657
MAYA
Palenque
Calakmul
- Ajaw Yuknoom Chʼeen II. (636-686)
Sieg über Tikal in einem "Sternenkrieg"; Tikal wird zur Vasallenmacht - Fortsetzung 662
Tikal
- Ajaw Nuun Ujol Chaak (657-679)
Nuun Ujol Chaak in Tikal, Sohn von Kʼinich Muwaan Jol II., besteigt den Thron von Tikal.
Angriff von Yuknoom Chʼeen II („Yuknoom der Große“) von Calakmul auf Tikal. Tikal wird bezwungen, Nuun Ujol Chaak muss sich Calakmul unterwerfen. - Fortsetzung 672
Naranjo
Copan
PIKTEN
- König Talorgan (653–657)
Tod Talorgans: Talorgan stirbt im Jahr 657. Sein Tod markiert das Ende seiner kurzen Regentschaft und führt möglicherweise zu einem erneuten Angriff Oswius auf die Pikten, da Bede berichtet, dass Oswiu „den größten Teil der Pikten“ im Jahr 658 unterwirft. - König Gartnait (657–663)
Gartnait mac Donuel (auch Gartnait Sohn von Donnel oder Dúngal) wird König der Pikten. Er ist möglicherweise der erste König aus der Dynastie Dalriada oder mit ihr verbunden. Die genaue Regierungsdauer schwankt leicht zwischen den Quellen (meist 657–663 oder 657–664) - Fortsetzung 663
KELTEN
Uí Néill
Ulaid
Connacht
Leinster
Uí Mháine
Dalriada
Gwynedd
ANGELSACHSEN
Northumbria:
- König Oswiu (651-670)
Whitby Abbey
Oswiu gründet das Kloster Whitby Abbey. Erste Äbtissin wird Hilda. - Unterkönig Ealhfrith (Deira, 655-664)
- Bischof Finan von Lindisfarne (651–661)
- Fortsetzung 658
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Earconberht I. (640–664)
- Erzbischof Deusdedit von Canterbury (655–664)
(Mögliche) Stiftung oder Unterstützung des Klosters Medehampstede (Peterborough) in Mercia; die Urkunde ist aber umstritten und könnte später datieren. um 657: Stiftung eines Nonnenklosters auf der Insel Thanet, laut späterer Überlieferung. - Bischof Ithamar (Rochester, 644-655/664)
- Fortsetzung 664
WESTGOTEN
- König Rekkeswinth (653–672)
- Erzbischof Eugenius III. von Toledo (647-657)
- Erzbischof Ildefons von Toledo (657-667)
Nach Eugenius III. wird Ildefons auf Vorschlag von König Rekkeswinth zum Erzbischof von Toledo gewählt. Während seiner Amtszeit verfasst er theologische Schriften, darunter das berühmte Werk zur Jungfräulichkeit Marias. - Fortsetzung 667
FRÄNKISCHES REICH
Neustrien-Burgund
- König Chlodwig II. (639–657)
um 1011D: Tod Chlodwigs II. im Alter von etwa 23 Jahren. - Regentin Bathilde (657-664)
Bathilde übernimmt die Regentschaft für den minderjährigen Chlothar III.
657–664 Regierungszeit als Regentin: Bathilde führt eine friedliche Innenpolitik, fördert das Klosterwesen und soziale Reformen. Sie erlässt Gesetze gegen die Versklavung von Christen und den Sklavenhandel, fördert die Freilassung und Ausbildung ehemaliger Sklaven in Klöstern und auf Gütern. Sie bekämpft die Simonie (Ämterkauf in der Kirche). Sie unterstützt Krankenhäuser und weitere Klöster, darunter Jumièges und Jouarre. Sie fördert die Einführung privaten Eigentums, was die Wirtschaft stärkt - König Chlothar III. (657–673)
657/658: Chlothar III. bestätigt in einer Urkunde Schenkungen an das Kloster in Troyes, gemeinsam mit seiner Mutter Bathilde - Hausmeier Erchinoald (641-658)
- um 657: Nivardus wird Erzbischof von Reims.
