichte des Peloponnesischen Krieges von den Ereignissen und Reden und nutzt sie als Gelegenheit, seine Ansichten über die politischen und ideologischen Auswirkungen des Krieges auf die beteiligten Parteien zu reflektieren und darzulegen. Mytilene gehört zu den letzten nicht tributpflichtigen Mitgliedern des Attischen Seebunds, die beschließen, eigene Kriegsschiffe zu bemannen und Untertanen zum Kampf an der Seite der athenischen Flotte zu schicken. Mytilene befürchtet eine tributpflichtige Demokratie und will nicht auf den Status anderer athenischer Verbündeter reduziert werden. Es unterscheidet sich von den meisten Verbündeten, weil es von einer Oligarchie regiert wird. Mytilene erwägt, das Bündnis mit Athen zu beenden, doch Sparta lehnt seinen für wesentlich gehaltenen Aufruf zu einem Bündnis zunächst ab. Thukydides begründet das Auftreten der mytilenischen Botschafter in Olympia damit, dass Athen den Attischen Seebund als Mechanismus zur „Versklavung“ und Ausbeutung anderer Griechen nutze, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Athen die wohlhabende und autonome Insel Lesbos ins Visier nehme und sie in sein Unterdrückungssystem zwinge, und dass die Mytilenier nicht warten könnten, bis Athen ihnen seinen Willen aufzwinge. Der Peloponnesische Bund erklärt sich bereit, Mytilene zu helfen. Die mytilenische Regierung bemüht sich unter ihrer Führung um die Vereinigung der fünf Stadtstaaten von Lesbos. Die attische Politik zielt darauf, größere Einheiten innerhalb der Konföderation aufzubrechen, und unterstützt keine Stärkung der mytilenischen Macht. Die Mytilenier bereiten den Aufstand vor, indem sie ihre Häfen füllen, Befestigungen errichten, zusätzliche Kriegsschiffe bauen und zusätzliches Getreide einführen. Diese Vorbereitungen erregen Aufmerksamkeit, und Informanten melden Einzelheiten nach Athen. Die Informationen stammen aus verschiedenen Quellen. Drei weitere Staaten der Insel, Antissa, Eresos und Pyrrha, besitzen oligarchische Regierungen. Methymna hat dagegen eine Demokratie und unterstützt weder den Aufstand noch die Vereinigung von Lesbos. Einige Mytilenier, die als Proxenoi bekannt sind, melden ebenfalls Informationen nach Athen. Die Proxenoi bilden eine kleine Fraktion politischer Gegner, deren Auffassungen mit der athenischen Demokratie vereinbar sind. Athen wählt diese Beamten aus, um seine Stellung im Innern zu stärken und sich auf die mögliche Beseitigung der Oligarchien vorzubereiten. Die Athener reagieren auf die Nachricht, indem sie versuchen, peloponnesische Hilfe abzufangen, und eine von Paches angeführte Flotte nach Lesbos entsenden. Bei ihrer Ankunft stellt Athen ein Ultimatum: Die Mytilenier sollen sich ergeben und ihre Befestigungen niederreißen. Sie lehnen ab, worauf der Aufstand folgt. Die Mytilenier werden jedoch zum Aufstand gezwungen, bevor sie militärisch bereit sind, Athen entgegenzutreten, weil die Proxenoi Athen über die Pläne Mytilenes informieren. Daher verlieren die Mytilenier rasch und wenden Verhandlungstaktiken an, um Zeit zu gewinnen. Sie verlangen einen Waffenstillstand und entsenden Vertreter zu Verhandlungen nach Athen, um Sparta mehr Zeit zu verschaffen. Die mytilenischen Vertreter fordern den Abzug der athenischen Flotte, doch die Athener lehnen dies sofort ab, und die Kämpfe gehen weiter. Mit Ausnahme von Methymna greifen alle Städte von Lesbos zu den Waffen gegen Athen. Lesbos verliert jedoch an Boden, als weitere athenische Truppen eintreffen. Mytilene wird von athenischen Befestigungen umgeben und von Land und Meer abgeschnitten. Schließlich trifft der Spartaner Salaithos ein und steigert die Moral, indem er den Mytileniern versichert, dass die Peloponnesier in Attika einmarschieren werden, und ihnen für das Frühjahr eine Flotte verspricht. Attika wird wie versprochen angegriffen, doch dies hilft den eingeschlossenen Inselbewohnern wenig, weil die Flotte nicht eintrifft und die Nahrungsvorräte erschöpft sind. Salaithos unternimmt einen letzten Versuch, indem er den Demos mit Hoplitenwaffen ausstattet. Nachdem die Unterschicht Waffen erhalten hat, weigert sie sich aber, den Anweisungen zu folgen, und fordert die Oligarchen auf, die restlichen Lebensmittel zu übergeben, andernfalls werde sie sich ergeben. Die Oligarchen können die Forderung des Demos nicht erfüllen, weil keine Nahrung mehr vorhanden ist. Nachdem Oligarchen und Demos die Hoffnungslosigkeit der Lage erkennen, nehmen sie gemeinsam Verhandlungen mit Athen auf. Die Verhandlungsbedingungen sind in jeder Hinsicht kaum besser als eine bedingungslose Kapitulation. Das Schicksal des mytilenischen Volkes hängt von der Entscheidung des athenischen Volkes ab. Den Mytileniern wird nur das Recht zugestanden, eine Delegation nach Athen zu schicken und um Mitgefühl zu bitten. Paches garantiert dabei, dass keine Strafmaßnahmen erfolgen, bevor die Athener eine endgültige Entscheidung getroffen haben. Als die Mytilenier in Athen eintreffen, wird Salaithos sofort hingerichtet, und die Volksversammlung tritt zusammen, um die Lage zu beurteilen und über Strafmaßnahmen abzustimmen. Die athenische Volksversammlung fürchtet einen weiteren Aufstand und verurteilt hastig alle männlichen Bürger von Mytilene zum Tod, während Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft werden sollen. Nach Thukydides wird nach diesem Beschluss eine Triere nach Mytilene geschickt, um die Anordnungen auszuführen. Die Athener schlachten, erzürnt über den vorsätzlichen Aufstand, alle Gefangenen ab, die ungefähr tausend zählen. Am folgenden Tag erkennen die Athener die beispiellose Brutalität ihres Handelns, und einige zweifeln an der übereilten Entscheidung, die Bürger von Mytilene zu töten und zu versklaven. Eine zweite Debatte, die Thukydides als „mytilenische Debatte“ bezeichnet, findet statt, um das weitere Vorgehen zu überdenken. Unterschiedliche Auffassungen bestimmen die Debatte. Zuerst stellt Kleon von Athen seine Meinung vor. Kleon, ein herausragendes Mitglied der athenischen Gesellschaft, spricht sich dafür aus, den vorherigen Beschluss gegen alle Zweifel zu verteidigen, und erklärt, der Schuldige habe die Strafe erhalten, die er verdiene. Kleon besitzt den Ruf, gewalttätig und rücksichtslos zu sein. Thukydides beschreibt ihn als „den gewalttätigsten Mann in Athen“. Kleon stellt zunächst den Wert der Demokratie infrage und erklärt: „Ich persönlich hatte schon oft genug Gelegenheit zu bemerken, dass eine Demokratie nicht in der Lage ist, andere zu regieren, und ich bin davon umso mehr überzeugt, wenn ich sehe, wie Sie jetzt Ihre Meinung ändern über die Mytilenier.“ Er deutet zudem an, dass die Athener von sophistischer Redekunst erschöpft seien, und stellt den Wert der Redefreiheit infrage. Er beschreibt die Athener als „Opfer ihrer eigenen Freude am Zuhören und eher wie ein Publikum, das zu Füßen eines professionellen Dozenten sitzt, als wie ein Parlament, das über Staatsangelegenheiten diskutiert“. Er beendet seine Rede mit der Aufforderung an die Bevölkerung, nicht „Verräter an sich selbst zu sein“. Nach Kleons Rede spricht Diodotos zur Verteidigung seiner früheren Ablehnung des Todesurteils. Er erklärt, „Eile und Wut“ seien „die zwei größten Hindernisse für einen weisen Rat“. Diodotos argumentiert, es gehe nicht um Mytilenes Schuld und auch nicht darum, ob Athen Rache nehmen solle, sondern darum, was im Interesse Athens liege. Er fragt unter Berufung auf eines von Kleons Hauptargumenten, ob die Todesstrafe tatsächlich Revolten abschrecke oder das Gegenteil bewirke. Abschließend fordert er die Athener auf, grundsätzlich zu hinterfragen, was richtig und gerecht sei, und eher auf Mäßigung als auf aggressive Bestrafung zu achten. Er fordert stattdessen, die Mytilenier zu schonen, um ein Bündnis zu schließen. Nach Diodotos’ Rede stimmt die Volksversammlung erneut ab. Diodotos’ sachliches Argument setzt sich durch und veranlasst die Versammlung, die Mytilenier nicht zu massakrieren. Die Athener, die zunächst leidenschaftlich die vollständige Vernichtung der Mytilenier unterstützen, zögern nun. Die ursprünglich einstimmigen Stimmen fallen schließlich knapp zugunsten von Diodotos aus. Die Athener lassen sich von Diodotos’ Argumentation beeinflussen, beschließen, das Leben der Mytilenier zu verschonen, und lassen nur die Führer der Revolte hinrichten. Eine weitere Triere wird sofort entsandt, mit doppelter Besatzung und während der Nacht, und erreicht Lesbos in einer dramatischen Szene gerade rechtzeitig, um die Ausführung der früheren Beschlüsse zu verhindern. Die Oligarchie von Mytilene wird beseitigt und eine Demokratie eingeführt. Die Athener zerstören die Stadtmauer und teilen den größten Teil des lesbischen Landes, das an Athener verteilt wird. Thukydides’ Darstellung der Ereignisse hebt einige der damaligen wahrgenommenen relativen Vorzüge von Oligarchie und Demokratie hervor. Sie wirft Fragen über Athens Behandlung seiner Verbündeten im Seebund auf. James Boyd White vermutet, dass die Macht die Athener bereits korrumpiert, obwohl sie weiterhin zu Mitleid und Mitgefühl fähig sind. Dies steht im Gegensatz zum späteren Melischen Dialog, in dem Athen alle Männer tötet und Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft. Alternativ kann die Hinwendung zu Diodotos’ vernünftigem Eigeninteresse anstelle von Kleons Aufruf zu gerechter Rache den Beginn eines Rückgangs der Berufungen auf Gerechtigkeit und des Niedergangs der Argumentationskultur in Athen markieren. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Attische_Seuche Attische Seuche (430–426)] <br />Winter 427/426: In Athen wütet erneut die Attische Seuche. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schmausbr%C3%BCder '''Die Schmausbrüder (Schauspiel von Aristophanes)'''] <br />''Die Schmausbrüder'', griechisch ''Daitales'', ist die erste Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Sie wird auf den Dionysien von Kallistratos gespielt und mit dem zweiten Preis honoriert. Der Nachwelt bleibt sie jedoch nur als Fragment erhalten. Inhalt des Stückes ist die Beziehung zwischen einem Vater und seinen beiden Söhnen, von denen einer moralisch und der andere unsittlich ist. Als beide die gemeinsame Farm verlassen und zu einem städtischen Sophisten geschickt werden, flieht der moralische Sohn bald aufgrund der dort herrschenden Unanständigkeit, während der unmoralische Sohn bleibt, um die hinterhältigen Geschäftsgeheimnisse des Sophisten zu erfahren. Aristophanes stellt den Gegensatz zwischen der traditionellen Erziehung, die mehr Wert auf moralisches Verhalten beziehungsweise Reden legt, und der „neuen“ Erziehung dar, der es um Redekunst, Spitzfindigkeit, Prahlerei und weniger um vernünftige Argumentation geht. Der unmoralische Sohn verschreibt sich diesen neuen Werten, während der Vater als Repräsentant der alten Ausbildung fungiert; an dieser Stelle kommt es zu einer voraussehbaren Trennung zweier Generationen. Das Publikum soll jedoch mit dem Vater und seinem sittlichen Abkömmling sympathisieren, die aufgrund ihrer Rechtschaffenheit zu den moralischen Helden des Stückes werden. | |||
*[[-426#GRIECHEN | Fortsetzung 426]] | |||
*'''428:''' Peloponnesischer Krieg: 428 v. Chr. fällt Mytilene auf Lesbos vom Seebund ab. Mytilene wird bald darauf wieder in das Bündnis gezwungen. | |||
*'''428:''' Belagerung von Plataiai: Im Winter gehen den Belagerten die Vorräte zur Neige. In einer stürmischen und mondlosen Nacht unternehmen sie einen heimlichen Ausbruchsversuch. 200 Personen entkommen nach Athen. | |||
*'''428:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (18)] Platon wird 428 oder 427 zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. | |||
*[[-427#GRIECHEN | Fortsetzung 427]] | |||
*'''429:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Naupaktos '''Schlacht von Naupaktos'''] | |||
*'''429:''' Belagerung von Plataiai: Plataiai ist eine Stadt in Böotien an der Grenze zu Attika. Zu Beginn des Krieges ist die Stadt mit Athen verbündet und wird deshalb zu einem Angriffsziel Spartas. Während der Belagerung bleiben in der Stadt 400 plataiaiische Soldaten, 80 athenische Soldaten und 110 Frauen, die für die Nahrungsversorgung der Truppen zuständig sind. Die Spartaner errichten zunächst eine Holz- und Erdrampe, um die Stadtmauer zu überwinden. Die Belagerten erhöhen daraufhin die Stadtmauer. Als die Rampe die Stadtmauer erreicht, graben die Plataiaier Tunnel, um sie zum Einsturz zu bringen. Die Spartaner stabilisieren ihre einsturzgefährdete Rampe mit Flechtwerk und Lehm. Auf der fertigen Rampe setzen sie Rammböcke gegen die Mauer ein, die wegen ihrer Erhöhung weiterhin über die Rampe hinausragt. Die Plataiaier verwenden Lassos, um die Rammböcke einzufangen, oder sie bombardieren diese mit schweren Baumstämmen. An besonders bedrohten Stellen errichten die Plataiaier hinter der alten Stadtmauer eine zweite Mauer innerhalb der Stadt. Als die Spartaner versuchen, die Stadt anzuzünden, vereitelt ein Regensturm den Versuch. Schließlich geben die Spartaner den Plan auf, die Stadt gewaltsam einzunehmen, und gehen zum Aushungern über. Zu diesem Zweck errichten sie eine doppelte Mauer nach innen und außen, um auch möglichen Entsatz abzuwehren; ein solcher Entsatz trifft jedoch nie ein. Der Geschichtsschreiber Thukydides führt die Thebaner als Grund für das Verhalten der Spartaner an, da diese es von ihnen verlangen. | |||
*'''429:''' Peloponnesischer Krieg: 429 v. Chr. stirbt Perikles an der Seuche. In diesem Jahr bleibt aufgrund der Seuche ein spartanischer Sommereinfall in Attika aus. Nach dem Tod des Perikles tritt eine neue Generation von Politikern in Athen auf, unter ihnen Kleon und Nikias. Kleon befürwortet eine aggressivere Politik, während Nikias einen Ausgleich mit Sparta anstrebt. Die Volksversammlung wird als Forum stärker genutzt, und Alimentierungsmaßnahmen für ärmere Bevölkerungsschichten belasten langfristig die finanziellen Ressourcen Athens. | |||
*'''430:''' Peloponnesischer Krieg: In Athen bricht 430 v. Chr. eine Seuche aus, der etwa ein Viertel der Bevölkerung zum Opfer fällt. Thukydides beschreibt die Symptome, doch bleibt die genaue Natur dieser Seuche, die auch als Pest von Athen bezeichnet wird, ungeklärt. | |||
*'''430:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Thukydides Thukydides (24)] 430 v. Chr. bricht unter den in ihren Mauern von den Spartanern eingeschlossenen Athenern die Attische Seuche aus, an der auch Thukydides erkrankt, deren Verlauf und die gewonnene Immunität der Überlebenden er anschaulich und sachverständig beschreibt. | |||
*'''430:''' Attische Seuche: Die Attische Seuche, auch „Pest von Athen“ genannt, ist eine Epidemie in Athen, dem Hauptort der antiken Region Attika. Der Krankheitserreger ist unbekannt. Über ihren Verlauf berichtet der griechische Historiker Thukydides, der selbst erkrankt. Deshalb wird die Epidemie auch als Pest des Thukydides oder Seuche des Thukydides bezeichnet. Das lateinische Wort pestis und das altgriechische Wort loimós bezeichnen allgemein eine ansteckende, schnell um sich greifende und tödliche Infektionskrankheit. Das deutsche Wort „Pest“ ist dagegen ein Lehnwort aus dem Lateinischen und bezieht sich auf das konkrete Pestbakterium. Kenntnisse über Infektionskrankheiten sind in der Antike vorhanden; Seuchen werden teilweise als Strafe eines Gottes angesehen. Thukydides ist attischer Bürger und beim Ausbruch der Seuche mindestens 24 Jahre alt. In seinem zweiten von acht Büchern über den Peloponnesischen Krieg schildert er die Epidemie in den Kapiteln 47 bis 54 ausführlich. Er beschreibt eigene Erlebnisse und beobachtete Krankheitszeichen und stellt fest, dass niemand, der die Krankheit überstanden hat, ein zweites Mal mit tödlichem Ausgang daran erkrankt. Der Seuche fällt etwa ein Viertel der athenischen Bevölkerung zum Opfer. Thukydides berichtet, dass einige Menschen sterben, weil sich aus Angst vor Ansteckung niemand um sie kümmert, während andere trotz denkbarer medizinischer Betreuung sterben, weil die bekannten Medikamente nicht wirken. Auch Tiere sind von der Krankheit betroffen. Auf der Suche nach vermeintlich Schuldigen entsteht das Gerücht, die Spartaner hätten die Brunnen vergiftet. Zugleich besteht die Ansicht, Seeleute hätten die Krankheit aus dem Orient eingeschleppt; außerdem ist die Deutung als göttliche Strafe verbreitet. Die Krankheit tritt nach dem Bericht des Thukydides plötzlich bei zuvor gesunden Menschen auf und schreitet von oben nach unten fort. Zunächst entsteht ein starkes inneres Hitzegefühl im Kopf, die Augen sind entzündet und gerötet, und Schlund und Zunge fühlen sich roh an. Es folgen Niesen, Heiserkeit, Husten und Anzeichen von Grippe. Der Atem ist übelriechend und unregelmäßig. Die Krankheit erfasst den ganzen Körper und erreicht schließlich den Magen, der sich förmlich umdreht, sodass die Erkrankten unter schrecklicher Übelkeit Galle in allen damals unterschiedenen Formen erbrechen. Danach erfasst die Krankheit die Schamteile und Gliedmaßen bis zu den Finger- und Zehenspitzen. Viele überleben nur, weil sie diese Körperteile verlieren; andere erblinden oder verlieren ihr Gedächtnis. Der Körper fühlt sich nicht übermäßig heiß an, ist nur leicht gerötet und mit Bläschen und Geschwüren bedeckt. Innerlich verspüren die Erkrankten jedoch ein heftiges Feuer. Unstillbarer Durst, Schlaflosigkeit und Unruhe treiben einige dazu, in Brunnen zu springen. Häufig sterben Erkrankte nach sechs oder acht Tagen, ohne zuvor völlig entkräftet zu sein. Seltener folgt nach einer vorübergehenden Erholung ein Übergreifen auf den Unterleib mit starker Geschwürbildung und Durchfall, worauf die Erkrankten an Erschöpfung sterben. Bei den meisten Erkrankten gilt ein „hohler Schluckauf“ als kennzeichnend; er löst heftige Krämpfe aus und tritt bei manchen nach dem Abklingen der übrigen Symptome, bei anderen erst deutlich später auf. Der Versuch, die von Thukydides beschriebenen Symptome einer heute bekannten Krankheit zuzuordnen, führt zu zahlreichen Verdachtsdiagnosen. Als mögliche Ursachen werden unter anderem Typhus durch Salmonella enterica serovar Typhi, Fleckfieber durch Rickettsia prowazekii, Milzbrand durch Bacillus anthracis, Pest durch Yersinia pestis, ein toxisches Schocksyndrom durch Staphylokokken als Komplikation einer Influenza, Pocken, Lassafieber, Ebolafieber, Tuberkulose, Scharlach, Masern, Marburgfieber, Rifttalfieber, Krim-Kongo-Fieber, Kyasanur-Wald-Fieber, Rückfallfieber, Tularämie, Argentinisches oder Bolivianisches hämorrhagisches Fieber, hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom und Pferdeenzephalitis genannt. Möglicherweise handelt es sich auch um eine heute nicht mehr auftretende Seuche. Eine Identifizierung wird dadurch erschwert, dass sich geographische Verbreitung, Symptomatik, Übertragung und Virulenz bekannter Krankheiten verändern können. Auch das Zusammentreffen oder die Überlagerung zweier Seuchen wird als mögliche Erklärung diskutiert. Die Hypothese, Ergotismus, also eine Mutterkornvergiftung, sei neben einer anderen Krankheit mitbeteiligt, gilt als extrem unwahrscheinlich. | |||
*'''431:''' Peloponnesischer Krieg: Die eigentlichen Kampfhandlungen beginnen im Frühjahr 431 v. Chr. mit dem Überfall der mit Sparta verbündeten Thebaner auf Platää. Der Peloponnesische Krieg dauert von 431 v. Chr. | |||
*'''431:''' Peloponnesischer Krieg: Im Rahmen des Peloponnesischen Kriegs, der von 431 bis 404 v. Chr. stattfindet, treibt Athen den Konflikt mit den Meliern während des zwischenzeitlich mit Sparta vereinbarten Nikiasfriedens voran. Thukydides behandelt die Vorgänge in einer für sein Werk einmaligen Weise, obwohl sie weder militärisch noch strategisch besonders bedeutend sind. Im Melierdialog wird das tatsächliche Geschehen gegenüber den beiderseitigen Motivlagen nur knapp und am Rande dargestellt. Die inhaltliche und formale Gestaltung des Melierdialogs lässt darauf schließen, dass Thukydides damit den Wendepunkt in der Geschichte der Großmacht Athen markieren will, denn unmittelbar danach folgt die Schilderung der Sizilienexpedition, die für Athen katastrophal endet und den Niedergang seiner Macht einleitet. | |||
*'''431:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Sokrates Sokrates (38)] 431–429: Im Peloponnesischen Krieg nimmt Sokrates als Hoplit mit schwerer Bewaffnung an der Belagerung von Potidaia teil. Er erträgt Kälte, Hunger und andere Entbehrungen und macht im Feld auf Laches und Alkibiades Eindruck. Den verwundeten Alkibiades rettet er in Potidaia samt Waffen und überlässt ihm eine Tapferkeitsauszeichnung, die ihm selbst zugestanden hätte. | |||
*'''431:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Thukydides Thukydides (23)] Bereits unmittelbar bei Ausbruch des Peloponnesischen Krieges ist Thukydides die beispiellose Bedeutung dieser kriegerischen Auseinandersetzung der griechischen Großmächte bewusst, und er beginnt sofort mit Aufzeichnungen des Geschehens. | |||
*'''432:''' Im Sommer 432 v. Chr. fordern unzufriedene peloponnesische Bundesgenossen Sparta auf, endlich einzugreifen. In Sparta rät König Archidamos II. zur Vernunft, kann sich aber nicht durchsetzen. Es wird festgestellt, dass Athen den dreißigjährigen Frieden von 446 v. Chr. bricht, und es folgt die förmliche Kriegserklärung. In Athen treibt vor allem Perikles den Kurs auf einen Krieg voran. | |||
*'''433:''' Nach ersten Niederlagen gegen Kerkyra rüstet Korinth eine große Flotte auf, so dass Athen um seinen Status als größte Seemacht fürchtet. Athen schließt im Sommer 433 v. Chr. ein Defensivbündnis (Epimachie) mit Kerkyra, das über die zweitgrößte Flotte Griechenlands verfügt. Korinth betrachtet dies als Verletzung des Friedens von 446 v. Chr. und wendet sich an Sparta. Athen verhängt wohl noch 433 v. Chr. per Volksbeschluss (Psephisma) ein Handelsverbot gegen die Polis Megara, mit der Athen seit dem Ende des ersten Peloponnesischen Krieges verfeindet ist (megarisches Psephisma). Megara, Mitglied des Peloponnesischen Bundes, versucht daraufhin, Sparta zum Handeln zu zwingen. Zeitgenossen wie Aristophanes sehen in diesem Beschluss eine entscheidende Ursache des Krieges und werfen Perikles vor, damit von inneren Schwierigkeiten ablenken zu wollen. In Potidaia auf der Chalkidike, einem Mitglied des Attischen Seebundes mit guten Beziehungen zu Korinth, verlangt Athen die Ausweisung korinthischer Beamter und den Abriss der Seemauern. Potidaia tritt aus dem Seebund aus, wird aber trotz Unterstützung durch Korinth von Athen schnell eingeschlossen. Thukydides bezeichnet diese Konflikte als Auslöser, nicht als Ursachen des Krieges, und sieht den wahren Grund in der Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens. | |||
