-425
Erscheinungsbild
WELTALL
9. Oktober: In Griechenland kann eine Mondfinsternis beobachtet werden.
- 663: Miyake-Ereignis Um das Jahr 663 v. Chr. herum trifft ein weiterer starker Strom energiereicher Teilchen die Erde und löst ein Miyake‑Ereignis in historischer Zeit aus. Die erhöhte kosmische Strahlung bewirkt erneut einen sprunghaften Anstieg kosmogener Isotope, sodass in der Atmosphäre mehr C14 produziert wird, das sich in den Jahresringen von Bäumen auf der Nord‑ und Südhalbkugel nachweisen lässt. In modernen Untersuchungen fällt diese Zeitspanne durch einen markanten Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen und durch entsprechende Signaturen in polaren Eisbohrkernen auf. Die Datierung zeigt, dass sich dieses Ereignis nur wenige Jahrhunderte vor Beginn der schriftlich überlieferten Antike ereignet und damit einen wichtigen Referenzpunkt für die Verknüpfung naturwissenschaftlicher Chronologien mit historischen Zeitskalen liefert. Zusammen mit den Ereignissen von 774 und 993 n. Chr. zeichnet 663 v. Chr. ein Bild wiederkehrender, außergewöhnlicher Strahlungsausbrüche, deren Ursache weiterhin unklar bleibt, die aber im Mittel in tausendjährigen Abständen auftreten.
- Fortsetzung 425
- 5259: Miyake-Ereignis Im Jahr 5259 v. Chr. setzt ein weiterer kurzzeitiger, aber sehr intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung ein, der die Erde trifft und als Miyake‑Ereignis in Erscheinung tritt. Die kosmische Strahlung verstärkt die Produktion kosmogener Isotope, insbesondere von C14, in der oberen Atmosphäre deutlich über das normale Niveau hinaus. Bäume, die in dieser Zeit wachsen, nehmen das dadurch angereicherte Kohlendioxid auf und bilden Jahresringe, in denen der Radiokohlenstoff‑Gehalt auffällig ansteigt. In der heutigen Laboranalyse erscheint das Jahr 5259 v. Chr. im zeitlichen Verlauf der C14‑Konzentration als gut definierter Peak, dessen Form und Ausdehnung Rückschlüsse auf Dauer und Intensität des zugrunde liegenden kosmischen Ereignisses zulassen. Forschungsarbeiten, die Baumringdaten mit Eisbohrkernen kombinieren, identifizieren 5259 v. Chr. als eines der markantesten bislang entdeckten Ereignisse vor der historischen Zeit und erweitern damit das bekannte Spektrum möglicher Intensitäten dieser Strahlungsausbrüche.
- 5410: Miyake-Ereignis Im Jahr 5410 v. Chr. ereignet sich ein weiterer intensiver Ausbruch kosmischer Strahlung, der ein Miyake‑Ereignis in der globalen Isotopensignatur hinterlässt. Die erhöhte kosmische Strahlung erzeugt in der Atmosphäre zusätzliche Mengen an C14, die sich im Kohlendioxid anreichern und in die Biomasse der zu dieser Zeit lebenden Bäume eingehen. In den Jahresringen dieser Bäume bildet sich ein plötzlicher Anstieg des Radiokohlenstoff‑Gehalts ab, der sich mit dendrochronologischen Methoden Jahr für Jahr nachvollziehen lässt. Später werden Holzproben aus archäologischen Kontexten und natürlichen Ablagerungen hochpräzise auf ihren C14‑Gehalt untersucht, wobei 5410 v. Chr. als eigenständiger Peak mit charakteristischer Peakbreite sichtbar wird. Die Analysen verdeutlichen, dass dieses Ereignis nicht isoliert auftritt, sondern zusammen mit anderen Miyake‑Ereignissen eine Abfolge starker Strahlungsausbrüche bildet, die weiterhin nicht eindeutig einer bestimmten astrophysikalischen Quelle zugeordnet werden kann.
- 7176: Miyake-Ereignis Im Jahr 7176 v. Chr. erreicht erneut ein starker Strom kosmischer Strahlung die Erde und löst ein weiteres Miyake‑Ereignis aus. In der Atmosphäre erhöhen die energiereichen Teilchen die Produktionsrate kosmogener Isotope; es entsteht insbesondere vermehrt C14, das über das atmosphärische Kohlendioxid in das Holz wachsender Bäume gelangt. Die Bäume dieser Zeit bilden Jahresringe mit deutlich erhöhtem Radiokohlenstoff‑Anteil, sodass sich für 7176 v. Chr. ein markanter Sprung im C14‑Profil zeigt. In der Gegenwart analysieren Forschende Baumproben und erkennen diesen abrupten Anstieg als Signatur eines Miyake‑Ereignisses, das sich zeitlich klar von den umliegenden Jahren absetzt. Parallel dazu stützen Eisbohrkerne aus polaren Regionen die Rekonstruktion, indem sie entsprechende Veränderungen anderer kosmogener Isotope wie Beryllium‑10 dokumentieren. Damit etabliert sich 7176 v. Chr. als eines der frühen, heute nachweisbaren Ereignisse in der statistischen Reihe solcher extremen Strahlungsausbrüche, die im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten.
- 12350: Miyake-Ereignis Um das Jahr 12 350 v. Chr. entsteht in der Atmosphäre der Erde ein außergewöhnlich starker Ausbruch kosmischer Strahlung, der das bislang extremste bekannte Miyake‑Ereignis markiert. In diesem Zeitraum prasseln besonders energiereiche Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und erzeugen dort in großem Umfang kosmogene Isotope wie Radiokohlenstoff C14 und Beryllium‑10. Diese neu gebildeten Isotope mischen sich in das atmosphärische Kohlendioxid, das Pflanzen über die Photosynthese aufnehmen, sodass das Signal des Ereignisses sich dauerhaft in den Jahresringen lebender Bäume einprägt. Zehntausende Jahre später liegen fossile Baumreste vor, in denen Forschende einen abrupten und ungewöhnlich hohen Anstieg des C14‑Gehalts feststellen und daraus schließen, dass um 12 350 v. Chr. ein kosmischer Strahlungsausbruch stattfindet, der die bisherigen Miyake‑Ereignisse an Stärke deutlich übertrifft. Auf Basis hochauflösender Messdaten entsteht eine zeitliche Kurve der Radiokohlenstoff‑Konzentration, in der das Ereignis als scharfer Peak mit charakteristischem zeitlichen Verlauf sichtbar wird, der sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinzieht.
OLMEKEN
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MAYA
Xunantunich
- 700: Xunantunich Zwischen 700 und 300 wächst die Bevölkerung Early Xunantunichs wie die anderer Orte der Region deutlich an. Die Lage direkt am Fluss begünstigt den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Fisch und fruchtbaren Ackerböden. Zugleich ermöglicht sie schon zu dieser Zeit die Teilnahme am Handelsnetz zwischen der Karibik, dem Peten und den Maya Mountains.
- Fortsetzung 500
- 800: Xunantunich Zwischen 800 und 700 entsteht in Early Xunantunichs eine E-Gruppe. Zu dieser Zeit ist sie noch Ausdruck eines gemeinschaftlich und öffentlich zelebrierten Ritus, zugleich aber ein erstes Anzeichen sozialer Differenzierung und beginnender Hierarchie. In dieselbe Zeit fällt die lokale Entwicklung hin zu herausgehobenen Ahnen und schließlich zur Etablierung eines Königtums.
- 1100: Xunantunich: Gesichert ist die Besiedlung ab der Muyal-Phase seit 1100 In dieser Zeit gehört Early Xunantunichs bereits zu den frühen Siedlungsräumen des Ortes. Die lokale Periodisierung ordnet diese Phase der frühen bis mittleren Präklassik zu.
- 2500: Xunantunich Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus dem Areal Early Xunantunichs rund 800 Meter östlich des heutigen Zentrums. Sie reichen zurück bis in die präkeramische Zeit um ungefähr 2500 v. u. Z., wobei nicht klar ist, ob der Ort seither kontinuierlich bewohnt war. Das Areal liegt am Mopan und bildet den ältesten bekannten und zugleich am längsten nachweislich besiedelten Teil von Xunantunich.
GERMANEN
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 350
KELTEN
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RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCXXIX = 329)
- Konsulartribun Lucius Horatius Barbatus
Lucius Horatius Barbatus gehört den Horatier Barbati an, einem Zweig der Gens Horatia. Er ist der Sohn des Marcus Horatius Barbatus und der Enkel eines Marcus Horatius. Sein vollständiger Name lautet Lucius Horatius, Sohn des Marcus, Enkel des Marcus, Barbatus. Er ist Patrizier, römischer Politiker und Militär der frühen Römischen Republik; Zeitpunkt und Ort seiner Geburt sowie seines Todes sind unbekannt. 425 wird Lucius Horatius Barbatus möglicherweise zum Konsulartribunen gewählt. Diodor von Sizilien nennt seinen Namen jedoch nicht. Dies führt zu der Annahme, dass es in diesem Jahr nicht vier, sondern nur drei Konsulartribunen gibt und dass der Name des Horatius möglicherweise nicht authentisch ist. - Um 425: Der erste Versuch einer römischen Stadtgründung auf Korsika scheitert.
- Konsulartribun Aulus Sempronius Atratinus (1. Amtszeit)
Aulus Sempronius Atratinus gehört den Sempronii Atratini an, einer patrizischen Familie innerhalb der gens Sempronia, ist der Sohn des Lucius Sempronius Atratinus und der Enkel des Aulus Sempronius Atratinus, sein voller Name lautet Aulus Sempronius L. f. A. n. Atratinus, sein Vater war als Konsul tätig, seine Mutter ist unbekannt, er ist Vater eines weiteren Aulus Sempronius Atratinus und mit Gaius Sempronius Atratinus verwandt, der als Cousin bezeichnet wird. Im Jahr 425 ist Aulus Sempronius Atratinus tribunus militum mit konsularischer Gewalt; in seiner Amtszeit wird für Veji eine zwanzigjährige Waffenruhe vereinbart, während die Äquer eine dreijährige Waffenruhe erhalten. - Konsulartribun Lucius Quinctius Cincinnatus (2. Amtszeit)
Lucius Quinctius Cincinnatus wird zum zweiten Mal als Konsulartribun berufen. - Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (2. Amtszeit)
In den Jahren 432, 425 und 420 ist Lucius Furius Medullinus Konsulartribun. Der Konsulartribun der Jahre 432 ist zu trennen von einem gleichnamigen Konsulartribun der Jahre 407, 398, 397, 395, 394 und 391, dem möglicherweise auch das Tribunat des Jahres 405 zuzuweisen ist. - Fortsetzung 424
- 427: Konsul Agrippa Menenius Lanatus Im Jahr 427 v. Chr. bekleidet Gaius Servilius Axilla das Amt des Konsuls.
- 427: Konsul Lucius Papirius Mugillanus Lucius Papirius Mugillanus wird zusammen mit Gaius Servilius Structus Ahala zum Konsul gewählt. In diesem Jahr kommt es nicht zu einem Zusammenstoß mit Veji, das beschuldigt wird, im Vorjahr im römischen Gebiet Raubzüge unternommen zu haben. Nachdem der Versuch einer friedlichen Beilegung des Streits mit den Etruskern scheitert, erreichen die Plebejer, dass die Frage des Krieges in den Zenturiatkomitien zur Abstimmung gestellt wird und dass dessen Führung den Konsulartribunen des folgenden Jahres übertragen wird.
- Fortsetzung 425
- 428: Konsul Lucius Quinctius Cincinnatus? Der antike Geschichtsschreiber Diodor nennt Lucius Quinctius Cincinnatus und Aulus Sempronius Atratinus als Konsulnpaar zwischen den Amtsträgern der Jahre 428 und 427 v. Chr.; dabei handelt es sich vermutlich um eine Interpolation, zumal Titus Livius kein Konsulat der beiden nennt. In einzelnen antiken Quellen wird Lucius Quinctius Cincinnatus zudem möglicherweise ein Konsulat für 428 v. Chr. zugeschrieben.
- 429: Konsul Lucius Sergius Fidenas (2. Amtszeit) Lucius Sergius Fidenas wird im Jahr 429 v. Chr. erneut zum Konsul gewählt.
- 432: Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit) Der Feldherr Lucius Furius Medullinus ist Angehöriger der römischen Patrizierfamilie der Furier, die vermutlich aus Tusculum stammt, was aber nicht endgültig gesichert ist, obwohl in Tusculum ein Grab mit 7 Angehörigen der Furii gefunden worden ist. Er gehört dem im 5. und 4. Jahrhundert vor Chr. führenden Zweig der Medullini seiner Familie an, die ihr Cognomen von dem Ort Medullia herleiten. Lucius Furius Medullinus ist der Sohn eines weiteren Lucius. Der Name Lucius kommt bei den Furii Medullini häufig vor, so dass sein Vater nicht benannt werden kann. Sollte er identisch mit dem für das Jahr 405 überlieferten Konsulartribun sein, ist sein Großvater ein Spurius. Hierfür kommen zwei zeitlich passende Furii in Betracht: einmal Spurius Furius Medullinus Fusus und zum anderen Spurius Furius Medullinus Fusus. Über den Beginn seiner senatorischen Laufbahn und die Bekleidung der niederen Ämter ist nichts überliefert. In den Jahren 432, 425 und 420 v. Chr. ist er Konsulartribun.
- 433: Konsulartribun Lucius Sergius Fidenas (1. Amtszeit) Lucius Sergius Fidenas ist im Jahr 433 v. Chr. Militärtribun mit konsularischer Gewalt.
- 435: Diktator Gaius Servilius Axilla Im Jahr 435 v. Chr. ist Quinctus Servilius Priscus Fidenas zum Diktator ernannt, um den Feldzug gegen Veji und Fidene zu führen.