- Bischof Landericus (Paris, um 550-561)
Hôtel-Dieu (Paris)
Gründung des Hôtel-Dieu de Paris, das älteste Hospital in Paris, durch Bischof Landry - Bischof Ouen (Rouen, 640–684)
- Fortsetzung 658
Austrasien
- König Childebertus adoptivus (656–662)
- Hausmeier Grimoald der Ältere (643–657)
König Chlodwig II. von Neustrien und sein Hausmeier Ebroin sorgen dafür, dass Grimoald entmachtet wird; er stirbt im Kerker. Das austrasische Königtum des Childebertus adoptivus wird aber offenbar nicht angetastet. - Hausmeier Wulfoald (Austrasien 657–680)
um 657: Wulfoald taucht als einflussreicher Adliger in Austrasien auf, möglicherweise bereits mit Hausmeierfunktion. - Herzog Theodo I. (Baiern, 640–680)
- Bischof Chlodulf (Metz, 656-696/697)
- Bischof Remaclus (Maastricht, 652–662)
- Bischof Kunibert von Köln (623-663/664)
- Bischof Numerianus von Trier (647-697/698)
- Fortsetzung 658
LANGOBARDENREICH
Herzogtum Friaul
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
WESTSLAWEN
Reich des Samo
GROßBULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstans II. (641–668)
- Exarch Theodorus Calliopas (Ravenna, 2. Amtszeit 653–vor 666)
- Exarch Gennadios II. (Karthago, 648-665)
- Papst Eugen I. (654–657)
0602D: Eugen I. stirbt in Rom und wird vermutlich in Alt-St. Peter begraben. Er wird später als Heiliger verehrt mit dem Gedenktag 2. Juni. - Papst Vitalian (657–672)
0730D: Vitalian wird als Nachfolger von Eugen I. als Papst inthronisiert. Ein wichtiges Thema seiner Regierungszeit ist die Beziehung zu den Ostkirchen, zu denen er ein freundlicheres Verhältnis herzustellen versucht. - Patriarch Petros von Konstantinopel (654-666)
- Fortsetzung 658
DABUYIDEN
ARABER
(36/37 - Jahreswechsel 18./19. Juni)
Raschidūn-Kalifat
- Kalif und Imam ʿAlī ibn Abī Tālib (656–661)
Als Alis irakische Armee im Frühsommer bei Siffin am Euphrat lagert, rät Amr ibn al-As Muʿawiya zunächst, den Irakern Zugang zum Wasser zu gewähren, um sie nicht zu verzweifeltem Kampf zu treiben, doch Muʿawiya ignoriert dies und erleidet eine Niederlage im Gefecht am "Tag des Euphrat", das Amr gemeinsam mit Abu al-Aʿwar befehligt.
Schlacht von Siffin
0726D: In der anschließenden mehrwöchigen Schlacht von Siffin führt Amr die syrische Reiterei, greift mehrmals persönlich in den Nahkampf ein und hebt in einem symbolträchtigen Moment ein schwarzes Tuch, das er einst von Muhammad erhalten hat, an der Spitze seines Speeres, um seine Führungsrolle zu unterstreichen. Als sich der Sieg Alis abzeichnet, schlägt Amr Muʿawiya vor, Seiten mit Koranblättern an die Lanzen binden zu lassen, um einen Schiedsspruch Gottes vorzutäuschen; die irakischen Truppen drängen Ali zum Waffenstillstand, und es wird ein Schiedsverfahren vereinbart, bei dem Amr Muʿawiya und Abu Musa al-Ashʿari Ali vertreten.
In den Verhandlungen erreicht Amr, dass im Vorvertrag Alis Titel "Befehlshaber der Gläubigen" gestrichen wird und Abu Musa anerkennt, dass Uthman Unrecht getan wurde, was Ali und seine Anhänger zurückweisen und was Muʿawiyas Position als Rächer Uthmans stärkt; ein abschließender Konsens über die Nachfolge kommt jedoch nicht zustande, und die letzte Sitzung in Adhruh endet in Tumult, bei dem Amr von einem Kufaner angegriffen wird. Nach dem Scheitern der Schlichtung ziehen sich Abu Musa nach Mekka und Amr mit den Syrern zu Muʿawiya zurück, erkennen ihn im Frühjahr 658 als "Befehlshaber der Gläubigen" an und leisten ihm den Treueid, während Ali in Kufa Amr und andere Gegner in einem morgendlichen Fluchritual nennt.