*'''435:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Aison_(Vasenmaler) '''Aison (Vasenmaler)'''] Aison ist als griechischer Vasenmaler des attisch-rotfigurigen Stils tätig, seine etwa sechzig überlieferten Gefäße stammen aus der Zeit zwischen 435 und 415, er verbringt seine Karriere in mehreren Töpferwerkstätten, steht dort mit diversen anderen bekannten Vasenmalern in Kontakt, schafft seine ersten Werke in Form von Ephebenbildern in derselben Werkstatt wie der Kodros-Maler, fertigt seine erste signierte Prachtschale mit Motiven aus der Theseussage in der Werkstatt, in der der Penthesilea-Maler tätig ist und Aristophanes später sein Nachfolger wird, arbeitet in einer dritten Werkstatt mit dem Schuwalow-Maler und dem Eretria-Maler zusammen, bemalt dort vor allem geschlossene Gefäße, wobei alle drei Künstler offensichtlich in der Tradition des Polygnotos stehen, aus dieser Zeit stammt sein zweites Paradestück, ein Bauchlekythos im Archäologischen Nationalmuseum Neapel mit dem Motiv einer in der Tradition des Schildes der Athena Parthenos stehenden Amazonenschlacht, zwei weitere Lekythen im Louvre und im Archäologischen Nationalmuseum Athen zeigen offenbar eine Hinwendung des Malers zum Adonis-Kult, sein Stil beginnt sich in dieser Phase dem reichen Stil anzunähern, was sein Schüler, der Meidias-Maler, später fortsetzt, wie schon zu Beginn seiner Karriere beim Kodros-Maler verschwimmen mit der Zeit die Grenzen der Darstellung mit dem Meidias-Maler, sodass eindeutige Zuweisungen der Arbeiten, besonders bei Choenkannen mit dionysischen Motiven, zum Teil schwerfallen und er in der Wissenschaft dem Meidias-Kreis zugerechnet wird, im Gesamtwerk fällt eine unterschiedliche Qualität seiner Arbeiten auf, die wohl in erster Linie auf einen unsteten Lebenswandel mit häufigen Werkstattwechseln zurückgeführt wird, während eine in der Wissenschaft häufig gezeigte Geringschätzung für dieses Gesamtwerk Aison nicht gerecht wird. bis 404 v. Chr., wird von Waffenstillständen unterbrochen und endet mit einem Sieg Spartas. Bei Kriegsbeginn verfügt Athen nach Thukydides über 13.000 Hopliten, darunter Sokrates, sowie 16.000 Reservisten. Athen besitzt ein schwaches Landheer, aber eine starke Flotte, während Sparta über ein starkes Landheer verfügt. - Archidamischer Krieg: Von 431 v. Chr. bis 421 v. Chr. läuft der Archidamische Krieg, benannt nach Archidamos II. Athen folgt der von Perikles erdachten Strategie, keine Landschlacht einzugehen, die Bevölkerung Attikas hinter den Langen Mauern zu schützen und mit der Flotte die Küstenstädte der Peloponnes anzugreifen und Seewege zu blockieren. Sparta fällt mit seinem starken Landheer in Attika ein, verwüstet das Umland von Athen und versucht, Athen zu einer offenen Feldschlacht zu zwingen, während Athen dies wegen der Überlegenheit der spartanischen Phalanx vermeidet. Der sommerliche Einfall in Attika wiederholt sich jedes Jahr, außer 429 v. Chr. wegen einer Seuche und 426 v. Chr. wegen eines Erdbebens. | |||
*'''436:''' Um 436 v. Chr. kommt es in Epidamnos zu einer Stasis, einem Bürgerkrieg, bei dem die „demokratische“ Partei Korinth und die Adelspartei Kerkyra um Hilfe bittet. Es entsteht ein Konflikt zwischen Korinth und Kerkyra um die Vorherrschaft im Ionischen Meer. | |||
*'''446:''' 446/445: Der Krieg zwischen Athen und Sparta endet 445 v. Chr. mit einem Patt, und Megara wechselt wieder zu Sparta. Es entsteht der auf 30 Jahre geschlossene Friedensvertrag, in dem beide Seiten vereinbaren, die jeweiligen Bündnissysteme zu achten und bei Konflikten ein Schiedsgericht anzurufen. Das Verhältnis zu den „neutralen“ Poleis bleibt bewusst ausgeklammert, was sich später als folgenschwerer Fehler erweist. | |||
*'''454:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Thukydides Thukydides] Thukydides wird spätestens 454 geboren, weil er mindestens 30 Jahre alt sein muss, um das Strategenamt bekleiden zu können, das er 424 v. Chr. innehat. | |||
*'''457:''' In den Jahren 457–446/445 entsteht ein Konflikt zwischen Athen und Sparta, der sich unter anderem aus dem Übertritt Megaras zu Athen ergibt. Theben, der nördliche Nachbar Athens, schließt ein Bündnis mit Sparta, um Hilfe gegen Phokis zu gewinnen, einen Verbündeten Athens. Als die Spartaner nach Böotien marschieren, stellt sich Athen ihnen entgegen und erleidet 457 v. Chr. in der Schlacht von Tanagra eine Niederlage. Zwei Monate später siegt Athen in der Schlacht von Oinophyta gegen Theben und erlangt für die nächsten zehn Jahre die Vorherrschaft über Mittelgriechenland. Wegen vermehrter Abfallbewegungen innerhalb des attischen Herrschaftsgebiets gesteht Athen Böotien später wieder die Autonomie zu. | |||
*'''469:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Sokrates Sokrates] Sokrates wird 469 v. Chr. in Alopeke bei Athen geboren. Laut Platon ist er 399 v. Chr. 70 Jahre alt, woraus sich dieses Geburtsjahr ergibt. Er stammt aus dem athenischen Demos Alopeke der Phyle Antiochis und ist der Sohn des Steinmetzen oder Bildhauers Sophroniskos; seine Mutter ist die Hebamme Phainarete. Auch ein Halbbruder mütterlicherseits namens Patrokles wird erwähnt, der wahrscheinlich mit dem Patrokles von Alopeke identisch ist. Seine Ausbildung verläuft in den üblichen Bahnen und umfasst Alphabetisierung, Gymnastik, Musikerziehung, Geometrie, Astronomie und das Studium der Dichter, vor allem Homers. Unter seinen Lehrern werden Aspasia, die Frau des Perikles, die Seherin Diotima, Anaxagoras, sein Schüler Archelaos, Prodikos und Damon genannt. | |||
*'''480:''' Seit 480 v. Chr. besteht ein Hilfsabkommen zwischen Athen und der elymischen Stadt Segesta. Segesta ist eine Stadt der Elymer auf Sizilien und pflegt dieses Hilfsabkommen mit Athen, obwohl Teile der Insel, vor allem der Westen, zum Einflussgebiet Karthagos gehören. | |||
'''Korinth''' | |||
*beim nächsten Eintrag [[-395#GRIECHEN | Fortsetzung 395]] | |||
'''Olympia''' | |||
*Dorieus, Sohn des Diagoras von Rhodos, gewinnt zum dritten Mal das Pankration bei den Olympischen Spielen und wird damit neuerlich Periodonike. | |||
*beim nächsten Eintrag [[-424#GRIECHEN | Fortsetzung 424]] | |||
'''Messenien''' | |||
*beim nächsten Eintrag [[-369#GRIECHEN | Fortsetzung 369]] | |||
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'''Sparta''' | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_II. König der Eurypontiden: Archidamos II. (469–427)] <br />Kleomenes führt das spartanische Heer. Da die antiken Quellen Archidamos danach nicht mehr erwähnen, schließen moderne Historiker daraus, dass der spartanische König in diesem Jahr stirbt. Sein Sohn Agis übernimmt nach seinem Tod den Königsthron. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Agis_II. '''König der Eurypontiden: Agis II. (427–400)'''] <br /> | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Pausanias_(K%C3%B6nig) König der Agiaden: Pausanias (1. Amtszeit 445–426)] <br />Pausanias’ Onkel Kleomenes führt noch an seiner Stelle das Heer gegen Athen zu Felde. Mit diesem Angriff soll die Eroberung von Mytilene durch die Athener verhindert werden. Obwohl Kleomenes erfolgreich ist, fällt dieses an den Feind. | |||
*Anfang Juni: Die Spartaner fallen zum vierten Mal in Attika ein und verwüsten die Umgebung von Marathon. | |||
*Sommer: Die Belagerung von Plataiai endet mit der Einnahme der Stadt durch Sparta unter Archidamos II. im Verbund mit Theben. Alle Männer werden hingerichtet, die Frauen in die Sklaverei verkauft. Die Belagerung wird damit zum Symbol für die Verrohung des Peloponnesischen Krieges. (siehe unter Athen) | |||
*[[-426#GRIECHEN | Fortsetzung 426]] | |||
*'''428:''' Archidamos II.: Im Jahr 428 v. Chr. unternimmt das spartanische Heer unter dem Oberbefehl des Archidamos erneut einen Feldzug nach Attika. Dort verwüsten die Soldaten die Felder, bis ihnen selbst die Lebensmittel ausgehen. Die Spartaner haben Attika in den vorangegangenen Jahren zweimal verwüstet, weshalb der Feldzug eher eine psychologische als eine wirtschaftliche Wirkung hat. Die Schwächung Athens durch die Handlungen der Spartaner und durch die Pestepemie wird zur Ursache des Aufstandes von Mytilene auf Lesbos. | |||
*[[-427#GRIECHEN | Fortsetzung 427]] | |||
*'''429:''' Archidamos II.: Im Jahr 429 v. Chr. zieht das spartanische Heer nicht nach Attika, sondern gegen Plataiai. Historiker erklären diese Entscheidung mit der Pestepidemie in Athen. Es kann mehrere Gründe dafür geben, dass die Spartaner diese Richtung für ihren Feldzug wählen. Zum einen besitzt die Stadt strategische Bedeutung, zum anderen ist sie ein alter und treuer Bundesgenosse Athens. Auch diplomatischer Druck durch Theben, das ganz Böotien seiner Herrschaft unterwerfen will, wird nicht ausgeschlossen. In diesem Feldzug zeigt sich eine Veränderung der spartanischen Kriegführung: Statt Attika erneut zu verwüsten, greifen die Spartaner eine mit Athen verbündete Stadt an. | |||
*'''430:''' Archidamos II.: Im Jahr 430 v. Chr. zieht das spartanische Heer unter der Führung des Archidamos im folgenden Jahr erneut in das Gebiet Attikas. Nach Thukydides plündert es vierzig Tage lang die Küstengebiete der Landschaft. Gleichzeitig rüstet Athen erneut eine starke Flotte aus und entsendet sie an die Küsten der Peloponnes. Der Feldzug des Archidamos fällt mit dem Beginn der Pestepidemie zusammen. Die Enge innerhalb der Stadtmauern, hinter die sich die Bevölkerung zurückziehen muss, trägt zu einer großen Zahl von Opfern bei. Das Volk ist gegen Perikles erbittert, weil es ihn dafür verantwortlich macht, dass er die Landbevölkerung in die Stadtmauern gedrängt habe, die große Menschenmenge für nichts einsetze, zusehe, wie Menschen, die wie Vieh eingeschlossen seien, einander ansteckten, und ihnen nicht ermögliche, ihre Lage zu verändern und frische Luft zu atmen. Die Spartaner erschrecken über die Nachrichten von den durch die Pest verursachten Unglücksfällen, beschließen, Attika zu verlassen, und kehren nach Hause zurück. | |||
*'''431:''' Archidamos II.: Im Jahr 431 v. Chr. versammelt sich ein großes Heer der Spartaner und ihrer Bundesgenossen unter dem Oberbefehl von Archidamos am Isthmus von Korinth. Vor Beginn des Feldzuges schickt Archidamos den Gesandten Melesippos nach Athen. Die Athener hören den Spartaner, vor allem aufgrund der Haltung des Perikles, nicht einmal an und befehlen ihm, Attika innerhalb eines Tages zu verlassen. Das Heer des Archidamos zieht zunächst gegen Plataiai, eine mit Athen verbündete Stadt in Böotien. Nach der Verwüstung dieses Gebietes wendet es sich Attika zu. Der Einfall beginnt bei der Grenzfestung Oinoe. Dort errichten die Peloponnesier ein Lager und bereiten den Angriff auf die Festung vor. Thukydides verwendet bei der Darstellung dieser Vorgänge nahezu alle Synonyme für Langsamkeit. Im spartanischen Heer beginnt deshalb Unzufriedenheit zu entstehen. Archidamos wird vorgeworfen, den Krieg schleppend zu führen, die Möglichkeit eines raschen Angriffs nicht zu nutzen und dem Gegner wohlgesinnt zu sein. Die Athener bringen währenddessen ihre wertvollsten Besitztümer innerhalb der Stadtmauern in Sicherheit. Moderne Historiker sehen in diesem Vorgehen eine bewusste Berechnung: Archidamos will den Gegner durch die Verwüstung der Felder nicht zur Verzweiflung treiben, sondern seinen Widerstandswillen schwächen und Friedensbestrebungen innerhalb des athenischen Demos fördern. Nach der erfolglosen Belagerung von Oinoe beginnt das Heer des Archidamos, Attika zu verwüsten. Zunächst zieht es nach Eleusis und in die Thriasische Ebene, danach lagert es bei Acharnai. Die Spartaner verwüsten Attika, was bei den Athenern erwartungsgemäß Unzufriedenheit hervorruft. Archidamos versucht, den Gegner zu einer Schlacht zu zwingen. Der längere Aufenthalt des spartanischen Heeres in Attika hat auch eine psychologische Wirkung, da Acharnai in unmittelbarer Nähe Athens liegt. Die Einwohner der Stadt, unter denen sich auch evakuierte Acharnier befinden, können von den Stadtmauern aus sehen, wie Archidamos ihre Felder und Häuser zerstört. Sie geben Perikles die Schuld. Perikles kann das Volk nur mit großer Mühe von unüberlegten Handlungen abhalten. Nach Plutarch verspricht der athenische Politiker schon vor dem Einfall, seine Besitzungen dem Staat zu überlassen, falls Archidamos sie absichtlich von der Verwüstung verschonen sollte. Polyainos berichtet, Perikles habe seine Landgüter bereits vor dem Einfall dem Staat übertragen, um Archidamos keine Möglichkeit zu geben, ihn in Misskredit zu bringen. Der athenische Stratege muss die Einberufung der Volksversammlung mit allen Mitteln hinauszögern, da die Athener dort einen Entschluss zur Schlacht fassen könnten. Nach Ansicht moderner Historiker sind die Handlungen des Archidamos sorgfältig durchdacht. Die Verwüstung der Felder kann die Athener dazu bringen, ihre uneinnehmbaren Mauern zu verlassen und eine Schlacht zu beginnen, die sie mit größter Wahrscheinlichkeit verlieren würden, oder sie zum Friedensschluss bewegen. Zugleich vermindert sie das Ansehen und den Einfluss des Perikles. Nach der Auffassung des Historikers E. Bloedow erkennt Perikles nicht nur die Pläne des spartanischen Königs, sondern rettet die Stadt durch Maßnahmen zum Nachteil seiner eigenen Popularität vor einer unmittelbar bevorstehenden Niederlage. Bald ist Archidamos gezwungen, Attika zu verlassen. Einer Darstellung zufolge hängt dies mit einem athenischen Seezug zusammen, den die Athener mit 100 Schiffen, 1.000 Hopliten und 400 Bogenschützen an den Küsten der Peloponnes unternehmen; einer anderen zufolge gehen den Spartanern die Lebensmittel aus. | |||
*'''432:''' Archidamos II.: Im Jahr 432 v. Chr. laden die Spartaner Athener und ihre Bundesgenossen zu einer Versammlung ein. Nachdem beide Seiten gesprochen haben, ziehen sich die Vertreter der spartanischen Behörden zur Beratung zurück. Archidamos spricht sich gegen eine überstürzte Kriegserklärung aus. Er warnt vor der Dauer des bevorstehenden Konflikts, betont die militärischen und wirtschaftlichen Vorteile Athens und empfiehlt, zunächst Gesandte zu entsenden sowie die eigene Kriegsvorbereitung zu verstärken. Dennoch setzt sich die kriegerische Position des Ephoren Sthenelaidas durch, auch weil Korinth mit dem Austritt aus dem Peloponnesischen Bund droht, falls kein Krieg beginnt. Die Mehrheit des Rates entscheidet sich für Krieg. | |||
*'''443:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. Agesilaos] ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt. | |||
*'''445:''' Archidamos II.: Um 445 v. Chr. heiratet Archidamos nach dem Tod seiner ersten Frau Lampito Eupolia, eine Angehörige eines aristokratischen Geschlechts. Nach Theophrast sind die Ephoren wegen der geringen Körpergröße der Braut unzufrieden und erklären, sie werde Sparta nicht Könige, sondern nur „Königlein“ gebären; sie verhängen deshalb eine Geldstrafe gegen Archidamos II. Aus der Ehe gehen Agesilaos und Kyniska hervor, wobei Kyniska möglicherweise auch Lampitos Tochter ist. | |||
*'''445:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Pleistoanax König der Agiaden: Pleistoanax (1. Amtszeit 458–445)]: Pleistoanax entzieht sich der Strafe, verlässt Lakonien und geht ins Exil nach Arkadien auf den Berg Lykaion. Dort errichtet er ein Haus im heiligen Bezirk des Zeus. Sein Sohn Pausanias wird etwa zur gleichen Zeit geboren. Pausanias herrscht nominell, während Pleistoanax im Exil bleibt. | |||
*'''445:''' Pausanias wird als König von Sparta aus dem Haus der Agiaden genannt. Während der Verbannung seines Vaters Pleistoanax von 445 bis 426 v. Chr. wird der junge Pausanias König, steht aber noch unter der Vormundschaft seines Onkels Kleomenes. Da seinem Vater Bestechung durch Athen vorgeworfen wird, geht Pleistoanax 445 v. Chr. in die Verbannung. Pausanias tritt seine Nachfolge an und ist damals offenbar noch ein Kind. | |||
*'''446:''' Pleistoanax: Pleistoanax führt im Sommer seinen ersten Feldzug während des Ersten Peloponnesischen Krieges. Er zieht mit Beratern, darunter Kleandridas, nach Attika, während Athen durch Aufstände in Megara und Euböa geschwächt ist. Perikles kehrt zurück, und beide Seiten verhandeln statt zu kämpfen. Athen verzichtet auf Gebietsansprüche auf dem Festland und zieht Garnisonen ab; das spartanische Heer kehrt heim. Am 2. September findet eine Sonnenfinsternis statt. Nach der Rückkehr werden Pleistoanax und Kleandridas der Bestechung beschuldigt. Pleistoanax wird angeklagt, vermutlich zu einer Geldstrafe verurteilt und geht ins Exil, während Kleandridas zum Tode verurteilt wird und nach Thurioi flieht. Die ausgehandelten Bedingungen fließen später in den Dreißigjährigen Frieden ein. | |||
*'''457:''' Archidamos II.: Im Jahr 457 v. Chr. nehmen die Spartaner an einem Feldzug nach Doris und an der anschließenden Schlacht bei Tanagra teil. Archidamos fehlt bei diesem Unternehmen. Seine Abwesenheit wird unter anderem mit der Notwendigkeit erklärt, dass ein erfahrener Feldherr wegen des Krieges gegen die Heloten in Sparta verbleibt. Möglicherweise befürwortet er Frieden mit Athen, weshalb ein anderer Heerführer den Feldzug übernimmt. | |||
*'''457:''' Pleistoanax: Nikomedes führt als Regent ein Heer von 1500 Spartanern und 10 000 Verbündeten nach Doris, um einen Angriff aus Phokis abzuwehren. Er zieht die Athener bei Tanagra in eine Schlacht, die zwar gewonnen wird, aber zum Rückzug über Megara auf den Peloponnes zwingt. | |||
*'''458:''' Archidamos II.: Im Jahr 458 oder 455 v. Chr. endet der Dritte Messenische Krieg, der seit dem Helotenaufstand nach dem Erdbeben andauert. Die Historiker bezweifeln nicht, dass Archidamos aktiv an diesem Krieg beteiligt ist. Seine notwendige Anwesenheit als erfahrenerer Feldherr in Sparta erklärt unter anderem seine Abwesenheit beim Feldzug der Spartaner nach Doris und in der anschließenden Schlacht bei Tanagra. Möglicherweise tritt Archidamos für Frieden mit Athen ein, weshalb ein anderer Feldherr in den Feldzug entsandt wird. | |||
*'''459:''' Pleistoanax: Pleistoanax folgt seinem kinderlos verstorbenen Vetter Pleistoarchos als König. Da er noch minderjährig ist, übernimmt sein Onkel Nikomedes die Regentschaft. | |||
*'''465:''' Archidamos II.: Im Jahr 465 v. Chr. erschüttert ein verheerendes Erdbeben Sparta. Diodor von Sizilien berichtet von 20.000 Toten. Der junge König Archidamos zieht in der kritischen Lage seine Rüstung an, lässt ein Signal blasen, als werde die Stadt angegriffen, sammelt die bewaffneten Spartiaten um sich und führt sie aus der Stadt heraus. Die Heloten, die eine Zwischenstellung zwischen Hörigen und Sklaven einnehmen, versuchen die Lage auszunutzen. Antiken Quellen zufolge wollen sie sogar die Hauptstadt angreifen. Als sie jedoch feststellen, dass die überlebenden Spartiaten von Archidamos zu einem kampffähigen Heer gesammelt worden sind, verzichten sie auf den Angriff. Die Heloten besetzen daraufhin mehrere Festungen und befestigte Orte in Lakonien und Messenien; der Dritte Messenische Krieg beginnt. | |||
*'''469:''' Archidamos II.: Im Jahr 469 v. Chr. übernimmt Archidamos nach Diodor von Sizilien die Herrschaft nach dem Tod Leotychidas’ II. Wahrscheinlich gilt Leotychidas jedoch bis zu seinem Tod weiterhin offiziell als König. Die Frage nach dem tatsächlichen Zeitpunkt von Archidamos’ Thronbesteigung bleibt in der modernen Geschichtsschreibung ungelöst. Archidamos II. ist ein spartanischer König aus dem Geschlecht der Eurypontiden und regiert nach unterschiedlichen Überlieferungen von 476 oder 469 bis etwa 427 Sein Name setzt sich aus den griechischen Bestandteilen für „herrschen“, „führen“ oder „an der Spitze stehen“ sowie für „Land“, „Gebiet“ oder „Volk“ zusammen und bedeutet wörtlich „Herrscher des Landes“ oder „Oberhaupt des Volkes“. Er ist der Sohn des Zeuxidamos und der Enkel des Königs Leotychidas II. Der Beginn seiner Herrschaft steht im Zeichen eines schweren Erdbebens und des anschließenden Helotenaufstandes. Archidamos stammt aus dem Königsgeschlecht der Eurypontiden. Sein Vater Zeuxidamos ist ein Sohn Leotychidas’ II. Nach dem Tod des Zeuxidamos heiratet Leotychidas II. erneut. Aus dieser Ehe geht seine Tochter Lampito hervor, die der König mit seinem Enkel Archidamos verlobt. Nahverwandtenehen sind in den Familien spartanischer Könige üblich. Möglicherweise sollen sie das angesammelte Vermögen innerhalb des Königshauses erhalten. Nach einer anderen Deutung fallen Kinder eines Thronerben, der vor seinem Regierungsantritt stirbt, in Sparta aus der Erbfolge; Erbe wird dann der nächstältere Sohn oder der Ehemann der einzigen Tochter. Um die Königsherrschaft seines Enkels zu sichern, verheiratet Leotychidas diesen mit seiner einzigen Tochter Lampito. Über seinen Großvater Leotychidas ist Archidamos der Gastfreund und Gastfreundschaftspartner des Perikles. In erster Ehe ist Archidamos mit seiner Halbtante Lampito verheiratet, die Plutarch als eine „ausgezeichnete und würdige“ Frau bezeichnet. Aus dieser Ehe stammt sein Sohn Agis, der nach Archidamos’ Tod den Königsthron übernimmt. Lampito stirbt vor Archidamos, worauf der König erneut heiratet. Seine zweite Frau ist Eupolia aus einem aristokratischen Geschlecht. Nach Theophrast missbilligen die Ephoren die Wahl des Königs wegen der geringen Körpergröße der Braut und verhängen gegen Archidamos II. eine Geldstrafe. Der Historiker Stephen Hodkinson betrachtet die Ehe mit einer Angehörigen eines reichen Geschlechts als klassisches Beispiel einer dynastischen Heirat. Eupolia bringt Archidamos den Sohn Agesilaos, der nach Agis König wird, und die Tochter Kyniska zur Welt. Möglich ist auch, dass Kyniska eine Tochter des Archidamos und der Lampito ist. Den ausführlichsten Bericht über den König liefert die griechische Wikipedia | |||
*'''476:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_II. Archidamos] Im Jahr 476 v. Chr. wird Leotychidas II. bei der Annahme eines Bestechungsgeldes ertappt und ist gezwungen, aus Sparta zu fliehen. Ob er nach seinem teilweise freiwilligen Exil seine Königswürde verliert, bleibt unbekannt. Pausanias berichtet, Archidamos habe nach der Flucht des Leotychidas die Königsherrschaft übernommen. | |||
*'''479:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_II. Archidamos] Im Jahr 479 v. Chr. wird während des Feldzuges der verbündeten griechischen Flotte zur Unterstützung der ionischen Griechen nach Mykale die Proxenie, also ein Gastfreundschafts- und Freundschaftsbündnis, zwischen Leotychidas II. und Xanthippos, dem Vater des Perikles, geschlossen. Über Leotychidas ist Archidamos (später Archidamos II.) dadurch der Gastfreund des Perikles. | |||
'''Kos''' | |||
*beim nächsten Eintrag: [[-367#GRIECHEN | Fortsetzung 367]] | |||
'''Bosporanisches Reich''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Satyrus_I König Satyros I. (432-389)] <br /> | |||
*'''432:''' Satyros I ist seit 432 v. Chr. Herrscher des Bosporanischen Reiches und baut während seiner Herrschaft auf der expansiven Außenpolitik seines Vaters Spartokos I. auf. Er nimmt Nymphaion ein, gerät in die politischen Entwicklungen des benachbarten Sindikerreiches hinein und beginnt mit der Belagerung von Theodosia, das wegen seines eisfreien Hafens und seiner Nähe zu den Getreidefeldern der östlichen Krim ein ernster Handelsrivale ist. Zudem wird seine Herrschaft als Phase beschrieben, in der er die Macht seines väterlichen Reiches ausbaut. Er erzielt zunächst Erfolg, indem er Nymphaion von Gylon nimmt und vielleicht auch Kimmerikon gewinnt, hat später aber erhebliche Schwierigkeiten mit dem benachbarten Sindikerreich sowie mit den griechischen Stadtstaaten Theodosia und Herakleia Pontike. Der Text betont außerdem die zunehmenden Spannungen durch seine außenpolitischen Unternehmungen. Mit den Sinden gerät Satyros nach dem Bericht des Polyaenos in schwere Konflikte, weil er Hekataeos, dem König der Sinden, seine Tochter gegeben haben soll, Hekataeos aber zugleich angewiesen habe, seine bestehende Frau Tirgatao zu töten. Stattdessen lässt Hekataeos Tirgatao in einem Turm einsperren, von wo sie entkommt, zu ihrem Stamm der Ixomaten gelangt und anschließend mit vielen Stämmen gegen Satyros Krieg führt. Als Satyros erkennt, dass er nicht siegen kann, bietet er seinen Sohn Metrodoros als Geisel an und erbittet Frieden. Kurz danach kommt es offenbar zu einem Anschlag auf Tirgataos Leben, vermutlich von Satyros organisiert; nach der Entdeckung dieser Intrige lässt Tirgatao Metrodoros töten und führt den Krieg erneut gegen Satyros. Dieser Krieg endet erst kurz nach dem Tod des Vaters durch Leucon und Gorgippos. [https://en.wikipedia.org/wiki/Spartocus_I König Spartokos I. (438-432)] | |||
*[[-400#GRIECHEN | Fortsetzung 400]] | |||
'''Troja''' | |||