- 437: Konsul Lucius Sergius Fidenas (2. Amtszeit) Lucius Sergius Fidenas ist ein römischer Politiker des 5. Jahrhunderts v. Chr. und wird im Jahr 437 v. Chr. zum Konsul gewählt. Er gehört zu den Sergii Fidenates, einem Zweig der gens Sergia. Bei der Schlacht von Fidenae wird Lucius Sergius Fidenas zuerst nach Fidenae entsandt; er fängt die vereinigten Kräfte von Fidenae und Veji am südlichen Ufer des Flusses Anio ab. Die folgende Schlacht ist blutig und unentschieden, führt aber schließlich zu einem römischen Sieg. Mamercinus kehrt daraufhin in Rom im Triumph zurück, wobei Cossus ebenfalls geehrt wird, weil er den etruskischen König getötet hat. Die Beute wird im Tempel des Jupiter Feretrius nahe bei denjenigen des Romulus niedergelegt.
- 437: Magister equitum Lucius Quinctius CincinnatusIm selben Jahr werden die Konsulwahlen für 437 v. Chr. organisiert. Einer der gewählten Konsuln, Lucius Sergius, bleibt dann am Fluss Aniene siegreich über die Vejer und erhält den Beinamen Fidenas. Nach dem Sieg am Aniene hat der Krieg auf beiden Seiten hohe Verluste gefordert, und die Konsulararmee geht stark geschwächt daraus hervor. Der Senat setzt daher 437 v. Chr. Mamercinus als Diktator ein. Nach dem Wiederauffüllen der Ränge erwählt Mamercinus Lucius Quinctius Cincinnatus als Magister equitum sowie den beinahe siebzigjährigen Quinctius Capitolinus Barbatus und Marcus Fabius Vibulanus als Heerführer. Es gelingt dem Diktator, die Feinde Roms erneut über den Aniene zurückzudrängen. Die Etrusker errichten daraufhin ihr Heerlager in der Nähe von Fidenae, nachdem sie von einem Heer der Falisker zusätzliche Verstärkung erhalten haben. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit erringen die Legionäre des römischen Heeres einen überwältigenden Sieg gegen Fidenae und seine Verbündeten, der mit einem Triumph in Rom gefeiert wird. Einer fälschlich Aurelius Victor zugeschriebenen Schrift zufolge soll Quinctius 437 v. Chr. als Diktator amtiert haben, was jedoch sonst in keiner Quelle belegt ist. Lucius soll 437 noch ein „junger Mann“ gewesen sein.
- 438: Konsulartribun Lucius Quinctius Cincinnatus (1. Amtszeit) Lucius Quinctius Cincinnatus wird trotz der Unbeliebtheit seines standesbewussten Vaters bei den Plebejern zusammen mit Mamercus Aemilius Mamercinus und Lucius Iulius Iullus erstmals zum Militärtribun mit konsularischer Gewalt gewählt. Während seiner Amtszeit rebelliert die Kolonie Fidenae gegen Rom, verjagt die römische Garnison und verbündet sich mit Lars Tolumnius, dem Etruskerkönig von Veji. Die von Rom geschickten vier Botschafter werden auf dessen Befehl getötet, und dieser Vorfall ist der Auslöser für den Zweiten Krieg Roms gegen Veji.
- 439: Konsul Agrippa Menenius Lanatus Agrippa Menenius Lanatus wird in Rom zum Konsul gewählt, zusammen mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus, für dessen sechstes Konsulat. Lucius Minucius, auch für dieses Jahr zum Präfekten der Annona gewählt, beschuldigt Spurius Maelius, eine Verschwörung zur Wiederherstellung der Monarchie zu planen. Titus Quinctius, vom Senat beschuldigt, sich nicht ausreichend gegen die Verschwörung eingesetzt zu haben, schlägt vor, Cincinnatus die Diktatur zu übertragen, damit dieser mit den vollen Befugnissen seines Amtes handeln kann. Nachdem die Verschwörung durch die Tötung des Spurius Maelius durch Gaius Servilius Struttus Ahala, unterstützt vom Diktator, vereitelt worden ist, müssen die Senatoren jedoch dem Druck der Volkstribunen nachgeben, dass die Regierung Roms für das folgende Jahr von Tribunen mit konsularischer Gewalt geführt wird.
- 493: Foedus Cassianum Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. rücken die Äquer und Volsker aus den Bergregionen in die latinische Ebene vor und bedrohen die Städte Latiums. Die latinischen Gemeinden sehen sich einer andauernden militärischen Gefahr ausgesetzt und suchen nach Wegen, ihre Verteidigung zu koordinieren. In dieser Situation beginnt sich ein lockerer Städtebund der Latiner herauszubilden, in dem Rom allmählich an Gewicht gewinnt. Bereits jetzt erscheint Rom innerhalb dieses Bündnisses als militärischer Hauptfaktor, auch wenn die Gleichrangigkeit der Partner formell betont wird. Gleichzeitig entwickelt sich in dieser Epoche die römische Republik nach dem Sturz der Könige zu einem Gemeinwesen, das seine Position in Latium sichern und ausbauen will. Die römische Führung schätzt ein, dass sie die latinischen Nachbarn nicht dauerhaft beherrschen kann, ohne ihre militärischen Ressourcen in ein einheitliches System einzubinden. Das wiederkehrende Aufeinandertreffen mit den latinischen Städten, mal als Rivalen, mal als Verbündete, macht vertragliche Regelungen immer dringlicher. 499–493 v. Chr. (traditioneller Kontext des Vertrages): Um 499 v. Chr. eskaliert ein Konflikt zwischen Rom und den latinischen Gemeinden, der in der berühmten Schlacht am Regillus-See gipfelt. Die römische Seite setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um ihre Vorrangstellung in Latium zu behaupten; die Latiner kämpfen wiederum dafür, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Die Schlacht endet nach traditioneller Überlieferung mit einem römischen Sieg, aber dieser Triumph erweist sich politisch als weniger eindeutig, als es der römische Stolz gerne darstellt. Nach dem Kampf steht fest, dass weder Rom noch der latinische Bund eine endgültige militärische Entscheidung erzwingen können, die alle Gegensätze ein für alle Mal beseitigt. In den Jahren nach der Regillus-Schlacht erkennen beide Seiten, dass eine institutionalisierte Zusammenarbeit langfristig vorteilhafter ist als ein fortgesetzter Abnutzungskrieg. Die römische Führung und die maßgeblichen Kräfte im latinischen Bund beginnen, über einen Vertrag zu verhandeln, der Rechte und Pflichten klar festlegt. Das Ziel besteht darin, die Kräfte gegen äußere Feinde – vor allem Äquer, Volsker, Etrusker und Herniker – zu bündeln und zugleich die gegenseitigen Beziehungen rechtlich zu ordnen. In dieser Atmosphäre reifen die Bedingungen für den später sogenannten Foedus Cassianum heran. 493 v. Chr. (traditionelles Abschlussdatum des Foedus Cassianum): Im Jahr 493 v. Chr. übernimmt der Magistrat Spurius Cassius Vecillinus in Rom eine führende Rolle und tritt als Initiator eines umfassenden Bündnisvertrags mit den Latinern auf. Er nutzt sein Amt, um den Interessen Roms und zugleich den Sicherheitsbedürfnissen der latinischen Städte Rechnung zu tragen. Rom und ungefähr dreißig latinische Städte schließen nach antiker Auffassung nun den Foedus Cassianum als formelles Bündnis zweier unabhängiger Kräfte. Der Vertrag trägt den Namen des römischen Verhandlungsführers Cassius und erhält durch seine Autorität und seine Vermittlung politisches Gewicht. Der Vertrag legt fest, dass Römer und Latiner in Zukunft eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft bilden. Beide Seiten verpflichten sich, ihre Truppen gegenseitig zu unterstützen und gegen äußere Feinde koordinierte Feldzüge zu führen. Der Text sieht vor, dass die Kriegsbeute aus gemeinsamen Unternehmungen gleichmäßig zwischen den Partnern verteilt wird. Damit sichert der Vertrag den Latinern einen materiellen Anteil an den Erfolgen Roms, während Rom seinerseits von den zusätzlichen Kontingenten und Stützpunkten profitiert. Ein weiterer zentraler Punkt des Vertrages betrifft private Rechtsstreitigkeiten im Handel zwischen Bürgern Roms und der latinischen Städte. Die Vereinbarung schreibt vor, dass solche Fälle am Ort des Vertragsabschlusses innerhalb von zehn Tagen zu entscheiden sind, eine Regelung, die als lex contractus bekannt ist. Sie schafft einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den wirtschaftlichen Verkehr und verhindert willkürliche Entscheidungen zu Lasten der jeweils fremden Bürger. Außerdem bestimmt der Vertrag, dass Änderungen oder Ergänzungen nur mit Zustimmung beider Seiten vorgenommen werden dürfen. Auf diese Weise fixiert das Bündnis eine formale Gleichberechtigung der Vertragspartner, auch wenn Rom faktisch bereits eine führende Position einnimmt. In römischer Überlieferung wird eine bronzene Abschrift des Vertrages im Forum aufgestellt, wo sie bis in die Zeit Ciceros sichtbar bleibt. Die Präsenz dieser Tafel stärkt das Bewusstsein der Römer für die eigene Bündnispolitik und dient zugleich als öffentliches Symbol der vertraglichen Bindung an die latinischen Nachbarn. Antike Autoren wie Dionysios von Halikarnassos bieten später eine Version des Vertragstextes und sichern damit einige der wichtigsten Klauseln für die Nachwelt. 5. Jahrhundert v. Chr. nach 493 (Wirkung des Bündnisses): In den Jahrzehnten nach 493 v. Chr. setzt sich das gemeinsame Verteidigungsbündnis faktisch in der Kriegführung gegen verschiedene italische Gegner um. Römer und Latiner bündeln ihre Truppen, koordinieren ihre Feldzüge und treten den Etruskern sowie den Hernikern mit vereinter militärischer Kraft entgegen. Die Erfolge dieser Kooperation festigen Rom in seiner Rolle als führende Macht, zumal immer mehr Operationen über die engeren Grenzen der alten latinischen Ebene hinausreichen. Innerhalb des Bündnisses wird Rom zunehmend als Zentrum der Entscheidung und als Hauptorganisator wahrgenommen. Gleichzeitig stabilisiert der Vertrag die Binnenordnung Latiums. Die latinischen Städte arrangieren sich mit der römischen Dominanz, solange sie am militärischen Schutz und an der Beute partizipieren. Die festgelegte Gleichverteilung der Kriegsbeute reduziert Konflikte um materielle Vorteile und gibt der Kooperation eine verlässliche Grundlage. Zugleich wirken die geregelten privaten Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern Roms und der latinischen Städte integrierend, weil sie Handel, Migration und Kontakte rechtlich absichern.
- 578: Servianische Mauer 578–534 (Regierungszeit des Servius Tullius) Rom wächst über den ältesten Siedlungskern, die Roma quadrata, hinaus. König Servius Tullius lässt die Servianische Mauer errichten, um die Stadt zu sichern. Ihm wird außerdem die Einrichtung des Pomerium zugeschrieben – einer Grenzlinie, die die Stadt Rom vom umliegenden Land trennt. Diese Linie entspricht nicht dem Verlauf der Servianischen Mauer, sodass sie offenbar unabhängig von ihr besteht. Der Nachfolger des Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus, verstärkt die Servianische Mauer. Besonders im Bereich des Agger Tarquinii erhöht er die Befestigung.
SAMNITEN
- Um 425: Die Samniten erobern das unter der Herrschaft der Osker stehende Pompeji.
GRIECHEN
(3./4. Jahr der 88. Olympiade)
Tarent
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 388
Syrakus
- Über einen Ausbruch des Ätna wird berichtet.
- Fortsetzung 424
- 466: Tyrann Thrasybulos (467–466)
Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen Thrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt. - Fortsetzung 425
- 467: Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert.
- 467: Tyrann Hieron I. (478–467) In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt.
- 472 Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt.
- 474 Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt.
- 476 Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert.
- 478 Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. Tyrann Gelon (485–478)
Molosser / Epirus
- 430: Tharyps gehört zum molossischen Königshaus in Epirus und ist Begründer des Geschlechts der Aiakiden. Die Molosser leben in der Landschaft Epirus, sie sind dort beheimatet und bilden einen der großen Stammesverbände dieser Region. Tharyps wird um 430 im Kindesalter nominell König der Molosser. In dieser Zeit siedeln die Epiroten in kleinen, offenen Dörfern, Städte gibt es in Epirus außer einigen wenigen griechischen Kolonien nicht. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt muss Tharyps vor einer oligarchischen Verschwörung aus Epirus fliehen. Die Verschwörer paktieren mit Sparta und führen die Molosser auf spartanischer Seite in den Peloponnesischen Krieg. Der junge Tharyps findet in Athen Aufnahme, erhält dort seine Bildung und wird mit der klassischen griechischen Kultur vertraut. Die Athener verleihen Tharyps das Bürgerrecht, und die Stadt seiner Jugend bleibt ihm später weiterhin verbunden, als er wieder über die Molosser herrscht. Nachdem Tharyps zur tatsächlichen Herrschaft über die Molosser gelangt ist, führt er in seinem Königreich einiges von dem ein, was er im Exil kennengelernt hat. Er betätigt sich als Städtegründer, indem er unbefestigte Dörfer zu größeren, ummauerten Niederlassungen zusammenlegt (Synoikismos). Er führt die Schriftlichkeit in der Verwaltung ein und prägt eigene Münzen. Außerdem wird Tharyps die Ausarbeitung einer formalen Verfassung für sein Land zugeschrieben. Zu Zeiten Tharyps besetzen die Molosser die Orakelstätte Dodona. Dieses wichtige Heiligtum in Epirus gehört zuvor zum Gebiet der Thesproter. Mit der Übernahme der Orakelstätte beginnt der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus, und diese Entwicklung geht mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbünden sich mit Athen, und Tharyps bleibt dabei als König mit der Stadt verbunden, in der er seine Jugend verbracht hat.
- Fortsetzung 385
- 430: König Admetos (469-430) Admet stirbt ungefähr um 430 vor Christus
- 469: Admet ist König des alten Epirus und herrscht über die Molosser. Er gilt als Begründer des Geschlechts der Pyrrhiden. Er ist Sohn von Alkandros, Enkel von Munichos und Urenkel von Driantos. - Admet wendet sich eines Jahres mit einer Bitte an die Athener. Er erhält von Themistokles, der damals im Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht steht, eine verächtliche Abweisung. Seit diesem Zeitpunkt ist Admet stark verbittert. Es ist klar, dass er sich an Themistokles rächen wird, falls dieser jemals in seine Gewalt gerät. Ein späteres Jahr im 5. Jahrhundert v. Chr. (Flucht des Themistokles) Themistokles wird aus Hellas verbannt. Er wird von allen verfolgt und gejagt. In dieser Lage erscheint Themistokles mit einer flehentlichen Bitte bei Admet. Admet nimmt Themistokles unerwartet unter seinen Schutz. Er hilft ihm, nach Makedonien überzusetzen.