Zwischen 656 und 658 gelingt es Amr und Muʿawiya bereits, Ibn Abi Hudhayfa, der Ägypten nach Uthmans Tod an sich gerissen hatte, durch eine Einladung nach al-ʿArisch in ihre Gewalt zu bringen und hinrichten zu lassen, ohne selbst weiter nach Ägypten vorzurücken. - Klientelfürst Adarnase II. (650-684/685)
- Statthalter Muhammad ibn Abi Hudhayfa (Ägypten, 656–657)
- Statthalter Qays ibn Sa'd (Ägypten, 657)
ʿAli ernennt den Bannerträger Qays ibn Saʿd zum Gouverneur von Ägypten, was nach der Darstellung Wilferd Madelungs als versöhnliche Geste gegenüber den Ansar gilt und von Gegnern aus Quraisch als Zeichen gesehen wird, dass ʿAli deren politische Dominanz begrenzen möchte. Qays trifft mit nur wenigen Gefährten in Fustat ein, verliest öffentlich das Ernennungsschreiben ʿAlis, erhält die Huldigung der Bevölkerung und sichert den inneren Frieden, indem er die Anhänger ʿUthmāns nicht bekämpft, sondern ihnen Neutralität und Steuererhebung unter seiner Aufsicht gestattet. Im Bürgerkrieg steht Qays auf der Seite ʿAlis in der Schlacht von Siffin gegen Muʿāwiya. Er führt dort ein Kontingent von mehr als 10'000 Fußsoldaten aus Basra, plant zunächst strategische, auch täuschende Manöver, verwirft jedoch bestimmte trügerische Taktiken später mit Verweis auf religiöse Grundsätze. Nach ʿAlis Tod bleibt Qays in Medina eine angesehene Führungsfigur unter den Ansar. Der Überlieferung Sulaym ibn Qays zufolge begegnet er Muʿāwiya, als dieser nach dem Friedensschluss mit Hasan die Pilgerfahrt nach Mekka vollzieht. Qays ibn Saʿd stirbt schließlich im Jahr 59 AH, entsprechend 678–679 n. Chr., in Medina.
Der künftige Statthalter Maslama ibn Mukhallad gehört in Ägypten zu den Führern der pro-uthmanischen Partei unter Muʿawiya ibn Hudayj und beteiligt sich am Aufstand gegen den Gouverneur Muhammad ibn Abi Hudhayfa. Der syrische Gouverneur Muʿawiya ibn Abi Sufyan greift ein, stellt die Ordnung wieder her, und Maslama bleibt weiterhin im ägyptischen Machtgefüge präsent. - Statthalter Muhammad ibn Abi Bakr (Ägypten, 657-658)
Muhammad ibn Abi Bakr, um um 631 geboren und der jüngste Sohn des ersten Kalifen Abu Bakr und seiner Frau Asma bint Umays, verbringt viel Zeit in Ägypten und schließt sich einer Delegation von etwa 700 Ägyptern an, die sich beim dritten Kalifen Uthman ibn Affan über den Gouverneur Ibn Abi Sarh beschweren. Uthman fordert sie auf, einen neuen Gouverneur zu wählen, und sie entscheiden sich für Muhammad ibn Abi Bakr, dem Uthman ein Beglaubigungsschreiben ausstellt. Auf dem Rückweg, drei Tagesreisen von Medina entfernt, stellt die Gruppe einen Boten mit einem Brief Uthmans an Ibn Abi Sarh, in dem die Tötung Muhammads und einiger seiner Gefährten angeordnet wird; der Bote, das Kamel und das Siegel gehören Uthman, doch der Text des Briefes stammt von Marwan ibn al-Hakam. Daraufhin kehren die Ägypter mit Muhammad nach Medina zurück und belagern Uthmans Haus. Muhammad beteiligt sich zunächst an dem Aufstand und führt die Gruppe der Rebellen an, die in Uthmans Haus eindringt, erkennt dann aber