*'''1200:''' wahrscheinlichste Handlungszeit des Schauspiels [http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Troerinnen "Die Troerinnen"] von Euripides, das im Jahr [[-415]] in Athen aufgeführt wird. - Prolog: Götterrede: Poseidon tritt auf und schildert, dass Troja zerstört ist und dass er die Stadt, deren Mauern er einst mitbaute, nun in Trümmern sieht, er beklagt das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner und macht deutlich, dass seine frühere Verbundenheit mit Troja dem jetzigen Untergang gegenübersteht. Athene erscheint und erklärt, dass die Griechen die Gottheit beleidigen, indem sie die Tempel schänden und die Besiegten misshandeln, sie kündigt an, die Griechen auf ihrer Heimfahrt zu bestrafen, und gewinnt Poseidon dafür, gemeinsam die Rückkehrer mit Stürmen und Unglück zu verfolgen, so dass die göttliche Ebene den Rahmen für das kommende Leid der Troerinnen bildet. - Zerstörung Trojas und Auftreten Hekabes: Hekabe sitzt als ehemalige Königin Trojas als Gefangene vor den Zelten der Griechen und klagt im Angesicht der rauchenden Trümmer der Stadt ihr Schicksal, sie erinnert an ihre frühere Stellung und an den Sturz Trojas und ruft die toten Angehörigen und die verlorene Stadt an. Andere trojanische Frauen, ebenfalls Gefangene, stimmen mit ihr Klagen an, sodass ein gemeinsamer Chor der Leidtragenden entsteht, in dem Hekabe als zentrale Gestalt beklagt, dass sie alles verloren hat, was ihr Leben ausmachte, und dass sie nun den Entscheidungen der Sieger ausgeliefert ist. - Zuteilung der Frauen und Nachricht von Kassandra: Ein Herold der Griechen erscheint und verkündet, dass die trojanischen Frauen den griechischen Feldherren als Sklavinnen zugeteilt werden, Hekabe erfährt, welchem Griechen sie selbst und ihre Töchter zugewiesen sind, und sie reagiert mit Entsetzen auf die Nachricht, dass Kassandra den Feldherrn Agamemnon erhält. Kassandra tritt in ekstatischer Stimmung auf, sie spricht als Seherin, prophezeit den Untergang Agamemnons und deutet an, dass der Sieger nicht ungestraft bleibt, sie verhöhnt zugleich den Ruhm der Griechen und macht deutlich, dass ihre eigene Versklavung und Schmach Teil eines größeren, von den Göttern bestimmten Geschehens ist, während Hekabe im Angesicht dieser Rede zwischen Hoffnung auf göttliche Gerechtigkeit und der unmittelbaren Angst um ihre Tochter schwankt. - Auftritt Andromache und Entscheidung über Astyanax: Andromache, Hektors Witwe, erscheint mit ihrem kleinen Sohn Astyanax und wird Hekabe vorgeführt, sie trägt die Last des Verlustes von Mann und Heimat und klagt gemeinsam mit Hekabe über die zerstörte Zukunft Trojas, wobei Hekabe in Andromache die Verkörperung des trojanischen Unglücks erkennt. Der Herold verkündet, dass die Griechen beschlossen haben, Astyanax zu töten, indem sie ihn von den Mauern Trojas stürzen, um zu verhindern, dass aus ihm ein zukünftiger Rächer entsteht, Andromache fleht vergeblich um das Leben des Kindes und kämpft zwischen der Mutterliebe und der Erkenntnis, dass jeglicher Widerstand nutzlos ist, während Hekabe in der Erwartung des neuerlichen Verlustes zusammenbricht. Andromache wird schliesslich von den Griechen weggeführt, sie muss ihren Sohn zurücklassen, und Hekabe bleibt mit der Aufgabe zurück, den Knaben, sobald er getötet ist, zu beklagen und zu bestatten. - Tod und Bestattung Astyanax’: Astyanax wird, wie beschlossen, von den Griechen getötet, indem man ihn von den Mauern der zerstörten Stadt hinabstürzt, und sein Leichnam wird Hekabe gebracht, damit sie ihn bestattet, sie nimmt den Körper des Kindes in Empfang und klagt über die Grausamkeit, die selbst ein unschuldiges Kind nicht verschont. Hekabe berichtet von seinen Verletzungen, beklagt, dass ein Knabe, der einst als Hoffnung Trojas galt, nun als gebrochener Leichnam vor ihr liegt, und richtet ihren Vorwurf gegen die Griechen, die in ihrer Angst vor einem künftigen Gegner jede Menschlichkeit vergessen, während die trojanischen Frauen den Leichnam mit Klagetönen umringen. Hekabe bereitet dem Kind ein notdürftiges Begräbnis, sie legt ihm, was sie noch hat, als Beigaben an und spricht über die Bitterkeit, dass selbst in der Bestattung nur noch Reste der einstigen Hofpracht übrig geblieben sind. - Streit um Helena: Helena wird vor Agamemnon gebracht, damit über ihr Schicksal entschieden wird, und Hekabe nutzt die Gelegenheit, um Helena anzuklagen, sie wirft ihr vor, durch ihren Aufenthalt in Troja und durch ihre Verstrickung mit Paris den Krieg ausgelöst zu haben, und fordert, sie für die zahllosen Toten verantwortlich zu machen. Helena verteidigt sich, indem sie auf göttlichen Zwang, auf Aphrodite und auf die Verführung durch Paris verweist, und versucht, ihre Rolle zu relativieren, während Agamemnon sich den gegenseitigen Vorwürfen von Hekabe und Helena gegenübersieht und eine Entscheidung treffen muss. Hekabe betont, dass Helena bewusst gehandelt und sich den Troern angeschlossen habe, und fordert ihre Bestrafung, sie macht geltend, dass die Frauen Trojas nicht für Helens Entscheidung büssen sollen, während Helena versucht, Agamemnon durch Erinnerung an gemeinsame Vergangenheit und durch Beschönigung der Ereignisse umzustimmen. - Ende Trojas und Abführung der Frauen: Am Ende des Dramas wird die endgültige Zerstörung Trojas sichtbar, die Griechen bereiten sich auf die Abfahrt mit ihren Gefangenen vor und setzen die Stadt in Brand, so dass Hekabe und der Chor der Troerinnen den Untergang ihrer Heimat in Flammen erleben. Hekabe sieht, wie die Stadt, die einst ihr Herrschaftsbereich war, als rauchende Ruine zusammenbricht, und sie und die anderen Frauen werden auf die Schiffe geführt, jede einer neuen Herrin- oder Sklavenrolle im griechischen Lager entgegen, während sie noch einmal Troja, ihre Familien und ihre Götter verabschieden. Der Chor beschliesst die Handlung, indem er den Verlust der Stadt und die Ungewissheit der Zukunft beklagt, und die Frauen ziehen ab, während im Hintergrund die brennende Stadt Troja untergeht. | |||
==ODRYSEN== | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Sitalces König Sitalkes (431–424)] <br /> | |||
*'''429:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Seuthes_I Seuthes] Zu Beginn des Peloponnesischen Krieges geht Sitalkes ein Bündnis mit den Athenern ein. Er fällt mit einem großen Heer in Makedonien ein, das damals von Perdikkas II. regiert wird. Das Heer umfasst 150.000 Krieger aus unabhängigen thrakischen Stämmen, darunter den Dii, sowie aus päonischen Stämmen, darunter den Agrianern und den Laiaiern. Wegen mangelnder Versorgung muss Sitalkes sich zurückziehen. | |||
*'''429:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Seuthes_I Seuthes] Bereits vor seinem Regierungsantritt heiratet Seuthes Stratonike, eine Schwester von König Perdikkas II. von Makedonien, als Teil eines Friedensschlusses zwischen seinem Onkel und dem König von Makedonien im Jahr 429 v. Chr.; die Aussicht auf die Ehe und die Mitgift veranlasst Seuthes dazu, seinem Onkel zu raten, seine Truppen aus Makedonien abzuziehen. | |||
*[[-425#ODRYSEN | Fortsetzung 425]] | |||
*'''431:''' Sitalkes ist ein König des thrakischen odrysischen Staates. Er ist ein Sohn des Teres I. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters folgt er ihm auf den Thron. Durch erfolgreiche Kriege vergrößert Sitalkes sein Königreich, das bald das gesamte Gebiet von Abdera im Süden bis zu den Mündungen der Donau im Norden sowie vom Schwarzen Meer im Osten bis zu den Quellen der Struma im Westen umfasst. Sitalkes wird auch Sitalkes genannt; die Suda bezeichnet ihn als Sitalchos. Er hat einen Sohn namens Sadokos, der Bürger Athens wird. Der Sitalkes-Gipfel auf Livingston Island in den Südlichen Shetlandinseln in der Antarktis ist nach Sitalkes benannt. [https://en.wikipedia.org/wiki/Sparatocos König Sparatokos (445-431)] | |||
*'''445:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Teres_I König Teres I. (460–445)] (erster König der Odrysen) | |||
==ACHÄMENIDENREICH== | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_I. König Artaxerxes I. (465–424)] <br /> | |||
*'''449:''' Spätere Quellen erklären, der angebliche Kalliasfrieden werde zwischen Athen, Argos und Persien vereinbart. Die Existenz eines formellen Vertrages zwischen den griechischen Staaten und Persien ist umstritten. | |||
*[[-424#ACHÄMENIDENREICH | Fortsetzung 424]] | |||
*'''450:''' Die erneuten Kämpfe führen zur Schlacht von Zypern, in der die Griechen angreifen. Nach dem Ausbleiben eines bedeutenden Erfolges des Kimon bei diesem Unternehmen enden die Feindseligkeiten. | |||
*'''453:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_II. Arsakes] Arsakes (später Artaxerxes II.) (griechisch Mnemon) wird um 453 geboren. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen. | |||
*'''454:''' Nach einer zweijährigen Belagerung werden die Athener durch das persische Heer unter Megabyzos besiegt. Inaros wird gefangen genommen und nach Susa gebracht. | |||
*'''460:''' Inaros II., der Sohn eines libyschen Fürsten namens Psamtik und vermutlich ein Nachkomme der 26. Dynastie Ägyptens, erhebt sich mit Hilfe seiner athenischen Verbündeten gegen die Perser. Er besiegt das persische Heer unter dem Satrapen Achämenes. Die Perser ziehen sich nach Memphis zurück. 460–454: Artaxerxes I. sieht sich in Ägypten einem Aufstand unter Inaros II. gegenüber. | |||
*'''465:''' Artabanos ist Hazarapat, also „Befehlshaber der Tausend“, Kommandeur der königlichen Leibwache und der mächtigste Beamte am persischen Hof. Er tötet Xerxes I. mit Hilfe des Eunuchen Aspamitres. Ktesias berichtet, Artabanos beschuldige danach den Kronprinzen Dareios, den ältesten Sohn des Xerxes, des Mordes und überrede Artaxerxes, Dareios zur Rache für den Vatermord zu töten. Aristoteles berichtet dagegen, Artabanos töte zuerst Dareios und danach Xerxes. Nachdem Artaxerxes den Mord entdeckt, tötet er Artabanos und dessen Söhne. Artaxerxes I. ist der fünfte Großkönig des Achämenidenreiches von Persien und Pharao von Ägypten. Er ist der dritte Sohn von Xerxes I., seine Mutter ist Amestris. In griechischen Quellen trägt er auch den Beinamen „Langhand“, angeblich weil seine rechte Hand länger als seine linke ist. Flavius Josephus und mehrere antike Überlieferungen setzen ihn mit König Ahasveros aus dem Buch Ester gleich. Artaxerxes I. bekennt sich zum Zoroastrismus. Seine Ehefrauen sind Damaspia, Alogyne aus Babylon, Cosmartidene aus Babylon und Andia aus Babylon. Zu seinen Kindern zählen Xerxes II., Sogdianos, Dareios II., Arsites, Bogapaios und Parysatis; außerdem hat er eine namentlich nicht genannte Tochter, die mit Hieramenes verheiratet ist und die Mutter von Autoboesakes und Mitraios wird, sowie elf weitere Kinder von verschiedenen Ehefrauen. Nach der Niederlage des Achämenidenreiches in der Schlacht am Eurymedon (469) stehen militärische Handlungen zwischen Griechenland und Persien still. Als Artaxerxes I. die Macht übernimmt, führt er eine neue persische Strategie ein: Er finanziert die Gegner der Athener in Griechenland. Dies führt mittelbar dazu, dass die Athener den Schatz des Delisch-Attischen Seebundes von der Insel Delos auf die Athener Akropolis verlegen. Artaxerxes I. gewährt Themistokles, dem größten Gegner seines Vaters Xerxes wegen dessen Sieges in der Schlacht von Salamis, nach dessen Verbannung aus Athen Asyl. Er gibt Themistokles Magnesia, Myus und Lampsakos für Brot, Fleisch und Wein, Skepsis für Kleidung und Perkote für Hausbettzeug. Themistokles lernt und übernimmt persische Sitten, die persische Sprache und Traditionen. - Ein König Artaxerxes wird im Buch Esra als Herrscher beschrieben, der Esra, einem Kohen und Schreiber, durch einen Erlassbrief den Auftrag gibt, die kirchlichen und zivilen Angelegenheiten der jüdischen Nation zu übernehmen. Der Text bezeichnet nicht, ob damit Artaxerxes I. oder Artaxerxes II. gemeint ist. Die meisten Gelehrten halten daran fest, dass Esra während der Herrschaft Artaxerxes’ I. lebt; einige sehen Schwierigkeiten darin, weil Nehemia und Esra einander anscheinend nicht kennen und ihre Aufträge sich nicht überschneiden. In Nehemia 12 führen beide jedoch bei der Einweihung der Mauer Prozessionen auf der Mauer an und arbeiten damit gleichzeitig in Jerusalem, als die Mauer und die Stadt Jerusalem wiederaufgebaut werden. Andere Gelehrte nehmen deshalb an, Esra treffe im siebten Regierungsjahr Artaxerxes’ II. ein; dies mache die biblische Darstellung nicht chronologisch. Eine weitere Gruppe betrachtet „das siebte Jahr“ als Schreibfehler und hält beide Männer für Zeitgenossen. Esra erscheint erstmals in Nehemia 8 und befindet sich offenbar zwölf Jahre am Hof. Im zwanzigsten Regierungsjahr Artaxerxes’ ist Nehemia Mundschenk des Königs und offenbar auch dessen Freund, da Artaxerxes ihn nach seiner Traurigkeit fragt. Nehemia schildert ihm die Lage des jüdischen Volkes und dass die Stadt Jerusalem ungeschützt ist. Der König schickt Nehemia mit Schutzbriefen für die Statthalter jenseits des Euphrat und für Asaf, den Hüter der königlichen Wälder, nach Jerusalem. Asaf soll Balken für die Burg beim Tempel und für den Wiederaufbau der Stadtmauern bereitstellen. Roger Williams, ein christlicher Geistlicher des 17. Jahrhunderts und Gründer von Rhode Island, deutet mehrere Stellen des Alten und Neuen Testaments als Unterstützung für eine Begrenzung staatlicher Einmischung in religiöse Angelegenheiten. In The Bloudy Tenent of Persecution for Cause of Conscience tritt er auf biblischer Grundlage für die Trennung von Kirche und Staat ein. Williams betrachtet Israel als einzigartiges Bundesreich und nicht als geeignetes Vorbild für Christen des Neuen Testaments, die den Bund des Alten Testaments als erfüllt ansehen. Für ihn sind gute nichtbundesgebundene Könige des Alten Testaments, darunter Artaxerxes, aussagekräftigere Beispiele für staatliches Handeln, weil Artaxerxes die Juden duldet und nicht darauf besteht, dass sie seiner Staatsreligion folgen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Xerxes_I. König Xerxes I. (486–465)] | |||
==ÄGYPTEN== | |||
*beim nächsten Eintrag: [[-404#ÄGYPTEN | Fortsetzung 404]] | |||
==KUSCH== | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Amanineteyerike König Amanineteyerike (431–405)] <br /> | |||
*'''431:'''Amanineteyerike ist ein kuschitischer König von Meroë und trägt mehrere Titel; er ist Sohn des Königs Malewiebamani und Bruder seines Nachfolgers Baskakeren. Sein Vorgänger ist entweder ein älterer Bruder oder ein Onkel. Auf einer seiner Stelen wird Meroë zum ersten Mal erwähnt. [http://en.wikipedia.org/wiki/Talakhamani König Talakhamani (435–431)] | |||
*[[-405#KUSCH | Fortsetzung 405]] | |||
==KARTHAGO== | |||
*'''480:''' Nach der Niederlage von Hamilkar Mago bei Himera im Jahr 480 v. Chr. verliert die Stellung des „Königs“ an Macht. Mit dem Aufstieg des Rates der Hundertvier erhält dieser die Befugnis, karthagische Befehlshaber zu verurteilen und zu bestrafen. Die Magoniden bleiben dennoch während der Lebenszeit des Himilko weiterhin in karthagischen Außenangelegenheiten aktiv. | |||
*[[-411#KARTHAGO | Fortsetzung 411]] | |||
*'''550:''' Hanno: Die Familie des Himilko ist seit 550 in der karthagischen Politik aktiv und spielt bis 375 v. Chr. eine zentrale Rolle in den politischen und militärischen Angelegenheiten des Karthagischen Reiches. In dieser Zeit erweitert die Familie das Reich in Sizilien, Afrika, Iberien und Sardinien. Der Vater des Himilko, wahrscheinlich Hanno, führt eine bekannte Expedition an der westafrikanischen Küste bis nach Kamerun. Auch sein Onkel, möglicherweise der berühmte Himilko der Navigator, erkundet die Westküste Iberiens und Galliens und erreicht vielleicht sogar England, um den Zinnhandel mit den Kelten zu erschließen. | |||
==INDIEN== | |||
'''Haryanka''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/N%C4%81gad%C4%81saka König Nāgadāsaka (437-413)] | |||
*'''437:''': Nāgadāsaka beginnt im Jahr 437 v. Chr. seine Regierungszeit als König von Magadha. Er tritt damit in diesem Jahr als letzter Herrscher der Haryanka‑Dynastie die Nachfolge seines Vaters Munda an. Seine Herrschaft über das Königreich Magadha setzt in diesem Jahr ein und bildet den Anfang einer insgesamt vierundzwanzig Jahre währenden Regierungszeit. | |||
*[[-413#INDIEN | Fortsetzung 413]] | |||
*'''444:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Udayin König Udayin (460–444)] Über die drei nächsten Nachfolger sind keine Wikipedia-Artikel vorhanen; erst im Jahr [[-437]] tritt ein König an, worüber Informationen vorhanden sind. | |||
'''Anuradhapura''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pandukabhaya König Pandukabhaya (437–367)] | |||
*'''437:''' Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf. | |||
*[[-367#INDIEN | Fortsetzung 367]] | |||
==CHINA== | |||
Zeit der Streitenden Reiche <br />(37./ 38. Zyklus, Jahr des Holz-Tigers; am Beginn des Jahres Wasser-Büffel) | |||
'''Jin''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_You_of_Jin Herzog You (433–416)] <br /> | |||
*'''434:''' Im Jahr 434 v. Chr. stirbt Herzog Jing von Jin, und Ji Liu, postum Herzog You von Jin genannt, folgt seinem Vater Herzog Jing als Herzog von Jin nach. [https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Jing_of_Jin_(Jiao) Herzog Jing (451–434)] | |||
*[[-416#CHINA | Fortsetzung 416]] | |||
*'''433:''' Im Jahr 433 v. Chr. beginnt Herzog You von Jin, Ji Liu aus dem Haus Ji, als Herzog von Jin im Staat Jin zu regieren. | |||
*'''445:''' Wèi Sī wird Führer des Wei-Clans. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Viscount Huan an und übernimmt damit die Leitung des Hauses Wei. | |||
*'''446:''' Im Jahr 446 v. Chr. herrscht im Staat Wei Wei Huan‑zi, der Vater von Wei Si, der später als Marquess Wen von Wei bekannt ist. In diesem Jahr stirbt Wei Huan‑zi, und sein Sohn Wei Si übernimmt die Führung des Hauses Wei und tritt damit als neuer Oberhaupt der Sippe hervor. | |||
*'''446:''' Im sechsten Regierungsjahr von Duke Ai von Jin stirbt Wèi Huán-zǐ und sein Sohn Wèi Sī folgt ihm nach; Wèi Sī wird damit Marquess Wen von Wei. Er übernimmt die Führung des Wei-Clans und steht an der Spitze eines Hauses, das zu den adeligen Familien gehört, welche die Politik von Jin in der 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. bestimmen. | |||
*'''453:''' Der Staat Jin ist bereits in drei de facto Staaten Han, Zhao und Wei aufgeteilt, und die einzigen Gebiete unter der Kontrolle von Jin sind die Hauptstädte Jiang und Quwo. | |||
'''Qin''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huai_of_Qin herzog Huai (428–425)] <br /> | |||
*'''428:''' Herzog Huai regiert als Herrscher von Qin. Seine Regierungszeit beginnt und dauert bis 425. Herzog Huai von Qin, dessen persönlicher Name unbekannt ist, ist ein Herzog des Staates Qin während der Östlichen Zhou-Dynastie. Er gehört zum Haus Ying und ist ein jüngerer Sohn Herzog Ligongs von Qin. Sein posthumer Name lautet Herzog Huai. Er hat den Sohn Zhaozi sowie einen jüngeren Sohn, der später als Herzog Jian von Qin bekannt ist. | |||
*'''428:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Jian_of_Qin Jian] Jian von Qin wird mit dem persönlichen Namen Ying Daozi geboren. Er ist der jüngere Sohn von Herzog Huai von Qin und der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling von Qin. | |||
*[[-425#CHINA | Fortsetzung 425]] | |||
*'''429:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Zao_of_Qin Herzog Zao (442–429)] | |||
*'''429:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huai_of_Qin Huai] Huai befindet sich im Exil im Staat Jin. Er kehrt nach Qin zurück und besteigt den Thron. | |||
'''Zhou''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Kao_of_Zhou König Kao (440–426)] <br /> | |||
*'''440:''' König Kao von Zhou, auch König Kaozhe von Zhou genannt, trägt den persönlichen Namen Ji Wei. Er gehört dem Haus Ji an und ist König der Zhou-Dynastie, genauer der Östlichen Zhou-Dynastie. Sein Vater ist König Zhending von Zhou. | |||
*[[-465#CHINA | Fortsetzung 426]] | |||
*'''441:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Si_of_Zhou '''König Si (441)'''] | |||
'''Qi''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xuan_of_Qi Herzog Xuan (455–405)] <br /> | |||
*'''455:''' Herzog Xuan von Qi (persönlicher Name Lü Ji) wird Herrscher des Staates Qi. Kurz nach seinem Amtsantritt stirbt Tian Heng, und sein Sohn Tian Pan folgt ihm als Premierminister und faktischer Herrscher. | |||
*[[-413#CHINA | Fortsetzung 413]] | |||
*'''456:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Ping_of_Qi Herzog Ping (480–456)] | |||
*'''481:''' Tai: Im Jahr 481 v. Chr. tötet Tian Heng Herzog Jian von Qi. Seit diesem Zeitpunkt sind die Anführer des Clans Tian die faktischen Herrscher des Staates Qi, während die Herzöge von Qi nur noch nominell regieren. | |||
*'''485:''' Bis 405 v. Chr. herrscht Herzog Xuan von Qi als nomineller Herrscher des Staates Qi. Er stirbt 405 v. Chr. nach 51 Regierungsjahren als titulärer Herrscher von Qi. Sein Sohn Lü Dai, Herzog Kang von Qi, folgt ihm auf den Thron. | |||
*'''486:''' Im Jahr 386 v. Chr. bittet Tian He Markgraf Wu von Wei, für ihn am Hof von König An von Zhou, dem nominellen Herrscher über ganz China, einzutreten. Im selben Jahr erkennt König An Tian He offiziell als Herrscher von Qi an und beendet damit die über sechs Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Hauses Jiang. Tian He wird damit der erste rechtmäßige Herrscher von Qi aus dem Haus Tian und erhält postum den Titel Herzog Tai von Qi. Nach seiner förmlichen Anerkennung verbannt er Herzog Kang in eine Stadt an der Meeresküste. | |||
'''Chu''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Jian_of_Chu König Jian (431–408)] <br /> | |||
*'''431:''' König Jian folgt seinem Vater König Hui von Chu auf den Thron des Staates Chu. König Jian regiert den Staat Chu insgesamt 24 Jahre lang. | |||
*[[-408#CHINA | Fortsetzung 408]] | |||
*'''432:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Chu König Hui (488–432)] | |||
==JAPAN== | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Tennō Kōshō (475–393)] <br /> | |||
*'''475:''' Nach dem Tod von Itoku und nach einem einjährigen Interregnum übernimmt Kōshō am 9. Tag des 1. Mondmonats den Thron. Seine Regierungszeit beginnt damit im Jahr 475 v. Chr., und der Text nennt für diese Zeit auch den Palast Ikegokoro beziehungsweise Wakinokami als seinen Herrschaftssitz. | |||
*[[-408#JAPAN | Fortsetzung 408]] | |||
*'''489:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Kōshō] Am 12. Tag des 2. Mondmonats im 22. Regierungsjahr seines Vaters Itoku wird Kōshō im Alter von 18 Jahren zum Kronprinzen ernannt. Der Text nennt für diesen Zeitpunkt ausdrücklich das Jahr 489 v. Chr. | |||
*'''506:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Kōshō] Kōshō wird nach den alten Reichschroniken Kojiki und Nihonshoki als 5. Tennō von Japan geführt; seine historische Existenz ist zweifelhaft, und er gehört zu den „acht undokumentierten Kaisern“. Sein Eigenname ist Mi-matsu-hiko-kae-shine no mikoto, und in den Überlieferungen werden für seine Mutter unterschiedliche Namen genannt. | |||
==QUELLEN== | ==QUELLEN== | ||
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16.05.2023 Grundstock erstellt | 16.05.2023 Grundstock erstellt | ||
21.09.2026 Grundstock ergänzt | |||
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Aktuelle Version vom 21. September 2026, 19:03 Uhr
CHRONIK
1117D: Konsul Gaius Servilius Structus Ahala (Römische Republik)
- Beginn des Konsulats von Gaius Servilius Structus Ahala und Lucius Papirius Mugillanus, der zum zweiten Mal dieses Amt ausübt.