Makedonien
- 429: Perdikkas II.: Im Jahr 429 v. Chr. berichtet Thukydides, dass Sitalkes mit einem grossen Heer und Amyntas im Gefolge in Makedonien einfällt, offenbar verärgert über ein von Perdikkas II im Jahr 431 gegebenes, aber nicht erfülltes Versprechen. Sitalkes greift „Untermakedonien von oben“ an, marschiert über den Berg Kerkine (heute Berg Ograzden) und dringt über Valandovo in das ehemalige Gebiet des Philippos ein, angeblich mit einem Heer von 150'000 Mann. Eine Reihe von Städten der Region, mit Ausnahme von Europus, läuft zu den Thrakern über, und die Makedonen ziehen sich in ihre befestigten Plätze zurück. Die makedonische Seite ist auf den Angriff offenbar nicht vorbereitet, möglicherweise weil Perdikkas II zuvor 1000 Makedonen zur Unterstützung des spartanischen Feldherrn Knemos bei dessen Einfall in das pro-athenische Akarnanien entsandt hat. Der makedonische Widerstand bleibt begrenzt, und Sitalkes verwüstet Mygdonien, Krestonien und Anthemos, abgesehen von einem wirkungslosen Kavallerieangriff der orestischen Verbündeten des Perdikkas II. Der Einfall stockt aus mehreren Gründen: Die Vorräte gehen im Winter zur Neige, und eine zugesagte athenische Flotte bleibt aus. Obwohl Athen und Sitalkes formell Verbündete sind, ist Athen offenbar besorgt über die Möglichkeit eines thrakischen Klientelherrschers auf dem makedonischen Thron angesichts des schnellen Vormarsches des ehrgeizigen Sitalkes. Zudem überredet Seuthes, ein einflussreicher Neffe und Offizier des Sitalkes, den König zur Rückkehr, nachdem Perdikkas II ihm heimlich eine grosse Mitgift und die Heirat seiner Schwester Stratonike versprochen hat. Thukydides berichtet, dass Sitalkes nach insgesamt dreissig Tagen Aufenthalt, von denen acht in Chalkidike verbracht werden, abzieht. Um 429/428 v. Chr. beendet Perdikkas II erfolgreich einen thrakischen Einfall in Makedonien, indem er seine Schwester Stratonike mit Seuthes, dem Neffen des thrakischen Königs Sitalkes, verheiratet. Diese Heiratsverbindung steht im Zusammenhang mit der im Rahmen des Rückzugs des Sitalkes vereinbarten Mitgift und Heirat.
- 429: Amyntas II., auch Amyntas der Kleine, ist der Sohn Philipps und der Enkel Alexanders I. und König von Makedonien. Nach der Ermordung von Alketas II. und dessen Sohn Alexander verjagt Perdikkas II. seinen älteren Bruder und den legitimen Thronfolger Philipp aus Makedonien. Philipp, Amyntas’ Vater, flieht zu Sitalkes, dem König von Thrakien. In der Folgezeit beteiligt sich Philipp an verschiedenen Expeditionen gegen Perdikkas II. Im Jahre 429 v. Chr. versammelt Sitalkes ein 150.000 Mann starkes Heer und zieht gegen Perdikkas, um Amyntas auf den makedonischen Thron zu bringen. Es bleibt jedoch bei der Eroberung des nordöstlichen Teils Makedoniens, den Amyntas von nun an regiert.
- Fortsetzung 424
- 431: Perdikkas II.: Im Herbst 431 v. Chr. geht Athen nach diplomatischen Bemühungen des griechischen Schwagers Nymphodoros von Abdera ein Bündnis mit dem odrysischen König Sitalkes ein. Nymphodoros vermittelt eine Vereinbarung zwischen Athen und Perdikkas II, durch die Makedonien Therme zurückerhält, während Perdikkas II zusagt, gemeinsam mit den Athenern gegen die aufständischen Chalkidier zu marschieren. In diesem Zusammenhang gibt Athen Philippos endgültig auf, der mit seinem Sohn Amyntas nach Thrakien flieht.
- 433: Perdikkas II.: Im Jahr 433 v. Chr. bildet Philippos ein Bündnis mit König Derdas I. von Elimiotis in Obermakedonien und mit Athen, in dem sie einander Verteidigung zusichern und sich verpflichten, die Feinde des Philippos nicht zu unterstützen. Perdikkas II reagiert darauf, indem er in einer Reihe von athenischen Tributstädten, darunter Potidaia, einen Aufstand entfacht. Athen entsendet 1000 Hopliten und 30 Schiffe nach Makedonien und nimmt Therme ein. Anschliessend belagern die Athener Pydna und erhalten dabei Verstärkung von weiteren 2000 Hopliten und 40 Schiffen. Während der Belagerung von Pydna erfahren die Athener, dass Korinth 1600 Hopliten und 400 Leichtbewaffnete zur Unterstützung von Potidaia geschickt hat. Um dieser neuen Bedrohung zu begegnen, schliesst Athen ein Bündnis mit Perdikkas II und marschiert nach Potidaia. Perdikkas II bricht das Bündnis sofort und marschiert ebenfalls nach Potidaia, wobei die Athener schliesslich den Sieg erringen. Die Schlacht um Potidaia führt zusammen mit der Schlacht von Sybota direkt zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges.
- 448: König Alketas II. (454–448)
- 454: Perdikkas II.: Im Jahr 454 v. Chr. stirbt Alexander I unerwartet und löst in Makedonien eine dynastische Krise aus. Perdikkas II besteigt als ältester Sohn den Thron, während mindestens zwei seiner vier Brüder, Philippos und Alketas, eigene lokale Herrschaftsbereiche (arkhai) erhalten. Nach dem Tod Alexanders I. in 454 v. Chr. und dem Regierungsantritt von Perdikkas II erhalten Philippos und Alketas jeweils eigene Herrschaftsbereiche, wobei Perdikkas II das Gebiet des Alketas zu einem unbekannten Zeitpunkt annektiert. Philippos behält die Kontrolle über das strategisch wichtige Axiostal um Amphaxitis, das sich für Perdikkas II als schwieriger zu überwinden erweist. - Während seiner Regierungszeit heiratet Perdikkas II mindestens zwei Frauen, Simache und Kleopatra. Simache ist die Mutter von Archelaos und Aeropos II und wird bei Platon in „Gorgias“ durch dessen Gesprächspartner beschuldigt, eine Sklavin des Alketas gewesen zu sein, wobei der Text festhält, dass es zweifelhaft ist, ob Archelaos als legitim angesehen würde, wenn seine Mutter eine Sklavin wäre, und Simache daher höchstwahrscheinlich einem makedonischen Elitekreis (wenn auch nicht königlich) entstammt. Kleopatra, möglicherweise aus Lynkestis oder sogar aus dem Argeadenhaus, bringt Perdikkas II einen derzeit ungenannten Sohn zur Welt. Gemäss Platon ertränkt Archelaos diesen Sohn im Alter von sieben Jahren in einem Brunnen, da er als legitimer Erbe gilt. Der Text führt aus, dass es starke Hinweise darauf gibt, dass Kleopatra nach dem Tod des Perdikkas II ihren Stiefsohn Archelaos heiratet, was von Historikern wie Nicholas Hammond bestritten wird. König Alexander I. (498/497–454)
Chalkidischer Bund (seit 432)
- 432: Der chalkidikische Bund gründet sich. In den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. expandiert er bis in das Kernland des Königreiches Makedonien hinein. Die zunehmende Macht des Bundes und insbesondere die Stärke seiner Hauptstadt Olynth führen dazu, dass die makedonische Hauptstadt Pella in die Hände der Streitmacht des chalkidikischen Bundes fällt.
- Fortsetzung 393
Pherai
- Beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 406
Theben
- Beim nächsten Eintrag Fortsetzung 379
Athen
- Peloponnesischer_Krieg (431-404)
Mai: Sparta fällt erneut für 15 Tage in Attika ein, die Truppen werden aber aufgrund der Belagerung von Pylos durch Athen wieder zurückgerufen.
Schlacht von Pylos
Mai bis Juni: Nachdem die Athener ihre Flotte unter Eurymedon, Sophokles und Pythodoros entsandt haben, ist deren ursprüngliches Ziel Messina. Man entschließt sich jedoch, zum Golf von Ambrakia zu fahren, wo dem athenischen Feldherrn Demosthenes zuvor in der Schlacht von Olpai ein Sieg gelingt. Demosthenes fährt ohne Befehlsgewalt bei der Flotte mit und rät, an der Westküste Messeniens zu landen, um dort auf der Peloponnes die unruhigen Sklaven gegen ihre spartanischen Herren aufwiegeln zu können. Die Feldherren sind zunächst skeptisch. Widrige Winde erzwingen jedoch eine Pause, worauf die Flotte bei Pylos landet. Dort bieten ein natürlicher Hafen und ein steiler Felsen Schutz. Demosthenes erkennt die günstige Lage und nutzt die Zwangspause, um die mitfahrenden Soldaten für die Befestigung des leicht zu verteidigenden Burgfelsens zu gewinnen. Obwohl in der Wildnis fast alle Hilfsmittel fehlen, werden die wichtigsten Arbeiten in sechs Tagen abgeschlossen. Die Flottenführer akzeptieren anschließend die Bitte des Demosthenes und lassen ihn mit einer Anzahl Hopliten und Schützen sowie drei Schiffen zurück. Die Flotte fährt weiter nach Naupaktos, Kerkyra und Zakynthos. Als die Spartaner von der Landung der Athener bei Pylos erfahren, ziehen sie ihre Truppen aus Attika ab und lassen sie nach Messenien marschieren. Zugleich entsenden sie eine Flotte von sechzig Schiffen, um die Athener gleichzeitig von See und vom Land aus anzugreifen. Demosthenes erhält inzwischen Unterstützung durch zwei messenische Raubschiffe mit etwa 40 gut bewaffneten und kriegserfahrenen Männern. Die Bewaffnung seiner eigenen Truppen lässt jedoch sehr zu wünschen übrig; teilweise müssen Schilde aus Weiden geflochten werden. Als er vom Anmarsch der Spartaner erfährt, entsendet er deshalb zwei seiner Schiffe, um die athenische Flotte nach Pylos zurückzurufen. Nach ihrer Ankunft berennen die Spartaner sofort die Befestigungen. Der spartanischen Übermacht kann Demosthenes außer seinen Schützen nur wenige Schwerbewaffnete entgegensetzen. Da es aber nur zwei schmale und steile Zugänge gibt, gelingt es dennoch, die Spartaner abzuschlagen. Die Lage ändert sich auch nicht, als die spartanische Flotte unter Thrasymedidas mit 43 Schiffen eintrifft und einen gleichzeitigen Sturm von See versucht. Die meisten spartanischen Schiffsführer scheuen die gefährliche Brandung, die nur an einer Stelle eine Landung zulässt. Brasidas versucht als Einziger ernsthaft zu landen, wird am Strand von Pylos verwundet und verliert seinen Bronzeschild. Dieser wird später im Zeughaus von Athen ausgestellt. Epitadas besetzt währenddessen mit 440 Mann die dem Burgfelsen gegenüberliegende Insel Sphakteria. Diese beherrscht die Bucht von Pylos und trennt sie zum Meer hin ab. Nachdem die Boten des Demosthenes die durch einige Wachtschiffe aus Naupaktos verstärkte Flotte in Zakynthos angetroffen haben, erscheinen Eurymedon und Sophokles drei Tage später mit fast 50 Schiffen vor Pylos. Die Spartaner ankern mit ihren Schiffen im Hafen von Pylos, der Bucht von Navarino. Die Athener finden keinen geeigneten Ankerplatz, weil die Spartaner die Insel Sphakteria besetzt haben. Sie fahren deshalb während der Nacht zur unbewohnten Insel Prote zurück. Am nächsten Morgen kehren sie gefechtsbereit zurück. Die spartanischen Schiffe liegen untätig am Ufer der Bucht, und Thrasymedidas versäumt es, die Einfahrten zu sperren. Die Athener fahren durch beide Mündungen in den Hafen hinein und treffen dort auf die unvorbereiteten Spartaner. Deren Schiffe sind zwar bereits zu Wasser gelassen, aber noch nicht vollständig bemannt. In der Verwirrung erbeuten die Athener sofort fünf Schiffe und beschädigen viele weitere. Die Spartaner kämpfen vom Ufer standhafter und versuchen, ihre Boote wieder an Land zu ziehen. Dies gelingt ihnen mit Ausnahme der gleich zu Beginn eroberten Schiffe. Der Seesieg ist eindeutig, weil die Reste der spartanischen Flotte nicht mehr einsatzfähig sind. Die Athener umfahren sofort die Insel Sphakteria und richten einen Wachtdienst ein, um die dort abgeschnittenen spartanischen Hopliten des Epitadas zu blockieren. Die Spartaner schicken daraufhin Unterhändler zu den Athenern, um einen Waffenstillstand auszuhandeln. Die Athener stimmen zu und verlangen als Bedingung die Auslieferung der feindlichen Flotte. Die Spartaner akzeptieren dies und schicken ihre Gesandten zu Verhandlungen nach Athen. Dort wird jedoch keine Einigung erzielt. Nach dem Auslaufen des Waffenstillstands finden die Athener einen Vorwand, die vereinbarte Rückgabe der Schiffe in Pylos zu verweigern. Die Flotte Spartas geht dadurch vollständig verloren. Die Blockade von Sphakteria dauert 72 Tage. Wegen des nahenden Winters gehen die Athener anschließend an die Eroberung der Insel, die ihnen in der Schlacht von Sphakteria gelingt. Der Felsen von Pylos bleibt auch nach dem Nikiasfrieden in athenischem Besitz.