seinen Fehler, bereut seine Beteiligung am Mord und zieht sich von der Erhebung zurück. Später wird ihm von manchen Berichten dennoch eine Rolle als Anführer der Aufständischen zugeschrieben. Nach der Schlacht von Siffin (657) ernennt Ali ibn Abi Talib Muhammad ibn Abi Bakr zum Gouverneur von Ägypten, das zu diesem Zeitpunkt eine frisch eroberte Provinz des Kalifats ist. Muhammad steht dort in einem schwierigen Umfeld und zeigt sich laut späteren Autoren wie Lesley Hazleton als politisch eher unerfahrener und schwacher Gouverneur, was auch Ali selbst einräumt. - Papst und Patriarch Benjamin I. von Alexandria (622–661)
- Fortsetzung 658
TURKVÖLKER
Westliches Reich der Gök-Türken
- Khagan Ashina Helu (649–657)
Der Tang-Kaiser Gaozong startet die Eroberung der Westtürken. General Su Dingfang wird zum Oberbefehlshaber ernannt, unterstützt von rivalisierenden Westtürken wie Ashina Buzhen. Die Tang-Truppen besiegen Ashina Helu in der Schlacht am Irtysch. Helu flieht nach Chach (heute Taschkent), wird dort aber vom lokalen Herrscher festgenommen und an die Tang übergeben. Nach seiner Gefangennahme bittet Helu darum, in Richtung des Grabes von Kaiser Taizong exekutiert zu werden, um für seinen Verrat um Vergebung zu bitten. Kaiser Gaozong verschont ihn jedoch und bringt ihn nach Chang’an. - Fortsetzung unter Tang-Dynastie
INDIEN
Nepal
Chalukya
Östliche Chalukya
Pallava
Anuradhapura
TIBET
KHMER
Chenla
- König Bhavavarman II. (639–657)
Nach Bhavavarmans II. Tod folgt ihm sein Sohn Jayavarman I. auf den Thron. - König Jayavarman I. (um 657–681)
um 657-681 Regierungszeit mit Residenz in Purandarapura: Jayavarman I. festigt die Autorität der Khmer-Könige in den Gebieten, die zuvor von Funan kontrolliert worden sind. Fortführung der Verehrung indischer Gottheiten (Shivaismus, Vishnuismus, Buddhismus) sowie Khmer-Gottheiten. Inschriften aus seiner Regierungszeit sind an mehreren Orten erhalten, darunter Tuol Kok Prah, Wat Prei Val, Prah Kuha Luon, Wat Kdei Ang, Wat Baray und Tuol Nak Ta Bak Ka. - Fortsetzung 681
CHAMPA
CHINA
(55./56. Zyklus - Jahr der Feuer-Schlange; am Beginn des Jahres Feuer-Drache)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Gaozong (649–683)
Tang Gaozong verlegt die Hauptstadt des Reiches nach Luoyang; er ernennt seinen einjährigen siebten Sohn Li Xiǎn zum Prinzen von Zhou und nominell zum Präfekten der östlichen Hauptstadt Luo (späteres Luoyang). - Vasall-Khagan Ashina Buzhen (Göktürken, 657-667)
Nach dem Sieg über Ashina Helu wird Buzhen von Kaiser Gaozong zum Jiwangjue Khagan ("Khagan, der das Unterbrochene fortsetzt") ernannt. Er regiert über fünf westtürkische Stämme - Vasall-Khagan Ashina Mishe (Göktürken, 657–662)
Nach Eroberung der Westtürken durch Su Dingfang wird Ashina Mishe Xingxiwang Khagan. 657–662 Herrschaft als Vasallen-Khagan unter Tang-Suzeränität - Fortsetzung 658
KOREA
Goguryeo
Baekje
Silla
JAPAN
QUELLEN
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10.02.2024 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
19.06.2025 Grundstock ergänzt