WELTALL
- 663: Miyake-Ereignis Um das Jahr 663 v. Chr. herum trifft ein weiterer starker Strom energiereicher Teilchen die Erde und löst ein Miyake‑Ereignis in historischer Zeit aus. Die erhöhte kosmische Strahlung bewirkt erneut einen sprunghaften Anstieg kosmogener Isotope, sodass in der Atmosphäre mehr C14 produziert wird, das sich in den Jahresringen von Bäumen auf der Nord‑ und Südhalbkugel nachweisen lässt. In modernen Untersuchungen fällt diese Zeitspanne durch einen markanten Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen und durch entsprechende Signaturen in polaren Eisbohrkernen auf. Die Datierung zeigt, dass sich dieses Ereignis nur wenige Jahrhunderte vor Beginn der schriftlich überlieferten Antike ereignet und damit einen wichtigen Referenzpunkt für die Verknüpfung naturwissenschaftlicher Chronologien mit historischen Zeitskalen liefert. Zusammen mit den Ereignissen von 774 und 993 n. Chr. zeichnet 663 v. Chr. ein Bild wiederkehrender, außergewöhnlicher Strahlungsausbrüche, deren Ursache weiterhin unklar bleibt, die aber im Mittel in tausendjährigen Abständen auftreten.
- Fortsetzung 425
- 5259: Miyake-Ereignis Im Jahr 5259 v. Chr. setzt ein weiterer kurzzeitiger, aber sehr intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung ein, der die Erde trifft und als Miyake‑Ereignis in Erscheinung tritt. Die kosmische Strahlung verstärkt die Produktion kosmogener Isotope, insbesondere von C14, in der oberen Atmosphäre deutlich über das normale Niveau hinaus. Bäume, die in dieser Zeit wachsen, nehmen das dadurch angereicherte Kohlendioxid auf und bilden Jahresringe, in denen der Radiokohlenstoff‑Gehalt auffällig ansteigt. In der heutigen Laboranalyse erscheint das Jahr 5259 v. Chr. im zeitlichen Verlauf der C14‑Konzentration als gut definierter Peak, dessen Form und Ausdehnung Rückschlüsse auf Dauer und Intensität des zugrunde liegenden kosmischen Ereignisses zulassen. Forschungsarbeiten, die Baumringdaten mit Eisbohrkernen kombinieren, identifizieren 5259 v. Chr. als eines der markantesten bislang entdeckten Ereignisse vor der historischen Zeit und erweitern damit das bekannte Spektrum möglicher Intensitäten dieser Strahlungsausbrüche.
- 5410: Miyake-Ereignis Im Jahr 5410 v. Chr. ereignet sich ein weiterer intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung, der ein Miyake‑Ereignis in der globalen Isotopensignatur hinterlässt. Die erhöhte kosmische Strahlung erzeugt in der Atmosphäre zusätzliche Mengen an C14, die sich im Kohlendioxid anreichern und in die Biomasse der zu dieser Zeit lebenden Bäume eingehen. In den Jahresringen dieser Bäume bildet sich ein plötzlicher Anstieg des Radiokohlenstoff‑Gehalts ab, der sich mit dendrochronologischen Methoden Jahr für Jahr nachvollziehen lässt. Später werden Holzproben aus archäologischen Kontexten und natürlichen Ablagerungen hochpräzise auf ihren C14‑Gehalt untersucht, wobei 5410 v. Chr. als eigenständiger Peak mit charakteristischer Peakbreite sichtbar wird. Die Analysen verdeutlichen, dass dieses Ereignis nicht isoliert auftritt, sondern zusammen mit anderen Miyake‑Ereignissen eine Abfolge starker Strahlungsausbrüche bildet, die weiterhin nicht eindeutig einer bestimmten astrophysikalischen Quelle zugeordnet werden kann.
- 7176: Miyake-Ereignis Im Jahr 7176 v. Chr. erreicht erneut ein starker Strom kosmischer Strahlung die Erde und löst ein weiteres Miyake‑Ereignis aus. In der Atmosphäre erhöhen die energiereichen Teilchen die Produktionsrate kosmogener Isotope; es entsteht insbesondere vermehrt C14, das über das atmosphärische Kohlendioxid in das Holz wachsender Bäume gelangt. Die Bäume dieser Zeit bilden Jahresringe mit deutlich erhöhtem Radiokohlenstoff‑Anteil, sodass sich für 7176 v. Chr. ein markanter Sprung im C14‑Profil zeigt. In der Gegenwart analysieren Forschende Baumproben und erkennen diesen abrupten Anstieg als Signatur eines Miyake‑Ereignisses, das sich zeitlich klar von den umliegenden Jahren absetzt. Parallel dazu stützen Eisbohrkerne aus polaren Regionen die Rekonstruktion, indem sie entsprechende Veränderungen anderer kosmogener Isotope wie Beryllium‑10 dokumentieren. Damit etabliert sich 7176 v. Chr. als eines der frühen, heute nachweisbaren Ereignisse in der statistischen Reihe solcher extremen Strahlungsausbrüche, die im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten.
- 12350: Miyake-Ereignis Um das Jahr 12 350 v. Chr. entsteht in der Atmosphäre der Erde ein außergewöhnlich starker Ausbruch kosmischer Strahlung, der das bislang extremste bekannte Miyake‑Ereignis markiert. In diesem Zeitraum prasseln besonders energiereiche Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und erzeugen dort in großem Umfang kosmogene Isotope wie Radiokohlenstoff C14 und Beryllium‑10. Diese neu gebildeten Isotope mischen sich in das atmosphärische Kohlendioxid, das Pflanzen über die Photosynthese aufnehmen, sodass das Signal des Ereignisses sich dauerhaft in den Jahresringen lebender Bäume einprägt. Zehntausende Jahre später liegen fossile Baumreste vor, in denen Forschende einen abrupten und ungewöhnlich hohen Anstieg des C14‑Gehalts feststellen und daraus schließen, dass um 12 350 v. Chr. ein kosmischer Strahlungsausbruch stattfindet, der die bisherigen Miyake‑Ereignisse an Stärke deutlich übertrifft. Auf Basis hochauflösender Messdaten entsteht eine zeitliche Kurve der Radiokohlenstoff‑Konzentration, in der das Ereignis als scharfer Peak mit charakteristischem zeitlichen Verlauf sichtbar wird, der sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinzieht.
OLMEKEN
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 400
MAYA
Xunantunich
- 700: Xunantunich Zwischen 700 und 300 wächst die Bevölkerung Early Xunantunichs wie die anderer Orte der Region deutlich an. Die Lage direkt am Fluss begünstigt den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Fisch und fruchtbaren Ackerböden. Zugleich ermöglicht sie schon zu dieser Zeit die Teilnahme am Handelsnetz zwischen der Karibik, dem Peten und den Maya Mountains.
- Fortsetzung 500
- 800: Xunantunich Zwischen 800 und 700 entsteht in Early Xunantunichs eine E-Gruppe. Zu dieser Zeit ist sie noch Ausdruck eines gemeinschaftlich und öffentlich zelebrierten Ritus, zugleich aber ein erstes Anzeichen sozialer Differenzierung und beginnender Hierarchie. In dieselbe Zeit fällt die lokale Entwicklung hin zu herausgehobenen Ahnen und schließlich zur Etablierung eines Königtums.
- 1100: Xunantunich: Gesichert ist die Besiedlung ab der Muyal-Phase seit 1100 In dieser Zeit gehört Early Xunantunichs bereits zu den frühen Siedlungsräumen des Ortes. Die lokale Periodisierung ordnet diese Phase der frühen bis mittleren Präklassik zu.
- 2500: Xunantunich Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus dem Areal Early Xunantunichs rund 800 Meter östlich des heutigen Zentrums. Sie reichen zurück bis in die präkeramische Zeit um ungefähr 2500 v. u. Z., wobei nicht klar ist, ob der Ort seither kontinuierlich bewohnt war. Das Areal liegt am Mopan und bildet den ältesten bekannten und zugleich am längsten nachweislich besiedelten Teil von Xunantunich.
GERMANEN
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 350
KELTEN
- Beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 500
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCXXVII = 327)
- Konsul Agrippa Menenius Lanatus
Gaius Servilius Axilla bekleidet das Amt des Konsuls. - Konsul Lucius Papirius Mugillanus
Lucius Papirius Mugillanus wird zum Konsul gewählt. In diesem Jahr kommt es nicht zu einem Zusammenstoß mit Veji, das beschuldigt wird, im Vorjahr im römischen Gebiet Raubzüge unternommen zu haben. Nachdem der Versuch einer friedlichen Beilegung des Streits mit den Etruskern scheitert, erreichen die Plebejer, dass die Frage des Krieges in den Zenturiatkomitien zur Abstimmung gestellt wird und dass dessen Führung den Konsulartribunen des folgenden Jahres übertragen wird. - In Rom wird das Gesetz lex de bello indicendo verabschiedet, wonach Kriegserklärungen von den Comitia Centuriata befürwortet oder abgelehnt werden.
- Die Quästur kann ab jetzt auch von Plebejern ausgeübt werden.
- Zweiter Krieg Roms gegen Veji (438-425)
In diesem Jahr hat sich die Lage in Rom unter den Konsuln Lucius Papirius Mugillanus und Gaius Servilius Structus Ahala wieder etwas gebessert. Der Blick richtet sich erneut auf Veji, das sich trotz des Waffenstillstandsvertrags von 435 wieder zum Krieg rüstet. Die Römer warten jedoch zunächst mit einer Kriegserklärung. Sie schicken vielmehr die Fetialen mit der Forderung nach Wiedergutmachung nach Veji. Veji lehnt diese Forderung ab, woraufhin Rom ein Heer aufstellt. - Fortsetzung 426
- 428: Konsul Lucius Quinctius Cincinnatus? Der antike Geschichtsschreiber Diodor nennt Lucius Quinctius Cincinnatus und Aulus Sempronius Atratinus als Konsulnpaar zwischen den Amtsträgern der Jahre 428 und 427 v. Chr.; dabei handelt es sich vermutlich um eine Interpolation, zumal Titus Livius kein Konsulat der beiden nennt. In einzelnen antiken Quellen wird Lucius Quinctius Cincinnatus zudem möglicherweise ein Konsulat für 428 v. Chr. zugeschrieben.
- 428: Konsul Aulus Cornelius Cossus Im Jahr 428 v. Chr. wird Aulus Cornelius Cossus während einer von Seuche und Hungersnot geprägten Zeit gemeinsam mit Titus Quinctius Poenus Cincinnatus zum Konsul gewählt. Dieses Konsulnpaar gehört zu den letzten Konsularkollegien vor der Zeit der Militärtribunen mit konsularischer Gewalt. Während ihres Konsulats wird eine Kommission eingesetzt, um in Fidenae diejenigen zu richten, die im vorherigen Jahr gemeinsam mit den Veientern an einem Überfall auf römisches Gebiet beteiligt sind. Diejenigen, die ihre Abwesenheit aus der Stadt zur Zeit des Überfalls nicht nachweisen können, werden nach Ostia verbannt. An ihrer Stelle werden Kolonisten in Fidenae angesiedelt. In diesem Jahr trifft eine Dürre das römische Gebiet und verursacht weitere Seuchen. Nach Festus feiert Cossus während dieses Konsulats einen Triumph und legt die spolia opima im Tempel des Jupiter nieder.
- 428: Konsul Titus Quinctius Pennus Cincinnatus (1. Amtszeit) Titus Quinctius Pennus Cincinnatus wird nach 431 zum zweiten Mal zum Konsul bestellt; sein Amtskollege ist Aulus Cornelius Cossus. Während dieses Konsulats bricht in Rom infolge einer Dürre eine verheerende Hungersnot aus. Nachdem außerdem einzelne Pestfälle auftreten, verbreiten sich in der Stadt abergläubische Rituale. Die Vejer führen mehrere Überfälle durch, doch ein Gegenfeldzug wird auf das nächste Jahr verschoben. Weil vermutet wird, dass die Fidener den Vejern bei den Angriffen geholfen haben, wird eine Untersuchungskommission eingesetzt. Die Vermutung bestätigt sich. Die schuldigen Fidener werden nach Ostia verbannt und durch römische Kolonisten ersetzt.
- Fortsetzung 427
- 429: Konsul Lucius Sergius Fidenas (2. Amtszeit) Lucius Sergius Fidenas wird im Jahr 429 v. Chr. erneut zum Konsul gewählt.
- 431: Konsul Titus Quinctius Pennus Cincinnatus (1. Amtszeit) Titus Quinctius Pennus Cincinnatus, auch Titus Quinctius Poenus Cincinnatus, ist ein römischer Politiker des 5. Jahrhunderts v. Chr. Er gehört zu den Quinctii Cincinnati, einem Seitenzweig der Quinctier. Er ist der jüngste Sohn des Lucius Quinctius Cincinnatus und hat zwei Brüder: Kaeso Quinctius und Lucius Quinctius. Titus Quinctius Pennus Cincinnatus wird zusammen mit Gaius Iulius Mento erstmals zum Konsul von Rom gewählt. Die Volsker und die Aequer greifen die Römer wiederholt gemeinsam an, und die Heere stehen sich am Berg Algidus gegenüber. Der Senat befürchtet ein unkoordiniertes Vorgehen der beiden Konsuln und beschließt daher, die Heeresleitung einem Diktator anzuvertrauen. Zunächst wird Pennus Cincinnatus das Diktatoramt angetragen. Er überträgt es jedoch seinem Schwiegervater Aulus Postumius Tubertus, weil dieser den Ruf eines strengen und entschlossenen Befehlshabers besitzt. Tubertus beauftragt Gaius Iulius Mento mit der Verteidigung der Stadt Rom und übergibt Cincinnatus einen der beiden römischen Heeresteile. Die Römer wenden sich daraufhin dem Kampf gegen die Feinde zu und besiegen sie, wobei Cincinnatus eine schwere Verletzung erleidet. Cincinnatus errichtet sein Heerlager in Lanuvium, während Tubertus in Tusculum rastet. Im Verlauf der Nacht wird das Lager des Cincinnatus angegriffen. Cincinnatus hält seine Stellung, bis die vom Diktator entsandte Verstärkung eintrifft. Die Volsker und Aequer werden in das Lager der Volsker zurückgedrängt, das Cincinnatus mit seinen Truppen durch einen Sturmangriff einnimmt. Das Eingreifen der Truppen des Diktators führt die entscheidende Wende zum Sieg herbei, weshalb Tubertus die Ehren eines Triumphs erhält. Tubertus überlässt Cincinnatus anschließend das Kommando über beide Armeen, kehrt nach Rom zurück, feiert seinen Triumph und dankt danach ab.
- 431: Pontifex maximus Aulus Cornelius Cossus Im Jahr 431 v. Chr. bezeichnet Livius Aulus Cornelius Cossus als Pontifex Maximus. Er spricht dem Diktator Aulus Postumius Tubertus die Gelöbnisformeln vor, als dieser sich auf einen Feldzug gegen die Äquer und Volsker vorbereitet.
- 432: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit) Der Feldherr Lucius Furius Medullinus ist Angehöriger der römischen Patrizierfamilie der Furier, die vermutlich aus Tusculum stammt, was aber nicht endgültig gesichert ist, obwohl in Tusculum ein Grab mit 7 Angehörigen der Furii gefunden worden ist. Er gehört dem im 5. und 4. Jahrhundert vor Chr. führenden Zweig der Medullini seiner Familie an, die ihr Cognomen von dem Ort Medullia herleiten. Lucius Furius Medullinus ist der Sohn eines weiteren Lucius. Der Name Lucius kommt bei den Furii Medullini häufig vor, so dass sein Vater nicht benannt werden kann. Sollte er identisch mit dem für das Jahr 405 überlieferten Konsulartribun sein, ist sein Großvater ein Spurius. Hierfür kommen zwei zeitlich passende Furii in Betracht: einmal Spurius Furius Medullinus Fusus und zum anderen Spurius Furius Medullinus Fusus. Über den Beginn seiner senatorischen Laufbahn und die Bekleidung der niederen Ämter ist nichts überliefert. In den Jahren 432, 425 und 420 v. Chr. ist er Konsulartribun.
- 433: Konsulartribun Lucius Sergius Fidenas (1. Amtszeit) Lucius Sergius Fidenas ist im Jahr 433 v. Chr. Militärtribun mit konsularischer Gewalt.
- 434: Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Zeitraum von 434 bis 427 v. Chr. ruhen die Feindseligkeiten zwischen Rom und den Etruskern. In Rom bestehen jedoch instabile politische und militärische Zustände. Sie sind durch Zwistigkeiten zwischen Plebejern und Patriziern, einen Krieg gegen die Aequer und Volsker, eine Pestepidemie mit erheblichen Verlusten bei Menschen und Tieren sowie durch eine Missernte geprägt. Insbesondere ist der Nachschub von Weizen stark gefährdet.
- 435: Zensor Gaius Furius Pacilus Fusus Gaius Furius Pacilus Fusus ist gemeinsam mit Marcus Geganius Macerinus Zensor. Beide führen erstmals den Zensus in der kürzlich auf dem Marsfeld errichteten Villa Publica durch.
- 435: Diktator Gaius Servilius Axilla Im Jahr 435 v. Chr. ist Quinctus Servilius Priscus Fidenas zum Diktator ernannt, um den Feldzug gegen Veji und Fidene zu führen.
- 435: Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 435 v. Chr. verschlimmert sich die Pestepidemie in Rom während des Konsulats von Gaius Iulius Iullus und Lucius Verginius Tricostus und erreicht besorgniserregende Ausmaße. Die Fidener nutzen diese Lage, um die Feindseligkeiten erneut zu eröffnen. Die Vejer schließen sich ihnen an. Beide Heere überschreiten den Aniene und errichten ihr Lager in unmittelbarer Nähe der Porta Collina. Die Konsuln ernennen nach einem Senatsbeschluss Quintus Servilius Priscus, auch Quintus Servilius Structus genannt, zum Diktator. Dieser bestimmt Postumus Aebutius Helva zum Befehlshaber der Kavallerie. Während der Diktator seine Armee vor dem Stadttor aufstellt, ziehen sich die Fidener und Vejer auf die umliegenden Hügel zurück. Das römische Heer holt sie bei Nomentum ein. Die Römer eröffnen die Kampfhandlungen, erringen den Sieg und treiben die Etrusker bis hinter die Stadtmauern von Fidenae zurück. Fidenae wird belagert, doch die Römer können die Stadt nicht im Sturmangriff erobern. Der Diktator lässt deshalb unter den Mauern einen Tunnel graben, durch den die Stadt schließlich eingenommen wird. Der Fall von Fidenae beunruhigt die umliegenden Stämme. Die Vejer und Falisker befürchten, dass die Römer sich für ihre Unterstützung des Lars Tolumnius im Jahr 437 v. Chr. rächen werden. Sie schicken Gesandte zu den anderen Städten des etruskischen Zwölfstädtebundes, um eine Versammlung einzuberufen. Die Römer bereiten sich auf eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten vor und wählen Mamercus Aemilius Mamercinus zum zweiten Mal zum Diktator. Dieser überträgt Aulus Postumius Tubertus das Kommando über die Kavallerie. Die Versammlung der etruskischen Städte weigert sich jedoch, den Vejern und Faliskern zu helfen, sodass diese keinen neuen Kriegszug planen können.
- 436: Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 436 v. Chr. bekleiden Marcus Cornelius Maluginensis und Lucius Papirius Crassus das Konsulat. Die Römer dringen in die Gebiete von Veji und Faleria vor, treffen jedoch auf keinen nennenswerten Widerstand. Eine inzwischen in Rom ausgebrochene Pestepidemie hindert sie daran, die beiden Städte einzunehmen.
- 437: Konsul Lucius Sergius Fidenas (2. Amtszeit) Lucius Sergius Fidenas ist ein römischer Politiker des 5. Jahrhunderts v. Chr. und wird im Jahr 437 v. Chr. zum Konsul gewählt. Er gehört zu den Sergii Fidenates, einem Zweig der gens Sergia. Bei der Schlacht von Fidenae wird Lucius Sergius Fidenas zuerst nach Fidenae entsandt; er fängt die vereinigten Kräfte von Fidenae und Veji am südlichen Ufer des Flusses Anio ab. Die folgende Schlacht ist blutig und unentschieden, führt aber schließlich zu einem römischen Sieg. Mamercinus kehrt daraufhin in Rom im Triumph zurück, wobei Cossus ebenfalls geehrt wird, weil er den etruskischen König getötet hat. Die Beute wird im Tempel des Jupiter Feretrius nahe bei denjenigen des Romulus niedergelegt.
- 437: Magister equitum Lucius Quinctius CincinnatusIm selben Jahr werden die Konsulwahlen für 437 v. Chr. organisiert. Einer der gewählten Konsuln, Lucius Sergius, bleibt dann am Fluss Aniene siegreich über die Vejer und erhält den Beinamen Fidenas. Nach dem Sieg am Aniene hat der Krieg auf beiden Seiten hohe Verluste gefordert, und die Konsulararmee geht stark geschwächt daraus hervor. Der Senat setzt daher 437 v. Chr. Mamercinus als Diktator ein. Nach dem Wiederauffüllen der Ränge erwählt Mamercinus Lucius Quinctius Cincinnatus als Magister equitum sowie den beinahe siebzigjährigen Quinctius Capitolinus Barbatus und Marcus Fabius Vibulanus als Heerführer. Es gelingt dem Diktator, die Feinde Roms erneut über den Aniene zurückzudrängen. Die Etrusker errichten daraufhin ihr Heerlager in der Nähe von Fidenae, nachdem sie von einem Heer der Falisker zusätzliche Verstärkung erhalten haben. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit erringen die Legionäre des römischen Heeres einen überwältigenden Sieg gegen Fidenae und seine Verbündeten, der mit einem Triumph in Rom gefeiert wird. Einer fälschlich Aurelius Victor zugeschriebenen Schrift zufolge soll Quinctius 437 v. Chr. als Diktator amtiert haben, was jedoch sonst in keiner Quelle belegt ist. Lucius soll 437 noch ein „junger Mann“ gewesen sein.
- 437: Aulus Cornelius Cossus Aulus Cornelius Cossus gehört zu den Cornelii Cossi, einem Zweig der gens Cornelia. Er ist ein Sohn des Marcus Cornelius und ein Enkel des Lucius Cornelius; sein vollständiger Name lautet Aulus Cornelius, Sohn des Marcus, Enkel des Lucius, Cossus. Er ist der Bruder des Publius Cornelius Rutilus Cossus, der Diktator und Konsulartribun ist, und möglicherweise des Servius Cornelius Cossus. Er ist der Vater des Gnaeus Cornelius Cossus und des Publius Cornelius Cossus. Livius beschreibt ihn als Mann von außergewöhnlicher Schönheit, Kraft und Tapferkeit, der von der Erinnerung an seine Vorfahren beseelt ist und deren Namen noch größer und ruhmreicher an seine Nachkommen weitergibt. Aulus Cornelius Cossus gilt als der zweite Mann nach Romulus, der Jupiter die spolia opima, die erbeuteten Waffen eines im Zweikampf getöteten feindlichen Heerführers, weiht. Nach den antiken Autoren weihen außer Romulus, Cossus und Marcellus keine weiteren Personen solche Beutestücke im Tempel des Jupiter Feretrius. Livius berichtet, dass Augustus im Tempel des Jupiter Feretrius auf dem leinenen Brustpanzer des erbeuteten Königs eine Inschrift mit dem Titel Konsul liest. Livius hält daran fest, obwohl er selbst und die älteren Autoren Cossus zur Zeit der Weihung als Militärtribun bezeichnen. Moderne Historiker bezweifeln die Aussage des Augustus. Sie weisen darauf hin, dass der Ausdruck Konsul erst später verwendet wird und zur Zeit des Cossus der Ausdruck Prätor gebräuchlich ist. Sie weisen außerdem darauf hin, dass der als verfallen beschriebene Tempel und ein mehrere Jahrhunderte alter leinener Brustpanzer die Lesbarkeit einer Inschrift fraglich erscheinen lassen. Der Artikel nennt ferner die Möglichkeit, dass Augustus Cossus als Konsul darstellt, um Marcus Licinius Crassus daran zu hindern, nach der Tötung des Anführers der Bastarnen dieselbe Ehre zu erhalten. Die unterschiedlichen für Cossus überlieferten Ämter zeigen nach dem Artikel außerdem chronologische Schwierigkeiten in der antiken Überlieferung. Die Ähnlichkeiten zwischen den Berichten über die beiden Einnahmen von Fidenae lassen nach dem Artikel vermuten, dass die beiden Belagerungen die doppelte Überlieferung einer einzigen Belagerung sein können. - Im Jahr 437 v. Chr. führen die Konsuln Krieg gegen die Fidenae, die von den Veientern unterstützt werden. Die Schlacht findet nahe den Ufern des Anio statt. Beide Seiten erleiden schwere Verluste, doch die Römer erringen schließlich den Sieg. Das römische Heer ist jedoch stark geschwächt, sodass der Senat die Ernennung eines Diktators beschließt. Mamercus Aemilius Mamercinus wird zum Diktator ernannt und wählt Lucius Quinctius Cincinnatus zum Magister equitum. Der Diktator drängt die Fidenae und die Veienter über den Anio zurück. Sie lagern vor Fidenae, wo ein faliskisches Heer zu ihnen stößt. Nach Livius ist das Heer des Königs Lars Tolumnius zahlenmäßig stärker als das römische Heer. Die etruskische Infanterie hält dem Zusammenstoß stand, während die Reiterei unter Führung des Königs selbst die römischen Linien durchbricht. Aulus Cornelius Cossus, der Militärtribun der Reiterei, greift daraufhin an und tötet Lars Tolumnius im Zweikampf. Dadurch flieht die übrige etruskische Reiterei. Nach den antiken Autoren kehrt der Diktator aufgrund eines Senatsbeschlusses im Triumph nach Rom zurück. Aulus Cornelius Cossus trägt die Beute des Königs und weiht sie im Tempel des Jupiter Feretrius. Dort werden zum ersten Mal seit Romulus wieder spolia opima niedergelegt.