Schlacht von Sphakteria
August: Im Sommer kämpfen etwa 8000 Athener gegen 420 Spartaner in der Schlacht von Sphakteria. Sphakteria ist eine Insel vor Pylos, einem Naturhafen an der Südwestküste der Peloponnes in Messenien. Pylos liegt an einer Bucht mit einem Durchmesser von etwa fünf Kilometern. Die etwa 4,5 Kilometer lange und schmale Insel Sphakteria liegt auf der imaginären Sehne des Halbkreises, den die Bucht bildet. Sie schirmt die Bucht mit Ausnahme von zwei schmalen Zufahrten vom Meer ab. Der eigentliche Hafen liegt am nördlichen Scheitelpunkt der Bucht und ist wegen des felsigen Ufers vom offenen Meer aus nicht zugänglich. Der Peloponnesische Krieg dauert zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Jahre. Ein Sturm zwingt eine athenische Flotte von 40 Schiffen in den Hafen von Pylos, der im Feindesland liegt. Die Flotte fährt schliesslich weiter, lässt jedoch fünf Schiffe zurück. Deren Besatzung soll den Hafen zur Landseite hin befestigen; Demosthenes kommandiert sie. Sparta schickt sofort Heer und Flotte, doch während zwei Tagen scheitern alle Versuche, den Hafen einzunehmen. Um die Landung einer athenischen Flotte zu behindern, besetzen die Spartaner Sphakteria, versäumen jedoch, die beiden Zufahrten zur Bucht zu blockieren. Die athenische Flotte mit 40 Schiffen trifft ein, und in der Bucht kommt es zu einer Seeschlacht. Athen siegt und besitzt nun die Seehoheit. Sparta besitzt dagegen die Landhoheit in der Bucht, ausgenommen den Hafen. Die Spartaner auf der Insel sind isoliert; es handelt sich um 420 Hopliten und deren Heloten unter dem Kommando des Epitadas. Es wird ein Waffenstillstand ausgehandelt. Die Spartaner dürfen ihre Leute auf der Insel verpflegen, müssen den Athenern jedoch ihre verbliebenen 60 Schiffe übergeben. Eine spartanische Gesandtschaft begibt sich nach Athen und bietet einen Friedensschluss an. Die Forderungen der Athener sind jedoch so hoch, dass die Spartaner sie nicht annehmen können; der Waffenstillstand wird damit hinfällig. Die Athener wollen Sphakteria aushungern, doch Taucher bringen mit Schläuchen Honigmohn und gestampfte Leinsamen auf die Insel. In Athen schickt man Kleon, der geprahlt hat, die Spartaner innerhalb von 20 Tagen besiegen zu können, mit einer weiteren Flotte nach Pylos. Inzwischen vernichtet ein Brand auf der Insel die Bewaldung und beraubt die Spartaner eines Vorteils. Nach Kleons Eintreffen lehnen die Spartaner auf der Insel die Kapitulation ab. Am folgenden Morgen beginnen die Athener die Erstürmung der Insel. 800 Hopliten landen an der Südspitze und überrennen einen spartanischen Vorposten. Die übrigen Spartaner formieren sich zur Phalanx und rücken vor. Die Athener landen 800 Bogenschützen, 800 Peltasten und 5000 bis 7000 Ruderer. Geschosse dezimieren die Spartaner; Epitadas stirbt, ohne dass es zu einem Nahkampf kommt. Den Spartanern droht die Umzingelung, worauf sie sich zur Nordspitze zurückziehen. Ein messenischer Offizier führt einige Peltasten über die Felsklippen am Nordufer in den Rücken der Spartaner, die dadurch im Kreuzfeuer liegen. Demosthenes und Kleon, die Gefangene machen wollen, fordern die Spartaner zur Kapitulation auf. Die Spartaner nehmen die Aufforderung an; seit der Seeschlacht sind 72 Tage vergangen. Die überlebenden Spartaner, 292 Hopliten, darunter 120 Spartiaten, bringt man nach Athen. Kleon macht damit sein Versprechen wahr. Thukydides beschreibt die Kapitulation der auf Sphakteria geschlagenen Spartaner als die grösste Überraschung des Krieges, weil man den Lakedaimoniern nicht zugetraut habe, sich durch Hunger oder eine andere Zwangslage zur Übergabe ihrer Waffen bewegen zu lassen. Die schwere Niederlage bei Pylos beeinflusst den weiteren Kriegsverlauf massgebend. Der Ruf des Kriegervolkes leidet, und die gefangenen Hopliten dienen Athen vier Jahre lang als Druckmittel, bis sie im Zuge des Nikiasfriedens wieder freigelassen werden. Die Schlacht markiert den ersten militärischen Erfolg Athens auf der Peloponnes. Die Besetzer von Pylos unternehmen Raubzüge durch das lakonische Land und können schweren Schaden anrichten. Militärhistorisch ist die Schlacht von Bedeutung, weil sie erstmals durch leichte Truppen und nicht durch Hopliten entschieden wird. Thukydides liefert einen detaillierten Bericht der Schlacht, ist jedoch die einzige überlieferte Quelle hierzu, wodurch es schwierig ist, den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen zu überprüfen. Er schreibt sich selbst zu, objektive und wahre Geschichtsschreibung zu betreiben. Loren J. Samons zweifelt jedoch seine Beschreibung der Kämpfe um Pylos und Sphakteria an. Samons argumentiert, dass aus Thukydides’ Werk falsche topographische Angaben überliefert seien und dass Sparta angesichts der realen Grössenverhältnisse der Bucht einen anderen Plan verfolgt haben müsse, weil die Blockierung der Bucht nach seinen Betrachtungen unmöglich erscheine. Samons schliesst mit der These, Thukydides könne eine lakedämonische Quelle gehabt haben, die möglicherweise versucht habe, die Lage um Sphakteria in ein besseres Licht zu rücken. Auch die Forschung Anton Powells unterstreicht diese These.
Nach seinem Sieg bei Sphakteria schwingt sich Kleon zur führenden Persönlichkeit in Athen auf (425–422).
Laut Thukydides metzeln die demoralisierten Spartaner nach der Niederlage von Sphakteria 2000 Heloten nieder – ein Anzeichen für die um sich greifende Angst unter der sich laufend reduzierenden Oberschicht Spartas.
Schlacht bei Solygeia
Anfang September: Athen hält sich in den ersten Jahren nach dem Tod des Perikles, geschwächt durch den Ausbruch der Pest, an eine wenig riskante Strategie der Nadelstiche. Diese besteht aus unerwarteten Landungen an der Küste der Peloponnes, raschen Plünderungen und einem zeitigen Rückzug, bevor die Verteidiger ihre Kräfte sammeln können. Nikias fährt mit 80 Schiffen in den Saronischen Golf und landet mit seinem Heer zwischen Kenchreai und Rheiton im Gebiet von Korinth. Er führt 2000 attische Hopliten sowie drei Hilfskontingente der Verbündeten aus Milet, Andros und Karystos. Da seine Flotte auch eine Anzahl Pferdetransportschiffe umfasst, befinden sich außerdem 200 Reiter bei seinem Heer. Die Korinther erfahren aus Argos von dem athenischen Vorhaben und rücken deshalb mit dem gesamten Aufgebot an den Isthmos nördlich von Kenchreai aus. Nach der Landung sind die beiden Heere zunächst durch den Berg Oneios und das Vorgebirge Chersones getrennt. In der Nacht umgehen die Korinther mit der Hälfte ihrer Mannschaft den Berg, entsenden eine Abteilung unter dem Feldherrn Battos zur Abwehr in den unbefestigten Ort Solygeia im Süden und stellen sich mit dem restlichen Heer unter dem Kommando ihres Feldherrn Lykophron zum Kampf. Die andere Hälfte des korinthischen Heeres bleibt zunächst in Kenchreai zurück, um den Isthmos und das nördlich gelegene Krommyon zu bewachen. Die Truppen Lykophrons werfen sich zuerst auf den rechten Flügel der Athener vor Chersones. Die Athener und Karystier empfangen den Stoß und drängen die Korinther mühsam gegen den Berg zurück. Als den Korinthern eine weitere Abteilung zu Hilfe kommt, weicht die athenische Linie bis zum Meer zurück. Bei den Schiffen angekommen, wenden sich die Athener und Karystier jedoch erneut dem Kampf zu. Auf dem rechten Flügel der Korinther kämpft Lykophron darum, den linken Flügel der Athener von einem Vorstoß nach Solygeia abzuhalten. Beide Seiten halten sich lange die Waage, doch da die Korinther keine Reiter haben, gibt schließlich die athenische Kavallerie den Ausschlag. Von der attischen Reiterei verfolgt, fliehen die Korinther auf einen nahen Hügel. Lykophron fällt dabei mit vielen anderen. Die Athener holen die Waffen der Erschlagenen, bergen ihre eigenen Toten und errichten ein Siegesmal. Die Zahl der getöteten Korinther beträgt 212, während die Athener knapp 50 Gefallene haben. Die anderen Korinther hinter dem Berg bemerken zunächst nichts von der Schlacht und eilen erst zu Hilfe, als sie eine Staubwolke sehen. Als die Athener die herankommenden Korinther sehen, befiehlt Nikias die Einschiffung und zieht sich auf die nahe gelegenen Inseln zurück. Dort bemerkt er, dass zwei Tote zurückgelassen worden sind, weil man sie nicht findet. Er bittet die Korinther daraufhin um die Herausgabe der Leichen, obwohl dies ihm nach militärpolitischem Brauch als Verzicht auf den Sieg ausgelegt werden muss. Von den Inseln fährt Nikias weiter nach Krommyon, wo seine Truppen das Land verwüsten, und in den folgenden Tagen tun sie bei Epidauros und Troizen das Gleiche. Die Schlacht bei Solygeia gilt als Beispiel für die vorsichtige Strategie des Nikias in einem Abnutzungskrieg, wie ihn Perikles geplant hat. Wichtige Entscheidungen werden unterdessen durch risikobereite Feldherren an anderen Schauplätzen herbeigeführt, insbesondere in der Schlacht von Pylos und der anschließenden Schlacht von Sphakteria sowie drei Jahre später in der Schlacht von Amphipolis. - September: Erlass des Thoudippos, der von den Konföderierten des Attischen Seebundes verdoppelte Tributszahlungen abverlangt.