- 437: Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 437 v. Chr. treffen die Römer Kriegsvorbereitungen und berufen Marcus Geganius Macerinus und Lucius Sergius zu Konsuln. Lucius Sergius übernimmt das Heereskommando und marschiert gegen die Etrusker, die den Aniene bereits überschritten haben. Die Schlacht ist auf beiden Seiten sehr verlustreich, doch die Römer erringen schließlich den Sieg, und Lucius Sergius erhält den Ehrennamen Fidenas. Mamercus Aemilius Mamercinus wird in Rom zum Diktator eingesetzt, um die weiteren militärischen Operationen zu leiten. Er überträgt Lucius Quinctius Cincinnatus die Befehlsgewalt über die Kavallerie und bestimmt Titus Quinctius Capitolinus sowie Marcus Fabius Vibulanus zu stellvertretenden Kommandierenden. Durch eine Truppenaushebung versucht er, die Verluste der vorangegangenen Schlacht auszugleichen. Die Etrusker werden über den Aniene zurückgedrängt und errichten ihr Heerlager auf den zwischen dem Fluss und Fidenae gelegenen Anhöhen. Nachdem sie Verstärkung durch die Falisker erhalten, verlassen sie die Anhöhen und verlegen ihr Lager in die unmittelbare Nähe der Stadtmauern von Fidenae. Die Römer schlagen ihr Lager am Zusammenfluss von Aniene und Tiber auf und sichern es durch Verteidigungsgräben. Die Falisker wollen sofort kämpfen, während die Vejer und die Fidener eine Hinhaltetaktik vorziehen, um ihre vorteilhafte Lage auszunutzen. König Lars Tolumnius gibt schließlich dem Drängen der Falisker nach und eröffnet die Schlacht. Die Heere treffen in der Ebene südlich von Fidenae aufeinander. Wegen seiner zahlenmäßigen Überlegenheit kann Tolumnius ein Truppenkontingent abzweigen, das die Römer umgehen und während der Schlacht das römische Lager angreifen soll. Auf dem rechten etruskischen Flügel stehen die Vejer, im Zentrum die Fidener und auf dem linken Flügel die Falisker. Auf römischer Seite befehligt Mamercus Aemilius Mamercinus den den Faliskern gegenüberstehenden Flügel, Titus Quinctius Capitolinus kommandiert den den Vejern gegenüberstehenden Flügel, und Lucius Quinctius Cincinnatus führt im Zentrum die Kavallerie. Die römische Kavallerie eröffnet die Schlacht im Zentrum, dicht gefolgt von der Infanterie. Die etruskischen Linien beginnen zurückzuweichen, doch die Kavallerie des Lars Tolumnius leistet unerwartet starken Widerstand, sodass sich die Reihen wieder schließen. Aulus Cornelius Cossus, Militärtribun der römischen Kavallerie, erkennt Tolumnius im Getümmel und tötet ihn im Zweikampf. Er nimmt ihm Waffen und Panzer, trennt ihm den Kopf ab und steckt diesen zur Abschreckung der Feinde auf eine Lanze. Die Etrusker weichen zurück und fliehen; der größte Teil wird noch vor dem Erreichen des Heerlagers getötet. Ein Teil der Fidener kann in die Berge entkommen. Das von Tolumnius abgezweigte Kontingent greift während der Schlacht das von Marcus Fabius Vibulanus verteidigte römische Heerlager an. Fabius Vibulanus wagt einen Ausfall und schlägt die Angreifer zurück. Die Römer nutzen ihren Vorteil, überschreiten den Tiber, verwüsten die Landschaft um Veji und kehren mit beträchtlicher Kriegsbeute zurück. Der Senat gewährt Mamercus Aemilius Mamercinus anschließend die Ehren eines Triumphs. Für die Siegesfeier lässt der Diktator eine Goldkrone im Gewicht eines römischen Pfundes anfertigen und im Tempel des Jupiter Capitolinus hinterlegen. Während der Zeremonien bringt Aulus Cornelius Cossus die Waffen und die Rüstung des getöteten Lars Tolumnius herbei und legt sie im Tempel des Jupiter Feretrius neben den früheren Waffengaben des Romulus nieder. Vor Cossus hat nur Romulus eine solche Ehre erhalten.
- 438: Konsulartribun Lucius Quinctius Cincinnatus (1. Amtszeit) Lucius Quinctius Cincinnatus wird trotz der Unbeliebtheit seines standesbewussten Vaters bei den Plebejern zusammen mit Mamercus Aemilius Mamercinus und Lucius Iulius Iullus erstmals zum Militärtribun mit konsularischer Gewalt gewählt. Während seiner Amtszeit rebelliert die Kolonie Fidenae gegen Rom, verjagt die römische Garnison und verbündet sich mit Lars Tolumnius, dem Etruskerkönig von Veji. Die von Rom geschickten vier Botschafter werden auf dessen Befehl getötet, und dieser Vorfall ist der Auslöser für den Zweiten Krieg Roms gegen Veji.
- 438: Zweiter Krieg Roms gegen Veji: Im Jahr 438 v. Chr. werden in Rom Lucius Quinctius Cincinnatus, Mamercus Aemilius Mamercinus und Lucius Iulius Iullus als Militärtribunen mit konsularischer Gewalt berufen. Fidenae, das seit seiner Annexion durch Romulus eine römische Kolonie ist, droht die Römische Republik zu verlassen und zu Veji überzuwechseln, das von König Lars Tolumnius regiert wird. Rom entsendet vier Gesandte, um die Ursachen der Unzufriedenheit der Fidener zu erfahren. Bei ihrer Ankunft werden die Gesandten jedoch getötet, wodurch eine sehr ernste diplomatische Krise entsteht.
- 439: Konsul Agrippa Menenius Lanatus Agrippa Menenius Lanatus wird in Rom zum Konsul gewählt, zusammen mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus, für dessen sechstes Konsulat. Lucius Minucius, auch für dieses Jahr zum Präfekten der Annona gewählt, beschuldigt Spurius Maelius, eine Verschwörung zur Wiederherstellung der Monarchie zu planen. Titus Quinctius, vom Senat beschuldigt, sich nicht ausreichend gegen die Verschwörung eingesetzt zu haben, schlägt vor, Cincinnatus die Diktatur zu übertragen, damit dieser mit den vollen Befugnissen seines Amtes handeln kann. Nachdem die Verschwörung durch die Tötung des Spurius Maelius durch Gaius Servilius Struttus Ahala, unterstützt vom Diktator, vereitelt worden ist, müssen die Senatoren jedoch dem Druck der Volkstribunen nachgeben, dass die Regierung Roms für das folgende Jahr von Tribunen mit konsularischer Gewalt geführt wird.
- 441: Konsul Gaius Furius Pacilus Fusus Gaius Furius Pacilus Fusus ist gemeinsam mit Manius Papirius Crassus Konsul. Ihre Amtszeit wird durch keinen äußeren Krieg beeinträchtigt. Die Konsuln widersetzen sich dem Volkstribunen Poetilius, der versucht, ein Gesetz zur Verteilung von Land an die Plebs beschließen zu lassen.
- 449: Pontifex maximus Gaius Furius Pacilus Fusus Gaius Furius Pacilus Fusus gehört zu den Furii Fusi, einem Zweig der Gens Furia. Sein Sohn ist Gaius Furius Pacilus, der im Jahr 412 Konsul wird. Sein Cognomen erscheint bisweilen auch in den Formen Paculus oder Pacilius. Möglicherweise sind Gaius Furius und Quintus Furius, der möglicherweise Pontifex maximus ist, dieselbe Person. Quintus Furius ist möglicherweise Pontifex maximus. Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Quintus Furius mit Gaius Furius identisch ist.
- 493: Foedus Cassianum Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. rücken die Äquer und Volsker aus den Bergregionen in die latinische Ebene vor und bedrohen die Städte Latiums. Die latinischen Gemeinden sehen sich einer andauernden militärischen Gefahr ausgesetzt und suchen nach Wegen, ihre Verteidigung zu koordinieren. In dieser Situation beginnt sich ein lockerer Städtebund der Latiner herauszubilden, in dem Rom allmählich an Gewicht gewinnt. Bereits jetzt erscheint Rom innerhalb dieses Bündnisses als militärischer Hauptfaktor, auch wenn die Gleichrangigkeit der Partner formell betont wird. Gleichzeitig entwickelt sich in dieser Epoche die römische Republik nach dem Sturz der Könige zu einem Gemeinwesen, das seine Position in Latium sichern und ausbauen will. Die römische Führung schätzt ein, dass sie die latinischen Nachbarn nicht dauerhaft beherrschen kann, ohne ihre militärischen Ressourcen in ein einheitliches System einzubinden. Das wiederkehrende Aufeinandertreffen mit den latinischen Städten, mal als Rivalen, mal als Verbündete, macht vertragliche Regelungen immer dringlicher. 499–493 v. Chr. (traditioneller Kontext des Vertrages): Um 499 v. Chr. eskaliert ein Konflikt zwischen Rom und den latinischen Gemeinden, der in der berühmten Schlacht am Regillus-See gipfelt. Die römische Seite setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um ihre Vorrangstellung in Latium zu behaupten; die Latiner kämpfen wiederum dafür, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Die Schlacht endet nach traditioneller Überlieferung mit einem römischen Sieg, aber dieser Triumph erweist sich politisch als weniger eindeutig, als es der römische Stolz gerne darstellt. Nach dem Kampf steht fest, dass weder Rom noch der latinische Bund eine endgültige militärische Entscheidung erzwingen können, die alle Gegensätze ein für alle Mal beseitigt. In den Jahren nach der Regillus-Schlacht erkennen beide Seiten, dass eine institutionalisierte Zusammenarbeit langfristig vorteilhafter ist als ein fortgesetzter Abnutzungskrieg. Die römische Führung und die maßgeblichen Kräfte im latinischen Bund beginnen, über einen Vertrag zu verhandeln, der Rechte und Pflichten klar festlegt. Das Ziel besteht darin, die Kräfte gegen äußere Feinde – vor allem Äquer, Volsker, Etrusker und Herniker – zu bündeln und zugleich die gegenseitigen Beziehungen rechtlich zu ordnen. In dieser Atmosphäre reifen die Bedingungen für den später sogenannten Foedus Cassianum heran. 493 v. Chr. (traditionelles Abschlussdatum des Foedus Cassianum): Im Jahr 493 v. Chr. übernimmt der Magistrat Spurius Cassius Vecillinus in Rom eine führende Rolle und tritt als Initiator eines umfassenden Bündnisvertrags mit den Latinern auf. Er nutzt sein Amt, um den Interessen Roms und zugleich den Sicherheitsbedürfnissen der latinischen Städte Rechnung zu tragen. Rom und ungefähr dreißig latinische Städte schließen nach antiker Auffassung nun den Foedus Cassianum als formelles Bündnis zweier unabhängiger Kräfte. Der Vertrag trägt den Namen des römischen Verhandlungsführers Cassius und erhält durch seine Autorität und seine Vermittlung politisches Gewicht. Der Vertrag legt fest, dass Römer und Latiner in Zukunft eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft bilden. Beide Seiten verpflichten sich, ihre Truppen gegenseitig zu unterstützen und gegen äußere Feinde koordinierte Feldzüge zu führen. Der Text sieht vor, dass die Kriegsbeute aus gemeinsamen Unternehmungen gleichmäßig zwischen den Partnern verteilt wird. Damit sichert der Vertrag den Latinern einen materiellen Anteil an den Erfolgen Roms, während Rom seinerseits von den zusätzlichen Kontingenten und Stützpunkten profitiert. Ein weiterer zentraler Punkt des Vertrages betrifft private Rechtsstreitigkeiten im Handel zwischen Bürgern Roms und der latinischen Städte. Die Vereinbarung schreibt vor, dass solche Fälle am Ort des Vertragsabschlusses innerhalb von zehn Tagen zu entscheiden sind, eine Regelung, die als lex contractus bekannt ist. Sie schafft einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den wirtschaftlichen Verkehr und verhindert willkürliche Entscheidungen zu Lasten der jeweils fremden Bürger. Außerdem bestimmt der Vertrag, dass Änderungen oder Ergänzungen nur mit Zustimmung beider Seiten vorgenommen werden dürfen. Auf diese Weise fixiert das Bündnis eine formale Gleichberechtigung der Vertragspartner, auch wenn Rom faktisch bereits eine führende Position einnimmt. In römischer Überlieferung wird eine bronzene Abschrift des Vertrages im Forum aufgestellt, wo sie bis in die Zeit Ciceros sichtbar bleibt. Die Präsenz dieser Tafel stärkt das Bewusstsein der Römer für die eigene Bündnispolitik und dient zugleich als öffentliches Symbol der vertraglichen Bindung an die latinischen Nachbarn. Antike Autoren wie Dionysios von Halikarnassos bieten später eine Version des Vertragstextes und sichern damit einige der wichtigsten Klauseln für die Nachwelt. 5. Jahrhundert v. Chr. nach 493 (Wirkung des Bündnisses): In den Jahrzehnten nach 493 v. Chr. setzt sich das gemeinsame Verteidigungsbündnis faktisch in der Kriegführung gegen verschiedene italische Gegner um. Römer und Latiner bündeln ihre Truppen, koordinieren ihre Feldzüge und treten den Etruskern sowie den Hernikern mit vereinter militärischer Kraft entgegen. Die Erfolge dieser Kooperation festigen Rom in seiner Rolle als führende Macht, zumal immer mehr Operationen über die engeren Grenzen der alten latinischen Ebene hinausreichen. Innerhalb des Bündnisses wird Rom zunehmend als Zentrum der Entscheidung und als Hauptorganisator wahrgenommen. Gleichzeitig stabilisiert der Vertrag die Binnenordnung Latiums. Die latinischen Städte arrangieren sich mit der römischen Dominanz, solange sie am militärischen Schutz und an der Beute partizipieren. Die festgelegte Gleichverteilung der Kriegsbeute reduziert Konflikte um materielle Vorteile und gibt der Kooperation eine verlässliche Grundlage. Zugleich wirken die geregelten privaten Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern Roms und der latinischen Städte integrierend, weil sie Handel, Migration und Kontakte rechtlich absichern.
- 578: Servianische Mauer 578–534 (Regierungszeit des Servius Tullius) Rom wächst über den ältesten Siedlungskern, die Roma quadrata, hinaus. König Servius Tullius lässt die Servianische Mauer errichten, um die Stadt zu sichern. Ihm wird außerdem die Einrichtung des Pomerium zugeschrieben – einer Grenzlinie, die die Stadt Rom vom umliegenden Land trennt. Diese Linie entspricht nicht dem Verlauf der Servianischen Mauer, sodass sie offenbar unabhängig von ihr besteht. Der Nachfolger des Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus, verstärkt die Servianische Mauer. Besonders im Bereich des Agger Tarquinii erhöht er die Befestigung.
GRIECHEN
(1./2. Jahr der 88. Olympiade)
Tarent
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Syrakus
- 466: Tyrann Thrasybulos (467–466)
Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen Thrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt. - Fortsetzung 425
- 467: Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert.
- 467: Tyrann Hieron I. (478–467) In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt.
- 472 Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt.
- 474 Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt.
- 476 Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert.
- 478 Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. Tyrann Gelon (485–478)
Kerkyra
- Juli: Mit der Ermordung des demokratischen Politikers Peithias beginnt ein Bürgerkrieg in Kerkyra zwischen Demokraten und Aristokraten, der mit einem Sieg der proathenischen Demokraten endet. Einmischungsversuche sowohl von Athen als auch von Sparta blieben ergebnislos
- August: Massaker auf Kerkyra.
Molosser / Epirus
- 430: Tharyps gehört zum molossischen Königshaus in Epirus und ist Begründer des Geschlechts der Aiakiden. Die Molosser leben in der Landschaft Epirus, sie sind dort beheimatet und bilden einen der großen Stammesverbände dieser Region. Tharyps wird um 430 im Kindesalter nominell König der Molosser. In dieser Zeit siedeln die Epiroten in kleinen, offenen Dörfern, Städte gibt es in Epirus außer einigen wenigen griechischen Kolonien nicht. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt muss Tharyps vor einer oligarchischen Verschwörung aus Epirus fliehen. Die Verschwörer paktieren mit Sparta und führen die Molosser auf spartanischer Seite in den Peloponnesischen Krieg. Der junge Tharyps findet in Athen Aufnahme, erhält dort seine Bildung und wird mit der klassischen griechischen Kultur vertraut. Die Athener verleihen Tharyps das Bürgerrecht, und die Stadt seiner Jugend bleibt ihm später weiterhin verbunden, als er wieder über die Molosser herrscht. Nachdem Tharyps zur tatsächlichen Herrschaft über die Molosser gelangt ist, führt er in seinem Königreich einiges von dem ein, was er im Exil kennengelernt hat. Er betätigt sich als Städtegründer, indem er unbefestigte Dörfer zu größeren, ummauerten Niederlassungen zusammenlegt (Synoikismos). Er führt die Schriftlichkeit in der Verwaltung ein und prägt eigene Münzen. Außerdem wird Tharyps die Ausarbeitung einer formalen Verfassung für sein Land zugeschrieben. Zu Zeiten Tharyps besetzen die Molosser die Orakelstätte Dodona. Dieses wichtige Heiligtum in Epirus gehört zuvor zum Gebiet der Thesproter. Mit der Übernahme der Orakelstätte beginnt der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus, und diese Entwicklung geht mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbünden sich mit Athen, und Tharyps bleibt dabei als König mit der Stadt verbunden, in der er seine Jugend verbracht hat.
- Fortsetzung 385
- 430: König Admetos (469-430) Admet stirbt ungefähr um 430 vor Christus
- 469: Admet ist König des alten Epirus und herrscht über die Molosser. Er gilt als Begründer des Geschlechts der Pyrrhiden. Er ist Sohn von Alkandros, Enkel von Munichos und Urenkel von Driantos. - Admet wendet sich eines Jahres mit einer Bitte an die Athener. Er erhält von Themistokles, der damals im Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht steht, eine verächtliche Abweisung. Seit diesem Zeitpunkt ist Admet stark verbittert. Es ist klar, dass er sich an Themistokles rächen wird, falls dieser jemals in seine Gewalt gerät. Ein späteres Jahr im 5. Jahrhundert v. Chr. (Flucht des Themistokles) Themistokles wird aus Hellas verbannt. Er wird von allen verfolgt und gejagt. In dieser Lage erscheint Themistokles mit einer flehentlichen Bitte bei Admet. Admet nimmt Themistokles unerwartet unter seinen Schutz. Er hilft ihm, nach Makedonien überzusetzen.
Makedonien
- 429: Perdikkas II.: Im Jahr 429 v. Chr. berichtet Thukydides, dass Sitalkes mit einem grossen Heer und Amyntas im Gefolge in Makedonien einfällt, offenbar verärgert über ein von Perdikkas II im Jahr 431 gegebenes, aber nicht erfülltes Versprechen. Sitalkes greift „Untermakedonien von oben“ an, marschiert über den Berg Kerkine (heute Berg Ograzden) und dringt über Valandovo in das ehemalige Gebiet des Philippos ein, angeblich mit einem Heer von 150'000 Mann. Eine Reihe von Städten der Region, mit Ausnahme von Europus, läuft zu den Thrakern über, und die Makedonen ziehen sich in ihre befestigten Plätze zurück. Die makedonische Seite ist auf den Angriff offenbar nicht vorbereitet, möglicherweise weil Perdikkas II zuvor 1000 Makedonen zur Unterstützung des spartanischen Feldherrn Knemos bei dessen Einfall in das pro-athenische Akarnanien entsandt hat. Der makedonische Widerstand bleibt begrenzt, und Sitalkes verwüstet Mygdonien, Krestonien und Anthemos, abgesehen von einem wirkungslosen Kavallerieangriff der orestischen Verbündeten des Perdikkas II. Der Einfall stockt aus mehreren Gründen: Die Vorräte gehen im Winter zur Neige, und eine zugesagte athenische Flotte bleibt aus. Obwohl Athen und Sitalkes formell Verbündete sind, ist Athen offenbar besorgt über die Möglichkeit eines thrakischen Klientelherrschers auf dem makedonischen Thron angesichts des schnellen Vormarsches des ehrgeizigen Sitalkes. Zudem überredet Seuthes, ein einflussreicher Neffe und Offizier des Sitalkes, den König zur Rückkehr, nachdem Perdikkas II ihm heimlich eine grosse Mitgift und die Heirat seiner Schwester Stratonike versprochen hat. Thukydides berichtet, dass Sitalkes nach insgesamt dreissig Tagen Aufenthalt, von denen acht in Chalkidike verbracht werden, abzieht. Um 429/428 v. Chr. beendet Perdikkas II erfolgreich einen thrakischen Einfall in Makedonien, indem er seine Schwester Stratonike mit Seuthes, dem Neffen des thrakischen Königs Sitalkes, verheiratet. Diese Heiratsverbindung steht im Zusammenhang mit der im Rahmen des Rückzugs des Sitalkes vereinbarten Mitgift und Heirat.
- 429: Amyntas II., auch Amyntas der Kleine, ist der Sohn Philipps und der Enkel Alexanders I. und König von Makedonien. Nach der Ermordung von Alketas II. und dessen Sohn Alexander verjagt Perdikkas II. seinen älteren Bruder und den legitimen Thronfolger Philipp aus Makedonien. Philipp, Amyntas’ Vater, flieht zu Sitalkes, dem König von Thrakien. In der Folgezeit beteiligt sich Philipp an verschiedenen Expeditionen gegen Perdikkas II. Im Jahre 429 v. Chr. versammelt Sitalkes ein 150.000 Mann starkes Heer und zieht gegen Perdikkas, um Amyntas auf den makedonischen Thron zu bringen. Es bleibt jedoch bei der Eroberung des nordöstlichen Teils Makedoniens, den Amyntas von nun an regiert.
- Fortsetzung 424
- 431: Perdikkas II.: Im Herbst 431 v. Chr. geht Athen nach diplomatischen Bemühungen des griechischen Schwagers Nymphodoros von Abdera ein Bündnis mit dem odrysischen König Sitalkes ein. Nymphodoros vermittelt eine Vereinbarung zwischen Athen und Perdikkas II, durch die Makedonien Therme zurückerhält, während Perdikkas II zusagt, gemeinsam mit den Athenern gegen die aufständischen Chalkidier zu marschieren. In diesem Zusammenhang gibt Athen Philippos endgültig auf, der mit seinem Sohn Amyntas nach Thrakien flieht.
- 433: Perdikkas II.: Im Jahr 433 v. Chr. bildet Philippos ein Bündnis mit König Derdas I. von Elimiotis in Obermakedonien und mit Athen, in dem sie einander Verteidigung zusichern und sich verpflichten, die Feinde des Philippos nicht zu unterstützen. Perdikkas II reagiert darauf, indem er in einer Reihe von athenischen Tributstädten, darunter Potidaia, einen Aufstand entfacht. Athen entsendet 1000 Hopliten und 30 Schiffe nach Makedonien und nimmt Therme ein. Anschliessend belagern die Athener Pydna und erhalten dabei Verstärkung von weiteren 2000 Hopliten und 40 Schiffen. Während der Belagerung von Pydna erfahren die Athener, dass Korinth 1600 Hopliten und 400 Leichtbewaffnete zur Unterstützung von Potidaia geschickt hat. Um dieser neuen Bedrohung zu begegnen, schliesst Athen ein Bündnis mit Perdikkas II und marschiert nach Potidaia. Perdikkas II bricht das Bündnis sofort und marschiert ebenfalls nach Potidaia, wobei die Athener schliesslich den Sieg erringen. Die Schlacht um Potidaia führt zusammen mit der Schlacht von Sybota direkt zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges.
- 448: König Alketas II. (454–448)
- 454: Perdikkas II.: Im Jahr 454 v. Chr. stirbt Alexander I unerwartet und löst in Makedonien eine dynastische Krise aus. Perdikkas II besteigt als ältester Sohn den Thron, während mindestens zwei seiner vier Brüder, Philippos und Alketas, eigene lokale Herrschaftsbereiche (arkhai) erhalten. Nach dem Tod Alexanders I. in 454 v. Chr. und dem Regierungsantritt von Perdikkas II erhalten Philippos und Alketas jeweils eigene Herrschaftsbereiche, wobei Perdikkas II das Gebiet des Alketas zu einem unbekannten Zeitpunkt annektiert. Philippos behält die Kontrolle über das strategisch wichtige Axiostal um Amphaxitis, das sich für Perdikkas II als schwieriger zu überwinden erweist. - Während seiner Regierungszeit heiratet Perdikkas II mindestens zwei Frauen, Simache und Kleopatra. Simache ist die Mutter von Archelaos und Aeropos II und wird bei Platon in „Gorgias“ durch dessen Gesprächspartner beschuldigt, eine Sklavin des Alketas gewesen zu sein, wobei der Text festhält, dass es zweifelhaft ist, ob Archelaos als legitim angesehen würde, wenn seine Mutter eine Sklavin wäre, und Simache daher höchstwahrscheinlich einem makedonischen Elitekreis (wenn auch nicht königlich) entstammt. Kleopatra, möglicherweise aus Lynkestis oder sogar aus dem Argeadenhaus, bringt Perdikkas II einen derzeit ungenannten Sohn zur Welt. Gemäss Platon ertränkt Archelaos diesen Sohn im Alter von sieben Jahren in einem Brunnen, da er als legitimer Erbe gilt. Der Text führt aus, dass es starke Hinweise darauf gibt, dass Kleopatra nach dem Tod des Perdikkas II ihren Stiefsohn Archelaos heiratet, was von Historikern wie Nicholas Hammond bestritten wird. König Alexander I. (498/497–454)
Chalkidischer Bund (seit 432)
- 432: Der chalkidikische Bund gründet sich. In den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. expandiert er bis in das Kernland des Königreiches Makedonien hinein. Die zunehmende Macht des Bundes und insbesondere die Stärke seiner Hauptstadt Olynth führen dazu, dass die makedonische Hauptstadt Pella in die Hände der Streitmacht des chalkidikischen Bundes fällt.