- Die Acharner (Schauspiel von Aristophanes)
Die Acharner ist eine Komödie von Aristophanes und wird erstmals bei den Lenäen aufgeführt. Dikaiopolis, ein wohlhabender attischer Bauer, ist des bereits sechs Jahre währenden Peloponnesischen Krieges überdrüssig. Da die Volksversammlung von seinen Friedensplänen nichts wissen möchte, schließt er durch einen „Friedenswein“ dreißigjährigen Privatfrieden mit Sparta. Die Acharner, Bewohner eines Demos, die hauptsächlich vom Köhlerhandwerk leben, wollen Dikaiopolis wegen seines Verrats lynchen. Dikaiopolis leiht sich vom Tragödiendichter Euripides Requisiten und die Wortgewaltigkeit von dessen Helden und überzeugt die Acharner von seinem Vorhaben. Er genießt die Annehmlichkeiten seines Friedens, die sich in erfolgreichen Handelsgeschäften und Völlerei ausdrücken. Sein Widersacher Lamachos, ein überzeugter Militarist, kehrt dagegen schwer gebeutelt aus dem für den Rest Athens weiterbestehenden Krieg zurück. Er behauptet zu seiner Ehrenrettung, durch einen Feind verwundet worden zu sein, obwohl der Chor darlegt, dass er Opfer eines Unfalls wird. Die Acharner vereint Besonderheiten der griechischen Komödie und insbesondere der aristophanischen Komödie: einen ausgesprochen lockeren Aufbau, in dem die fiktionale Handlung immer wieder durchbrochen wird, derben Spaß, Seitenhiebe auf die athenische Politik und persönlichen Spott gegen Kleon und Euripides. Kleon zitiert den Dichter wahrscheinlich ein Jahr zuvor wegen dessen Babylonier aufgrund von Diffamierung der Polis vor den Rat. Euripides tritt hier zum ersten Mal innerhalb der erhaltenen Stücke als handelnde Figur auf. Der Philologe Jürgen Werner betrachtet das Stück deshalb als Parodie auf Euripides. Größere Bedeutung als Figur erlangt Euripides in den Komödien Die Frauen am Thesmophorenfest und Die Frösche. Neben Der Frieden und Lysistrate gilt Die Acharner als eine der Friedenskomödien des Aristophanes. In allen drei Stücken gibt der Autor der Forderung nach Frieden für das sich immer wieder gegen Sparta in Kriegshandlungen verstrickende Athen Ausdruck. Dies darf nicht mit Pazifismus im modernen Sinne identifiziert werden. In Die Acharner und beispielsweise auch in Die Ritter bekennt sich der Autor zu militärischen Werten und Tugenden; der Krieg an sich ist noch nicht Synonym des Bösen. Die Perserkriege werden öfter als Beispiel eines ehrenvollen Krieges genannt. Es geht um die spezifische Situation des Krieges gegen Sparta zur Zeit der Aufführung, den Aristophanes als unnötige Belastung für die besonders unter dem Krieg leidende Landbevölkerung und als waghalsiges Abenteuer der Mächtigen sieht. - Hekabe (Schauspiel von Euripides)
425/424: Das Schauspiel Hekabe von Euripides wird erstmals aufgeführt. Im Mittelpunkt steht das tragische Schicksal Hekabes, der Königin von Troja, nach dem Sieg der Griechen, als sie von der Opferung ihrer Tochter Polyxena und dem Mord an ihrem jüngsten Sohn Polydoros erfährt. Im Prolog erzählt Polydoros, der jüngste Sohn des Königs Priamos und dessen Frau Hekabe, als Verstorbener von seinem Schicksal. Er wird als Junge an den Hof des mit seinem Vater befreundeten thrakischen Königs Polymestor geschickt, um in Sicherheit zu sein, falls sein Vaterland besiegt werden sollte. Um sein Wohlergehen zu garantieren, gibt Priamos ihm Gold mit. Nach dem Fall Trojas lässt der thrakische König Polydoros töten und seinen Leichnam ins Meer werfen, um das Gold für sich zu beanspruchen. So bleibt der Prinz unbestattet und unbeweint. Polydoros drückt in seinem Monolog aus, dass er ein ähnlich tragisches Schicksal für seine Schwester Polyxena ahnt. Hekabe befindet sich im Lager der griechischen Armee an der Küste Thrakiens. Sie ist vom Schicksal geschlagen, da sie als Sklavin mit ihrer Tochter Polyxena nach Griechenland gebracht werden soll und einen Großteil ihrer Familie verloren hat. In Thrakien möchte sie ihren Sohn Polydoros sehen. Der Chor eröffnet ihr, dass beschlossen wird, Polyxena auf dem Grab des Kriegshelden Achilleus zu opfern. Obwohl Agamemnon und andere Griechen sich dagegen aussprechen, kann Odysseus sie von dem Opfer für Achilleus überzeugen. Die verzweifelte Hekabe berichtet ihrer Tochter Polyxena von dem Beschluss des Griechenrats. Die junge Prinzessin findet Trost in dem Gedanken, nun nicht versklavt zu werden, und will ihr Schicksal mit Stolz ertragen. Odysseus kommt und will Polyxena holen, damit sie geopfert wird. Er appelliert an Hekabe, diesen Schlag mit Würde zu tragen. Diese ist untröstlich und erinnert Odysseus daran, wie er einst in Troja durch ihr Mitleid gerettet wird. Sie versucht, mit ihm zu verhandeln, und meint, wenn überhaupt, solle die Schönste und die Verursacherin des Leids, Helena, an Achilleus’ Grab getötet werden. Odysseus widerspricht ihr; außerdem gilt seine Dankbarkeit nur ihr, nicht ihrer Tochter. Ferner argumentiert er, ein Heldengrab müsse geehrt werden, damit sich auch in Zukunft Männer für den Kampf zur Verfügung stellen. Polyxena findet sich mit ihrem Schicksal ab, weil sie den Tod einem Leben als Sklavin vorzieht, da sie als Prinzessin aufgezogen wird. Hekabe bietet sich nun selbst an, um ihre Tochter zu retten, aber ihr Angebot wird abgelehnt. Polyxena geht mit Odysseus ihrem Tod entgegen. Hekabe bricht zusammen. Talthybios möchte die versklavte Königin holen, damit sie ihre Tochter begraben kann, und berichtet, wie furchtlos diese direkt vor ihrem Tod ist. Hekabe ist trotzdem verzweifelt. Eine Magd, die für Hekabe Wasser holen soll, kommt vom Meer zurück und bringt ihr einen Leichnam, der ans Land gespült wird. Nun erscheint Agamemnon, um Hekabe zu ihrer toten Tochter zu führen, die von ihrer Mutter beerdigt werden soll. Er fragt sie, wer der Tote sein könne. Hekabe berichtet, dass dies ihr Sohn Polydoros ist, der von Polymestor getötet worden ist, als dieser vom Fall Trojas erfährt. Der thrakische König will das Polydoros mitgegebene Gold für sich beanspruchen. Agamemnon bemitleidet Hekabe und meint, keine andere Frau müsse so viel Schmerz verkraften. Nun hält diese eine Bittrede, in der sie Agamemnon anfleht, an Polymestor Rache für seine hinterhältige Tat nehmen zu dürfen. Agamemnon zögert, da er mit Hekabe als ehemaliger Feindin nicht gemeinsame Sache machen will; allerdings findet er ihren Wunsch nach Rache verständlich und gerecht. Sie schlägt ihm vor, dass er lediglich dem thrakischen König die Hilfe verweigern soll. Ihre Rache will sie mit Unterstützung anderer Troerinnen nehmen, die als Sklavinnen im Lager leben. Agamemnon erklärt sich einverstanden, daraufhin lässt Hekabe nach Polymestor und seinen Nachkommen schicken. Polymestor erscheint mit seinem Gefolge und drückt Hekabe sein Beileid für ihr Schicksal als Besiegte und Witwe aus. Sie fragt ihn nach ihrem Sohn und dem Gold, woraufhin Polymestor sie belügt und behauptet, Polydoros sei bei bester Gesundheit und das Gold sicher. Hekabe erklärt sich nun bereit, ihm zu sagen, wo es noch mehr Gold aus Troja gibt, und lockt ihn und seine Söhne mit diesem Versprechen in ein Zelt der gefangenen und versklavten Troerinnen. Diese greifen ihn an und nehmen ihm sein Augenlicht. Seine Söhne werden von ihnen erschlagen. Blind ruft der Thraker nach Hilfe. Kurz darauf erscheint Agamemnon. Diesem erzählt Polymestor von dem Angriff auf ihn. Frauen haben sein Augenlicht geraubt und seine Söhne ermordet. Hekabe rechtfertigt nun ihre Tat vor den beiden und warnt Agamemnon, dem Thraker beizustehen, denn dieser ist ehrlos, respektlos und unwürdig, nachdem er seine Freunde für Gold hintergangen und einen Unschuldigen ermordet hat. Polymestor versucht daraufhin, Hekabe durch Vorhersagen seines Wahrsagers einzuschüchtern, aber diese ist zufrieden, dass sie Rache genommen hat. Es ist vorhergesagt, so Polymestor, dass Hekabes letztes lebendes Kind, Kassandra, die jetzt Sklavin des Agamemnon ist, zusammen mit ihm von dessen Frau in Argos erschlagen wird. Außerdem hat der Wahrsager gesehen, dass Hekabe zu einer Hündin werden wird. Hekabe zeigt sich von den dunklen Vorhersagen unbeeindruckt. Agamemnon schickt nun die Troerinnen zurück in ihre Zelte und Hekabe zur Grabstätte ihrer Kinder, um sie zu begraben. - König Ödipus (Schauspiel von Sophokles)
Sophokles vollendet seine Tragödie König Ödipus. Es ist der zweite Teil der „Thebanischen Trilogie“, zu der außerdem Antigone und Ödipus auf Kolonos gehören. Sowohl vorher als auch danach wird der Stoff von verschiedenen, teilweise bedeutenden Dramatikern bearbeitet, darunter Aischylos, Euripides, Xenokles, Meletos, Seneca und Friedrich Hölderlin; aus der Antike bleibt neben der sophokleischen Fassung nur die Version des Seneca erhalten. Der Ödipus des Sophokles zählt zu den herausragenden Werken der Weltliteratur.
König Laios von Theben missbraucht die Gastfreundschaft des Königs Pelops, indem er dessen Sohn Chrysippos entführen will, weil er sich in den Knaben verliebt hat. Das Orakel von Delphi sagt Laios daraufhin voraus, dass sein Sohn ihn töten und anschließend die Gemahlin des Laios heiraten werde, falls Laios je einen Sohn zeugt. Laios lässt daher im Einverständnis mit seiner Frau Iokaste dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und ihn durch einen Hirten im Gebirge aussetzen. Der Hirte hat jedoch Mitleid mit dem Neugeborenen und übergibt ihn einem befreundeten Hirten in Korinth. Das Kind gelangt zum Königspaar Polybos und Merope von Korinth, das es adoptiert und wegen seiner geschwollenen Füße Ödipus, auf Deutsch „Schwellfuß“, nennt. In neuerer Zeit wird diese Etymologie des Namens angezweifelt; einige Gräzisten schlagen vor, „Oidipous“ mit „Der, der alles weiß“ zu übersetzen. Ödipus wächst in Korinth auf, ohne seine Herkunft zu kennen. Als er erwachsen ist, deutet ein Betrunkener auf einem Fest an, Ödipus sei nicht der leibliche Sohn seiner Eltern. Polybos und Merope geben ihm keine ihn befriedigende Antwort, weshalb Ödipus das Orakel befragt. Dieses verkündet ihm, dass er seinen Vater töten und seine Mutter zur Frau nehmen werde. Ödipus zieht daraufhin in die Ferne, um die Erfüllung der Prophezeiung an seinen vermeintlichen Eltern in Korinth zu verhindern. An einer engen Weggabelung im Gebirge trifft er einen Wagen und gerät mit dessen Fahrer in Streit. Er tötet den Passagier des Wagens, ohne zu wissen, dass dieser sein biologischer Vater Laios ist.
Vor den Toren Thebens begegnet Ödipus der Sphinx, einem drachenartigen Ungeheuer mit Menschenkopf. Sie verschlingt alle Reisenden, die an ihr vorbeiwollen und ihr Rätsel nicht lösen können. Das Rätsel lautet: „Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig und am Abend dreifüßig. Von allen Geschöpfen wechselt es allein mit seiner Zahl seiner Füße; aber wenn es die meisten Füße bewegt, sind Kraft und Schnelligkeit seiner Glieder am geringsten.“ Ödipus antwortet, das Rätsel meine den Menschen, der als Kind auf allen Vieren gehe, als starker Erwachsener auf zwei Füßen gehe und im Alter einen Stock als dritten Fuß benutze. Weil das Rätsel gelöst ist, stürzt sich die Sphinx vom Felsen. Theben wird von ihr befreit. Ödipus wird als Nachfolger des getöteten Laios zum König von Theben ernannt und erhält Iokaste, seine leibliche Mutter, zur Frau. Mit ihr zeugt er die Zwillinge Eteokles und Polyneikes sowie die Töchter Antigone und Ismene. Iokaste und Ödipus wissen weder von Ödipus’ Tötung des Laios noch von ihrer verwandtschaftlichen Beziehung.
Die eigentliche Dramenhandlung setzt ein, als Ödipus in sechs Stufen seine Vergangenheit aufdeckt. Ein Orakel deutet die Ursachen einer seit längerem wütenden Seuche an. Kreon, Iokastes Bruder und Oedipus' Berater, bezieht das Orakel auf den ungesühnten Mord an Laios, Ödipus’ Vorgänger. Ödipus leitet deshalb eine Untersuchung ein. Der einzige überlebende Zeuge erklärt, der Mord sei durch eine Räuberbande verübt worden. Als Ödipus Teiresias holen lässt, um die Zusammenhänge zu klären, weigert sich der Seher zunächst, die Wahrheit auszusprechen. Nachdem Ödipus ihn verdächtigt, erklärt Teiresias, Ödipus selbst sei der Mörder des Laios. Ödipus glaubt ihm nicht und vermutet eine Verschwörung zwischen Kreon und Teiresias. Die Erinnerung an den Vorfall an der Wegkreuzung weckt jedoch seine ersten Zweifel. Ein Bote aus Korinth berichtet Ödipus, dass der verstorbene Polybos und dessen Frau nicht seine leiblichen Eltern sind. Er erklärt, dass Ödipus von einem Knecht des Laios übergeben worden ist. Iokaste erkennt, dass sich die delphischen Prophezeiungen an ihr und Ödipus erfüllen. Die Gegenüberstellung des korinthischen Boten mit dem Hirten, der Ödipus als Kind erhalten hat, deckt die Wahrheit auf: Die Narben an den durchstochenen Füßen zeigen, dass Ödipus der Sohn von Laios und Iokaste ist. Ödipus stürzt ins Haus und findet Iokaste erhängt. Er blendet sich mit ihren goldenen Spangen. Er will sterben, muss sich jedoch damit abfinden, dass die Entscheidung darüber bei den Göttern liegt. Er übergibt seine Kinder Kreon, der die Herrschaft über Theben übernehmen wird. - Reicher Stil
Auf der Akropolis beginnt Kallikrates mit den Bauarbeiten am Niketempel und initiiert den so genannten Reichen Stil. Der Reiche Stil bezeichnet in der griechischen Kunst der Antike eine Stilform. Im Grunde bedeutet er eine Art Manierismus der hochklassischen Zeit. Charakteristisch sind bei der Bekleidung ein überreicher Faltenwurf in einer geradezu spielerischen Bewegtheit und ein überreicher Dekor. Zum Reichen Stil gehören auf der Akropolis in Athen die Figuren des Frieses am Niketempel sowie die Karyatiden oder Koren des Erechtheions. Auch die Nike des Paionios, die sich vor dem Zeustempel in Olympia befindet, gehört zeitlich und stilistisch hierzu. Neben Paionios sind vor allem Alkamenes und Agorakritos in ihren Spätwerken, insbesondere aber Kallimachos mit seinem allerdings schwer zu fassenden Werk, als typische Vertreter des Reichen Stils in der Bildhauerei zu nennen. Nicht nur in der Plastik äußert sich dieser Stil. Von der Farbigkeit des Dekors, die sich im Reichen Stil entfaltet, vermittelt die gleichzeitige griechische Vasenmalerei einen gewissen Eindruck; vermutlich ist die ornamentale Gestaltung vornehmlich Träger der Farbigkeit. In der Vasenmalerei, in der der Reiche Stil auch als ornate style bezeichnet wird, gibt es zudem erstmals Versuche einer dreidimensionalen Darstellung, mit der eine räumliche Illusion erzeugt werden soll. - Thukydides (29)
Aus der Sicht mancher Forscher gilt es in diesem, von Thukydides beschriebenen irreversiblen Geschichtsprozess, die Gunst der historischen Stunde zu nutzen, etwa von Seiten Athens das spartanische Friedensangebot von 425, weil ausgeschlagene Chancen unter den veränderten Bedingungen nicht wiederkehren. - Fortsetzung 424
- 426: Schlacht von Tanagra
- Fortsetzung 425
- 427: Peloponnesischer Krieg: 427 v. Chr. führt Athen unter Laches die erste sizilische Expedition durch, die für den Kriegsverlauf keine Bedeutung erhält. Im selben Jahr kommt es auf Kerkyra zu einem blutigen Bürgerkrieg (stasis), den Thukydides als Beispiel für den Verfall der Sitten schildert.
- 427: Im Jahr 427 v. Chr. interveniert Athen während des Peloponnesischen Krieges bereits in Sizilien gegen Syrakus, allerdings mit mäßigem Erfolg. Diese frühen Unternehmungen wecken dennoch das Interesse der Athener an einer Herrschaft über die Insel Sizilien.
- 428: Peloponnesischer Krieg: 428 v. Chr. fällt Mytilene auf Lesbos vom Seebund ab. Mytilene wird bald darauf wieder in das Bündnis gezwungen.
- 428: Platon (18) Platon wird 428 oder 427 zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein.