- Fortsetzung 393
Pherai
- Beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 406
Theben
- Beim nächsten Eintrag Fortsetzung 379
Athen
- In Athen bekleiden Diotimos und Eukles das Archontenamt.
- Peloponnesischer_Krieg (431-404)
Belagerung von Plataiai (429-427)
Im Sommer sind die restlichen Plataiaier fast verhungert. Die Spartaner bieten den Belagerten an, auf die Erstürmung zu verzichten, sofern diese sich einem Gerichtsverfahren unterwerfen; nur die Schuldigen sollen bestraft werden. Die Plataiaier willigen ein. Anstelle eines Gerichtsverfahrens stellen die Spartaner den Gefangenen jedoch nur die Frage, ob sie den Spartanern oder deren Verbündeten während dieses Krieges irgendeinen Dienst erwiesen haben, der ihre Schonung rechtfertigen würde. Niemand kann dies bejahen. Daraufhin werden alle Gefangenen nacheinander hingerichtet, nämlich 200 Plataier und 25 Athener. Die Frauen werden als Sklavinnen verkauft. Die Belagerung endet mit der Zerstörung Plataiais.
Ende Juni/Anfang Juli: Das von den Athenern belagerte Mytilene auf Lesbos kapituliert. Da die von Alkidas kommandierte Flotte nicht eintroffen ist, bewaffneten die Mytilener das gewöhnliche Volk, das daraufhin jedoch eine gerechtere Verteilung der Nahrungsmittel fordert. Nur eine Woche vor Eintreffen des Alkidas ziehen es die Oligarchen vor, die Waffen niederzulegen. Kleon greift hart durch und lässt die Verantwortlichen der Revolte hinrichten (ursprünglich wollte er sogar die gesamte Bevölkerung Mytilenes töten lassen) und die Stadtmauern schleifen. Ferner muss Mytilene seine Flotte an die Athener ausliefern und die Insel Lesbos wird von Kleruchen kolonisiert, ausgenommen Methymna, das Athen die Treue hielt.
Athen schickt 30 Schiffe um den Peloponnes und 60 nach Melos und anschließend nach Lokris.
Ende September: Erste Flottenexpedition Athens nach Sizilien, um Leontinoi und Rhegion zu Hilfe zu kommen (427/424) und mit der Athen beabsichtigt, Spartas Nachschub mit sizilischem Getreide zu unterbinden. Auslöser ist der Angriff von Syrakus auf Leontinoi. Syrakus ist mit anderen dorischen Städten Siziliens und Lokroi Epizephyroi verbündet (Kamarina bildet eine Ausnahme) und wird von Sparta unterstützt. Leontinoi ist seinerseits mit chalkidisch-ionischen Städten (wie beispielsweise Rhegion) sowie mit Catania verbündet. Der Sophist Gorgias von Leontinoi hatte sich nach Athen begeben, um vor den ehrgeizigen Plänen der Syrakuser zu warnen und Unterstützung für seine Stadt zu erbitten. Nach seinem erfolgreichen Gesuch verblieb er in Athen, um Rhetorik zu unterrichten – mit Kernpunkt auf dem Naturrecht, welches auf dem Recht des Stärkeren beruht. Die von Laches und Charöades geführte Entsatzexpedition kann aber nicht viel im Sinne Athens ausrichten, weswegen Laches später von Kleon angeklagt wird. - In Athen kommt es wegen des peloponnesischen Krieges zur Auseinandersetzung zwischen Kleon, dem Anführer der Demokraten, und Nikias, dem Fürsprecher der Konservativen, da Kleon zur Weiterfinanzierung des Krieges die Athener mit einer zusätzlichen Zahlung von 200 Talenten (Eisphora) belasten will. Eine nach Karien entsandte Expedition zur Eintreibung der Tributzahlungen stößt auf Widerstand und erleidet hohe Verluste.
- Mytilenische Debatte
Die mytilenische Debatte betrifft Repressalien gegen den Stadtstaat Mytilene, der während des Peloponnesischen Krieges erfolglos versucht, die athenische Hegemonie zu beenden. Thukydides berichtet in Buch drei seiner Geschichte des Peloponnesischen Krieges von den Ereignissen und Reden und nutzt sie als Gelegenheit, seine Ansichten über die politischen und ideologischen Auswirkungen des Krieges auf die beteiligten Parteien zu reflektieren und darzulegen. Mytilene gehört zu den letzten nicht tributpflichtigen Mitgliedern des Attischen Seebunds, die beschließen, eigene Kriegsschiffe zu bemannen und Untertanen zum Kampf an der Seite der athenischen Flotte zu schicken. Mytilene befürchtet eine tributpflichtige Demokratie und will nicht auf den Status anderer athenischer Verbündeter reduziert werden. Es unterscheidet sich von den meisten Verbündeten, weil es von einer Oligarchie regiert wird. Mytilene erwägt, das Bündnis mit Athen zu beenden, doch Sparta lehnt seinen für wesentlich gehaltenen Aufruf zu einem Bündnis zunächst ab. Thukydides begründet das Auftreten der mytilenischen Botschafter in Olympia damit, dass Athen den Attischen Seebund als Mechanismus zur „Versklavung“ und Ausbeutung anderer Griechen nutze, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Athen die wohlhabende und autonome Insel Lesbos ins Visier nehme und sie in sein Unterdrückungssystem zwinge, und dass die Mytilenier nicht warten könnten, bis Athen ihnen seinen Willen aufzwinge. Der Peloponnesische Bund erklärt sich bereit, Mytilene zu helfen. Die mytilenische Regierung bemüht sich unter ihrer Führung um die Vereinigung der fünf Stadtstaaten von Lesbos. Die attische Politik zielt darauf, größere Einheiten innerhalb der Konföderation aufzubrechen, und unterstützt keine Stärkung der mytilenischen Macht. Die Mytilenier bereiten den Aufstand vor, indem sie ihre Häfen füllen, Befestigungen errichten, zusätzliche Kriegsschiffe bauen und zusätzliches Getreide einführen. Diese Vorbereitungen erregen Aufmerksamkeit, und Informanten melden Einzelheiten nach Athen. Die Informationen stammen aus verschiedenen Quellen. Drei weitere Staaten der Insel, Antissa, Eresos und Pyrrha, besitzen oligarchische Regierungen. Methymna hat dagegen eine Demokratie und unterstützt weder den Aufstand noch die Vereinigung von Lesbos. Einige Mytilenier, die als Proxenoi bekannt sind, melden ebenfalls Informationen nach Athen. Die Proxenoi bilden eine kleine Fraktion politischer Gegner, deren Auffassungen mit der athenischen Demokratie vereinbar sind. Athen wählt diese Beamten aus, um seine Stellung im Innern zu stärken und sich auf die mögliche Beseitigung der Oligarchien vorzubereiten. Die Athener reagieren auf die Nachricht, indem sie versuchen, peloponnesische Hilfe abzufangen, und eine von Paches angeführte Flotte nach Lesbos entsenden. Bei ihrer Ankunft stellt Athen ein Ultimatum: Die Mytilenier sollen sich ergeben und ihre Befestigungen niederreißen. Sie lehnen ab, worauf der Aufstand folgt. Die Mytilenier werden jedoch zum Aufstand gezwungen, bevor sie militärisch bereit sind, Athen entgegenzutreten, weil die Proxenoi Athen über die Pläne Mytilenes informieren. Daher verlieren die Mytilenier rasch und wenden Verhandlungstaktiken an, um Zeit zu gewinnen. Sie verlangen einen Waffenstillstand und entsenden Vertreter zu Verhandlungen nach Athen, um Sparta mehr Zeit zu verschaffen. Die mytilenischen Vertreter fordern den Abzug der athenischen Flotte, doch die Athener lehnen dies sofort ab, und die Kämpfe gehen weiter. Mit Ausnahme von Methymna greifen alle Städte von Lesbos zu den Waffen gegen Athen. Lesbos verliert jedoch an Boden, als weitere athenische Truppen eintreffen. Mytilene wird von athenischen Befestigungen umgeben und von Land und Meer abgeschnitten. Schließlich trifft der Spartaner Salaithos ein und steigert die Moral, indem er den Mytileniern versichert, dass die Peloponnesier in Attika einmarschieren werden, und ihnen für das Frühjahr eine Flotte verspricht. Attika wird wie versprochen angegriffen, doch dies hilft den eingeschlossenen Inselbewohnern wenig, weil die Flotte nicht eintrifft und die Nahrungsvorräte erschöpft sind. Salaithos unternimmt einen letzten Versuch, indem er den Demos mit Hoplitenwaffen ausstattet. Nachdem die Unterschicht Waffen erhalten hat, weigert sie sich aber, den Anweisungen zu folgen, und fordert die Oligarchen auf, die restlichen Lebensmittel zu übergeben, andernfalls werde sie sich ergeben. Die Oligarchen können die Forderung des Demos nicht erfüllen, weil keine Nahrung mehr vorhanden ist. Nachdem Oligarchen und Demos die Hoffnungslosigkeit der Lage erkennen, nehmen sie gemeinsam Verhandlungen mit Athen auf. Die Verhandlungsbedingungen sind in jeder Hinsicht kaum besser als eine bedingungslose Kapitulation. Das Schicksal des mytilenischen Volkes hängt von der Entscheidung des athenischen Volkes ab. Den Mytileniern wird nur das Recht zugestanden, eine Delegation nach Athen zu schicken und um Mitgefühl zu bitten. Paches garantiert dabei, dass keine Strafmaßnahmen erfolgen, bevor die Athener eine endgültige Entscheidung getroffen haben. Als die Mytilenier in Athen eintreffen, wird Salaithos sofort hingerichtet, und die Volksversammlung tritt zusammen, um die Lage zu beurteilen und über Strafmaßnahmen abzustimmen. Die athenische Volksversammlung fürchtet einen weiteren Aufstand und verurteilt hastig alle männlichen Bürger von Mytilene zum Tod, während Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft werden sollen. Nach Thukydides wird nach diesem Beschluss eine Triere nach Mytilene geschickt, um die Anordnungen auszuführen. Die Athener schlachten, erzürnt über den vorsätzlichen Aufstand, alle Gefangenen ab, die ungefähr tausend zählen. Am folgenden Tag erkennen die Athener die beispiellose Brutalität ihres Handelns, und einige zweifeln an der übereilten Entscheidung, die Bürger von Mytilene zu töten und zu versklaven. Eine zweite Debatte, die Thukydides als „mytilenische Debatte“ bezeichnet, findet statt, um das weitere Vorgehen zu überdenken. Unterschiedliche Auffassungen bestimmen die Debatte. Zuerst stellt Kleon von Athen seine Meinung vor. Kleon, ein herausragendes Mitglied der athenischen Gesellschaft, spricht sich dafür aus, den vorherigen Beschluss gegen alle Zweifel zu verteidigen, und erklärt, der Schuldige habe die Strafe erhalten, die er verdiene. Kleon besitzt den Ruf, gewalttätig und rücksichtslos zu sein. Thukydides beschreibt ihn als „den gewalttätigsten Mann in Athen“. Kleon stellt zunächst den Wert der Demokratie infrage und erklärt: „Ich persönlich hatte schon oft genug Gelegenheit zu bemerken, dass eine Demokratie nicht in der Lage ist, andere zu regieren, und ich bin davon umso mehr überzeugt, wenn ich sehe, wie Sie jetzt Ihre Meinung ändern über die Mytilenier.“ Er deutet zudem an, dass die Athener von sophistischer Redekunst erschöpft seien, und stellt den Wert der Redefreiheit infrage. Er beschreibt die Athener als „Opfer ihrer eigenen Freude am Zuhören und eher wie ein Publikum, das zu Füßen eines professionellen Dozenten sitzt, als wie ein Parlament, das über Staatsangelegenheiten diskutiert“. Er beendet seine Rede mit der Aufforderung an die Bevölkerung, nicht „Verräter an sich selbst zu sein“. Nach Kleons Rede spricht Diodotos zur Verteidigung seiner früheren Ablehnung des Todesurteils. Er erklärt, „Eile und Wut“ seien „die zwei größten Hindernisse für einen weisen Rat“. Diodotos argumentiert, es gehe nicht um Mytilenes Schuld und auch nicht darum, ob Athen Rache nehmen solle, sondern darum, was im Interesse Athens liege. Er fragt unter Berufung auf eines von Kleons Hauptargumenten, ob die Todesstrafe tatsächlich Revolten abschrecke oder das Gegenteil bewirke. Abschließend fordert er die Athener auf, grundsätzlich zu hinterfragen, was richtig und gerecht sei, und eher auf Mäßigung als auf aggressive Bestrafung zu achten. Er fordert stattdessen, die Mytilenier zu schonen, um ein Bündnis zu schließen. Nach Diodotos’ Rede stimmt die Volksversammlung erneut ab. Diodotos’ sachliches Argument setzt sich durch und veranlasst die Versammlung, die Mytilenier nicht zu massakrieren. Die Athener, die zunächst leidenschaftlich die vollständige Vernichtung der Mytilenier unterstützen, zögern nun. Die ursprünglich einstimmigen Stimmen fallen schließlich knapp zugunsten von Diodotos aus. Die Athener lassen sich von Diodotos’ Argumentation beeinflussen, beschließen, das Leben der Mytilenier zu verschonen, und lassen nur die Führer der Revolte hinrichten. Eine weitere Triere wird sofort entsandt, mit doppelter Besatzung und während der Nacht, und erreicht Lesbos in einer dramatischen Szene gerade rechtzeitig, um die Ausführung der früheren Beschlüsse zu verhindern. Die Oligarchie von Mytilene wird beseitigt und eine Demokratie eingeführt. Die Athener zerstören die Stadtmauer und teilen den größten Teil des lesbischen Landes, das an Athener verteilt wird. Thukydides’ Darstellung der Ereignisse hebt einige der damaligen wahrgenommenen relativen Vorzüge von Oligarchie und Demokratie hervor. Sie wirft Fragen über Athens Behandlung seiner Verbündeten im Seebund auf. James Boyd White vermutet, dass die Macht die Athener bereits korrumpiert, obwohl sie weiterhin zu Mitleid und Mitgefühl fähig sind. Dies steht im Gegensatz zum späteren Melischen Dialog, in dem Athen alle Männer tötet und Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft. Alternativ kann die Hinwendung zu Diodotos’ vernünftigem Eigeninteresse anstelle von Kleons Aufruf zu gerechter Rache den Beginn eines Rückgangs der Berufungen auf Gerechtigkeit und des Niedergangs der Argumentationskultur in Athen markieren. - Attische Seuche (430–426)
Winter 427/426: In Athen wütet erneut die Attische Seuche. - Die Schmausbrüder (Schauspiel von Aristophanes)
Die Schmausbrüder, griechisch Daitales, ist die erste Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Sie wird auf den Dionysien von Kallistratos gespielt und mit dem zweiten Preis honoriert. Der Nachwelt bleibt sie jedoch nur als Fragment erhalten. Inhalt des Stückes ist die Beziehung zwischen einem Vater und seinen beiden Söhnen, von denen einer moralisch und der andere unsittlich ist. Als beide die gemeinsame Farm verlassen und zu einem städtischen Sophisten geschickt werden, flieht der moralische Sohn bald aufgrund der dort herrschenden Unanständigkeit, während der unmoralische Sohn bleibt, um die hinterhältigen Geschäftsgeheimnisse des Sophisten zu erfahren. Aristophanes stellt den Gegensatz zwischen der traditionellen Erziehung, die mehr Wert auf moralisches Verhalten beziehungsweise Reden legt, und der „neuen“ Erziehung dar, der es um Redekunst, Spitzfindigkeit, Prahlerei und weniger um vernünftige Argumentation geht. Der unmoralische Sohn verschreibt sich diesen neuen Werten, während der Vater als Repräsentant der alten Ausbildung fungiert; an dieser Stelle kommt es zu einer voraussehbaren Trennung zweier Generationen. Das Publikum soll jedoch mit dem Vater und seinem sittlichen Abkömmling sympathisieren, die aufgrund ihrer Rechtschaffenheit zu den moralischen Helden des Stückes werden. - Fortsetzung 426
- 428: Peloponnesischer Krieg: 428 v. Chr. fällt Mytilene auf Lesbos vom Seebund ab. Mytilene wird bald darauf wieder in das Bündnis gezwungen.
- 428: Belagerung von Plataiai: Im Winter gehen den Belagerten die Vorräte zur Neige. In einer stürmischen und mondlosen Nacht unternehmen sie einen heimlichen Ausbruchsversuch. 200 Personen entkommen nach Athen.
- 428: Platon (18) Platon wird 428 oder 427 zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein.
- Fortsetzung 427
- 429: Schlacht von Naupaktos
- 429: Belagerung von Plataiai: Plataiai ist eine Stadt in Böotien an der Grenze zu Attika. Zu Beginn des Krieges ist die Stadt mit Athen verbündet und wird deshalb zu einem Angriffsziel Spartas. Während der Belagerung bleiben in der Stadt 400 plataiaiische Soldaten, 80 athenische Soldaten und 110 Frauen, die für die Nahrungsversorgung der Truppen zuständig sind. Die Spartaner errichten zunächst eine Holz- und Erdrampe, um die Stadtmauer zu überwinden. Die Belagerten erhöhen daraufhin die Stadtmauer. Als die Rampe die Stadtmauer erreicht, graben die Plataiaier Tunnel, um sie zum Einsturz zu bringen. Die Spartaner stabilisieren ihre einsturzgefährdete Rampe mit Flechtwerk und Lehm. Auf der fertigen Rampe setzen sie Rammböcke gegen die Mauer ein, die wegen ihrer Erhöhung weiterhin über die Rampe hinausragt. Die Plataiaier verwenden Lassos, um die Rammböcke einzufangen, oder sie bombardieren diese mit schweren Baumstämmen. An besonders bedrohten Stellen errichten die Plataiaier hinter der alten Stadtmauer eine zweite Mauer innerhalb der Stadt. Als die Spartaner versuchen, die Stadt anzuzünden, vereitelt ein Regensturm den Versuch. Schließlich geben die Spartaner den Plan auf, die Stadt gewaltsam einzunehmen, und gehen zum Aushungern über. Zu diesem Zweck errichten sie eine doppelte Mauer nach innen und außen, um auch möglichen Entsatz abzuwehren; ein solcher Entsatz trifft jedoch nie ein. Der Geschichtsschreiber Thukydides führt die Thebaner als Grund für das Verhalten der Spartaner an, da diese es von ihnen verlangen.
- 429: Peloponnesischer Krieg: 429 v. Chr. stirbt Perikles an der Seuche. In diesem Jahr bleibt aufgrund der Seuche ein spartanischer Sommereinfall in Attika aus. Nach dem Tod des Perikles tritt eine neue Generation von Politikern in Athen auf, unter ihnen Kleon und Nikias. Kleon befürwortet eine aggressivere Politik, während Nikias einen Ausgleich mit Sparta anstrebt. Die Volksversammlung wird als Forum stärker genutzt, und Alimentierungsmaßnahmen für ärmere Bevölkerungsschichten belasten langfristig die finanziellen Ressourcen Athens.
- 430: Peloponnesischer Krieg: In Athen bricht 430 v. Chr. eine Seuche aus, der etwa ein Viertel der Bevölkerung zum Opfer fällt. Thukydides beschreibt die Symptome, doch bleibt die genaue Natur dieser Seuche, die auch als Pest von Athen bezeichnet wird, ungeklärt.
- 430: Thukydides (24) 430 v. Chr. bricht unter den in ihren Mauern von den Spartanern eingeschlossenen Athenern die Attische Seuche aus, an der auch Thukydides erkrankt, deren Verlauf und die gewonnene Immunität der Überlebenden er anschaulich und sachverständig beschreibt.
- 430: Attische Seuche: Die Attische Seuche, auch „Pest von Athen“ genannt, ist eine Epidemie in Athen, dem Hauptort der antiken Region Attika. Der Krankheitserreger ist unbekannt. Über ihren Verlauf berichtet der griechische Historiker Thukydides, der selbst erkrankt. Deshalb wird die Epidemie auch als Pest des Thukydides oder Seuche des Thukydides bezeichnet. Das lateinische Wort pestis und das altgriechische Wort loimós bezeichnen allgemein eine ansteckende, schnell um sich greifende und tödliche Infektionskrankheit. Das deutsche Wort „Pest“ ist dagegen ein Lehnwort aus dem Lateinischen und bezieht sich auf das konkrete Pestbakterium. Kenntnisse über Infektionskrankheiten sind in der Antike vorhanden; Seuchen werden teilweise als Strafe eines Gottes angesehen. Thukydides ist attischer Bürger und beim Ausbruch der Seuche mindestens 24 Jahre alt. In seinem zweiten von acht Büchern über den Peloponnesischen Krieg schildert er die Epidemie in den Kapiteln 47 bis 54 ausführlich. Er beschreibt eigene Erlebnisse und beobachtete Krankheitszeichen und stellt fest, dass niemand, der die Krankheit überstanden hat, ein zweites Mal mit tödlichem Ausgang daran erkrankt. Der Seuche fällt etwa ein Viertel der athenischen Bevölkerung zum Opfer. Thukydides berichtet, dass einige Menschen sterben, weil sich aus Angst vor Ansteckung niemand um sie kümmert, während andere trotz denkbarer medizinischer Betreuung sterben, weil die bekannten Medikamente nicht wirken. Auch Tiere sind von der Krankheit betroffen. Auf der Suche nach vermeintlich Schuldigen entsteht das Gerücht, die Spartaner hätten die Brunnen vergiftet. Zugleich besteht die Ansicht, Seeleute hätten die Krankheit aus dem Orient eingeschleppt; außerdem ist die Deutung als göttliche Strafe verbreitet. Die Krankheit tritt nach dem Bericht des Thukydides plötzlich bei zuvor gesunden Menschen auf und schreitet von oben nach unten fort. Zunächst entsteht ein starkes inneres Hitzegefühl im Kopf, die Augen sind entzündet und gerötet, und Schlund und Zunge fühlen sich roh an. Es folgen Niesen, Heiserkeit, Husten und Anzeichen von Grippe. Der Atem ist übelriechend und unregelmäßig. Die Krankheit erfasst den ganzen Körper und erreicht schließlich den Magen, der sich förmlich umdreht, sodass die Erkrankten unter schrecklicher Übelkeit Galle in allen damals unterschiedenen Formen erbrechen. Danach erfasst die Krankheit die Schamteile und Gliedmaßen bis zu den Finger- und Zehenspitzen. Viele überleben nur, weil sie diese Körperteile verlieren; andere erblinden oder verlieren ihr Gedächtnis. Der Körper fühlt sich nicht übermäßig heiß an, ist nur leicht gerötet und mit Bläschen und Geschwüren bedeckt. Innerlich verspüren die Erkrankten jedoch ein heftiges Feuer. Unstillbarer Durst, Schlaflosigkeit und Unruhe treiben einige dazu, in Brunnen zu springen. Häufig sterben Erkrankte nach sechs oder acht Tagen, ohne zuvor völlig entkräftet zu sein. Seltener folgt nach einer vorübergehenden Erholung ein Übergreifen auf den Unterleib mit starker Geschwürbildung und Durchfall, worauf die Erkrankten an Erschöpfung sterben. Bei den meisten Erkrankten gilt ein „hohler Schluckauf“ als kennzeichnend; er löst heftige Krämpfe aus und tritt bei manchen nach dem Abklingen der übrigen Symptome, bei anderen erst deutlich später auf. Der Versuch, die von Thukydides beschriebenen Symptome einer heute bekannten Krankheit zuzuordnen, führt zu zahlreichen Verdachtsdiagnosen. Als mögliche Ursachen werden unter anderem Typhus durch Salmonella enterica serovar Typhi, Fleckfieber durch Rickettsia prowazekii, Milzbrand durch Bacillus anthracis, Pest durch Yersinia pestis, ein toxisches Schocksyndrom durch Staphylokokken als Komplikation einer Influenza, Pocken, Lassafieber, Ebolafieber, Tuberkulose, Scharlach, Masern, Marburgfieber, Rifttalfieber, Krim-Kongo-Fieber, Kyasanur-Wald-Fieber, Rückfallfieber, Tularämie, Argentinisches oder Bolivianisches hämorrhagisches Fieber, hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom und Pferdeenzephalitis genannt. Möglicherweise handelt es sich auch um eine heute nicht mehr auftretende Seuche. Eine Identifizierung wird dadurch erschwert, dass sich geographische Verbreitung, Symptomatik, Übertragung und Virulenz bekannter Krankheiten verändern können. Auch das Zusammentreffen oder die Überlagerung zweier Seuchen wird als mögliche Erklärung diskutiert. Die Hypothese, Ergotismus, also eine Mutterkornvergiftung, sei neben einer anderen Krankheit mitbeteiligt, gilt als extrem unwahrscheinlich.
- 431: Peloponnesischer Krieg: Die eigentlichen Kampfhandlungen beginnen im Frühjahr 431 v. Chr. mit dem Überfall der mit Sparta verbündeten Thebaner auf Platää. Der Peloponnesische Krieg dauert von 431 v. Chr.
- 431: Peloponnesischer Krieg: Im Rahmen des Peloponnesischen Kriegs, der von 431 bis 404 v. Chr. stattfindet, treibt Athen den Konflikt mit den Meliern während des zwischenzeitlich mit Sparta vereinbarten Nikiasfriedens voran. Thukydides behandelt die Vorgänge in einer für sein Werk einmaligen Weise, obwohl sie weder militärisch noch strategisch besonders bedeutend sind. Im Melierdialog wird das tatsächliche Geschehen gegenüber den beiderseitigen Motivlagen nur knapp und am Rande dargestellt. Die inhaltliche und formale Gestaltung des Melierdialogs lässt darauf schließen, dass Thukydides damit den Wendepunkt in der Geschichte der Großmacht Athen markieren will, denn unmittelbar danach folgt die Schilderung der Sizilienexpedition, die für Athen katastrophal endet und den Niedergang seiner Macht einleitet.
- 431: Sokrates (38) 431–429: Im Peloponnesischen Krieg nimmt Sokrates als Hoplit mit schwerer Bewaffnung an der Belagerung von Potidaia teil. Er erträgt Kälte, Hunger und andere Entbehrungen und macht im Feld auf Laches und Alkibiades Eindruck. Den verwundeten Alkibiades rettet er in Potidaia samt Waffen und überlässt ihm eine Tapferkeitsauszeichnung, die ihm selbst zugestanden hätte.
- 431: Thukydides (23) Bereits unmittelbar bei Ausbruch des Peloponnesischen Krieges ist Thukydides die beispiellose Bedeutung dieser kriegerischen Auseinandersetzung der griechischen Großmächte bewusst, und er beginnt sofort mit Aufzeichnungen des Geschehens.
- 432: Im Sommer 432 v. Chr. fordern unzufriedene peloponnesische Bundesgenossen Sparta auf, endlich einzugreifen. In Sparta rät König Archidamos II. zur Vernunft, kann sich aber nicht durchsetzen. Es wird festgestellt, dass Athen den dreißigjährigen Frieden von 446 v. Chr. bricht, und es folgt die förmliche Kriegserklärung. In Athen treibt vor allem Perikles den Kurs auf einen Krieg voran.
- 433: Nach ersten Niederlagen gegen Kerkyra rüstet Korinth eine große Flotte auf, so dass Athen um seinen Status als größte Seemacht fürchtet. Athen schließt im Sommer 433 v. Chr. ein Defensivbündnis (Epimachie) mit Kerkyra, das über die zweitgrößte Flotte Griechenlands verfügt. Korinth betrachtet dies als Verletzung des Friedens von 446 v. Chr. und wendet sich an Sparta. Athen verhängt wohl noch 433 v. Chr. per Volksbeschluss (Psephisma) ein Handelsverbot gegen die Polis Megara, mit der Athen seit dem Ende des ersten Peloponnesischen Krieges verfeindet ist (megarisches Psephisma). Megara, Mitglied des Peloponnesischen Bundes, versucht daraufhin, Sparta zum Handeln zu zwingen. Zeitgenossen wie Aristophanes sehen in diesem Beschluss eine entscheidende Ursache des Krieges und werfen Perikles vor, damit von inneren Schwierigkeiten ablenken zu wollen. In Potidaia auf der Chalkidike, einem Mitglied des Attischen Seebundes mit guten Beziehungen zu Korinth, verlangt Athen die Ausweisung korinthischer Beamter und den Abriss der Seemauern. Potidaia tritt aus dem Seebund aus, wird aber trotz Unterstützung durch Korinth von Athen schnell eingeschlossen. Thukydides bezeichnet diese Konflikte als Auslöser, nicht als Ursachen des Krieges, und sieht den wahren Grund in der Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens.
- 435: Aison (Vasenmaler) Aison ist als griechischer Vasenmaler des attisch-rotfigurigen Stils tätig, seine etwa sechzig überlieferten Gefäße stammen aus der Zeit zwischen 435 und 415, er verbringt seine Karriere in mehreren Töpferwerkstätten, steht dort mit diversen anderen bekannten Vasenmalern in Kontakt, schafft seine ersten Werke in Form von Ephebenbildern in derselben Werkstatt wie der Kodros-Maler, fertigt seine erste signierte Prachtschale mit Motiven aus der Theseussage in der Werkstatt, in der der Penthesilea-Maler tätig ist und Aristophanes später sein Nachfolger wird, arbeitet in einer dritten Werkstatt mit dem Schuwalow-Maler und dem Eretria-Maler zusammen, bemalt dort vor allem geschlossene Gefäße, wobei alle drei Künstler offensichtlich in der Tradition des Polygnotos stehen, aus dieser Zeit stammt sein zweites Paradestück, ein Bauchlekythos im Archäologischen Nationalmuseum Neapel mit dem Motiv einer in der Tradition des Schildes der Athena Parthenos stehenden Amazonenschlacht, zwei weitere Lekythen im Louvre und im Archäologischen Nationalmuseum Athen zeigen offenbar eine Hinwendung des Malers zum Adonis-Kult, sein Stil beginnt sich in dieser Phase dem reichen Stil anzunähern, was sein Schüler, der Meidias-Maler, später fortsetzt, wie schon zu Beginn seiner Karriere beim Kodros-Maler verschwimmen mit der Zeit die Grenzen der Darstellung mit dem Meidias-Maler, sodass eindeutige Zuweisungen der Arbeiten, besonders bei Choenkannen mit dionysischen Motiven, zum Teil schwerfallen und er in der Wissenschaft dem Meidias-Kreis zugerechnet wird, im Gesamtwerk fällt eine unterschiedliche Qualität seiner Arbeiten auf, die wohl in erster Linie auf einen unsteten Lebenswandel mit häufigen Werkstattwechseln zurückgeführt wird, während eine in der Wissenschaft häufig gezeigte Geringschätzung für dieses Gesamtwerk Aison nicht gerecht wird. bis 404 v. Chr., wird von Waffenstillständen unterbrochen und endet mit einem Sieg Spartas. Bei Kriegsbeginn verfügt Athen nach Thukydides über 13.000 Hopliten, darunter Sokrates, sowie 16.000 Reservisten. Athen besitzt ein schwaches Landheer, aber eine starke Flotte, während Sparta über ein starkes Landheer verfügt. - Archidamischer Krieg: Von 431 v. Chr. bis 421 v. Chr. läuft der Archidamische Krieg, benannt nach Archidamos II. Athen folgt der von Perikles erdachten Strategie, keine Landschlacht einzugehen, die Bevölkerung Attikas hinter den Langen Mauern zu schützen und mit der Flotte die Küstenstädte der Peloponnes anzugreifen und Seewege zu blockieren. Sparta fällt mit seinem starken Landheer in Attika ein, verwüstet das Umland von Athen und versucht, Athen zu einer offenen Feldschlacht zu zwingen, während Athen dies wegen der Überlegenheit der spartanischen Phalanx vermeidet. Der sommerliche Einfall in Attika wiederholt sich jedes Jahr, außer 429 v. Chr. wegen einer Seuche und 426 v. Chr. wegen eines Erdbebens.
- 436: Um 436 v. Chr. kommt es in Epidamnos zu einer Stasis, einem Bürgerkrieg, bei dem die „demokratische“ Partei Korinth und die Adelspartei Kerkyra um Hilfe bittet. Es entsteht ein Konflikt zwischen Korinth und Kerkyra um die Vorherrschaft im Ionischen Meer.
- 446: 446/445: Der Krieg zwischen Athen und Sparta endet 445 v. Chr. mit einem Patt, und Megara wechselt wieder zu Sparta. Es entsteht der auf 30 Jahre geschlossene Friedensvertrag, in dem beide Seiten vereinbaren, die jeweiligen Bündnissysteme zu achten und bei Konflikten ein Schiedsgericht anzurufen. Das Verhältnis zu den „neutralen“ Poleis bleibt bewusst ausgeklammert, was sich später als folgenschwerer Fehler erweist.
- 454: Thukydides Thukydides wird spätestens 454 geboren, weil er mindestens 30 Jahre alt sein muss, um das Strategenamt bekleiden zu können, das er 424 v. Chr. innehat.
- 457: In den Jahren 457–446/445 entsteht ein Konflikt zwischen Athen und Sparta, der sich unter anderem aus dem Übertritt Megaras zu Athen ergibt. Theben, der nördliche Nachbar Athens, schließt ein Bündnis mit Sparta, um Hilfe gegen Phokis zu gewinnen, einen Verbündeten Athens. Als die Spartaner nach Böotien marschieren, stellt sich Athen ihnen entgegen und erleidet 457 v. Chr. in der Schlacht von Tanagra eine Niederlage. Zwei Monate später siegt Athen in der Schlacht von Oinophyta gegen Theben und erlangt für die nächsten zehn Jahre die Vorherrschaft über Mittelgriechenland. Wegen vermehrter Abfallbewegungen innerhalb des attischen Herrschaftsgebiets gesteht Athen Böotien später wieder die Autonomie zu.
- 469: Sokrates Sokrates wird 469 v. Chr. in Alopeke bei Athen geboren. Laut Platon ist er 399 v. Chr. 70 Jahre alt, woraus sich dieses Geburtsjahr ergibt. Er stammt aus dem athenischen Demos Alopeke der Phyle Antiochis und ist der Sohn des Steinmetzen oder Bildhauers Sophroniskos; seine Mutter ist die Hebamme Phainarete. Auch ein Halbbruder mütterlicherseits namens Patrokles wird erwähnt, der wahrscheinlich mit dem Patrokles von Alopeke identisch ist. Seine Ausbildung verläuft in den üblichen Bahnen und umfasst Alphabetisierung, Gymnastik, Musikerziehung, Geometrie, Astronomie und das Studium der Dichter, vor allem Homers. Unter seinen Lehrern werden Aspasia, die Frau des Perikles, die Seherin Diotima, Anaxagoras, sein Schüler Archelaos, Prodikos und Damon genannt.
- 480: Seit 480 v. Chr. besteht ein Hilfsabkommen zwischen Athen und der elymischen Stadt Segesta. Segesta ist eine Stadt der Elymer auf Sizilien und pflegt dieses Hilfsabkommen mit Athen, obwohl Teile der Insel, vor allem der Westen, zum Einflussgebiet Karthagos gehören.
Korinth
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 395
Olympia
- Dorieus, Sohn des Diagoras von Rhodos, gewinnt zum dritten Mal das Pankration bei den Olympischen Spielen und wird damit neuerlich Periodonike.
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 424
Messenien
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 369
Sparta
- König der Eurypontiden: Archidamos II. (469–427)
Kleomenes führt das spartanische Heer. Da die antiken Quellen Archidamos danach nicht mehr erwähnen, schließen moderne Historiker daraus, dass der spartanische König in diesem Jahr stirbt. Sein Sohn Agis übernimmt nach seinem Tod den Königsthron. - König der Eurypontiden: Agis II. (427–400)
- König der Agiaden: Pausanias (1. Amtszeit 445–426)
Pausanias’ Onkel Kleomenes führt noch an seiner Stelle das Heer gegen Athen zu Felde. Mit diesem Angriff soll die Eroberung von Mytilene durch die Athener verhindert werden. Obwohl Kleomenes erfolgreich ist, fällt dieses an den Feind. - Anfang Juni: Die Spartaner fallen zum vierten Mal in Attika ein und verwüsten die Umgebung von Marathon.
- Sommer: Die Belagerung von Plataiai endet mit der Einnahme der Stadt durch Sparta unter Archidamos II. im Verbund mit Theben. Alle Männer werden hingerichtet, die Frauen in die Sklaverei verkauft. Die Belagerung wird damit zum Symbol für die Verrohung des Peloponnesischen Krieges. (siehe unter Athen)
- Fortsetzung 426
- 428: Archidamos II.: Im Jahr 428 v. Chr. unternimmt das spartanische Heer unter dem Oberbefehl des Archidamos erneut einen Feldzug nach Attika. Dort verwüsten die Soldaten die Felder, bis ihnen selbst die Lebensmittel ausgehen. Die Spartaner haben Attika in den vorangegangenen Jahren zweimal verwüstet, weshalb der Feldzug eher eine psychologische als eine wirtschaftliche Wirkung hat. Die Schwächung Athens durch die Handlungen der Spartaner und durch die Pestepemie wird zur Ursache des Aufstandes von Mytilene auf Lesbos.
- Fortsetzung 427
- 429: Archidamos II.: Im Jahr 429 v. Chr. zieht das spartanische Heer nicht nach Attika, sondern gegen Plataiai. Historiker erklären diese Entscheidung mit der Pestepidemie in Athen. Es kann mehrere Gründe dafür geben, dass die Spartaner diese Richtung für ihren Feldzug wählen. Zum einen besitzt die Stadt strategische Bedeutung, zum anderen ist sie ein alter und treuer Bundesgenosse Athens. Auch diplomatischer Druck durch Theben, das ganz Böotien seiner Herrschaft unterwerfen will, wird nicht ausgeschlossen. In diesem Feldzug zeigt sich eine Veränderung der spartanischen Kriegführung: Statt Attika erneut zu verwüsten, greifen die Spartaner eine mit Athen verbündete Stadt an.
- 430: Archidamos II.: Im Jahr 430 v. Chr. zieht das spartanische Heer unter der Führung des Archidamos im folgenden Jahr erneut in das Gebiet Attikas. Nach Thukydides plündert es vierzig Tage lang die Küstengebiete der Landschaft. Gleichzeitig rüstet Athen erneut eine starke Flotte aus und entsendet sie an die Küsten der Peloponnes. Der Feldzug des Archidamos fällt mit dem Beginn der Pestepidemie zusammen. Die Enge innerhalb der Stadtmauern, hinter die sich die Bevölkerung zurückziehen muss, trägt zu einer großen Zahl von Opfern bei. Das Volk ist gegen Perikles erbittert, weil es ihn dafür verantwortlich macht, dass er die Landbevölkerung in die Stadtmauern gedrängt habe, die große Menschenmenge für nichts einsetze, zusehe, wie Menschen, die wie Vieh eingeschlossen seien, einander ansteckten, und ihnen nicht ermögliche, ihre Lage zu verändern und frische Luft zu atmen. Die Spartaner erschrecken über die Nachrichten von den durch die Pest verursachten Unglücksfällen, beschließen, Attika zu verlassen, und kehren nach Hause zurück.
- 431: Archidamos II.: Im Jahr 431 v. Chr. versammelt sich ein großes Heer der Spartaner und ihrer Bundesgenossen unter dem Oberbefehl von Archidamos am Isthmus von Korinth. Vor Beginn des Feldzuges schickt Archidamos den Gesandten Melesippos nach Athen. Die Athener hören den Spartaner, vor allem aufgrund der Haltung des Perikles, nicht einmal an und befehlen ihm, Attika innerhalb eines Tages zu verlassen. Das Heer des Archidamos zieht zunächst gegen Plataiai, eine mit Athen verbündete Stadt in Böotien. Nach der Verwüstung dieses Gebietes wendet es sich Attika zu. Der Einfall beginnt bei der Grenzfestung Oinoe. Dort errichten die Peloponnesier ein Lager und bereiten den Angriff auf die Festung vor. Thukydides verwendet bei der Darstellung dieser Vorgänge nahezu alle Synonyme für Langsamkeit. Im spartanischen Heer beginnt deshalb Unzufriedenheit zu entstehen. Archidamos wird vorgeworfen, den Krieg schleppend zu führen, die Möglichkeit eines raschen Angriffs nicht zu nutzen und dem Gegner wohlgesinnt zu sein. Die Athener bringen währenddessen ihre wertvollsten Besitztümer innerhalb der Stadtmauern in Sicherheit. Moderne Historiker sehen in diesem Vorgehen eine bewusste Berechnung: Archidamos will den Gegner durch die Verwüstung der Felder nicht zur Verzweiflung treiben, sondern seinen Widerstandswillen schwächen und Friedensbestrebungen innerhalb des athenischen Demos fördern. Nach der erfolglosen Belagerung von Oinoe beginnt das Heer des Archidamos, Attika zu verwüsten. Zunächst zieht es nach Eleusis und in die Thriasische Ebene, danach lagert es bei Acharnai. Die Spartaner verwüsten Attika, was bei den Athenern erwartungsgemäß Unzufriedenheit hervorruft. Archidamos versucht, den Gegner zu einer Schlacht zu zwingen. Der längere Aufenthalt des spartanischen Heeres in Attika hat auch eine psychologische Wirkung, da Acharnai in unmittelbarer Nähe Athens liegt. Die Einwohner der Stadt, unter denen sich auch evakuierte Acharnier befinden, können von den Stadtmauern aus sehen, wie Archidamos ihre Felder und Häuser zerstört. Sie geben Perikles die Schuld. Perikles kann das Volk nur mit großer Mühe von unüberlegten Handlungen abhalten. Nach Plutarch verspricht der athenische Politiker schon vor dem Einfall, seine Besitzungen dem Staat zu überlassen, falls Archidamos sie absichtlich von der Verwüstung verschonen sollte. Polyainos berichtet, Perikles habe seine Landgüter bereits vor dem Einfall dem Staat übertragen, um Archidamos keine Möglichkeit zu geben, ihn in Misskredit zu bringen. Der athenische Stratege muss die Einberufung der Volksversammlung mit allen Mitteln hinauszögern, da die Athener dort einen Entschluss zur Schlacht fassen könnten. Nach Ansicht moderner Historiker sind die Handlungen des Archidamos sorgfältig durchdacht. Die Verwüstung der Felder kann die Athener dazu bringen, ihre uneinnehmbaren Mauern zu verlassen und eine Schlacht zu beginnen, die sie mit größter Wahrscheinlichkeit verlieren würden, oder sie zum Friedensschluss bewegen. Zugleich vermindert sie das Ansehen und den Einfluss des Perikles. Nach der Auffassung des Historikers E. Bloedow erkennt Perikles nicht nur die Pläne des spartanischen Königs, sondern rettet die Stadt durch Maßnahmen zum Nachteil seiner eigenen Popularität vor einer unmittelbar bevorstehenden Niederlage. Bald ist Archidamos gezwungen, Attika zu verlassen. Einer Darstellung zufolge hängt dies mit einem athenischen Seezug zusammen, den die Athener mit 100 Schiffen, 1.000 Hopliten und 400 Bogenschützen an den Küsten der Peloponnes unternehmen; einer anderen zufolge gehen den Spartanern die Lebensmittel aus.
- 432: Archidamos II.: Im Jahr 432 v. Chr. laden die Spartaner Athener und ihre Bundesgenossen zu einer Versammlung ein. Nachdem beide Seiten gesprochen haben, ziehen sich die Vertreter der spartanischen Behörden zur Beratung zurück. Archidamos spricht sich gegen eine überstürzte Kriegserklärung aus. Er warnt vor der Dauer des bevorstehenden Konflikts, betont die militärischen und wirtschaftlichen Vorteile Athens und empfiehlt, zunächst Gesandte zu entsenden sowie die eigene Kriegsvorbereitung zu verstärken. Dennoch setzt sich die kriegerische Position des Ephoren Sthenelaidas durch, auch weil Korinth mit dem Austritt aus dem Peloponnesischen Bund droht, falls kein Krieg beginnt. Die Mehrheit des Rates entscheidet sich für Krieg.
- 443: Agesilaos ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.
- 445: Archidamos II.: Um 445 v. Chr. heiratet Archidamos nach dem Tod seiner ersten Frau Lampito Eupolia, eine Angehörige eines aristokratischen Geschlechts. Nach Theophrast sind die Ephoren wegen der geringen Körpergröße der Braut unzufrieden und erklären, sie werde Sparta nicht Könige, sondern nur „Königlein“ gebären; sie verhängen deshalb eine Geldstrafe gegen Archidamos II. Aus der Ehe gehen Agesilaos und Kyniska hervor, wobei Kyniska möglicherweise auch Lampitos Tochter ist.
- 445: König der Agiaden: Pleistoanax (1. Amtszeit 458–445): Pleistoanax entzieht sich der Strafe, verlässt Lakonien und geht ins Exil nach Arkadien auf den Berg Lykaion. Dort errichtet er ein Haus im heiligen Bezirk des Zeus. Sein Sohn Pausanias wird etwa zur gleichen Zeit geboren. Pausanias herrscht nominell, während Pleistoanax im Exil bleibt.
- 445: Pausanias wird als König von Sparta aus dem Haus der Agiaden genannt. Während der Verbannung seines Vaters Pleistoanax von 445 bis 426 v. Chr. wird der junge Pausanias König, steht aber noch unter der Vormundschaft seines Onkels Kleomenes. Da seinem Vater Bestechung durch Athen vorgeworfen wird, geht Pleistoanax 445 v. Chr. in die Verbannung. Pausanias tritt seine Nachfolge an und ist damals offenbar noch ein Kind.
- 446: Pleistoanax: Pleistoanax führt im Sommer seinen ersten Feldzug während des Ersten Peloponnesischen Krieges. Er zieht mit Beratern, darunter Kleandridas, nach Attika, während Athen durch Aufstände in Megara und Euböa geschwächt ist. Perikles kehrt zurück, und beide Seiten verhandeln statt zu kämpfen. Athen verzichtet auf Gebietsansprüche auf dem Festland und zieht Garnisonen ab; das spartanische Heer kehrt heim. Am 2. September findet eine Sonnenfinsternis statt. Nach der Rückkehr werden Pleistoanax und Kleandridas der Bestechung beschuldigt. Pleistoanax wird angeklagt, vermutlich zu einer Geldstrafe verurteilt und geht ins Exil, während Kleandridas zum Tode verurteilt wird und nach Thurioi flieht. Die ausgehandelten Bedingungen fließen später in den Dreißigjährigen Frieden ein.
- 457: Archidamos II.: Im Jahr 457 v. Chr. nehmen die Spartaner an einem Feldzug nach Doris und an der anschließenden Schlacht bei Tanagra teil. Archidamos fehlt bei diesem Unternehmen. Seine Abwesenheit wird unter anderem mit der Notwendigkeit erklärt, dass ein erfahrener Feldherr wegen des Krieges gegen die Heloten in Sparta verbleibt. Möglicherweise befürwortet er Frieden mit Athen, weshalb ein anderer Heerführer den Feldzug übernimmt.
- 457: Pleistoanax: Nikomedes führt als Regent ein Heer von 1500 Spartanern und 10 000 Verbündeten nach Doris, um einen Angriff aus Phokis abzuwehren. Er zieht die Athener bei Tanagra in eine Schlacht, die zwar gewonnen wird, aber zum Rückzug über Megara auf den Peloponnes zwingt.
- 458: Archidamos II.: Im Jahr 458 oder 455 v. Chr. endet der Dritte Messenische Krieg, der seit dem Helotenaufstand nach dem Erdbeben andauert. Die Historiker bezweifeln nicht, dass Archidamos aktiv an diesem Krieg beteiligt ist. Seine notwendige Anwesenheit als erfahrenerer Feldherr in Sparta erklärt unter anderem seine Abwesenheit beim Feldzug der Spartaner nach Doris und in der anschließenden Schlacht bei Tanagra. Möglicherweise tritt Archidamos für Frieden mit Athen ein, weshalb ein anderer Feldherr in den Feldzug entsandt wird.
- 459: Pleistoanax: Pleistoanax folgt seinem kinderlos verstorbenen Vetter Pleistoarchos als König. Da er noch minderjährig ist, übernimmt sein Onkel Nikomedes die Regentschaft.
- 465: Archidamos II.: Im Jahr 465 v. Chr. erschüttert ein verheerendes Erdbeben Sparta. Diodor von Sizilien berichtet von 20.000 Toten. Der junge König Archidamos zieht in der kritischen Lage seine Rüstung an, lässt ein Signal blasen, als werde die Stadt angegriffen, sammelt die bewaffneten Spartiaten um sich und führt sie aus der Stadt heraus. Die Heloten, die eine Zwischenstellung zwischen Hörigen und Sklaven einnehmen, versuchen die Lage auszunutzen. Antiken Quellen zufolge wollen sie sogar die Hauptstadt angreifen. Als sie jedoch feststellen, dass die überlebenden Spartiaten von Archidamos zu einem kampffähigen Heer gesammelt worden sind, verzichten sie auf den Angriff. Die Heloten besetzen daraufhin mehrere Festungen und befestigte Orte in Lakonien und Messenien; der Dritte Messenische Krieg beginnt.
- 469: Archidamos II.: Im Jahr 469 v. Chr. übernimmt Archidamos nach Diodor von Sizilien die Herrschaft nach dem Tod Leotychidas’ II. Wahrscheinlich gilt Leotychidas jedoch bis zu seinem Tod weiterhin offiziell als König. Die Frage nach dem tatsächlichen Zeitpunkt von Archidamos’ Thronbesteigung bleibt in der modernen Geschichtsschreibung ungelöst. Archidamos II. ist ein spartanischer König aus dem Geschlecht der Eurypontiden und regiert nach unterschiedlichen Überlieferungen von 476 oder 469 bis etwa 427 Sein Name setzt sich aus den griechischen Bestandteilen für „herrschen“, „führen“ oder „an der Spitze stehen“ sowie für „Land“, „Gebiet“ oder „Volk“ zusammen und bedeutet wörtlich „Herrscher des Landes“ oder „Oberhaupt des Volkes“. Er ist der Sohn des Zeuxidamos und der Enkel des Königs Leotychidas II. Der Beginn seiner Herrschaft steht im Zeichen eines schweren Erdbebens und des anschließenden Helotenaufstandes. Archidamos stammt aus dem Königsgeschlecht der Eurypontiden. Sein Vater Zeuxidamos ist ein Sohn Leotychidas’ II. Nach dem Tod des Zeuxidamos heiratet Leotychidas II. erneut. Aus dieser Ehe geht seine Tochter Lampito hervor, die der König mit seinem Enkel Archidamos verlobt. Nahverwandtenehen sind in den Familien spartanischer Könige üblich. Möglicherweise sollen sie das angesammelte Vermögen innerhalb des Königshauses erhalten. Nach einer anderen Deutung fallen Kinder eines Thronerben, der vor seinem Regierungsantritt stirbt, in Sparta aus der Erbfolge; Erbe wird dann der nächstältere Sohn oder der Ehemann der einzigen Tochter. Um die Königsherrschaft seines Enkels zu sichern, verheiratet Leotychidas diesen mit seiner einzigen Tochter Lampito. Über seinen Großvater Leotychidas ist Archidamos der Gastfreund und Gastfreundschaftspartner des Perikles. In erster Ehe ist Archidamos mit seiner Halbtante Lampito verheiratet, die Plutarch als eine „ausgezeichnete und würdige“ Frau bezeichnet. Aus dieser Ehe stammt sein Sohn Agis, der nach Archidamos’ Tod den Königsthron übernimmt. Lampito stirbt vor Archidamos, worauf der König erneut heiratet. Seine zweite Frau ist Eupolia aus einem aristokratischen Geschlecht. Nach Theophrast missbilligen die Ephoren die Wahl des Königs wegen der geringen Körpergröße der Braut und verhängen gegen Archidamos II. eine Geldstrafe. Der Historiker Stephen Hodkinson betrachtet die Ehe mit einer Angehörigen eines reichen Geschlechts als klassisches Beispiel einer dynastischen Heirat. Eupolia bringt Archidamos den Sohn Agesilaos, der nach Agis König wird, und die Tochter Kyniska zur Welt. Möglich ist auch, dass Kyniska eine Tochter des Archidamos und der Lampito ist. Den ausführlichsten Bericht über den König liefert die griechische Wikipedia
- 476: Archidamos Im Jahr 476 v. Chr. wird Leotychidas II. bei der Annahme eines Bestechungsgeldes ertappt und ist gezwungen, aus Sparta zu fliehen. Ob er nach seinem teilweise freiwilligen Exil seine Königswürde verliert, bleibt unbekannt. Pausanias berichtet, Archidamos habe nach der Flucht des Leotychidas die Königsherrschaft übernommen.