- 429: Peloponnesischer Krieg: 429 v. Chr. stirbt Perikles an der Seuche. In diesem Jahr bleibt aufgrund der Seuche ein spartanischer Sommereinfall in Attika aus. Nach dem Tod des Perikles tritt eine neue Generation von Politikern in Athen auf, unter ihnen Kleon und Nikias. Kleon befürwortet eine aggressivere Politik, während Nikias einen Ausgleich mit Sparta anstrebt. Die Volksversammlung wird als Forum stärker genutzt, und Alimentierungsmaßnahmen für ärmere Bevölkerungsschichten belasten langfristig die finanziellen Ressourcen Athens.
- 430: Peloponnesischer Krieg: In Athen bricht 430 v. Chr. eine Seuche aus, der etwa ein Viertel der Bevölkerung zum Opfer fällt. Thukydides beschreibt die Symptome, doch bleibt die genaue Natur dieser Seuche, die auch als Pest von Athen bezeichnet wird, ungeklärt.
- 430: Thukydides (24) 430 v. Chr. bricht unter den in ihren Mauern von den Spartanern eingeschlossenen Athenern die Attische Seuche aus, an der auch Thukydides erkrankt, deren Verlauf und die gewonnene Immunität der Überlebenden er anschaulich und sachverständig beschreibt.
- 431: Peloponnesischer Krieg: Die eigentlichen Kampfhandlungen beginnen im Frühjahr 431 v. Chr. mit dem Überfall der mit Sparta verbündeten Thebaner auf Platää. Der Peloponnesische Krieg dauert von 431 v. Chr.
- 431: Peloponnesischer Krieg: Im Rahmen des Peloponnesischen Kriegs, der von 431 bis 404 v. Chr. stattfindet, treibt Athen den Konflikt mit den Meliern während des zwischenzeitlich mit Sparta vereinbarten Nikiasfriedens voran. Thukydides behandelt die Vorgänge in einer für sein Werk einmaligen Weise, obwohl sie weder militärisch noch strategisch besonders bedeutend sind. Im Melierdialog wird das tatsächliche Geschehen gegenüber den beiderseitigen Motivlagen nur knapp und am Rande dargestellt. Die inhaltliche und formale Gestaltung des Melierdialogs lässt darauf schließen, dass Thukydides damit den Wendepunkt in der Geschichte der Großmacht Athen markieren will, denn unmittelbar danach folgt die Schilderung der Sizilienexpedition, die für Athen katastrophal endet und den Niedergang seiner Macht einleitet.
- 435: Aison (Vasenmaler) Aison ist als griechischer Vasenmaler des attisch-rotfigurigen Stils tätig, seine etwa sechzig überlieferten Gefäße stammen aus der Zeit zwischen 435 und 415, er verbringt seine Karriere in mehreren Töpferwerkstätten, steht dort mit diversen anderen bekannten Vasenmalern in Kontakt, schafft seine ersten Werke in Form von Ephebenbildern in derselben Werkstatt wie der Kodros-Maler, fertigt seine erste signierte Prachtschale mit Motiven aus der Theseussage in der Werkstatt, in der der Penthesilea-Maler tätig ist und Aristophanes später sein Nachfolger wird, arbeitet in einer dritten Werkstatt mit dem Schuwalow-Maler und dem Eretria-Maler zusammen, bemalt dort vor allem geschlossene Gefäße, wobei alle drei Künstler offensichtlich in der Tradition des Polygnotos stehen, aus dieser Zeit stammt sein zweites Paradestück, ein Bauchlekythos im Archäologischen Nationalmuseum Neapel mit dem Motiv einer in der Tradition des Schildes der Athena Parthenos stehenden Amazonenschlacht, zwei weitere Lekythen im Louvre und im Archäologischen Nationalmuseum Athen zeigen offenbar eine Hinwendung des Malers zum Adonis-Kult, sein Stil beginnt sich in dieser Phase dem reichen Stil anzunähern, was sein Schüler, der Meidias-Maler, später fortsetzt, wie schon zu Beginn seiner Karriere beim Kodros-Maler verschwimmen mit der Zeit die Grenzen der Darstellung mit dem Meidias-Maler, sodass eindeutige Zuweisungen der Arbeiten, besonders bei Choenkannen mit dionysischen Motiven, zum Teil schwerfallen und er in der Wissenschaft dem Meidias-Kreis zugerechnet wird, im Gesamtwerk fällt eine unterschiedliche Qualität seiner Arbeiten auf, die wohl in erster Linie auf einen unsteten Lebenswandel mit häufigen Werkstattwechseln zurückgeführt wird, während eine in der Wissenschaft häufig gezeigte Geringschätzung für dieses Gesamtwerk Aison nicht gerecht wird. bis 404 v. Chr., wird von Waffenstillständen unterbrochen und endet mit einem Sieg Spartas. Bei Kriegsbeginn verfügt Athen nach Thukydides über 13.000 Hopliten, darunter Sokrates, sowie 16.000 Reservisten. Athen besitzt ein schwaches Landheer, aber eine starke Flotte, während Sparta über ein starkes Landheer verfügt. - Archidamischer Krieg: Von 431 v. Chr. bis 421 v. Chr. läuft der Archidamische Krieg, benannt nach Archidamos II. Athen folgt der von Perikles erdachten Strategie, keine Landschlacht einzugehen, die Bevölkerung Attikas hinter den Langen Mauern zu schützen und mit der Flotte die Küstenstädte der Peloponnes anzugreifen und Seewege zu blockieren. Sparta fällt mit seinem starken Landheer in Attika ein, verwüstet das Umland von Athen und versucht, Athen zu einer offenen Feldschlacht zu zwingen, während Athen dies wegen der Überlegenheit der spartanischen Phalanx vermeidet. Der sommerliche Einfall in Attika wiederholt sich jedes Jahr, außer 429 v. Chr. wegen einer Seuche und 426 v. Chr. wegen eines Erdbebens.
- 431: Sokrates (38) 431–429: Im Peloponnesischen Krieg nimmt Sokrates als Hoplit mit schwerer Bewaffnung an der Belagerung von Potidaia teil. Er erträgt Kälte, Hunger und andere Entbehrungen und macht im Feld auf Laches und Alkibiades Eindruck. Den verwundeten Alkibiades rettet er in Potidaia samt Waffen und überlässt ihm eine Tapferkeitsauszeichnung, die ihm selbst zugestanden hätte.
- 431: Thukydides (23) Bereits unmittelbar bei Ausbruch des Peloponnesischen Krieges ist Thukydides die beispiellose Bedeutung dieser kriegerischen Auseinandersetzung der griechischen Großmächte bewusst, und er beginnt sofort mit Aufzeichnungen des Geschehens.
- 432: Im Sommer 432 v. Chr. fordern unzufriedene peloponnesische Bundesgenossen Sparta auf, endlich einzugreifen. In Sparta rät König Archidamos II. zur Vernunft, kann sich aber nicht durchsetzen. Es wird festgestellt, dass Athen den dreißigjährigen Frieden von 446 v. Chr. bricht, und es folgt die förmliche Kriegserklärung. In Athen treibt vor allem Perikles den Kurs auf einen Krieg voran.
- 433: Nach ersten Niederlagen gegen Kerkyra rüstet Korinth eine große Flotte auf, so dass Athen um seinen Status als größte Seemacht fürchtet. Athen schließt im Sommer 433 v. Chr. ein Defensivbündnis (Epimachie) mit Kerkyra, das über die zweitgrößte Flotte Griechenlands verfügt. Korinth betrachtet dies als Verletzung des Friedens von 446 v. Chr. und wendet sich an Sparta. Athen verhängt wohl noch 433 v. Chr. per Volksbeschluss (Psephisma) ein Handelsverbot gegen die Polis Megara, mit der Athen seit dem Ende des ersten Peloponnesischen Krieges verfeindet ist (megarisches Psephisma). Megara, Mitglied des Peloponnesischen Bundes, versucht daraufhin, Sparta zum Handeln zu zwingen. Zeitgenossen wie Aristophanes sehen in diesem Beschluss eine entscheidende Ursache des Krieges und werfen Perikles vor, damit von inneren Schwierigkeiten ablenken zu wollen. In Potidaia auf der Chalkidike, einem Mitglied des Attischen Seebundes mit guten Beziehungen zu Korinth, verlangt Athen die Ausweisung korinthischer Beamter und den Abriss der Seemauern. Potidaia tritt aus dem Seebund aus, wird aber trotz Unterstützung durch Korinth von Athen schnell eingeschlossen. Thukydides bezeichnet diese Konflikte als Auslöser, nicht als Ursachen des Krieges, und sieht den wahren Grund in der Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens.
- 436: Um 436 v. Chr. kommt es in Epidamnos zu einer Stasis, einem Bürgerkrieg, bei dem die „demokratische“ Partei Korinth und die Adelspartei Kerkyra um Hilfe bittet. Es entsteht ein Konflikt zwischen Korinth und Kerkyra um die Vorherrschaft im Ionischen Meer.
- 446: 446/445: Der Krieg zwischen Athen und Sparta endet 445 v. Chr. mit einem Patt, und Megara wechselt wieder zu Sparta. Es entsteht der auf 30 Jahre geschlossene Friedensvertrag, in dem beide Seiten vereinbaren, die jeweiligen Bündnissysteme zu achten und bei Konflikten ein Schiedsgericht anzurufen. Das Verhältnis zu den „neutralen“ Poleis bleibt bewusst ausgeklammert, was sich später als folgenschwerer Fehler erweist.
- 454: Thukydides Thukydides wird spätestens 454 geboren, weil er mindestens 30 Jahre alt sein muss, um das Strategenamt bekleiden zu können, das er 424 v. Chr. innehat.
- 457: In den Jahren 457–446/445 entsteht ein Konflikt zwischen Athen und Sparta, der sich unter anderem aus dem Übertritt Megaras zu Athen ergibt. Theben, der nördliche Nachbar Athens, schließt ein Bündnis mit Sparta, um Hilfe gegen Phokis zu gewinnen, einen Verbündeten Athens. Als die Spartaner nach Böotien marschieren, stellt sich Athen ihnen entgegen und erleidet 457 v. Chr. in der Schlacht von Tanagra eine Niederlage. Zwei Monate später siegt Athen in der Schlacht von Oinophyta gegen Theben und erlangt für die nächsten zehn Jahre die Vorherrschaft über Mittelgriechenland. Wegen vermehrter Abfallbewegungen innerhalb des attischen Herrschaftsgebiets gesteht Athen Böotien später wieder die Autonomie zu.
- 469: Sokrates Sokrates wird 469 v. Chr. in Alopeke bei Athen geboren. Laut Platon ist er 399 v. Chr. 70 Jahre alt, woraus sich dieses Geburtsjahr ergibt. Er stammt aus dem athenischen Demos Alopeke der Phyle Antiochis und ist der Sohn des Steinmetzen oder Bildhauers Sophroniskos; seine Mutter ist die Hebamme Phainarete. Auch ein Halbbruder mütterlicherseits namens Patrokles wird erwähnt, der wahrscheinlich mit dem Patrokles von Alopeke identisch ist. Seine Ausbildung verläuft in den üblichen Bahnen und umfasst Alphabetisierung, Gymnastik, Musikerziehung, Geometrie, Astronomie und das Studium der Dichter, vor allem Homers. Unter seinen Lehrern werden Aspasia, die Frau des Perikles, die Seherin Diotima, Anaxagoras, sein Schüler Archelaos, Prodikos und Damon genannt.
- 480: Seit 480 v. Chr. besteht ein Hilfsabkommen zwischen Athen und der elymischen Stadt Segesta. Segesta ist eine Stadt der Elymer auf Sizilien und pflegt dieses Hilfsabkommen mit Athen, obwohl Teile der Insel, vor allem der Westen, zum Einflussgebiet Karthagos gehören.
Korinth
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 395
Olympia
- Dorieus, Sohn des Diagoras von Rhodos, gewinnt zum dritten Mal das Pankration bei den Olympischen Spielen und wird damit neuerlich Periodonike.
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 424
Messenien
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 369
Sparta
- König der Eurypontiden: Agis II. (427–400)
Agis II. rückt an der Spitze einer Armee verwüstend in Attika ein, zieht jedoch bereits nach 15 Tagen wieder ab. - König der Agiaden: Pleistoanax (2. Amtszeit 426–408)
- Fortsetzung 421
- 426: König der Agiaden: Pausanias (1. Amtszeit 445–426) Aufgrund eines Orakelspruchs kehrt Pleistoanax 426 v. Chr. wieder auf den Thron zurück. Pausanias bleibt dabei weiterhin als Prinz im Hintergrund.
- 426: Agis II. rückt zu Beginn seiner Regierung im Frühjahr mit einem Aufgebot der Spartaner und ihrer Verbündeten aus, um in Attika einzufallen, kehrt jedoch wegen Erdbeben und Sturmfluten in Mittelgriechenland am Isthmus von Korinth wieder um.
- Fortsetzung 425
- 427: König der Eurypontiden: Archidamos II. (469–427)
- 427: Pausanias: Pausanias’ Onkel Kleomenes führt noch an seiner Stelle das Heer gegen Athen zu Felde. Mit diesem Angriff soll die Eroberung von Mytilene durch die Athener verhindert werden. Obwohl Kleomenes erfolgreich ist, fällt dieses an den Feind.
- 427: Pleistoanax: Nach dem Tod des Königs Archidamos II. kehrt Pleistoanax nach Sparta zurück. Seine Rückkehr wird möglicherweise durch Bestechung der Pythia durch seinen Bruder Aristokles begünstigt oder durch politische Umstände ermöglicht. In Sparta wird eine Zeremonie abgehalten, die seine Herrschaft erneut bestätigt und seine Autorität gegenüber seinem Sohn Pausanias festigt.
- 443: Agesilaos ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.
- 445: König der Agiaden: Pleistoanax (1. Amtszeit 458–445): Pleistoanax entzieht sich der Strafe, verlässt Lakonien und geht ins Exil nach Arkadien auf den Berg Lykaion. Dort errichtet er ein Haus im heiligen Bezirk des Zeus. Sein Sohn Pausanias wird etwa zur gleichen Zeit geboren. Pausanias herrscht nominell, während Pleistoanax im Exil bleibt.