- 479: Archidamos Im Jahr 479 v. Chr. wird während des Feldzuges der verbündeten griechischen Flotte zur Unterstützung der ionischen Griechen nach Mykale die Proxenie, also ein Gastfreundschafts- und Freundschaftsbündnis, zwischen Leotychidas II. und Xanthippos, dem Vater des Perikles, geschlossen. Über Leotychidas ist Archidamos (später Archidamos II.) dadurch der Gastfreund des Perikles.
Kos
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 367
Bosporanisches Reich
- 432: Satyros I ist seit 432 v. Chr. Herrscher des Bosporanischen Reiches und baut während seiner Herrschaft auf der expansiven Außenpolitik seines Vaters Spartokos I. auf. Er nimmt Nymphaion ein, gerät in die politischen Entwicklungen des benachbarten Sindikerreiches hinein und beginnt mit der Belagerung von Theodosia, das wegen seines eisfreien Hafens und seiner Nähe zu den Getreidefeldern der östlichen Krim ein ernster Handelsrivale ist. Zudem wird seine Herrschaft als Phase beschrieben, in der er die Macht seines väterlichen Reiches ausbaut. Er erzielt zunächst Erfolg, indem er Nymphaion von Gylon nimmt und vielleicht auch Kimmerikon gewinnt, hat später aber erhebliche Schwierigkeiten mit dem benachbarten Sindikerreich sowie mit den griechischen Stadtstaaten Theodosia und Herakleia Pontike. Der Text betont außerdem die zunehmenden Spannungen durch seine außenpolitischen Unternehmungen. Mit den Sinden gerät Satyros nach dem Bericht des Polyaenos in schwere Konflikte, weil er Hekataeos, dem König der Sinden, seine Tochter gegeben haben soll, Hekataeos aber zugleich angewiesen habe, seine bestehende Frau Tirgatao zu töten. Stattdessen lässt Hekataeos Tirgatao in einem Turm einsperren, von wo sie entkommt, zu ihrem Stamm der Ixomaten gelangt und anschließend mit vielen Stämmen gegen Satyros Krieg führt. Als Satyros erkennt, dass er nicht siegen kann, bietet er seinen Sohn Metrodoros als Geisel an und erbittet Frieden. Kurz danach kommt es offenbar zu einem Anschlag auf Tirgataos Leben, vermutlich von Satyros organisiert; nach der Entdeckung dieser Intrige lässt Tirgatao Metrodoros töten und führt den Krieg erneut gegen Satyros. Dieser Krieg endet erst kurz nach dem Tod des Vaters durch Leucon und Gorgippos. König Spartokos I. (438-432)
- Fortsetzung 400
Troja
- 1200: wahrscheinlichste Handlungszeit des Schauspiels "Die Troerinnen" von Euripides, das im Jahr -415 in Athen aufgeführt wird. - Prolog: Götterrede: Poseidon tritt auf und schildert, dass Troja zerstört ist und dass er die Stadt, deren Mauern er einst mitbaute, nun in Trümmern sieht, er beklagt das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner und macht deutlich, dass seine frühere Verbundenheit mit Troja dem jetzigen Untergang gegenübersteht. Athene erscheint und erklärt, dass die Griechen die Gottheit beleidigen, indem sie die Tempel schänden und die Besiegten misshandeln, sie kündigt an, die Griechen auf ihrer Heimfahrt zu bestrafen, und gewinnt Poseidon dafür, gemeinsam die Rückkehrer mit Stürmen und Unglück zu verfolgen, so dass die göttliche Ebene den Rahmen für das kommende Leid der Troerinnen bildet. - Zerstörung Trojas und Auftreten Hekabes: Hekabe sitzt als ehemalige Königin Trojas als Gefangene vor den Zelten der Griechen und klagt im Angesicht der rauchenden Trümmer der Stadt ihr Schicksal, sie erinnert an ihre frühere Stellung und an den Sturz Trojas und ruft die toten Angehörigen und die verlorene Stadt an. Andere trojanische Frauen, ebenfalls Gefangene, stimmen mit ihr Klagen an, sodass ein gemeinsamer Chor der Leidtragenden entsteht, in dem Hekabe als zentrale Gestalt beklagt, dass sie alles verloren hat, was ihr Leben ausmachte, und dass sie nun den Entscheidungen der Sieger ausgeliefert ist. - Zuteilung der Frauen und Nachricht von Kassandra: Ein Herold der Griechen erscheint und verkündet, dass die trojanischen Frauen den griechischen Feldherren als Sklavinnen zugeteilt werden, Hekabe erfährt, welchem Griechen sie selbst und ihre Töchter zugewiesen sind, und sie reagiert mit Entsetzen auf die Nachricht, dass Kassandra den Feldherrn Agamemnon erhält. Kassandra tritt in ekstatischer Stimmung auf, sie spricht als Seherin, prophezeit den Untergang Agamemnons und deutet an, dass der Sieger nicht ungestraft bleibt, sie verhöhnt zugleich den Ruhm der Griechen und macht deutlich, dass ihre eigene Versklavung und Schmach Teil eines größeren, von den Göttern bestimmten Geschehens ist, während Hekabe im Angesicht dieser Rede zwischen Hoffnung auf göttliche Gerechtigkeit und der unmittelbaren Angst um ihre Tochter schwankt. - Auftritt Andromache und Entscheidung über Astyanax: Andromache, Hektors Witwe, erscheint mit ihrem kleinen Sohn Astyanax und wird Hekabe vorgeführt, sie trägt die Last des Verlustes von Mann und Heimat und klagt gemeinsam mit Hekabe über die zerstörte Zukunft Trojas, wobei Hekabe in Andromache die Verkörperung des trojanischen Unglücks erkennt. Der Herold verkündet, dass die Griechen beschlossen haben, Astyanax zu töten, indem sie ihn von den Mauern Trojas stürzen, um zu verhindern, dass aus ihm ein zukünftiger Rächer entsteht, Andromache fleht vergeblich um das Leben des Kindes und kämpft zwischen der Mutterliebe und der Erkenntnis, dass jeglicher Widerstand nutzlos ist, während Hekabe in der Erwartung des neuerlichen Verlustes zusammenbricht. Andromache wird schliesslich von den Griechen weggeführt, sie muss ihren Sohn zurücklassen, und Hekabe bleibt mit der Aufgabe zurück, den Knaben, sobald er getötet ist, zu beklagen und zu bestatten. - Tod und Bestattung Astyanax’: Astyanax wird, wie beschlossen, von den Griechen getötet, indem man ihn von den Mauern der zerstörten Stadt hinabstürzt, und sein Leichnam wird Hekabe gebracht, damit sie ihn bestattet, sie nimmt den Körper des Kindes in Empfang und klagt über die Grausamkeit, die selbst ein unschuldiges Kind nicht verschont. Hekabe berichtet von seinen Verletzungen, beklagt, dass ein Knabe, der einst als Hoffnung Trojas galt, nun als gebrochener Leichnam vor ihr liegt, und richtet ihren Vorwurf gegen die Griechen, die in ihrer Angst vor einem künftigen Gegner jede Menschlichkeit vergessen, während die trojanischen Frauen den Leichnam mit Klagetönen umringen. Hekabe bereitet dem Kind ein notdürftiges Begräbnis, sie legt ihm, was sie noch hat, als Beigaben an und spricht über die Bitterkeit, dass selbst in der Bestattung nur noch Reste der einstigen Hofpracht übrig geblieben sind. - Streit um Helena: Helena wird vor Agamemnon gebracht, damit über ihr Schicksal entschieden wird, und Hekabe nutzt die Gelegenheit, um Helena anzuklagen, sie wirft ihr vor, durch ihren Aufenthalt in Troja und durch ihre Verstrickung mit Paris den Krieg ausgelöst zu haben, und fordert, sie für die zahllosen Toten verantwortlich zu machen. Helena verteidigt sich, indem sie auf göttlichen Zwang, auf Aphrodite und auf die Verführung durch Paris verweist, und versucht, ihre Rolle zu relativieren, während Agamemnon sich den gegenseitigen Vorwürfen von Hekabe und Helena gegenübersieht und eine Entscheidung treffen muss. Hekabe betont, dass Helena bewusst gehandelt und sich den Troern angeschlossen habe, und fordert ihre Bestrafung, sie macht geltend, dass die Frauen Trojas nicht für Helens Entscheidung büssen sollen, während Helena versucht, Agamemnon durch Erinnerung an gemeinsame Vergangenheit und durch Beschönigung der Ereignisse umzustimmen. - Ende Trojas und Abführung der Frauen: Am Ende des Dramas wird die endgültige Zerstörung Trojas sichtbar, die Griechen bereiten sich auf die Abfahrt mit ihren Gefangenen vor und setzen die Stadt in Brand, so dass Hekabe und der Chor der Troerinnen den Untergang ihrer Heimat in Flammen erleben. Hekabe sieht, wie die Stadt, die einst ihr Herrschaftsbereich war, als rauchende Ruine zusammenbricht, und sie und die anderen Frauen werden auf die Schiffe geführt, jede einer neuen Herrin- oder Sklavenrolle im griechischen Lager entgegen, während sie noch einmal Troja, ihre Familien und ihre Götter verabschieden. Der Chor beschliesst die Handlung, indem er den Verlust der Stadt und die Ungewissheit der Zukunft beklagt, und die Frauen ziehen ab, während im Hintergrund die brennende Stadt Troja untergeht.
ODRYSEN
- 429: Seuthes Zu Beginn des Peloponnesischen Krieges geht Sitalkes ein Bündnis mit den Athenern ein. Er fällt mit einem großen Heer in Makedonien ein, das damals von Perdikkas II. regiert wird. Das Heer umfasst 150.000 Krieger aus unabhängigen thrakischen Stämmen, darunter den Dii, sowie aus päonischen Stämmen, darunter den Agrianern und den Laiaiern. Wegen mangelnder Versorgung muss Sitalkes sich zurückziehen.
- 429: Seuthes Bereits vor seinem Regierungsantritt heiratet Seuthes Stratonike, eine Schwester von König Perdikkas II. von Makedonien, als Teil eines Friedensschlusses zwischen seinem Onkel und dem König von Makedonien im Jahr 429 v. Chr.; die Aussicht auf die Ehe und die Mitgift veranlasst Seuthes dazu, seinem Onkel zu raten, seine Truppen aus Makedonien abzuziehen.
- Fortsetzung 425
- 431: Sitalkes ist ein König des thrakischen odrysischen Staates. Er ist ein Sohn des Teres I. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters folgt er ihm auf den Thron. Durch erfolgreiche Kriege vergrößert Sitalkes sein Königreich, das bald das gesamte Gebiet von Abdera im Süden bis zu den Mündungen der Donau im Norden sowie vom Schwarzen Meer im Osten bis zu den Quellen der Struma im Westen umfasst. Sitalkes wird auch Sitalkes genannt; die Suda bezeichnet ihn als Sitalchos. Er hat einen Sohn namens Sadokos, der Bürger Athens wird. Der Sitalkes-Gipfel auf Livingston Island in den Südlichen Shetlandinseln in der Antarktis ist nach Sitalkes benannt. König Sparatokos (445-431)
- 445: König Teres I. (460–445) (erster König der Odrysen)
ACHÄMENIDENREICH
- 449: Spätere Quellen erklären, der angebliche Kalliasfrieden werde zwischen Athen, Argos und Persien vereinbart. Die Existenz eines formellen Vertrages zwischen den griechischen Staaten und Persien ist umstritten.
- Fortsetzung 424
- 450: Die erneuten Kämpfe führen zur Schlacht von Zypern, in der die Griechen angreifen. Nach dem Ausbleiben eines bedeutenden Erfolges des Kimon bei diesem Unternehmen enden die Feindseligkeiten.
- 453: Arsakes Arsakes (später Artaxerxes II.) (griechisch Mnemon) wird um 453 geboren. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.
- 454: Nach einer zweijährigen Belagerung werden die Athener durch das persische Heer unter Megabyzos besiegt. Inaros wird gefangen genommen und nach Susa gebracht.
- 460: Inaros II., der Sohn eines libyschen Fürsten namens Psamtik und vermutlich ein Nachkomme der 26. Dynastie Ägyptens, erhebt sich mit Hilfe seiner athenischen Verbündeten gegen die Perser. Er besiegt das persische Heer unter dem Satrapen Achämenes. Die Perser ziehen sich nach Memphis zurück. 460–454: Artaxerxes I. sieht sich in Ägypten einem Aufstand unter Inaros II. gegenüber.
- 465: Artabanos ist Hazarapat, also „Befehlshaber der Tausend“, Kommandeur der königlichen Leibwache und der mächtigste Beamte am persischen Hof. Er tötet Xerxes I. mit Hilfe des Eunuchen Aspamitres. Ktesias berichtet, Artabanos beschuldige danach den Kronprinzen Dareios, den ältesten Sohn des Xerxes, des Mordes und überrede Artaxerxes, Dareios zur Rache für den Vatermord zu töten. Aristoteles berichtet dagegen, Artabanos töte zuerst Dareios und danach Xerxes. Nachdem Artaxerxes den Mord entdeckt, tötet er Artabanos und dessen Söhne. Artaxerxes I. ist der fünfte Großkönig des Achämenidenreiches von Persien und Pharao von Ägypten. Er ist der dritte Sohn von Xerxes I., seine Mutter ist Amestris. In griechischen Quellen trägt er auch den Beinamen „Langhand“, angeblich weil seine rechte Hand länger als seine linke ist. Flavius Josephus und mehrere antike Überlieferungen setzen ihn mit König Ahasveros aus dem Buch Ester gleich. Artaxerxes I. bekennt sich zum Zoroastrismus. Seine Ehefrauen sind Damaspia, Alogyne aus Babylon, Cosmartidene aus Babylon und Andia aus Babylon. Zu seinen Kindern zählen Xerxes II., Sogdianos, Dareios II., Arsites, Bogapaios und Parysatis; außerdem hat er eine namentlich nicht genannte Tochter, die mit Hieramenes verheiratet ist und die Mutter von Autoboesakes und Mitraios wird, sowie elf weitere Kinder von verschiedenen Ehefrauen. Nach der Niederlage des Achämenidenreiches in der Schlacht am Eurymedon (469) stehen militärische Handlungen zwischen Griechenland und Persien still. Als Artaxerxes I. die Macht übernimmt, führt er eine neue persische Strategie ein: Er finanziert die Gegner der Athener in Griechenland. Dies führt mittelbar dazu, dass die Athener den Schatz des Delisch-Attischen Seebundes von der Insel Delos auf die Athener Akropolis verlegen. Artaxerxes I. gewährt Themistokles, dem größten Gegner seines Vaters Xerxes wegen dessen Sieges in der Schlacht von Salamis, nach dessen Verbannung aus Athen Asyl. Er gibt Themistokles Magnesia, Myus und Lampsakos für Brot, Fleisch und Wein, Skepsis für Kleidung und Perkote für Hausbettzeug. Themistokles lernt und übernimmt persische Sitten, die persische Sprache und Traditionen. - Ein König Artaxerxes wird im Buch Esra als Herrscher beschrieben, der Esra, einem Kohen und Schreiber, durch einen Erlassbrief den Auftrag gibt, die kirchlichen und zivilen Angelegenheiten der jüdischen Nation zu übernehmen. Der Text bezeichnet nicht, ob damit Artaxerxes I. oder Artaxerxes II. gemeint ist. Die meisten Gelehrten halten daran fest, dass Esra während der Herrschaft Artaxerxes’ I. lebt; einige sehen Schwierigkeiten darin, weil Nehemia und Esra einander anscheinend nicht kennen und ihre Aufträge sich nicht überschneiden. In Nehemia 12 führen beide jedoch bei der Einweihung der Mauer Prozessionen auf der Mauer an und arbeiten damit gleichzeitig in Jerusalem, als die Mauer und die Stadt Jerusalem wiederaufgebaut werden. Andere Gelehrte nehmen deshalb an, Esra treffe im siebten Regierungsjahr Artaxerxes’ II. ein; dies mache die biblische Darstellung nicht chronologisch. Eine weitere Gruppe betrachtet „das siebte Jahr“ als Schreibfehler und hält beide Männer für Zeitgenossen. Esra erscheint erstmals in Nehemia 8 und befindet sich offenbar zwölf Jahre am Hof. Im zwanzigsten Regierungsjahr Artaxerxes’ ist Nehemia Mundschenk des Königs und offenbar auch dessen Freund, da Artaxerxes ihn nach seiner Traurigkeit fragt. Nehemia schildert ihm die Lage des jüdischen Volkes und dass die Stadt Jerusalem ungeschützt ist. Der König schickt Nehemia mit Schutzbriefen für die Statthalter jenseits des Euphrat und für Asaf, den Hüter der königlichen Wälder, nach Jerusalem. Asaf soll Balken für die Burg beim Tempel und für den Wiederaufbau der Stadtmauern bereitstellen. Roger Williams, ein christlicher Geistlicher des 17. Jahrhunderts und Gründer von Rhode Island, deutet mehrere Stellen des Alten und Neuen Testaments als Unterstützung für eine Begrenzung staatlicher Einmischung in religiöse Angelegenheiten. In The Bloudy Tenent of Persecution for Cause of Conscience tritt er auf biblischer Grundlage für die Trennung von Kirche und Staat ein. Williams betrachtet Israel als einzigartiges Bundesreich und nicht als geeignetes Vorbild für Christen des Neuen Testaments, die den Bund des Alten Testaments als erfüllt ansehen. Für ihn sind gute nichtbundesgebundene Könige des Alten Testaments, darunter Artaxerxes, aussagekräftigere Beispiele für staatliches Handeln, weil Artaxerxes die Juden duldet und nicht darauf besteht, dass sie seiner Staatsreligion folgen. König Xerxes I. (486–465)
ÄGYPTEN
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 404
KUSCH
- 431:Amanineteyerike ist ein kuschitischer König von Meroë und trägt mehrere Titel; er ist Sohn des Königs Malewiebamani und Bruder seines Nachfolgers Baskakeren. Sein Vorgänger ist entweder ein älterer Bruder oder ein Onkel. Auf einer seiner Stelen wird Meroë zum ersten Mal erwähnt. König Talakhamani (435–431)
- Fortsetzung 405
KARTHAGO
- 480: Nach der Niederlage von Hamilkar Mago bei Himera im Jahr 480 v. Chr. verliert die Stellung des „Königs“ an Macht. Mit dem Aufstieg des Rates der Hundertvier erhält dieser die Befugnis, karthagische Befehlshaber zu verurteilen und zu bestrafen. Die Magoniden bleiben dennoch während der Lebenszeit des Himilko weiterhin in karthagischen Außenangelegenheiten aktiv.
- Fortsetzung 411
- 550: Hanno: Die Familie des Himilko ist seit 550 in der karthagischen Politik aktiv und spielt bis 375 v. Chr. eine zentrale Rolle in den politischen und militärischen Angelegenheiten des Karthagischen Reiches. In dieser Zeit erweitert die Familie das Reich in Sizilien, Afrika, Iberien und Sardinien. Der Vater des Himilko, wahrscheinlich Hanno, führt eine bekannte Expedition an der westafrikanischen Küste bis nach Kamerun. Auch sein Onkel, möglicherweise der berühmte Himilko der Navigator, erkundet die Westküste Iberiens und Galliens und erreicht vielleicht sogar England, um den Zinnhandel mit den Kelten zu erschließen.
INDIEN
Haryanka
- 437:: Nāgadāsaka beginnt im Jahr 437 v. Chr. seine Regierungszeit als König von Magadha. Er tritt damit in diesem Jahr als letzter Herrscher der Haryanka‑Dynastie die Nachfolge seines Vaters Munda an. Seine Herrschaft über das Königreich Magadha setzt in diesem Jahr ein und bildet den Anfang einer insgesamt vierundzwanzig Jahre währenden Regierungszeit.
- Fortsetzung 413
- 444: König Udayin (460–444) Über die drei nächsten Nachfolger sind keine Wikipedia-Artikel vorhanen; erst im Jahr -437 tritt ein König an, worüber Informationen vorhanden sind.
Anuradhapura
- 437: Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf.
- Fortsetzung 367
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(37./ 38. Zyklus, Jahr des Holz-Tigers; am Beginn des Jahres Wasser-Büffel)
Jin
- 434: Im Jahr 434 v. Chr. stirbt Herzog Jing von Jin, und Ji Liu, postum Herzog You von Jin genannt, folgt seinem Vater Herzog Jing als Herzog von Jin nach. Herzog Jing (451–434)
- Fortsetzung 416
- 433: Im Jahr 433 v. Chr. beginnt Herzog You von Jin, Ji Liu aus dem Haus Ji, als Herzog von Jin im Staat Jin zu regieren.
- 445: Wèi Sī wird Führer des Wei-Clans. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Viscount Huan an und übernimmt damit die Leitung des Hauses Wei.
- 446: Im Jahr 446 v. Chr. herrscht im Staat Wei Wei Huan‑zi, der Vater von Wei Si, der später als Marquess Wen von Wei bekannt ist. In diesem Jahr stirbt Wei Huan‑zi, und sein Sohn Wei Si übernimmt die Führung des Hauses Wei und tritt damit als neuer Oberhaupt der Sippe hervor.
- 446: Im sechsten Regierungsjahr von Duke Ai von Jin stirbt Wèi Huán-zǐ und sein Sohn Wèi Sī folgt ihm nach; Wèi Sī wird damit Marquess Wen von Wei. Er übernimmt die Führung des Wei-Clans und steht an der Spitze eines Hauses, das zu den adeligen Familien gehört, welche die Politik von Jin in der 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. bestimmen.
- 453: Der Staat Jin ist bereits in drei de facto Staaten Han, Zhao und Wei aufgeteilt, und die einzigen Gebiete unter der Kontrolle von Jin sind die Hauptstädte Jiang und Quwo.
Qin
- 428: Herzog Huai regiert als Herrscher von Qin. Seine Regierungszeit beginnt und dauert bis 425. Herzog Huai von Qin, dessen persönlicher Name unbekannt ist, ist ein Herzog des Staates Qin während der Östlichen Zhou-Dynastie. Er gehört zum Haus Ying und ist ein jüngerer Sohn Herzog Ligongs von Qin. Sein posthumer Name lautet Herzog Huai. Er hat den Sohn Zhaozi sowie einen jüngeren Sohn, der später als Herzog Jian von Qin bekannt ist.
- 428: Jian Jian von Qin wird mit dem persönlichen Namen Ying Daozi geboren. Er ist der jüngere Sohn von Herzog Huai von Qin und der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling von Qin.
- Fortsetzung 425
- 429: Herzog Zao (442–429)
- 429: Huai Huai befindet sich im Exil im Staat Jin. Er kehrt nach Qin zurück und besteigt den Thron.
Zhou
- 440: König Kao von Zhou, auch König Kaozhe von Zhou genannt, trägt den persönlichen Namen Ji Wei. Er gehört dem Haus Ji an und ist König der Zhou-Dynastie, genauer der Östlichen Zhou-Dynastie. Sein Vater ist König Zhending von Zhou.
- Fortsetzung 426
- 441: König Si (441)
Qi
- 455: Herzog Xuan von Qi (persönlicher Name Lü Ji) wird Herrscher des Staates Qi. Kurz nach seinem Amtsantritt stirbt Tian Heng, und sein Sohn Tian Pan folgt ihm als Premierminister und faktischer Herrscher.
- Fortsetzung 413
- 456: Herzog Ping (480–456)
- 481: Tai: Im Jahr 481 v. Chr. tötet Tian Heng Herzog Jian von Qi. Seit diesem Zeitpunkt sind die Anführer des Clans Tian die faktischen Herrscher des Staates Qi, während die Herzöge von Qi nur noch nominell regieren.
- 485: Bis 405 v. Chr. herrscht Herzog Xuan von Qi als nomineller Herrscher des Staates Qi. Er stirbt 405 v. Chr. nach 51 Regierungsjahren als titulärer Herrscher von Qi. Sein Sohn Lü Dai, Herzog Kang von Qi, folgt ihm auf den Thron.
- 486: Im Jahr 386 v. Chr. bittet Tian He Markgraf Wu von Wei, für ihn am Hof von König An von Zhou, dem nominellen Herrscher über ganz China, einzutreten. Im selben Jahr erkennt König An Tian He offiziell als Herrscher von Qi an und beendet damit die über sechs Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Hauses Jiang. Tian He wird damit der erste rechtmäßige Herrscher von Qi aus dem Haus Tian und erhält postum den Titel Herzog Tai von Qi. Nach seiner förmlichen Anerkennung verbannt er Herzog Kang in eine Stadt an der Meeresküste.
Chu
- 431: König Jian folgt seinem Vater König Hui von Chu auf den Thron des Staates Chu. König Jian regiert den Staat Chu insgesamt 24 Jahre lang.
- Fortsetzung 408
- 432: König Hui (488–432)
JAPAN
- 475: Nach dem Tod von Itoku und nach einem einjährigen Interregnum übernimmt Kōshō am 9. Tag des 1. Mondmonats den Thron. Seine Regierungszeit beginnt damit im Jahr 475 v. Chr., und der Text nennt für diese Zeit auch den Palast Ikegokoro beziehungsweise Wakinokami als seinen Herrschaftssitz.
- Fortsetzung 408
- 489: Kōshō Am 12. Tag des 2. Mondmonats im 22. Regierungsjahr seines Vaters Itoku wird Kōshō im Alter von 18 Jahren zum Kronprinzen ernannt. Der Text nennt für diesen Zeitpunkt ausdrücklich das Jahr 489 v. Chr.
- 506: Kōshō Kōshō wird nach den alten Reichschroniken Kojiki und Nihonshoki als 5. Tennō von Japan geführt; seine historische Existenz ist zweifelhaft, und er gehört zu den „acht undokumentierten Kaisern“. Sein Eigenname ist Mi-matsu-hiko-kae-shine no mikoto, und in den Überlieferungen werden für seine Mutter unterschiedliche Namen genannt.
QUELLEN
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26.04.2023 Artikel eröffnet
16.05.2023 Grundstock erstellt
21.09.2026 Grundstock ergänzt