- 445: Pausanias wird als König von Sparta aus dem Haus der Agiaden genannt. Während der Verbannung seines Vaters Pleistoanax von 445 bis 426 v. Chr. wird der junge Pausanias König, steht aber noch unter der Vormundschaft seines Onkels Kleomenes. Da seinem Vater Bestechung durch Athen vorgeworfen wird, geht Pleistoanax 445 v. Chr. in die Verbannung. Pausanias tritt seine Nachfolge an und ist damals offenbar noch ein Kind.
- 446: Pleistoanax: Pleistoanax führt im Sommer seinen ersten Feldzug während des Ersten Peloponnesischen Krieges. Er zieht mit Beratern, darunter Kleandridas, nach Attika, während Athen durch Aufstände in Megara und Euböa geschwächt ist. Perikles kehrt zurück, und beide Seiten verhandeln statt zu kämpfen. Athen verzichtet auf Gebietsansprüche auf dem Festland und zieht Garnisonen ab; das spartanische Heer kehrt heim. Am 2. September findet eine Sonnenfinsternis statt. Nach der Rückkehr werden Pleistoanax und Kleandridas der Bestechung beschuldigt. Pleistoanax wird angeklagt, vermutlich zu einer Geldstrafe verurteilt und geht ins Exil, während Kleandridas zum Tode verurteilt wird und nach Thurioi flieht. Die ausgehandelten Bedingungen fließen später in den Dreißigjährigen Frieden ein.
- 457: Pleistoanax: Nikomedes führt als Regent ein Heer von 1500 Spartanern und 10 000 Verbündeten nach Doris, um einen Angriff aus Phokis abzuwehren. Er zieht die Athener bei Tanagra in eine Schlacht, die zwar gewonnen wird, aber zum Rückzug über Megara auf den Peloponnes zwingt.
- 459: Pleistoanax: Pleistoanax folgt seinem kinderlos verstorbenen Vetter Pleistoarchos als König. Da er noch minderjährig ist, übernimmt sein Onkel Nikomedes die Regentschaft.
Kos
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 367
Bosporanisches Reich
- 432: Satyros I ist seit 432 v. Chr. Herrscher des Bosporanischen Reiches und baut während seiner Herrschaft auf der expansiven Außenpolitik seines Vaters Spartokos I. auf. Er nimmt Nymphaion ein, gerät in die politischen Entwicklungen des benachbarten Sindikerreiches hinein und beginnt mit der Belagerung von Theodosia, das wegen seines eisfreien Hafens und seiner Nähe zu den Getreidefeldern der östlichen Krim ein ernster Handelsrivale ist. Zudem wird seine Herrschaft als Phase beschrieben, in der er die Macht seines väterlichen Reiches ausbaut. Er erzielt zunächst Erfolg, indem er Nymphaion von Gylon nimmt und vielleicht auch Kimmerikon gewinnt, hat später aber erhebliche Schwierigkeiten mit dem benachbarten Sindikerreich sowie mit den griechischen Stadtstaaten Theodosia und Herakleia Pontike. Der Text betont außerdem die zunehmenden Spannungen durch seine außenpolitischen Unternehmungen. Mit den Sinden gerät Satyros nach dem Bericht des Polyaenos in schwere Konflikte, weil er Hekataeos, dem König der Sinden, seine Tochter gegeben haben soll, Hekataeos aber zugleich angewiesen habe, seine bestehende Frau Tirgatao zu töten. Stattdessen lässt Hekataeos Tirgatao in einem Turm einsperren, von wo sie entkommt, zu ihrem Stamm der Ixomaten gelangt und anschließend mit vielen Stämmen gegen Satyros Krieg führt. Als Satyros erkennt, dass er nicht siegen kann, bietet er seinen Sohn Metrodoros als Geisel an und erbittet Frieden. Kurz danach kommt es offenbar zu einem Anschlag auf Tirgataos Leben, vermutlich von Satyros organisiert; nach der Entdeckung dieser Intrige lässt Tirgatao Metrodoros töten und führt den Krieg erneut gegen Satyros. Dieser Krieg endet erst kurz nach dem Tod des Vaters durch Leucon und Gorgippos. König Spartokos I. (438-432)
- Fortsetzung 400
Troja
- 1200: wahrscheinlichste Handlungszeit des Schauspiels "Die Troerinnen" von Euripides, das im Jahr -415 in Athen aufgeführt wird. - Prolog: Götterrede: Poseidon tritt auf und schildert, dass Troja zerstört ist und dass er die Stadt, deren Mauern er einst mitbaute, nun in Trümmern sieht, er beklagt das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner und macht deutlich, dass seine frühere Verbundenheit mit Troja dem jetzigen Untergang gegenübersteht. Athene erscheint und erklärt, dass die Griechen die Gottheit beleidigen, indem sie die Tempel schänden und die Besiegten misshandeln, sie kündigt an, die Griechen auf ihrer Heimfahrt zu bestrafen, und gewinnt Poseidon dafür, gemeinsam die Rückkehrer mit Stürmen und Unglück zu verfolgen, so dass die göttliche Ebene den Rahmen für das kommende Leid der Troerinnen bildet. - Zerstörung Trojas und Auftreten Hekabes: Hekabe sitzt als ehemalige Königin Trojas als Gefangene vor den Zelten der Griechen und klagt im Angesicht der rauchenden Trümmer der Stadt ihr Schicksal, sie erinnert an ihre frühere Stellung und an den Sturz Trojas und ruft die toten Angehörigen und die verlorene Stadt an. Andere trojanische Frauen, ebenfalls Gefangene, stimmen mit ihr Klagen an, sodass ein gemeinsamer Chor der Leidtragenden entsteht, in dem Hekabe als zentrale Gestalt beklagt, dass sie alles verloren hat, was ihr Leben ausmachte, und dass sie nun den Entscheidungen der Sieger ausgeliefert ist. - Zuteilung der Frauen und Nachricht von Kassandra: Ein Herold der Griechen erscheint und verkündet, dass die trojanischen Frauen den griechischen Feldherren als Sklavinnen zugeteilt werden, Hekabe erfährt, welchem Griechen sie selbst und ihre Töchter zugewiesen sind, und sie reagiert mit Entsetzen auf die Nachricht, dass Kassandra den Feldherrn Agamemnon erhält. Kassandra tritt in ekstatischer Stimmung auf, sie spricht als Seherin, prophezeit den Untergang Agamemnons und deutet an, dass der Sieger nicht ungestraft bleibt, sie verhöhnt zugleich den Ruhm der Griechen und macht deutlich, dass ihre eigene Versklavung und Schmach Teil eines größeren, von den Göttern bestimmten Geschehens ist, während Hekabe im Angesicht dieser Rede zwischen Hoffnung auf göttliche Gerechtigkeit und der unmittelbaren Angst um ihre Tochter schwankt. - Auftritt Andromache und Entscheidung über Astyanax: Andromache, Hektors Witwe, erscheint mit ihrem kleinen Sohn Astyanax und wird Hekabe vorgeführt, sie trägt die Last des Verlustes von Mann und Heimat und klagt gemeinsam mit Hekabe über die zerstörte Zukunft Trojas, wobei Hekabe in Andromache die Verkörperung des trojanischen Unglücks erkennt. Der Herold verkündet, dass die Griechen beschlossen haben, Astyanax zu töten, indem sie ihn von den Mauern Trojas stürzen, um zu verhindern, dass aus ihm ein zukünftiger Rächer entsteht, Andromache fleht vergeblich um das Leben des Kindes und kämpft zwischen der Mutterliebe und der Erkenntnis, dass jeglicher Widerstand nutzlos ist, während Hekabe in der Erwartung des neuerlichen Verlustes zusammenbricht. Andromache wird schliesslich von den Griechen weggeführt, sie muss ihren Sohn zurücklassen, und Hekabe bleibt mit der Aufgabe zurück, den Knaben, sobald er getötet ist, zu beklagen und zu bestatten. - Tod und Bestattung Astyanax’: Astyanax wird, wie beschlossen, von den Griechen getötet, indem man ihn von den Mauern der zerstörten Stadt hinabstürzt, und sein Leichnam wird Hekabe gebracht, damit sie ihn bestattet, sie nimmt den Körper des Kindes in Empfang und klagt über die Grausamkeit, die selbst ein unschuldiges Kind nicht verschont. Hekabe berichtet von seinen Verletzungen, beklagt, dass ein Knabe, der einst als Hoffnung Trojas galt, nun als gebrochener Leichnam vor ihr liegt, und richtet ihren Vorwurf gegen die Griechen, die in ihrer Angst vor einem künftigen Gegner jede Menschlichkeit vergessen, während die trojanischen Frauen den Leichnam mit Klagetönen umringen. Hekabe bereitet dem Kind ein notdürftiges Begräbnis, sie legt ihm, was sie noch hat, als Beigaben an und spricht über die Bitterkeit, dass selbst in der Bestattung nur noch Reste der einstigen Hofpracht übrig geblieben sind. - Streit um Helena: Helena wird vor Agamemnon gebracht, damit über ihr Schicksal entschieden wird, und Hekabe nutzt die Gelegenheit, um Helena anzuklagen, sie wirft ihr vor, durch ihren Aufenthalt in Troja und durch ihre Verstrickung mit Paris den Krieg ausgelöst zu haben, und fordert, sie für die zahllosen Toten verantwortlich zu machen. Helena verteidigt sich, indem sie auf göttlichen Zwang, auf Aphrodite und auf die Verführung durch Paris verweist, und versucht, ihre Rolle zu relativieren, während Agamemnon sich den gegenseitigen Vorwürfen von Hekabe und Helena gegenübersieht und eine Entscheidung treffen muss. Hekabe betont, dass Helena bewusst gehandelt und sich den Troern angeschlossen habe, und fordert ihre Bestrafung, sie macht geltend, dass die Frauen Trojas nicht für Helens Entscheidung büssen sollen, während Helena versucht, Agamemnon durch Erinnerung an gemeinsame Vergangenheit und durch Beschönigung der Ereignisse umzustimmen. - Ende Trojas und Abführung der Frauen: Am Ende des Dramas wird die endgültige Zerstörung Trojas sichtbar, die Griechen bereiten sich auf die Abfahrt mit ihren Gefangenen vor und setzen die Stadt in Brand, so dass Hekabe und der Chor der Troerinnen den Untergang ihrer Heimat in Flammen erleben. Hekabe sieht, wie die Stadt, die einst ihr Herrschaftsbereich war, als rauchende Ruine zusammenbricht, und sie und die anderen Frauen werden auf die Schiffe geführt, jede einer neuen Herrin- oder Sklavenrolle im griechischen Lager entgegen, während sie noch einmal Troja, ihre Familien und ihre Götter verabschieden. Der Chor beschliesst die Handlung, indem er den Verlust der Stadt und die Ungewissheit der Zukunft beklagt, und die Frauen ziehen ab, während im Hintergrund die brennende Stadt Troja untergeht.
ODRYSEN
- König Sitalkes (431–424)
425–423: Vielleicht aufgrund seines Bündnisses mit Perdikkas, der sich mit Sparta verbündet, unterstützt Seuthes die Athener nicht in ihrem Streit mit Sparta um den Besitz von Amphipolis in den Jahren 425–423. - Fortsetzung 424
- 429: Seuthes Zu Beginn des Peloponnesischen Krieges geht Sitalkes ein Bündnis mit den Athenern ein. Er fällt mit einem großen Heer in Makedonien ein, das damals von Perdikkas II. regiert wird. Das Heer umfasst 150.000 Krieger aus unabhängigen thrakischen Stämmen, darunter den Dii, sowie aus päonischen Stämmen, darunter den Agrianern und den Laiaiern. Wegen mangelnder Versorgung muss Sitalkes sich zurückziehen.
- 429: Seuthes Bereits vor seinem Regierungsantritt heiratet Seuthes Stratonike, eine Schwester von König Perdikkas II. von Makedonien, als Teil eines Friedensschlusses zwischen seinem Onkel und dem König von Makedonien im Jahr 429 v. Chr.; die Aussicht auf die Ehe und die Mitgift veranlasst Seuthes dazu, seinem Onkel zu raten, seine Truppen aus Makedonien abzuziehen.
- Fortsetzung 425
- 431: Sitalkes ist ein König des thrakischen odrysischen Staates. Er ist ein Sohn des Teres I. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters folgt er ihm auf den Thron. Durch erfolgreiche Kriege vergrößert Sitalkes sein Königreich, das bald das gesamte Gebiet von Abdera im Süden bis zu den Mündungen der Donau im Norden sowie vom Schwarzen Meer im Osten bis zu den Quellen der Struma im Westen umfasst. Sitalkes wird auch Sitalkes genannt; die Suda bezeichnet ihn als Sitalchos. Er hat einen Sohn namens Sadokos, der Bürger Athens wird. Der Sitalkes-Gipfel auf Livingston Island in den Südlichen Shetlandinseln in der Antarktis ist nach Sitalkes benannt. König Sparatokos (445-431)
- 445: König Teres I. (460–445) (erster König der Odrysen)
ACHÄMENIDENREICH
- 449: Spätere Quellen erklären, der angebliche Kalliasfrieden werde zwischen Athen, Argos und Persien vereinbart. Die Existenz eines formellen Vertrages zwischen den griechischen Staaten und Persien ist umstritten.
- Fortsetzung 424
- 450: Die erneuten Kämpfe führen zur Schlacht von Zypern, in der die Griechen angreifen. Nach dem Ausbleiben eines bedeutenden Erfolges des Kimon bei diesem Unternehmen enden die Feindseligkeiten.
- 453: Arsakes Arsakes (später Artaxerxes II.) (griechisch Mnemon) wird um 453 geboren. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.
- 454: Nach einer zweijährigen Belagerung werden die Athener durch das persische Heer unter Megabyzos besiegt. Inaros wird gefangen genommen und nach Susa gebracht.
- 460: Inaros II., der Sohn eines libyschen Fürsten namens Psamtik und vermutlich ein Nachkomme der 26. Dynastie Ägyptens, erhebt sich mit Hilfe seiner athenischen Verbündeten gegen die Perser. Er besiegt das persische Heer unter dem Satrapen Achämenes. Die Perser ziehen sich nach Memphis zurück. 460–454: Artaxerxes I. sieht sich in Ägypten einem Aufstand unter Inaros II. gegenüber.
- 465: Artabanos ist Hazarapat, also „Befehlshaber der Tausend“, Kommandeur der königlichen Leibwache und der mächtigste Beamte am persischen Hof. Er tötet Xerxes I. mit Hilfe des Eunuchen Aspamitres. Ktesias berichtet, Artabanos beschuldige danach den Kronprinzen Dareios, den ältesten Sohn des Xerxes, des Mordes und überrede Artaxerxes, Dareios zur Rache für den Vatermord zu töten. Aristoteles berichtet dagegen, Artabanos töte zuerst Dareios und danach Xerxes. Nachdem Artaxerxes den Mord entdeckt, tötet er Artabanos und dessen Söhne. Artaxerxes I. ist der fünfte Großkönig des Achämenidenreiches von Persien und Pharao von Ägypten. Er ist der dritte Sohn von Xerxes I., seine Mutter ist Amestris. In griechischen Quellen trägt er auch den Beinamen „Langhand“, angeblich weil seine rechte Hand länger als seine linke ist. Flavius Josephus und mehrere antike Überlieferungen setzen ihn mit König Ahasveros aus dem Buch Ester gleich. Artaxerxes I. bekennt sich zum Zoroastrismus. Seine Ehefrauen sind Damaspia, Alogyne aus Babylon, Cosmartidene aus Babylon und Andia aus Babylon. Zu seinen Kindern zählen Xerxes II., Sogdianos, Dareios II., Arsites, Bogapaios und Parysatis; außerdem hat er eine namentlich nicht genannte Tochter, die mit Hieramenes verheiratet ist und die Mutter von Autoboesakes und Mitraios wird, sowie elf weitere Kinder von verschiedenen Ehefrauen. Nach der Niederlage des Achämenidenreiches in der Schlacht am Eurymedon (469) stehen militärische Handlungen zwischen Griechenland und Persien still. Als Artaxerxes I. die Macht übernimmt, führt er eine neue persische Strategie ein: Er finanziert die Gegner der Athener in Griechenland. Dies führt mittelbar dazu, dass die Athener den Schatz des Delisch-Attischen Seebundes von der Insel Delos auf die Athener Akropolis verlegen. Artaxerxes I. gewährt Themistokles, dem größten Gegner seines Vaters Xerxes wegen dessen Sieges in der Schlacht von Salamis, nach dessen Verbannung aus Athen Asyl. Er gibt Themistokles Magnesia, Myus und Lampsakos für Brot, Fleisch und Wein, Skepsis für Kleidung und Perkote für Hausbettzeug. Themistokles lernt und übernimmt persische Sitten, die persische Sprache und Traditionen. - Ein König Artaxerxes wird im Buch Esra als Herrscher beschrieben, der Esra, einem Kohen und Schreiber, durch einen Erlassbrief den Auftrag gibt, die kirchlichen und zivilen Angelegenheiten der jüdischen Nation zu übernehmen. Der Text bezeichnet nicht, ob damit Artaxerxes I. oder Artaxerxes II. gemeint ist. Die meisten Gelehrten halten daran fest, dass Esra während der Herrschaft Artaxerxes’ I. lebt; einige sehen Schwierigkeiten darin, weil Nehemia und Esra einander anscheinend nicht kennen und ihre Aufträge sich nicht überschneiden. In Nehemia 12 führen beide jedoch bei der Einweihung der Mauer Prozessionen auf der Mauer an und arbeiten damit gleichzeitig in Jerusalem, als die Mauer und die Stadt Jerusalem wiederaufgebaut werden. Andere Gelehrte nehmen deshalb an, Esra treffe im siebten Regierungsjahr Artaxerxes’ II. ein; dies mache die biblische Darstellung nicht chronologisch. Eine weitere Gruppe betrachtet „das siebte Jahr“ als Schreibfehler und hält beide Männer für Zeitgenossen. Esra erscheint erstmals in Nehemia 8 und befindet sich offenbar zwölf Jahre am Hof. Im zwanzigsten Regierungsjahr Artaxerxes’ ist Nehemia Mundschenk des Königs und offenbar auch dessen Freund, da Artaxerxes ihn nach seiner Traurigkeit fragt. Nehemia schildert ihm die Lage des jüdischen Volkes und dass die Stadt Jerusalem ungeschützt ist. Der König schickt Nehemia mit Schutzbriefen für die Statthalter jenseits des Euphrat und für Asaf, den Hüter der königlichen Wälder, nach Jerusalem. Asaf soll Balken für die Burg beim Tempel und für den Wiederaufbau der Stadtmauern bereitstellen. Roger Williams, ein christlicher Geistlicher des 17. Jahrhunderts und Gründer von Rhode Island, deutet mehrere Stellen des Alten und Neuen Testaments als Unterstützung für eine Begrenzung staatlicher Einmischung in religiöse Angelegenheiten. In The Bloudy Tenent of Persecution for Cause of Conscience tritt er auf biblischer Grundlage für die Trennung von Kirche und Staat ein. Williams betrachtet Israel als einzigartiges Bundesreich und nicht als geeignetes Vorbild für Christen des Neuen Testaments, die den Bund des Alten Testaments als erfüllt ansehen. Für ihn sind gute nichtbundesgebundene Könige des Alten Testaments, darunter Artaxerxes, aussagekräftigere Beispiele für staatliches Handeln, weil Artaxerxes die Juden duldet und nicht darauf besteht, dass sie seiner Staatsreligion folgen. König Xerxes I. (486–465)
ÄGYPTEN
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 404
KUSCH
- 431:Amanineteyerike ist ein kuschitischer König von Meroë und trägt mehrere Titel; er ist Sohn des Königs Malewiebamani und Bruder seines Nachfolgers Baskakeren. Sein Vorgänger ist entweder ein älterer Bruder oder ein Onkel. Auf einer seiner Stelen wird Meroë zum ersten Mal erwähnt. König Talakhamani (435–431)
- Fortsetzung 405
KARTHAGO
- 480: Nach der Niederlage von Hamilkar Mago bei Himera im Jahr 480 v. Chr. verliert die Stellung des „Königs“ an Macht. Mit dem Aufstieg des Rates der Hundertvier erhält dieser die Befugnis, karthagische Befehlshaber zu verurteilen und zu bestrafen. Die Magoniden bleiben dennoch während der Lebenszeit des Himilko weiterhin in karthagischen Außenangelegenheiten aktiv.
- Fortsetzung 411
- 550: Hanno: Die Familie des Himilko ist seit 550 in der karthagischen Politik aktiv und spielt bis 375 v. Chr. eine zentrale Rolle in den politischen und militärischen Angelegenheiten des Karthagischen Reiches. In dieser Zeit erweitert die Familie das Reich in Sizilien, Afrika, Iberien und Sardinien. Der Vater des Himilko, wahrscheinlich Hanno, führt eine bekannte Expedition an der westafrikanischen Küste bis nach Kamerun. Auch sein Onkel, möglicherweise der berühmte Himilko der Navigator, erkundet die Westküste Iberiens und Galliens und erreicht vielleicht sogar England, um den Zinnhandel mit den Kelten zu erschließen.
INDIEN
Haryanka
- 437:: Nāgadāsaka beginnt im Jahr 437 v. Chr. seine Regierungszeit als König von Magadha. Er tritt damit in diesem Jahr als letzter Herrscher der Haryanka‑Dynastie die Nachfolge seines Vaters Munda an. Seine Herrschaft über das Königreich Magadha setzt in diesem Jahr ein und bildet den Anfang einer insgesamt vierundzwanzig Jahre währenden Regierungszeit.
- Fortsetzung 413
- 444: König Udayin (460–444) Über die drei nächsten Nachfolger sind keine Wikipedia-Artikel vorhanen; erst im Jahr -437 tritt ein König an, worüber Informationen vorhanden sind.
Anuradhapura
- 437: Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf.
- Fortsetzung 367
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(37./ 38. Zyklus, Jahr des Feuer-Drachen; am Beginn des Jahres Holz-Hase)
Jin
- 434: Im Jahr 434 v. Chr. stirbt Herzog Jing von Jin, und Ji Liu, postum Herzog You von Jin genannt, folgt seinem Vater Herzog Jing als Herzog von Jin nach. Herzog Jing (451–434)
- Fortsetzung 416
- 433: Im Jahr 433 v. Chr. beginnt Herzog You von Jin, Ji Liu aus dem Haus Ji, als Herzog von Jin im Staat Jin zu regieren.
- 445: Wèi Sī wird Führer des Wei-Clans. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Viscount Huan an und übernimmt damit die Leitung des Hauses Wei.
- 446: Im Jahr 446 v. Chr. herrscht im Staat Wei Wei Huan‑zi, der Vater von Wei Si, der später als Marquess Wen von Wei bekannt ist. In diesem Jahr stirbt Wei Huan‑zi, und sein Sohn Wei Si übernimmt die Führung des Hauses Wei und tritt damit als neuer Oberhaupt der Sippe hervor.
- 446: Im sechsten Regierungsjahr von Duke Ai von Jin stirbt Wèi Huán-zǐ und sein Sohn Wèi Sī folgt ihm nach; Wèi Sī wird damit Marquess Wen von Wei. Er übernimmt die Führung des Wei-Clans und steht an der Spitze eines Hauses, das zu den adeligen Familien gehört, welche die Politik von Jin in der 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. bestimmen.
- 453: Der Staat Jin ist bereits in drei de facto Staaten Han, Zhao und Wei aufgeteilt, und die einzigen Gebiete unter der Kontrolle von Jin sind die Hauptstädte Jiang und Quwo.
Qin
- herzog Huai (428–425)
In Huais vierten Regierungsjahr rebellieren der Qin-General Chao und weitere Minister gegen Huai. Huai wird belagert und begeht Selbstmord. Sein Sohn, der Kronprinz Zhaozi, ist früh gestorben. Die Minister setzen deshalb Zhaozis Sohn Ling auf den Thron. - Fortsetzung 424
- 428: Herzog Huai regiert als Herrscher von Qin. Seine Regierungszeit beginnt und dauert bis 425. Herzog Huai von Qin, dessen persönlicher Name unbekannt ist, ist ein Herzog des Staates Qin während der Östlichen Zhou-Dynastie. Er gehört zum Haus Ying und ist ein jüngerer Sohn Herzog Ligongs von Qin. Sein posthumer Name lautet Herzog Huai. Er hat den Sohn Zhaozi sowie einen jüngeren Sohn, der später als Herzog Jian von Qin bekannt ist.
- 428: Jian Jian von Qin wird mit dem persönlichen Namen Ying Daozi geboren. Er ist der jüngere Sohn von Herzog Huai von Qin und der Onkel seines Vorgängers Herzog Ling von Qin.
- Fortsetzung 425
- 429: Herzog Zao (442–429)
- 429: Huai Huai befindet sich im Exil im Staat Jin. Er kehrt nach Qin zurück und besteigt den Thron.
Zhou
- König Weilie (425–402)
Weilie beginnt seine Herrschaft, nachdem sein Vater Kao gestorben ist. Während seiner Herrschaft schafft er Han, Wei und Zhao als Feudalstaaten, die von Jin getrennt sind, damit sie als Puffer zwischen seinem königlichen Gebiet und Qin dienen. - Fortsetzung 402
Qi
- 455: Herzog Xuan von Qi (persönlicher Name Lü Ji) wird Herrscher des Staates Qi. Kurz nach seinem Amtsantritt stirbt Tian Heng, und sein Sohn Tian Pan folgt ihm als Premierminister und faktischer Herrscher.
- Fortsetzung 413
- 456: Herzog Ping (480–456)
- 481: Tai: Im Jahr 481 v. Chr. tötet Tian Heng Herzog Jian von Qi. Seit diesem Zeitpunkt sind die Anführer des Clans Tian die faktischen Herrscher des Staates Qi, während die Herzöge von Qi nur noch nominell regieren.
- 485: Bis 405 v. Chr. herrscht Herzog Xuan von Qi als nomineller Herrscher des Staates Qi. Er stirbt 405 v. Chr. nach 51 Regierungsjahren als titulärer Herrscher von Qi. Sein Sohn Lü Dai, Herzog Kang von Qi, folgt ihm auf den Thron.
- 486: Im Jahr 386 v. Chr. bittet Tian He Markgraf Wu von Wei, für ihn am Hof von König An von Zhou, dem nominellen Herrscher über ganz China, einzutreten. Im selben Jahr erkennt König An Tian He offiziell als Herrscher von Qi an und beendet damit die über sechs Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Hauses Jiang. Tian He wird damit der erste rechtmäßige Herrscher von Qi aus dem Haus Tian und erhält postum den Titel Herzog Tai von Qi. Nach seiner förmlichen Anerkennung verbannt er Herzog Kang in eine Stadt an der Meeresküste.
Chu
- 431: König Jian folgt seinem Vater König Hui von Chu auf den Thron des Staates Chu. König Jian regiert den Staat Chu insgesamt 24 Jahre lang.
- Fortsetzung 408
- 432: König Hui (488–432)
JAPAN
- 475: Nach dem Tod von Itoku und nach einem einjährigen Interregnum übernimmt Kōshō am 9. Tag des 1. Mondmonats den Thron. Seine Regierungszeit beginnt damit im Jahr 475 v. Chr., und der Text nennt für diese Zeit auch den Palast Ikegokoro beziehungsweise Wakinokami als seinen Herrschaftssitz.
- Fortsetzung 408
- 489: Kōshō Am 12. Tag des 2. Mondmonats im 22. Regierungsjahr seines Vaters Itoku wird Kōshō im Alter von 18 Jahren zum Kronprinzen ernannt. Der Text nennt für diesen Zeitpunkt ausdrücklich das Jahr 489 v. Chr.
- 506: Kōshō Kōshō wird nach den alten Reichschroniken Kojiki und Nihonshoki als 5. Tennō von Japan geführt; seine historische Existenz ist zweifelhaft, und er gehört zu den „acht undokumentierten Kaisern“. Sein Eigenname ist Mi-matsu-hiko-kae-shine no mikoto, und in den Überlieferungen werden für seine Mutter unterschiedliche Namen genannt.
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18.05.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
30.08.2026 Grundstock ergänzt